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2003 Corrie Rachel

 

 

Das Massaker von Dawayima

29. 10. 1948

Massaker sollten als weit verbreitetes Phänomen angesehen werden, verübt in fast allen palästinensischen Dörfern und Beduinensiedlungen, aus denen Menschen unfreiwillig flohen. […] Dokumente und Augenzeugenberichte zeigen, dass „… in jedem von der israelischen Armee besetzten Dorf wir den Gestank eines Massaker riechen konnten.” 14

Dörfer waren nicht nur Massakern ausgesetzt. Um den Exodus zu verstehen, ist es notwendig, nicht nur die letzten Tage eines Flüchtlings in einem Dorf in Betracht zu ziehen, sondern auch den lang anhaltenden kumulativen Prozess von Bedrohungen und Terror. In vielen Dörfern hatte die Zivilbevölkerung vor dem endgültigen Angriff und der Besetzung unter wiederholten Angriffen zu leiden. Während solcher Angriffe wurden Menschen getötet, Häuser zerstört und Vieh getötet. Anschließend erfolgten Luftangriff und Artilleriebeschuss.


Die Bewohner waren auch psychologischer Kriegsführung und Propaganda ausgesetzt. Nach der Besetzung hatten sie willkürliche Massaker zu erleiden und den Überlebenden wurde verboten, die Toten zu begraben. Außerdem fanden in Städten und Dörfern systematische Plünderungen statt. Jeder Versuch der Bewohner, Eigentum einzufordern, wurde mit dem Tode bestraft. Einige Dörfer wurden vermint und Leichen mit Sprengfallen versehen, z. B. in Beit Jibrin und al-Dawayima.
Quelle

 
Die eidesstattliche Zeugenaussage des Mukhtars – mehr über das Massaker von Dawayima 1948

Jonathan Ofir
12.02.2016

Vor ein paar Tagen habe ich die Zeugenaussage eines israelischen Soldaten über das Massaker von Dawayima Ende Oktober 1948* entdeckt. Ha'aretz hat diesen Brief in einem Artikel von Yair Auron zum ersten Mal in voller Länge veröffentlicht.

In der Folge meldete sich ein Leser, Richard Lightbown, bei Mondoweiss und führte einen zeitgenössischen UN-Bericht über das Massaker (von der UN-Conciliation Commission for Palestine, Technical Committee) an. Ich fragte zur Überprüfung bei der Dag Hammerskjold Bibliothek nach, die die Echtheit des Berichtes bestätigte und mich an eine elektronische Version verwies (siehe engl. Original). (Der Originallink zu einem PDF Scan ist voübergehend unterbrochen)

Wir sprechen wieder von einem Dokument über das Massaker, von dem früher Inhalte von anderen auszugsweise veröffentlicht worden sind. Wir sprechen nicht von einem Brief, der zum ersten Mal an das Tageslicht gekommen ist; es handelt sich um ein weiteres Dokument, das wahrscheinlich wenige in voller Länge gelesen haben.

Im Fokus auf Dawaymeh (auch Dawayima geschrieben) ist dies ein Nachtrag – aus einem anderen Blickwinkel auf das Massaker. Dieser Brief berückichtigt die eidesstattliche Zeugenaussage des Dorfmukhtars Hassan Mahmoud Ihdeib, der anführt, dass es mindestens 145 Opfer des Massakers hauptsächlich an zwei Orten gab – der Moschee (60) und der nahegelegenen Höhle Iraq El Zagh (85) – dazu eine große Zahl von Leichen in den Strassen. Das entspricht der Einschätzung des Historikers Benny Morris von 'hunderten'. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass Zeugenaussagen variieren und eine Teilansicht sein können; der Mukhtar ist nur einen Tag nach dem Massaker zurückgekommen. Der Historiker Ilan Pappé schätzt in seiner Zusammenstellung (Summierung) der Quellen die in Moschee Ermordeten auf insgesamt 176, von einer Gesamtzahl von 426 Männern, Frauen und Kindern.

