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Jürgen Möllemann
 gestorben am 5. Juni 2003

Möllemann in memoriam

Kritik an Israel

Texte von Jürgen Möllemann

02.05.02 Ein E Mail von Möllemann

Sein Tod

 Wahlschreiben

"Die letzten seiner Aktuellen Mitteilungen"

Machtmissbrauch der USA

Möllemann weiter Vorsitzender der DAG
Sein Buch Klartext
Linksammlung zum Thema
Tondokument
Antisemitismusdebatte
J. Karsli

geboren am 15. Juli 1945 in Augsburg; verheiratet, drei Kinder.
Vier Jahre Volksschule,
danach neun Jahre altsprachliches Gymnasium mit neusprachlichem Zweig,
1965 Abitur am Gymnasium Rheinberg (Rheinland).
Danach 18 Monate Wehrdienst bei den Fallschirmjägern der Bundeswehr (5./262). 1966 bis 1969 Studium an der Pädagogischen Hochschule Münster. Dezember 1969 erste Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Februar
1971 zweite Staatsprüfung.
Januar 1981 bis Oktober 1982 Mitinhaber der Firma PR und Text Presse- und Public Relations-Agentur, München.
Eintritt in die CDU 1962,
Austritt 1969, Eintritt in die F.D.P. 1970. Vorsitzender des F.D.P.-Bezirksverbandes Westfalen-Nord,
stellvertretender Landesvorsitzender der F.D.P. Nordrhein-Westfalen,
April 1983 bis Dezember 1994 Landesvorsitzender, Mitglied des Bundesvorstandes der F.D.P.
Mitglied des Bundestages seit 1972;
 4. Oktober 1982 bis 12. März 1987 Staatsminister im Auswärtigen Amt,
12. März 1987 bis 18. Januar 1991 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, 18. Januar 1991 bis 21. Januar 1993 Bundesminister für Wirtschaft,
Mai 1992 bis Januar 1993 auch Stellvertreter des Bundeskanzlers.

 Quelle: Newletter vom 5.5.03   www.freunde-palaestinas.de

Arabische Welt verliert mit Möllemann Freund und Geschäftspartner
Von Anne-Beatrice Clasmann

Kairo (dpa) - Die arabische Welt verliert mit Jürgen Möllemann einen Freund, Fürsprecher und Geschäftspartner. Denn gerade seinekritische Haltung gegenüber Israel, die ihm in Deutschland im vergangenen Jahr so viel Ärger eingebracht und letztlich zu seinem politischen Niedergang geführt hatte, war von arabischen Politikern stets positiv gewürdigt und von seinen Geschäftspartnern in Nahost wohl wollend anerkannt worden.

"Möllemann war als Präsident der Deutsch-Arabischen   großer Verfechter der arabischen Sache und hat auch in der Wirtschaftsförderung sicherlich seine Verdienste", meint Peter Göpfrich, Geschäftsführer der Deutsch-Arabischen Handelskammer in Kairo. Vor allem in den Golfstaaten, in Libanon und Syrien habe Möllemann sehr gute Kontakte gehabt. "Er war hier sehr angesehen und wurde als Freund betrachtet", sagte Göpfrich am Donnerstag.

"Der Tod Möllemanns ist ein großer Verlust für die arabische Welt", findet Mahdi Hamad vom jordanischen Staatsfernsehen. Die Antisemitismus-Vorwürfe gegen den früheren FDP-Spitzenpolitiker seien unfair gewesen. Anders als andere deutsche Politiker habe Möllemann mit seiner Meinung zum Nahost-Konflikt nie hinter dem Berg gehalten.

