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Verleumdungsaktionen
JagdAktionen
DER ISRAELLOBBY

 

AKTION GEGEN PFARRER DR. STOODT

KATHARINENKIRCHE FRANKFURT

 

Aktion Pfarrer Dr. Stoodt - Abgesehen vom politischen Hintergrund, demonstrieren diese Jagaktionen ein Denken und Verhalten, welches unserer demokratischen Gesellschaft, nach der geistigen Überwindung des Hitlerreiches nicht mehr entsprechen sollte. Es lässt sich nicht gleichsetzen, aber, Erinnerungen an Jagd- Verfolgungsaktionen in der DDR, an Verleumdungskampagnen mit denen das Nazireich arbeitete drängen sich auf. Auch Bezüge zu "modernere" Formen des Menschenjagen, Stalking, Mobbing sind zu erkennbar. Hierin begründet sich auch, über alle politischen Grenzen und Gegensätze hinweg die erkennbare Kritik an dem Wirken dieses Netzwerkes Honestly Concerned + "Freunde" mehr >>>

Nachfolgend, als  eine weitere Dokumentation der üblichen Vorgehensweise von HC und seinen Freunden folgt ein Briefwechsel, der bei Honestly Concerned veröffentlicht wurde. Wie üblich erscheint, der "Ankläger" ohne e Mail Nennung das "Opfer" wird mit voller Namensnennung und allen nötigen Angaben  genannt.

Die Photoausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ - Die beinahe alltägliche Berichterstattung über Palästina/Israel ist sehr stark durch Bilder geprägt. Fernsehbilder zeigen Palästinenser überwiegend als Steine werfende Jugendliche, fanatisierte Menschenmengen oder martialisch posierende Selbstmordattentäter. Diese stereotype Darstellung bestimmt das Verständnis des israelisch-palästinensischen Konflikts in Europa allgemein und besonders auch in Deutschland.

Die Photoausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ will diesen Kanon der festgeschriebenen Bilder aufbrechen und den Blick auf die prekäre Lage und den Alltag der palästinensischen Bevölkerung in den besetzten Gebieten lenken, der seit 36 Jahren von der israelischen Besatzung bestimmt wird. Aber vor allem die strukturelle Gewalt der Besatzung – alltägliche Demütigung und Entrechtung – taugt nicht für spektakuläre Bilder, sondern geschieht, ohne von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Die Photoausstellung setzt bewusst auf andere, den Sehgewohnheiten nicht entsprechende Bilder und soll bei den Besuchern und Besucherinnen einen reflektierteren Umgang mit der täglichen Berichterstattung über Palästina/Israel bewirken.

Die Ausstellung zeigte zehn Themenbereiche, die mit Photographien, Karten und vertiefenden Begleittexten präsentiert werden, allerdings nicht beanspruchen, den Konflikt in all seiner Komplexität darzustellen. Der Fokus auf das Leben der palästinensischen Bevölkerung unter der israelischen Besatzung soll auch keiner einseitigen Darstellung Vorschub leisten, sondern daran erinnern, dass die in den Medien dominierenden Bilder und Berichte über den eskalierten Konflikt das eigentlich Menschliche überlagern: Zu leicht vergessen wir, dass die Menschen in Palästina/Israel mit diesem Konflikt leben (müssen). Die Begleittexte zur Ausstellung konnten nur sehr knapp ausfallen, deswegen liefert eine Begleitbroschüre weiterführende Informationen und Analysen.

 

Es wurde von HC  eine neue Aktion gestartet. Diesmal steht im Kreuzfeuer ein Pfarrer, der es "gewagt hat" in seiner Kirche eine Ausstellung zu zeigen, die in keiner Weise antiisraelisch, antisemitisch ist, die einfach die oft vergessene Seite des Nahostkonflikts und das Leben und Leiden der Palästinenser zeigt. Der Nahostkonflikt hat wenigstens zwei Seiten und es ist legitim sie zu zeigen.
Typisch ist es, dass man es nicht dabei belässt seine konträre Meinung zur Ausstellung kundzutun, das Umfeld des zu kritisierenden wird mit einbezogen. Typisch ist es auch von S. Stawski, das, wenn sich jemand wehrt, man sich einer Diskussion entzieht und dann noch dem Kritisierten  vorwirft, er hätte eine Aktion gegen Honestly Concerned gestartet.

Mit der ersten Veröffentlichung ist auch im inneren Verständnis der Gruppe die Jagt eröffnet. Wie auf der Seite "Techniken"  belegt, ist es auch wiederholt so, das das man dabei   scheinheilig die Verantwortung für diese e Mail Kampangne nicht übernimmt.
 Beispielhaft ist, das natürlich der Chefredakteur, als besorgter Mitbürger, außerhalb seiner Verantwortung, auch der seines Gewissens Leserbriefe veröffentlicht hat in denen Verdächtigungen ausgesprochen wurden, die sonst nirgendwo erhoben wurden, die unüberprüft, unverantwortlich dann in der Liste erscheinen.
Wenn man nichts findet strikt man sich auch gerne, wie hier geschehen seinen Antisemiten selber.

In einer reguläre Zeitung, einem Internetmagazin, erscheinen  Leserbriefe als Reaktion auf Artikel die veröffentlicht wurden, als Reaktion auf geschehenes z.B. in einer Mailingliste.

Letztlich veröffentlicht der "Chefredakteur" unbelegt, nicht recherchierte Verdächtigungen und Diffamierungen, die ohne Zusammenhang zu irgendeinem Gerichtsurteil, einer Aktion zu einem belegbaren Vorgang stehen. Dies wird aber immer durchschaubarer:

"Es ist Ihre Angelegenheit, sicherzustellen, daß nicht Mails, die ich an einen klar definierten Kreis von Adressaten sende, nicht auf Ihrer Internet-Mailingliste auftauchen, was dann dazu führt, daß ich anschließend von mir völlig Unbekannten und zum Teil völlig Uninformierten quasi "aus dem off" öffentlich angegriffen werde. Es wäre gut, wenn Sie dies umgehend auf welche technische oder redaktionelle Weise auch immer absichern könnten, denn sonst erwecken Sie den Eindruck, daß genau dieser Effekt, den man sehr  wohl als gezielte Kampagnenpolitik bezeichnen könnte, von Ihnen verfolgt wird...." (Zitat von Dr. Stoodt)

Die Aktion gegen Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt zeigt wieder sehr genau einige der Arbeitstechniken die bei HC und seinen Anhängern ("Leserbriefschreiber") die  zu kritisieren sind.

Die hier nachfolgenden  Mailinglisten sind stark gekürzt worden, beschränkt sich (entsprechend der Rechtslage) auf das  zitieren von Textausschnitten. Die Auslassungen sind an den Punkten ...... zu erkennen. Die Mailingliste ist nur teilweise online zu lesen. Es ist meistens auch unüblich, das die Jagdaufrufe online zu lesen sind, sie tauchen nur nur in der versandten Mailingliste auf. E. Arendt
 

Wie sagte schon am 13. Juni in  einer Mailingliste von Honestly Concerned Silvia G./Bershorn v. Sch.

".....Was wir daraus lernen müssen, ist vor allem eines: So lange es  e i n e   Protestmail ist, kann man es krachen lassen. In dem Augenblick, wo mehrere mails losgehen, muß das Vorgehen koordiniert werden, sonst geht der Schuß nach hinten los und alle Verschwörungstheoretiker wittern eine konzertierte Aktion........."
 

 



Hierzu möchte ich aus  einen Brief vom Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt zitieren:


Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt

Pfarramt für Stadtkirchenarbeit an St. Katharinen
Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main

 

Herrn Sacha Stawski
"Honestly Concerned"

 
 

Sehr geehrter Herr Stawski,

 

Danke für Ihre Mail (s.u.).
Daß es nicht um eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung geht, habe ich schon frühzeitig feststellen müssen.

 

Es ist Ihre Angelegenheit, sicherzustellen, daß nicht Mails, die ich an einen klar definierten Kreis von Adressaten sende, nicht auf Ihrer Internet-Mailingliste auftauchen, was dann dazu führt, daß ich anschließend von mir völlig Unbekannten und zum Teil völlig Uninformierten quasi "aus dem off" öffentlich angegriffen werde. Es wäre gut, wenn Sie dies umgehend auf welche technische oder redaktionelle Weise auch immer absichern könnten, denn sonst erwecken Sie den Eindruck, daß genau dieser Effekt, den man sehr  wohl als gezielte Kampagnenpolitik bezeichnen könnte, von Ihnen verfolgt wird.

 

Im Gegensatz zu Frau Seiter haben sowohl Frau R. F. B. als auch Ihre Redaktion die Ironie meiner Frage, wann denn nun wohl auch dieser Brief von mir an Frau Seiter auf der Internet-Mailingliste von Honestly Converned erscheint, nicht verstanden. Schade!