Auch dieser Brief betrachtet das Massaker als "brutaler als das Massaker von Deir Yassin" – eine Sicht, die die israelische Zeugenaussage wiederholt, die im Brief von S. Kaplan herausgebracht wurde. Es ist auch interessant, dass der Brief bezüglich der Zeugenaussage des Mukhtars feststellt, dass "der Grund dafür, dass so wenig über dieses Massaker bekannt ist ... ist, dass die Arabische Legion ... fürchtete, dass, wenn die Verbreitung der Nachricht erlaubt würde, es den gleichen Effekt auf die Moral der Bauern wie bei Deir Yassin, nämlich eine weitere Welle von arabischen Flüchtlingen zur Folge haben würde." Schon Auron berichtet, wie das Massaker, von dem Premierminister David Ben-Gurion wußte, zu dem Zeitpunkt keine gute PR für die militärische Führung zu sein schien.

Meiner Meinung nach war die Führungsschicht damals sehr verschieden von der zur Zeit des Massakers von Deir Yassin im April 1948. Damals war es der Irgun und die Stern-Bande, die terroristischen Untergrundorganisationen, die von der ultranationalistischen Ideologie von Jabotinsky instruiert waren. Sie waren die rechte Hand von Ben-Gurion, so dass er und die Führungsschicht der 'Arbeitspartei', die mehr die Mitte (repräsentierte), vom Terror und der dadurch verursachten Flucht der Palästinenser profitieren konnten, während sie sich selbst davon distanzierten und ihn als die Tat agressiver Einzelgänger darstellten. Nach der Erklärung (d.h. Gründung, Ü.) des Staates im Mai 1948 hatte Ben-Gurion diese Organisationen verboten und ihre Mitglieder in die Israelischen Defensiv Kräfte (IDF, die israelische Armee) eingegliedert. Somit konnten Massaker, die nach der Staatsgründung verübt wurden, nicht mehr 'anderen' zugeschrieben werden, und die israelische Führung musste bei deren Darstellung vorsichtiger sein – um nicht einem Schurkenstaat ähnlich zu sein.

Der Fall wurde nach Beratungen der Regierung hinter geschlossenen Türen geheim gehalten, und (uch) ihre Protokolle zu diesem speziellen Tag geheim gehalten. Vom damaligen Staatsanwalt wurdeYaakov Shimshon Shapira als 'Ein-Mann-Untersuchungskommission' benannt, ihre Ergebnisse wurden aber niemals veröffentlicht. Auch sie (die Ergebnisse zu diesem speziellen Tag) wurden geheim gehalten. Die militärische Untersuchung durch Isser Beeri wurde laut Auron "nicht abgeschlossen, und (musste) nach der Generalamnestie von Februar 1949 verschwinden (die out)". Auch die Ergebnisse dieser Untersuchung werden bis zum heutigen Tag geheim gehalten.

 

 

Transcript des Originals des Berichts der Vereinten Nationen:
UNITED NATIONS CONCILIATION COMMISSION FOR PALESTINE
TECNICAL COMMIITTEE
RESTRICTED.Com.Tech/W.3
14 June 1949
ORIGINAL ENGLISH

REPORT SUBMITTED BY THE ARAB REFUGEE CONGRESS OF RAMALLAH
DAS MASSAKER VON DAWAYMEH

Wenig ist über das brutale Mssaker an arabischen Bauern im Dorf Dawayme am 28. Oktober 1948 bekannt. Dawaymeh liegt wenige Kilometer westlich von Hebron (Al Khalil). Es hatte etwa 6.000 Einwohner. Etwa vier tausend arabische Flüchtlinge waren vor dem Massaker in das Dorf geflüchtet. Der Grund dafür, dass über dieses Massaker, das in vieler Hinsicht brutaler war als das Massaker von Deir Yassin, so wenig bekannt ist, ist, weil die Arabische Legion (die Armee, die dieses Gebiet kontrollierte) fürchtete, dass, wenn die Verbreitung der Nacricten erlaubt würde, dies die gleiche Wirkung auf die Moral der Bauern haben würde, wie es bei Deir Yassin der Fall gewesen war, nämlich eine weitere Welle arabischer Flüchtlinge zur Folge haben würde.

