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Wir werden uns der Realität gegenüber sehen, dass Israel weder unschuldig noch (für Juden) erlösend ist.
Wir als Juden haben genau das verursacht, was wir historisch erlitten haben: eine Flüchtlingsbevölkerung in der Diaspora.“
 
Martin Buber, Jewish Philosopher, addressed Prime Minister Ben Gurion on the moral character of the state of Israel with reference to the Arab refugees in March 1949
 


 

 Zionistische Stimmen:  Zitate 26
mit dem zweiten Schwerpunkt: Aussagen israelischer Soldatinnen gegenüber "Breaking the Silence / 24. November 2011

 

 

 

Stimmen israelischer Soldatinnen:

 

Aus der Aussage 1 einer Ersten Unteroffizierin der Grenzpolizei:

"Eine Soldatin muß sich wohl mehr selbst beweisen, auch bei den Einsätzen. Eine Soldatin, die zuschlagen kann, ist auch eine gute Kämpferin. Fähig. Eine Knochenbrecherin. Ich war da mit einer zusammen, als ich dort hin kam, die war da schon lange. Sie war - Wow, jeder sprach über sie, was für Schneid sie hatte, denn sie konnte Araber demütigen, ohne mit der Wimper zu zucken. Das war es, was man erwartete."

    "Die "Eintrittskarte"?"

"Ja, so ungefähr." ...

 

Aus der Aussage 24 einer israelischen Unteroffizierin der Grenzpolizei in Hebron, die ausführlich die Durchsuchung eines palästinensischen Hauses in den besetzten Gebieten, in dem Waffen vermutet wurden, nachts um 2 Uhr beschrieb:

"Wir gingen also in das Haus dieser Leute, der Vater öffnete die Türe für uns, ..., und die Mutter und die Großmutter und zwei kleine Kinder wachten auch auf. ... Die Kinder waren total verängstigt. Und ... die Soldaten haben das ganze Haus auf den Kopf gestellt. Ich habe mir so etwas niemals vorstellen können. Du gehst da hinein und du kannst jede Schublade öffnen und hineinschauen und du kannst eine Schublade öffnen und den ganzen Inhalt herauswerfen und alles so lassen. ... Der Eigentümer versuchte Fragen zu stellen, aber keiner von uns hat mit ihnen gesprochen. Die Soldaten machten weiter, öffnen und verwüsten, so ziemlich alles im Haus verwüsten. ... Und wir haben nichts gefunden. Nichts. ... Und dann gingen wir zu dem zweiten Haus und ich konnte nicht verstehen, warum wir das auf diese Weise machten. Und zum ersten mal verstand ich, warum man uns so ansah und warum man uns so haßte. Wir gehen da auf so widerwärtige Art hinein, ohne jegliche Menschlichkeit, die Antworten, die der Mann bekam, waren vollkommen respektlos - mit der Frau und den Kindern wurde überhaupt nicht gesprochen - man hat sie einfach ignoriert. Wir wurden dann zu einem Nebenraum neben der Küche geschickt, um die Frauen nach Waffen zu durchsuchen. ...

Als ich den Kompanieführer fragte, ob wir den Leuten helfen würden, alles aufzuräumen, lachte er. ... Ich begriff, daß ich erregt war, weil es das erste Mal war, daß  ich so etwas sah, aber die machten es wie Maschinen. Die Soldaten gehen hinein, schütten Schubladen aus, werfen den Inhalt aus den Schränken, verwüsten, verwüsten, verwüsten, die Leute beachten sie überhaupt nicht und richten kein Wort an sie. Und der Eigentümer bittet sie ständig: "Tut uns das nicht an." Alles zu verwüsten.

Der Vater ging mit uns von Raum zu Raum. Der Mutter, der Großmutter und den zwei Kindern wurde nicht erlaubt, sich zu bewegen. Sie mußten in einer Ecke bleiben. Sie waren vollkommen still. Aber sie hatten einfach diesen Blick. Die Kinder haben nichts verstanden. Ich denke, sie sahen jetzt, was ihnen immer erzählt wurde. Und jetzt war da nur Haß, Haß, Haß. ... Und sie sahen uns mit verständnislosen Blicken an. Sie waren noch zu klein. Ich meine, einer war etwa fünf oder sechs Jahre alt und er verstand schon etwas mehr. Das Mädchen war jünger."

