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Aktuelles 2

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Eine junge Palästinenserin baut an einer Zukunft in Gaza mit Ziegeln aus Asche

Saud Abu - 16.11.2016

Die junge Majd Masharawi versucht eine Zukunft in Gaza mit Ziegeln aus Asche aufzubauen, die sie selbst entwirft und produziert, mit etwas, was eine Alternative zum Mangel an Baumaterial infolge der israelischen Blockade ist.

"Die Idee kam mir, als ich las, dass die Palästinenser in den 40er und 50e Jahren Asche mit Zement mischten, um Ziegel herzustellen und (damit) Mauern und Dächer zu errichten, anstatt mit Sand und Kies", sagt die 24-j. Ingenieurin gegenüber EFE.

"Wegen dem großen Mangel an Baumaterial kam ich darauf, dass Asche in Gaza zur Verfügung steht. Ebenso die Reste von verbranntem Holz, organische Abfälle und Kohle, die gewöhnlich für Strom(erzeugung) verwendet, (aber) vergeudet werden", fügt sie hinzu. Davon holt sie die Grundsubstanz heraus, der sie weitere Asche hinzufügt, die sie von den Asphaltfabriken holt, und mischt sie mit Kies und anderen Materialien wie Zement, bis sie das Ergebnis, einen "festeren, praktischen und langlebigen Ziegel" erhält, wie sie sagt. Israel verbietet die Einfuhr verschiedener Baumaterialien [...] und behauptet, sie würden zum Bau von unterirdischen Tunnels verwendet, um (Israelis) anzugreifen und zu entführen.

Die Blockade hat den Bausektor stark beeinträchtigt, tausende Häuser und Strukturen sind nach den Zerstörungen durch die israelische Offensive 2014 zerstört oder beschädigt geblieben. "Die Erfindung ist eine wirkliche Konkurrenz für die traditionellen Ziegeln", freut sich die junge Ingenieurin, die ihr Haar mit einem weißen Hijab bedeckt, ein Zeichen, dass sie aus einer konservativen Familie kommt.

Die lokalen palästinensischen Bauunternehmer und Verkäufer von Baumaterial loben die Idee, meinen aber, es sei nötig mehr zu produzieren, um den realen Bedarf zu decken, weswegen sie von den Behörden größere Anstrengungen fordern. "Ich glaube, das was Majd Masharawi gemacht hat, beeindruckend und ein großer Errungenschaft ist", schätzt Osama Abu Jaffer, Chef der Gewerkschaft der Bauunternehmer und Baumeister von Gaza, auch wenn er meint, es sei ungenügend: "Wenn wir eine Regierung hätten, die sich das Projekt von Mashrawi zu eigen machen und große Fabriken errichten würde, hätten wir angemessene Mengen an Ziegeln für den Bau."

Für die junge Gazanerin ist alles vorteilhaft, vom leichten Gewicht bis zu Qualität und Widerstandsfähigkeit, auch der "im Vergleich zu den traditionellen Ziegeln angemessene" Preis. Außerdem, sagt sie, seien sie "gut für die Isolierung von Hitze und Lärm, da der Ziegel voller kleiner Löcher ist". Mashrawi verteidigt nicht nur das Resultat, sondern den ganzen (Herstellungs) Prozess, weil er derselbe wie beim üblichen Ziegel ist, was "das Projekt besser anwendbar, einfacher und flexibler" macht, denkt sie.

"Der Preis beträgt 3 Shekel (weniger als 1 Euro), während der traditionelle Ziegel, wenn man ihn überhaupt findet, 4 Shekel kostet", erklärt Mashrawi [...]. Neben dem finanziellen Aspekt interessiert sich Mashrawi für die Umwelt und erinnert daran, dass ihr Angebot die Säuberung des Territoriums von der Asche erlaubt, die auch zur Umweltverschmutzung beiträgt. "Das Ziel ist, dass die Kunden glücklich und zufrieden sind mit einem Produkt von guter Qualität, das auch günstig für die Umwelt ist", zeigt sie sich von einer Arbeit überzeugt, bei der sie Qualität und Preis in Einklang bringen möchte.