Daher wird zum Wohle (aus Rücksicht auf) der hier in Lausanne versammelten arabischen Delegationen eine kurze Schilderung des Massakers vorgelegt. Diese Schilderung ist einer eidesstattlichen Erklärung von Hassan Mahmoud Ihdeib, vom Mukhtar des Dorfes Dawaymeh entnommen. Ich habe den Mukhtar persönlich interviewt und fand ihn einen vernünftigen ruhigen Mann, der nicht zu Übertreibungen neigt.

Er berichtet, dass er eine halbe Stunde nach dem Mittagsgebet am 28. Oktober 1948 das Geräusch von Schüssen vom westlichen Rand des Dorfes hörte. Er forschte nach und beobachtete, dass sich ein Zug von etwa zwanzig gepanzerten Fahrzeugen von der Qubeiba-Dawaymeh-Strasse her näherte, ein zweiter Zug näherte sich auf der Jibrin-Dawaymeh-Strasse und weitere gepanzerte Fahrzeuge näherten sich aus der Richtung der Mafkhar-Dawaymeh (-Strasse). Das Dorf hatte nur zwanzig Wächter. Sie waren am westlichen Rand des Dorfes postiert.

Als die gepanzerten Fahrzeuge weniger als einen halben Kilometer vom Dorf entfernt waren, eröffneten sie das Feuer aus automatischen Waffen und Mörsern und rückten in einer Halbkreis-Bewegung auf das Dorf vor, und kreisten dabei das Dorf vom  westlichen, nördlichen und südlichen Rand her ein. Ein Teil der gepanzerten Fahrzeuge fuhr in das Dorf hinein und feuerte aus automatischen Waffen – jüdische Truppen sprangen aus den gepanzerten Fahrzeugen, verteilten sich in den Dorfstrassen und feuerten wahllos auf jeden, den sie sahen. Die Dorfbewohner begannen aus dem Dorf zu fliehen, während die Älteren Zuflucht in der Moschee und andere in einer nahe gelegenen Höhle mit Namen Iraq El Zagh suchten. Das Schiessen dauerte etwa über eine Stunde an.

Am folgenden Tag traf sich der Mukhtar mit den Dorfbewohnern und vereinbarte, diese Nacht in das Dorf zurück zu kehren und zu herauszufinden, wie es denen ergangen war, die zurück geblieben waren. Er berichtet, dass in der Moschee die Leichen von etwa 60 Personen waren, von denen die meisten Männer in vorgerücktem Alter waren, die in der Moschee Zuflucht gesucht hatten. Sein Vater war unter ihnen. Er sah eine große Anzahl Leichen in den Strassen, Leichen von Männern, Frauen und Kindern. Er ging dann zur Höhle Iraq El Zagh. Er fand am Eingang zur Höhle die Leichen von 85 Personen, wieder Männer, Frauen und Kinder.

Der Mukhtar führte dann eine Zählung der Einwohner des Dorfes durch und fand, dass insgesamt 455 Menschen vermisst wurden, von denen 280 Männer waren und die übrigen Frauen und Kinder. Es gab weitere Tote unter den Flüchtlingen, deren Zahl der Mukhtar aber nicht ermitteln konnte.

Der Muktar erklärt ausdrücklich, dass das Dorf nicht aufgefordert worden war sich zu ergeben, und dass die jüdischen Truppen auf keinerlei Widerstand getroffen seien. Es muss kaum erwähnt werden, dass dieser brutale und nicht provozierte Angriff während des Waffenstillstands erfolgte.

Schriftführer
DELEGATION
ARAB REFUGEE CONGRESS

 

*Es scheint, dass sich die UN im Tag geirrt haben: es war zweifellos der 29. Oktober und nicht der 28., der auch an anderer Stelle vertreten wird – der Mukhtar war ohne Zweifel korrekt mit dem Freitag, da es dann typische Gebetstraditionen gibt, die sich von anderen Tagen unterscheiden. Dank an Khalid S. Barghouti, dass er mich in meiner Beratung mit ihm bezüglich dieser historischen Quelle auf diese Diskrepanz hingewiesen hat.