Wenig Probleme bereitete Möllemann in der arabischen Welt die Tatsache, dass die Grenzen zwischen Politik und Geschäft bei ihm oft fließend waren. Denn, anders als in Deutschland, fand man zwischen Dschidda und Damaskus nichts dabei, dass der umtriebige Politiker gleich zeitig für seine Düsseldorfer Beratungsfirma WebTec warb. "Manchmal reiste er als Minister ein und als WebTec-Chef wieder aus", sagt ein deutscher Geschäftsmann, der Möllemanns geschäftliche Aktivitäten gut kannte.


In der arabischen Welt konnte Möllemann verschnaufen, wenn es ihm daheim politisch an den Kragen ging. Als Abgeordneter des nordrhein-westfälischen Landtags war er im Oktober 2001 nach Saudi-Arabien gereist, wo er einen Termin bei einem der wichtigeren Prinzen erhielt. Im vergangenen Herbst hielt er sich längere Zeit in Dubai auf.

Zynischer Machtmissbrauch der USA

Verbale Breitseite

Möllemann wirft USA zynische Machtpolitik vor

Mit markigen Worten meldet sich Jürgen Möllemann in die Politik zurück: Der ehemalige FDP-Spitzenpolitiker wirft den USA "zynische Machtpolitik" vor. Ein Krieg gegen den Irak solle vor allem eines sichern: Milliardengewinne für die Wirtschaft der USA und ihrer Verbündeten.

Münster - Nach seiner Überzeugung stehe der Angriffsplan der USA gegen den Irak "definitiv fest", erklärte Möllemann in Münster. Der Krieg werde Ende Februar oder Anfang März beginnen. Der ehemalige nordrhein-westfälische Landsvorsitzende der FDP hielt den "Initiatoren" des Irak-Krieges vor, sie wollten sich "auf den Energie-, Rüstungs-, Kommunikations- und Infrastruktursektoren jeweils mehrstellige Milliardengewinne sichern" und die Völker der Nahost-Region "in direkter Abhängigkeit von den USA und deren Hauptverbündeten halten".

Mit dem Feldzug gegen den Irak sei "wieder Aktion angesagt", erklärte Möllemann, gegen den wegen der Affäre um ein Israel-kritisches Flugblatt kurz vor der Bundestagswahl Ausschlussverfahren aus der FDP sowie aus den Fraktionen in Bundestag und Landtag laufen. "Man wird die modernsten US-Waffensysteme unter echten Erprobungsbedingungen vorführen", sagte Möllemann. "Eine unschlagbare Verkaufsshow in jeder Hinsicht. Sie wird die Lager räumen und weitere Kaufanreize auslösen." Abertausende Menschen aber würden leiden und sterben.

Möllemann forderte ein Aufbegehren der Staatengemeinschaft und ihrer moralischen Instanzen gegen diese Pläne. Der deutschen Politik warf er vor, sie bleibe "mit feigen Halbherzigkeiten in Deckung, plappert Bush-Parolen nach oder macht sich Sorgen ums so genannte Image. Es beginnt in Kürze Krieg vor unserer Haustür - er wird kühl und gezielt vorbereitet - und dann dieses Gesäusel", meinte Möllemann.

Willy Brandt und Walter Scheel hätten klar Position bezogen. Konrad Adenauer gewiss auch, erklärte der Abgeordnete. "Ihre Enkel gebärden sich wie politische Zwerge. Angsterfüllt, man könnte sich ja die Zunge verbrennen mit einer klaren Meinung in einem freien Land." Dringend geboten sei jetzt aber Kriegsverhinderung durch mutige Politik. Die FDP forderte er auf, in diesem Sinne "endlich wieder Klartext" zu reden.

Aus:

SPIEGEL ONLINE - 03. Januar 2003

Klartext. Für Deutschland.
von Jürgen Möllemann
 

Jürgen Möllemann Klartext für Deutschland - Kostenloses e-book -

 

"Möllemann oder Wie Politik wirklich funktioniert", so warb Bertelsmann für Möllemanns im März 2003 erschienenes Buch. Der Verlag verspricht, was ihm Möllemann in die Feder diktierte: "Ohne falsche Rücksichtnahme analysiert er, wie heuchlerisch und verantwortungslos das Polit-Management von heute agiert. Das Buch wird für Anhänger und Gegner gleichermaßen deutlich machen: Nicht Jürgen Möllemann ist der Skandal, sondern die politische Elite, die ihn diffamiert und die unabhängige Köpfe fürchtet wie der Teufel das Weihwasser."

