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Kunst + Kultur in Palästina

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Die Revolution der Künstler

Die palästinensischen Künstler standen in der vordersten Reihe dieser aufkeimenden Bewegung. Ihre Arbeiten in dieser Zeit reflektierten die Bilder einer kommenden Revolution. Sie gaben einen Vorgeschmack der zukünftigen Ereignisse. Dies war ein klarer und unmißverständlicher Beweis für die Verschmelzung der palästinensischen Künstler mit der palästinensischen Sache, ihrer künstlerischen Fähigkeit, den Verlauf der Volksbewegung vorherzusagen, eine Fähigkeit, die aus der ständigen Teilnahme an der Sache und dem Bewußtsein der bisherigen Entwicklung herrührte.

Pioniere zeitgenössischer palästinensischer Kunst

Die verheerenden Ereignisse des Jahres 1948 hatten auf palästinensische Talente eine aufrüttelnde Wirkung. Anstatt sich einem Leben bitterer Not in den Flüchtlingslagern zu ergeben, fanden sie ihren Weg in die Kunstakademien und Kunsthochschulen.

Einer von ihnen war Ismail Shammout. Als 18jähriger wurde er aus seiner Heimatstadt Lydda vertrieben. Nach zwei Jahren in einem Flüchtlingslager im Gaza Streifen ging er nach Kairo und studierte dort am Kolleg für Bildende Künste. Seine Arbeiten waren beeinflusst von Bildern menschlichen Leidens, die sein künstlerisches Auge beim Exodus seines Volkes gesehen und deren Zeuge er während des elenden und verzweifelten Lebens im Flüchtlingslager gewesen war. Die Modelle mit typischem ägyptischen Gepräge, die er in seiner Studienzeit malte, wurden in palästinensische ,,Themen" oder ,,palästinensisches Aussehen" verwandelt.


Etablierung der palästinensischen Kunst


Im Jahre 1953 brachte Shammout einen großen Teil seiner Werke nach Gaza, um seine erste Ausstellung zu veranstalten. Die am 29. Juli 1953 eröffnete Ausstellung war die erste, die jemals von einem palästinensischen Künstler auf palästinensischem Boden gehalten wurde. Mehr als 60 Arbeiten (in Öl, Wasserfarben und Zeichnungen) waren zu sehen, einschließlich des heute berühmten Werkes ,,Wohin".

Im selben Jahr kam eine andere palästinensische Künstlerin nach Kairo. Tamam Al-Akhal, 1935 in Jaffa geboren, hatte sie im Libanon Zuflucht gesucht und ging später zum Kunststudium nach Kairo. Dort traf sie Shammout und nahm mit einem dritten palästinensischen Künstler, Nihad Sibasi, an Shammouts zweiter Ausstellung, die 1954 in Kairo stattfand, teil.
Diese erste gemeinsame palästinensische Kunstausstellung außerhalb Palästinas wurde am 21. Juli 1954 vom ägyptischen Präsidenten Jamal Abdel Nasser eröffnet. Die Ausstellung erregte die Aufmerksamkeit palästinensischer sowie arabischer Kunstkreise und das Presseecho in war beträchtlich. Die palästinensische Malerei feierte ihr arabisches Debüt.

In den 1950er Jahren traten zahllose palästinensische Talente in die Fußstapfen von Shammout und Akhal. Anfang der 1960er Jahre gab es Scharen von Kunstgraduierten, die in den palästinensischen Gemeinschaften in der Westbank und im Gaza-Streifen sowie in den arabischen Ländern aktiv waren. Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen wurden oft auf eigene Kosten durchgeführt. Wenn es die finanziellen Mittel erlaubten, nahmen die Künstler an regulären arabischen Ausstellungen teil.

Die prominenten Namen dieser Zeit lauten Tawfiq Abdul ´Aal und Michel Najjar im Libanon, Ibrahim Hazimeh und Samir Salameh in Syrien, Samia Taqtaq, Mohamed Bushnak und Afaf Arafat in Jordanien, Mahmoud Abu Askar, Abdul Aziz Al-'Uqaili, Shafa Sha'ath und die drei Shammouts - Jamil, Omar und Amin - in Gaza sowie Mustafa Al-Hallaj in Ägypten.

Die Gemälde der 1950er Jahre zählten zur realistischen expressionistischen Schule mit Anleihen beim Symbolismus. Die Gründe waren zweierlei: Zum einen lehrten arabische Kunstakademien nach akademischen Methoden, d.h., sie ahmten die visuelle Perspektive der Objekte nach; zum anderen waren die Künstler dieser Periode dieÜberlebenden des Krieges von 1948, die Einwohner der Flüchtlingslager. Sie studierten Kunst nicht nur um der Kunst, um der Ästhetik willen, sondern auch um ihre Gefühle auszudrücken und um ihre Leiden als Palästinenser darzustellen.

