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Wir werden uns der Realität gegenüber sehen, dass Israel weder unschuldig noch (für Juden) erlösend ist.
Wir als Juden haben genau das verursacht, was wir historisch erlitten haben: eine Flüchtlingsbevölkerung in der Diaspora.“
 
Martin Buber, Jewish Philosopher, addressed Prime Minister Ben Gurion on the moral character of the state of Israel with reference to the Arab refugees in March 1949
 


 

 Zionistische Stimmen:  Zitate 21  
(März  2011)

 

 

Zionistische Stimmen:

 

"Tod den Arabern" schrieb die Givati Brigade der israelischen Armee bei ihrer Invasion in den Gazastreifen im Januar 2009 im Haus der Familie al-Sammouni an die Wand. Quelle: Bericht "Operation Gegossenes Blei - Israel/Gaza" von amnesty international

 

„Als ein (linker) israelischer General vor 65 Jahren gefragt wurde, wie er die arabische Welt sieht, antwortete er "Durch das Fadenkreuz meines Gewehrs" “. – Der israelische Journalist Uri Avnery in seinem Kommentar vom 19. 2. 2011 "Der Geist ist aus der Flasche".

 

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, am 27. Januar 2011 zur Sarrazin-Debatte: "Dass aber Menschen derart herabwürdigend und respektlos behandelt werden, darf nicht sein. ... Aus unserem jüdischen Erbe heraus treten wir stets für Minderheiten ein. Schließlich wissen wir aus eigener Erfahrung, wie schlimm es ist, als Minderheit diskriminiert zu werden." (Quelle: Jüdische Zeitung) - Aber gegen die Diskriminierung der Palästinenser mit israelischer Staatsbürgerschaft oder unter israelischer Besatzung  erhebt der Zentralrat natürlich nicht seine Stimme.

 

Kommentar des früheren israelischen Botschafters Zvi Mazael am 28. Januar 2011 zu den Demokratiebestrebungen in Ägypten: " Dies ist sehr schlecht für die Juden, sehr schlecht." - Quelle: Ilan Pappe, israelischer Historiker, in seinem Beitrag vom 14. 2. 11 "Die "einzige Demokratie im Nahen Osten" wünscht keine Gesellschaft".

 

Andere jüdische Stimmen

 

Evelyn Hecht-Galinski in ihrem Kommentar vom 27. 1. 2011: "Meine Erkenntnis, schon seit langem: "Israel will keinen Frieden"."

 

Die israelische Friedensbewegung Gush Shalom im Januar 2011: "Wir haben einen Partner für Frieden. Die Palästinenser dagegen haben keinen Partner für Frieden."

Und in einem Inserat am 18. 2. 2011: "

 

"Das ägyptische Volk

Kämpft tapfer für die Menschenrechte.

 

Die israelische Knesset

Kämpft tapfer darum,

die Menschenrechte abzuschaffen."

 

Der israelische Historiker Tom Segev in einem Spiegel-Interview über die Bedeutung  der arabischen Revolutionen: „Wenn die Region wirklich demokratisch wird, dann bliebe hier ein undemokratischer Fleck zurück – schwer vorstellbar, daß die Welt, vor allem die arabische, das tolerieren würde. Netanjahu hält an seiner alten Position fest: Er will keinen palästinensischen Staat, er will die Siedlungen und die besetzten Gebiete nicht aufgeben. Druck aus dem Ausland ist der einzige Weg, etwas zu ändern.“

 

Reiner Bernstein in der Jüdischen Zeitung (JZ), März 2011: "Bislang war im Hinblick auf den israelisch-palästinensischen Konflikt regelmäßig kolportiert worden, dass die Amerikaner und die deutschen Bundesregierungen als diplomatische Bremser zugunsten der Politik Jerusalems aufgetreten seien. Inzwischen jedoch hat es die israelische Politik geschafft, was manche ihrer Diplomaten seit längerem befürchteten: Der wichtigste Verbündete nach den USA geht auf Abstand. Auf Dauer kann Berlin den Aufbruch im arabischen Raum nicht in den höchsten Tönen preisen und gegenüber der israelischen Politik und der gebrechlichen Basis ökonomischer Erfolge in der Westbank ohne politische Fortschritte die Augen verschließen." ...