Die Soldatin schilderte dann die Durchsuchung der beiden Frauen, bei der diese sich bis auf das Hemd und die Unterhose ausziehen mußten. Der Kompanieführer hätte aber wohl erwartet, daß die Frauen sich vollkommen nackt hätten ausziehen müssen.

"... Ich war politisch links, als ich eingezogen wurde und hier wurde mir zum ersten Mal bewußt, warum sie uns hassen. Ich würde uns auch gehaßt haben."

    Der Interviewer fragte: "Wurde auch geschlagen?"

"Nur getreten. Gleich beim Hereinkommen. Sie traten den Vater vor seinen Kindern, ja, vor seinen Kindern."

 

Aus der Aussage 33 einer Ersten Unteroffizierin (First Sergeant) der Grenzpolizei:

"Es war wohl bei meiner zweiten oder dritten Schicht, als ich mit einem anderen Soldaten zusammen war, der bei dieser Fußpatrouille jemanden anhielt. Der Soldat nahm ihn fest und sagte: "Warum lachst du mich aus?" Aber der Mann lachte nicht. "Du lachst? Na gut, kein Problem." und er zog sein Hemd aus und sagte:"Jetzt bin ich kein Grenzpolizist mehr, laßt uns kämpfen." Natürlich würde der Mann nicht zurückschlagen - was sollte das heißen: kein Grenzpolizist mehr? Das Ausziehen seines Hemdes machte ihn doch nicht zu irgendwem auf der Straße. Er schlug ihn zu Brei (to a pulp)."

    "Und der Palästinenser hat nicht zurückgeschlagen?"

"Nein, der Soldat hat mit voller Wucht zugeschlagen und der Palästinenser schlug nicht zurück, sondern bat ihn nur immer wieder inständig, ihn laufen zu lassen. Aber der Grenzpolizist wiederholte: "Na los, na los, schlag zurück." Ich denke, er wußte recht gut, genauso wie der Palästinenser, daß er das nicht tun würde. Was konnte der Palästinenser tun? Einen Grenzpolizisten schlagen? Was war er, ein Idiot? Er hätte dafür verhaftet werden können, obwohl es vollkommen absurd war. Ich erinnere mich, wie ich dastand und er (den Palästinenser) aufforderte: "Na los, zeig’ was du kannst" ... Dann hob er sein Gewehr auf und fing an, den Mann damit zu schlagen. - Du brauchst kein Hemd, um dein Gewehr zu halten. Das geschah alles ganz routinemäßig.".

 

Aus der Aussage 35 einer Unteroffizierin der Sachlav-Einheit::

"Die jüdischen Siedler in Hebron waren schrecklich. Ich weiß nicht, ich war geschockt, daß sie immer nur die Fallschirmjäger zu Besuchen einluden, niemals die Nahal-Soldaten. Ich erinnere mich an  ihren Groll, als ein gesuchter Mann festgenommen wurde. Es war Winter, dieser verrückte Schnee in Hebron. Wir haben alle furchtbar gefroren. ... Und die Nahal-Männer hatten den gesuchten Mann und jeder wußte das über den Funk. Aus irgend einem Grunde waren dann die Siedler da, direkt aus ihren Häusern. Vielleicht hatten sie unsere Funkfrequenzen oder so etwas in der Art. Als sie kamen und den gesuchten Mann mit einer Decke sahen, wurden sie furchtbar wütend. "Was soll das - warum hat man ihm eine Decke gegeben?" Keiner wußte, was er getan hatte. Die Nummer seines Personalausweises war lediglich für eine Befragung angezeigt worden." ...

    "Dies geschah nicht nach einer Verhaftung?"

"Nein, keineswegs. Es war ein Mann, dessen Personalausweis geprüft und dann als "gesucht" bezeichnet wurde. Es gab so viele Leute, die für eine Befragung gesucht wurden, alle Arten von Leuten, nicht unbedingt Kollaborateure. Und die Siedler waren wütend, weil die Nahal-Leute ihm eine Decke gegeben hatten und deshalb boykottierten sie die Nahal. Alle jüdischen Siedler dort. Richtig gemein. Sie waren wegen dieser Sache furchtbar wütend. Dann kamen Soldaten von unserer Einheit und nahmen die Decke weg, die die Nahal-Männer gebracht hatten, nahmen die Tasse mit dem Tee, die der Soldat ihm gegeben hatte und schüttete den Tee auf den Boden, ihn dabei erniedrigend. Sie zwangen ihn zu sitzen - "Du wolltest dich ein bißchen aufwärmen?" - sie zwangen ihn, sich auf den Schnee zu setzen - "Da, setz dich auf das Eis."