Der Mossad

Außerdem soll der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle vom israelischen  Geheimdienst Mossad erpresst worden sein, um Möllemann abzuservieren. Beim Israel-Besuch Westerwelles im Mai 2002 habe ein "Mann ohne Namen" dem Parteivorsitzenden "in unmissverständlichen Worten knallhart gesagt, dass die israelische Regierung meinen politischen Kopf verlange". Westerwelle habe später einen seiner kundigen Begleiter gefragt, wer das gewesen sei, und habe zur Antwort erhalten: "Der Mossad!". Später soll Möllemann jedes Mal, wenn Westerwelle "angsterfüllt, entrüstet und weinerlich zugleich davon sprach" gefragt haben: "Womit, um Gottes Willen, drohen Ihnen diese Leute denn?" Westerwelle habe bis heute nicht geantwortet. Möllemann glaubte, dass die Israelis seine eventuelle Ernennung zum Außenminister verhindern wollten.

Der Spiegel zeigte sich angesichts dieser Story skeptisch: So habe keiner der Mitreisenden die vermeintliche Mossad-Drohung bemerkt. Einem der besten Geheimdienste der Welt traue man etwas geschicktere Methoden zu, als dem "nichtverheirateten Westerwelle" mit Details aus seinem öffentlich "weitgehend bekannten" Privatleben zu drohen, schrieb die FAZ. Für den Spiegel ist die Geschichte "schlicht absurd" und sie "wird dadurch nicht besser, dass sich Möllemann als Quelle auf Westerwelle selbst beruft."

Die letzten beiden Kapitel des Buchs tragen die Überschriften "FDP ade" und "Neue Wege braucht das Land". Dem stern sagte Möllemann dazu: "Der Politik endgültig den Rücken zu kehren, wäre vielleicht das einfachste. Aber aufgeben ist nicht drin. Dann würde ich mich selbst aufgeben." 
Quelle

 

Herausgekommen ist ein Buch, das wohl kein anderer deutscher Politiker hätte schreiben können, ohne das seine Karriere beendet gewesen wäre. Man mag jetzt einwenden, daß die politische Karriere von Jürgen W. Möllemann zu diesem Zeitpunkt bereits beendet gewesen war, doch alle die Dinge, die er in seinem Buch Klartext anspricht, hat er bereits zu seinen Lebzeiten vertreten.

Es ist kein Buch, in dem er seinen politischen Sturz beklagt und nun unbedingt schmutzige Wäsche waschen möchte, sondern nüchtern, aber mit der ihm eigenen Diktion zeigt er auf, wie es dazu gekommen ist. Dabei gibt er Einblicke in die Funktionsweise von Politik und Politikern. Sie ist genauso, wie es sich Realisten immer gedacht haben: intrigant, an Personen, nicht an der Sache fixiert, Machtbesessen und Realitätsfern. Möllemann zeigt deutlich, daß auch, oder gerade Politiker im Prinzip die negativen Aspekte ihrer Psyche kultivieren müßen, um politisch zu überleben.

Es ist aber auch ein Buch, in dem der Zustand des politischen Systems und der politischen Kultur in unserem Land beklagt wird. An der Sache vorbei, wird ausschließlich an dem eigenen Machterhalt gearbeitet. Die anstehenden Probleme, welche Deutschland in der Zukunft lösen muß, werden aus wahltaktischen Gründen verdrängt. Möllemann plädiert eindringlich für mehr bürgerliche Freiheit und gegen die praktizierte Vollkaskomentalität des Staates, die von den Bürgern nicht als Würgegriff wahrgenommen wird, weil sie vom politischen System verbal schöngeredet wird.