Sie behaupten ferner, Honestly Concerned hätte mich nicht als Antisemiten bezeichnet.

Ich darf Sie bitten, die von Ihrem Service selbst an etliche Hundert mir völlig unbekannte EmpfängerInnen internetweit  versandten Mails zu lesen, wo in einem dort veröffentlichten Beschwerdebrief über mich Beschuldigungen wie "Schüren antijüdischer Gefühle", "intellektuell verbrämter Antisemitismus", "totalitär" usw. verbreitet werden und es schließlich, in einer dort veröffentlichten Mail von Herrn Dr. Meßerschmidt, an Sie, Herr Stawski, sogar heißt: "Ich halte den Fall auch deshalb für brisant, weil Herr Pfarrer Stoodt, wie ich erst im nachhinein erfahren habe, sich gleichzeitig gegen traditionellen Rechtsextremismus engagiert. Dies kann aber keine Versicherungspolice gegen Kritik wegen der Förderung des neuen Antisemitismus sein. Wäre ich ein kluger Antisemit, würde ich jedenfalls genauso vorgehen, wie Herr Pfarrer Stoodt."


Daß ich eine Kampagne gegen Sie führe, tut mir zuviel der Ehre an. Dazu wäre ich gar nicht in der Lage.
Ich habe mich vielmehr der Kritik an einer von mir in der St. Katharinenkirche beherbergten Ausstellung gestellt und dies öffentlich, nachdem zuvor der Hauptkritiker, offenbar Ihr Mailinglisten-Mitglied, Herr Dr. Meßerschmidt, mit seiner Kritik nicht zuerst an mich, sondern sofort an die, wie er falsch vermutete, zuständige übergeordnete kirchliche Dienststelle herangetreten war, von wo aus dann weitere kirchliche Amtsträger über den Vorgang informiert wurden. Der ganze Mailwechsel hierzu erschien dann, auf Veranlassung von Herrn Dr. Meßerschmidt, auf Ihrer Internet-Mailingliste, und zwar, ich wiederhole es, ohne daß Herr Dr. Meßerschmidt als Veranlasser alles dessen oder Sie als Verantwortlicher der Homepage nur ein Wort mit mir darüber gewechselt hätten.


Und da wagen Sie es, mir eine Kampagne zu unterstellen?

Ich finde: die Methoden von Honestly Concerned sind abenteuerlich und schaden dem bitter notwendigen Kampf gegen den Antisemitismus wie auch dem Ansehen Israels, weil Sie sich nicht genügend gegen den unvermeidlichen Eindruck absichern, Sie funktionalisierten die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus für etwas ganz anderes, nämlich die Image-Verbesserung für das vermeintlich schlechte Ansehen der israelischen Staatspolitik.

Wie Sie wissen, ist es ein uraltes antisemitisches Stereotyp, die Jüdinnen und Juden weltweit als irgendwie verschworene Gemeinschaft darzustellen. Heutige Faschisten und Rassisten tun dies, indem Sie zB. Mitglieder einer jüdischen Gemeinde in Frankfurt quasi als verlängerten Arm des Staates Israel, oder, wenn es ihnen paßt, auch umgekehrt, die Handlungen des Staates Israel als politischen Ausdruck
jüdischer Positionen an ganz anderen Orten der Erde ausgeben. Ich halte dies für eine nationalistische und rassistische Argumentation. Wer aber umgekehrt so argumentiert, daß Kritiker Israels sofort als Antisemiten beschimpft werden, wie ich es gerade erlebe, sollte sehr vorsichtig sein, nicht letzten Endes genau solchen rassistischen Stereotypen Wasser auf die Mühlen zu leiten.

 

Hans Christoph Stoodt

OBEN
 

 

Als Dokumentation der Verlauf der Aktion:
Dr. jur. habil. Klaus Meßerschmidt    - Pfarrer Dr. Stoodt
 

......From: MK  ...... Friday, June 11, 2004 9:04 PM  ...... To: info-at-honestly-concerned.org .........

"......ich setze mich mit der evangelischen Kirche über die Palästina-Ausstellung auseinander, die im Mai 2004 stattfand und in weiteren deutschen Städten veranstaltet wird.

Die Kirche hat sich bislang nicht von antisemitischen Äußerungen in Wort und Schrift (israelische Soldaten als "Henker" usw.) distanziert. Statt dessen hat der Hauptverantwortliche für die Ausstellung, Pfarrer Dr. Stoodt, meine e-mail-Adresse an Palästinenser weitergegeben.........

P.S. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass es im Gästebuch der Kirche ausser antiisraelischen und antijüdischen Invektiven auch mehrere Einträge gab, in denen die einseitige Tendenz der Ausstellung kritisiert wurde. Ob es darüber hinaus Beschwerden über die Ausstellung gab, weiss ich allerdings nicht..........
 

 

 

 

....From: MK....... Saturday, June 12, 2004 4:38 PM ......To: sstawski .......

Sehr geehrter Herr Stawski,

"......Die hiesige Presse wollte im Übrigen nicht über meine Kritik berichten. Herr Pfarrer Stoodt wurde von einem FAZ-Mitarbeiter in diesem Zusammenhang als einflussreich bezeichnet.......

Ich halte den Fall auch deshalb für brisant, weil Herr Pfarrer Stoodt, wie ich erst im nachhinein erfahren habe, sich gleichzeitig gegen traditionellen Rechtsextremismus engagiert. Dies kann aber keine Versicherungspolice gegen Kritik wegen der Förderung des neuen Antisemitismus sein. Wäre ich ein kluger Antisemit, würde ich jedenfalls genauso vorgehen, wie Herr Pfarrer Stoodt. . ....."

 

 

 

Dr. iur. habil. Klaus M. ...Frankfurt a. M., den 12.5.2004

Betr.: Ausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ in der Katharinenkirche

Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat,

Mit einem Gefühl starker Beklommenheit habe ich die Ausstellung und das dort erhältliche Begleitheft angeschaut. Beide sind geeignet, antijüdische Einstellungen in Deutschland weiter zu schüren.

Man mag noch Verständnis dafür aufbringen, dass palästinensische Organisationen ihre Sicht der Dinge so darstellen, wie dies in der Ausstellung geschieht, und dabei die Rolle des palästinensischen Terrors herunterspielen. Unbegreiflich ist jedoch für mich, dass die evangelische Kirche ihnen hierfür – noch dazu an herausragender Stelle wie der Frankfurter Katharinenkirche – ein Forum bietet. Dabei entsteht der Eindruck, als sei die Position der Palästinenser billigenswert und werde von der Kirche geteilt............

Damit dient die Ausstellung der Desinformation und der emotionalen Mobilisierung gegen Israel. Das Begleitheft scheut auch nicht vor einer offen agitatorischen Sprache zurück, indem es israelisches Militär als „Henker“ bezeichnet (S. 40). Dies geht über das abstrakte Diktum „Soldaten sind Mörder“, das vor Jahren in Deutschland Aufsehen erregte und sogar das Bundesverfassungsgericht beschäftigte, an Schärfe noch hinaus. Wie immer man über die Aktionen denken mag, die hier in Rede stehen, ist es unerträglich, dass die evangelische Kirche eine solche Sprache duldet......  Mit Entsetzen habe ich zur Kenntnis genommen, dass sogar Kinder im Vorschulalter aus einer Kindertagesstätte durch die Ausstellung geschleust werden. Dort kann es nun gar nicht mehr um eine intellektuelle Auseinandersetzung mit der propagandistischen Darstellung eines Problems gehen.....
 

.........Die Durchführung der Ausstellung erinnert an die dunkle Tradition der evangelischen Kirche von Hofprediger Stöcker bis zu den „Deutschen Christen“ und beschädigt den Ruf unserer Stadt und unseres Landes........ Wir sollten nicht auf Proteste jüdischer Gemeinden warten, um humanitär und intellektuell verbrämtem Antisemitismus entgegen zu treten........
 

 

 

Durchschrift an Evangelische Kirche in Hessen.........

Bezug: Mein Schreiben vom 12.5.2004

Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat,

Ich ersuche Sie eindringlich, die noch bis Ende des Monats laufende Veranstaltung sofort zu beenden. Ein neuerlicher Besuch der Ausstellung hat mir weiteren Aufschluss über die dort betriebene antijüdische Propaganda gegeben.

Die Ausstellung wendet sich gezielt an Kinder und Jugendliche und droht die Antisemiten von Morgen heranzuzüchten, indem Israelis und damit indirekt auch die Angehörigen der jüdischen Bevölkerung in Deutschland als „Tätervolk“ dargestellt werden......... Nach juristischer Prüfung handelt es sich bei dieser schlüssigen Billigung von Morden vor einer Menschenansammlung mit Versammlungscharakter um eine Straftat. Bei der Dame handelt es sich ganz offensichtlich um eine Fanatikerin. Die Erzählung fügt sich im Übrigen in das Stereotyp antisemitischer Pamphlete, in denen Juden immer wieder als sadistische Peiniger von Unschuldigen und Kindern dargestellt wurden.

