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Instrumentalisierung des Antisemitismus

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Darf man noch frei denken und Israel kritisieren? - 4. April 2019 - „Die Definition von Antisemitismus der IHRA – der International Holocaust Remembrance Alliance – ist formuliert, um angebrachte Kritik am Staate Israel und Unterstützung für die Rechte der Palästinenser mit Antisemitismus gleichzusetzen. Ein sehr gefährlicher Schritt.“
– Arthur Goodman – JJP (European Jews for Justice for Palestinians)

Teil I
- Seit Kurzem hat Luxemburg den Vorsitz der IHRA. Neben der so wichtigen Erinnerung an die Verbrechen gegen die Menschlichkeit des Nazi-Regimes promoviert die IHRA auch eine neue, sehr umstrittene Definition des Antisemitismus – umstritten, weil sie die legitime Kritik israelischer Politik und damit die Meinungsfreiheit gefährdet. Eine Motion des Abgeordneten Laurent Mosar lädt die Luxemburger Regierung ein, sich diese neue Definition anzueignen.

Es handelt sich um eine rechtlich nicht bindende Definition, die, sicherlich mit Absicht, besonders vage formuliert ist. Im Wortlaut: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort und Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen und religiöse Einrichtungen.“ Die Gefahr liegt im schwammigen Wortlaut sowie in den Beispielen, die der Definition „zur Veranschaulichung dienen“. Da heißt es: „Erscheinungsformen von Antisemitismus können sich auch gegen den Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, richten.“ Antisemitisch seien auch „Vergleiche der aktuellen israelischen Politik mit der Politik der Nationalsozialisten“ sowie „Der Vorwurf gegenüber Juden, sie fühlten sich dem Staat Israel oder angeblich bestehenden weltweiten jüdischen Interessen stärker verpflichtet als den Interessen ihrer jeweiligen Heimatländer“ oder „das Aberkennen des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung, z.B. durch die Behauptung, die Existenz des Staates Israel sei ein rassistisches Unterfangen“. Beruhigen soll die Formulierung „Allerdings kann Kritik an Israel, die mit der an anderen Ländern vergleichbar ist, nicht als antisemitisch betrachtet werden“.

All jene, die sich hinter diese IHRA-Definition von Antisemitismus stellen möchten, sollten sich fragen, warum diese von international anerkannten Juristen scharf kritisiert wird genauso wie von der „Commission nationale consultative des droits de l’homme“ in Frankreich, warum die EU-Grundrechtsagentur (Fundamental Rights Agency, FRA) diese Definition ablehnt und von ihrer Internetseite entfernt hat mit dem Argument, es handele sich um keine gültige Definition, warum auch 40 jüdische Organisationen die Regierungen auffordern, diese Definition nicht anzunehmen.  >>>

 

 

 

Gut gemeint ist nicht gut genug - Haben wir es mit einer neuen Qualität von Antisemitismus zu tun? Ein Einwurf zweier israelischer Deutschland-Kenner - Ende Februar 2019 - Shimon Stein - Moshe Zimmermann

Antisemitische Vorfälle in Frankreich, Argentinien und anderswo wie auch Meinungsumfragen in Amerika, Europa und Deutschland schlagen gerade wieder Alarm. Einer in zwölf Ländern der Europäischen Union durchgeführten Umfrage der Fundamental Rights Agency ist zu entnehmen, dass im Jahr 2018 fünfundachtzig Prozent der Juden den Antisemitismus als größte Herausforderung für ihr Land einschätzen und neunundachtzig Prozent davon überzeugt seien, dass der Antisemitismus in den vergangenen fünf Jahren zugenommen habe. Im Jahr 2013 waren sechsundsiebzig Prozent der Befragten dieser Meinung. Die jüngsten Zahlen veranlassten Politiker und andere Vertreter des öffentlichen Lebens zu überstürzten Reaktionen – in der guten Absicht, Antisemitismus zu bekämpfen. Dabei blieb die Antwort auf die Frage, was mit „neuer Qualität“ des Antisemitismus gemeint sei oder besser: worum es eigentlich geht und was man wie bekämpfen soll, unklar.

Tatsächlich beginnt bereits mit der Definition des Begriffs Antisemitismus die Unklarheit. Die neue Definition der International Holocaust Remembrance Alliance aus dem Jahr 2016, die darüber Klarheit schaffen sollte, erwies sich zuletzt als problematisch, vor allem wenn man früheren Antisemitismus mit heutigem vergleichen will oder Antisemitismus in   >>>


 

 


Hysterie bis zur Paranoia?
Anmerkungen zu der fatalen Antisemitismus-Vorwurf-Ideologie in Deutschland und deren Ursachen
Arn Strohmeyer

Der deutsch-jüdische Comedian Oliver Polack scherzte bei einem Auftritt in New York, er sei am Abend zuvor aus Deutschland gekommen, mit dem Flugzeug diesmal, was für ihn ein bisschen ungewohnt gewesen sei. Er konstatierte: „In Deutschland reise ich normalerweise mit dem Zug – eine alte jüdische Familientradition.“ Nach einer Pause, die die Wirkung seines Vortrages noch verstärken sollte, fuhr er fort: „Die Abfahrtzeiten kann man sich nicht aussuchen, aber die Tickets sind kostenlos. Das Problem: Alle Züge fahren nach Polen.“

Für den deutsch-jüdischen Journalisten Daniel Killy sind die deutschen Printmedien (aber auch ARD und ZDF) grundsätzlich „antiisraelisch“ eingestellt, was dasselbe ist wie „antizionistisch“, was wiederum ein Synonym für „Deutschlands feschen Zeitgeist-Antisemitismus“ ist. Selbst die FAZ und die Süddeutsche sind in Killys Sichtweise neben den öffentlich-rechtlichen Anstalten „ein sicherer Hafen für anti-israelische Autoren“. Es gebe zwar – so doziert Killy weiter – dort keinen antiisraelischen Redaktionskodex, aber alle bösartigen Attacken auf Israel würden durch einen Wall des „Pluralismus“ geschützt. Wann immer jemand (wie etwa er selbst) diese Methode offenlege, werfe man ihm reflexartig einen „Angriff auf die Pressefreiheit“ vor. (Dieser Vorwurf Killys bedeutet ja, dass die Pressefreiheit in Deutschland Antisemiten schützt.) Die Sprache der deutschen Medien sei „vergiftet“, weil sie einseitig propalästinensisch berichteten, so der ehemalige Boulevard-Journalist, der früher bei BILD gearbeitet hat.


Killy fasst seine Position so zusammen: „Pessimistisch ausgedrückt: Die Bestie des deutschen Antisemitismus ist nicht zur Strecke gebracht – sie wurde nur betäubt. Sollte dieses staatlich verordnete Sedativum seine Wirkung verlieren, wäre sie wieder quicklebendig. Positiv formuliert heißt das: Deutschland tut alles, um sicherzustellen, dass dieses Anästhetikum stets in ausreichender Menge vorhanden ist.“


Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und jetzige Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München Charlotte Knobloch hält die Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland für gescheitert, Die 85jährige sagte kürzlich in einem Vortrag, sie sehe im Kampf gegen den Antisemitismus nur noch Rückschläge, keine Fortschritte mehr. Knobloch verwies auf die fast 1500 antisemitischen Straftaten im vergangenen Jahr in Deutschland, die Schändung jüdischer Friedhöfe, Angriffe auf Synagogen und jüdische Gemeindehäuser sowie Hasstiraden in sozialen Netzwerken. Die Situation sei so schlimm wie noch nie.


Ohne den gefährlichen Rechtsruck in der deutschen Gesellschaft verharmlosen zu wollen, marschiert die SA wirklich schon wieder auf Deutschlands Straßen? Müssen Juden wirklich auf gepackten Koffern sitzen, weil sie Verfolgungen befürchten müssen? Nebenbei gefragt: Warum kommen Zehntausende junge jüdische Israelis inzwischen nach Deutschland, vornehmlich nach Berlin, weil sie die Situation in ihrem Land unerträglich finden? Es gibt auch ganz andere Stimmen, die die Situation der Juden in Deutschland sehr viel nüchterner beschreiben.


So hält der israelische Sozialwissenschaftler und Historiker Moshe Zuckermann die antisemitischen Ausfälle, die es ja zweifellos gibt und gegeben hat, für eher „moderat“. Er sieht keine reale antisemitische Bedrohung für in Deutschland lebende Juden: „Ist es wirklich ein Weltuntergang, wenn man im heutigen Deutschland antisemitischen Vorfällen ausgesetzt ist? Im Gegensatz zum historischen Antisemitismus, zum nazistischen allemal, sind heutige Ausfälle für Juden nicht existenzbedrohend, man wird gesellschaftlich nicht durch Antisemitismus geächtet, ist keiner eklatanten Diskriminierung, auch keinerlei performativen Verfolgung ausgesetzt, man sieht sich nicht genötigt, ins Exil zu gehen, schon gar nicht ist man in seinem Leben bedroht. Heutige deutsche Antisemiten vergreifen sich nicht an Juden. Auch die psychischen Blessuren, die der Antisemitismus bei Betroffenen hinterlassen mag, überschreiten nicht das Ausmaß dessen, was andere Minoritäten in Deutschland zu erleiden haben.“


 


 


Ganz ähnlich sieht das vermeintliche Problem der Nestor der deutschen Antisemitismus-Forschung Wolfgang Benz. Er kann keinen Anstieg des Antisemitismus in Deutschland erkennen, macht aber eine Unterscheidung zwischen der sozialen und politischen Realität, die die Wissenschaft empirisch registriert, und emotionalen Befindlichkeiten, in denen es durchaus so erscheinen könne, als gebe es einen solchen Anstieg. Auch das Hochkommen eines „neuen“ Antisemitismus kann Benz nicht feststellen: „Nein, es gibt keinen neuen Antisemitismus. Es ist der alte, der Bodensatz in der Gesellschaft. Der wird nicht schlimmer, aber es ist schlimm genug, dass es ihn überhaupt gibt.“


Auch die von jüdischen Kreisen in Deutschland immer wieder beschworene Gefahr, dass die muslimischen Flüchtlinge einen neuen Judenhass ins Land brächten, sieht Benz nicht. Er hält dem entgegen: „Die Zuwanderer sind nicht gekommen, um Antisemitismus zu forcieren, aber es ist so schrecklich einfach, von unserem selbstgemachten deutschen Antisemitismus abzulenken, indem man mit dem Finger auf andere zeigt.“ Womit Benz auf die von ihm früher schon oft angeführte strukturelle Parallele zwischen traditionellem Antisemitismus und Islamophobie anspielt.


Wo sind also die Gründe zu suchen für die übertrieben aufgeregten Reaktionen der Politik, der Medien, der Öffentlichkeit, der Israel-Solidarisierer und der meisten hier lebenden Juden selbst, auf jeden noch so unschönen, aber letzten Endes doch harmlosen (weil lediglich verbalen) Vorfall gleich die Antisemitismus-Keule zu schwingen und laute Klagen anzustimmen, als stände eine neue Judenverfolgung unmittelbar bevor? Reaktionen, die zudem in krassem Widerspruch zu der Resonanz auf andere fremdenfeindliche und oft auch gewaltsame Übergriffe stehen, denen andere Minderheiten in Deutschland ausgesetzt sind – etwa muslimische Flüchtlinge, Afrikaner und Vietnamesen. Dass die Sensibilität gegenüber Juden auf Grund der monströsen NS-Verbrechen an diesen Menschen und in Folge der daraus resultierenden Schuldgefühle höher ist als gegenüber anderen Ethnien, versteht sich von selbst, erklärt aber nicht den Sachverhalt, warum die deutsche Reaktion so überaus hysterisch und politisch-ideologisch so einseitig ausfällt. Damit hängt eng das Tabu zusammen, die völkerrechts- und menschenrechtswidrige israelische Politik gegenüber den Palästinensern offen, klar und deutlich beim Namen zu nennen und unter Berufung auf das internationale Recht kritisieren zu können. Man kommt also nicht umhin, das deutsche Verhältnis zu Israel in die Betrachtung miteinzubeziehen, denn in der höchst umstrittenen Beurteilung der israelischen Okkupationspolitik feiert der Antisemitismus-Vorwurf seine abstoßendsten und widerlichsten Urstände.


Es gehört in Deutschland einerseits zur „Staatsräson“ (Kanzlerin Angela Merkel), sich mit Israel zu solidarisieren und für seine Existenz und Sicherheit einzutreten – das ist sozusagen die „milde“ Form der staatsoffiziellen Identifizierung mit dem zionistischen Staat. Es gibt aber sehr viel radikalere Individuen und Kreise, die sich mit Israel total identifizieren und auch seine Ideologie rückhaltlos vertreten und verteidigen: Diese Bewegung reicht von vielen Medien, den jüdischen Gemeinden, dem Zentralrat der Juden in Deutschland, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) bis zu Gruppen wie den „Antideutschen“ und anderen zionistischen Sekten.