Nach dem Krieg von 1967, der erneut mit der Niederlage dreier arabischer Staaten endete, besetzte das siegreiche Israel die verbliebenen Teile Palästinas sowie weitere arabische Landstriche. Die arabische Niederlage, wie tragisch und schmerzlich sie auch sein mochte, war für die Palästinenser nicht gänzlich ohne Vorteile. Sie gab den Palästinensern die Rechtfertigung für den Aufbau ihrer legitimen Vertretung, die Palästinensische Befreiungsorganisation.

Damit kündigte sich für den palästinensischen Künstler eine neue Ära an. Vor der Entstehung der PLO hing seine künstlerische Aktivität ausschließlich von den eigenen Anstrengungen ab, seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten, wie begrenzt diese auch immer waren. Mit der PLO verbesserte sich sein Los beachtlich, da er zum ersten Mal zum Empfänger institutionalisierter Förderung und
Unterstützung wurde. Folgende Einrichtungen und Möglichkeiten wurden bereitgestellt:

Die Arbeiten der palästinensischen Künstler reflektierten in den 1960er Jahren und im Zuge der Gründung der PLO die Bilder einer aufkommenden Revolution. Dies war ein klarer und unmissverständlicher Beweis für die Verschmelzung der palästinensischen Künstler mit der palästinensischen Sache und dem Bewusstsein der bisherigen Entwicklung.
Vor der Entstehung der PLO hingen künstlerische Aktivitäten ausschließlich von den eigenen Anstrengungen ab. Mit der PLO verbesserte sich die Situation der Künstler, da sie zum ersten Mal zum Empfänger institutionalisierter Förderung und Unterstützung wurden.


Folgende Einrichtungen wurden gegründet:

1. Besondere PLO-Einrichtungen, um die Arbeit der Künstler zu unterstützen, zu fördern und ihre Werke zu veröffentlichen

2. Beschäftigung zahlreicher Künstler in kulturellen und politischen Funktionen in der PLO und anderen palästinensischen Widerstandsbewegungen

3. Bildung der Generalunion Palästinensischer Künstler (1979), die in Zusammenarbeit mit der Informations- und Kulturabteilung der PLO die Aufgabe wahrnahm, die künstlerischen Fähigkeiten einzusetzen, die Bemühungen zu konsolidieren und die Werke in Einzel- und Kollektivausstellungen, sei es im Ausland oder in der arabischen Welt, bekannt zu machen

4. Bereitstellung von Stipendien für junge Talente, um ihnen das Studium der Kunst an Akademien und Universitäten befreundeter Staaten zu ermöglichen.



Neue Möglichkeiten für die Künstler


Die neuen Entwicklungen hatten einen bemerkenswerten Effekt auf die künstlerische palästinensische Arbeit, und zwar in Bezug auf Form und Inhalt. Was die Form anbelangt, so löste sich die Malerei vom realistischen oder expressionistisch-realisti
schen Stil. Sie erkundete neue Horizonte, neue Stile, Symbolismus, Surrealismus, naive Malerei und neue Farbgebung und machte erst kurz vor der absoluten abstrakten Malerei halt. In Bezug auf den Inhalt blieb das palästinensische Thema der Kernpunkt, dem sich alle anderen Themen unterordneten.



Unter israelischer Herrschaft

Nach der Besetzung der Westbank und des Gaza-Streifens im Jahre 1967 wurden hier lebende palästinensische Künstler aktiv. Künstler aus beiden Gebieten konnten erstmalig miteinander in Kontakt treten und es wurden gemeinsame Ausstellungen und Seminare organisiert. Ihre Aktivitäten - Schaffung von Kunstwerken, Durchführung von Ausstellungen - waren weder einfach noch sicher. Der Weg war voller Hindernisse und Gefahren, angefangen von der Schließung der Ausstellungsräume und Beschlagnahmung der Gemälde bis hin zu direkten Verhaftungen und dauerhaften Inhaftierungen von Künstlern.

Unter den verfolgten Künstlern waren Kamel Mughanni, Absolvent der Kunstakademie von Alexandria und Kunstlehrer an der Al-Najah-Universität - damals noch Kolleg - in Nablus. Er wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; sein Haus wurde unter dem Vorwand, er gehöre einer palästinensischen Widerstandsbewegung an, in die Luft gesprengt. Suleiman Mansour, Absolvent des Kunstinstituts ,,Bezalel" in Jerusalem, wurde zum Verhör durch die Militärbehörden geladen und unter Hausarrest gestellt; einige seiner Gemälde wurden beschlagnahmt.