Er zeigt, daß mehr bürgerliche Freiheit auch weniger politische Willkür und Verschwendung von Steuergeldern bedeutet. Demokratie von unten ist seine zentrale Aussage. Gemeinden und Städte müßen heraus aus der Abhängigkeit des Bundes. Die Menschen vor Ort wissen besser, was gut für ihre unmittelbare Umgebung ist, nicht die Regierung in Berlin. Leider geht Jürgen W. Möllemann in seinem Buch an keiner Stelle auf Migrationsprobleme ein und auch er bietet keine griffige Antwort des Problems der Massenarbeitslosigkeit. Seine Aussagen über den Zustand der Republik jedoch sind treffend und pointiert. Seine Vorschläge zur Lösung von Problemen sind gut, aber politisch zur Zeit nicht durchzusetzen.

Alles in allem hat er ein in jeder Hinsicht mutiges Buch veröffentlicht, das sich bestens lesen läßt. Er schreibt mit Witz und Verstand. Jürgen W. Möllemann weiß, wovon er spricht: er besitzt im Gegensatz zu anderen Politikern eine eigene Meinung, die er auch stets vertreten hat. Es wäre schön, wenn es mehr Politiker seines Kalibers geben würde. Quelle

Jürgen Möllemann, einer der wenigen Politiker Deutschlands, der sich offen auf die Seite Palästinas und gegen die israelische Regierung (nicht gegen Israel) stellte ist gestorben.

 Man mag über Motive und finanzielle Verwicklungen streiten. Merkwürdig ist, das sein Untergang begann, als er engagiert auf das Unrecht das den Palästinensern geschah hinwies.

 Es ist erstaunlich wie einäugig deutsche Politiker und Medien bei Menschenrechtsfragen sein können und sein wollen..
Unsere Schuldhafte Vergangenheit, das was den Juden angetan wurde, haben wir zu bewältigen. Bewältigen auch in dem Sinne, das eine Kritik an der israelischen Regierung nichts mit Antisemitismus verwechseln sollten.

 Hier hat man mehr oder weniger bewusst mit der mangelnden Aufklärung breiter Kreise gespielt und mit der Antisemitismuskeule einen Menschen "erlegt".

Hierbei spielt auch die Gruppe Honestly Concerned eine große Rolle.

Die Schuld die wir  an den Juden abzutragen hat ist missbraucht worden.

 Friedman und Spiegel hatten diffamierend, ohne eindeutige Belege seine Israelkritik als Antisemitismus bezeichnet. (siehe auch meinen Text zu Karsli) In keinen der Texte habe ich Antisemitische Äußerungen gefunden, dafür deutliche Distanzierung davon.
Die Täter müssen nun vor sich selber verantworten, welchen Anteil sie, , am Untergang Möllemanns hat.
mehr >>>

D-A-G Newsletter - 5.5.03

Jürgen W. Möllemann in memoriam

Jürgen W. Möllemann ist tot. Seit 22 Jahren war er Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft - nur in der Zeit als Bundeswirtschaftsminister und deutscher Vizekanzler hatte er dieses Amt niedergelegt und diente damals der Gesellschaft als Vorsitzender des Beirates. Unsere Gesellschaft ist zutiefst erschüttert ob dieses herben Verlustes und trauert um einen großen Deutschen.

Nicht nur für die Deutsch-Arabische Gesellschaft ist der Tod Jürgen Möllemanns ein tiefer Riß - eine große Lücke klafft jäh auf, die kaum jemals zu schließen sein wird -, Deutschland hat einen talentierten authentischen Politiker von Rang verloren, einen großartigen Mann.

