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Dr. Torsten Wöhlert

 

 

Reaktion auf Dr. Torsten Wöhlert - Kritische Solidarität oder antizionistische Kritik?
http://www.freitag.de/2008/19/08190701.php

 

Am 9.5.2008 erschien im "Freitag" und erregte meinen (Erhard Arendt) Widerspruch:
Kritische Solidarität oder antizionistische Kritik?  - von Torsten Wöhlert http://www.freitag.de/2008/19/08190701.php

 


Mein Brief an den Freitag:

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Erhard Arendt [mailto:art@arendt-erhard.de]
Gesendet: Donnerstag, 8. Mai 2008 15:49
An: redaktion@freitag.de
Betreff: Leserbrief zu Torsten Wöhlert - Kritische Solidarität oder antizionistische Kritik? http://www.freitag.de/2008/19/08190701.php

Erhard Arendt

Wöhlert scheint  voll auf einer fragwürdigen Gysilinie zu liegen, der ganz plötzlich das Hauptübel im Antizionismus entdeckt hat. Nicht die israelischen Besatzungsverbrechen sind schuld, nein, die Opfer, die diese kritisieren: die Israelkritiker, denen das Stigma des „Antizionisten“ angeheftet wird.
Sie  kritisieren zu Recht einen realen  Zionismus der sich, vielfach belegbar leider von Anfang an in der „Praxis“ als menschenverachtender Rassismus zeigte. Dieser Rassismus kann mit dem politischen handeln, mit vielen Zitaten prominenter, staatstragender Juden  belegt werden. So erklärte Menachem Ussischkin, als Vorsitzender des Jüdischen Nationalfonds’ von 1922 bis 1941 für die jüdische Bodenpolitik in Palästina  verantwortlich: “ Und wenn Bewohner da sind, dann muß man sie eben an irgendeinen anderen Ort hinführen, aber wir haben das Land zu bekommen. Wir haben ein Ideal, das größer und erhabener ist als die Sorge um einige Hundert Fellachen... „

 

„Wir müssen Terror anwenden, Mord, Einschüchterung, Landenteignung und die Verweigerung aller sozialen Dienste, damit Galiläa seine arabische Bevölkerung  los wird. Israel Koenig, "The Koenig Memorandum." 

Seitenweise finden sich historisch Zitate der verantwortlich handelnden, die dies belegen. (http://www.arendt-art.de/deutsch/realer_zionismus_rassismus.htm)

 


Da kann man 2008 in einem von Haaretz veröffentlichten und in Israel viel beachteten Artikel lesen, wie der israelische Rabbiner Yisrael Rosenz zum Völkermord an den Palästinensern aufruft. Er vertritt in dem Artikel die Meinung, die Torah legitimiere indirekt die Vernichtung der Palästinenser.


Den Palästinensern drohe ein "Holocaust", wenn sie ihren Raketenbeschuss fortsetzten, sagte 2008 immerhin der Vize-Minister Matan Vilnai. Der israelische Innenminister Meir Sheetrit rief zur vollständigen Auslöschung einiger Stadtviertel im Gazastreifen auf. Da gibt ein von Wöhlert scheinbar geliebter Broder offen zu das Israel zum Täter geworden ist. Ein Täter, auch wenn er ein Freund ist, ist ein Täter.


Wöhlert entlarvt sich selber, wenn er schreibt: “die einen erschreckenden antisemitischen Bodensatz sichtbar werden lassen (siehe www.henryk-broder.com). Das ist gewollt und offenkundig Teil der publizistischen Mission.“ Broders publizistische Mission ist die rechtschaffene, notwendige Kritiker Israels mit der Antisemitismuskeule totzuschlagen,  mit niveaulosen, geschmacklosen Pöbeleien Menschen zu diffamieren, herabzusetzen  und einen neuen Weltkrieg herbeizuschreiben.

 

Wenn schon Wöhlert sich mit den „Fall Watzal“ befasst, hätte er wenigsten den Text „Eine Israelisierung der Welt?“ lesen sollen, dann hätte er nicht von der Bedienung vom „antisemitischen Klischee“ schreiben können. Wöhlert, die Antideutschen haben, nicht „die Linke“, hat verallgemeinernd ein Wahrnehmungs- und Verdrängungsproblem. Wöhlert  will sich anscheinend seine Wunschlinken herbeischreiben. Dabei gibt es die Antideutschen, die all seine Kriterien erfüllen müssten doch schon.