Quelle       Übersetzung: K. Nebauer


'Barbarei eines gebildeten und kultivierten Volkes'
das Massaker von Dawayima war schlimmer als das von Deir Yassin
 

Jonathan Ofir - 07.02.2016
 

"Dort gab es keinen Kampf und keinen Widerstand (und keine Ägypter). Die ersten Eroberer (israelische Soldaten, Ü.) töteten 80 bis 100 Araber (einschließlich) Frauen und Kinder. Die Kinder wurden getötet, indem man ihnen den Schädel mit Stöcken einschlug. Kann man über Deir Yassin reden und über etwas viel Schlimmeres schweigen?" Zum aller ersten Mal wurde ein Brief, der einen israelischen Soldaten zitiert, der an dem Massaker von Al-Dawayima im Oktober 1948 teilgenommen hat, in voller Länge veröffentlicht.

Am Freitag, de 5. Februar 2016 veröffentlichte Ha'aretz einen Artikel des israelischen Hisrorikers Yait Auron in Hebräisch, der über eines der größten Massaker von 1948 berichtet. Es ist das Massaker von Al-Dawayima, westlich von Al-Kalil (oft als Hebron bezeichnet). In einem Interview mit Ha'aretz 2004 bezieht sich der israelische Historiker Benny Morris darauf als auf ein Massaker an "hunderten".

Nach dem Massaker wurde dem Herausgeber der linken Zeitung Al-Mishmar ein Brief geschickt, aber nie veröffentlicht. Wie Auron bemerkt, gibt es noch viele Archive aus der Zeit, die gesperrt sind. Auron sagt auch, dass es eine Untersuchung gegeben habe, die aber nie abgeschlossen wurde und sich "tot lief", als den Militärangehörigen im Februar 1949 Amnestie gewährt wurde.

Das ist ein sehr erschöpfender Artkel, aber ich habe ihn brauchbar genug gefunden, um ihn selbst in voller Länge zu übersetzen. Den Brief, der erst "verschwunden" war, hat Auron von dem Historiker Benny Morris bekommen. Obwohl auf in historischen Zusammenfassungen auf diese Angelegenheit Bezug genommen wird, ist der Brief niemals in seiner ganzen Länge veröffentlicht worden.

Der Brief ist von einem Mitglied der linken Partei MAPAM herausgegeben worden, von S. Kaplan, der diesen Brief und Augenzeugenbericht von einem Soldaten bekommen hat. Er ist an Eliezer Peri geschrieben, den Herausgeber von Al-Mishmar und mit 8. November 1948 (18 Tage nach dem Massaker) datiert.

 

"An den Kameraden Eliezer Peri, guten Tag,

heute habe ich den Leitartikel von " Al-Mishmar" gelesen, in dem das Verhalten unserer Armee erörtert wird, der Armee, die alles erobert bis auf ihre eigenen Wünsche.

Ein Zeugenbericht, den ich von einem Offzier bekommen habe, der in (Al) Dawayima einen Tag nach dessen Eroberung war: Der Soldat ist einer von uns, intellektuell, zuverlässig, in allem 100%ig. Er hat sich mir anvertraut aus dem Bedürfnis heraus, seine Seele von dem Horror der Erkenntnis zu erleichtern, dass eine solches Niveau von Barbarei von unserem gebildeten und kultivierten Volk erreicht werden kann. Er hat sich mir anvertraut, weil es heute nicht viele Herzen gebe, die bereit sind zuzuhören.

Es gab dort keinen Kampf und keinen Widerstand (und keine Ägypter). Die ersten Eroberer töteten 80 bis 100 Araber, (einschließlich ) Frauen und Kinder. Die Kinder wurden getötet, indem man ihre Schädel mit Stöcken zertrümmerte. Es gab kein Haus ohne Tote. Die zweite Welle israelischer Soldaten war ein Armeezug, dem der Soldat angehörte, der den Zeugenbericht gab.