Wir haben uns weiteren Diskussionen, in die sich nun auch ein vermutlich palästinensischer Veranstaltungsbetreuer einschalten wollte, durch rasches Verlassen der Kirche entzogen........ Der antisemitische Charakter der Veranstaltung bringt jedoch zugleich Schande über unsere Stadt und unser Land. ......... Es sind jedoch nicht Image-Erwägungen, die mich bewegen, sondern die Sorge um die Zukunft unserer Kinder, die – auch unter Verletzung der Elternrechte – mit dem Gift des Antisemitismus an einem Ort infiziert werden, wo man es am wenigsten erwarten würde........Die Zeit drängt. In tiefer Sorge Dr. iur. habil. Klaus M.......°

 

 

 

Evangelischer Regionalverband Frankfurt a. M.......Betr.: Ausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ in der Katharinenkirche

Sehr geehrter Herr Oberkirchenrat,

..........Hier die weiteren Fakten: ......Im Gästebuch der Kirche (ich habe eines von dreien erneut eingesehen) finden sich vermehrt evident antisemitische Einträge. Ich zitiere: „Menschen sind Menschen und ihr JUDEN seid nicht besser! Ihr tötet wie Ihr könnt. Aber das dürfen wir Deutschen ja nicht mal sagen.“ – „Volk Gottes, das ich nicht lache“ – „Horst ist ein Held!“ – „Hitler“. Daneben finden sich islamistische Parolen wie „Allah = Gott“ und „Allah uekbar“. Eine Seite wurde aus dem Buch herausgerissen. Unter den gegebenen Umständen drängt sich die Vermutung auf, dass dies wegen noch extremerer rechtsradikaler Parolen geschehen sein könnte.

Die evangelische Katharinenkirche wird damit zum Kristallationspunkt und Forum antisemitischer Agitation. Dies ist verabscheuungswürdig.

Die Logik der Veranstaltung wird von einem der rechtsradikalen Skribenten klar erkannt: Durch Anprangerung von Verbrechen der Israelis wird nicht nur die Intifada gerechtfertigt, sondern auch der nationalsozialistische Völkermord gleichsam rehabilitiert.

Auch wenn diese Wirkung nicht von allen Beteiligten intendiert sein dürfte, ist sie jedenfalls eingetreten und erneuert sich jeden Tag, an dem die Ausstellung geöffnet bleibt und durch Agitation unterstützt wird....... Mit vorzüglicher Hochachtung

 

 

 

Dr. Hans Christoph Stoodt
Pfarramt für Stadtkirchenarbeit an St. Katharinen
Myliusstrasse 52
60323 Frankfurt am Main

Herrn
Dr. iur. habil Klaus M
.

 

Ihre an Kritik an der Ausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“

Sehr geehrter Herr Dr. jur.habil. Me....,

erst seit heute, 27. Mai liegt mir Ihr Schreiben an Evangelischen Regionalverband vor, in dem Sie massive Kritik an der oben genannten Ausstellung üben.

Zunächst möchte ich Ihnen, auch wenn ich sie in keiner Weise teilen kann, für Ihre Reaktion recht herzlich danken. Sinn einer solchen Ausstellung ist es ja unter anderem auch, das schmerzliche Thema des Nahostkonflikts zu diskutieren.

Lassen Sie mich nun aber bitte einige Punkte in aller Klarheit feststellen:

Zur Form:

Die Ausstellung „Palästina – Alltag unter Besatzung“ wird vom Pfarramt für Stadtkirchenarbeit an St. Katharinen in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Arbeitskreis Palästina – Israel sowie der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft gezeigt. Vorangegangen war ein dementsprechender Beschluß des Kirchenvorstands und eine offene Diskussion mit einer meiner Kolleginnen, eine Diskussion, die übrigens auch in der kommenden Ausgabe des Gemeindeblattes „St. Katharinen“ dokumentiert werden wird. Der Kirchenvorstand und meine Person sind also für Sie in dieser Frage die Ansprechpartner/innen. Dass Sie Ihr Schreiben nicht an diese, sondern an eine vermeintlich zuständige Stelle, den Evangelischen Regionalverband, sowie einen namentlich nicht genannten „Herrn Oberkirchenrat“ richteten, mag zur Verzögerung meiner Antwort beigetragen haben, die ich Sie unter diesen Umständen zu verstehen bitte. Um meine Antwort nicht weiter zu verzögern, maile ich Sie Ihnen sowie den von Ihnen zuvor Angeschriebenen vorab zu.

Anmerken möchte ich allerdings, daß ich es als den normalen Stil in einer auch kontroversen Debatte begrüßt hätte, von Ihnen direkt kontaktiert zu werden. Im Interesse dessen sehe ich nun davon ab, Ihnen meine Antwort auf Ihr Schreiben etwa über den Dekan der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin zukommen zu lassen.

Zum Inhalt:

Ich beabsichtige nicht, meine eigene Position zur Frage des Nahostkonflikts in diesem Schreiben darzulegen. Das würde den Rahmen meines Schreibens sprengen. Sie selber haben ja deutlich gemacht, daß Sie der palästinensischen Seite in diesem Konflikt offenbar generell den Friedenswillen absprechen („palästinensischer Terror“, „Verwendung des Friedenssymbols unlauter“, Ihre Bemerkung, es sei „unbegreiflich“, daß in einer evangelischen Kirche der Eindruck erweckt werden dürfe, als sei „die (sic!) Position der (sic!) Palästinenser billigenswert“). Dies ist von mir ebenso zur Kenntnis zu nehmen und zu respektieren, wie ich umgekehrt darauf bestehen muß, daß meine Position zur hier verhandelten Frage ebenso legitim ist.

Ich erwähne zur Frage der Ausgewogenheit allerdings: kein/e einzig/e Palästinenserin hier in Frankfurt hat es mir 1998 verübelt, als ich die zum Teil ebenfalls auf den Nahostkonflikt Bezug nehmenden Bronzeplastiken der israelischen Bildhauerin Yael Bareket in der Katharinenkirche ausgestellt habe. Niemand hat mir damals die Frage nach der „Ausgewogenheit“, nach „Rücksichtnahme auf die palästinensische Seite“ o.ä. gestellt. Dies geschieht nur umgekehrt.

Im Übrigen: meine Ihnen möglicherweise aus der Presse bekannte Tätigkeit als einer der SprecherInnen des Frankfurter Bündnis gegen den Krieg und der Frankfurter Anti-Nazi-Koordination legen Ihnen möglicherweise doch nahe, Ihre Vermutung etwa bei mir oder sonst jemandem im mir kontrollierbaren Umfeld der Ausstellung vorhandener antisemitischer Ressentiments doch noch einmal zu überdenken.

Auf jeden Fall überdenken sollten Sie Ihre Äußerungen zu dem von Ihnen als „agitatorisch“ inkriminierten Zitat auf S. 40 des Begleitheftes der Ausstellung.

Hier werde, wie Sie schreiben, „israelisches Militär als ‚Henker’ bezeichnet“.

Dieses „Zitat“ haben Sie, in welcher Absicht auch immer, in grober Form aus dem Zusammenhang gerissen.

Ich stelle fest: auf der von Ihnen angegebenen Seite befindet sich der Beginn eines Artikels von Professor Dr. Saleh Abdel Jawwad, Politikwissenschaftler an der Universität Birzeit / Ramallah: „Anklage, Richter und Henker – die israelische Politik gezielter Attentate“.

Dass dies in Wahrheit etwas ganz anderes ist als die von Ihnen für den unkundigen Leser suggerierte Annahme, liegt auf der Hand.

Überschrift und Artikel weisen hier nämlich unter Verwendung einer geprägten Wortverbindung auf die in der Tat unter rechtsstaatlichen, der bürgerlichen Tradition der Gewaltenteilung verpflichteten Gesichtpunkten mehr als problematische, inzwischen (Stand des heutigen Tages) 327 Mal geübte Praxis der euphemistisch so genannten „gezielten Tötungen“ mißliebiger Personen (häufig genug auch völlig Unbeteiligter), durch die israelische Politik (und nicht, wie Sie schreiben, „des Militärs“) hin – eine Praxis, die in internationalen Gremien immer wieder verurteilt wird und bereits vor einiger Zeit in einem Artikel der politikwissenschaftlichen Zeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“ von dem Direktor des Fritz–Bauer–Instituts, Frankfurt, Professor Dr. Micha Brumlik, m.E. völlig zu Recht als „außergerichtliche Erschießung putativer Attentäter“ gebrandmarkt wurde.