"Dass Shimon Peres in Madrid die arabischen Bestrebungen nach Demokratie und Freiheit würdigte, ohne mit einem Wort auf die Politik seiner Regierung gegenüber den Palästinensern in Israel und in den besetzten Gebieten einzugehen, ist keine herbe Enttäuschung, sondern bezeichnend. Die ungebremste Militanz der religiösen Siedlerbewegung sowie die Koalition Netanjahus mit Rechtsextremisten scheint den Präsidenten nicht zu beunruhigen. Die Wege zur Demokratie und zur Rechtsstaatlichkeit scheinen in Teilen der arabischen Welt weniger steinig zu sein als die Rückkehr zu einer politischen Aufbruchstimmung in Israel."

 

Der frühere israelische Botschafter Avi Primor in seinem Buch "Terror als Vorwand":

"Das Problem des globalen Terrorismus kann man nicht von dem Nahostkonflikt trennen, der nun seit mindestens 55 Jahren andauert." ... "Man kann den Terror nicht weiter als Vorwand für die Fortsetzung der Besatzung und des Herrschens über eine andere Bevölkerung benutzen. Man muß ihn zwar bekämpfen, aber gleichzeitig eine glaubwürdige Lösung finden - im Einklang mit den Palästinensern." ... "Wir müssen für einen bilateralen Friedensprozess sorgen. Und wenn wir in die Alltagsrealität blicken, müssen wir feststellen, dass es nur einen Faktor gibt, der heute einen Friedensprozess beziehungsweise einen Friedensvertrag durchsetzen kann, und das sind die Vereinigten Staaten."

                                                                                                                          

 

Rolf Verleger berichtet in seinem Buch "Israels Irrweg - Eine jüdische Sicht" von zwei Interviews zum 11. 9. 2001, in denen der spanische Ministerpräsident Zapatero und die deutsche Bundeskanzlerin Merkel gefragt wurden, wie der Terrorismus zukünftig zu bekämpfen sei. Zapatero benannte das ungelöste Palästina-Problem als wichtigste Quelle des Terrorismus, das beseitigt werden müsse. Frau Merkels Antwort war, die Bundesregierung intensiviere ihre Anstrengungen zur guten Ausbildung der Polizei in Afghanistan. Hierzu Rolf Verleger: "Und so kann Israel die ärgsten Untaten begehen, kann in Gasa den Flughafen zerstören, das Auslaufen von Schiffen verbieten, das Elektrizitätswerk zerbomben, die Wasserversorgung kleindrehen, Hunderte von Menschen inklusive Frauen und Kindern erschießen, mit Panzern die Straßen plattwalzen, den Grenzübergang schließen, wenn Obst und Gemüse exportiert werden sollen, die Fabrik zerbomben, die Tausenden Menschen Arbeit gab, - all dies unter dem Stichwort Terrorbekämpfung, aber das offizielle Deutschland wird dazu nichts sagen."

 

Rolf Verlegers Religionslehrer sagte schon im Jahre 1967: "Bisher seien jüdische Religion und Zionismus überwiegend getrennt voneinander und sogar in Gegnerschaft verharrt. Nun aber, da der zionistische Staat durch militärische Mittel die Klagemauer, als Relikt des Tempels, in jüdische Hände gebracht habe, ebenso die "heiligen" Gräber der Vorväter in Hebron und Rachels Grab in Bethlehem, bestehe die Gefahr, dass sich Nationalismus und die rückwärtsgewandten Teile der Orthodoxie zusammenschlössen und sich eine klerikal-faschistische Ideologie herausbilde." - Genauso ist es geschehen!

 

"Was nach der Ermordung vieler Kopten für Ägypten bemerkt wurde, gilt mehr noch für Israel: Die sektiererische Spaltung bedroht das Gemeinwesen. Bereits in den 1990er Jahren wurde ein "religiöser Totalitarismus" und eine "tödliche Mischung aus Religion und Politik" beklagt, die in Israel schneller vonstatten gehe als in Khomeinis Iran.

Obwohl wir, so Martin Buber vor mehr als achtzig Jahren, die Einwanderer sind und die Araber die landansässige Bevölkerung, wird von letzteren die Anpassung an ihnen fremde und kulturelle Normen verlangt. ... Die internationale Resignation bedeutet die schwerste Bürde für eine Zweistaatenlösung. ... Auswärtige Appelle an die Vernunft haben längst ihren Wert eingebüßt." - Reiner Bernstein in der Jüdischen Zeitung,  Februar 2011.

