siehe auch: Gaza-Tagebuch.
Berichte von Amnesty-Delegierten
über Menschenrechtsverletzungen
im Gazakrieg, übersetzt
von der Kogruppe:
Gaza-Tagebuch.pdf
Hier Informationen
zur Bestellung der Broschüre
mit Bestelladresse:
Gegossenes_Blei.pdf
Die gedruckte Broschüre
(110 S., DIN A 4 mit Fotos)
kann zum Selbstkostenpreis
von 5 € entweder bei Friedhelm
Kuhl (s. Text der PDF-Datei),
s. auch
Amnesty-Hagen oder über
die Kogruppe,
aiBergmann@gmx.de, bestellt
werden.
Im „Schatten“ der
arabischen Revolution
verschärft Israel
seine Besatzungspolitik
-
Zahlreiche Indizien
sprechen dafür,
dass Israel die
weltweite Aufmerksamkeit
auf die revolutionären
Vorgänge in den
verschiedenen arabischen
Staaten einerseits
zu einer Verschärfung
seiner Besatzungspolitik,
andererseits aber
auch zu einer diplomatischen
Offensive in den
westlichen Staaten
nützt. Die bekannte
deutsche Journalistin
Karin Leukefeld
beschreibt in ihrem
am 6.4.2011 in Junge
Welt erschienenen
Artikel anhand zahlreicher
Details diese Vorgangsweise.
In dem am gleichen
Tag in der Neuen
Züricher Zeitung
erschienenen Bericht
„Gunst der Stunde
in Jerusalem“ von
Martin Woker wird
anhand der ungehemmt
fortgesetzten „Judaisierungspolitik“
Jerusalems und der
angrenzenden Gebiete
in der Westbank
diese klar völkerrechtswidrige
Politik der israelischen
Regierung beschrieben.
Dass diese von den
USA trotz der einen
oder anderen sanften
Kritik unterstützt
und von den meisten
europäischen Staaten
de facto akzeptiert
wird, ist ein unbestreitbares
Faktum. Man wird
inzwischen müde,
darauf hinzuweisen,
dass diese ungehemmt
fortgesetzte Politik
die Realisierung
der sogenannten
Zweistaatenlösung
immer mehr zu einer
unerfüllbaren Vision
werden lässt. Es
ist also evident,
dass sich die israelische
Regierung in ihrer
Besatzungs- und
Vertreibungspolitik
nicht beirren lässt.
Es ist daher meiner
Meinung nach absolut
notwendig, dieses
in unmissverständlicher
Weise entgegenzutreten.
In diesem Zusammenhang
halte ich es daher
für eine politisch
äußerst wichtige
symbolische Geste,
wenn die Generalversammlung
der Vereinten Nationen
im Rahmen ihrer
nächsten Vollversammlung
im September die
völkerrechtliche
Anerkennung eines
unabhängigen palästinensischen
Staates beschließt.
Und von den europäischen
Staaten, insbesondere
von Österreich,
erwarte ich eine
Unterstützung dieser
Initiative. Fritz
Edlinger Generalsekretär
(siehe
Anlage 1
siehe Anlage 2)
9.4.2011 -
Pressemitteilung:
Ein neues
israelisches
Massaker in Gaza
- von Haidar
Eid, 09-04.2011,
belagertes Gaza,
besetztes
Palästina - Der
letzten Runde
israelischer
Massaker, die an
den Menschen in
Gaza begangen
wurden, sind
seit
Donnerstagnachmittag
16 Personen
durch brutale
Tötungen zum
Opfer gefallen,
darunter eine
Mutter und
Tochter, 4
Kinder und ein
älterer Mann.
Die letzten 5
Tage hindurch
ist Gaza Stadt
von Apache
Helikoptern, F16
und E15
Kampfflugzeugen
bombardiert
worden. Diese
schrecklichen
Massaker
geschehen nur
einen Tag nach
der
Stellungnahme
des in Ungnade
gefallenen
israelischen
Kriegsministers
Ehud Barak, in
der er seine
Generäle dazu
aufruft, die
Angriffe auf
Gaza zu
verstärken.