Die Ziegel aus Asche begannen Form anzunehmen im Projekt für die Graduierung, die Mashrawi an der Ingenieursfakultät der islamischen Universität von Gaza Stadt mit dem Ziel gemacht hat, zur israelischen Blockade, die alle Lebensbereiche geschädigt hat, eine Alternative zu finden und über sie zu siegen".

Quelle    Übersetzung (leicht gekürzt): K. Nebauer  

Nach zwei Jahren noch keine Rechenschaft wegen Kriegsverbrechen gegen Kinder in Gaza
DCIP – Ramallah - 26.08.2016

Trotz erdrückender Beweise für Kriegsverbrechen, die die israelischen Streitkräfte vor zwei Jahren während der israelischen Militäroffensive im Sommer 2014 gegen Gaza begangen haben, bleiben Gerechtigkeit und Rechenschaft  für palästinensische Kinder eine Illusion. Untersuchungen von DCIP über Todesfälle palästinensischen Kindern während der 50-tägigen Militäroffensive, Operation Protective Edge genannt, zwischen dem 8. Juli und dem 26. August 2014 stießen wiederholt auf erdrückende Beweise für Kriegsverbrechen der israelischen Streitkräfte an Kindern. Nach der Dokumentationssammlung von DCIP wurden mindestens 547 Kinder während der Offensive getötet, 535 von ihnen direkt bei israelischen Angriffen.

Zu den Beweisen für Kriegsverbrechen gehörten direkte Angriffe auf Zivilisten, wahllose und unverhältnismäßge Angriffe auf zivile Wohnungen, Schulen und Wohnviertel. Obwohl israelische Behörden selektiv ihre eigenen Untersuchungen von verschiedenen Vorfällen eröffnet haben, wurde keine einzige Klage bezüglich schwerer Rechtsverstöße gegen Kinder erhoben.

"Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass die israelischen Behörden vermeintliche Kriegsverbrechen seiner Streitkräfte nach dem internationalen Recht durchgehend nicht untersuchen", sagte Ayed Abu Eqtaish, Verantwortlicher Programmdirektor von DCIP. "Untersuchungen durch das israelische Militär sind nicht unabhängig und unparteiisch und enden routinemäßig darin, dass kein Fehlverhalten gefunden wurde.

Während der Offensive richtete das israelische Militär den Fact Finding Assessment Mechanism (FFAM) ein, der Fakten von Vorfällen beurteilen sollte, die das Militär als "außergewöhnliche Vorfälle" bezeichnete.

Der FFAM ist kein unabhängiger Untersuchungsprozess, eher eine vorläufige Prüfung, die dem israelischen Military Advocate General (MAG) (Militär- Generalanwalt) als Hilfe bei der Entscheidung, ob eine Strafermittlung eröffenet werden soll, Informationen zur Verfügung stellt.

Von über 220 "außergewöhnlichen Vorfällen", die dem FFAM zur Prüfung vorgelegt worden sind, wurden nach den letzten updates des MAG in 24 Fällen eine Strafermittlung eröffnet. Von diesen Strafermittlungen wurde nur gegen drei israelische Soldaten Anklage wegen Plünderung, Beihilfe und Begünstigung von Plünderung erhoben. Die meisten Fälle wurden geschlossen, ohne dass es zu irgendwelchen Straf- oder Disziplinaraktionen gekommen wäre.

Bei einem der bekanntesten (spektakulärsten) Vorfälle waren der 10-j. Zakariya Ahed Subhi Baker, der 9-j. Ahed Atef Ahed Baker, der 9-j. Ismail Mohammad Subhi Baker und den 11-j. Mohammad Ramez Ezzat Baker, Cousins von Fischerfamilien, die am Strand von Gaza City spielten, um 4 Uhr Nachmittag am 16. Juli 2014 von einer Rakete getroffen worden. Trotz erdrückender Beweise, dass die israelischen Streitkräfte direkt auf die vier Jungen zielten und sie töteten, schloss das israelische Militär die Ermittlungen im Juni 2015 mit dem Ergebis, es habe kein Fehlvehalten der israelischen Streitkräfte gegeben.

