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Wir werden uns der Realität gegenüber sehen, dass Israel weder unschuldig noch (für Juden) erlösend ist.
Wir als Juden haben genau das verursacht, was wir historisch erlitten haben: eine Flüchtlingsbevölkerung in der Diaspora.“
 
Martin Buber, Jewish Philosopher, addressed Prime Minister Ben Gurion on the moral character of the state of Israel with reference to the Arab refugees in March 1949
 


 

Zitate 31 zu Israel / Palästina
(Juli 2012)

  

 

Radikal-zionistische Stimmen

 

Inschrift auf dem Grabstein des Massenmörders Dr. med. Baruch Goldstein, der am 25. Februar 1994 29 betende Palästinenser in der Moschee von Hebron erschoß und über hundert zum Teil schwer verletzte, bis seine Maschinenpistole eine Ladehemmung hatte und er von überlebenden Palästinensern erschlagen wurde:

"Hier ruht der Heilige Dr. Baruch Kappel Goldstein, gesegnet sei das Andenken dieses aufrichtigen und heiligen Mannes, möge der Herr sein Blut rächen, der seine Seele den Juden, der jüdischen Religion und dem jüdischen Land geweiht hat. Seine Hände sind unschuldig und sein Herz ist rein. Er wurde als Märtyrer Gottes am 14. Adar, Purim, im Jahre 5754 (1994) getötet."

Das Grabdenkmal befindet sich in der Siedlung Kirjat Arba bei Hebron. Schulklassen werden auf Kosten der Regierung zu diesem Denkmal für einen Massenmörder gefahren, um dort zu beten. (Quelle: Buch des Rupert Neudeck "Ich will nicht mehr schweigen - Über Recht und Gerechtigkeit in Palästina")

 

Andere jüdische Stimmen:

 

Nurit Peled-Elhanan, Professorin an der Hebräischen Universität in Jerusalem, zum 45. Jahrestag der Besatzung am 9. 6. 2012:

 "Wir sind alle Untertanen eines kolonialistischen Regimes, das Aneignung von Land- und Wasserreserven, ethnische Säuberung, Zerstörung der Landschaft und des menschlichen Geistes einschließt. ... Der Staat Israel, offiziell als Apartheidstaat bezeichnet, ... Der ganze Sinn und Zweck der israelischen Bildung ist, die Kinder zu gehorsamen Soldaten der israelischen Besatzungsmacht zu erziehen. ... Wir fühlen den Schmerz der Eltern des einen gefangenen jüdischen Soldaten und lassen den Schmerz der Eltern von Tausenden verhafteter palästinensischer Kinder nicht an uns heran, von Eltern, die jahrelang ihre gefangenen Kinder im Gefängnis nicht besuchen dürfen, weil der geforderte Preis für den Besuch Zusammenarbeit mit den Bedrückern bedeutet. Wir ignorieren das Leiden der Kinder im Gazastreifen, die am Rande des Todes leben, als Opfer schlechter Ernährung und dem Mangel an medizinischer Versorgung, ohne Strom, ohne Wasser, ohne Recht auf Bildung und Lebensunterhalt, ohne Chance und ohne Hoffnung."

... Schon Kindergartenkinder, die vor ein paar Monaten aus Äthiopien hierher kamen, wissen schnell, wen sie hassen und wen sie fürchten sollen. Ihnen wurde Terror und Furcht vor "den Arabern", die sie nie gesehen haben, eingeimpft. Sie waren sicher, dass es die Araber waren, die den Tempel verbrannten, die die Juden in Deutschland ermordeten, die sie verhafteten, die überall auf der Lauer lagen."

- Frau Peled-Elhanan verlor ihre 13jährige Tochter bei einem palästinensischen Selbstmordanschlag. Gemeinsam mit palästinensischen Eltern, deren Kinder von israelischen Soldaten getötet wurden, setzt sie sich für ein Ende der Besatzung ein, weil diese die Ursache allen gegenseitigen Tötens ist.