 

Der 93 Jahre alte Stéphane Hessel in seinem Manifest "Empört Euch" in dem Kapitel "Für einen Aufstand in Friedfertigkeit": "Ich habe - nicht als Einziger - bemerkt, wie die israelische Regierung reagiert, wenn die Bürger von Bil'in jeden Freitag gewaltlos, ohne Steine zu werfen, an die Mauer gehen, die der Gegenstand ihres Protestes ist. Die israelischen Behörden haben diesen Marsch als "gewaltlosen Terrorismus" charakterisiert. Nicht schlecht ... Um Gewaltlosigkeit terroristisch zu nennen, muß man schon in der Lage der Israelis sein." ... "Der Gaza-Bericht von Richard Goldstone vom September 2009 sollte Pflichtlektüre sein. In ihm klagt Richard Goldstone, selber Jude und bekennender Zionist, die israelische Armee an, während ihrer dreiwöchigen Operation "Gegossenes Blei" Akte begangen zu haben, "die mit Kriegsverbrechen und vielleicht, unter bestimmten Umständen, mit Verbrechen gegen die Menschlichkeit vergleichbar sind."

 

„Israels Ansehen in der Welt sinkt tatsächlich ständig weiter, aber nicht aufgrund eines weltweit geplanten Anschlags, bei dem sich „Antisemiten“ und „selbsthassende Juden“ vereinen. Unser Ansehen sinkt, weil wir auf der falschen Seite der Geschichte stehen.

Israel hat seit Jahrzehnten ein Besatzungsregime aufrecht erhalten. Es fährt damit fort, ein anderes Volk zu beherrschen und zu demütigen. Ideologisch und praktisch liegt es in der mentalen Welt des 19.Jahrhunderts, wohingegen der Rest der Welt zum Leben im 21.Jahrhundert startet. Israels Politik ist schlicht und einfach anachronistisch.“ –

Uri Avnery in seinem Kommentar „Die falsche Seite“ vom 05.03.2011.

 

Andere Stimmen

 

Die diesjährige, von der britischen BBC in Auftrag gegebene Befragung von 28 000 Menschen in 27 Ländern zum Einfluß von 16 Nationen auf die Welt ergab, daß 65 % der Deutschen, 66% der Briten und  66 % der Spanier, also 2/3 der Befragten in diesen Ländern der Meinung sind, daß Israel einen negativen Einfluß auf die Welt ausübt. Selbst in den  USA waren 41 % dieser Ansicht mit einem Anstieg von 10 Punkten gegenüber dem Vorjahr. In Kanada äußerten 52 % und in der Türkei sogar 77 % , daß Israel einen schlechten Einfluß auf die Welt hat.

In der Beliebtheitsskala lag Israel am unteren Ende, gefolgt nur von Pakistan, Nordkorea und dem Iran. Deutschland belegte den ersten Platz. (Quelle: www.haolam.de)

 

Bei der gleichartigen Befragung im Jahre 2009 lag  Israel noch hinter dem "Schurkenstaat" Nordkorea. Schlechter bewertet wurden nur noch Pakistan und der Iran, der das Schlußlicht bildete. (Quelle: www.deutschlandwoche.de)

 

Diese Ergebnisse zeigen, daß die Mehrheit der Menschen - trotz aller Propaganda der Israel-Lobby und der israelhörigen Medien - recht gut informiert ist. In Anbetracht der Fakten: Angriff auf den Gazastreifen und auf die Hilfsflottille, fortdauernde völkerrechtswidrige Blockade des Gazastreifens, Landraub durch Mauerbau und Siedlungen, Apartheidsstraßen nur für jüdische Israelis, brutale Unterdrückung gewaltloser Demonstrationen, Verweigerung eines Palästinenserstaates etc. ist die negative Bewertung Israels durchaus berechtigt.

