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Eine Seite für
Tom Hurndall
geboren 1981 - angeschossen am
11. April 2003 gestorben 13.
Januar 2004
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Bitte nicht
noch einmal. Wir hörten die Schüsse -
wir hören ständig Schüsse - aber wiederholtes Scharfschützenfeuer wie
dieses ist besonders beunruhigend. Ich hörte den Schuß, ich hörte einen Schrei, drehte mich um und sah einen
floureszierenden, orangefarbenen Klumpen am Boden liegen, aus dessen
Kopf Blut floß. Ich schwankte vor und zurück, unschlüssig, was ich
tun sollte bis nach einigen Sekunden mein medizinisches Training die
Oberhand gewann. Die Palästinenser hoben ihn auf, um ihn aus der
Gefahrenzone zu bringen. 'Legt ihn hin!' schrien Alice, die andere
Medizinerin, und ich.
Schließlich lag er auf dem Asphalt und ich versuchte die Blutung zu
stillen. In Momenten wie diesem denkt man nicht an Gummihandschuhe.
Blut lief aus seinem Hinterkopf, ich konnte es nicht verhindern.
Sekunden später wurde er wieder angehoben und in ein Taxi gezogen.
'Wartet auf den Krankenwagen!' versuchten wir sie zu überzeugen,
aber sie waren hysterisch und er wurde weggezogen und in einem
braunen Mercedes ins Krankenhaus gebracht. Der Krankenwagen kam nur
Minuten später, aber es war zu spät, er war weg.
Er war für mich in dem Moment tot, als er auf den Boden gelegt wurde
damit wir ihn versorgen. Alice versuchte eine Mund-zu-Mund-Beatmung
und ich hielt es für sinnlos. Er war für mich tot als man ihn von
uns zog und in das Auto brachte. Selbst als man ihn aus dem
Al-Najjar Krankenhaus in das Europa Krankenhaus in Khan Younis
brachte lebte er in meinen Gedanken immer noch nicht.
Jetzt wird er im Saroka Krankenhaus in B'ersheva künstlich am Leben
gehalten. Er ist hirntot aber atmet. Egal, wie regelmäßig sein Herz
schlägt, ich spreche von ihm weiterhin in der Vergangenheit. Ich
brauchte eine Weile um zu akzeptieren, daß Rachel tatsächlich
gestorben war und ich denke, mein Verstand versucht auf diese Weise
sich auf einen weiteren Verlust vorzubereiten.
Sein Name war Thomas Hurndall und er kam aus London. Als er ankam,
gab es schon einen Engländer mit dem Namen Tom und so entschied er
sich für den Spitznamen 'Tab', und unter dem Namen kannte ich ihn.
Tab war unglaublich leidenschaftlich wenn es darum ging, Menschen zu
schützen wenn sie es am meisten brauchten. Wir waren in Yibna, ein
Flüchtlingscamp in Rafah nah der ägyptischen Grenze, weil er wußte,
daß die Menschen dort ständigen israelischen Beschuß erdulden mußten.....
Quelle |
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Was kosten ein Leben?
Die israelische Armee hat meinen Sohn erschossen und die Zahl der
Toten steigt weiter
Jocelyn Hurndall
- Saturday January 10, 2004 - The Guardian
In den nachdenklichen Stunden der Nacht machen mich die unterschiedlichen
Werte, die die Menschheit dem Leben beimißt, betroffen, genau, wie es
meinem Sohn Tom ging. Anfang des Monats las ich mit gemischten Gefühlen
die Nachricht, daß eine örtliche palästinensische Miliz einen Wachtturm
der israelischen Streitkräfte in der Stadt Rafah im Gaza-Streifen gesprengt
hatte. Es war dieser Wachtturm, der für unzähliges Leid in vielen unschuldigen
Familien in
Rafah verantwortlich war, von dem aus Tom im vergangenen April in den
Kopf geschossen worden war. Zu der Zeit versuchte er, palästinensische Kinder
in Sicherheit zu bringen. Jetzt liegt er klinisch tot in einem Krankenhaus
in London ohne daß es eine Hoffnung auf Genesung gäbe.