Wir schätzten ihn als humorvollen Menschen, seine Spontaneität, seinen ständig präsenten Witz, sein Engagement, seinen Einfallsreichtum, seine verblüffende Direktheit und seine blitzschnelle Auffassungsgabe, seine Offenheit und vor allem seinen Mut. Möllemann war ein Vollblutpolitiker, der Farbigkeit in die Parlamente brachte und sich wohltuend von der Mehrzahl mittelmäßiger Parteisoldaten abhob, die die Parteilinie zu ihrem selbst verordneten Denkhorizont gemacht haben. Wir erlebten Jürgen Möllemann als einen hochgradig dialogfähigen Menschen, der zuhören konnte und der viel zu klug war, um sich Denkdogmen zu unterwerfen. Er hielt sich nie feige zurück, wenn es galt, eine als richtig und gerecht erkannte Position gegen das Totschweigargument der political correctness und den politischen Gegenwind einer heuchelnden Mehrheit zu vertreten.

Schon früh faszinierte Möllemann die Begegnung mit der arabischen, mit der islamischen Welt, die komplementär ist zum säkularen Europa. Keinem deutschen Staatsmann gelang es je, soviel politisches Kapital in dem Kulturkreis auf der anderen Seite des Mittelmeers zu sammeln und so viele Freundschaften zu schließen. Möllemann war der Hoffnungsträger für alle im In- und Ausland, der sich einsetzte für faires außenpolitisches Denken im Umgang mit arabischen Ländern. Er hat dem deutschen Namen im Orient zu Glanz verholfen.

Sein Tod ist ein schwerer Schlag für den ehrlichen Dialog der Kulturen. Wenn dereinst die internationale Mehrheit den ständigen Bruch des Völkerrechts und der Menschenrechte in dieser Region nicht mehr bereit ist hinzunehmen, wenn Fairneß und gerechter Ausgleich zwischen den Völkern und Religionen zur natürlichen Voraussetzung friedlichen Zusammenlebens werden, dann wird man den Verlust durch den tragischen Tod Jürgen W. Möllemanns und seine Leistungen voll erfassen.

Sein Tod ist für uns Ansporn, uns noch stärker für seine Überzeugungen einzusetzen.

Wir fühlen mit seiner Familie, der in diesen schweren Tagen unsere Solidarität und unsere tief empfundene Anteilnahme gilt.

Deutsch-Arabische Gesellschaft

Sheikh Abdul Aziz Al Sulaiman
Ehrenpräsident Jeddah
Harald M. Bock
Generalsekretär
Berlin
5. Juni 2003--

>>> Möllemann bleibt Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (D-A-G) ! <<<

Jürgen W. Möllemann, MdB wurde gestern in Berlin auf der Generalversammlung der D-A-G erneut mit überwältigender Mehrheit für weitere drei Jahre zum Präsidenten der Deutsch-Arabischen Gesellschaft gewählt!

Möllemann erhielt 156 von 163 abgegebenen Stimmen (2 Nein und 3 Enthaltungen). Er hat dieses Amt seit 1981 inne. Nur während seiner Periode als deutscher Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister hatte Möllemann dieses Amt aufgegeben. In dieser Zeit fungierte er als Beiratsvorsitzender der D-A-G. ......

Mit eindringlichen Worten Möllemann warnte erneut vor einem zweiten Irak-Krieg, der für die Region und auch für Europa unabsehbare Folgen haben werde mit hunderttausenden von Menschenopfern.

Er habe indes aber keine Hoffnung mehr, dass dieser Krieg noch aufzuhalten sei, da die amerikanische Waffenindustrie ihn als Werbe- und Verkaufsdemonstration geplant habe. Deutschland würde in diesen Krieg hineingezogen. Bei deutschen Spürpanzern würde es nicht bleiben.

Mit skrupelloser Arroganz seien Amerikaner und Briten dabei, den Mittleren Osten erneut in ein Inferno zu verwandeln ohne jede Rücksicht auf die dort lebenden Völker.