 



Da gehört es zum Programm, auf jedes Vorgehen Israels (und sei es auch noch so brutal und menschenverachtend) mit Verständnis und Rechtfertigung zu reagieren und den Kritiker sofort gnadenlos und inquisitorisch des Antisemitismus zu bezichtigen, wobei Diffamierung, Verleumdung, Beleidigung, Einschüchterung und Rufmord die üblichen Mittel sind. Es geht bei diesem ruchlosen Vorgehen der Israel-Solidarisierer gar nicht mehr um wirklichen Antisemitismus (also um einen unverbesserlichen Hass auf Juden und die Überzeugung, dass Juden, genetisch minderwertig, böse und eine universelle Bedrohung sind, so eine herkömmliche Definition), sondern um den Nahost-Konflikt beziehungsweise den israelisch-palästinensischen Konflikt, der aber nicht etwa politisch, ökonomisch oder sonst wie analysiert wird, sondern lediglich die „Plattform für das gesteigerte Toben von Meinungen, Zuschreibungen, Schmähungen und selbstgefälligen Parteinahmen darstellt.“ (Moshe Zuckermann)


Dem ganzen ruchlosen Vorgehen liegt natürlich eine moralische Erpressung mit der Ansage an die Israel-Kritiker zu Grunde: Wenn Du das Tabu brichst, und zu Israels Verbrechen an den Palästinensern nicht schweigst, sondern sie öffentlich kritisierst, dann diffamieren wir Dich als Antisemit, was heißt, wir stellen Dich assoziativ auf eine Stufe mit den übelsten NS-Schergen.  >>>

 


Das Herrenvolk? - 6. November 2018 -  Abi Melzer - Selbst die giftigsten Zionisten und unbelehrbaren Antisemiten-Experten müssen widerwillig zugeben, dass der sogenannte „Israel bezogene Antisemitismus“ heute dominant und unübersehbar ist. Damit geben sie zu, dass der ganze Rummel, die unerträgliche Hysterie und das permanente Gejammer und Gezeter um den Antisemitismus nur eine Ablenkung von dem ist, was es wirklich ist: Kritik an der Politik des Staates Israel, die mit voller Absicht als Antisemitismus diskreditiert wird.

Wir haben es also mit zunehmender Kritik an Israels völkerrechtswidriger Politik zu tun, oder wie es Israels früherer Botschafter ausgedrückt hat: Nicht der Antisemitismus nimmt zu, sondern das Verständnis für Israels Politik nimmt ab. Das alles hat mit zunehmendem Hass auf Juden nichts zu tun, und die sogenannten Antisemitismus-Experten müssen auch zugeben, dass es nicht mehr Hass gibt, sondern, dass der Hass lauter, deutlicher und vernehmbarer wird.

Wer den Staat Israel wegen seiner barbarischen Politik kritisiert, ist nicht zwangsläufig ein Antisemit, oder andersherum ausgedrückt: Man muss kein Antisemit sein, um Israels Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen das Völkerrecht zu verurteilen. Es reicht im jiddischen Sinne „Mensch“ zu sein.

Es ist leider auch bedauerlich, dass die Vertretung der Juden in Deutschland, der Zentralrat, unter der Leitung des etwas naiven und einfältigen Arztes Dr. Schuster, nicht den Mut hat, sich gegen die zionistische Propaganda aus Jerusalem zu wenden und sich für Menschlichkeit, Toleranz und Gerechtigkeit einzusetzen und stattdessen blind hinter Israels Politik steht und nicht müde wird zu behaupten, dass man Israel ist. Wenn man aber Israel ist, dann sollte man nicht jammern und beklagen, dass die Opfer der israelischen Politik Israel hassen und mitunter ihren Hass auch gegen Menschen richten, die behaupten Israel zu sein. Dass diese Menschen auch Juden sind, interessiert die Opfer nicht. Sie hassen die „Jahuds“, nicht weil sie Juden sind, sondern weil sie sie als Israelis aus ihrer Heimat vertrieben haben, weil sie dieses Verbrechen nicht zugeben wollen und weil sie immer noch täglich Palästinenser aus ihren Wohnungen und Häusern vertreiben.    >>>

 

Rufmordkampagnen gegen Israelkritiker - Rainer Rupp im Interview mit Annette Groth (Die Linke) — RT Deutsch

 

 

Wenn die Geschichtsschreibung ganz im Dienst einer Ideologie steht - Arn Strohmeyer hat eine Gegendarstellung auf die ”Ausstellung zur Staatsgründung Israels” vor 70 Jahren verfasst - Hermann Dierkes

2008 jährte sich zum 60. mal die Nakba, also die Katastrophe mit Vertreibung, Massakern, Flucht, Zerstörung und Enteignung, mit der das palästinensische Volk die Staatsgründung Israels bezahlen musste – und bis heute bezahlt. Damals hat der Verein Flüchtlingskinder im Libanon e.V. eine sehr verdienstvolle Wanderausstellung auf den Weg gebracht, die die Nakba wissenschaftlich dokumentiert und den historischen Wahrheiten Gerechtigkeit widerfahren lässt. Die Ausstellung wurde gefördert vom Evangelischen Entwicklungsdienst sowie der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Wuerttemberg und von über 50 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterstüzt. Bis heute wurde sie an ca. 100 Orten gezeigt, u.a. 2014 im EU-Parlament in Strassburg und am Sitz der UN in Genf. Sie wurde von Zehntausenden besucht, trotz massiver Anfeindungen einer zweifelhaften ”Israel-”Lobby, deren Zensur- und Verbotsforderungen sich hier und da leider auch Kommunalpolitik und Kirchengemeinden gebeugt haben, wie jüngst wieder in Köln.15.000 Ausstellungskataloge wurden verkauft.

Der Erfolg der Ausstellung hat offensichtlich eine weitere Massnahme der ”Israel”-Lobby (in Wahrheit Agenten der rechtsextremen Regierung Netanjahu) hervorgerufen. Diesmal ist eine der Regierungspolitik nahestende Organisation namens ”DEIN e.V. Verein für Demokratie und Information” mit einer Wanderausstellung ”1948. Die Ausstellung zur Staatsgruendung Israels” auf den Plan getreten.

Der Journalist Arn Strohmeyer hat die mit 32 Tafeln und einem 70-seitigen Beiheft versehene Ausstellung untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass es sich um einen ”klassischen Fall von Geschichtsfälschung” handelt. In seiner Broschuere von gut 150 Seiten nimmt er die zentralen Aussagen auseinander, die vollkommen deckungsgleich sind mit den offiziellen Mythen der israelischen Staatsgründung. Strohmeyer stuetzt sich dabei u.a. bewusst auf die neueren Forschungsergebnisse israelischer Geschichtswissenschaft, die auf Basis von Staats- und Militärarchivöffnungen, Regierungsprotokollen, Aufzeichungen handelnder Personen und Zeitzeugenaussagen zu ganz anderen Einschätzungen kommen.

Doch die Arbeiten kritischer Historiker wie Simcha Flapan, Ilan Pappe, Shlomo Sand, Tom Segev und Moshe Zuckermann, werden von der Ausstellung ueberhaupt nicht zur Kenntnis genommen. Strohmeyer zeigt auch, dass die Ausstellung keineswegs die israelische Position widergibt. Es gebe eben auch das ”andere” Israel.

Die Macher versichern allerdings, dass man die Vergangenheit ”korrekt” und ”nicht verzerrt” präsentieren wolle, als ”historisches Korrektiv”, um ”Halbwissen, Vermutungen, Desinformation und Hassinformationen” entgegenzutreten. Strohmeyer dazu: ”Das klingt gut, ist aber selbst reine Propaganda, denn die Ausstellung wird den von ihr gesetzten Kriterien in keiner Weise gerecht. Ganz im Gegenteil: Man wundert sich, mit welchen Geschichtsfälschungen die Organisatoren der Austellung an die Öffentlichkeit gehen. Offenbar ist es ihre Absicht, ein völlig uninformiertes und ahnungsloses Publikum anzusprechen, das bereit ist, solche Mythen und Legenden zu akzeptieren, ohne zu widersprechen.” Weggelassen, vertuscht und manipuliert wird schon hinsichtlich der Vorgeschichte der Staatsgründung. Die Entstehung und Entwicklung der ausgesprochen kolonialistischen – auf Vertreibung der ansässigen Palästinenser ausgerichteten - zionistischen Bewegung seit Ende des 19. Jahrhunderts fehlt vollständig. Die Gegenwehr der Palästinenser in den 30er Jahren – noch unter britischer Mandatszeit – sei Ausdruck von Fanatismus, Machtstreben und Antisemitismus gewesen, während die jüdischen Einwanderer nur friedlich aufbauen wollten.

 

Gefälscht wird weiter hinsichtlich der strategischen Interessen, der Kräfteverhältnisse, der Chronologie und der Begleitumstände des israelisch-arabischen Kriegs und der palästinensischen Flucht und Vertreibung im Jahr 1948. Motto: Die meisten seien freiwillig gegangen. Eine von den zionistischen Terrormilizen und der entstehenden israelischen Armee betriebene ethnische Säuberung, die bereits unmittelbar nach dem UN-Teilungsbeschluss vom November 47 einsetzte, die die UN-Teilungspläne missachtete und lange vor dem schwächlichen und unkoordinierten arabischen Angriff nach der Ausrufung des Staates Israel am 15. Mai 1948 Fakten schuf, habe es nicht gegeben. Durchgängig werden im Beiheft die Palästinenser als blutrünstige Terroristen dargestellt, gegen die sich die guten Israelis verteidigen mussten und müssen. Die Verfasser des Ausstellungskatalogs bestreiten überhaupt die Tatsache, dass es seit Jahrhunderten ein palästinensisches Volk gab. Doch entgegen allen Beteuerungen fand der Zionismus Ende des 19. Jahrhunderts keine menschenleere Wüste vor, die er angeblich zum Blühen brachte, sondern drang in ein Land ein, in dem Hunderttausende Palästinenser seit langen Zeiten ansässig waren.

 

Strohmeyer resümiert: ”Weil die zionistische Ideologie nicht zugeben kann, dass der palästinensische Widerstand die Antwort auf die Unterdrückung der nationalen Rechte dieses Volkes ist (...), muss die zionistische Sicht auf die Geschichte und die aktuelle politische Situation mythisch, legendenhaft und deswegen ahistorisch sein. Das gilt auch für die hier kritisierte Exposition 1948. Die Ausstellung, die sich ganz der zionistischen Weltanschauung unterordnet.”

Er zitiert den herausragenden israelischen Historiker Ilan Pappe: ”Jeder Versuch zur Lösung eines Konflikts muss sich zuallererst mit dessen Kern auseinandersetzen. (…) Die Tatsache, dass die israelische und zionistische Version der Geschichte (...) in Deutschland weitgehend akzeptiert wird, basiert auf einer ganzen Ansammlung von Mythen, die alle darin münden, das moralische Recht und das ethische Verhalten der Palästinenser ins Zwielicht zu ruecken, was allerdings jede Chance auf einen zukünftigen gerechten Frieden enorm verringert.” Die Ausstellung ”1948” erinnert auf jeden Fall an die alte Volksweisheit: Die Wahrheit ist ein selten Kraut, noch seltener, wer es gut verdaut …

Arn Strohmeyer: Ein klassischer Fall von Geschichtsfälschung. ”1948.Die Ausstellung zur Staatsgründung Israels” ist eine Flucht in Mythen. Eine Gegendokumentation, Gabriele Schäfer Verlag, ISBN 978-3-944 487-60-1, 14,80 Euro

 

 

Wenn man Propaganda macht und vorgibt, Propaganda zu bekämpfen - Was die Veranstalter dieser Desinformationsausstellung sagen:    1948 Die Ausstellung - Begleit Broschüre >>>
 

Die Veranstalter der Ausstellung: DEIN – Demokratie und Information e.V.   >>>

 

 

Weglassen, vertuschen und manipulieren - „1948. Die Ausstellung zur Staatsgründung Israels“ ist ein klassischer Fall von Geschichtsfälschung - Arn Strohmeyer

Der israelische Historiker Ilan Pappe schreibt über die offizielle Geschichtsschreibung des Staates Israel, die die Zeit um 1948 behandelt, sie sei geprägt von „einer tief sitzenden Angst vor einer Debatte über die Ereignisse von 1948, da Israels ‚Behandlung‘ der Palästinenser in jener Zeit zwangsläufig beunruhigende Fragen nach der moralischen Legitimität des gesamten zionistischen Projekts aufwerfen würde. Für Israelis ist es daher von entscheidender Bedeutung, einen starken Verleumdungsmechanismus aufrechtzuerhalten, der ihnen nicht nur hilft, die von den Palästinensern in den Friedensverhandlungen gestellten Forderungen abzuwehren, sondern auch – und vor allem – jede eingehende Debatte über den Charakter und die moralischen Grundlagen des Zionismus zu vereiteln.