Diese Woche erfuhren
wir, daß der Soldat, der wegen der Schüsse verhaftet wurde, beschuldigt
wird, Cannabis mit seinem Bataillon geraucht zu haben. Als sich das
letzte Jahr seinem Ende neigte, informierte mich ein Anruf des britischen
Außenministeriums, daß dieser Soldat im Verhör zugegeben hatte, auf
meinen Sohn geschossen zu
haben, wissend, daß es sich um einen unbewaffneten Zivilisten handelte.
Er behauptete, der Schuß sollte als "Abschreckung" dienen. Vor was?
Davor, Kinder zu retten? Ist er derartig konditioniert worden, daß ein
Akt der Menschlichkeit ihn nur zu einer so gewalttätigen Reaktion bringen
konnte?
Ich fühlte damals keine Erleichterung aber zum ersten Mal erlaubte ich
mir, wachsende Wut zu empfinden. Die Unfähigkeit der israelischen Armee
zwischen Freund und Feind, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden
und sich selbst so zu sehen, wie andere sie sehen, ist für alle offensichtlich.
Ich habe die in Toms
Tagebüchern aus dem Nahen Osten aufgezeichneten Beobachtungen gelesen.
Sie zeigen einen jungen Mann, entschlossen, vorurteilsfrei zu sein,
zu verstehen und vor allem, etwas zu verändern. Er war gekommen, um
die gewöhnlich illegale, unmenschliche Vergeltung, die von der israelischen
Armee von genau diesem Wachtturm
aus der örtlichen Gemeinschaft abgefordert wurde, zu verstehen, wie
wir es jetzt tun, ohne wirklich zu merken, wie nah ihn das dem Tod brachte.
Es scheint, daß ein Leben in den besetzten Gebieten billig ist. Der
unterschiedliche Wert des Lebens hängt davon ab, ob das Opfer Israeli,
Ausländer oder Palästinenser ist. Ein Beispiel hierfür war kürzlich
die Erschießung eines israelischen Friedensaktivisten, der, kurz nachdem
er seinen dreijährigen Dienst bei der Militärpolizei beendet
hatte, gegen den illegalen "Sicherheitszaun" demonstrierte. Zwei Tage
später wurde bekanntgegeben, daß es eine Untersuchung des Vorfalls durch
die Militärpolizei geben würde. In der Knesset wurden Fragen gestellt.
Dies steht in krassem Gegensatz zu der sechs Monate dauernden Kampagne,
die nötig war, um eine Untersuchung der Schüsse
auf Tom auszulösen.
Seit Beginn der Intifada gab es Tausende von Tötungen in Palästina und
nur eine Handvoll wurden untersucht. Nun hat eine dreiwöchige Besetzung
von Nablus (der größten Stadt in Palästina) zum Tod von weiteren 19
Menschen und der Zerstörung von Dutzenden von Häusern geführt, wodurch
eine große Zahl von Menschen obdachlos wurden, alles
unter dem Vorwand, einen Terrorismus-Verdächtigen zu suchen.
Wann werden die Verantwortlichen akzeptieren, daß es illegal ist, kollektiv
und obsessiv eine ganze Gemeinschaft zu bestrafen? Hat die rücksichtslose
Sharon-Regierung Verbindungen zwischen dem Grauen des Holocausts und
den derzeitigen brutalen Einfällen in palästinensisches Gebiet gezogen?
Unzählige einsichtige Israelis, Palästinenser und
Menschen überall auf der Welt haben es getan. Ist es überraschend, daß
Israel in einer kürzlichen Umfrage der Europäischen Gemeinschaft zur
größten Bedrohung für den Weltfrieden gewählt wurde?
Es verletzt mich, die ohrenbetäubende Stille unserer eigenen Regierung
zu hören. Wie kann es keine Erklärung der Verurteilung oder des Beileids
für die unschuldigen Opfer von Israels sinnloser Gewalt durch unseren
eigenen Premierminister, Tony Blair, geben? Die Stille wurde nur durchbrochen,
als zu Weihnachten der Präsident der Vereinigten Staaten die Handlungen
der Selbstmordbomber, die für den Tod von vier israelischen Soldaten
an einer Bushaltestelle am Rande von Tel Aviv verantwortlich waren,
"scharf verurteilte." Unterstreicht diese Doppelmoral nicht den Mangel
an Beachtung, die sowohl die britische als auch die US-Regierung palästinensischem
Leben schenken?