Ebenso hätten die USA bislang nichts unternommen, die UN-Resolutionen durchzusetzen, um endlich in Palästina für Frieden zu sorgen. Dort ginge das Sterben weiter und täglich würden weitere palästinensische Gebiete verwüstet und enteignet.

Das Ziel der Regierung Scharon sei für jedermann klar: die endgültige "ethnische Säuberung", also die völkerrechtswidrige Vertreibung der Palästina-Araber.

>>> Vgl. hierzu auch den Auszug aus der heutigen dpa-Meldung:

"Berlin/Hamburg (dpa) - Der frühere FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann hat kurz nach der Wiederwahl als Präsident der Deutsch- Arabischen Gesellschaft seine Kritik an der israelischen Regierung erneuert.

Die Deutsch-Arabische Gesellschaft wolle «ein friedliches Miteinander von Palästinensern und Israelis auf der Basis der Gleichberechtigung», sagte Möllemann am späten Freitagabend vor Journalisten in Berlin. Israels Ministerpräsident Ariel Scharon sei «gegen dieses Gleichberechtigungskonzept». Scharon habe «ein Konzept von Über- und Unterordnung». Er hoffe, «dass die Israelis demnächst einen anderen an die Stelle von Scharon wählen werden».

Erneut kritisierte Möllemann auch den Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Michel Friedman. In der Sitzung habe er gesagt, dass er den «starken Einfluss», den Friedman in Deutschland habe, «für überzogen» halte, betonte der Ex-FDP-Vize.......

Zwar wolle er in der FDP bleiben. «Aber die FDP kann mich nicht daran hindern, überhaupt politisch tätig zu sein. Das heißt, ich werde mir überlegen, wie ich politisch tätig sein kann, wenn ich rausgeschmissen werde.» Möllemann muss am kommenden Dienstag vor der FDP-Landtagsfraktion im Rahmen des gegen ihn laufenden Ausschlussverfahrens Stellung nehmen. Er ist auch vom Ausschluss aus der Partei und der FDP-Bundestagsfraktion bedroht.

Unterdessen wandten sich erstmals führende FDP-Politiker offen gegen einen Ausschluss Möllemanns. Schleswig-Holsteins FDP- Fraktionschef Wolfgang Kubicki forderte in «Bild am Sonntag»: «Die FDP sollte das Ausschlussverfahren gegen Möllemann fallen lassen. Erstens aus moralischen Gründen: Möllemann ist nicht gesund. Zweitens wird er auch so keine Chance mehr haben, Führungspositionen zurückzuerobern. Und drittens sollte man Möllemann nicht dazu zwingen, in Konkurrenz zur FDP zu treten.» Das Thüringer Bundesvorstandsmitglied Andreas Kniepert forderte, das Verfahren «so lange zurückzustellen, bis die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen vorliegen - und Möllemann völlig gesund ist». Auch Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow sprach sich gegen einen baldigen Ausschluss Möllemanns aus den Parlamentsfraktionen aus.................

Mitte 2002 hatte es wegen Möllemanns Kritik an der israelischen Regierung und an Friedman heftigen Wirbel um die Deutsch-Arabische Gesellschaft gegeben.. .....18.01.2003, 12:12 "

Fall Möllemann – ungeklärt - Anneliese Fikentscher/Andreas Neumann  - Die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland kennt etliche Politiker, deren plötzlicher unnatürlicher Tod Aufsehen erregte und bisher nicht geklärt ist. Zu ihnen gehören Heinz Herbert Karry, einst FDP-Schatzmeister, Uwe Barschel (CDU), schleswig-holsteinischer Ministerpräsident, Detlev Karsten Rohwedder (SPD), Präsident der Treuhandanstalt, und der FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann, ehemals Bundesbildungsminister, der später gern Bundesaußenminister geworden wäre. Wie er im Juni 2003 beim Fallschirmspringen ums Leben kam, blieb ein Rätsel