Am 3. August 2014, traf bei einem ähnlich unverhältnismäßigen Angriff, der ein Kriegsverbrechen darstellt, eine von einer israelischen Drohne abgefeuerte Rakete nahe beim Eingangstor einer von den Vereinten Nationen geführten Schule in Rafah Männer auf einem Motorrad, tötete neun Kinder und verletzte mindestens12 weitere. Die Schule diente als Zufluchtsort für Zivilisten, einschließlich Kinder, die aus Gebieten geflohen waren, die von der israelischen Luftwaffen, Marine und der Armee bombardiert wurden.

In dieser Woche hat das israelische Militär seine Ermittlungen zu diesem Vorfall geschlossen und behauptet, es habe kein Fehlverhalten gegeben, weil die israelischen Streitkräfte "nicht in der Lage waren, in real-time die Gruppe von Zivilpersonen, die sich vor der Schule befanden, zu unterscheiden", und es sei nicht möglich gewesen die Rakete abzulenken.

Eine unabhängige Kommission der Vereinten Nationen hat im Juni 2015 dem UN-Menschenrechtsrat in Genf einen Bericht vorgelgt, der die Völkerrechtsverletzungen während der Militäroffensive 2014 eingehend beschreibt. Der Bericht, den Mary McGowan Davis, Bevollmächtigte der Unabhängigen UN-Kommission der UN zur Untersuchung des Gaza-Konflikts 2014 vorlegte, schildert eingehend das Ausmaß, in dem palästinensische Kinder durch den militärischen Angriff auf Gaza "grausam betroffen" waren. Der Bericht hebt zahlreiche Verbrechen (violations) der israelischen Streitkräfte hervor, darunter wahllose Angriffe auf Zivilisten und unrechtmäßige Luftangriffe auf Wohngebäude, aber auch Rechtsverletzungen bewaffneter palästinensischer Gruppen.

Im Januar 2015 akzeptierte die Regierung von Palästina die Jurisdiktion des internationalen Strafgerichtshofs, der sich mit den in den besetzten palästinensischen Gebieten einschließlich Ost-Jerusalem seit 13. Juni 2014 begangenen Verbrechen beschäftigt. Das Büro des Anklagevertreters eröffnete eine vorläufige Prüfung der Situation von Palästina und evaluiert laufend Angelegenheiten der Jurisdiktion (Zuständigkeit) und der Zulässigkeit (admissibility), um zu entscheiden, ob es Gründe für die Eröffnung eines Ermittlungsverfahren wegen Kriegverbrechen gibt.

Die internationale Staatengemeinschaft hat die israelischen Streitkräfte oder Amtsträger für die schweren Menschenrechtsverletzungen gegen palästinensische Kinder während der Militäroffensive von 2014 nicht zur Rechenschaft gezogen. Ohne dass sie zur Rechenschaft gezogen werden, werden palästinensische Kinder weiterhin die Hauptlast der israelischen Militäroffensiven und der überlangen militärischen Besatzung tragen.

Quelle             Übersetzung: K. Nebauer

 

Immer mehr Kinder im Gazastreifen werden zur Stütze ihrer Familien - Am Sonntag ist der Welttag der Kinderarbeit und im Gazastreifen hat sich die Zahl der arbeitenden Kinde in den letzten 5 Jahren verdoppelt und beträgt jetzt nach offiziellen Angaben etwa 9.700. - 10.06.2016

Der 11-jährige Walid war ein guter Schüler, aber jetzt, mit einem arbeitslosen Vater und drei kleinen Brüdern, sammelt er Schutt von den im Krieg zerstörten Häusern, um ihn für eine Handvoll Schekel zu verkaufen. Der 12-jährige Ibrahim Ghaben musste ebenfalls die Schule verlassen, um die neun Mitglieder seiner Familie zu ernähren.

Sie sammeln Steine, Stücke Metall, Zement und Plastik, aber der wertvollste Rohstoff ist das Blei von der Munition, die die israelische Armee verschossen hat.

Am Sonntag ist der Tag gegen die Kinderarbeit. Wenn auch die Zahl der Kinder, die gezwungen sind zu arbeiten, laut der Internationalen Arbeitsorganisation von 246 Millionen im Jahr 2000 auf derzeit 168 Millionen gesunken ist, sind die Zahlen noch immer sehr hoch.