    "Was sagten die Nahal-Männer dazu?

"Nicht viel. Sie sagten, das ist unser Häftling, haut ab, oder so etwa ähnliches. Aber wir sind hier in Hebron für drei Jahre und dies ist unser Terrain."

 

Aus der Aussage 65 einer Unteroffizierin, die am Erez-Übergang an der Grenze zum Gazastreifen eingesetzt wurde, als hier noch Palästinenser passieren konnten:

"Sie würden die Palästinenser nach Zigaretten oder Cola fragen, im Austausch für .... "Du willst morgen durchgehen? Bring mir ein Päckchen Zigaretten."

    "War das üblich?"

"Zigaretten, Lebensmittel. Das ist es, was ich darüber weiß. Das war ganz normal." ... Und das hat Spaß gemacht. Du gehst zum Kontrollpunkt hinunter und auf deiner kugelsicheren Weste steht geschrieben "Tod den Arabern" (Death to Arabs). So etwas in der Art. ... Ja, die meisten waren Mädchen. Auch Süßigkeiten wurden gefordert. Alles, was du wolltest. ... Und am nächsten Tag wußte er, wenn er durchgelassen werden wollte, mußte er es dir bringen. ... "

    "Hat niemand gesagt: Hör mal, das ist doch nicht in Ordnung?"

"Die Araber sind die Feinde. Je mehr du sie leiden läßt, um so besser."

    "Warum?"

"Habe ich das nicht erklärt? Vor allem, wenn ich etwas gesagt hätte, hätte ich keine Freunde mehr gehabt. ... Und für alle, einschließlich für die Kommandeure, war es offensichtlich: Wir standen einem Feind gegenüber und wir sind in Gefahr und deshalb müssen wir unsere Aufgabe erledigen, so gut wir das können. Verstanden? Das war die grundsätzliche Argumentation, nicht wahr? Aber tatsächlich gab es keinen Feind am Erez-Übergang, sondern nur arme Leute, die da jeden Tag durchkamen. Und du kennst sie und siehst wie erbärmlich sie sind. Ihre Kleidung ist zerrissen und in ihrer Tasche haben sie dieses Fladenbrot und Yoghurt. Und an manchen Tagen mußt du ihnen befehlen, selbst das wegzuwerfen.“ ...

 

Aus der Aussage 16 einer Ersten Unteroffizierin der Grenzpolizei in Jenin:

"Einerseits fühle ich mich schuldig, daß ich nichts gesagt habe, andererseits glaube ich, daß sich dadurch auch nichts geändert hätte. ... Da gibt es immer eine unterschwellige Gewalttätigkeit und ja, "es ist so langweilig, laßt uns deshalb mal einen Zwischenfall erfinden."

    "Was meinen Sie damit"

„Ich weiß nicht, einfach einen Zwischenfall inszenieren. Also mal funken und berichten: „In der Straße wurden Steine nach mir geworfen.“ Und dann greifst du dir jemanden und fängst an, ihn zu verhören. Schließlich wird er freigelassen oder auch nicht, je nach dem, ob die Person, die den Zwischenfall inszeniert hatte, ihn identifiziert oder nicht. Da gab es diese Grenzpolizistin, die sagte: "Ich langweile mich. Laßt uns mal sagen, jemand wirft Steine nach mir." Auf die Frage "Wer" würde sie sagen: "Ich weiß nicht, zwei Kerle in grauen Hemden. Ich konnte es nicht  genau sehen." Also wurden zwei Kerle in grauen Hemden gefangen genommen und die Grenzpolizistin dann gefragt: "Sind das diese Kerle?" Natürlich wurden sie auch verprügelt, als sie gefangen genommen wurden. "Diese Kerle? Nein, das waren sie wohl nicht." Nun, das war der ganze Zwischenfall. Die Leute werden verprügelt. Und tatsächlich hatte sich an dem Tag dort überhaupt nichts ereignet."