Wie auch immer Sie selbst in Ihrer Kompetenz als Jurist zu dieser Praxis der derzeitigen israelischen Staatsführung stehen, deren aktuelles Vorgehen in Rafah jüngst ja im israelischen Kabinett selbst durch dessen Justizminister den denkbar schärfsten Kritiker fand – Ihren obigen Vorwurf an die Adresse des Begleitheftes kann ich ebenso wenig akzeptieren wie Ihre aus meiner Sicht generalisierenden und unbelegten Behauptungen der „emotionalen Mobilisierung“, des „verheerenden Einfluss auf die Jugend“, der „propagandistischen Darstellung“ oder gar, was ich nun wirklich persönlich mit aller Schärfe zurückweisen muss, „totalitärer Züge“, des „Schürens antijüdischer Gefühle“ und schließlich des “Antisemitismus“.

Ich finde es schon ein starkes und beleidigendes Stück, mich, ohne auch nur ein Wort mit mir gewechselt zu haben, in die Nähe des Hofpredigers Adolf Stoecker unseligen Angedenkens zu rücken!

Ich möchte darauf hinweisen, daß die von Ihnen so heftig kritisierte Ausstellung von den folgenden Institutionen gemeinsam ermöglicht wurde:

- Senator für Inneres, Kultur und Sport der Hansestadt Bremen
- Arbeitskreis Palästina-Israel Frankfurt
- Veranstaltungsreihe Bremen – Land der vielen Kulturen
- Deutsch-Palästinensische Gesellschaft
- Generaldelegation Palästinas in der Bundesrepublik Deutschland
- Fachschaftsrat der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen
- Evangelische StudentInnengemeinde Bremen
- Deutsch-Palästinensischer Frauenverein, Bremen
- Bürgerhaus Hemelingen
- Deutscher Gewerkschaftsbund, Bremen
- Arbeit und Leben, Bremen
- Orient – Okzident Bremen, e.V.

und einigen andere Organisationen, Initiativen und Einzelpersönlichkeiten – diese sind übrigens alle, was Sie in Ihrem Schreiben an den Herrn Oberkirchenrat im Evangelischen Regionalverband Frankfurt nicht erwähnen, auch in dem von Ihnen kritisierten Begleitheft zur Ausstellung aufgeführt und Ihnen folglich bekannt.

Alles Ihrer Meinung nach Vertreter eines „intellektuell verbrämten Antisemitismus“?

Sie sollten unbedingt davon ausgehen, daß alle genannten Gruppen und Personen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Sorgfalt, die gerade in unserem Land zum Thema des Nahostkonflikts jederzeit geboten ist, auch nur die Möglichkeit antisemitischen Missbrauchs der Ausstellung, ihrer Texte und Bilder, ausgeschlossen haben. Dies nehme ich auch für die hier in Frankfurt mit der Ausstellung befassten Personen und mich selber ganz entschieden in Anspruch.

Zum Schluß: die Ausstellung ist rege besucht. Es ist, mit der einzigen Ausnahme der Störung durch eine psychisch kranke Person, zu keinerlei Zwischenfällen, dafür aber zu einer Vielzahl konstruktiver Diskussionen gekommen.

Besonders die mit über hundert Menschen gut besuchte Eröffnungsveranstaltung mit der christlichen Palästinenserin Faten Mukarker (Bethlehem), die auf bewegende Weise vom „Alltag unter Besatzung“ zu berichten wusste, muß hier besonders Erwähnung finden. Die Stimme Faten Mukarkers, die Stimme einer Frau, Mutter und Christin, eine Stimme Palästinas, wird in jeder Kirche Aufmerksamkeit und Empathie finden, davon bin ich überzeugt.

Es wird Sie nach alledem nicht überraschen, daß ich nicht gedenke, Ihrer an wen auch immer gerichteten Forderung „die Ausstellung sofort zu beenden“ oder wenigstens „den Vertrieb des Begleithefts … zu unterbinden“ Folge zu leisten.

Ich bitte Sie, zur Kenntnis zu nehmen: eine solche Forderung ist mir in meiner Tätigkeit als Pfarrer an St. Katharinen nur in dem einzigen Fall vorgekommen, als der Frankfurter Generalkonsul der Türkei im Jahre 2002 eine Fotodokumentation in der Kirche über den Genozid an den Armeniern 1915 unterbinden wollte.

Mit freundlichen Grüßen,

 

 

 

 

Dr. iur. habil. Klaus M..........

Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Stoodt,

im Hinblick auf die Diskussion, die meine Schreiben offensichtlich ausgelöst haben, möchte ich Ihre Stellungnahme nicht unbeantwortet lassen.

Zunächst glaube ich nicht, dass ich meine Vorgehensweise rechtfertigen muss. Ich kann eine politische Ausstellung in der evangelischen Hauptkirche Frankfurts, die auf eine breite Öffentlichkeit zielt, nicht als interne Angelegenheit der Gemeinde und des Gemeindepfarrers auffassen, sondern sehe darin einen Vorgang, der uns alle betrifft und den sich die evangelische Kirche in Frankfurt zurechnen lassen muss......... Die Ausstellung in der Katharinenkirche inszeniert jedoch eine Anklage gegen Israel, von der nur einzelne jüdische „Kronzeugen“ ausgenommen werden. Sie zielt auf ethische und juristische Verurteilung. Die israelische Politik wird an den Pranger gestellt. Hierfür ist eine Kirche nicht der geeignete Ort. ........ Die Ausstellung möchte vielmehr Sympathisanten für die palästinensische Sache gewinnen. Dies ist nicht illegitim, aber kein Vorgang, der in einer Kirche stattfinden sollte und der in Deutschland einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Es ist eine beklemmende Vorstellung, dass Palästinenser als Hoffnungsträger einer erneuten „Endlösung der Judenfrage“ in Deutschland Sympathie genießen könnten. Es liegt mir absolut fern, Sie oder einen anderen Verantwortlichen in diesen Zusammenhang zu rücken, muss jedoch diese von Ihnen offensichtlich nicht ernst genommene Problemdimension ansprechen, um Sie vielleicht doch noch davon zu überzeugen, dass die konkrete Ausstellung gefährlich ist.........

Weiterhin bestürzt mich, dass die vorhersehbaren antijüdischen Reaktionen von Besuchern von den Ausstellungsveranstaltern in Kauf genommen wurden.........Die Ausstellung dient nicht nur traditionellen Antisemiten als Vorwand, sondern fördert einen neuen Salon-Antisemitismus.

....... Die leidenschaftliche Anprangerung israelischer Untaten dient in rechtsextremen Kreisen zur nachträglichen Rechtfertigung des Genozids. Davon kann man sich in den einschlägigen Medien überzeugen und leider finden sich davon auch Spuren im Gästebuch der Katharinen-kirche, in dem es heißt: „Menschen sind Menschen und Ihr JUDEN seid nicht besser! Ihr tötet wo Ihr könnt. Aber das dürfen wir Deutschen ja nicht mal sagen. Volk Gottes das ich nicht lache.“ ...... Die staatliche Mitfinanzierung einer Propagandaschau irritiert mich, allerdings nicht ganz so stark ........

Klaus M.....

 

OBEN


 

Chefredakteur Stawski - Dr. Stoodt,

 

 

 

 

Ausschnittweise zitiert:

Von:
sstawski-at-honestly-concerned.org [mailto:sstawski-at-honestly-concerned.org]
Gesendet: Dienstag, 29. Juni 2004 10:32
An: hcstoodt-at-web.de; RUTH-at-dsmag.co.il; 'Dietrich Neuhaus'; 'Propstei. Rhein-Main'; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; 'Gita Leber'; claudia.neffgen-at-freenet.de; 'Marie-Luise Leberke'; 'Klaus Willkomm-Wiemer'; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de
Cc: MK-at-aol.com; Ruth.Seiter-at-t-online.de
Betreff: RE: Die Kritiker der Palästina-Ausstellung in St. Katharinen und das Vorgehen von "Honestly Concerned"


 

 

Sehr geehrter Herr Stoodt,

 

Wie schon in meinem letzten Email betont, habe ich an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Ihnen kein Interesse. Dennoch eine Klarstellung:

 

In einer Demokratie hat man das recht darauf aufmerksam zu machen, wenn man meint daß gewisse Handlungen oder Personen "Antisemitismus schüren könnten". Genauso ist es legitim von einer Kirche ein ausgewogenes Verhalten in einem schwierigen internationalen Konflikt zu fordern.