Im Gazastreifen geschieht das Gegenteil. Die Zahl der arbeitenden Kinder zwischen 10 und 17 Jahren hat sich laut offiziellen palästinensischen Angaben in den letzten fünf Jahren verdoppelt und beträgt jetzt etwa 9.700.

Fast die Hälfte der 1,9 Millionen Einwohner des Gazastreifens lebt unterhalb der Armutsgrenze. Drei Kriege in sechs Jahren haben die Enklave zwischen Israel, Ägypten und dem Mittelmeer verwüstet.

Die von Israel und Ägypten verhängten Blockaden haben die Wirtschaft abgewürgt.

Etwa 80% der Bevölkerung ist abhängig von humanitärer Hilfe, die Arbeitslosigkeit liegt bei 45%. >>>

Es gibt keinen post-traumatischen Stress in Gaza, weil der Stress weitergeht
John Soos

PhD Vancouver - 28.1. 16 - Der Würgegriff Gazas geht 2016 ins 10. Jahr. Das Leiden aus einem Jahrzehnt der Menschenrechtsverletzungen, Armut und dreier gewaltiger militärischer Angriffe  schaffen für die Bevölkerung einen psychologischen Tribut, der nicht einzuschätzen  ist. Obdachlosigkeit, viele Todesfälle in einer einzigen Familie, schwere Verletzungen und die ständig gegenwärtige Bedrohung von neuen israelischen Bombenangriffen schaffen ein psychologisches Klima eines anhaltenden, weitergehenden kollektiven Traumatas.

Post-traumatic Stress Disorder als medizinischer Ausdruck berührt kaum das ungeheuerliche Ausmaß der lähmenden psychischen Belastung, die die Realität des täglichen Lebens hier durchdringt. Da gibt es kein  „Post“ (danach) bei einer  fortgesetzten, unerbittlichen, vielfältigen Katastrophe. Da gibt es auch keine  „Disorder“  (Verwirrung) im Sinne, dass eine intrapsychische Krankheit vorliegt, die individuelle Behandlung erfordert. Die Anormalität sind die  unverminderten Kriegsverbrechen, die der gefangenen, hilflosen, zivilen Bevölkerung Leiden zufügt. Der Rest der Welt wendet außerdem dieser politischen Gewalt seinen Rücken zu und ermöglicht so die Traumata verursachende Besatzung und andauernde Blockade.

Ärzte und Ärztinnen für psychisch Kranke in Gaza sind mehr als belastet. Von den fast 2 Millionen  Bewohnern des 360 qkm Gebiets großen Gazastreifens gibt es keine einzige Person, die nicht vielfache Traumatas hat. Ständige Trauer, Alpträume, lähmende Ängstlichkeit, Hoffnungslosigkeit bestimmen das tägliche Leben von jedem. Die Therapeuten, die die Aufgabe haben, diese Verletzungen zu heilen, sind selbst Opfer aufgrund ihres Lebens in dieser traumatischen Umwelt. Ihre Belastungen sind also doppelt:  Ihr eigenes Trauma, das sie mit ihren Patienten teilen wird noch verschlimmert, da sie wiederholt dem klinischen Material ihrer Patienten ausgesetzt sind.

Als klinischer Psychologe aus Vancouver  schloss ich mich  der Delegation der Washingtoner Ärzte für soziale Verantwortung in Gaza an, um das nachempfundene zweite Trauma, das die psychosozialen Fachkräfte zu bewältigen haben, anzusprechen. In einem  Workshop von zehn Therapeuten waren von vieren die Häuser zerstört worden, und drei sprachen davon, dass ihre Familienangehörige im Massaker im Sommer 2014 getötet worden waren. Von diesen traumatischen Verlusten überlagert entfalten sich die schmerzlichen Ereignisse  ihrer Patienten  den ganzen Tag und die Größe der Bürde für die Psychologen wird verdeutlicht.

Das Ziel unserer  Seminarübung war, Kenntnisse über die Burnout-Prävention und die entsprechende Fachliteratur über Traumata und  psychische Belastbarkeit zu vermitteln.