Der Genozid in
Zeitlupe selbst
hat bis jetzt
mehr als 600
Patienten
getötet.
(Anmerkung der
Übersetzerin:
indem sie nicht
oder nicht
rechtzeitig die
notwendige
medizinische
Hilfe
bekamen).Wir
verurteilen
diese
abscheulichen
Verbrechen auf
das Schärfste
und wiederholen
unseren Aufruf
an alle
zivilgesellschaftlichen
Organisationen
und
freiheitsliebenden
Menschen, sofort
in jedweder
möglichen Form
etwas zu
unternehmen, um
Druck auf ihre
Regierungen
auszuüben, die
diplomatischen
Beziehungen mit
dem
Apartheidsstaat
Israel
abzubrechen und
Sanktionen gegen
Israel zu
verhängen.
Gaza leidet
unter der
israelischen
Politik der
Vernichtung und
Zerstörung schon
seit dem Juni
2006. Wir
verurteilen
ebenso die
internationale
Konspiration
durch Schweigen
und Unfähigkeit
angesichts
dieser
fortgesetzten
israelischen
Verbrechen.
Nicht eine
einzige Maßnahme
ist seitens der
UN gegen Israel
ergriffen
worden. Das
Versagen der
Vereinten
Nationen und
ihrer
zahlreichen
Organisationen,
solche
kriminellen
Handlungen zu
verurteilen,
deutet auf
Mittäterschaft.
Unser
wiederholter
Appell richtet
sich deshalb
auch nicht an
die Vereinten
Nationen und die
scheinheilige
internationale
Gemeinschaft,
sondern vielmehr
an alle
zivilgesellschaftlichen
Organisationen
und
Solidaritätsgruppen,
die
Sanktions-Kampagne
gegen Israel zu
verstärken, um
Israel dazu zu
zwingen, seine
Aggressionen
gegen Gaza
einzustellen.
Wir wiederholen
unseren Aufruf
auch an alle
arabischen
revolutionären
Bewegungen, ihre
Regierungen zu
veranlassen,
ihre
diplomatischen
Beziehungen mit
dem
Apartheidsstaat
Israel
abzubrechen.
Dies war die
Forderung von
Tausenden
ägyptischer
Männer und
Frauen, die
gestern
gegenüber der
israelischen
Botschaft in
Kairo
demonstrierten.
Wir fragen, wie
viele Leichname
von
palästinensischen
Kindern und
Frauen muss die
internationale
Gemeinschaft
noch sehen, um
etwas zu
unternehmen? Was
müssen die
arabischen
Regierungen noch
sehen, um ihre
Worte der
Unterstützung in
Taten
umzusetzen? Was
würde die UN und
ihren
Sicherheitsrat
wohl überzeugen,
dass
Palästinenser
auch Menschen
sind?
Gruppe Ein
demokratischer
Staat - Kampagne
palästinensischer
Studenten für
den akademischen
Boykott von
Israel - Verband
der
Universitätsdozenten
in Palästina -
Verband der
Al-Quds Gruppe
für Kultur und
Information -
http://palsolidarity.org/2011/04/17481/
bitte weiter
verbreiten!
Erneut
fanden heute
(20.3.2011)
in Gaza wieder
friedliche Demos
statt, die aber
auch leider
wieder durch
die Hamas brutal
aufgelöst wurden.
Speziell
wurden heute
einheimische
Journalisten
und Fotografen
ins Visier genommen,
verprügelt und
entweder wurde
die Fotoausrüstung
zerstört oder
konfisziert!
Einer meiner
Kontakte, ein
"freiberuflicher"
Fotograf in
Gaza, mitte
20, wurde von
Polizei schwer
angegriffen,
anbei ein Foto
seiner Kamera,
die jetzt hinüber
ist! Somit
auch seine einzige
Verdienstmöglichkeit!
Er wurde zwar
an Schulter
und Knie verletzt,
es geht ihm
aber soweit
gut.
Nach Angaben
von Vittorio
Arrigoni wird
die Hamas ein
absolutes Demonstrationsverbot
über den gesamten
Gaza-Streifen
verhängen, aber
die Jungs dort
haben die Schnauze
so voll von
allem, dass
sie auch morgen
wieder auf die
Strassen gehen
werden!