 

In dem uns überlassenen Schriftverkehr bat jemand um Unterstützung in einer Auseinadersetzung, bei der er (zu recht, wie mir scheint) meinte nichts erreichen zu können, bzw. bei den entscheidenden Personen nicht durchdringen zu können. .......Was bitte daran ist kein legitimes Vorgehen? Es ist schwer sich mit Kritik auseinanderzusetzen und sicherlich ist Angriff die beste Verteidigung. Genauso ist es leicht die "Antisemitismuskeule" zu schwingen. In diesem Fall ist dies aber NICHT Honestly-Concerned, sondern sind Sie es selber, der anderen unterstellt diese "Keule" zu schwingen (ZITAT: "...Wer aber umgekehrt so argumentiert, daß Kritiker Israels sofort als Antisemiten beschimpft werden...") Es wäre schön, wenn Sie sich statt dessen lieber mit den vielen sachlichen Argumenten von Herrn Messerschmidt und Frau Fink auseinandersetzen würden..... Hören Sie auf an Verschwörungstheorien zu glauben und irgendwelche Theorien von "Methoden von Honestly Concerned" zu unterstellen. Es ist nichts weiteres geschehen, als daß einige besorgte Bürger sich untereinander über eine problematische Auseinandersetzung mit einer Ausstellung in Ihrer Kirche ausgetauscht haben -........"

 

 

Sacha Stawski   .............."

 

OBEN


 

 

-----Original Message-----
From: hcstoodt-at-web.de [mailto:hcstoodt-at-web.de]
Sent: Tuesday, June 29, 2004 8:13 AM
To: sstawski-at-honestly-concerned.org; RUTH-at-dsmag.co.il; 'Dietrich Neuhaus'; 'Propstei. Rhein-Main'; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; 'Gita Leber'; claudia.neffgen-at-freenet.de; 'Marie-Luise Leberke'; 'Klaus Willkomm-Wiemer'; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de
Cc: MK-at-aol.com; Ruth.Seiter-at-t-online.de
Subject: Die Kritiker der Palästina-Ausstellung in St. Katharinen und das Vorgehen von "Honestly Concerned"


 

Pfarrer Dr. Hans Christoph Stoodt

Pfarramt für Stadtkirchenarbeit an St. Katharinen
Anti-Nazi-Koordination Frankfurt am Main

 

Herrn Sacha Stawski
"Honestly Concerned"

 

 

Sehr geehrter Herr Stawski,

 

Danke für Ihre Mail (s.u.).
Daß es nicht um eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung geht, habe ich schon frühzeitig feststellen müssen.

 

Es ist Ihre Angelegenheit, sicherzustellen, daß nicht Mails, die ich an einen klar definierten Kreis von Adressaten sende, nicht auf Ihrer Internet-Mailingliste auftauchen, was dann dazu führt, daß ich anschließend von mir völlig Unbekannten und zum Teil völlig Uninformierten quasi "aus dem off" öffentlich angegriffen werde. Es wäre gut, wenn Sie dies umgehend auf welche technische oder redaktionelle Weise auch immer absichern könnten, denn sonst erwecken Sie den Eindruck, daß genau dieser Effekt, den man sehr  wohl als gezielte Kampagnenpolitik bezeichnen könnte, von Ihnen verfolgt wird.

 

Im Gegensatz zu Frau Seiter haben sowohl Frau R. F. B. als auch Ihre Redaktion die Ironie meiner Frage, wann denn nun wohl auch dieser Brief von mir an Frau Seiter auf der Internet-Mailingliste von Honestly Converned erscheint, nicht verstanden. Schade!


Sie behaupten ferner, Honestly Concerned hätte mich nicht als Antisemiten bezeichnet.

Ich darf Sie bitten, die von Ihrem Service selbst an etliche Hundert mir völlig unbekannte EmpfängerInnen internetweit  versandten Mails zu lesen, wo in einem dort veröffentlichten Beschwerdebrief über mich Beschuldigungen wie "Schüren antijüdischer Gefühle", "intellektuell verbrämter Antisemitismus", "totalitär" usw. verbreitet werden und es schließlich, in einer dort veröffentlichten Mail von Herrn Dr. Meßerschmidt, an Sie, Herr Stawski, sogar heißt: "Ich halte den Fall auch deshalb für brisant, weil Herr Pfarrer Stoodt, wie ich erst im nachhinein erfahren habe, sich gleichzeitig gegen traditionellen Rechtsextremismus engagiert. Dies kann aber keine Versicherungspolice gegen Kritik wegen der Förderung des neuen Antisemitismus sein. Wäre ich ein kluger Antisemit, würde ich jedenfalls genauso vorgehen, wie Herr Pfarrer Stoodt."


Daß ich eine Kampagne gegen Sie führe, tut mir zuviel der Ehre an. Dazu wäre ich gar nicht in der Lage.
Ich habe mich vielmehr der Kritik an einer von mir in der St. Katharinenkirche beherbergten Ausstellung gestellt und dies öffentlich, nachdem zuvor der Hauptkritiker, offenbar Ihr Mailinglisten-Mitglied, Herr Dr. Meßerschmidt, mit seiner Kritik nicht zuerst an mich, sondern sofort an die, wie er falsch vermutete, zuständige übergeordnete kirchliche Dienststelle herangetreten war, von wo aus dann weitere kirchliche Amtsträger über den Vorgang informiert wurden. Der ganze Mailwechsel hierzu erschien dann, auf Veranlassung von Herrn Dr. Meßerschmidt, auf Ihrer Internet-Mailingliste, und zwar, ich wiederhole es, ohne daß Herr Dr. Meßerschmidt als Veranlasser alles dessen oder Sie als Verantwortlicher der Homepage nur ein Wort mit mir darüber gewechselt hätten.


Und da wagen Sie es, mir eine Kampagne zu unterstellen?

Ich finde: die Methoden von Honestly Concerned sind abenteuerlich und schaden dem bitter notwendigen Kampf gegen den Antisemitismus wie auch dem Ansehen Israels, weil Sie sich nicht genügend gegen den unvermeidlichen Eindruck absichern, Sie funktionalisierten die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus für etwas ganz anderes, nämlich die Image-Verbesserung für das vermeintlich schlechte Ansehen der israelischen Staatspolitik.

Wie Sie wissen, ist es ein uraltes antisemitisches Stereotyp, die Jüdinnen und Juden weltweit als irgendwie verschworene Gemeinschaft darzustellen. Heutige Faschisten und Rassisten tun dies, indem Sie zB. Mitglieder einer jüdischen Gemeinde in Frankfurt quasi als verlängerten Arm des Staates Israel, oder, wenn es ihnen paßt, auch umgekehrt, die Handlungen des Staates Israel als politischen Ausdruck jüdischer Positionen an ganz anderen Orten der Erde ausgeben. Ich halte dies für eine nationalistische und rassistische Argumentation. Wer aber umgekehrt so argumentiert, daß Kritiker Israels sofort als Antisemiten beschimpft werden, wie ich es gerade erlebe, sollte sehr vorsichtig sein, nicht letzten Endes genau solchen rassistischen Stereotypen Wasser auf die Mühlen zu leiten.

 

Hans Christoph Stoodt

 

 

 

 

Ausschnittweise zitiert:
Von:
sstawski-at-honestly-concerned.org [mailto:sstawski-at-honestly-concerned.org]
Gesendet: Montag, 28. Juni 2004 20:03
An: hcstoodt-at-web.de; RUTH-at-dsmag.co.il; 'Dietrich Neuhaus'; 'Propstei. Rhein-Main'; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; 'Gita Leber'; claudia.neffgen-at-freenet.de; 'Marie-Luise Leberke'; 'Klaus Willkomm-Wiemer'; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de; klinzing.ffm-at-t-online.de
Cc: MK-at-aol.com; Ruth Fink; Ruth.Seiter-at-t-online.de
Betreff: RE: Ihre schlecht beratene Kampange gegen Kritiker der Palaestina-Ausstellung (ex)


 

 

Sehr geehrter Herr Stoodt,

 

An einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit Ihnen hat die Redaktion von Honestly-Concerned kein Interesse. ............

 

Niemand aus der HC-Redaktion hat Sie jemals als Antisemiten bezichtigt (oder irgend etwas dergleichen). Niemand von der HC Redaktion hat Ihnen je geschrieben, oder Kontakt mit Ihnen aufgenommen. Gegen Verleumdungen dieser Art verwahren wir uns.

 

Ein Mitglied unserer Mailingliste war besorgt über die Geschehnisse in Ihrer Kirche und über die von Ihnen versandten Mails............

 

Herr Stoodt, auch wenn Sie es abstreiten eine Kampagne zu bestreiten, so tun Sie dies sehr wohl und zwar gleich mehrere. Ihre Kampagne gegen Honestly-Concerned bitten wir sofort einzustellen. Bevor Sie unwahre Behauptungen über uns in der Weltöffentlichkeit verbreiten, sollten Sie sich mit uns und den an unsere Mitglieder versandten Mails auseinandersetzen.........
 

Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, daß wir uns vorbehalten auch zukünftig eMails unserer Mitglieder innerhalb unserer Mailingliste zu veröffentlichen. Gleichwohl möchte ich betonen, daß das Redaktionsteam kein Interesse an einer inhaltlichen Debatte mit Ihnen hat.

 

Mit nachdenklichen Grüßen,

 

Sacha Stawski

Chefredakteur......"

OBEN


R. S. + Dr. Stoodt

 

 

Von: Ruth.S - Gesendet: Freitag, 25. Juni 2004 21:08 - An: hcstoodt-at-web.de .......Betreff: Ihre Ausstellung

Herr Stoodt, .......... Schämen Sie sich nicht, für so einseitige Darstellungen, die den Anti-Israelismus noch mehr anheizen, eine Kirche zur Verfügung zu stellen.

........Überhaupt habe ich schon die Erfahrung gemacht, dass all die sog. isl. –christlichen Dialoge klipp und klar auf Israel-Schelte hinauslaufen. Und das ist brutale Diskriminierung und außerdem rassistisch! Dies hat auch keine gute demokratische Gesamtentwicklung zur Folge. Denken Sie mal darüber nach!

Eine engagierte Demokratin und Christin R. S.

 

 

 

 

-----Original Message-----
From:
hcstoodt-at-web.de
Sent: Saturday, June 26, 2004 11:20 AM
To: Ruth.S
Cc: info-at-ekd.de; info-at-elk-wue.de; info-at-honestly-concerned.org

Subject: AW: Ihre Ausstellung

 

Sehr geehrte Frau Seiter,
vielen Dank für Ihre Mail.

Ihr Informationsstand allerdings läßt in verschiedner Hinsicht zu wünschen übrig. Denn - die Ausstellung soll hier nicht erst stattfinden, sondern ist bereits vorbei

- im Buch Ruth ist von einem Weg der Christen mit Israel nicht die Rede - die dort erwähnten Moabiter und mit ihnen Ruth, die Urgroßmutter König Davids, könnte man allenfalls als Vorfahren der heutigen Palästinenser ansprechen, die allerdings heute, wie Sie wisssen, zu einem großen Teil Christinnen und Christen sind. Wenn in der Heiligen Schrift sehr zu Recht Jüdinnen und Juden als unsere, der ChristInnen, ältere Geschwister im Glauben angesprochen werden, dann am ehesten beim Apostel Paulus, in konzentrierter Form in Römer 9 - 11.

Ich empfehle Ihnen in diesem Zusammenhang die Texte der aus Beit Jala bei Bethlehem stammenden Palästinenserin Faten Mukarker (erste Informationen unter http://www.weibliche-stimme.de/texte/faten.shtml), die zur Eröffnung der Ausstellung in St. Katharinen einen sehr ruhigen, sachlichen aber dennoch atemberaubenden Bericht über den "Alltag unter Besatzung" gegeben hat. Ich wünschte mir, Sie würden sich mit dieser christlichen Stimme auseinandersetzen!

Im Übrigen war und ist eine Ausstellung, die u.a. mit den öffentlichen Mitteln des von CDU und SPD gemeinsam regierten Bundeslandes Bremen und der dortigen Evangelischen StudentInnengemeinde gefördert wurde, wohl kaum in dieser Pauschalität als "antiisraelisch" zu bezeichnen. Gegen eine pauschal "antiisraelische" Ausstellung hätte ich mich auch mit Bestimmtheit gewehrt. Vielmehr ist die Kritik an der Besatzungspolitik Israels, die in dieser Ausstellung geübt wird, eher noch milde im Vergleich mit israelischen Stimmen zur selben Angelegenheit. Sollten Sie an entsprechenden Dokumenten zB. von Uri Avnery, Ran Ha-Cohen oder anderen interessiert sein, schicke ich Sie Ihnen gerne zu. Hier hören Sie Menschen, die ihrem Selbstverständnis nach nicht gegen Israel, sondern im Interesse ihres Landes in ungemein scharfer und fundierter Weise juristisch, friedenspolitisch und moralisch die gesamte Besatzungspolitik Israels seit 1967 in einer Weise angreifen, die in der von Ihnen beklagten Ausstellung nicht einmal vorkommt.

Schon gar nicht handelt es sich bei dieser Ausstellung, die Sie vermutlich selber gar nicht gesehen haben, um das "Schüren antijüdischer Gefühle", intellektuell verbrämten" oder "besonders geschickten" Antisemitismus, wie es mir und den Ausstellungsmachern von "Honestly Concerned" verantwortungsloserweise und mit längst detailliert widerlegten Argumenten unterstellt wird.

Ich finde: wer so argumentiert, schwächt die gerade in unserem Land in der Tat sehr notwendige Wachsamkeit gegen Antisemitismus ab, weil hier in offenkundiger Weise eine Instrumentalisierung genau dieser Wachsamkeit für die jeweils aktuelle, gegenwärtig von aller Welt massiv kritisierte Version israelischer Regierungspolitik stattfinden soll, die auf diese Weise gegen jede Kritik immunisiert wird. Der von mir oben zitierte Ran HoCohen schrieb dazu vor einigen Wochen: "Wenn ein Palästinenser einen unschuldigen israelischen Zivilisten tötet, dann ist dies Antisemitismus. Wenn Palästinenser einen Soldaten der israelischen Besatzungsarmee in ihrem eigenen Dorf angreifen, ist es AS. Wenn die UN-Hauptversammlung mit 133 zu 4 gegen Israels Entscheidung, den gewählten palästinensischen Führer zu ermorden, stimmt, bedeutet dies, dass außer den USA, Mikronesien und den Marschallinseln alle anderen Länder rund um den Globus antisemitisch sind. Sogar wenn eine hochschwangere Palästinenserin an einem israelischen Checkpoint festgehalten wird und sie deshalb auf offenem Feld ein Kind gebiert, so ist die einzige Lektion aus dem Artikel des Haaretz-Journalisten Gideon Levy, dass er antisemitisch sei.

(Er hat übrigens von zwei derartigen Fällen in den vergangenen 2 Wochen berichtet: eins der Neugeborenen starb an Ort und Stelle.)"

Und jetzt bin ich schon sehr gespannt, wann nun auch dieser Mailwechsel auf der Homepage von "Honestly Concerned" auftaucht! Oder wäre Ihnen das jetzt irgendwie unangenehm?

Mit freundlichen Grüßen,

Hans Christoph Stoodt

 

 

 

Von: Ruth.S
Gesendet: Samstag, 26. Juni 2004 13:35
An: 'Hans Christoph Stoodt'
Betreff: AW: Ihre Ausstellung


Sehr geehrter Herr Stoodt,

hier scheint mir Ursache und Folge nicht genau getrennt. Israel hat nur, und nur aufgrund des anhaltenden palestinensischen/islamistischen Terrors die Gebiete besetzt.
.......Warum will so ein erschreckend hoher Prozentsatz der Jugendlichen und Kinder der Palästinser Selbstmordattentate verüben? Wie kann es sein, dass die Bevölkerung so fehlgeleitet worden ist durch Schulbücher, die Hass schüren, durch falsche Propaganda, durch die Doppelzüngigkeit, durch Korruption der Führung.

........
Außerdem kann man sich streiten, ob die Palästinenser tatsächlich ein Volk im üblichen Sinne sind, aber das würde jetzt zu weit führen.

....... R. S.  ........."

 

 

 

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: hcstoodt-at-web.de
Gesendet: Samstag, 26. Juni 2004 17:20
An: Ruth.S
Betreff: AW: Ihre Ausstellung



Sehr geehrte Frau Seiters,

Israel hat die besetzen Gebiet seit 1967 unter Kontrolle, also lange vor dem Auftreten des von Ihnen so genannten palästinensischen/islamistischen Terrors.

Und wie es ist, dort als Palästinenserin zu leben, das berichtet in einer kurzen Episode Faten Mukarker, die die von Ihnen so angegriffenen Ausstellung in der Katharinenkirche eröffnete, in einer Mail vom gestrigen Tag folgendermaßen:

Liebe Freunde in der Ferne

 

Von Deutschland nach Palästina oder ich möchte wie ein Mensch behandelt werden

 

Bis vor etwa sechs Wochen war ich in Deutschland, habe viele Menschen erreicht, Menschen,  die mir aufmerksam zuhörten. Ich spürte ihre  Betroffenheit und manchmal sogar ihre Sprachlosigkeit über das, was ich berichtete. Am Anfang habe ich mich darüber gewundert, denn ich weiss, dass  Palästina in den deutschen  Medien fast jeden Tag vorkommt, doch dann meinte ein Mann, es ist anders, wenn Sie es uns persönlich berichten.

Von Stadt zu Stadt bin ich gereist.