Die Kognitive Verhaltenstherapie, Selbsthypnose, das Tagebuch-Schreiben und die Peer-Überwachung zur beständigen sozialen Unterstützung waren unter den therapeutischen Fähigkeiten, die besprochen wurden. In einem  Versuch, das Material kulturell relevant und subjektiv aussagekräftig zu halten, wurde ein Entspannungsskript in arabischer Sprache für jeden Teilnehmer kreiert, indem man persönlich erzeugte heilende Bilder benutzte. Die Visualisierung wurde dann von jedem Therapeut auf ihren Handys aufgezeichnet , um als maßgeschneiderte „tragbare“ Stressbewältigungsstrategie abrufbar zu sein. Widerstand gegen Unterdrückung wurde als adaptive Copingstrategie (Verarbeitung eines schlimmen Ereignisses) konzipiert, war ein psychologischer Weg, um Hoffnungslosigkeit entgegenzuwirken und die Belastbarkeit zu fördern angesichts eines Leids – sowohl für den Therapeuten, als auch für den Patienten. Das Gegenteil ist auch wahr. Die Selbstsorge zu praktizieren fördert die Belastbarkeit, was auch Widerstand bedeutet. („Ich werde meine psychische Gesundheit (Verfassung) trotz all eurer Versuche, mich und meine Kultur zu zu vernichten, bewahren.“)

Es dauerte nicht lange, um eine vertrauensvolle Umgebung zu schaffen, so dass die Menschen Einzelheiten ihrer eigenen traumatischen Erfahrungen miteinander teilen konnten. Wir arbeiteten mit diesem Material als Weg, um den therapeutischen Wert der Peer-Unterstützung (Gruppen-Unterstützung) zu gestalten, um neue klinische Methoden zu lernen und zu helfen, sich kognitiv  zu integrieren und im Gegenzug etwas von dem akkumulierten emotionalen Leid zu lösen, das das Leben und Arbeiten hier mit sich bringt. Wir planen, über Skype weiter zusammenzuarbeiten.

Ich lernte viel von meinen palästinensischen Kollegen aus der Psychiatrie und bin dankbar, diese außergewöhnliche Gruppe getroffen zu haben. Möge die Zeit bald kommen, wo die Quelle dieses Traumas versiegt und wir beginnen können, ehrlich über die Heilung von post-traumatischen Verletzungen zu sprechen.  http://mondoweiss.net/2016/01/there-is-no-post-traumaic-stress-is-   ( Dt .E. Rohlfs –I. Gelsdorf)

Gaza spricht: Das hat die 10-Jahre andauernde Blockade uns angetan - 6. 2. 2016 - Ramsy Baroud (mit Berichten von Yousef Aljamal in Gaza) - 26.01.2016 - Immer, wenn Mariam Aljamals Kinder in der Nacht das Donnergeräusch hören, nässen sie das Bett. Sie reagieren ganz instinktiv, und so geht es vielen Kindern im Gazstreifen.

Mariams drei Kinder – Jamal, Lina und Sarah – sind alle ein paar Jahre nach der Verhängung der Blockade über den Gazastreifen (2006) geboren, und sie alle haben zumindest einen israelischen Krieg erlebt.


"Meine Kinder fürchten sich, wenn der Strom ausfällt, und das ist die meiste Zeit so",  sagt die 33 Jahre alte Mutter vom Nuseirat Flüchtlingscamp, die einen Abschluß in Kommunikationswissenschaften hat und zur Zeit ihren MA anstrebt. "Sie leben noch das Trauma der Offensive von 2014. Der Krieg sucht meine Familie noch immer heim, das Leben ist für uns sehr schwer geworden."


Nach Jahren der Arbeitssuche sucht Mariam noch immer Arbeit. Die Arbeitslosigkeit im Gazastreifen ist laut Weltbank die höchste in der Welt.
Die Blockade wurde stufenweise über den Gazastreifen verhängt, beginnend mit Januar 2006, als die Hamas die Parlamentswahlen in den besetzen Gebieten gewann. Sofort wurden Spendergelder zurückgehalten, und die neue Regierung konnte die Gehälter ihrer Beschäftigten nicht zahlen. Gängige Meinung war damals, dass die neue Regierung bald zusammenbrechen und die Fatah, die Rivalin der Hamas, schnell die Kontrolle über die Palästinensische Autonomiebehörde übernehmen würde.