 

Mit der Israelisierung ist übrigens für jeden, der diesen Text wirklich liest klar erkennbar, die Besatzungsmethoden der USA im Irak gemeint, die mit denen der israelischen Besatzungsmacht fast identisch sind. Hier mit einem „antisemitischen Klischee“ zu hantieren ist nur bösartig unterstellend, entstellend. Der Artikel von Dr. Watzal  (http://www.watzal.com/Israelisierung.pdf) sei allen Lesern des Freitag empfohlen, damit sie wahrnehmen, was er wirklich geschrieben hat. Ebenfalls empfohlen sei eine kritische Dokumentation die aufzeigt, welcher Geist in einem Broder wirklich steckt.( http://www.arendt-art.de/deutsch/Henryk_m_broder/henryk_m_broder.htm

 

Erhard Arendt, Palästina-Portal, Dortmund.

 Betrifft: http://www.freitag.de/2008/19/08190701.php

 

 

 

 

 


Am 13.5.2008 schrieb mir Dr. Torsten Wöhlert

----- Original Message -----

Sent: Tuesday, May 13, 2008 12:59 AM

Sehr geehrter Herr Arendt,

ich weiß, dass es müßig ist, sich mit Ihrem Geschreibsel auseinanderzusetzen, aber da die Redaktion mir Ihren Leserbrief zugeschickt hat, will ich einige Ihrer Schimären aufklären.

Ob und welche Wahrnehmungsstörungen die sog. Anti-Deutschen haben, interessiert mich nicht. Ich halte die Deutschland-Halts-Maul-Fraktion weder für besonders intelligent noch für maßgeblich.

Es ist gleichfalls nicht besonders intelligent, dafür aber sehr bequem, Menschen und Meinungen in Schubladen zu sortieren.

Natürlich haben Broder & Co. und Ihre „Antideutschen“ Recht, wenn sie auf einen wachsenden Antisemitismus in „der“ muslimisch/arabischen Welt, inklusive der hiesigen Communties verweisen. Wer das bestreitet, kennt die Verhältnisse vor Ort nicht. Und wer’s nicht glaubt, möge abends mit einer Kipa auf dem Kopf durch Berlin-Neuköln laufen.

Wenn Sie allerdings die Einlassungen der Broder  Co. für bare Münze nehmen und nicht für das, was sie sind, nämlich publizistischen Provokationen und Überzeichnungen, die dennoch auf einen Kern von Wahrheit verweisen, dann scheint Ihnen nicht nur jeder Sinn für Satire, Selbstironie und Humor zu fehlen, dann verkennen Sie auch völlig die „Meinungsmacht“ dieser Leute. Mehr noch: Sie latschen heroisch in die mit Vergnügen aufgestellte Falle und finden sich in Ihrem Border-bashing ganz plötzlich in mehr als unangenehmer brauner Gesellschaft. Das müsste doch eigentlich zu denken geben.

Zu Inhaltlichem:

Für jedes Ihrer Zitate, die altvordere und moderne Zionisten als „Rassisten“ „entlarven“, finde ich Ihnen eines, das genau das Gegenteil belegt. Diese Art von politischer Scholastik bringt gar nichts und niemanden weiter. Wenn Sie ein bisschen im Freitag-Archiv recherchieren, werden Sie unschwer erkennen, dass ich die Politik Israels durchaus kritisch begleitet habe. Gleichwohl halte ich Ihren ausgestellten Antizionismus für völlig inakzeptabel.

Das ist auch meine Kritik am Kollegen Watzal: Wer von der „Israelisierung der Welt“ schreibt, muss wissen, dass er damit eine Chiffre für die „Verjudung der Welt“  liefert und allen antisemitischen Klischees Nahrung bietet. Das geht – schon sprachlich - gar nicht. Es stimmt darüber hinaus auch inhaltlich nicht. Denn: Was Ludwig Watzal in dem Aufsatz als „Israelisierung“ beschreibt und völlig zu Recht kritisiert, ist weder historisch neu noch typisch nur für die israelische Besatzungspolitik. Wenn Ludwig Watzal seinen Blick über die Nahostregion hinaus schweifen ließe, würde er sehen, dass er für seine These der „Israelisierung“ US-amerikanischer Politik in Lateinamerika und Asien genauso gute – wenn nicht bessere, meint: schlechtere – Blaupausen in Gestallt staatlicher Killerkommandos, illegaler Landnahme  etc. pp. findet.