Die Palästinenser als Opfer israelischer Taten anzuerkennen ist für Israelis in mindestens zweierlei Hinsicht zutiefst beunruhigend. Da eine solche Anerkennung bedeutet, sich dem historischen Unrecht zu stellen, das Israel mit der ethnischen Säuberung Palästinas 1948 begangen hat, stellt sie die Gründungsmythen des Staates Israel in Frage und wirft eine Fülle ethischer Fragen auf, die unausweichliche Folgen für die Zukunft des Staates haben.


Die Palästinenser als Opfer anzuerkennen, ist mit tief verwurzelten Ängsten verknüpft, da es von den Israelis verlangt, ihre Wahrnehmung der ‚Vorgänge‘ von 1948 in Frage zu stellen. Aus Sicht der meisten Israelis - und nach der Darstellung, die die israelische Mainstream- und Populärgeschichtsschreibung immer wieder verbreitet – konnte Israel sich 1948 als unabhängiger Nationalstaat auf einem Teil des Mandatsgebietes Palästina etablieren, weil es den frühen Zionisten gelungen war, ‚ein leeres Land zu   >>>

 

Verlogene Entrüstung - Gründung: »Juden in der AfD«. Gastkommentar von Moshe Zuckermann - 27.09.2018 - (...) Die Entrüstung lässt sich gewiss nachvollziehen, und doch mutet sie verlogen an.

Denn ein humanistisches, antirassistisches, demokratisch-tolerantes Bild der Juden wird da gerade von jenen heraufbeschworen, deren menschenfreundliche Emphase merklich verblasst, wenn es um die Verurteilung der über 50 Jahre andauernden Knechtung der Palästinenser durch den israelischen Staat geht. Im Gegenteil, sobald sich jüdische (und andere) Kritiker zu Wort melden, die die israelischen Verbrechen in den besetzten Gebieten, die brutale fortwährende Verletzung von Menschenrechten und dem Völkerrecht, verurteilen, werden sie von diesen Vertretern der jüdischen Verbände in Deutschland des Antisemitismus geziehen und als »sich selbst hassende Juden« verleumdet. Der perfide Antisemitismusvorwurf dient ihnen als nicht minder perfider Koscherstempel für den Judenstaat.

Aber was will man von der jüdischen Prominenz in Deutschland? War es nicht jüngst die Mossad-Legende Rafi Eitan, die lobende Grußworte an die AfD richtete? War es nicht der israelische Premier Benjamin Netanjahu, der den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, Horthy-Bewunderer mit antisemitischer Rhetorik, in Israel als Staatsgast (mit obligatorischem Yad Vashem-Besuch) begrüßte? An Rassismus, Xenophobie, Araberhass und rabiater Volksverhetzung kann es Israels politische Kultur allemal mit der AfD aufnehmen, und zwar nicht nur »auf der Straße«, sondern auch – und gerade – in der Sphäre der hohen Politik. Von der zunehmenden Faschisierung der israelischen Politstrukturen sei hier geschwiegen.  >>>

9783864892271

Moshe Zuckermann

Der allgegenwärtige Antisemit

oder die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit

 

Zwischen Ressentiments und Realitätsverweigerung. Ein schonungsloser Blick auf die Deutsch-Israelische Geschichte - Ein Ungeist geht um in Deutschland – in der Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus werden wahllos und ungebrochen Begriffe durcheinandergeworfen, Menschen perfide verleumdet und verfolgt, Juden von Nicht-Juden des Antisemitismus bezichtigt. Die Debattenkultur in Deutschland ist vergiftet und die Realität völlig aus dem Blickfeld des Diskurses geraten. Deutsche solidarisieren sich mit einem Israel, das seit mindestens fünfzig Jahren Palästinenser knechtet, und wer das kritisiert, wird schnell zum Antisemiten. Moshe Zuckermann nimmt in seinem Buch den aktuellen Diskurs schonungslos in den Blick und spricht sich für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der deutsch-israelischen Geschichte aus.

 

Abraham Melzer
Die Antisemiten-Macher.

Deutschland, Israel und die neue Rechte
Westend Verlag Frankfurt/ Main
ISBN 978-3-86489-183-0
18 Euro
 

Rezension - Wider die Hysterie um die Kritik an Israels Politik - Abi Melzer klagt in seinem neuen Buch die Zionisten und ihre Anhänger als Erfinder des „neuen Antisemitismus“ an - Arn Strohmeyer


„Abraham Melzer aber hat sich um die geistige Kultur in diesem Lande verdient gemacht, indem er einen Akt der Zensur unterlief. Kein wirklicher Antisemitismus könnte dieser Kultur so nachhaltig schaden wie ein hysterischer Verdächtigungseifer, der hinter jedem israelkritischen Wort einen verkappten Antisemiten wittert. Wir brauchen kritische Wachsamkeit, und an ihr fehlt es nicht. Den Korrektheitsfanatismus von Großinquisitoren brauchen wir nicht und feigen Gehorsam ebensowenig.“ Hans Krieger, Bayerischer Rundfunk


Die Antisemiten-Macher - Dr. Ludwig Watzal - Das Buch des deutsch-jüdischen Publizisten und Verlegers kommt nicht nur zum rechten Zeitpunkt, sondern dieser hat mit dem Titel in ein Wespennest gestochen. Melzer hatte bereits Räumlichkeiten im Saalbau Gallus ordnungsgemäß gemietet, um sein Buch vorzustellen. Die Stadt Frankfurt, die über die Räume wacht, hatte kurzerhand den Mietvertrag wieder gekündigt. Diese Kündigung wurde vom Amtsgericht Frankfurt für rechtswidrig erklärt. >>>
 

 

Ist Antizionismus gleich Antisemitismus?

Arn Strohmeyer

 Eine Antwort auf Kritiker meines Buches Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt. Hitlers langer verhängnisvoller Schatten

Beiträge zur Internationalen Politik, Bd. 10
ISBN 9783944487489
13x20 cm, Englisch-Broschur, 182 Seiten - 17,90 Euro

Die Verteidiger der israelischen Politik in Deutschland greifen, wenn Kritiker unter Berufung auf die Menschenrechte und das Völkerrecht diese Politik kritisieren, schnell zum Antisemitismus-Vorwurf Arn Strohmeyer untersucht an einem prototypischem Fall – der Kritik des Bremer Grünen-Politikers und Vorsitzenden der Bremer Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) Hermann Kuhn an seinem Buch Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt – die Argumente, auf die sich die Israel-Apologeten dabei stützen. Strohmeyer kommt zu dem Ergebnis, dass die Verteidiger Israels so gut wie ausschließlich ideologisch argumentieren, aber offenbar nur begrenzte Kenntnisse des Zionismus und seiner Geschichte haben. Oder sie tabuisieren und verdrängen die zionistische Realität, weil sie nicht in ihr Wunschbild von Israel passt. Der Antisemitismus-Vorwurf, den sie gegen die Kritiker der israelischen Politik verwenden, erweist sich damit in erster Linie als eine ideologische Waffe, die von Israels Vorgehen gegen die Palästinenser ablenken und Kritik an Israels Vorgehen ausschalten soll.

 

 

Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt.
 Hitlers langer verhängnisvoller Schatten

Der Antisemitismus hat in Europa und speziell in Deutschland zu furchtbaren Verbrechen geführt, die im Holocaust der Nationalsozialisten ihren monströsen Höhepunkt erfuhren. Es versteht sich von selbst, dass besonders die westlichen Gesellschaften den Antisemitismus ächten und auf jede Form des erneuten Auftretens dieser Form des Rassismus äußerst sensibel reagieren. Der Antisemitismus-Vorwurf steht deshalb in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen ständig im Raum. Die Frage ist aber: Handelt es sich dabei wirklich um das Auftreten von echtem Antisemitismus oder wird dieser Vorwurf von Lobbygruppen nicht auch interessenbestimmt für das Erreichen bestimmter politischer Ziele instrumentalisierend eingesetzt?

Dieser Frage geht das vorliegende Buch nach. Der Autor stellt dabei fest, dass die histori­schen Veränderungen im Judentum selbst auch Folgen für den Antisemitismus-Begriff mit sich gebracht haben. Im Judentum gab es immer die beiden spaltenden Tendenzen der Absonderung, Abschottung und Isolation einerseits und der uni­versellen Offenheit und Weltzugewandtheit andererseits. Durch die Entstehung des Staates Israel und die ihn tragende ethnisch-nationalistische Ideologie des Zionismus hat die erste Richtung deutlich die Dominanz erlangt, die Universalisten sind im Judentum eher zu einer Randgruppe geworden. Da Israel den Anspruch erhebt, das ganze Judentum zu vertreten (was die Universalisten wiederum nicht anerkennen), hat der Anti­semitismus-Begriff sich in der Weise verändert, dass er nicht mehr allein Hass auf Juden wegen ihres Jude-Seins meint, sondern nun jede Kritik an Israel und seiner äußerst um­strittenen Politik gegenüber den Palästinensern als solchen bezeichnet.

Dieser Definition widersprechen aber die Universalisten, die sich für das Einhalten der jüdi­schen Ethik von Versöhnung und Nächstenliebe, Menschenrechten und Völkerrecht einsetzen.

Der heute gängige und im öffentlichen Diskurs benutzte Antisemitismus-Begriff erweist sich deshalb sehr oft als ein manipulativ und instrumentalisierend vorgebrachtes Argument, das einzig das Ziel verfolgt, die ethnischnationalisti­schen Interessen Israels zu vertreten und ein­zufordern, nicht aber als ein probates Mittel, über diese Form des Rassismus aufzuklären und sie zu bekämpfen.

 
Gegen diese Form des Missbrauchs und der ideologischen Instrumentalisierung des Anti-Antisemitismus wendet sich dieses Buch. Dass dieser Missbrauch besonders in Deutschland überhaupt möglich ist, hängt nicht zuletzt mit dem als Folge der nationalsozialistischen Ver­brechen vorherrschenden Schuldgefühl gegenüber Juden und dem daraus abgeleiteten Philosemitismus zusammen.

Es wird dabei oft übersehen, dass Philosemitismus und Antisemitismus sehr eng zusammenhängen und dass ers­terer für eine verzerrtes Bild gerade im Blick auf den Nahost-Konflikt verantwortlich ist. Auch dieser Phänomen unterzieht der Autor einer ausführlichen Analyse. Er plädiert deshalb für eine realitätsbezogene Beurteilung des Konflikts und für eine im Sinne universalistischer Werte gerechte Lösung auch für die Palästinenser.
 

Arn Strohmeyer: Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt.
Hitlers langer verhängnisvoller Schatten,
Gabriele Schäfer Verlag Herne,
ISBN 978-3-944487-30-4, 17.80 Euro

 

Buch - Leseprobe  3 - Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt >>>
Buch - Leseprobe  2 - Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt >>>
Buch - Leseprobe  1 - Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt >>>
Buch - Antisemitismus – Philosemitismus >>>

 

Antisemitismus - Philosemitismus und der Palästina-Konflikt - Rezension von Dr. Ludwig Watzal - Auch 70 Jahre nach dem unfreiwilligen Abtreten des "Großen Diktators" von der Weltbühne leidet Deutschland immer noch am Nazi-Syndrom. Von "Bewältigung" oder "Aufarbeitung" der Geschichte kann nur einschränkend die Rede sein. >>>


Arn Strohmeyer, Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt. - Hitlers langer verhängnisvoller Schatten. - Rezension von Ekkehart Drost, 19.9.2015 >>>


Fingerübung auf dem Klavier der Schuldgefühle - 17. 9. 2015 - Wie der Philosemitismus Deutschlands Beziehung zu Israel bestimmt, beschreibt Arn Strohmeyer in seinem neuen Buch -  Rezension von Sven Severin
 

Abrechnung mit Israels manipulativer Verwendung des Antisemitismus-Begriffs -  Arn Strohmeyer, „Antisemitismus – Philosemitismus und der Palästina-Konflikt: Hitlers langer verhängnisvoller Schatten“ Rezension von  Kurt O. Wyss  

 

 

 

 

 

 

Die vielen einsamen Stimmen - 11. Juni 2018 - Yossi Bartal -  In der neuen Ausgabe der „Siegessäule“, Berlins größtem queeren Magazin, setzt dessen regelmäßiger Autor, Dirk Ludigs, Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleich, und das nicht zum ersten Mal. Die Methode ist bekannt – er stellt eine Nazidemonstration, den Angriff auf einen Kippa-tragenden arabischen Israeli in Berlin, eine Netanjahu-Karikatur und linke Kritiker der israelischen Besatzung, viele von ihnen selbst jüdisch, in eine Reihe, um sie alle in gleichen Maßen zur Bedrohung für jüdisches Leben in Deutschland zu erklären. Seinen auf Englisch und Deutsch veröffentlichten Leitartikel „Stimme erheben“ beendet er wie ein Prophet in der Wüste: es wäre endlich Zeit, klar auszusprechen, dass wir ein Antisemitismusproblem haben; Israelkritik wäre dabei die beliebte Einstiegsdroge.