 

Der israelische Historiker und Journalist Gershom Gorenberg, Autor des Buches "The Unmaking of Israel" in der ZEIT: "Doch der eigentliche Schlüssel zur Bewahrung der israelischen Demokratie liegt darin, dass Israel seine Herrschaft über das Westjordanland aufgibt. Eine bindende Zwei-Staatenlösung würde nicht nur einen palästinensischen Staat schaffen - sie würde auch den jüdischen Staat mit neuem Leben erfüllen. Endlich besäße Israel wieder klare Grenzen. Es würde nicht mehr über ein Gebiet herrschen, in dem manche Menschen Bürger sind und andere entrechtet. Das Zerbröseln der Rechtsstaatlichkeit als Ergebnis der Siedlungspolitik hätte ein Ende. ... Sehr zum Schaden Israels zieht es der Premierminister vor, den gefährlichen Status quo zwischen Israel und den Palästinensern aufrechtzuerhalten. Für Benjamin Netanjahu ist es politisch nützlich, wenn sich die internationale Diskussion über Israel weiterhin fast vollständig um den Konflikt mit dem Iran dreht - in Israels Interesse ist dies nicht."

 

"Damit Käufer sich gegen Produkte aus den Siedlungen entscheiden können, müßten die gekennzeichnet werden. In der EU, Israels wichtigstem Handelspartner, scheitert das vor allem am Widerstand deutscher Regierungsstellen." - Der jüdisch-orthodoxe amerikanische Politikwissenschaftler Peter Beinart, u. a. Autor des Buches "The Krisis of Zionisme" (Quelle: Stern 16/2012, Seite 118)

 

Der frühere Sprecher der Knesset, Avram Burg, in der Neuen Züricher Zeitung am 14. 6. 2012:

"Ich habe entschieden, keine Produkte aus Siedlungen zu kaufen. ... Die falsche Deklarierung von Produkten aus Siedlungen als "made in Israel" zu verhindern und ihre Vorzugsbehandlung bei Zutritt in Europa zu blockieren, scheinen symbolische und kleine Schritte zu sein. Allerdings stellen sie angesichts der gegenwärtigen Umstände einen Riesensprung für die Friedensbemühungen im Nahen Osten dar. ... Aber das israelische Volk ist blind, seine Ohren sind taub und seine Führer schlaff und schwach. Dies ist genau eine der Situationen, in denen Gesellschaften dringend Rückmeldungen und Interventionen von außen benötigen: um die Absurdität der Lage zu spiegeln und die Aufmerksamkeit auf den großen Schaden zu lenken, den menschliche und politische Blindheit anrichtet. Um Israel zu sagen, daß es unmöglich ist, als einzige Demokratie im Nahen Osten behandelt zu werden, während es gleichzeitig die letzte Kolonialmacht in der westlichen Welt ist. Es ist weder antisemitisch noch antiisraelisch, diese Botschaften laut zu verkünden. Im Gegenteil: Die Siedler, die Besetzer und ihre politischen Verbündeten - einschließlich des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu - sind die  wahren Feinde von Israels Zukunft."

 

"Die ganze Daseinsberechtigung der Siedlungen ist, die Araber aus dem Land zu jagen und das ganze Land Kanaan in einen jüdischen Staat zu verwandeln. Inzwischen führen ihre Stoßtrupps Pogrome gegen die arabischen "Nachbarn" durch und zünden Moscheen an. Diese Fundamentalisten haben jetzt einen sehr großen Einfluß auf unsere Regierungspolitik und ihr Einfluß wächst. ... Aber machen wir keinen Fehler: wenn sie das Land von Nicht-Juden gesäubert haben, wird der nächste Schritt der sein, Israel in einen "halachischen Staat" zu verwandeln - in ein Land, das nach dem religiösen Gesetz regiert wird, und alle demokratisch erlassenen säkularen Gesetze, die nicht mit dem Wort Gottes und seinen Rabbinern konform gehen, werden aufgehoben." - Der Israeli Uri Avnery in "Unsere muslimischen Brüder" vom 23. Juni 2012

 

Der israelische Journalist und Friedensaktivist Uri Avnery am 14. April 2012 in seinem Kommentar zu den Reaktionen auf das Grass-Gedicht:

"Für mich ist diese extreme Art von Philosemitismus nur eine verborgene Art von Antisemitismus: beide haben im Wesentlichen einen Glauben gemeinsam: Juden - und deshalb auch Israel - sind etwas Besonderes, die nicht mit denselben Standards gemessen werden dürfen wie andere.