So aber wird der Terminus zum Casus.

Mit freundlichen Grüßen,

Torsten Wöhlert

 

 

Darauf reagierte ich am mit dem nachfolgenden Brief den Dr. Wöhlert nicht mehr beantwortete.

 

sehr geehrter herr wöhlert,

 

interessant, wie sie eine kritische meinung zu ihrem artikel herabsetzend als "geschreibsel" bezeichnen. ähnlich begründet sich sicherlich auch ihr vorurteil dr. watzal gegenüber.

sie haben sich im artikel und ihrem brief sehr bemüht, ihre vorurteile zu bestätigen.

 

ich habe mir erlaubt, auf ihren brief (nicht geschreibsel)  im anhang eine antwort (wahrscheinlich wieder für sie ein geschreibsel) zu geben.

 

vielleicht schlagen sie dem "freitag" die floskel "geschreibsel" als textbaustein vor?


ihre antwort auf meinen leserbrief und meine antwort darauf erlaube ich mir auch dem "freitag" als kopie zuzusenden.

vielleicht kann man sich dort eher gedanken über ihre mitarbeit machen!

mfg

erhard arendt

 

 

Erhard Arendt
Sonnenstrasse 36
44139 Dortmund
Tel. 0231-1858130

Sehr geehrter Herr Dr. Wöhlert,

ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Antwort.

Leider hat sich dadurch bei mir der Eindruck verstärkt, dass sie mit großen  Widersprüchen mit sich selber leben und leichtfertig existenzvernichtende Urteile fällen.

Abgesehen von inhaltlichen Fragen. Sie schreiben zu Recht: „Es ist gleichfalls nicht besonders intelligent, dafür aber sehr bequem, Menschen und Meinungen in Schubladen zu sortieren.“ Ich denke, da hat einfach jeder eine kleinere oder größere Anzahl von Schubladen, die er mehr oder weniger leichtfertig, verantwortungsbewusst benutzt. In ihrem ersten Satz schreiben sie schon: „ich weiß, dass es müßig ist, sich mit Ihrem Geschreibsel auseinanderzusetzen“.  Ist das der Umgang mit Ihren Lesern, wenn sie abweichende Meinungen haben? Sie haben neben wenigen Schubladen anscheinend einen großen Papierkorb, in dem eine wahrnehmungsfähige Kritik landet. Dann Bravo!!! Ist das dem „Freitag“ würdig?

 

Sie schreiben: „Ob und welche Wahrnehmungsstörungen die sog. Anti-Deutschen haben, interessiert mich nicht. Ich halte die Deutschland-Halts-Maul-Fraktion weder für besonders intelligent noch für maßgeblich.“ Leider irren sie sich. Diese Fraktion, ihr Geist marschiert zurzeit erfolgreich durch die Institutionen. Frau Drohsel, JUSO Vorsitzende verbreitet ihn, durch immer mehr Medien weht ihr Geist. Er taucht im Bundestag  und immer mehr in eigentlich seriösen Medien auf. Manche (Spiegel) wurden schon fast übernommen. Es mag ein Fehlurteil sein, ich glaubte diesen Geist auch bei Ihnen zu erkennen. Wenigstens haben Sie sich von ihm beeinflussen lassen.

Sie schreiben: „Natürlich haben Broder & Co. und Ihre „Antideutschen“ Recht, wenn sie auf einen wachsenden Antisemitismus in „der“ muslimisch/arabischen Welt, inklusive der hiesigen Communties verweisen.“ Sie haben Recht, wie jeder (so auch ich) der Rassismus, Antisemitismus erkennt, sich dagegen engagiert, aber nicht gleich demagogisierend wie Broder und die Antideutschen einen Hammer nimmt und draufschlägt. Dieses Netzerwerk erkennt nicht nur, es projiziert hinein, verwandelt notwendige, begründete Kritik in Antisemitismus, verwendet einseitige unglaubwürdige Maßstäbe und vergisst die Ursachen. Dieses Netzwerk baut Feindbilder auf, anstatt Ausgleich zu finden und geht inquisitorisch gegen Andersdenkende vor.