In der Stadt wurden arabische Männer und Frauen gelassen, man sperrte sie ohne Essen und Trinken in Häuser ein. Später kamen Sprengmeister, um die Häuser in die Luft zu jagen. Ein Kommandeur befahl einem Sprengmeister (Ingenieur), zwei ältere Frauen in das Haus zu bringen, das gesprengt werden sollte. Der Ingenieur weigerte sich und sagte, er wolle Befehle nur von seinem (eigenen) Kommandeur annehmen. Also hat dieser Kommandeur den Soldaten befohlen, die Frauen hinein zu bringen, und die böse (Helden)Tat wurde ausgeführt. 

Ein Soldat prahlte damit, dass er eine Araberin vergewaltigt und nachher erschossen hätte. Eine Araberin mit einem wenige Tage alten Baby wurde zum Reinigen des Hínterhofs eingesetzt, in dem die Soldaten aßen. Sie diente ihnen ein oder zwei Tage, dann erschossen sie sie und das Baby. Der Soldat erzählt, dass die Kommandeure, die kultiviert und höflich waren und in der Gesellschaft als gute Jungs galten, gemeine Mörder geworden sind, und das geschieht nicht nur im Sturm des Gefechts und der hitzigen Reaktion, sondern eher nach einem Plan der Vertreibung und Zerstörung. Je weniger Araber übrig bleiben – umso besser. Dieses Prinzip ist das politische Hauptmotiv für die Vertreibungen und die Horrortaten, gegen die niemand etwas einzuwenden hat, nicht beim Kommandostab im Feld noch beim höchsten militärischen Kommando. Ich selber war zwei Wochen an der Front und hörte Geschichten von Soldaten und Komandeuren, mit denen sie prahlten, wie sie sich hervorgetan hatten beim Jagen und "ficken" (sic). Einen Araber zu ficken, einfach so, gilt unter allen Umständen als eindrucksvolle Mission (Auftrag), und es gibt einen Wettbewerb um diese (Trophäe).

Wir befinden uns in einem Rätsel. In der Presse darüber zu reden, bedeutet die Arabische Liga zu unterstützen, deren Klagen unsere Repräsentanten als Lügen abtun (leugnen). Nicht darauf zu reagieren, bedeutet Solidarität mit der moralischen Korruption. Der Soldat erzählte mir, Deir Yassin (ein anderes Massaker, von Militanten der Irgun im April 1948 durchgeführt) sei nicht der Gipfel des Rowdytums gewesen. Ist es möglich, dass man über Deir Yassin redet und über etwas viel Schlimmeres schweigt?

Man muss in den internen Kanälen einen Skandal auslösen, auf einer internen Untersuchung bestehen und die Schuldigen bestrafen. Und zu allererst ist es nötig, im Militär eine Sondereinheit zu schaffen, die die Armee in Schranken hält. Ich selber beschuldige in erster Linie die Regierung, die keinerlei Interesse zu haben scheint, dieses Phänomen zu bekämpfen und vielleicht sogar indirekt dazu ermutigt. Die Tatsache, dass nichts gemacht wird, ist in sich eine Ermutigung. Mein Kommandeur erzählte mir, es gäbe einen ungeschriebenen Befehl, keine "Kriegsgefangenen" zu machen, und jeder Soldat und Kommandeur kann individuell interpretieren, wer ein  Gefangener ist. Ein Gefangener kann ein arabischer Mann, eine Frau oder ein Kind sein. Das hat man nicht nur in den Schaufenstern (den größeren palästinensischen Städten) wie Majdal und Nazareth so gemacht.  

Ich schreibe Ihnen, damit im Verlag und in der Partei die Wahrheit bekannt wird und etwas Effektives unternommen wird. Dass wenigstens nicht in einer verlogenen Diplomatie Nachsicht geübt wird, die Blut und Mord vertuscht und, soweit es möglich ist, darf auch die Zeitung das nicht mit Schweigen übergehen.

Kaplan

Quelle: www.mondoweiss.net/2016/02/barbarism-by-an-educated-and-cultured-people-dawayima-massacre-was-worse-than-deir-yassin/
Übersetzung: K. Nebauer 

 

Al-Dawayima massacre - Wikipedia >>>

 

 

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