Fathi Ghaban, Autodidakt aus Gaza, kam wegen des fortgesetzten Gebrauchs der vier Farben der palästinensischen Flagge für sieben Monate ins Gefängnis, seine Ausstellung wurde geschlossen, einzelne seiner Werke konfisziert. Die ,,Galerie 79" in Ramallah, die einzige Ausstellungshalle in der Westbank, wurde wegen der Ausstellung von ,,aufhetzenden" Kunstwerken geschlossen.

Auch palästinensischen Künstlern, die im Israel von 1948 lebten, erging es kaum anders. Einigen Talenten gelang es, sich durchzusetzen und ihre Präsenz zur Geltung zu bringen. Die Prominenten unter ihnen sind Abed Abidi und Dhahir Zaidani, die in der DDR studierten, Marwan Abu Al-Haija, Hanna Mismar, Abdulla Al-Karaa, Assad Azzi, Khalil Rayyan und Ibrahim Hijazi, die gemeinsam mit anderen Kollegen zahlreiche Aktivitäten entfalteten, vornehmlich in den Städten und Gemeinden Galiläas im Norden Palästinas.
Die Arbeiten der Künstler aus den besetzten Gebieten unterschieden sich durch ihren Symbolismus und Surrealismus. Sie konnten ihre patriotischen Gefühle nicht durch den offenen Gebrauch des realistischen oder expressionistisch-realisti
schen Stiles zum Ausdruck bringen. Surrealismus und Symbolismus boten als indirekte Ausdrucksmittel einen naheliegenden Ersatz.

Quelle und eine große Bildersammlung

 

 

 

Am 4. November 1995 hatten sich bei einer zentralen Kundgebung für den Friedensprozeß im Nahen Osten über 200.000 Menschen in Tel Aviv versammelt. Kurz bevor Yitzhak Rabin ermordet wurde, sang Yitzhak Rabin zusammen mit allen Anwesenden das "Lied des Friedens / Shir LaShalom"

 SHIR LA'SHALOM - LIED DES FRIEDENS


Lasst es zu, dass die sonne aufsteigen möge,
den Morgen zu erleuchten,
denn auch das stärkste aller Gebete
wird uns nicht zurückbringen

jenen dessen licht ausgelöscht
und der in der Erde begraben ist,
keine Umarmung wird ihn mehr erwecken
und hierher zurückbringen

Niemand wird uns je antworten
aus dem Dunkel von Staub und Asche,
da helfen weder Siegestaumel
noch Lobeslieder

Darum singt nur das Lied des Friedens,
flüstert keine Gebete,
sondern singt das Lied des Friedens
mit einem grossen Schrei.

Lasst die Sonne durchdringen
die Ruhestätten aus Blumen,
schaut nicht zurück,
lasst die Gefallenen in Ruhe.

Erhebt die Augen in Hoffnung,
blickt nicht durch Zielfernrohre,
singt ein Lied der Liebe
und nicht den Kriegen.

Sagt nicht "der Tag wird kommen"
bringt ihn her, den Tag,
denn es ist kein Traum,
und dann wird man auf allen Strassen
nur dem Frieden singen.

Text: Jaacov Rotblit    Musik: Yair Rosenblum

Originalaufnahme dieses Friedenslied am Abend der Ermordung von Yitzhak Rabin

 




Along the Path - 150 Years of Palestinian Art - George Al Ama and Nada Atrash - Along the Path: Milestones in the Palestinian Art Movement from the Collection of George Al Ama is an art exhibition that is being hosted by Bank of Palestine/Bethlehem Branch. The exhibition aims to shed light on the Palestinian art movement from the mid-nineteenth century onwards through a selection of more than forty pieces that represent the works of several Palestinian artists. This article aims to review the important milestones in the Palestinian art movement based solely on the artworks that are exhibited in Along the Path.

The Palestinian art movement emerged in Jerusalem during the second half of the nineteenth century. Two factors have played a major role in this movement: the Arab Melkite icon school, which emerged during the eighteenth century in Syria, Lebanon, and Palestine, and the variety of Islamic  >>>

 

Höre, Israel!

  Als wir verfolgt wurden,
  war ich einer von euch.
  Wie kann ich das bleiben,
  wenn ihr Verfolger werdet?

  Eure Sehnsucht war,
  wie die anderen Völker zu werden
  die euch mordeten.
  Nun seid ihr geworden wie sie.

  Ihr habt überlebt
  die zu euch grausam waren.
  Lebt ihre Grausamkeit
  in euch jetzt weiter?

  Den Geschlagenen habt ihr befohlen:
  "Zieht eure Schuhe aus".
  Wie den Sündenbock habt ihr sie
  in die Wüste getrieben

  in die große Moschee des Todes
  deren Sandalen Sand sind
  doch sie nahmen die Sünde nicht an
  die ihr ihnen auflegen wolltet.

  Der Eindruck der nackten Füße
  im Wüstensand
  überdauert die Spuren
  eurer Bomben und Panzer.

Erich Fried

 

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