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Abstraktes Postulat
- Debatte. Die Forderung nach einem
gemeinsamen Staat für Israelis und
Palästinenser geht an der politischen
Realität des Nahen Ostens vorbei
- Moshe Zuckermann *Der
Rückzug aus den besetzten Gebieten, mithin
die Zweistaatenlösung, ist in der
gegenwärtigen geschichtlichen Phase - bei
allen damit einhergehenden Konflikten,
Zerrissenheiten und kollektiven
Verlustängsten - unabdingbar. Seine
Notwendigkeit liegt auf der Hand. Fraglich,
ob sich dafür eine genügend starke und
bewußt agierende israelische Führungsgestalt
finden läßt, die dies Notwendige rigoros zu
vollziehen vermöchte. Eine, die es war, hat
ihre Mission mit dem Leben bezahlt; eine
andere, die es hätte vielleicht werden
können, liegt seit vielen Monaten im Koma.
Aber selbst eine starke politische Führung
wird sich kaum zu bewegen wagen, wenn sich
die israelische Bevölkerung dem, was zur
Zeit noch den allermeisten in ihr als
bedrohliche Sackgasse anmutet und sie in
paralysierter Stagnation verharren läßt,
nicht stellt, um die Herstellung der
historisch möglichen Grundlagen für ihre
eigene staatliche Fortexistenz einzufordern
und diese zu garantieren. >>>
PR-Feldzug gegen Zwei-Staaten-Lösung
-Thomas Immanuel Steinberg - Eine Ha'aretz
zufolge geheime Depesche des israelischen
Außenministeriums weist alle Geschäftsträger
im Ausland an, mit Public-Relations-Mitteln
gegen eine drohende Proklamation Palästinas
als Staat vorzugehen. Zielpersonen seien
Regierungschefs, Außenminister und
Parlamente in der Welt. Die Kampagne habe
sich vornehmlich zu richten gegen das
palästinensische Streben >>>
Norman Paech -
Erklärung vom
20.12.2010
-
Liebe
Freundinnen und Freunde,
seit kurzem erhalte ich mails, die mich
auffordern, die Stuttgarter Erklärung zu
unterschreiben, andere warnen mich davor. Da
ich durch den wildwuchernden Mail-Verkehr
nicht mehr durchschaue, möchte ich noch
einmal meine Entscheidung kurz erklären,
warum ich die Stuttgarter Erklärung
angesichts dieser Diskussion nicht
unterschreibe.
Wie ich schon auf der Konferenz gesagt habe,
halte ich die Ein- wie auch die
Zweistaatenlösung derzeit gleichermaßen für
unrealistisch. Israel wird das
Besatzungsregime mit all seinen Verbrechen
und Zerstörungen weiterführen, geduldet von
den USA und den Staaten der EU. Unsere
Haupt- und dringendste Aufgabe ist es daher,
diese Besatzung, den Kern allen Übels, zu
beseitigen. Dieses haben wir vor allem
gegenüber unseren eigenen Regierungen
durchzusetzen. Dazu haben wir uns auf die
BDS-Kampagne zu konzentrieren, um den Druck
auf die israelische Regierung zu erhöhen.
Dies allein wird noch erhebliche
Aufklärungsarbeit und Anstrengung in unserer
Gesellschaft erfordern.
Erst wenn die Besatzung aufgehoben ist, wird
sich das Problem stellen, in welcher
staatlichen Organisation Juden und Araber in
Palästina miteinander leben wollen. Doch das
ist allein ihr Problem, welches wir jetzt
nicht mit dogmatischen Positionen zu
bestimmen haben. Wenn derzeit in der
israelischen wie palästinensischen
Diskussion die Ein- bzw. Zwei-Staaten-Lösung
erwogen wird, so haben wir ihr zunächst
aufmerksam zu folgen, mit mehr Sympathie für
die eine oder andere Lösung. Eine
Dogmatisierung eine der beiden Positionen,
wie sie in der jetzigen Diskussion erfolgt,
vermag allenfalls die Solidarität mit den
Palästinensern zu spalten und den primären
Kampf gegen die Besatzung zu schwächen -
trotz aller Freundschaftsbekundungen. Wer
der Meinung ist, dass der Kampf gegen die
Besatzung nur auf der Basis einer der beiden
Staatslösungen richtig und wirksam zu führen
ist, sollte sich ernsthaft fragen, ob er
damit nicht schon die Ohnmacht der Bewegung
durch ihre Spaltung hervorruft.
Ich weiß nicht, warum eine
Abschlusserklärung auf der Konferenz
versäumt worden ist. Der Versuch, sie jetzt
nachzuholen, hat sie vollkommen
verselbständigt und ganz unabhängig von der
Konferenz zum Forum eines allgemeinen
Glaubenskrieges gemacht. Sie ist nutzlos, da
sie nicht auf der Tagesordnung steht. Denn
das offizielle Bekenntnis zu einer
Zwei-Staaten-Lösung durch Israel, PLO, USA
und EU wird durch ihre Praxis forcierter
kriegerischer Besatzung ad absurdum geführt.
Und das Gegenbekenntnis zu einer Ein-Staaten
Lösung wird unter den Bedingungen
fortdauernder Besatzung nur noch schärfere
Apartheidsbedingungen herbeiführen.
Ich habe nichts dagegen, wenn die
gegenwärtige Version der sog. Stuttgarter
Erklärung so in die Medien eingeht, wie sie
dort schon zitiert wird. Aber verlangt bitte
keine Eidesleistung in Form von
Unterschriften. Sie bewegen nichts. Man wird
an ihnen höchstens später einmal erkennen,
wer nicht unterschrieben hat. Unsere Aufgabe
ist die Bewegung gegen die
völkerrechtswidrige und unmenschliche
Besatzung und dafür brauchen wir Einigkeit.