Auch wenn leider
Gaza bzw Palästina
momentan komplett
aus den Medien
verschwunden
ist, müssen
wir dafür sorgen,
dass wenigstens
ein paar Leute
informiert sind.
Bitte schickt
also die Infos
weiter!!!!!
Quelle Sabine
IPPNW-Pressemitteilung vom 20.1.2011 -Aktueller
Bericht der Ärzte für
Menschenrechte - Israel zur
Versorgungssituation -
Medizinische Situation im Gazastreifen
unverändert katastrophal
-
Die
internationale Ärzteorganisation IPPNW
kritisiert die anhaltende katastrophale
medizinische Situation im Gazastreifen.
„Die Gazablockade verletzt zutiefst das
grundlegende Recht auf medizinische und
humanitäre Versorgung“, erklärt die
IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen.
Die Ärzte für Menschenrechte - Israel
haben in einem aktuellen Bericht die
Nahrungsmittelunsicherheit im
Gazastreifen sowie die mangelhafte
Abwasser- und Wasserinfrastruktur
bemängelt. Lediglich der hohe Grad an
humanitärer Hilfe verhindere eine
weitreichende Ernährungskrise im
Gazastreifen. Wissenschaftliche Studien
hätten ergeben, dass die Unterernährung
im Gazastreifen ansteige und höher sei
als im Westjordanland. Die israelische
Blockade des Gazastreifens füge der
Gesundheit der 1,5 Millionen Einwohner
schwere - zum Teil auch langfristige -
Schäden zu.
Das
Gesundheitsministerium in Gaza beklagte
Anfang dieses Jahres den Mangel an
dringend benötigten Medikamenten. Zudem
kommen immer wieder Palästinenser ums
Leben, weil sie aufgrund der Blockade
nicht rechtzeitig medizinisch versorgt
werden können. Am 8. Januar starb der
20-jährige Anas Jumaa Salih an einer
schweren Lebererkrankung, weil er im
Shifa Hospital in Gaza nicht behandelt
werden konnte. Die Ärzte für
Menschenrechte - Israel fordern eine
gerichtliche Untersuchung des Vorfalls.
Die israelischen Behörden
hatten Salih die Ausreise aus Gaza
verweigert.
Die IPPNW beteiligte sich im Mai letzten
Jahres an der FreeGaza-Flottille, um auf
die völkerrechtswidrige Blockade des
Gaza-Streifens aufmerksam zu machen. Auf
dem Frachtschiff Rachel Corrie wurden
Medikamente, Verbandstoffe und
Medizinische Geräte, gespendet von der
Deutsch Palästinensischen Medizinischen
Gesellschaft nach Gaza gebracht. Erst
fünf Wochen nach dem israelischen
Überfall auf die Flottille konnten die
Hilfsgüter an den Kontaktpartner im
Gazastreifen, Dr. Raed Sabbah vom Union
of Health Care- Komitee, ausgeliefert
werden.
Die IPPNW fordert die deutsche
Bundesregierung erneut auf, sich für die
vollständige Aufhebung der Blockade
einzusetzen, um die Versorgung der
Bevölkerung mit ausreichenden
Lebensmitteln und Medikamenten sowie
medizinischen Geräten sicher zu stellen.
Das Palästinensische Zentrum für
Menschenrechte (PCHR) sagte: "Gaza verbleibt abgeschnitten von der
Außenwelt nach der brutalsten Einzelaktion in "der Geschichte der
Besatzung, und "Straffreiheit für Kriegsverbrechen überwiegt."
Bis heute sind die Rechte der Opfer
nicht berücksichtigt worden. Internationale Gesetze werden
ignoriert. Unbestreitbare Kriegsverbrechen werden vor der Geschichte
bedeckt gehalten, israelische Kriegsverbrecher werden vor der Justiz
bewahrt. Nur drei Soldaten von niedrigerem Rang wurden verurteilt
für Übergriffe im Zusammenhang mit dem Krieg. Einer wegen des
Diebstahls von Kreditkarten, zwei andere für den Missbrauch eines
neunjährigen Jungen als menschliches Schutzschild. Israelische
Regierungskräfte, die den Krieg angeordnet hatten, Generäle und
Spitzenkommandeure, die ihn planten und in Gang setzten, und andere
Mittäter wurden weder angeklagt noch bestraft.