Auffallend an dem Artikel ist vor allem die Darstellung, die letzten antisemitischen Vorfällen hätten kaum Proteste gelöst. So beschreibt Ludigs eine anti-israelische Kundgebung von 50 Nazis in Dortmund und behauptet, dass „kaum jemand protestiert(e)“ – und ignoriert dabei die zwischen 70 und 200 anwesenden antifaschistischen Gegendemonstranten (siehe z.b http://www.belltower.news/artikel/dortmunds-die-rechte-praktiziert-%C3%B6ffentlich-antisemitismus-und-hetze-gegen-israel-13671 ). Er erwähnt die Karikatur in der Süddeutschen Zeitung, erzählt aber seinen Lesern nicht, dass kurz nach ihrer Veröffentlichung die Zusammenarbeit mit dem verantwortlichen Karikaturisten endgültig beendet wurde. In Bezug auf die Proteste nach dem Angriff in Prenzlauer Berg ignoriert er die unzähligen Aufrufe von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Politikern aller Parteien (einschließlich der AfD) und Zeitungen von Bild bis zur taz, an Demonstrationen teilzunehmen und nennt die Menge von 2500 Protestierenden vor dem Jüdischen Gemeindehaus in Berlin „überschaubar“. Die gleichzeitig stattfindenden Demonstrationen in Köln, Erfurt und Magdeburg, mit Hunderten Teilnehmern werden gar nicht erst erwähnt, genauso wie die klare Verurteilung des Angriffs durch Angela Merkel oder die Tatsache, dass mehrere Abgeordnete in Solidaritt mit der jüdischen Gemeinde im Bundestag eine Kippa trugen.

Aus der äußert selektiven Wahrnehmung des Autoren kommt auch eine aberwitzige Schlussfolgerung – Juden wären hierzulande auch als Opfer diskriminiert! Von der deutschen Gesellschaft bekämen sie weniger Solidarität als Opfer rassistischer, islamophober und homophober Attacken – die vermeintlich viel größere Empörung hervorrufen würden.

Es genügt, das Geschehen nach dem antisemitischen Anschlag in Prenzlauer Berg mit den tatsächlich „überschaubaren“ Reaktionen auf den Angriff auf eine junge kopftuchtragende Frau in Spandau eine Woche danach zu vergleichen, um festzustellen, wie unglaubwürdig diese Aussage ist.  >>>
 

 


Bundeskabinett beschließt Definition von Antisemitismus

Donnerstag, 21. September 2017 09:13


Die Bundesregierung hat am Mittwoch die von der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) vorgelegte einheitliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus beschlossen und folgt damit der Empfehlung des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

„Der Beschluss des Bundeskabinetts ist ein klares Bekenntnis unseres Landes, Antisemitismus in keiner Form zu dulden oder zu tolerieren. Deutschland setzt sich nach innen wie nach außen für eine differenzierte Auslegung des Begriffes ein, der dieses menschenverachtende Phänomen beschreibt.

Es ist besorgniserregend, dass antisemitische Vorurteile zunehmend offener geäußert werden, gerade solche, die sich auf den Staat Israel als jüdisches Kollektiv beziehen. Das darf uns nicht ruhen lassen, weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Darum treten wir jeder Form von Antisemitismus mit aller Entschlossenheit entgegen. Dazu braucht es die tatkräftige Unterstützung von Opfern ebenso wie verstärkte Bildungs- und Aufklärungsarbeit in Schulen wie in der Erwachsenenbildung.“

Hintergrund:

Die Begriffsbestimmung wurde im Mai 2016 von den 31 Mitgliedstaaten der IRHA verabschiedet. Israel, Großbritannien, Österreich und Rumänien stimmten der Definition bereits zu. Sie lautet: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“

Mit der Arbeitsdefinition wird das Ziel verfolgt, Antisemitismus möglichst früh zu erkennen, um ihn entschlossen bekämpfen zu können. Sie soll insbesondere in der Schul- und Erwachsenenbildung sowie in der Justiz und der Exekutive verwendet werden. 
Freigegeben in Berlin     Quelle 
 

 

Bundesregierung beschließt einheitliche Antisemitismus-Definition - In Deutschland ist künftig eine international ausgearbeitete Definition von Antisemitismus gültig. Dadurch soll die Strafverfolgung vereinfacht werden. - 20. September 2017 -  Quelle: ZEIT ONLINE

Die Bundesregierung hat beschlossen, sich der internationalen Definition von Antisemitismus anzuschließen. Dadurch soll erreicht werden, verschiedene Ausprägungen von Antisemitismus möglichst früh zu erkennen und zu bekämpfen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) stellte die Arbeitsdefinition gemeinsam mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) in der Ministerrunde vor. "Wir Deutschen sind besonders wachsam, wenn Antisemitismus in unserem Land um sich zu greifen droht", sagte de Maizière.

Die Definition beruht auf Arbeiten der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA). Sie lautet: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen."  >>>

 

IMMER NOCH EINE MÖGLICHKEIT ANTISEMITISMUS ZU ERFINDEN

"Antisemitismus im Gewand vermeintlicher Israelkritik gilt es ebenso zu bekämpfen wie die alten Vorurteile gegenüber Juden", sagte der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster.  >>>



 



 

 

Liebe Freunde, unsere Politiker haben sich mit der Forderung eines „Antisemitismus-Beauftragten“ kräftig verrannt. Inzwischen gibt es sogar Kritik aus Israel*. -   Jürgen Todenhöfer - Selektiver (!) Anti-Rassismus reicht nicht. Man muss jeden Rassismus bekämpfen. Auch den gegen Muslime. Laut „Antisemitismus-Bericht 2017“ wollen „nur“ 5% der Deutschen keine Juden als Nachbarn. Aber 21 % keine Muslime. DAS PROBLEM UNSERER TAGE IST DER HASS AUF DEN ISLAM UND MUSLIME, DER HASS AUF ALLES ANGEBLICH FREMDE.

Dieser Hass bricht sich immer freiere Bahn. Vor wenigen Tagen erklärte der AfD-Politiker Björn Höcke: „Wir werden die Macht bekommen und die Direktive ausgeben, dass am Bosporus mit den drei großen M, Mohammed, Muezzin und Minarett, Schluss ist“. So hetzten die Nazis einst gegen die Juden. So hetzen sie heute gegen Muslime. Jeden Tag mehr.

So darf es nicht weitergehen. Unsere jüdischen Mitbürger sollen wissen, dass wir sie uneingeschränkt gegen Rassismus schützen. Aber unsere muslimischen Mitbürger auch. MUSLIMISCHE UND JÜDISCHE MITBÜRGER SIND BÜRGER ERSTER KLASSE. Die Ernennung eines bloßen Antisemitismus-Beauftragten reicht daher nicht aus. Er würde unseren jüdischen Mitbürgern eher schaden als nützen. Wir brauchen einen ANTIRASSISMUS-Beauftragten.

Hier noch einige Fakten und Meinungen, die man in dieser Debatte kennen sollte:

1.) Am 7.4.2017 veröffentlichte die Bundesregierung den „Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus“, den sogenannten Antisemitismus-Bericht 2017.

Dort steht auf Seite 69, dass die soziale Distanz gegenüber Juden insgesamt gesehen gering ausgeprägt sei. Während gegenüber Italienern, Juden und Schwarzen die Ablehnung als Nachbarn sehr gering ausfalle, steige die soziale Distanz gegenüber Osteuropäern, Muslimen, Asylbewerbern bis hin zu Sinti und Roma immer stärker an.

Auf Seite 62 heißt es: „Die repräsentativen Umfragen zeigen in den vergangenen 15 Jahren für die deutsche Gesamtbevölkerung einen kontinuierlichen Rückgang bei den klassisch-antisemitischen Einstellungen, der sich auch 2016 fortsetzt. So liegt die Zustimmungsrate zu klassischem Antisemitismus, der Juden »zu viel Einfluss« unterstellt und mit antisemitischen Stereotypen arbeitet, 2016 nur noch bei rund fünf Prozent, 2002 lag diese noch bei rund neun Prozent (Leipziger-Mitte-Studie und FES-Mitte-Studie 2016).“

Ich begrüße diesen Rückgang des Antisemitismus sehr. Und sage Gott sei Dank! Alles andere als ein Rückgang des Antisemitismus wäre angesichts der deutschen Geschichte schlimm. Obwohl auch 5% Antisemitismus noch immer 5% zu viel sind.

2.) Immer wieder wird der Eindruck erweckt, Antisemitismus in Deutschland komme von den Muslimen. Angesichts der deutschen Geschichte ist das eine ziemliche Unverfrorenheit. Das gilt auch für die Gegenwart. Nach offiziellen Zahlen der Bundesregierung vom Dezember 2017 auf eine parlamentarische Anfrage der LINKEN, wurden 2017 über 91% aller antisemitischen Straftaten von Rechtsextremisten begangen. Und nicht von Muslimen. Nur 1,9% der Straftaten waren religiös motiviert. Die Diskussion in Deutschland über den angeblich muslimischen Antisemitismus geht völlig an den Realitäten unseres Landes vorbei.

3.) Sehr souverän und mitfühlend ist der Kommentar des in Israel aufgewachsenen Schriftstellers David Ranan in der Süddeutschen Zeitung vom 20. Januar: “In Deutschland lebende Juden sind bedroht, wenn sie auf der Straße beleidigt oder gar attackiert werden. Leider erleben das Juden in Deutschland. Leider erleben das aber auch viele Muslime im Land.” Von seiner Fairness könnten sich manche deutsche Politiker eine Scheibe abschneiden.

Der meist brillante Heribert Prantl, der sich, anders als ich, für einen Antisemitismus-Beauftragten einsetzt, schrieb in der SZ: „Der Antisemitismus ist eine [besonders] geschichtsmächtig destruktive Kraft“. Richtig! Aber dasselbe gilt für den Hass auf den Islam! Seit über zwei Jahrhunderten wurden im Namen dieser Einstellung im Mittleren Osten viele Millionen Muslime ermordet.

Liebe Freunde, bitte geht bei der Diskussion dieser Fakten und dieses Posts fair mit Euren jüdischen und muslimischen Mitbürgern um! Es gibt schon jetzt zu viel Hass auf dieser Welt. Euer JT  
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The Invention of „New“ Anti-Semitism to silence Critics of Israel’s Crimes against Humanity - Alison Weir - 24. 5. 2017 - Anti-Semitism: A strategy to immunize Israeli war crimes against criticism!

An anti-Semitism is a form of racism. It’s prejudice against Jewish people by the mere fact of being Jewish. All other forms of so-called „new“ anti-Semitism are inventions by the Zionist Israel Lobby to immunize the different Israeli governments against any criticism of its brutal, oppressive policy against the People of Palestine.

The late Shulamit Aloni, a former member of the Israeli Parliament, set the record straight about the accusation of „anti-Semitism“ in an interview in 2002 with Amy Goodman from „Democracy Now“ saying: “It’s a trick. We always use it. When from Europe somebody is criticizing Israel, then we bring up the Holocaust. When in this country people are criticizing Israel, then they are ‘anti-Semitic.'“

About the Israel Lobby, Aloni said: “It’s strong and has a lot of money. Ties between Israel and the American Jewish establishment are very strong (…) their attitude is ‘Israel, my country right or wrong.’” “It’s very easy, to blame people who criticize certain acts of the Israeli government as ‘anti-Semitic’ and use that claim to justify everything Israel does to the Palestinians.” >>>

Esther Schapira und Georg M. Hafner: Berufszionisten als Oberlehrer - 26. Mai 2017 - Ludwig Watzal - Im Zentralorgan des Zentralrates der Juden in Deutschland (Jüdische Allgemeine) haben zwei Berufszionisten (Sayanim), Esther Schapira und Georg M. Hafner, sich als „Oberlehrer“ versucht. Besser als diese beiden hätte niemand diesen Auftrag erledigen können. Mit erhobenem Zeigefinger zu hantieren, ist eine deutsche Charaktereigenschaft, darin unterscheiden sich deutsche Zionisten nicht von den „gewöhnlichen“ Deutschen. Da beide von fürstlichen Gehältern im durch Zwangsgebühren alimentierten Öffentlich-Rechtlichen Propaganda-Fernsehfunk tätig sind bzw. waren, brauchen sie keine Skrupel zu haben, um Andersdenkende zu belehren, da ihnen die „Bundesbesoldungsordnung“ zur zweiten Natur geworden zu sein scheint.