 

Aus der Aussage 14 einer Ersten Unteroffizierin der Grenzpolizei:

"Ich erinnere mich an eine Patrouillenfahrt entlang des Zaunes und daß eine Gruppe ganz kleiner Kinder ganz nahe am Zaun stand und kleine Steine gegen die Fahrzeuge der Zaunbau-Firma warf. Die Mehrzahl dieser Steine blieb aber im Zaun stecken. Die Kinder waren gar nicht in der Lage, sie richtig zu werfen. Wir fuhren dort hin  und als auch der Jeep des Kommandeurs dort ankam, bekam ich den Befehl: "Ladet Gummi-Munition." (gummi-ummantelte Stahlkugeln). Also habe ich Gummi-Munition geladen. "Ich sagte dann: "Laßt uns auf die Beine zielen. Auf den Boden vor ihnen." Das reicht meistens, um sie zu ängstigen. Natürlich habe ich all die Geschichten gehört, vom Auseinandernehmen der  Gummimunition. Diese Munition gibt es im Dreierpack. ... Die Grenzpolizei nimmt sie oft auseinander, weil das größere Schmerzen verursacht.

    "Schälen sie auch den Gummi von den Kugeln ab, um sie tödlicher zu machen?"

"Einige machen das, aber ich habe es selbst nicht gesehen. Doch ich weiß, daß es inoffiziell erlaubt ist. Also, ich habe eine Patrone Gummi-Munition geladen und auf den Grund

 

 

vor ihren Füßen geschossen. Diese Kinder bedeuteten doch keine unmittelbare Lebensgefahr für uns. Es waren wohl Jungen, die etwas mehr als 10 Jahre alt waren. Der verantwortliche Offizier wurde ärgerlich. Er nahm mein Gewehr und sagte: "Du weißt nicht, wie man schießt." Ich antwortete: "Wohin soll ich schießen?" "Laß mich", sagte er, kam heran und schoß. "Wohin? Geradewegs in den Bauch." Zum Glück hatte er nicht getroffen. Aber er schoß direkt auf ihre Bäuche und natürlich sind sie dann weggerannt. ... Was haben sie denn gemacht? Kleine Steine gegen den Zaun geworfen. Das konnte niemanden verletzen oder in Gefahr bringen. Wenn man darüber lachen und dann wegfahren würde, würden sie damit aufhören." ...  

                                                                                                                                 

In der Aussage 3 schildert eine Soldatin der Grenzpolizei, wie Palästinenser, die sich illegal in Israel aufhielten (um dort etwas Geld zu verdienen, als es noch nicht die undurchdringlichen Sperranlagen gab), gefangen genommen und anschließend brutal drangsaliert wurden: "Wenn jemand lachte, oder der Soldat entschied, daß er lachte, bekam er einen Faustschlag. Warum hast du gelacht? Bumms, eine Faust. Wenn ich Lust habe, ihn zu schlagen, muß er nicht wirklich gelacht haben, um den Faustschlag abzukriegen. Warum lachst Du? Bumms."

    „Wie lange hat so etwas gedauert?“

„Das kann mehrere Stunden andauern. Es hängt davon ab, wie gelangweilt die Soldaten sind. Sie können das auf zwei Stunden ausdehnen. Die Schicht dauert 8 Stunden und die mußt du irgendwie herumkriegen."

 

In der Aussage 13 berichtet eine Soldatenbetreuerin von der Indoktrination der Soldaten durch die zionistischen Extremisten der Siedlung Gush Etzion und das Verbot der Vorgesetzten, die Motivation der Soldaten bei ihren Einsätzen durch Regeln für den Umgang mit der Zivilbevölkerung zu beeinträchtigen:

"Der Schutz der Menschenrechte als Diskussionsthema? Ich wünschte, ich könnte das machen, aber das würde nicht akzeptiert. Die Kommandeure würden das nicht erlauben, niemals."

 

Aus der Aussage 91 einer Unteroffizierin, die am Gazastreifen am Erez-Übergang eingesetzt wurde:

"Da war das Kind, eine außerordentlich schockierende Geschichte über einen Panzerkommandeur, den müssen Sie unbedingt finden. Also, es war an einem Samstag, ungefähr zur Mittagszeit, wenn es besonders langweilig ist. Er saß da in "Magen 12" in seinem Panzer und einige Kinder warfen Steine dagegen. Das macht wohl Spaß, nicht wahr. Kinder, die Steine gegen einen Panzer werfen. Aber das hat ihn geärgert."