Was ist ein Antisemit? Jemand, der einen Juden haßt, nur weil der Jude ist. Er haßt ihn nicht für das, was er als Mensch ist, sondern für seinen Ursprung. Ein Jude mag gut oder böse sein, freundlich oder widerwärtig, reich oder arm - allein dafür, daß er jüdisch ist, muß er gehaßt werden. ... Der Terminus "Antisemitismus" wurde von einem Deutschen (ein paar Jahre vor dem Terminus "Zionismus" und "Feminismus") erfunden, und Antisemitismus war die offizielle Ideologie der Deutschen während der Nazijahre. Jetzt ist die offizielle Ideologie Philosemitismus, der ins andere Extrem geht." -

 

"Die deutsche Presse stellt sich eindeutig in den Dienst des terroristischen Systems in Israel und duldet keine Israel-kritischen Beiträge. Israel will alles, nur keinen Frieden. Israel hat sich schon lange aus der demokratischen Welt verabschiedet und stellt eine Gefahr für den Weltfrieden dar. Die israelische Regierung ist ein rassistisch-faschistisches, terroristisches System. Frieden wäre sofort möglich, wenn sich Israel an die UN-Resolutionen halten und hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen würde." - Evelyn Hecht-Galinski bei einer Publikumsdiskussion im Mai 2012 in Schopfheim.

 

"Auf jeden Fall kann sich Israel einer zweifelhaften Ehre rühmen: es ist der rassistischste Staat in der entwickelten Welt." - Der Israeli Sami Michael in einem Vortrag über die Diskriminierung von Juden aus arabischen Ländern und anderer Gruppen in der israelischen Gesellschaft. Er beschrieb, daß auf einem Schulhof in Tel Aviv ein Trennungszaun errichtet wurde, um den Kontakt zwischen "reinen" Ashkenazi-Mädchen und den "unreinen" Mishra-Mädchen zu verhindern. Für beide Gruppen gab es auch unterschiedliche Schuluniformen.

 

"Wir werden uns der Realität gegenüber sehen, daß Israel weder unschuldig noch (für Juden) erlösend ist. Wir als Juden haben genau das verursacht, was wir historisch erlitten haben: eine Flüchtlingsbevölkerung in der Diaspora" - Der jüdische Philosoph Martin Buber im März 1949 an den israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion.

 

Der Israeli Sami Michael im 2. Teil seines Vortrags "Ein Immigrant in seinem eigenen Land" am 28. 6. 12 in Haifa:

"Dreimal machten wir den Sinai zu einem Friedhof für ägyptische Soldaten. Wir schleiften Beirut bis zu seinen Grundmauern und besetzten es. Wir vernichteten die jordanische Armee. Wir warfen in den letzten 45 Jahren fast die ganze palästinensische kämpfende Intelligenz in israelische Gefängnisse. Für jeden getöteten Juden der letzten drei Generationen mußten zehn Palästinenser ihr Leben lassen. ... Ein junger Mann, der in einem Flüchtlingslager in elender Armut lebt, ist bereit, einen heldenhaften Tod zu sterben. Er hat nichts zu verlieren. ...

Lassen wir uns nicht täuschen, die Kultur in Israel ist seit langem vergiftet - nicht weniger als der extremistische Strom innerhalb des Islam. Vom Kindergarten bis ins hohe Alter nähren wir die Seelen unserer Kinder mit jeder Menge Hass, Verdacht und Abscheu gegenüber Fremden und besonders gegen Araber. Die Stimme einer geistig gesunden Kultur schwindet dahin. Die Autoren des faschistischen Buches, das den Mord an Arabern predigt, (Des Königs Torah) entkamen einer Anklage wegen Aufstachelung zu Rassismus und Gewalt. ...Im heutigen Israel schwellen die Knospen des geistigen und kulturellen Faschismus. ... Ich definiere mich noch immer als israelischer Patriot, aber eines niedergehenden Israels, das seinen Rücken den Werten des Humanismus und den Menschenrechten zukehrt, kann für mich nicht eine geistige Heimat sein."

 

Uri Avnery in seinem Kommentar vom 14. Juli 2012 über den früheren israelischen Ministerpräsidenten Yitzak Shamir: "Seine andere große Leistung war, daß er Juden daran hinderte, die USA zu erreichen. Als die sowjetische Führung Juden erlaubte, auszuwandern, wollten fast alle direkt in die USA. Shamir überzeugte das Weiße Haus, sie sollten die Tore der USA schließen, und so mehr als eine Million russischer Juden zwingen, nach Israel zu kommen, (wo sie jetzt die Ränge der extremen Rechten anwachsen lassen)“.