Es geht den beiden wieder einmal um die Inkriminierung der Haltung einiger kritischer Deutscher zum Nahostkonflikt und deren Kritik an Israel. Dieser Artikel entspricht dem Niveau ihres gemeinsam verfassten Pamphlets „Israel ist an allem schuld. Warum der Judenstaat so gehasst“. Beide Elaborate sind unterirdisch. So offenbart der Artikel im „Zentralorgan“, mit welchen Vorurteilen und Komplexen zionistische „Broderlinge“ krampfhaft versuchen, den Deutschen etwas einzureden, das in ihren eigenen Köpfen herumgeistert, nämlich eine abartige Ideologie überfrachtet mit Vorurteilen.

Der Vorzeige-Zionist aus Berlin hätte es nicht treffender formulieren können. „Warum müssen ausgerechnet die Kinder und Kindeskinder derer, die Juden planmäßig auszulöschen versuchten, den Überlebenden und ihren Familien Ratschläge erteilen, wie sie sich anständig verhalten sollen?“ Haben vielleicht die Kinder und Kindeskinder der Täter mehr aus der Vergangenheit gelernt, als die Kinder und Kindeskinder der Opfer? Wer die israelische Gesellschaft nicht mit einer rosaroten oder sogar schwarzen Brille betrachten, kann sich nur von dem offenen Rassismus und der Menschenverachtung der Siedler und weiten Teilen des Polit-Establishments gegenüber den Palästinensern indigniert abwenden. Reden etwa Schapira und Hafner immer nur mit Ihresgleichen, den Funktionären des Zentralrates oder der rechtsextremistischen Israellobby?

Dass die israelische Besatzungsmacht im besetzten Palästina „Ghettos“ geschaffen hat, bestreitet niemand. Der Gaza-Streifen ist ein Ghetto, einige Nennen es „Freiluftgefängnis“, über das Israel die Schlüsselgewalt besitzt. Dass >>>

 

Zionismus und Antisemitismus - Ein grundlegendes Problem in der Ansicht vieler deutscher Linken auf Palästina und den Zionismus besteht darin, dass das Paradigma unkritisch akzeptiert wird, der Zionismus sei eine emanzipatorische Antwort auf den Nationalsozialismus. Schon historisch ist diese Annahme falsch – die zionistische Bewegung und die ersten Stufen der Kolonisierung Palästinas entstanden einige Jahrzehnte vor dem deutschen Faschismus. Nichtdestotrotz besteht natürlich eine Beziehung zwischen dem Zionismus und dem europäischen Antisemitismus; diese Beziehung ist aber viel weniger kausal und viel dialektischer, als es in dem hegemonialen Diskurs in Deutschland gesehen und analysiert wird.

Der folgende Text ist eine deutsche Übersetzung des Artikels „Zionism and Anti-Semitism“ vom 10. Februar 1972. Übersetzung und Vorwort von Dror Dayan >>>


 

30. 8. 2015 - Antisemiten sind mir egal! Antisemit ist, wen manche Juden hassen - Abi Melzer - Gerüchte sind manchmal hartnäckiger als Tatsachen. So verhält es sich zumindest mit dem Antisemitismus, der zwar nach Meinung von Theodor W. Adorno lediglich ein Gerücht sei, aber eines, das schon seit hunderten von Jahren existiert. Viele Jahre offen rassistisch, brutal und nicht selten tödlich und oft auch versteckt, im Verborgenen, und dennoch nicht minder gefährlich.

Antisemitismus ist eine der widerlichsten Ideologien, die Menschen je erfunden haben. Diese Behauptung muss heute nicht mehr bewiesen werden. Gleichwohl darf man nicht ignorieren, dass der Antisemitismus als gewöhnlicher Judenhass begonnen hatte und jahrhundertelang keine Ideologie war, sondern religiöser Eifer, Vorurteil und Fremdenhass. Erst im neunzehnten Jahrhundert, mit dem Aufkommen von Nationalismus und Rassismus, verwandelte sich der Judenhass in eine rassistische, völkische Ideologie mit gefährlichen Inhalten. Die Auswirkungen des Antisemitismus sind weltweit bekannt. Nur wenige wissen, dass der Zionismus eine Missgeburt des Antisemitismus ist. Heute dient der Vorwurf des Antisemitismus, die Gegner des Zionismus mundtot zu machen und notwendige Debatten im Keim zu ersticken.

„Hütet euch vor Antisemitismus und allen anderen Formen von Rassismus“ Das waren die Grußworte von Erzbischof Desmond Tutu an die Teilnehmer des Kirchentages im Juni 2015 in Stuttgart, „aber hütet euch auch genauso davor, zum Schweigen gebracht zu werden von jenen, die euch wegen der Kritik an der unterdrückerischen Politik Israels als Antisemiten abstempeln wollen.“. Und Avi Primor, der von 1993 bis 1999 Israels Botschafter in Deutschland war, sagte im Frühjahr 2015 auf einer Veranstaltung in Bremen: „Nicht der Antisemitismus nimmt zu, sondern die Sympathien für Israel nehmen ab.“ Damit bestätigt Avi Primor, dass Antisemitismus und Israel aneinander gekoppelt sind wie siamesische Zwillinge. Der Antisemitismus nimmt zu, wenn es Israel schlecht geht bzw. wenn Israel sündigt. Der Versuch Israels das anders zu deuten, nämlich, dass es Israel schlecht geht, weil der Antisemitismus zunimmt, ist aber gescheitert. >>>

„Das ging zwar gegen Israel als Staat. Aber das war nur vorgeschoben, um den Antisemitismus zu kaschieren.“
(Der Präsident der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber  über die Demonstrationen im letzten Sommer gegen den Gaza-Krieg Israels.)

 
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Dauerbrenner Antisemitismus
Warum wird Israels Rolle bei der neuen Debatte völlig ausgeblendet?


Arn Strohmeyer

Der Zentralrat der Juden in Deutschland rät deutschen Juden davon ab, die Kippa zu tragen. Ist es schon wieder so weit? Ist die SA schon wieder unterwegs auf deutschen Straßen? Der Antisemitismus sei stark im Ansteigen, heißt es. Die Muslime sind für den Zentralrat der Stein des Anstoßes, von dieser Seite kommt angeblich die Bedrohung. Nun mag es dumme Anpöbeleien, stupide Schmähungen gegeben haben, von schweren Anschlägen ist in Deutschland bisher glücklicherweise nichts bekannt. Wirkliche Aggressionen solcher Art haben sich in den letzten Jahren eher auf Muslime verlagert, die eigentlich viel mehr Grund haben, sich in diesem Land bedroht zu fühlen – siehe PEGIDA und seinen Anhang. Islamophobie ist viel verbreiteter als Antisemitismus.

Wie ernst sind die Warnungen vor neuem Antisemitismus zu nehmen oder handelt es sich hier lediglich um eine propagandistische Panik-Kampagne? Vor einem Monat gab eine Bertelsmann-Studie über das Verhältnis der Deutschen zum Holocaust auch Aufschluss über das Verhältnis der Deutschen zu Juden bzw. zu Israel. Dass die Mehrheit der Deutschen einen Schlussstrich unter das Kapitel Nationalsozialismus und Holocaust ziehen will, ist seit langem bekannt, aber sehr bedauerlich, denn Schlussstriche sind meistens eine Weigerung, sich mit einer schlimmen Vergangenheit auseinanderzusetzen – und Verdrängung macht niemals frei. Interessant sind aber auch andere Zahlen: Die Sympathiewerte für Israel sinken in Deutschland dramatisch. Im Jahr 2014 hatten nur noch 36 Prozent der Deutschen eine positive Meinung von diesem Staat, 2007 waren es noch 57 Prozent. Das ist eine deutliche Aussage, und der Hintergrund ist klar: Der Nahost-Konflikt, also Israels unrechtmäßiges Vorgehen gegen die Palästinenser hat seine deutlichen Spuren hinterlassen.


Zwischen der ersten und der zweiten Befragung lagen zwei Gaza-Kriege (2008/09 und 2014), in denen eine wehrlose Bevölkerung einem furchtbaren Beschuss und Bombardement ausgesetzt war, wobei Tausende Palästinenser getötet wurden, bei kaum eigenen israelischen Verlusten. Und auch die Besatzungspolitik in der Westbank mit permanenten Landraub, Siedlungsbau, Unterdrückung der Menschen dort, der Zerstörung von Häusern, Brunnen, Feldern und Olivenhainen (Polizei und Armee schauen zu und greifen nicht ein) – wen kann ein solches Vorgehen gleichgültig lassen, wenn er sich sein Empfinden für Gerechtigkeit und Moral bewahrt hat?


Täglich überfallen jüdische Siedler Dörfer der Palästinenser, Brandanschläge auf Moscheen sind an der Tagesordnung, Sprechchöre und Graffitis wie „Tod den Arabern!“ oder „Araber in die Gaskammern!“ oder Schmähparolen an christlichen Kirchen gehören inzwischen zum Alltag. Moslems in Deutschland registrieren solche Vorgänge sehr genau, die moderne Medienwelt bringt diese Ereignisse bis ins Wohnzimmer. Und da Israel vorgibt, für alle Juden in der Welt zu sprechen und der Zentralrat rückhaltlos hinter Israel steht, darf man sich nicht wundern, dass der Hass bei Moslems und Bürgern aus arabischen Staaten größer wird und sich auch gegen Juden in Deutschland richtet. Ist das aber gleich Antisemitismus? Die sinkenden Sympathiewerte für Israel sind auch deshalb erstaunlich, weil die deutschen Medien – wohl aus Angst vor dem Antisemitismus-Vorwurf – nur sehr zurückhaltend oder gar nicht über Israels Vorgehen in den besetzten  >>>

Gehrcke, Wolfgang: Rufmord

Gehrcke, Wolfgangi:
Rufmord

Die Antisemitismus-Kampagne gegen links


Neue Kleine Bibliothek 214, etwa 160 Seiten
VORBESTELLEN - Erscheinungstermin: April 2015

Die deutsche Linke wird immer wieder mit dem Verdikt des Antisemitismus belegt. Ihre Kritik an der US-amerikanischen wie der israelischen Regierungspolitik bediene antisemitische Vorurteile. Dieser Vorwurf wird in Politik und Medien in stetiger Wiederholung variiert. Wie kommt es zu solchen Anschuldigungen und was bezwecken sie? Warum richten sie sich ausgerechnet gegen links? Stellen sie nicht eine der schlimmsten Anklagen dar, die gegen ein linkes Selbstverständnis erhoben werden könnten? Sind derartige Kampagnen möglicherweise nur ein Vorwand? Sollte es dabei etwa gar nicht gegen Antisemitismus gehen? Zielen sie vielleicht in Wirklichkeit nur auf den Antikapitalismus der Linken? Wolfgang Gehrcke deckt auf, welche formellen und informellen Netzwerke solche propagandistischen Feldzüge inszenieren, mit welchen unbewiesenen Unterstellungen und Manipulationen sie operieren und welche Absichten sie verfolgen. Und er konfrontiert den behaupteten mit dem tatsächlich existierenden Antisemitismus.


 

Die Karriere einer "offiziellen EU-Definition des Antisemitismus" - Sang- und klanglos verschwunden - George und Doris Pumphrey - In Diskussionen über Israel wurde und wird immer wieder Bezug genommen auf eine "Arbeitsdefinition Antisemitismus der EU", um Kritik an israelischer Regierungspolitik als eine Form des Antisemitismus zu denunzieren. Dieses "offizielle" Dokument soll den Beweis dafür liefern. Da es auf der Internetseite einer EU-Agentur zu finden war, meinten und meinen selbst Kritiker der israelischen Politik, es handle sich um ein "offizielles" EU-Dokument.