    „So etwas gefährdet sicherlich keinen Panzer"

"Nein, aber es ärgerte ihn. So funkte er uns: "Hier sind Kinder, die Steine werfen." Er erwartete irgend eine Art von Antwort. ... Schließlich schoß er. Wir hörten Schüsse. Ich erinnerte mich, daß ich überrascht war, Schüsse zu hören, denn wenn bei "Magen 12" geschossen wird, kannst du es im "Kriegsraum", (dem Raum der modernen Kriegsführung, in dem Soldaten vor Computern sitzen und z. B. Raketen aus unbemannten Drohnen auf Zielpersonen oder bestimmte Objekte abschießen können) hören, obwohl es eine Fahrtstrecke von 3 Minuten entfernt liegt, also nicht nebenan. Aber du kannst es hören. Und wir hörten Schüsse. Wir nahmen Funkverbindung mit allen Kompanien auf. Der Panzer hatte gefeuert und das Kind fiel.

    "Es fiel?"

"Es fiel. Sie "fallen" immer."

    "Und du hast es fallen sehen?"

"Ja. Und dann mußten wir es bergen."

 

 

Andere jüdische Stimmen:

 

Cordelia Edvardson, die in Berlin geboren wurde und Auschwitz überlebte, berichtete am 31. 10. 2002 als Nahost-Korrespondentin:

"Das war Jerusalem, eine Stadt, die von den Nationalisten und Rechtsextremen dominiert wird. Sie machten sich während des Demonstrationszugs lautstark bemerkbar. "Tod den Arabern, Tod den Arabern!" schallten ihre Rufe von einigen Balkons. Ein anderes schlagendes Argument gegen die Forderung nach Frieden war ihnen offenbar nicht eingefallen."

Und am 18. 4. 2002 schrieb sie:

"Aus dem gelben Judenstern ist der blaue Davidstern auf Israels Flagge ... geworden. Und jetzt? Heute? Jetzt ist das Symbol des Stolzes wieder zum Kainsmal der Scham geworden. ... Wovon ich spreche, das ist die Schändung all dessen, was dem kleinen Judenmädchen aus Berlin einmal seine Menschenwürde zurückgegeben hat. Wer heutzutage - nein nicht alle, aber viel zu viele - in den zerstörten, wieder besetzten palästinensischen Städten und Dörfern herumfährt und triumphierend seine Panzer und Jeeps mit israelischen Flaggen schmückt, und die israelischen Siedler, die dieses nationale Symbol höhnisch benutzen, um ein anderes Volk und dessen gewählte Repräsentanten zu demütigen - die haben mir etwas Unersetzliches geraubt.

Denen vergebe ich niemals.

Auch diesem militärischen Befehlshaber im Westjordanland vergebe ich nicht, der es als "bedauerlichen taktischen Zwischenfall" abtat, dass seine Soldaten gefangene Palästinenser mit einer Nummer auf dem Arm "markierten"." (auf Seite 78 des Buches "Wenn keiner weiter weiß")

 

Der israelische Journalist Uri Avnery am 19. 11. 2011 zu den Gesetzesinitiativen der israelischen Regierungsparteien, die demokratischen Rechte massiv zu beschränken:

"Israels Demokratie steht unter Belagerung. Keiner kann dies ignorieren. ... Dies geschieht nicht in den besetzten Gebieten. Dort hat es nie eine Demokratie gegeben. Besatzung ist das direkte Gegenteil von Demokratie: eine Verweigerung aller Menschenrechte, des Rechts auf Leben, Freiheit, Bewegung, fairen Prozess und freie Meinungsäußerung, geschweige denn nationale Rechte.

Nein, ich meine das eigentliche Israel, das Israel innerhalb der Grünen Linie, "die einzige Demokratie im Nahen Osten."

Die Angreifer sind Mitglieder von Binjamin Netanjahus Regierungskoalition, die halbfaschistische und offen faschistische Elemente einschließt.

Im Augenblick greifen die antidemokratischen Kräfte auf breiter Front an. Die drei Hauptpfeiler der Demokratie - Die Gerichte, die Medien und die Menschenrechtsorganisationen . sind unter gleichzeitigem, tödlichem Angriff. (Denk an Weimar!)" ...