Sie schreiben „ Und wer’s nicht glaubt, möge abends mit einer Kipa auf dem Kopf durch Berlin-Neuköln laufen. „ Schreiben sie Artikel, die öffentlich wahrgenommen  eine berechtigte, wirkliche Kritik an Israel beinhalten. Sie werden nicht lange warten müssen, bis Broder, Antideutsche, christliche Fundamentalisten und insbesondere Honestly Concerned  über sie herfallen. Reflexartig wird dort mit der Antisemitismuskeule gearbeitet. Der „Freitag“ hat sicher einige Erfahrungen damit, das können sie akzeptieren?

Eines von hunderten Beispielen. Prof. Rolf Verleger, immerhin Mitglied im Zentralrat der Juden kündigt ein Buch an. Noch bevor es erschienen ist, schreibt Sacha Stawski, „Chefredakteur“ von Honestly Concerned inhaltlich: „Dieses Buch würde ich nicht einmal als Toilettenpapier benutzen“.

Broder prügelt in Gossensprache auf Andersdenkende ein. Das zu kritisieren, nennen sie „Broder-Bashing“. Sie demaskieren sich damit…

Sie schreiben: „Wenn Sie allerdings die Einlassungen der Broder  Co. für bare Münze nehmen und nicht für das, was sie sind, nämlich publizistischen Provokationen und Überzeichnungen, die dennoch auf einen Kern von Wahrheit verweisen, dann scheint Ihnen nicht nur jeder Sinn für Satire, Selbstironie und Humor zu fehlen“

Nett, wie sie Broder immer wieder verharmlosend darstellen. Diese „Provokationen und Überzeichnungen“ bleiben nicht nur Worte, sie werden zur zerstörerischen rassistischen, propagandistischen Waffe. Man versucht mit Ihnen Existenzen, so auch des „Freitag“ zu vernichten. Ihr Kern ist, wie wir es in unserer unsäglichen Vergangenheit erlebten purer Rassismus, für diesen Sinn fehlt mir wirklich „Selbstironie und Humor“. Noch mehr für ihre Einschätzung. Ist ihnen nicht bewusst, was sie da schreiben?

Es wird, nicht zuletzt in Palästina, letztlich auch zum Schaden der Israelis alles in „bare Münze“ umgewechselt. Diese „bare Münze“ zerstört Menschenleben, ihre Existenz. Woher nehmen Sie da noch ihren Humor?

Sie schreiben: „Zu Inhaltlichem: Für jedes Ihrer Zitate, die altvordere und moderne Zionisten als „Rassisten“ „entlarven“, finde ich Ihnen eines, das genau das Gegenteil belegt.“

Die Zitate, die Masse an Zitaten, ihre jahrzehntelange Durchgängigkeit sind eindeutig rassistisch und belegen ebenso die notwendige Kritik an dieser Form des realen, politischen Zionismus wie ebenso der Geist des 3. Reiches zu verurteilen ist. Dies ignorieren sie und schreiben: „finde ich Ihnen eines, das genau das Gegenteil belegt“. Natürlich hat der Zionismus viele Gesichter, viele kann ich anerkennen. Auch ein KZ-Kommandant kann man mit Sätzen zitieren, die belegen wie Tierfreundlich, Kinderliebend er war, was für ein guter Ehemann er war!

Aber dieser praktizierte, handelnde reale Zionismus ist eindeutig verurteilenswert rassistisch. Sie bestreiten auch nicht die Richtigkeit dieser Zitate, verharmlosen aber in alter Tradition wieder.
Das dies nicht das Existenzrecht Israels beeinflussen darf, ist selbstverständlich. Wo wollen sie sich da einordnen?