Die Karriere dieser "offiziellen EU-Definition" begann vor mehr als zehn Jahren. Unter der Schirmherrschaft der UNO fand im Spätsommer 2001 die Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban, Südafrika statt. Die Delegation der USA und Israels verließen vorzeitig die Konferenz aus Protest gegen die Forderung, das israelische Vorgehen gegen die Palästinenser als Rassismus zu bezeichnen, die auf Seiten anderer offizieller Delegationen und in der gleichzeitig stattfindenden NGO Konferenz erhoben wurde.>>>


Die Beschwörung der Antisemitismus-Gefahr als politische Waffe - Ein Nachwort zu der Demonstration des Zentralrats am Sonntag in Berlin - Arn Strohmeyer - 16. 9. 2014

Dieter Graumann vom Zentralrat der Juden in Deutschland hatte gerufen und alle, alle kamen – die Bundeskanzlerin, der Bundespräsident, Minister, die Spitzen der Kirchen und sogar der muslimischen Verbände, um Flagge zu zeigen und Solidarität auszudrücken. Wofür und wogegen? Für einen Staat, dessen „moralischste Armee der Welt“ gerade über 2000 Menschen umgebracht und Zehntausende verletzt und einen ganzen Landstrich in Schutt und Asche gelegt hat. Und gegen eine „Welle des Antisemitismus“, die angeblich über das Land hinwegging, weil ein paar durchgeknallte und ausgeflippte Schreihälse in der Tat judenfeindliche Parolen gebrüllt hatten. Selbst der renommierte Antisemitismusforscher Wolfgang Benz, sicher kein Freund der Schreihälse, wollte von einem „neuen Antisemitismus“ nichts wissen.

Der Aufschrei vom „neuen Antisemitismus“ kam nicht zufällig. Er hat Methode. Immer wenn Israel negativ in die Schlagzeilen kommt, gibt es diesen gut inszenierten laut vorgebrachten Protest. Der amerikanisch-jüdische Politologe und Historiker Norman Finkelstein hat schon 2005 diesen Sachverhalt so dargestellt: Jedes Mal wenn Israel durch internationalen Druck (wie jetzt beim Überfall auf den Gaza-Streifen) dazu gebracht werden soll, seine Kriegs- und Besatzungspolitik zu beenden, inszenieren diejenigen, die Israel blind gegen jede Kritik verteidigt sehen wollen, eine weitere bis ins kleinste Detail durchkomponierte Oper, die den Zuschauern medienwirksam die erschreckenden Ausmaße des weltweiten Antisemitismus vor Augen führen soll.
Diese propagandistische Aufbereitung einer angeblich bestehenden Antisemitismusgefahr  – so Finkelstein weiter – soll erstens der Kritik an Israel die Berechtigung entziehen, zweitens die Juden und nicht die Palästinenser als Opfer darstellen und drittens der arabischen Welt den Schwarzen Peter zuschieben. Finkelstein nennt dieses Hochspielen eines „neuen Antisemitismus“ eine „ideologische Waffe“, die missbraucht werde, um Israel gegen berechtigte Kritik immun zu machen. Wie schändlich eine solche Instrumentalisierung der Opfer des Holocaust für die Rechtfertigung von Israels menschenverachtender Politik ist, versteht sich von selbst.


Genau dies hat sich am Sonntag vor dem Brandenburger Tor in Berlin abgespielt. Da wurde immer wieder von den Rednern auf das – jetzt wieder bedrohte – Lebensrecht der Juden in Deutschland hingewiesen. Kanzlerin Merkel meinte, auf die selbstverständliche Stellung des Judentums in Deutschland neben Christentum und Islam hinweisen zu müssen. Wer hat das je bestritten? Muss man ständig Selbstverständlichkeiten wiederholen, nur weil ein paar Schreihälse Anderes gröhlen? Im Grunde zeigt sich an solchen Bekundungen nur, auf wie schwachem Fundament das deutsch-israelische Verhältnis in Wirklichkeit steht, das nicht von echtem Vertrauen, sondern auf deutscher Seite ausschließlich von einem höchst irrationalen Philosemitismus getragen wird. Es bleibt festzustellen: Es gibt in Deutschland keinen von der Mehrheitsgesellschaft (und schon gar nicht vom Staat) getragenen Antisemitismus, der Juden gefährden könnte. Was soll da die ganze Aufgeregtheit?


Zumal die Frage, was Antisemitismus heute überhaupt ist, nur sehr schwer zu beantworten ist. Der „klassische Rassenantisemitismus“, wie ihn die Nazis praktiziert haben, existiert Gottseidank nicht mehr. Es bleibt die Definition: Man hasst Juden, weil sie Juden sind. Solche Vorurteile gibt es sicher. Aber auch diese Version dürfte nicht mehr sehr weit verbreitet sein, weil die „Juden“ von heute die Moslems und andere Minderheiten sind. Der Hass hat sich auf sie verlagert. Was bleibt? Der Zorn, die Wut und die Verzweiflung über die Politik Israels, die gerade – nach schon so vielen anderen – in Gaza ein riesiges Massaker angerichtet hat, das Resultat der brutalen israelischen Besatzungspolitik, die gegen jedes Menschen- und Völkerrecht verstößt und Millionen Palästinensern Freiheit und Menschenwürde nimmt. Kann man Menschen, die dagegen protestieren und sich vielleicht auch in der Wortwahl völlig vergreifen, gleich als „Antisemiten“ bezeichnen und mit Hitlers Schergen auf eine Stufe stellen?


„Wer Hitler abschütteln will, muss heute die Palästinenser verteidigen“, sagt der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser, der als Jude vor den >>>

#########15. 9. 2014 - Die Kleider des nackten Königs - Abi Melzer  - Am Sonntag fand vor dem Brandenburger Tor in Berlin eine “Massenversammlung” gegen Antisemitismus statt, zu der keine Massen kamen, sondern, nach Angaben der Polizei, höchstens viertausend Teilnehmer; und das war auch gut so. Vor allem aber fiel auf, dass kaum ein Prominenter fehlte: Joschka Fischer neben Gregor Gysi, Friede Springer neben Charlotte Knobloch, Oppermann neben Kauder, Moderator Cherno Jobatey neben Außenminister Steinmeier und Familienministerin Schwesig, Kardinal Reinhard Marx neben EKD Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider, DFB-Chef Wolfgang Niersbach neben Innenminister Thomas de Maizière und Ronald S. Lauder vom jüdischen Weltkongress neben Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime, um nur einige zu nennen. Waren die DGB-Funktionäre nicht vertreten? Viele der “unbedeutenden/bedeutenden” MdBs bleiben hier unerwähnt, da sie nur die weitere Staffage bilden mussten. Alle eilten herbei, weniger um zu demonstrieren, als vielmehr um gesehen zu werden. Damit sie auch gar nicht in den Verdacht geraten, Gott behüte, “Antisemiten” zu sein. Es war eine Schau der Eitelkeiten und der Ängstlichkeit, die “Einladung” des Zentralrates der Juden in Deutschland zu diesem Propaganda-Spektakel auszuschlagen.

Das Problem dieser Kundgebung war aber, dass sie vom Zentralrat der Juden in Deutschland organisiert und durchgeführt wurde und nicht von der Bundesregierung. Angela Merkel war nur als Gastrednerin akzeptiert, und ihre Rede war eine Aneinanderreihung von Banalitäten und Absurditäten wie üblich. Am Beifall der Anwesenden konnte man erkennen, dass sie nicht begeistert davon waren, und bei den Parolen hörte man, worum es geht: um gehorsame Pflichterfüllung und die Absicht, sich dieser lästigen Aufgabe schnell zu entledigen. Merkel, Gauck und viele andere Politiker hatten schließlich noch andere, wichtigere Termine an diesem Sonntag, aber sie verhielten sich, wie gehorsame Deutsche sich halt verhalten, wenn der Zentralrat ruft.

Selbst solche Zionisten und Fans des Guru HMB, wie
Nathan Gelbart, der treue und gefügige Anwalt des streitbaren “Antisemitismusexperten”, folgerte in seinem Beitrag auf der Achse des Guten,  das „diese Kundgebung an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten war“. >>>

Der 4D-Effekt - Prof. Rolf Verleger - Delegitimiert, dämonisiert, doppelter Standard: Was anderen als Antisemitismus vorgeworfen wird, macht Israel mit den Palästinensern schon lange. Noch schlimmer wird das Ganze, wenn noch ein viertes „d“ hinzu kommt: Deutschland.

Ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Die Frage ist seltsam. Ab wann ist kritisches Denken antisemitisch, mithin nicht mehr statthaft? Kritisches Denken ist immer statthaft!

Israel ist eine ethnisch abgestufte Demokratie. Die meisten Rechte haben jüdische Bürger, dann kommen nichtjüdische Bürger und dann nichtjüdische Jerusalemer. Danach kommen die Rechtlosen: Über die vielen nichtjüdischen Bewohner des besetzten Westjordanlands herrscht Israels Militärdiktatur. Die Bewohner Gasas hat Israel seit 2006 eingekerkert und bringt sie alle paar Jahre wieder zu Hunderten um.

Die wesentliche Frage ist allein, ob diese Beschreibung den Tatsachen entspricht. Was zählt, sind Fakten. Die Person, die diese Fakten nennt, einen „Antisemiten“ zu nennen, wäre ein reines „ad hominem“-Argument, also Herabsetzen der Person, um nicht sachlich argumentieren zu müssen. >>>

#########14. 9. 2014 - Das Schweigen der Lämmer - Abi Melzer - In der Süddeutschen Zeitung vom 11.09. gab es einen interessanten Beitrag von David Ranan mit dem Titel ´Das Schweigen der Diaspora`. Ranan schrieb: „Ist es also Sache des Zentralrats der Juden in Deutschland, Israels Politik, deren Handlungen und Feldzüge zu verteidigen? Oder sollte er nicht vielmehr deutlich machen, dass die Vertretung der deutschen Juden eben kein Ansprechpartner sein kann in Fragen, die Israel betreffen“?[1]

Selbst diese harmlose Bemerkung, die man nicht einmal als Kritik verstehen kann, rief Henryk M. Broder auf die Barrikaden. Man fragt sich verwundert, was ihn dazu bewegt hat, jemanden, den er offensichtlich nicht kennt, wegen seiner von Broders Ideologie abweichenden Meinung, so zu beleidigen. Er beeilte sich auch der “Achse des Guten”, das wie folgt zu kommentieren: “Wo findet die SZ nur immer wieder ihre nützlichen Idioten?” Er muss aber aufpassen, dass nicht er selbst zum nützlichen Idioten der israelischen Propaganda wird. Solche zynischen und hämischen Kommentare sind zwar sein Markenzeichen, es wird aber der Tag kommen, an dem sie wie ein Bumerang auf ihn zurückfallen werden. Ich warte darauf und hoffe es, dies noch zu erleben, dass die führenden deutschen Zeitungen und Zeitschriften nichts mehr von diesem zionistischen Zyniker und, nach eigenen Worten, “reaktionären” annehmen.