Der parlamentarische Terrorismus wird von zunehmender Gewalt der faschistischen Banden aus den Siedlungen begleitet. Diese SA-ähnlichen Banden nennen ihre Aktionen "Preisschild". Gewöhnlich reagieren sie auf Einzelfälle der Armee, die ein paar "illegale"  Gebäude in einer Siedlung demolieren, indem sie ein benachbartes palästinensisches Dorf angreifen, in einer Moschee Feuer legen oder das ausführen, was man nur als Pogrom bezeichnen kann. (Man denke an Weimar!) ...

Wovon wir jetzt Zeuge werden, ist kein isolierter Angriff auf das eine oder andere Menschenrecht - was wir sehen, ist ein allgemeiner Angriff auf die Demokratie als solche. Vielleicht können nur Leute, die eine faschistische Diktatur erlebten, voll und ganz realisieren, was das bedeutet. ... "

 

Gideon Levy in der israelischen Zeitung Haaretz am 6. 11. 11 zu den israelischen Kriegsdrohungen gegenüber dem Iran:

"Falls der Iran wagt, einen nuklearen Angriff gegen Israel auszuführen, wird der Iran einen allgemeinen, schmerzhaften Massenselbstmord begehen. Israel wird antworten, und die Welt wird nicht ruhig sein. Jerusalem weiß das, und was noch wichtiger ist, auch Teheran weiß das. Aber in Teheran - so wird uns vom Morgen bis Abend gesagt - könnte die "verrückte" Führung "die Karten mischen". ... Aber die augenblickliche Debatte, die mit erschreckender Ernsthaftigkeit über die Möglichkeit, den Iran zu bombardieren, geführt wird, läßt einen daran zweifeln, daß dies tatsächlich hier in Israel ist, wo sich der Wahnsinn durchsetzt. Der iranische Wahnsinn muß noch bewiesen werden; in Israel ist es schon sonnenklar."

 

„Seit Ende 1967 sind etwa 10.000 Palästinenser, einschließlich fast 2.000 Minderjährige von bewaffneten Israelis getötet worden – von der Armee, dem israelischen Geheimdienst, der Polizei, dem Mossad und den Siedlern.

Wenn man den israelischen Standard anwenden würde, wie er gegenüber Palästinensern angewendet wird, müßte man 10.000 mal lebenslänglich über die verhängen, die für dieses Töten verantwortlich sind. Und es wären viele.

Wenn Hamas diesen Standard für Gilad Shalit angewandt hätte, dann hätte er für das Töten von Zivilisten durch Granaten, die von seinem Panzer abgefeuert wurden, mehrfach lebenslänglich bekommen müssen.“ – Der Israeli Gideon Spiro am 07.11.11 in seiner Red Rag Weekly Column.

 

 

Andere Stimmen:

 

Der türkische Ministerpräsident Erdogan in einem Interview mit TIME: Weshalb werden von den USA nur dann Sanktionen gefordert, wenn es um Iran oder den Sudan geht,  die aber hinsichtlich Israel ein Tabu sind? Wenn die UN Israel Sanktionen auferlegt hätten, dann wäre der Nahost-Konflikt schon vor langer Zeit gelöst worden, sagte er. "Bis zum heutigen Tag hat der UN-Sicherheitsrat mehr als 89 Resolutionen zu zukünftigen Sanktionen  Israel betreffend, verabschiedet, aber sie wurden niemals umgesetzt." (Quelle: Al-Ahram Weekly Online)

 

Der französische Präsident Sarkozy (in der Annahme, die Mikrofone seien noch nicht eingeschaltet): „Ich kann ihn  (Netanjahu) nicht ausstehen. Er ist ein Lügner!“

Und dazu der amerikanische Präsident Obama: „ Sie haben die Nase voll von ihm? Ich muß mich täglich mit ihm befassen!“

 

Ein israelischer Journalist berichtete, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel habe in ihrem Kabinett gesagt: „Jedes Wort, das aus Netanjahus Mund kommt, ist eine Lüge.“

 

(Übersetzungen und Zusammenstellung der Zitate S. Ullmann)

 

(Zusammenstellung der Zitate: S. Ullmann)

 

 

 

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