 

Sie schreiben: „Wenn Sie ein bisschen im Freitag-Archiv recherchieren, werden Sie unschwer erkennen, dass ich die Politik Israels durchaus kritisch begleitet habe.“

Hier decken Sie selber den Widerspruch auf. Sie begleiten die Politik Israels. Eine Politik wie zum Beispiel den Nationalsozialismus, der letztlich zur Vernichtung von 6 Millionen Juden geführt hat, kann man nicht „kritisch begleiten“, man muss sie „kritisch verurteilen, bekämpfen. Halbherziges Schweigen und „begleiten“ von Verbrechen gegen die Menschlichkeit machen uns Deutsche zu dem, was man uns in der Vergangenheit zu Recht vorgeworfenen hat, zu Mitwissern, Täter und Dulder von Unrecht. Ordnen sie sich wirklich  dort ein oder haben sie noch nicht zu Ende gedacht. Das wäre dann aber Ihr Problem, nicht das von Dr. Watzal?

„Das ist auch meine Kritik am Kollegen Watzal: Wer von der „Israelisierung der Welt“ schreibt, muss wissen, dass er damit eine Chiffre für die „Verjudung der Welt“  liefert und allen antisemitischen Klischees Nahrung bietet.“

Das Netzwerk rund um Broder hat keine Probleme damit in anders gemeinte Aussagen etwas hinein zu interpretieren. Ja, mehrfach wurden eindeutig  Texte manipuliert, gefälscht präsentiert. Das sollen sie meinetwegen im stillen Kämmerchen, am Stammtisch machen. Dies sollte man aber nicht in alter Tradition benutzen um Existenzen zu vernichten, dem sollte man sich nicht wie Sie leichtfertig und unüberprüft anzuschließen.

Wo schreibt Dr. Watzal von der „Verjudung“ das wäre antisemitisch?  Sie interpretieren in anscheinend ihrer Art und Unterstellen diese Aussage Dr. Watzal. So kann man vortrefflich aus einem Opfer, dem man kollegial zur Seite stehen sollte, einen „Täter“ machen.

 Israel ist ein Vielvölkerstaat, (auch mit Arabern und dessen ist sich Dr. Watzal bestimmt bewusst), ein Staat der durch in seine staatlichen Handlungen erkennbar ist. Ich will nicht über die Aussagen von Dr. Watzal diskutieren. Es ist schlicht und einfach eine politische, im Text begründete Meinung, die man teilen kann oder auch nicht.

Seit wann unterstützen sie einen Meinungsterror, eine Beschneidung der Meinungsfreiheit und schreiben das zu einer antisemitischen Aussage um? Sie müssen einiges mit sich selber klären. Der „Freitag“ sollte es mit Ihnen tun.

Ich stehe in einem Netzwerk, das sich sehr sorgfältig vom wirklichen Rassismus, Antisemitismus distanziert sich dagegen seit Jahrzehnten engagiert.  Nicht zuletzt unsere israelischen, jüdischen Freunde machen uns sehr direkt darauf aufmerksam, wenn man auf einen falschen Freund hereingefallen ist, es Klärungsbedarf gibt.  Da gibt es intern immer wieder sehr intensive, kritische Diskussionen. Die Menschenjagd gegen Dr. Watzal läuft nun schon über vier Jahre. Zu keinem Zeitpunkt sah man in voller Kenntnis seiner Schriften Anlass ihm Antisemitismus zu unterstellen, man solidarisierte sich mit ihm. Eindeutig bewegt er sich für jeden im Rahmen, der eigentlich eher ehrenwerten notwendigen Kritik an Israel.

Bevor sie so vernichtende Urteile fällen, verlangt es die Rechtschaffenheit, dass Sie den Hintergrund eines Menschen wahrnehmen. Dies ist bei Ihnen nicht zu erkennen. Dies lässt auch ihr menschenverachtender herabwürdigender Anfangssatz: „„ich weiß, dass es müßig ist, sich mit Ihrem Geschreibsel auseinanderzusetzen“, erkennen. Finden Sie es nicht erschreckend, dass man mit einem solchen Denken eine bedeutende politische Funktion ausfüllt?

 

Schon vor Jahren hat Dr. Watzal auch auf die Unterstellungen geantwortet und sie aus dem Textzusammenhang (den man wahrnehmen sollte) heraus richtiggestellt. Sei es auch nur aus Unkenntnis, weil sie sich nicht über den politischen Hintergrund von Dr. Watzal informiert haben, haben sie und der „Freitag“ sich entweder leichtfertig oder bewusst mit Ihrem Text einer existenzvernichtenden Menschenjagd angeschlossen.