Der Fall Möllemann - oder wie weit darf Kritik an Israel gehen?* - Von Alexander Boulerian - Nur eine Stunde nach dem einstimmigen Beschluss zur Aufhebung seiner Immunität als Bundestagsabgeordneter sprang der einstige FDP-Spitzenpolitiker Jürgen W. Möllemann am 5. Juni 2003 in den Tod. Möllemanns Untergang und dessen Begleitumstände sind symptomatisch für den Niedergang der politischen Klasse in diesem Land. Unabhängig davon, ob sich sein Tod schließlich als Selbstmord erweisen wird oder ob Fremdeinwirkung im Spiel war - schon jetzt steht fest, dass der einstige FDP-Spitzenpolitiker einem Vernichtungsfeldzug nicht nur seiner eigenen Parteispitze, sondern des gesamten politischen Establishments zum Opfer gefallen ist ... mehr >>>.

Die Antwort von Jürgen Möllemann -  auf eine E-Mail das ich ihm schrieb. -  Do 02.05.2002 15:42

Sehr geehrter Herr Arendt,

Sie haben mir Ihre Meinung betreffend meiner Haltung zum Nahost-Konflikt mitgeteilt..........

Über Israel kritisch zu sprechen, müssen wir in Deutschland wohl erst noch lernen. Das zeigen mir die fast viertausend Zuschriften in den letzten zwei Wochen. Wer mich oder andere Teilnehmer im Meinungsforum auf meiner Homepage ansprach, wählte seine Worte öfter mit viel Gefühls-Aufwallung. Wer mir sozusagen nicht-öffentlich schrieb, blieb fast immer sachlich und besorgt. Das gilt für die über 95 Prozent der Stimmen, die mich in meinem Engagement ermutigten, ebenso wie für meine Kritiker. Wir alle wissen, weshalb es bis heute ein Tabu ist, Israel als Deutscher zu kritisieren. Was das verbrecherische Nazi-Regime vor allem den Juden angetan hat, bleibt die schwere Last unseres Volkes. Diese Schuld hat das Tabu begründet, von dem ich rede. Tabus bergen immer die Ungewissheit, was die Menschen wirklich denken, wenn sie darüber nicht reden. Nicht selten täuschen Tabus in Political Correctness eine Einhelligkeit vor, die es gar nicht gibt. Kritisches Denken und eigenständiges Urteil fördern sie nicht. Wenn Bekenntnisse aber zu Formeln werden, was sind sie dann wert? In Israel gibt es eine große Mehrheit, die längst für das friedliche Nebeneinander eines Staates Israel und eines Staates Palästina eintritt. Es ist eine der Wirkungen von Ariel Sharons Politik, dass sie ihre Stimme nicht so laut erheben kann. Wer wie das Volk von Israel mit der täglichen Angst vor Selbstmordattentaten leben muss, schart sich hinter der Regierung, die sie schützen soll. Das ist wenig Raum für eine Diskussion, wer und was diese entsetzliche Eskalation der Gewalt verursacht hat. Die Menschen in Israel sehnen sich nach dem friedlicheren Leben, das sie hatten. Ihren Nachbarn, den Palästinensern, geht es in dieser Hinsicht ähnlich. Auch sie möchten sich nicht mehr täglich vor Militärschlägen der hochmodernen israelischen Armee fürchten müssen und auch nicht vor gezielten Schüssen auf Landsleute, die auf Todeslisten stehen. Die Palästinenser möchten schon lange nicht mehr in Flüchtlingslagern leben. Sie wünschen sich für ihre Kinder eine gute Ausbildung. Sie träumen von einem besseren Lebensstandard. Den wirtschaftlichen Erfolg haben sich die Israelis erarbeitet. Ihre Nachbarn, die Palästinenser, würden gerne unter Umständen leben, die ihnen diese Chance auch eröffnen. Nicht zufällig sind Palästinenser in den arabischen Ländern sehr erfolgreich. Sie könnten es zu Hause ebenso sein. Was für eine Perspektive für die Großregion, würden sich zwei Völker, Israelis und Palästinenser, zwei Staaten, Israel und Palästina zu zwei erfolgreichen Volkswirtschaften inspirierend addieren. Stellen wir uns vor, sie würden mit weiteren Nachbarn eine Freihandelszone bilden wie EU oder NAFTA. Vielleicht müssen sich alle Beteiligten solch fernen Visionen zuwenden, um zu begreifen, was der Friede wert wäre.