Beinah hatte ich mich schon an diese Freiheit gewöhnt.

Die Zeit war um,  und es hieß die Heimreise antreten. Über Frankfurt nach Amman, weil wir seit mehr als drei Jahren den Flughafen in Tel Aviv nicht benutzen dürfen.

Der Grenzübergang an der Allenby-Bruecke über den Jordan ist sehr beschwerlich und zeitaufwändig. Nach dem Wechsel in mehrere Busse erreiche ich dann endlich Jericho, doch es geht nicht mehr wie früher über Jerusalem nach Bethlehem,  sondern wegen der Abriegelung über einen Umweg durch die judaeische Wüste. Plötzlich bleibt der Taxifahrer stehen,  eine lange Autoschlange ist vor uns. Die letzte Hürde, der letzte Checkpoint. Die Zeit vergeht. Nach einer Stunde haben wir uns immer noch nicht einen Zentimeter nach vorne bewegt. Im Auto ist eine Hitze wie in einer Sauna. Das Baby auf dem Schoss seiner Mutter scheint wie Butter zu schmelzen.

Nach zwei Stunden haben  meine Geduld und meine Nerven einen Tiefpunkt erreicht. Doch dann geht es weiter, einige Meter, und wieder bleiben wir stehen.

 

Wieder eineinhalb Stunden - meine Wut im Bauch  wird immer groesser. Was wollen sie von uns, frage ich mich, stehen wir etwa vor den Toren von Tel Aviv, nein, or mir liegt Bethlehem, wo nur Palästinenser leben.

Endlich, nach dreieinhalb Stunden, kommt unser Auto bis zum Checkpoint. Ich halte meinen Ausweis schon bereit in meiner Hand. Doch die Soldaten drehen sich um,  sie lachen und unterhalten sich. Der Taxifahrer sagt mir, dass sie jede Stunde drei Autos durchwinken und sich dann einfach umdrehen, damit sie nicht die Menschen sehen,  die in der brodelnden Hitze im Auto sitzen. Bitte, schrei ich ihnen zu, seht wenigstens die Ausweise, damit ich mich wie ein Mensch behandelt fühle.

 

Salam

Faten Mukarker

Freundliche Grüße, auch an "Honestly Concerned",

Hans Christoph Stoodt

 

 

 

 


-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Ruth S
Gesendet: Sonntag, 27. Juni 2004 13:34
An: 'hcstoodt-at-web.de'
Betreff: AW: Ihre Ausstellung



Lieber Herr Stoodt,

vielen Dank für den Brief. ....Wie gesagt, es tut mir leid, für die Palästinenser, die unter der Situation auch leider müssen. Aber mit dem Terror haben nun mal die Araber angefangen. Israel war von Anfang an auf Koexistenz bedacht. Nur den Anführern (gerade auch den religösen Imans) war das zuwenig. Und unter deren faschistischer, rassistischer Ideologie leiden die Palästinenser noch immer, heute mehr denn je – und natürlich auch die Israelis. Israel suchte immer den Frieden (siehe Ägypten, siehe Jordanien), nur es braucht eben auch verlässliche Partner, die Verpflichtungen einhalten können und Sicherheit gewährleisten wollen und können.........

Viele Grüße

Ruth S.

 

 

 

 

 

-----Original Message-----
From: hcstoodt-at-web.de [mailto:hcstoodt-at-web.de]
Sent: Monday, June 28, 2004 6:38 PM
To: RUTH-at-dsmag.co.il; 'Dietrich Neuhaus'; 'Propstei. Rhein-Main'; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; 'Gita Leber'; claudia.neffgen-at-freenet.de; 'Marie-Luise Leberke'; 'Klaus Willkomm-Wiemer'; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de; klinzing.ffm-at-t-online.de
Cc: MK-at-aol.com; Honestly-Concerned-Mailingliste-owner-at-yahoogroups.com
Subject: AW: Ihre schlecht beratene Kampange gegen Kritiker der Palaestina-Ausstellung (ex)


 

Sehr geehrte Frau R. F. B.,

 

´

Lassen Sie mich die folgenden Punkte klarstellen:


(1) ich führe keine Kampagne gegen irgendwen, sondern gegen mich wird derzeit eine Kampagne geführt, in deren Mittelpunkt die von mir als schwerwiegende Beleidigung empfundene Behauptung steht, ich sei ein "intellektuell verbrämter Antisemit", schüre "antijüdische Gefühle" und jemand, der als Antisemti klug handeln wolle, müsse sich genauso wie ich verhalten. Dies alles wird von "Honestly Concerned" über mich verbreitet in von mir nicht autorisierten Veröffentlichungen von Mails und Mailwechseln mit mir, Mailwechsel, auf die ich ich mich einzig und allein der Fairness, der Offenheit für Kritik und der Transparenz meines Vorgehens wegen eingelassen habe.

Hierzu gehört auch die Tatsache, daß der mit Frau Seiter in aller Friedlichkeit beendet Mailwechesel zu ihrer Kritik an der Ausstellung nun von Ihnen dazu bemutzt wird, mich erneut anzugreifen, nachdem Sie selber mir gestern noch, allerdings natürlich nur an mich und nicht an den ganzen Kreis Ihrere heutigen Adressatinnen bescheinigt haben: "Seien Sie versichert, dass ich nie auch nur leise Zweifel daran hatte, dass Sie engagiert gegen Antisemitismus eintreten und die Vorstellung, jemand koenne ueber Jahre hinweg in solcher Weise aktiv sein, nur um eigenen, bewussten Antisemitismus zu tarnen, absurd finde."

Ein für alle Mal: ich habe durch Wort und Tat unter Beweis gestellt, daß ich jegliche Form von Rassismus und Antisemitismus verabscheue. Selbst wenn, wie bei Ihnen und mir offfenbar der Fall, wir uns in der Frage des Nahostkonflikts nicht einigen können, gehe ich davon aus, daß wir uns in der Frage der Bekämpfung des Antisemitismus einig sind.

 

(2) Zur Frage der Bilddatei über den Tod von Mohammed Saleh. Ich hatte diese Herrn Dr. Meßerschmidt und denjenigen, an die dieser sich in seiner Beschwerde über die Palästina-Ausstellung gewandt hatte, gesandt, und zwar am 4. Juni. Anlaß war die Debatte mit Herrn Dr. Meßerschmidt über die israelische Poltik der sogenannten "gezielten Tötungen". In dieser, von mir selbstredend nicht zur weiteren Veröffentlichung vorgsehenen Mail hatte ich hatte ich selber bereits die auf die gegebene Notwendigkeit des vorsichtigen Umgangs mit den darin enthaltenen Bildern hingewiesen. Meine Formulierung lautete: "Bei aller gebotenen Distanz zu Teilen der aus palästinensischen Quellen stammenden Bildunterschriften und im Bewußtsein, dass Bildmaterial dieser Art natürlich immer mit Vorsicht heranzuziehen ist, möchte ich Ihnen die Datei dennoch zur eigenen Prüfung weitergeben."
Sie behaupten nun, mir nachgeweisen zu haben, bei der Datei handele es sich um eine "plumpe Fälschung"
Dem widerspreche ich
, ebenso wie auch Ihrer Behauptung, ich hätte die Bilder nicht sorgfältig geprüft: genau deshalb hatte ich sie ja - unter Vorbehalt! - versandt.

Richtig ist, daß mein palästinensischer Gewährsmann, ein Mitglied des Vorstands der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, den ich vor dem Versand der Bilder nach dem Vorfall fragte, mir eine bedauerlicherweise falsche Datierung genannt hat. Der Vorfall selber aber scheint durchaus authentisch zu sein. Es handelt sich um den Tod von Mohammad Saleh im März 2002, fotografiert in Ost-Jerusalem und weiterberbreitet von Agence France Press, also nicht irgendwelchen palästinensischen Agitatoren. Der Vorgang selber sowie die anschließende öffentliche Diskussion darüber einchließlich der Ungereimtheiten, die sich aus Widersprüchen zwischen dem israelischen Polizeibericht und Augenzeugenberichten ergibt, ist auch von der BBC berichtet worden und soll seinerzeit großes Aufsehen erregt haben (vgl. (http://www.snopes.com/inboxer/outrage/saleh.htm).

 

3: Ich erspare Ihnen und allen LeserInnen dieser Mail eine ausführliche Erwiderung auf die Frage des Terrors auf beiden Seiten. Frau Seiter hatte mir geschrieben: "Israel hat nur, und nur aufgrund des anhaltenden palestinensischen/islamistischen Terrors die Gebiete besetzt". Dem habe ich, ich glaube doch wohl zu Recht,  widersprochen. Wenn Sie im Übrigen auf den "arabischen Terror" vor 1948 hinweisen: was ist umgekehrt mit Stern, Etzel, Sharons Rolle in der "Einheit 101", King David Hotel, Deir Yassin usw. usf?