Hundertfach kann ich Ihnen belegen, wie dieses Netzwerk Aussagen bewusst, fälschlich missversteht, interpretiert um jemanden als Antisemiten zu diffamieren. Dazu gehören ehrbare Persönlichkeiten,  unserer Öffentlichkeit wie Rupert Neudeck, Herr Blüm, Prof. Grosser, Felicia Langer, Jörg Bremer, Herr Leyendecker. Als Zeitungen die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine. Jeder, der sich kritisch äußert und der von Bedeutung ist, wird reflexartig als Antisemit diffamiert.

Sie schreiben„ Es stimmt darüber hinaus auch inhaltlich nicht. Denn: Was Ludwig Watzal in dem Aufsatz als „Israelisierung“ beschreibt und völlig zu Recht kritisiert, ist weder historisch neu noch typisch nur für die israelische Besatzungspolitik. Wenn Ludwig Watzal seinen Blick über die Nahostregion hinaus schweifen ließe, würde er sehen, dass er für seine These der „Israelisierung“ US-amerikanischer Politik in Lateinamerika und Asien genauso gute – wenn nicht bessere, meint: schlechtere – Blaupausen in Gestallt staatlicher Killerkommandos, illegaler Landnahme  etc. pp. findet.“

Ok, sie vertreten scheinbar eine andere Meinung, schreiben aber dann wieder: „Was Ludwig Watzal in dem Aufsatz als „Israelisierung“ beschreibt und völlig zu Recht kritisiert (…) dass er für seine These (…) genauso gute (…) Blaupausen“ finden kann.“  Bestätigen so auch seine Aussagen. Wie können Sie dann zu ihrem Urteil kommen?

Sie schreiben in Ihrem Artikel: „Wer sich auf diesem Terrain bewegt, sollte vorab Grundpositionen geklärt haben.“

Ja, es stimmt, nur haben sie, Dr. Watzal da mit einbeziehend, in die falsche Richtung gesprochen. Seine Grundpositionen sind eindeutig feststellbar, sehr klar und respektabel. Sie sollten sich nur, bevor sie so belastende Aussagen machen, einmal bemühen, sie wirklich wahrzunehmen und nicht die unterstellende, bösartig-verfälschende Interpretation eines mehr als fragwürdigen Netzwerkes als Ihre übernehmen. Das ist nun mal mehr als unredlich und korrekturbedürftig. „Wer sich auf diesem Terrain bewegt, sollte vorab Grundpositionen geklärt haben.“ Ihr Artikel und auch Ihr Brief demonstriert, dass sie sich leichtfertig weder der „Grundposition“ von Herrn Dr. Watzal vergewissert haben, noch das vor allem Ihre Grundposition nicht geklärt ist. Vor allem besteht da bei Ihnen und beim „Freitag“ Klärungsbedarf. Vielleicht sollten Sie sich Ihre Artikel als Brief besser in Ihren Briefkasten stecken und mit Betroffenheit lesen?

Mit der Veröffentlichung Ihres Artikels hat „Freitag“ gewaltig an Niveau und Glaubwürdigkeit verloren.

 

Aber seit Gysis Jubelrede zu Israel und zum Zionismus scheint auch bei Ihnen das kritische Denken ausgesetzt zu haben. Keiner von Ihnen kann den real politischen zionistischen Rassismus wegdiskutieren. Aber vielleicht schaffen Sie es  ja seine Kritiker nach antideutschen, christlich fundamentalistischen Muster zu stigmatisieren. Dann wären wir wieder bald wieder da, wo wir schon einmal waren. Der große Knall der von diesen Gruppen herbeigeschrieben wird, ist dann nur gewaltig lauter.

 Unsere muslimischen Mitbürger haben die Broders, die Herres und die Stawskis schon dort, wo die dunkle Epoche unserer Geschichte einst begann. Wie schrieben Sie richtig: „„Wer sich auf diesem Terrain bewegt, sollte vorab Grundpositionen geklärt haben.“ Ihre, die des „Freitag“ die dieser Artikel und Text erkennen lassen, erschrecken, schockieren mich.

