FELICIA LANGER
MIT LEIB UND SEELE
Autobiographische Notizen
ISBN: 978 3 88975 201
7 - 10,00 € -
www.zambon.net
Felicia Langer, Mit Leib und Seele
- Rezension von Dr. Ludwig Watzal -
Die autobiographischen Notizen der
deutsch-israelischen
Menschrechtsanwältin Felicia Langer
sind nicht „mit letzter Tinte“
geschrieben. Kämpferisch - wie eh
und je - tritt sie für die Rechte
der unter dem Wahnsinn und der
Brutalität der 45-jährigen
israelischen Besatzungsherrschaft
leidenden Menschen ein. Kein anderes
Erlebnis kann den dauerhaften
Einsatz für die palästinensische
Sache besser ausdrücken als ihr
Schwur, den sie abgelegt hatte, als
sie zum ersten Mal 1967 die
zerstörten palästinensischen Dörfer
in der Gegend von Latrun gesehen
hat: „Damals schwor ich mir, die
Rechte der Palästinenser
bedingungslos zu verteidigen.“ Und
dort habe sie erstmalig verstanden,
was es bedeute „Kein Stein bleibt
auf dem anderen.“ Folglich ist
alles, was sie sagt und tut,
authentisch. Sie hat die israelische
Okkupation nicht nur hautnah
miterlebt und sich als erste
israelische Anwältin für deren Opfer
eingesetzt, sondern auch persönlich
durch litten. Ihre konsequente
Schlussfolgerung: „Persönliche
Empörung hat mein Handeln
jahrzehntelang bestimmt.“ >>>
Felicia Langer kämpft, und sie kämpft
immer für das Gute. Die Menschenrechtsanwältin,
als Kind vor den Nazis geflohen, später
nach Israel emigriert, wurde dadurch
bekannt, dass sie palästinensische Gefangene
vor den Militärgerichten verteidigte.
Sie habe niemals Terroristen verteidigt,
sagte sie auf einem Attac-Kongress in
Wien, aber: „Man muss den Palästinenser
die Pforte zum Leben öffnen! Und wir
haben die Pforte zum Leben zugesperrt,
hermetisch abgeriegelt!“ Langer hat
nie denen gehört, denen erlittenes Unrecht
ein Argument für ein wehrhaftes Israel
war. 1 0 schloss sie ihr Anwaltsbüro
in Jerusalem – aus Protest gegen die
Besatzungspolitik, die das Recht zur
„Farce“ verkommen lasse. Im selben Jahr
erhielt sie für ihren Einsatz den alternativen
Nobelpreis. Doch da war sie schon auf
dem Sprung, nach Deutschland. „Wie kannst
du in Deutschland leben?“ Auf diese
Frage, hat sie einmal geschrieben, antworte
sie mit Rosa Luxemburg: „Ich fühle mich
überall zu Hause, wo es Wolken, Vögel
und Menschentränen gibt“. Felicia Langers
Deutschland ist das Deutschland der
Friedensbewegung und Lichterketten.
(TAZ, 14.03.2005)
"Mit
Leib und Seele“ wird ein sehr persönliches
Buch sein.
Der Titel fasst das
Leben von Felicia Langer in vier Worten
zusammen. Wenn Felicia Langer schreibt
oder redet, dann spricht ihr Leben,
ihre Erfahrungen, ihr selbstloses Engagement
über Jahrzehnte hinweg aus ihren Worten.
Der Nahostkonflikt ist für sie ein Stück
hautnah erlebtes, mitgestaltetes Leben
und wir können ihn durch ihre Augen
sehen. Sie war, ist ein Teil des Geschehens,
sie stand als Rechtsanwältin kämpfend
und mitleidend auf der Seite der neuen
Opfer, sie lebte, praktizierte Solidarität
und lässt uns mit ihrem Buch an ihrem
Leben teilhaben.
Sie hat sich den Palästinakonflikt
nicht angelesen, was sie publiziert,
ist keine Verwertung von mehr oder weniger
aktuellen Meldungen, dem Wissen anderer,
das sie dann als Zweitverwerter verbreiten
würde.
Felicia Langer redet
nicht nur über Menschenrechte, sie hat
sie unteilbar gelebt, verteidigt, für
sie gekämpft und sie praktiziert. Sicher
oft sich selbst gefährdend stand sie
neben den Opfern der Entrechtung, der
Willkür. Ihr Leben ist Zeitgeschichte.
Sie kann Zeugnis geben, Felicia Langer
ist eine Zeugin, die nicht schweigen
konnte, wollte zu den Verbrechen der
israelischen Regierungen.
Ihr ist bewusst was auch
die Israelis mit ihrem scheinbaren Sieg,
in der Art, wie sie mit den Palästinensern
umgehen verlieren: »Ich denke an die
Israelis, die durch die Entmenschlichung der Palästinenser ihre
Seele verloren haben.« Felicia Langer
hat ihre Seele nicht verloren, nicht
verkauft, sie hat sich nicht brechen
lassen. Sie ist für mich die große Seele
der deutschen Palästinasolidarität.
Ich freue mich auf ihr neues Buch. –
Erhard Arendt.
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