Und so habe ich einige Fragen an Tony Blair. Betrachtet er die Kinder
Palästinas als Kinder eines unbedeutenderen Gottes? Akzeptiert er, daß
derartige Untätigkeit gleichbedeutend mit einer Mittäterschaft an dem
Vorgang ist, jede Friedensinitiative im Nahen Osten zu zerstören? Herr
Blair, Sie wissen jetzt, daß ein israelischer Soldat gestanden hat,
auf einen unbewaffneten britischen Bürger geschossen zu haben, der versuchte,
Kinder in Sicherheit zu bringen. Wann werden Sie bereit sein, diese
Handlungen öffentlich zu verurteilen?
Jocelyn Hurndall ist Mitglied des Komitees der Tom Hurndall-Stiftung,
ie sich für Gerechtigkeit für die palästinensischen Menschen einsetzt.
die deutsche version
des guardian-artikels, den norman kuehl, der macher von
www.freace.de
übersetzt hat
http://www.guardian.co.uk/comment/story/0,3604,1119995,00.html
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22.01.04 -
Der Versuch einen Toten zu Ehren
Merkwürdigkeiten - Die Wahrheit darf nicht gesagt werden.
nach anfänglicher
zusage durch das nzeigenbüro der Frankfurter Rundschau am 16.1. und
nach nochmaliger telefonischer bestätigung der anzeigenannahme am
19.1. kamen dem FR-Angestellten offensichtlich bedenken: erst wolle
er sich „wegen des politischen inhalts“ bei seinen vorgesetzten
absichern.
Auf telefonische
nachfrage teilte die Anzeigenannahme der FR heute mit, dass eine
veröffentlichung der anzeige wegen des „politischen Inhalts“ nur als
„allgemeiner Text“ möglich wäre, die dann allerdings 2.407,50 Euro
kosten sollte. Auf die bitte, dies schriftlich zu formulieren, kam
ein fax mit dem og. druckangebot, jedoch ohne begründung.
Mittlerweile
signalisierte eine erste telefonische anfrage bei der FAZ
einverständnis für einen abdruck, wenn eine Name verantwortlich
zeichnet und ein okay der Familie Tom Hurndal vorliegt. Die anzeige
sollte ca. 900 euro kosten. norman kuehl (www.freace.de)
hatte sich bereit erklärt, eine website mit der namensliste der
unterzeichnerInnen ins netz zu stellen und ggf. die
einverständniserklärung der familie Hurndall einzuholen.
aufgrund der absage der FR ein
neuerlicher anruf heute nachmittag bei der FAZ: eine website mit der
namensliste wird nicht akzeptiert. Des weiteren wurde nun eine
„Eidesstattliche Erklärung der Familie Tom Hurndalls“ verlangt.
Meine E-mail an
die Frankfurter Rundschau ist rechts angefügt.
Mit herzlichen
grüßen
Claudia Karas +
Elisabeth Schneider
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----- Original Message -----
From: "CLAUDIA KARAS"
To: <S.R(at)fr-aktuell.de>Sent: Wednesday, February 04, 2004 6:14 PMSubject: Re: Anzeige/Nachruf für Tom Hurndall
sehr geehrter Herr R.,
> vielen dank für Ihre antwort.
>
> allerdings überrascht uns Ihr angebot, unsere anzeige im
"allgemeinen text"
> zum preis von 960 Euro zzgl. MwSt. abzudrucken. Herr Reuter
hatte uns für
> eine Todesanzeige den Preis von 597 Euro genannt. Für eine
anzeige im
> "allgemeinen Text" faxte er uns mit Datum vom 22.1.04 ("150 3
Sp") einen
> Preis von 2.407,50 Euro, den wir nicht aufbringen konnten.
>
> Da die FR einen weit größeren Kreis von LeserInnen erreicht,
bedauern wir
> sehr, dass uns Ihr Angebot erst jetzt bekannt wird.
Mittlerweile haben wir
> die anzeige bei der "junge Welt" geschaltet, weil wir nicht
noch länger
> warten wollten.
>
> Uns verwundert auch, dass Sie "politische Äußerungen" in
Todesanzeigen
> "nicht akzeptieren" können.