Bitte setzen Sie sich mit mir für eine faire Lösung ein, die Israelis und Palästinensern gleiche Rechte gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Jürgen W. Möllemann 

Linksammlung

Kostenloses e-book (Klartext für Deutschland) über Jürgen Möllemann

Wahlschreiben von J. Möllemann zur Bundestagswahl 2002


zum vergrößern bitte anklicken.

Die Außenseite des umstrittenen Flyers

Aufstand der Demokraten gegen Antisemitismus?

Als Tondokument ein Gespräch mit J. W. Möllemann

Kann es zu einer Vermittlung zwischen Israelis und Palästinensern kommen?

Martin Zagatta im Gespräch mit Jürgen W. Möllemann, Vorsitzender der Deutsch-Arabischen Gesellschaft
Deutschlandfunk-Interview am Morgen, 14. März 2002 
Interview am Morgen Audiofassung
 

Deutsch-arabische Gesellschaft: "Möllemann war kein Antisemit" - Spiegel

Jürgen W. Möllemann in memoriam
D-A-G Newsletter - 5.5.03

Wütend über spontanen Freitod
Wolfgang Kubicki nimmt es seinem Freund Jürgen Möllemann ziemlich übel, dass der seine Familie einfach so zurückgelassen hat. ... weiter

Ein Blick auf den beispiellosen Niedergang der Politik Zum Tod von Jürgen W. Möllemann

Beisetzung: Möllemanns Freunde weinen und klagen an
Tausende haben von Jürgen Möllemann Abschied genommen. Bei dessen Beerdigung in Münster erschien Schalke-Präsident Gerd Rehberg und Manager Rudi Assauer mit einer Vereinsfahne. Möllemanns früherer Parteifreund Wolfgang Kubicki richtete bittere Worte an die FDP-Spitze.

Der Fall Jürgen Möllemann

Beerdigung – Attacken gegen FDP-Spitze am Grab

Möllemanns Schatten: Stachel im Fleisch der FDP
Jürgen Möllemann beging aller Wahrscheinlichkeit nach Selbstmord. Über das Web organisieren seine Anhänger nun Aktionen gegen die FDP-Spitze, die sie für den Freitod verantwortlich machen. Seine ehemalige Partei ist verunsichert.Video – Möllemanns Todessprung aufgenommen

Vorwürfe – Kubicki schießt gegen Rexrodt

Fotos – Die Beerdigung von Jürgen Möllemann

Moralische Keulen

Bilder – Der Tod des Politikers

Rätsel um Möllemanns Tod: "Haben wir irgendwas übersehen?"

Raymund Schwager: Martin Walser, Jürgen Möllemann und der Antijudaismus
NETZEITUNG DEUTSCHLAND: Chronologie der Möllemann-Affäre

"Klartext": Möllemann bei Gabi Bauer
Ein Buch sorgt für neuen Missmut in der FDP

Quelle MDR Streit um Karsli / Möllemann - Dokumentation (Mai 2002)

Der antisemitische Komplex
Eine selbstkritische Konzeption des Feindes: Zur Doppelgestalt von Judenhass und Araberhass Die verschiedenen Formen des Hasses haben ihre Geschichte. Damit gilt es sich auseinander zu setzen, anstatt Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus weiterhin so zu behandeln, als wären sie...

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