 

Aus den Schlußfolgerungen des "Bericht der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen über den israelischen Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte", veröffentlicht im Melzer-Verlag: "Die Kommission ist zur festen Überzeugung gelangt, daß am 31. Mai 2010 in Gaza eine humanitäre Krise herrschte. ... Ein Abstreiten dieser Tatsache kann mit keinen vernünftigen Argumenten gestützt werden. Eine der Folgerungen hieraus ist, das allein aus diesem Grund die Blockade rechtswidrig ist und nicht rechtmäßig aufrecht erhalten werden kann. ... Daraus folgt unmittelbar: Grundsätzlich sind die Aktionen der israelischen Streitkräfte auf Hoher See unter den gegebenen Umständen und aus den angegebenen Gründen eindeutig rechtswidrig.“

 

"Das Verhalten des israelischen Militärs und anderer Personen gegenüber den Passagieren der Flottille war nicht nur unter den gegebenen Umständen unverhältnismäßig, sondern zeigte auch ein Übermaß an vollkommen unnötiger und unglaublicher Gewalt. Es bewies einen unannehmbaren Grad an Brutalität. Ein solches Verhalten kann nicht aus Sicherheits- oder irgendwelchen anderen Gründen gerechtfertig oder geduldet werden. Es stellte eine schwere Verletzung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts dar."

"Alle Passagiere, die sich an Bord der zur Flottille gehörenden Schiffe befanden und die vor der Kommission erschienen, beeindruckten deren Mitglieder als Personen, die aufrichtig dem humanistischen Geist verpflichtet und von einem tiefen und echten Bemühen um das Wohlergehen der Bewohner von Gaza getrieben sind." ... "Die Kommission ist nicht allein mit ihrer Feststellung, dass in Gaza eine beklagenswerte Situation herrscht. Sie wurde als "unhaltbar" definiert. Sie ist absolut unannehmbar und kann im 21. Jahrhundert nicht geduldet werden."

 

... "Die Kommission hofft sehr, dass denen, die als Folge der gesetzwidrigen Handlungen der israelischen Armee Verluste erlitten haben, keine Hindernisse in den Weg gelegt werden und sie angemessen und rasch entschädigt werden. ... Dies wird dazu beitragen, den bedauerlichen Ruf zu verbessern, den dieses Land hinsichtlich Straflosigkeit und Unnachgiebigkeit in internationalen Angelegenheiten hat." - Es lohnt sich, den vollständigen Bericht zu erwerben und zu lesen.

 

Der Völkerrechtler Prof. Norman Paech zur israelischen Politik: "Das offizielle Bekenntnis zu einer Zwei-Staaten-Lösung wird gleichzeitig untergraben und torpediert durch die mal offene, mal verdeckte Fortsetzung des Landraubs durch Siedlungsbau in der Westbank und ethnische Säuberung in Ostjerusalem."

 

"Gerechtigkeit ist unteilbar. Ungerechtigkeit, ganz gleich wo, bedroht die Freiheit überall." sagte der amerikanische Pfarrer Martin Luther King, der sich für den gewaltlosen Widerstand gegen die brutale Diskriminierung der schwarzen Bevölkerung einsetzte. Nach seiner Ermordung im Jahre 1968 sagte seine Frau: "Er wußte, diese Gesellschaft ist krank, völlig verseucht von Rassismus und Gewalt. Sie stellte seine Integrität in Frage, verleumdete seine Motive und seine Sichtweise, was dann zu seinem Tod führte. Er hat mit aller Macht dafür gekämpft, diese Gesellschaft vor sich selbst zu retten." - Erinnert das nicht an die israelischen Menschenrechtsaktivisten, sowie an die Amerikanerin Rachel Corrie und den Engländer Tom Hurdal, die sich vollkommen gewaltlos für bedrohte Palästinenser eingesetzt hatten? Rachel Corrie wurde von einem israelischen Bulldozer zerquetscht, als sie die Zerstörung eines palästinensischen Hauses verhindern wollte und Tom Hurdal von einem israelischen Scharfschützen durch einen Kopfschuß ermordet, als er palästinensische Kinder begleitete.

 

"Die Amerikaner und Europäer wollen Demokratie für Ägypten, aber eine Demokratie, die nett ist: proamerikanisch, proeuropäisch. Das ist völlig unmöglich." - Der Kairoer Autor Khaled al-Khamissi, zitiert von Reiner Bernstein in der JZ März 2011)

 

"Amerika will überall Demokratie haben, nur stellt sich die Frage, was bedeutet für die Amerikaner Demokratie? Demokratie bedeutet, pro-amerikanisch zu sein." schrieb schon vor einiger Zeit ein türkischer Kommentator. (Quelle: "Terror als Vorwand" von Avi Primor)

 

Zusammenstellung der Zitate: S. Ullmann

 

 

 

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