Ich bin jederzeit bereit, die Meinungsfreiheit meines Gegners zu verteidigen, aber einen anderen Journalisten als „nützlichen Idioten“ zu bezeichnen, hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Es ist eine Herabwürdigung und Diffamierung Andersdenkender und wenn diesem Treiben per Gesetz keine Grenzen gesetzt werden, dann sollten wir es tun, und Broder ignorieren und isolieren und ihm vor allem keine Bühne für seine Giftpfeile mehr geben. Broder jedenfalls handelt seit Jahren nach seinem Motto: Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht. Er zieht es vor, so oft es geht, persönlich zu antworten und die Kritiker israelischer Politik, die er immer auch als persönliche Feinde betrachtet, unter der Gürtellinie zu treffen. Broder, so verstehe ich seine Rolle, die er seit mehr als zehn Jahren in diesem Land spielt, ist die ebenfalls eines „nützlichen Idioten“. Da stellt sich zwangsläufig die Frage: Cui bono? >>>
14. 9. 2014

Der panische Philosemitismus - Prof. Michael Bodemann - Der Antisemitismus-Vorwurf prägt, von Walser über Möllemann bis Honderich, die Debatten. Dient das der Aufklärung? Oder regiert hier die Logik des Skandals? (2)

Antisemitologie - Das Antisemitismus-Gerede überhöht Judenhass zum mystischen Ewigkeitsphänomen. Es dient vor allem dazu, Kritik an Israel zu denunzieren. Eine Antwort auf Micha Brumlik - Rolf Verleger

Wieder einmal Bekenntniszwang - Stefan Reinecke - Wer in Deutschland Israel kritisiert, entschuldigt die Nazivergangenheit, sagen die einen. Wer Israel bedingungslos unterstützt, zieht die falsche Lehre aus der Geschichte, meinen andere. Und fast alle reden so, als gäbe es diese Debatte dieses Jahr das erste Mal. Notizen zu einem Déjà-vu-Erlebnis >>>

Aus Angst als Antisemiten verleumdet zu werden, stimmen wir den schrecklichsten Taten im Nahen Osten zu. R. Fisk

Dieses Gerede von 'Antisemitismus' ist ein Vorwand um Repression zu rechtfertigen - von Seumas Milne

VORURTEILE UND STEREOTYPE - Im Gespräch: Bitte kein Generalverdacht - Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, über Konstanten und Veränderungen im Verhältnis zu den Juden und zu Israel

Kein Wunder, dass die üblichen Verdächtigen vermeintlichen Antisemitismus immer mehr in den letzten Ecken und Winkeln herbeiphantasieren müssen - Arne Hoffmann

Es gibt den Antisemitismus als sozialpsychologisches Phänomen - der braucht oft nicht einmal Juden. Aber der Antisemitismus wird heute auch durch die Geschehnisse im Nahen Osten gespeist. Ich sage nicht, dass der Nahostkonflikt den Antisemitismus schafft. Aber die israelische Politik verleiht dem Antisemitismus Legitimation. Da kann ich nur sagen: Bravo, tolle Leistung! Und wie wird darauf reagiert? Indem man versucht, jede Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichzusetzen. Sogar Juden wie ich, die Israel kritisieren, werden als objektive Zuträger des Antisemitismus bezeichnet - absurderweise sogar von nichtjüdischen Israelfans, die den behaupteten Antisemitismus benützen, um sich selbst zu profilieren. - Moshe Zuckermann

Wie antisemitisch ist Europa? - Natürlich gibt es Judenhass. Doch nicht jede Kritik an Israel ist gleich antisemitisch Avi Primor mehr >>>
(kostenlose Anmeldung nötig)
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Welcher Boykott  wäre nötig - Haim Bresheet - Während der letzten Monate gab es  nicht zum 1. Mal eine Kampagne mit widerlicher Propaganda gegen liberale jüdische Intellektuelle,  die die dominierenden jüdischen Gemeinden der größten westlichen Länder verärgert haben. Was wird ihnen vorgeworfen? Nichts geringeres als Antisemitismus.

 ISRAEL IST VERANTWORTLICH FÜR ANTISEMITISMUS- - Hajo G. Meyer" Es ist nicht erlaubt den Holocaust zu instrumentalisieren"


Moshe Zuckermann [8] spricht in diesem Zusammenhang von einer Ideologisierung und Instrumentalisierung des Andenkens. Im Zentrum steht nicht das Gedenken an die Opfer und die Aufklärung über den Holocaust, sondern das politische Einsetzen dieses Begriffes in der deutschen und israelischen Außenpolitik. In Deutschland personifiziert Joschka Fischer diesen Ansatz, wenn er Auschwitz, deutsche Auslandseinsätze, den „Kampf gegen den Terror“ und „Solidarität mit Israel“ verknüpft. Die Abwicklung deutscher Geschichte, die neue Rolle Deutschlands und militärische Interventionen in der Welt werden über Relativierung, die Aufhebung der historischen Unvergleichbarkeit des Holocaust begründet und durch konstruierte Parallelen zu heutigen Ereignissen legitimiert.

Eine Relativierung zum politischen Gebrauch findet nach Moshe Zuckermann jedoch auch in Israel statt, allerdings unter völlig anderen Vorzeichen. Moshe Zuckermann zitiert hierzu unter anderem den palästinensischen Knesset Abgeordneten Azmi Bishra [
9], der darauf hinweist, dass der Holocaust instrumentalisiert werde, um die israelische Besatzung zu legitimieren, und obgleich sich das verheerende Verbrechen in Europa zugetragen habe, habe die „Wiedergutmachung“ in Palästina stattgefunden. Quelle

Offene Worte unter Freunden? Warum Kritik an Israel so schwierig ist - Deutschlandradio Kultur - Warum geraten Deutsche, die die israelische Regierung kritisieren, schnell unter Antisemitismusverdacht? Wie schützt man sich vor Stimmen von rechts außen, die einem das Wort im Munde verdrehen? Die Kritik an Israel gleicht einem verbalen Minenfeld.
Warum werden in Deutschland lebende Juden für die Politik des Staates Israel verantwortlich gemacht?
Warum geraten Deutsche, die die israelische Regierung kritisieren, schnell unter Antisemitismusverdacht? Dürfen nur Juden Israels Politik kritisieren? Wie schützt man sich vor falschen "Freunden" von rechts außen, die einem das offene Wort im Munde verdrehen? - Mit Kritik an Israel ist es so eine Sache; man kann sich ganz schnell zwischen alle Stühle setzen. Denn für dieses verbale Minenfeld gilt in besonderem Maße die alte Spruchweisheit: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Das politische Feature
Autor: Brigitte Schulz

Offene Worte unter Freunden? Warum Kritik an Israel so schwierig ist MP3 |  Flash

Kritik an Israel nicht deckungsgleich mit antisemitischen Haltungen - Antisemitismus-Potenzial in der Schweiz neuartig bestimmt - Claude Longchamp, Monia Aebersold - Eine Studie über "anti-jüdische und anti-israelische Einstellungen in der Schweiz 2007“, die das Forschungsinstitut gfs.bern unter dem Patronat der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) und in Zusammenarbeit mit dem jüdischen Wochenmagazin tachles erstellt hat.

„Israel scheint mir wie eine kleine Kolonie Amerikas“ -  Thomas Seifert - Der britische Historiker Tony Judt beklagt, dass Israel sein moralisches Gewicht in der Welt verliert und Kritiker mit der Antisemitismus-Keule mundtot macht.

Besser streiten  - Wie eine Analyse des islamistischen und antizionistischen Antisemitismus zur kruden Israelfeindschaft verkehrt wird.
Eine Antwort von Klaus Holz auf Micha Brumlik
  |   Dosier zum Thema Lars Rensmann

Wenn Antisemitismus politisch instrumentalisiert wird -
Norman G. Finkelstein klagt den Missbrauch an.

Auszug aus Antisemitismus als politische Waffe Israel, Amerika und der Mißbrauch der Geschichte von Norman G. Finkelstein.
Vorwort von Felicia Langer

Antisemitismus als politische Waffe ist ein Thema, das dringend einen Autor gesucht hat – es hat ihn in Norman Finkelstein gefunden, einem Autor, der bisher schon einiges gewagt hat. Wie das vorliegende Buch bezeugt, ist er dem Thema gewachsen; die Genauigkeit und Akribie seiner Recherchen und Analysen sind bewundernswert.
Im ersten Teil des Buches befaßt sich der Autor vor allem mit der Instrumentalisierung von Antisemitismus durch die proisraelische Lobby in den USA und in Europa, zugunsten der israelischen Politik. Immer wenn die Gefahr besteht, die internationale Gemeinschaft könnte mit verstärktem Druck von Israel verlangen, die besetzten Gebiete gemäß dem Völkerrecht zu räumen, wird, so Finkelsteins Analyse, ein neuer Antisemitismus inszeniert: »eine weitere, bis ins kleinste Detail durchkomponierte Oper, die den Zuschauern medienwirksam die erschrecklichen Ausmaße des weltweiten Antisemitismus vor Augen führen soll.«
Mit ihrem Antisemitismusvorwurf bezwecken die amerikanisch-jüdischen Eliten vor allen Dingen eines: Wer Israel kritisiert, soll als verkappter Antisemit erscheinen, und Berichte über die Lage der Palästinenser unter der Besatzung, ihre Unterdrückung und ihr Leid sollen tabu sein; denn nur Israel steht die Rolle des Opfers zu. 
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Eine kritische Theorie des Antisemitismus?
Über: Rensmann, Lars, Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland
- Klaus Holz

Auszüge aus einem taz-Interview mit Gideon Levy

"...In jüdischen Gemeinden Europas grassiert, aufgrund des Nahostkonflikts, die Angst vor einem neuen Antisemitismus. Ist die Angst berechtigt?

Sie ist ein Produkt von ehrlicher Paranoia und einem großen Anteil Manipulation. Paranoia zu haben, bedeutet nicht, dass man keine Feinde hat. Aber indem man sich selbst ausschließlich zum Opfer erklärt, entlässt man sich aus jeder Verantwortung. Die späte Golda Meir hat das einmal auf die Spitze getrieben als sie sagte, nach dem Holocaust hätten die Juden das Recht zu tun, was immer sie wollten. Das ist natürlich eine extreme Aussage. Aber ich fürchte, viele Juden und Israelis denken so, auch wenn sie es vielleicht nicht sagen würden. Ich kann das nicht akzeptieren.

Und was soll "Manipulation" sein?

Natürlich sind auch viele Israelis zu Opfern des Konflikts geworden. Das bedeutet aber nicht, dass Israel diese Tatsache nicht in zynischer Weise zu eigenen Zwecken benutzt. Die Agonie und das Leid der Palästinenser kommen in den israelischen Medien so gut wie gar nicht vor. Nur indem man die andere Seite ausblendet, kann man sich der Welt als Opfer präsentieren. Israel ist heute ein viel rassistischeres Land als irgendein Land in Europa. Ein Araber in Israel zu sein, ist mit mehr Nachteilen und Diskriminierungen verbunden, als irgendwo auf der Welt ein Jude zu sein. Es ist überhaupt nicht damit zu vergleichen!

(...)

In Deutschland wird Israels Standpunkt offenbar besser verstanden.

Deutschland ist ein besonderer Fall. Aber ich gehöre zu denen, die meinen, dass jeder Deutsche das Recht hat, Israel zu kritisieren. Mehr noch: Jeder, der sich als echter Freund Israels versteht, sollte Israel kritisieren. ..." Quelle

12 Deutungen zur Motivation überschießender Vorwürfe von Antisemitismus -  Arne Hoffmann

Israels falsche Freunde II - Sophia Deeg
Warum eigentlich muss man – nicht nur im Fall von Ludwig Watzal – Antisemitismus erst herbeireden? Der zunehmend zu beobachtende Antisemitismus auf deutschen Straßen und an deutschen Stammtischen bereitet offenbar nicht die Sorge, die dazu motivieren würde, sich mit aller Kraft dagegen zu stellen, anstatt Menschen zu diskreditieren, die schlicht die israelische Politik anders beurteilen als man selber. Der real existierende Antisemitismus ist solchen „Experten“ offenbar gleichgültig genug, um den schwerwiegenden Vorwurf durch inflationären Gebrauch zum leeren Allgemeinplatz zu machen, der alles und nichts beinhaltet. mehr >>>

Den Holocaust instrumentalisieren, um Kritik abzuwehren - Amira Hass

Antizionismus ist nicht Antisemitismus -  - M. Warschawski - (Leiter des Alternative Information Center in Jerusalem)

"Kollektiver Antisemitismus" in Europa - Scharon lehnte es ab, eine Trennlinie zwischen Kritik am Staat Israel und antisemitischen Äußerungen zu ziehen.

Opfer der Antisemitismuskeule >>>

Norbert Blüm

Die Achse des Guten: Martin Kloke:  Antisemitische Landschaften mit Gutmenschen

Norbert Blüm MdB - Palitücher, deutsche Geschichtsaufarbeitung und Antisemitismus
 

Ist Blüm also ein Antisemit? Nein. Zum Antisemitismus gehört eine feste, diffamierende Vorstellung, was Juden sind. Diese Äußerung ist vielmehr typisch für ...
www.taz.de/dx/2002/05/07/a0189.1/text
 

Dagegen ist es hoch problematisch, aber nicht antisemitisch, wenn Norbert Blüm vom "hemmungslosen Vernichtungskrieg" Israels spricht. ...
www.taz.de/dx/2003/09/02/a0106.1/text

 

Rupert Neudeck

   01.11.2005  11:13   +Feedback
Plisch und Plum in der Freundschaftsfalle - Wie Rupert Neudeck und Norbert Bluem "Wiedergutmachung" leisten


Jamal Karsli

Karsli, Jamal: "Maulkorb für Deutschland - Fakten, Analyse, Aufklärung zur Antisemitismusdebatte" - Selbstverlag - Taschenbuch, 256 Seiten - Preis: 9,90 € - ISBN 3-00-012488-8 - Felicia Langer, israelische Menschenrechtsanwältin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises sagt über dieses Buch: Das Buch „Maulkorb für Deutschland“ ist eine Art Anatomie der Verleumdung und der Hetzkampagne, der Unterdrückung von Meinungen und ein Beleg dafür, wie man jede Kritik an Israels völkerrechtswidrigem Verhalten im Keim erstickt, in dem man sie als Antisemitismus diffamiert.


