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Reuven Moskovitz

 
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Deutscher Emil Zola gewünscht.
Reuven Moskovitz im November 04

 

 

 

 

TRANSLATE

Nochmals aus des Lebens Weiten
Reißt mich Schicksal hart ins Enge,
Will in Dunkel and Gedränge
Prüfung mir and Not bereiten.

Alles scheinbar längst Erreichte,
Ruhe, Weisheit, Altersfrieden,
Reuelose Lebensbeichte –
War es wirklich mir beschieden?

Ach, es ward von jenem Glücke
Aus den Händen mir geschlagen
Gut um Gut and Stück um Stücke,
Aus ist's mit den heitern Tagen.

Scherbenberg and Trümmerstätte
Ward die Welt and ward mein Leben
Weinend möcht ich mich ergeben,
Wenn ich diesen Trotz nicht hätte,

Diesen Trotz im Grund der Seele,
Mich zu stemmen, mich zu wehren,
Diesen Glauben: was mich quäle,
Müsse sich ins Helle kehren,

Diesen unvernünftig zähen
Kinderglauben mancher Dichter
An unlöschbar ewige Lichter,
Die hoch über allen Höllen stehen.

Späte Prüfung – Hermann Hesse

Reuven Moskovitz – Jerusalem Garden, Nr.721, Postfach 3686 , 96100 Jerusalem

Liebe Freundinnen und Freunde,

Heute möchte ich über Aktuelles in Israel schreiben.

80 Jahre nachdem die demokratische Republik Deutschland kapituliert hat gegenüber einem der größten Schurken der Geschichte, Adolf Hitler, zeigt sich paradoxerweise Israel „die einzige Demokratie im Nahen Osten“ - ähnlich wie die Weimarer Republik - als eine Demokratie ohne Demokraten.

Nach den Wahlen in Israel versuchen irrtümlicher Weise auch aufgeklärte Menschen über einen Ruck in der israelischen Politik zu sprechen. Diesen Ruck gab es leider nur bei Hunderttausenden Wählern, die den ‚falschen‘ Demokraten gewählt haben. Die Wahlen haben gezeigt, dass Israel eine Demokratie ist, mit noch weniger Demokraten als damals in Deutschland nach der Machtübernahme Adolf Hitlers. Damals haben noch 56 % der Wähler gegen Hitler gestimmt. In Israel aber reichen die Wahlergebnisse aus, um noch einmal Netanyahu als Ministerpräsidenten zu bestätigen, allerdings nur mit der Unterstützung durch den angeblich demokratischen Star,Yair Lapid. Es mögen sich unter den 19 Abgeordneten Lapids manche aufrichtigen Demokraten befinden. Er selbst aber ist kein Demokrat, wenn er wiederholt betont, dass er auf keinen Fall bereit ist, sich an einer Regierungskoalition zu beteiligen, die von den arabisch-israelischen Abgeordneten unterstützt wird. Für ein solches Zusammengehen gibt es in der israelischen Geschichte auch nur einen Präzedenzfall: Rabin konnte nur mit Unterstützung der arabischen Abgeordneten die Oslo-Verträge „durchbringen“

Der „Demokrat“ Netanyahu wird sicherlich eine stabile Regierung bilden, untermauert von rassistisch-nationalen Klerikalen wie der Schas-Partei, der klerikal – nationalistischen Partei, die von Naftali Bennet geführt wird und schließlich von der klerikal – nationalistischen Partei des „Hoffnungsträgers“, Yair Lapid, der sich gegenüber seinen Wählern eigentlich verpflichtet hat, nicht mit den Klerikalen zu regieren. Wenn auch geschwächt, werden Netanyahu, Liebermann und andere Kriegstreiber die Politik bestimmen.

Die Beweise bekommen wir noch bevor die neuen Abgeordneten und die neue Regierung angetreten sind. Plötzlich hat Netanyahu keine Zeit, sich mit einer Regierungsbildung zu beschäftigen. Die ersten Schritte zu einer neuen Brandstiftung sind schon gemacht worden. Gestern wurde die israelische Öffentlichkeit informiert, dass Israel vor einem“ neuen Untergang“ steht: Unkonventionelle chemische Waffen sollen sich in den Händen des syrischen Diktators Bassar Assad befinden. „Selbstverständlich“ muss man sofort reagieren – bedrohliche Geschwader der israelischen Luftwaffe sind die ganze Nacht und den heutigen Tag über Libanon geflogen. Die letzten Nachrichten sprechen über Angriffe gegen Waffentransporte von Syrien nach Libanon. Die Empfänger dieser Waffen soll angeblich die Hisbollah gewesen sein. Die hält sich jedoch seit Jahren strikt an einen beruhigenden Waffenstillstand.

Das können Zig-Tausende von Touristen, die in Nord-Galilea entlang der libanesischen Grenze sicher und ungestört fahren, bezeugen und bestätigen, wie auch viele Freunde, die ich im vorletzten und letzten Jahr entlang dem Grenzzaun zwischen Israel und Libanon geführt habe. Wohin sollen diese illegale Flüge über Libanon führen, wenn nicht zu einer neuen Eskalation?

Und während ich dies schreibe, bestätigen internationale Medien, aber nicht Israel, dass israelische Flugzeuge unprovoziert militärische Einrichtungen in Damaskus bombardiert haben, es gab Tote und Verletzte.

Günther Grass, der leider zum Schweigen gebracht wurde, hat mit „seiner letzten Tinte“ den eindrucksvollen, allen bekannten Aufschrei gemacht, der jedoch von intelligenten Dummköpfen als pathetisch beurteilt wurde, als nicht genügend literarisch und einem Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg  überhaupt nicht erlaubt. Diese letzte Dummheit hat auch der größte Philosoph Deutschlands – Habermas – bekräftigt.

Ich, Reuven Moskovitz, kein Holocaust-Überlebender, sondern Überlebender der Shoah-Katastrophe, die nicht nur die Shoah des jüdischen Volkes war sondern auch die der Aufklärung, der Demokratie und der Freiheit, rufe auf mit „meinen letzten noch gebliebenen Atemzügen der Hoffnung“:

Hört auf, auf diese Stimmen zu hören, die unaufhörlich die Lüge über einen Antisemitismus wiederkäuen, um damit gerade die Falschen zu verunglimpfen. Nämlich, wie ich es nenne, das prophetische Zehntel Deutschlands, das Zehntel, das sich gerade um die Zukunft Israels, des Nahen und Mittleren Ostens und ohne Zweifel auch Europas, Sorge macht. Nichts kann in diesen Augenblicken aufrichtiger sein als der Versuch, die Kriegslust der israelischen Regierenden zu kritisieren und zu mahnen.

Herzlichst,

Reuven Moskovitz                                                                Jerusalem, 31. Januar 2013

 

 

 

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