Mit solidarischen Grüßen Norman Paech
Knut Mellenthin -
Streit um den Jackpot - Anerkennung eines
palästinensischen Staates – oder Verewigung
der israelischen Besatzung und Annektion -
Lieber Thomas,
mit Schrecken habe ich sowohl die
Stuttgarter Erklärung als auch die
Auseinandersetzung darum zur Kenntnis
genommen. Um aber kein Missverständnis
zuzulassen, schicke ich als persönliche
Anmerkung voraus, dass der Kommunistische
Bund ("Arbeiterkampf") sich schon nach dem
Oktoberkrieg von 1973 in einer Art
programmatischer Erklärung für einen
einzigen multinationalen Staat im ehemaligen
britischen Mandatsgebiet ausgesprochen hat.
Verfasst war diese Stellungnahme von mir und
einem weiteren leitenden Genossen. Einiges
von unserer Position verdankten wir der
Gruppe Matzpen, für die sich damals meiner
Erinnerung nach auch Daniel Cohn-Bendit
einsetzte, und einer noch kleineren Gruppe,
die sich Ma'avak nannte, wenn ich nicht
irre. Sie stand in näherem Zusammenhang mit
der "Red Front", >>>
Leserzuschriften zum kurzen Mailwechsel -
Thomas Immanuel Steinberg - „Schafft zwei, einen oder gar
keinen Staat...“
vom 19. Dezember 2010 - Auswahl von Auszügen, .doc-Datei.
>>>
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What Does
a "One State Solution" Really Mean?
- Alain Gresh -
Renewed Arab/Israeli negotiations, opened
under the auspices of President Barack Obama
in September, are undermined not just by
settlement building but differing visions on
other fundamental issues. The impasse has
led to calls by some senior figures,
including Israelis, for the creation of a
single state from the Mediterranean to the
Jordan >>>
Ein
jüdischer Staat für die Palästinenser
- Alain Gresh - Kaum jemand spricht offen
aus, was alle wissen: Eine Zweistaatenlösung
für den Konflikt zwischen Israel und den
Palästinensern wird es nicht geben. Das
Nachdenken über eine langfristige
Zwischenlösung hat bereits begonnen. Die
geringere Gefahr, das kleinere Übel, das
wäre die Gründung eines gemeinsamen Staates
mit gleichen Rechten für alle Bürger",
verkündet der Parlamentspräsident. Ein
anderer Politiker, ehemaliger Minister, geht
noch weiter: Ein Staat auf dem Gebiet des
historischen Palästinas, vom Mittelmeer bis
Jordanien, das sei jetzt die einzige Lösung.
Zu demselben Schluss kommt eine junge
Abgeordnete mit fest verankerten religiösen
Überzeugungen. Äußerungen von drei
Mitgliedern der palästinensischen
Autonomiebehörde? Von drei Vertretern der
Hamas? Oder von drei Antizionisten aus
Europa? Mitnichten. Alle drei gehören zur
israelischen Rechten. >>>
One State or Two? Neither. - The Issue is
Zionism - Jonathan Cook
-
If
the Israeli-Palestinian conflict is one of
the world’s most intractable, much the same
can be said of the parallel debate about
whether its resolution can best be achieved
by a single state embracing the two peoples
living there or by a division of the land
into two separate states, one for Jews and
the other for Palestinans. The philosopher
Michael Neumann has dedicated two articles,
in
2007 and
earlier this week, for CounterPunch
discrediting the one-state idea as
impractical and therefore as worthless of
consideration. In response, Kathy Christison
has mounted a robust
defense, neatly exposing the twists and
turns of Neumann’s logic.
I will not trouble to cover the same ground.
>>>
One State
or Two? - The Debate Over Israel and
Palestine
- Kathy Christison - Michael Neumann makes a
strong case in the last issue of
CounterPunch against a single
Palestinian-Jewish state as the solution for
the conflict in Israel-Palestine. But there
are critical flaws in his argument. >>>
The
One-State Illusion: More is Less - The
Debate over Israel and Palestine
- Michael Neumann - The one-state solution
is an attractive ideal mistaken for a live
option. Most of the arguments for the
one-state solution are not arguments about
whether it's possible. They are
argumentsabout whether the solution is just,
and the two-state solution unjust. These
arguments establish the obvious. Of course
the two-state solution is unjust. >>>
"One-State or Two-State?" - A Sterile Debate
on False Alternatives
- Assaf Kfoury
- In a review article a few years ago,
Daniel Lazare argued that an honest
discussion of Zionism is no longer off
limits. Lazare wrote, "a longstanding taboo
has finally begun to fall. ... Where before
it was all but impossible to have an honest
conversation about Zionism, it is now
becoming impossible not to" (The Nation,
November 3, 2003). This was perhaps a little
too optimistic, or at least overlooked the
many occasions when a little opening of the
debate was blocked by a massive
counter-attack. >>>
"One-State or Two-State?" - A Sterile Debate
on False Alternatives
- Assaf Kfoury
- In a review article a few years ago,
Daniel Lazare argued that an honest
discussion of Zionism is no longer off
limits. Lazare wrote, "a longstanding taboo
has finally begun to fall. ... Where before
it was all but impossible to have an honest
conversation about Zionism, it is now
becoming impossible not to" (The Nation,
November 3, 2003). This was perhaps a little
too optimistic, or at least overlooked the
many occasions when a little opening of the
debate was blocked by a massive
counter-attack. >>> |