Jürgen W. Möllemann

Der Fall Möllemann - oder wie weit darf Kritik an Israel gehen?* - Von Alexander Boulerian - Nur eine Stunde nach dem einstimmigen Beschluss zur Aufhebung seiner Immunität als Bundestagsabgeordneter sprang der einstige FDP-Spitzenpolitiker Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003 in den Tod. Möllemanns Untergang und dessen Begleitumstände sind symptomatisch für den Niedergang der politischen Klasse in diesem Land. Unabhängig davon, ob sich sein Tod schließlich als Selbstmord erweisen wird oder ob Fremdeinwirkung im Spiel war - schon jetzt steht fest, dass der einstige FDP-Spitzenpolitiker einem Vernichtungsfeldzug nicht nur seiner eigenen Parteispitze, sondern des gesamten politischen Establishments zum Opfer gefallen ist ... mehr >>>


Zielperson Felicia Langer

Zielperson Abraham Melzer

Kann ein Jude ein Antisemit sein? Kann er - sagt der jüdische Publizist Henryk M. Broder. Und hat den jüdischen Verleger Abraham Melzer aus Neu-Isenburg als einen solchen bezeichnet.

Henryk M. Broders Homepage - Sein Opfer Abraham Melzer

PRESSEMITTEILUNGEN & PRESSEREAKTIONEN - Pressemitteilungen: SONDERAUSGABE - Melzers neue Pläne... Honestly Concerned


Zielperson  Dr. Watzal (Siehe Sonderseiten)

Zielperson Rupert Neudeck

Zielperson Jörg Bremer

Leyendecker - Süddeutsche Zeitung

Aktion Pfarrer Stoodt -  Frankfurt

 

Alfred Grosser

Ein Stück Aufklärung - Das Juden-Problem kein islamisches und iranisches Problem - Von Dr. B. Khosrozadeh

Antisemitismus als politische Waffe

Eine kritische Theorie des Antisemitismus?
Über: Rensmann, Lars, Demokratie und Judenbild. Antisemitismus in der politischen Kultur der Bundesrepublik Deutschland
- Klaus Holz

Aus trüber Quelle - Rechtsradikale Ideologen und islamistische Antisemiten planen in Teheran eine gemeinsame Konferenz.
Das wundert nicht. Ihr Judenhass hat einen gemeinsamen Ursprung Von Klaus Holz

Was (anti-)deutsch ist

Wer Antisemit ist, bestimmen wir - Identitätslogik als Verfahren der denunziatorischen Zuschreibung -
Von Robert Kurz - Auszug aus:  DIE ANTIDEUTSCHE IDEOLOGIE  

„Hinter den rechten antideutschen Sekten die Tür zu machen!“

Der Antisemitismus-Vorwurf in kritischer Betrachtung Darstellung und Auswertung von Pressequellen. Studie zum Attac-Workshop "Semitismus/Nahost" am 14./15.02.2004 in Hannovervon Anis Hamadeh, M.A., Kiel im Februar 2004

Die Gegenwart des Antisemitismus - Klaus Holz

"Neuer Antisemitismus" - Arne Hoffmann

Warum Hohmann geht und Friedman bleibt

Warum Hohmann geht und Friedman bleibtKurzbeschreibung
Die Vorwürfe angeblichen Antisemitismus wurden in den letzten Jahren häufiger erhoben als zuvor und treffen immer mehr auch bürgerliche und linke Persönlichkeiten und Institutionen: Jürgen W. Möllemann, Martin Hohmann, Roland Koch, Norbert Blüm, Martin Walser, die Globalisierungskritiker von Attac, die "Süddeutsche Zeitung", die Bundeszentrale für politische Bildung, das ARD-Magazin "Panorama" und viele andere mehr. Häufig geraten entsprechende Unterstellungen zu einem politischen Kampfmittel, bei dem es auf eine solide Grundlage gar nicht mehr ankommt: Seine Wirkung ist vernichtend, und allein das scheint im politischen Kampf das Entscheidende.

Arne Hoffmann, Belfort-Bax-Preisträger für vorbildliche wissenschaftliche Autorschaft, geht den Grundprinzipien der Antisemitismusdebatten in Deutschland nach. Er analysiert, warum Jürgen Möllemann und Martin Hohmann keine Chance hatten, den einmal gegen sie erhobenen Vorwurf zu entkräften. Sein Verdienst liegt darin, das Ablaufschema typischer Antisemitismusdebatten herauszuschälen und etwa mit der Theorie öffentlicher Skandalisierung nach Hans Mathias Kepplinger wissenschaftlich zu objektivieren. Hoffmanns Buch ist gleichzeitig ein engagiertes Plädoyer für eine neue Medienethik. Es stellt Fragen wie: Kann Ausgrenzung durch Ausgrenzung bekämpft werden? Gibt es eine sich selbst erzeugende Gleichtaktung unserer Medien? Sind viele Vorwürfe wirklich so berechtigt, wie sie auf den ersten Blick scheinen? Mit welchen neuen Ansätzen könnte Judenfeindschaft in unserer Gesellschaft bekämpft werden, ohne dass es zu einem Abbau von Meinungsfreiheit und einem ritualisierten Austausch von Worthülsen kommt, der niemandem etwas nützt?     Quelle und Bestellung

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Israels falsche Freunde II - Sophia Deeg
Warum eigentlich muss man – nicht nur im Fall von Ludwig Watzal – Antisemitismus erst herbeireden? Der zunehmend zu beobachtende Antisemitismus auf deutschen Straßen und an deutschen Stammtischen bereitet offenbar nicht die Sorge, die dazu motivieren würde, sich mit aller Kraft dagegen zu stellen, anstatt Menschen zu diskreditieren, die schlicht die israelische Politik anders beurteilen als man selber. Der real existierende Antisemitismus ist solchen „Experten“ offenbar gleichgültig genug, um den schwerwiegenden Vorwurf durch inflationären Gebrauch zum leeren Allgemeinplatz zu machen, der alles und nichts beinhaltet. mehr >>>

„Nur elf Prozent der Bevölkerung sind frei von Antisemitismus“  titelt eine sich selbst so bezeichnende “Internet-Plattform gegen Rechtsextremismus“ auf der Grundlage einer Studie des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Uni Bielefeld. Man fühlt sich ein bisschen wie in dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, denn man kann sich heute schon sicher sein, dass kaum ein Mensch in der Medienöffentlichkeit gallopierenden Schwachsinn wie diesen kritisch hinterfragen wird. 26.9.05  mehr >>>

Darf man Finkelstein zitieren? - Thomas Immanuel Steinberg

VORURTEILE UND STEREOTYPE - Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, über Konstanten und Veränderungen im Verhältnis zu den Juden und zu Israel

Fabrik für Antisemitismus

Sind Juden selbst schuld am Antisemitismus?
Über ein französisches Bürgerkind und den Apostel der Antideutschen - Thomas Immanuel Steinberg

Neuer Antisemitismus - Leserbrief an die Süddeutsche von Abraham Melzer

Israels falsche Freunde - NACHBETRACHTUNG ZU EINER DEBATTE ÜBER ANTISEMITISMUS IN BERLIN Verleumdungen, Verfälschungen und totalitäres Denken - Sophia Deeg - Eine- Berichtigung

DER FALL MARTIN WALSER
Ist Martin Walsers Gesamtwerk antisemitisch gefärbt? Eine neue Studie bejaht diese Frage. Aber beim "Fall Walser" geht es um mehr: Er ist ein Beispiel für jene typische Trotzreaktion vieler Deutscher, die sich vom Opferstatus der Juden erdrückt fühlen. Von Elke Schmitter

Literaturwelt: Themen/Walser-Antisemitismus-Debatte

Begriffsklärungen. Vortrag, gehalten am 9. November 2002 in Neuruppin  mit einer Ergänzung vorweg

Elemente des Antisemitismus Grenzen der Aufklärung Von Max Horkheimer und Theodor Adorno

»›Antideutsche‹ kennen keine Argumente«

Der Antisemitismus-Vorwurf in kritischer Betrachtung
Darstellung und Auswertung von Pressequellen

Journalisten fragen nach dem Preis der Wahrheit

Der Vorwurf des Antisemitismus wird auch als Knüppel benutzt -  - Interview mit Norbert Blüm

Deep Antisemitism? - Matthias Gockel

Die Leitkultur- und Patriotismusdebatte von heute und der Berliner Antisemitismusstreit von 1880
Dr. Sabine Schiffer

"Antisemitismus. Zur Bestimmung eines diffusen Begriffs" - Dr. Sabine Schiffer

FH-Studie zur Hohmann-Affäre
"Die Hohmann-Affäre und die Rolle der Medien" lautet der Titel einer Studie, die kürzlich im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Fulda erstellt wurde. Ein Medienseminar des Masterstudiengangs ICEUS (Interkulturelle Kommunikation und Europäische Studien) hat sich im Wintersemester 2003/04 mit der Affäre um den Fuldaer Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann (CDU) und seine umstrittene "Tätervolk"-Rede vom 3. Oktober vergangenen Jahres auseinander gesetzt.  Studie herunterladen (1,4 MB)

Propaganda in Palästina
Zwei Bücher versuchen, den Antisemitismus arabischer Länder zu analysieren

"Schwarze Löcher in der Seele" - Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, über die Judenfeindlichkeit in der Bundesrepublik, die Berliner Antisemitismus-Konferenz der OSZE und den Mel-Gibson-Film "Die Passion Christi  mehr >>>

Früchte des Wahns
Die Israelfeindschaft der arabisch-islamischen Welt gilt vielen als triftig. Was aber hat der Judenhass wirklich mit der Politik Israels zu tun?

Neuer? Alter? Antisemitismus
Eine Konferenz der Heinrich Böll Stiftung beschäftigte sich vom 28.-30. Januar 2004 mit dem Thema Antisemitismus...

"Wir brauchen mehr Tabus"
Interview mit Cem Özdemir

...... »Israel ist der einzige Staat, dessen Existenz in Frage gestellt wird.« Vor dem Hintergrund des Holocaust sei dies eine »existentielle Bedrohung für Juden, und wer das nicht begreife, könne »nie verstehen, worum es im Nahen Osten geht«. Gleichzeitig sprach sich Fischer aber dagegen aus, jede Israel-Kritik etwa von jüngeren Globalisierungskritikern in die Antisemitismusecke zu rücken. Für viel gefährlicher halte er den Antisemitismus der gesellschaftlichen Mitte, der von der CDU-Fraktion jüngst ausgeschlossene Bundestagsabgeordnete Hohmann sei dafür nur ein Beispiel...  mehr >>>

 Die endlose Suche nach Normalität

Aufstand der Demokraten gegen Antisemitismus?

Kommentar : Die offene deutsche Frage

Das Missverständnis der Hohmänner
Der Schwarze Kanal

Lieber Täter als Opfer
Der Fall Martin Hohmann und das vergebliche Bemühen, Antisemitismus durch Aufklärung bekämpfen zu wollen.  -
Von Henryk M. Broder

Wie gut beherrschen die Deutschen ihre eigene Sprache?

Deutschland und Israel
Es gibt Menschen und auch Staaten, die auf dem irrationalen Schuldgefühl eines anderen virtuos wie auf einem Klavier spielen können.
mehr >>>

 Die endlose Suche nach Normalität

Denken nach Auschwitz und Hiroshima
- Günther Anders

 

 

Attac, die Antiglobalisierung + Antisemitismus

Die Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden, Wien versucht es noch einmal  mit attac Österreich

Der Antisemitismus-Vorwurf in kritischer Betrachtung Darstellung und Auswertung von Pressequellen. Studie zum Attac-Workshop "Semitismus/Nahost" am 14./15.02.2004 in Hannovervon Anis Hamadeh, M.A., Kiel im Februar 2004

Antisemitismusdebatte bei Attac Deutschland

Die Logik des Verdachts
Unter den Globalisierungskritikern blühe der Antisemitismus - so lautet die neue Mär, die man sich im Debattenzirkus erzählt. Klingt spannend, ist allerdings blanker Unsinn

Dossier Attac.Debatte
Philosemitismus

 "Attac reagiert hilflos auf den Antisemitismus von links.
Die Situation im Nahen Osten wird von den Globalisierungskritikern äußerst kontrovers diskutiert" von Toralf Staud
Anis' Medienkritik zu: DIE ZEIT

Attac, die Antiglobalisierung + Antisemitismus

Diskussionspapier des Attac-Koordinierungskreises zu Antisemitismus, Rassismus und Nationalismus

Antiglobalisierungsbewegung und Antisemitismus

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