 

Adam Keller, Sprecher der israelischen Friedensbewegung Gush-Shalom, in seiner Presseerklärung vom 10. Juli 2012:

"Der Internationale Gerichtshof, der der höchste Interpret des Internationalen Rechts / Völkerrechts ist, bestimmte 2004 eindeutig, daß die Westbank (das Westjordanland) tatsächlich besetztes Gebiet sei; daß Israel keine Siedlungen oder Grenzzäune innerhalb dieses Gebietes bauen dürfe. Die Vierte Genfer Konvention, die Israel unterzeichnet hat, stellt besonders fest, daß eine Besatzungsmacht nicht berechtigt ist, seine eigenen Bürger in den besetzten Gebieten anzusiedeln, ungeachtet dessen, ob es privates oder Staatsland ist."

 

Der jüdische Lyriker Erich Fried in seinem Gedicht „Das Bittere“:

Glaubst du es ist sehr leicht / zu rufen in alle vier Winde / daß einige meiner Verwandten / die der SS entgingen / das Tun ihrer Mörder / zu ihrem Vorbild nahmen? / Ich sage das fast so ungern / wie du es hörst /

 

Andere Stimmen.

 

Der frühere Bundeskanzler Helmut  Schmidt im Gespräch mit dem jüdischen Historiker Fritz Stern: "Hier wagt kaum einer, Kritik an Israel zu üben, aus Angst vor dem Vorwurf des Antisemitismus." Dabei sei Israel ein Staat, der durch seine Siedlungspolitik auf der Westbank und länger schon im Gazastreifen eine friedliche Lösung praktisch unmöglich macht.  "Deutschland hat eine besondere Verantwortung dafür, dass solche Verbrechen wie der Holocaust sich niemals wiederholen. Deutschland hat keine Verantwortung für Israel." (Quelle: Der SPIEGEL 23/2012, Seite 32)

 

" "Die Bedrohung der Existenz Israels" stellt sich ... als ein Popanz heraus, den Tel Aviv, Washington und Berlin mit großem propagandistischem Aufwand aufgebaut haben. Im Ergebnis legitimieren die USA und Deutschland auf jeden Fall Israels Besatzungsmacht und dessen Monopol an Atombomben. So gesehen, erklärte Angela Merkel im März 2008 in der Knesset nicht Israels Sicherheit, sondern eben dessen Besatzungsmacht und nukleares Monopol, letztlich das zionistische Ziel "Erez Israel", zur deutschen Staatsraison. Ein berechtigtes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung Israels wird aber nicht durch nukleare Erst- und Zweitschlagskapazität und eine Sicherheitspolitik gegen die Staaten im Mittleren und Nahen Osten, sondern durch eine Sicherheitspolitik hergestellt, die mit diesen Staaten gemeinsam aufgebaut wird. Es ist hohe Zeit für die Vorbereitung einer Konferenz für Kooperation und gemeinsame Sicherheit im Mittleren und Nahen Osten nach dem Muster der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa 1975. "

Prof. Mossen Massarat in einer Analyse "Ist Israels Existenz bedroht?". (M. Massarat stammt aus dem Iran und war Professor für Politik und Wirtschaft an der Universität Osnabrück mit den Forschungsschwerpunkten Mittlerer und Naher Osten, Energie, Friedens- und Konfliktforschung. Außerdem war er Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Heinrich Böll-Stiftung.)

 

"Die nachhaltigste Sicherheitsgarantie für Israel wäre ein gerechter Frieden mit den Palästinensern. Dazu müßte sich zunächst die pragmatische Mehrheit in Israel von den radikalen Siedlern lossagen." - Akbar Mohabat in seinem Leserbrief im SPIEGEL 24 / 2012.

 

"Die Bundesregierung hat mit der weiteren Lieferung der U-Boote eine große Chance verschenkt, um auf Israel einen wirksamen Druck auszuüben. Damit hat Israel Mittel frei für den Siedlungsbau, den Deutschland somit indirekt fördert." - Karl Heinz Thierstein in seinem Leserbrief im Spiegel 24/2012

 

Zusammenstellung der Zitate: S. Ullmann

 

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