Die israelische Hoffnung, die von den USA unterstützt und vom Präsidenten der PA, Mahmud Abbas, und vielen in seiner Partei geteilt wurde, erfüllte sich nie. Um den geplanten Kollaps zu beschleunigen, begann Israel mit sporadischen Bombardements des Gazastreifens und inhaftierte viele der gewählten Parlamentsabgeordneten, was gekoppelt mit Streitigkeiten zwischen Fatah und Hamas schließlich im Sommer 2007 zu Straßenschlachten führte.


Damals wurde die Blockade umfassend, jetzt besteht sie schon 10 Jahre. In dieser Zeit hat die Fatah die Kontrolle über >>>

16. 01. 2016

Die Kinder von Gaza wachsen mit dem Trauma auf - Isra Saleh El-Namey - 14.01.2016 - Mansurs Mutter hat lange Zeit gebraucht, um mit der wechselnden Persönlichkeit ihres 12-jährigen Sohnes zurecht zu kommen. Mansur, der früher ein sehr guter Schüler war, ist aggressiv und ungehorsam geworden. Er ist nicht mehr so gut in der Schule, sagt seine Mutter, und er leidet an nächtlichen Albträumen. Mansurs Mutter kann seine Veränderung auf den Krieg Israels von 2014 datieren.

"Vorher war er ein sehr guter Schüler. Er war immer ein fröhlicher Junge", erinnert sie sich. Während des Angriffs musste die Familie ihre Wohnung verlassen und in einen Schutzraum der UN ziehen, eine Schule, die dann auch bombardiert wurde. Seit damals, erzählt Mansurs Mutter Electronic Intifada, ist er in der Schule und zu Hause lieber allein. Er hat auch angefangen, das Bett zu nässen.


"Bei lauten Geräuschen wie dem Donner erschrickt er sehr leicht", sagt seine Mutter, die wie andere Familienangehörige, die dazu interviewt worden sind, nicht namentlich genannt werden will, um ihre Privatsphäre zu schützen. Das sind klassische Zeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD), allerdings werden medizinische Fachleute des Gaza Communitiy Mental Health Care Program (GCMHP) nicht müde zu betonen, dass es in Gaza kein "post" gibt. GCMHP, Gazas bestbekannter Behandlungsservice für psychische Gesundheit, wurde 1990 gegründet und hat seit dem Angriff von 2014 einen starken Anstieg der Zahl von Kindern und Erwachsenen mit PTSD verzeichnet.
 
Psychologische Erste Hilfe
- Laut Dr. Yasser Abu Jamei, Direktor der Organisation, wurde in den sechs Monaten nach dem Krieg bei 51% der Kindern, die Leistungen des GCMHC erhielten, PTSD diagnostiziert.


"Seit dem Krieg waren die Leute so davon in Anspruch genommen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, dass sie ihr psychisches Wohlbefinden vernachlässigt haben", sagte Zahia Al-Qarra, ein Fachmann für psychosoziale Behandlung, The Electronic Intifada.


Die ganze Bevölkerung ist betroffen von dem enormen Stress während der 51 Tage von Bombardierungen – ebenso wie während der beiden großen Kriege der letzten neun Jahre – und der neun Jahre dauernden Blockade durch Israel, die noch immer den Großteil des (nötigen) Wiederaufbaus verhindert, sagte Al-Qarra.


Untersuchungen aus der Zeit vor dem Angriff von 2014 zeigten bereits ein hohes Niveau von PTSD in der Bevölkerung von Gaza als Folge früherer Kriege und Traumen.


In dieser Situation haben Fachkräfte für die psychosoziale Behandlung zu kämpfen, um Schritt halten zu können. "Unsere Arbeit besteht darin, den Betroffenen psychologische Erste Hilfe zu geben", sagte Al-Qarra. GCMHP hat besonders den Kindern Aufmerksamkeit geschenkt. Sie haben einen alarmierenden Anstieg der Zahl von Kindern mit ein oder mehreren Symptomen von PTSD registriert, Aufmerksamkeitsdefizite, Schlafwandeln, Gedächtnisstörungen, nächtliche Albträume und andere Angststörungen. >>>>

 


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