> die anzeigen für Mustafa Badawi, die letztes Jahr in der FR
erschienen,
> hatten u.E. durchaus auch einen politischen Inhalt, sie sind
in der anlage
> beigefügt.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> Claudia Karas + Elisabeth Schneider
>
>
> ----- Original Message -----
> From: <S.R(at)fr-aktuell.de>> To: <C.k.> Sent: Tuesday, February 03, 2004 10:57 AM> Subject: Anzeige/Nachruf für Tom Hurndall
>
> Sehr geehrte Frau Karas,
>
> Ihre Mail vom 22.01.04 und 02.02.04 wurde zur Beantwortung an
mich
> weitergeleitet. Bitte entschuldigen Sie die verzögerte
Beantwortung.
> Natürlich möchten wir Ihnen auf Ihre Mail gerne antworten.
>
> Leider können wir politische Äußerungen (erster Absatz Ihres
> Anzeigentextes) in Traueranzeigen nicht akzeptieren. Wir
bitten hierfür um
> Ihr Verständnis.
>
> Wie Ihnen unser Anzeigenverkäufer Herr Reuter bereits
mitteilte, bieten wir
> Ihnen jedoch an, Ihre Anzeige als allgemeinen Text
abzudrucken.
>
> Der Millimeterpreis pro Anzeigenspalte beträgt hierfür: 4,80
Euro zzgl.
> MwSt.
>
> Anzeigenformat - Bsp. 100mm hoch / 2spaltig: 960,- Euro zzgl.
MwSt.
>
> Für Ihre Rückfragen steht Ihnen gerne unser
Anzeigenverkaufsleiter Herr
> Weidling zur Verfügung: Telefon 069/2199-3815.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> S. T.
>
> FRANKFURTER RUNDSCHAU
> Stellvertr. Verlagsleiter
> 60266 Frankfurt
> Tel.: 069/2199-3331
> Fax: 069/2199-3680
>
>
----- Original Message
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Sent: Monday, February 02, 2004 7:21 PM
Subject: Fw: Anzeige/Nachruf für Tom Hurndall
sehr geehrte damen und
herren,
natürlich besteht kein
rechtsanspruch auf eine antwort,
ganz offensichtlich hat
es die FR nicht nötig, ihren
abonnenten zu antworten.
soviel an höflichkeit und
kundenorientierung
ist anscheinend zuviel verlangt.
mit dennoch freundlichen
grüßen
----- Original Message
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Sent: Sunday, February 01, 2004 4:47 PM
Subject: Re: Anzeige/Nachruf für Tom Hurndall
sehr geehrte damen und herren,
darf ich Sie an die
beantwortung meiner anfrage erinnern ?
Claudia
Karas
Sehr geehrte
damen und herren,
ich bin eine
der initiatorInnen für einen nachruf für Tom Hurndall, den Sie
nach einer früheren telefonischen zusage aus Ihrer
anzeigenannahme an elisabeth schneider, „wegen des
politischen inhalts“ nun doch nicht abdrucken wollen.
gleichwohl sind Sie jedoch bereit, ihn als „allgemeinen Text“
für eine wesentlich höhere Gebühr abzudrucken.
der nachruf
beinhaltet die todesursache Tom Hurndalls, die ja nun eine
unbestreitbare tatsache ist, und ein gedicht, eine hommage an
den friedensaktivisten Tom Hurndall. Eine todesanzeige gehört
nach meinem verständnis auf die entsprechende nachrufseite.
deshalb kann
ich Ihre erklärung nicht nachvollziehen und bitte Sie, Ihre
entscheidung nochmals zu überdenken bzw. um begründung, warum
Sie den abdruck des nachrufs ablehnen. diese begründung
werde ich dann an die unterzeichnerInnen des nachrufs (darunter
wie ich eine beträchtliche anzahl FR-AbonnentInnen !)
weiterleiten.
Vielen dank im
voraus
Mit
freundlichen grüßen
Claudia Karas
Sent: Thursday, January 22, 2004
6:34 PM - Subject: Anzeige/Nachruf für Tom Hurndall
To:
anzeigen(at)fr-aktuell.de
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redaktion(at)fr-aktuell.de
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