Die führenden Politiker der Welt
duldeten dies stillschweigend. Rechtsstaatliche Prinzipien wurden
weggeworfen für das imperiale Israel, einschließlich der Erlaubnis
(an Israel), über 1,5 Millionen Gazaner langsam zu strangulieren.
Darüber hinaus teilt eine neulich von WikiLeaks herausgegebene
Kabelnachricht mit, dass Israel Großkriege gegen Gaza und den
Libanon plane. Mehr darüber unten.
Die Verhinderung von Gaza's
Wiederaufbau
Am 21. Dezember stellte das
Juristische Zentrum für Bewegungsfreiheit Gisha die Frage "Wer wird
Gaza wieder aufbauen?" Sechs Monate nach der Entscheidung des
israelischen Kabinetts, die Blockade zu lockern, besagt ein neuer
Gisha-Bericht unter dem Titel "Reconstruktion der Abriegelung:
Werden die jüngsten Änderungen an der Blockade-Taktik ausreichend
sein, um Gaza aufzubauen":
Weihnachten in Gaza
-
Vera Macht -
Dies sollte ein Artikel über Weihnachten
in Gaza werden, ein Artikel über den
Irrsinn des Lebens in Gaza, der auch vor
Heilig Abend nicht halt macht, warum
sollte er auch. Es ist ein Tag in Gazas
Terror wie jeder andere. Ein
Zeitungsartikel sollte es werden, nur
konnte ich ihn nicht schreiben. Ich saß
vor meinem Laptop und konnte nicht
schreiben und wusste nicht warum. Bis
mir klar wurde, dass ich es deshalb
nicht kann, weil ich in einem
Zeitungsartikel nur die Fakten auflisten
würde, sachlich, nüchtern und objektiv.
In einem Zeitungsartikel kommt ein 'ich'
nicht vor. Da wäre kein Platz für meine
Verzweiflung, meine Hilf- und
Machtlosigkeit, die ich vielleicht, und
das hat den Tag doch anders gemacht, an
Weihnachten ganz besonders fühle. In
einem Zeitungsartikel wäre kein Platz
für meine Besorgnis angesichts der
spürbar eskalierenden Situation, der
Vielzahl der Bomben in den letzten
Nächten, dem Lärm der Kampfflugzeuge und
Apache über mir. Ein neuer Krieg, das
ist undenkbar. Die Menschen hier haben
den letzten noch kaum verarbeitet, den
Verlust ihrer Angehörigen, die Wunden
sind noch kaum verheilt, weder die
physischen noch die psychischen. Ein
neuer Krieg, nein, das ist undenkbar.
In einem
Zeitungsartikel würde ich auch nüchtern
die Zahl der Steinesammler und Bauern
auflisten, die im letzten Monat
angeschossen wurden, 32 waren es. 88
seit März diesen Jahres, 9 Menschen
starben. Unter ihnen waren auch viele
Kinder und Jugendliche. Oft wurden
sogenannte Dumdum-Kugeln benutzt, die im
Inneren des Körpers explodieren und so
einen größtmöglichen Schaden
hinterlassen. Sie zerschmettern die
Knochen, sodass Getroffene oft für
Monate nicht laufen können. Laut Genfer
Konvention verboten.
>>>
Familienzusammenführung
an
palästinensisch-ägyptischer
Grenze in Rafah. Endlich
begegnen sich Angehörige
derselben Familie an der
Grenzmauer nach dem Rückzug
der Israelis aus dem
Gazastreifen am 12.09.2005.
(Assafir, 12.09.2005,
Al-Jazeerah)
»Das
Leben in Gaza ist die Hölle« -Wegen der
Abriegelung durch Israel fehlt es den
Kliniken an Medikamenten und Ersatzteilen
für medizinische Geräte. Gespräch mit
Tsafrir Cohen - Interview: Andrea
Bistrich