 

4. Daß Sie Ran HaCohen mir gegenüber wörtlich als "Alibi-Juden" bezeichnen, teilen Sie ihm doch bitte, ebenso wie Ihre Kritk an seinen Positionen, selber mit. Ich hatte ihn lediglich in der an Frau Seiter adressierten Mail als Beipsiel dafür zitiert, daß die Kritik israelischer Vertreter der Friedensbewegung an der Besatzungspolitik semantisch und sachlich viel weiter geht, als jeder Text der von Frau Seiter kritisierten Ausstellung.

 

5. Schwer erträglich finde ich das unglaubliche Vorgehen von Honestly Concerned. Was der mir bis dahin nicht bekannte Herr Arendt hierzu auf den Seiten seiner Homepage zusammengetragen hat, finde ich sehr beachtlich ((http://erhard-arendt.de/deutsch/palestina/texte/honestly_concerned_frankfurt_katharinenkirche.htm). Haben Sie und Ihre Freunde bei Honestly Concerned nicht hin und wieder die Befürchtung, daß Sie selbst entschiedene Bündnispartner gegen den Antisemitismus schwächen, indem Sie Ihnen, wie zumindest in meinem Fall, den nun wirklich absurden Vorwurf des Antisemtismus machen, weil wir uns in der Frage einer gemeinsamen Bewertung der israelischen Regierungspolitik nicht einigen können? Wie ist denn da Ihre Priorisierung einer nichtrelativierbaren historisch-politischen Frage gegenüber der immer gegeben Uneinigkeit in der Bewertung von Tagesaktualitäten? Während wir uns hier in dieser Frage streiten, marschieren mit höchstrichterlicher Billigung in Bochum Neonazis auf, die offen gegen den Bau einer Synagoge demonstrieren (http://www.gegenoffensive2004.de/). Mit Ihnen, Frau R. F. B., von mir aus auch immer noch mit mit Herrn Dr. Meßerschmidt und, da bin ich mir sicher, auch mit den palästinensischen Freunden, möchte ich auch künftig gegen solche Zumutungen gemeinsam vorgehen können, auch wenn wir in sonst allen möglichen Fragen unterschiedliche, ja unüberbrückbare Positionen haben. Das ist mein Verständnis antifaschistischer und antirassistischer Einheit, die für mich einen hohen Stellenwert hat. Honestly Concerned spaltet genau diese Einheit, weil dort die Prioritäten anscheinend umgekehrt gesehen werden. Wem nutzt das wohl?

 

Freundliche Grüße,

 

Hans Christoph Stoodt

 

R.  F.-B. -  Dr. Stoodt


 

 

Von: RUTH-at-dsmag.co.il [mailto:RUTH-at-dsmag.co.il]
Gesendet: Montag, 28. Juni 2004 11:43
An: 'Hans Christoph Stoodt'; Dietrich Neuhaus; Propstei. Rhein-Main; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; Gita Leber; claudia.neffgen-at-freenet.de; Marie-Luise Leberke; Klaus Willkomm-Wiemer; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de
Cc: MK-at-aol.com; 'Honestly-Concerned-Mailingliste-owner-at-yahoogroups.com'
Betreff: Ihre schlecht beratene Kampange gegen Kritiker der Palaestina-Aus stellung (ex)


 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Stoodt,

 

Sie schreiben an Frau Seiter: "Und jetzt bin ich schon sehr gespannt, wann nun auch dieser Mailwechsel auf der Homepage von "Honestly Concerned" auftaucht! Oder wäre Ihnen das jetzt irgendwie unangenehm?"

 

Ja. Ihre Korrespondenz ist wieder in der Mailingliste von HC veroeffentlicht und mir daher zugaenglich gemacht worden. Ich glaube nicht, dass Frau Seiter das als ungenehm empfinden muss, eher haette ich gedacht, dass Sie vielleicht etwas vorsichtiger in Ihren Formulierungen werden, nachdem ich Ihnen bereits nachgewiesen habe,

1)       dass die von Ihnen wohl als "Beweis" gemeinte Bilddatei mit hoher Wahrscheinlichkeit eine plumpe Faelschung und skrupellose pal. Propaganda ist.

2)       dass Ihre Behauptung, Sie haetten diese Bilddatei ueberprueft und seien von ihrer Authentizitaet ueberzeugt worden, nicht der Wahrheit entspricht. Sie hatten  
    die Bilder nicht einmal gruendlich betrachtet.

3)       dass Ihre Vorstellung, was unter "Gezielter Toetung" zu verstehen sei, von den sogar in sog. Friedensbewegung bekannten Fakten unbeeinflusst ist.

 

Aufgrund dieser Punkten kann man sich bereits ueber die auffallende Gutglaeubigkeit wundern, die Sie dem pal. Narrativ begegnen. ...........

 

Ihr Bezug auf Ran HaCohen und Uri Avnery weist darauf hin, dass Sie nicht generell schlecht informiert sind, sich aber sehr einseitig informieren.

 

Unter diesen Umstaenden bezweifle ich allmaehlich, dass Sie ernsthaft an meiner sachlichen Auseinandersetzung mit den von Ihnen eingebrachten Bildern und Daten interessiert sind, aber vielleicht hilft es dem ein oder anderen weiter, der dieses Mail in Kopie erhaelt.

 

Herr Dr. Stoodt, ich mache Sie darauf aufmerksam, dass das Vorschieben von juedischen Gewaehrsleuten (sg. Alibijuden) antisemitische Tradition hat.

 

Mit freundlichen Gruessen

 

R. F. B.

 

 

 

 -----Original Message-----
From: Hans Christoph Stoodt
[mailto:hcstoodt-at-web.de]


Sent: Tuesday, June 29, 2004 9:53 AM
To: RUTH-at-dsmag.co.il; 'Dietrich Neuhaus'; 'Propstei. Rhein-Main'; egebhard-at-ervffm.de; klinzing.ffm-at-t-online.de; 'Gita Leber'; claudia.neffgen-at-freenet.de; 'Marie-Luise Leberke'; 'Klaus Willkomm-Wiemer'; Katinka.Poensgen-at-igmetall.de; klinzing.ffm-at-t-online.de
Cc: MK-at-aol.com; Honestly-Concerned-Mailingliste-owner-at-yahoogroups.com
Subject: Pal?stina-Ausstellung in St. Katharinen / Antwort an R. F. B.


 

Sehr geehrte Frau R. F. B.,

 

Sie haben, wie auch alle anderen EmpfängerInnen unseres Mailwechsels, meine soeben an Herrn Stawski gesandte Antwort vermutlich schon in Händen.

Herr Stawski hat die Debatte für beendet erklärt. Ich denke, daran sollten wir uns halten, bevor der Eindruck entsteht, hier gifteten sich sektenhaft-religiöse Fanatiker in einer Frequenz und mit einer Dichte und mittlerweile labyrinthartigen Undurchschaubarkeit an (wer hat wem was über wen geschrieben ...), die von normal berufstätigen Menschen nicht lange durchgehalten werden kann. Von mir jedenfalls ab jetzt nicht mehr. Ich zB. habe heute nachmittag eine Beerdigung zu halten, die meine volle Konzentration erfordert.

Ich danke Ihnen für die Offenheit, mit der Sie am Schluß Ihrer Mail Ihre persönlichen Prioritäten klarstellen. Ich respektiere das, auch wenn ich Ihre Positionen keinesfalls teile. Es ist aus meiner Sicht traurig und schädlich, wenn Menschen wie Sie sich den (in meinen Augen) gefährlichen Luxus erlauben, die Auseinandersetzung mit dem hiesigen Faschismus für ein "deutsches Problem" zu erklären, was ja wirklich leider so klingt, als seien die in der Bundesrepublik lebenden Jüdinnen und Juden Ihrer Meinung nach nicht Teil der deutschen Gesellschaft. Ich stelle fest: sie sind es, und demzufolge teilen sie alle Probleme der deutschen Gesellschaft, leider auch das des spätestenes seit 1989 in massiverer Form auftretenden neuerlichen Faschismus und Antisemitismus. Die jüngsten Vorgänge in der Auseinandersetzung um den Synagogenbau in Bochum sind ein Beleg dafür. Welche Auffassungsunterschiede zu Geschichte und Gegenwart des Nahostkonflikts auch immer zwischen den von solchen Auseinandersetzungen betroffenen jüdischen Menschen und mir bestehen mögen, sie werden mich immer auf ihrer Seite finden, wenn es um Faschismus und Antisemitismus geht. Ich wünschte nur, das wäre umgekehrt genauso.

 

Ich wünsche Ihnen alles Gute,

 

Hans Christoph Stoodt

OBEN

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