Mit freundlichen Grüßen

Erhard Arendt

 

 

Leserbrief im Freitag

Antisemitismus-Keule

Torsten Wöhlert, »Kritische Solidarität oder antizionistische Kritik?« (60 Jahre Israel), Freitag 19 vom 9. Mai 2008 Der Autor scheint voll auf einer fragwürdigen Gysi-Linie zu liegen, der ganz plötzlich das Hauptübel im Antizionismus entdeckt hat. Nicht die israelischen Besatzungsverbrechen sind schuld, nein, die Opfer, die diese kritisieren: die Israelkritiker, denen das Stigma des »Antizionisten« angeheftet wird. Sie kritisieren zu Recht einen realen Zionismus der sich – vielfach belegbar – leider von Anfang an in der »Praxis« als menschenverachtender Rassismus zeigte. Dieser Rassismus kann mit dem politischen Handeln und mit vielen Zitaten prominenter, staatstragender Juden belegt werden. So erklärte Menachem Ussischkin, als Vorsitzender des Jüdischen Nationalfonds’ von 1922 bis 1941 für die jüdische Bodenpolitik in Palästina verantwortlich: »Und wenn Bewohner da sind, dann muss man sie eben an irgendeinen anderen Ort hinführen, aber wir haben das Land zu bekommen. Wir haben ein Ideal, das größer und erhabener ist als die Sorge um einige Hundert Fellachen... «

Da kann man 2008 in einem von der Zeitung Ha’aretz veröffentlichten und in Israel viel beachteten Artikel lesen, wie der israelische Rabbiner Yisrael Rosenz zum Völkermord an den Palästinensern aufruft. Er vertritt in dem Artikel die Meinung, die Torah legitimiere indirekt die Vernichtung der Palästinenser.

Torsten Wöhlert entlarvt sich selber, wenn er schreibt: »... die einen erschreckenden antisemitischen Bodensatz sichtbar werden lassen (siehe www.henryk-broder.com). Das ist gewollt und offenkundig Teil der publizistischen Mission.«

Broders publizistische Mission ist die, rechtschaffene und notwendige Kritiker Israels mit der Antisemitismuskeule totzuschlagen, mit niveaulosen, geschmacklosen Pöbeleien Menschen zu diffamieren und herabzusetzen. Und wenn sich der Autor schon mit dem »Fall Watzal« befasst, hätte er wenigstens den Text Eine Israelisierung der Welt? lesen sollen, dann hätte er nicht von der Bedienung des »antisemitischen Klischees « schreiben können. Der Autor, die Antideutschen haben – nicht »die Linke« hat – verallgemeinernd ein Wahrnehmungs- und Verdrängungsproblem. Wöhlert will sich anscheinend seine Wunschlinken herbeischreiben.

Dabei gibt es die Antideutschen, die all seine Kriterien erfüllen müssten, doch schon.

Erhard Arendt, Dortmund

 

Der Artikel auf den sich die Briefe beziehen: http://www.freitag.de/2008/PDF-Archiv/Freitag-2008-21.pdf

 

 

Gertrud Nehls aus Hagen schreibt in einem Leserbrief - "Freitag" 30.Mai 2008

 

Von wem vereinnahmt?

Torsten Wöhlert, »Kritische Solidarität oder antizionistische Kritik?« (60 Jahre Israel), Freitag 19 vom 9. 5. 2008 Die Gefährlichkeit von Broders »Achse des Guten« wird in dem Artikel schön gemalt: »Ätzende Polemik« und »satirische Überzeichnungen « in seinem Buch Hurra, wir kapitulieren scheinen die Bundeszentrale für politische Bildung auch überzeugt zu haben!

Sie hat es auf die Liste der förderungswürdigen Bücher gesetzt. Auch diese Institution vermittelt also mit nicht nachvollziehbarem, oft verfälschendem Gedankengut Broders Islamophobie an die nächsten Generationen!

Ludwig Watzal wird, – oder ist das nur missverständlich formuliert? –, unterstellt, er habe Grundpositionen nicht geklärt: gerade das kann man ihm, im Gegensatz zu vielen falschen Freunden Israels, nicht vorwerfen!

Denn Dr. Watzal kann auf eine vielseitige Liste von Veröffentlichungen mit Beiträgen zu Entwicklungspolitik, Philosophie, Theologie, deutscher und amerikanischer Außenpolitik zur EU und zum Nahostkonflikt, verweisen.

Wer ihn in die antisemitische Ecke steckt, der muss sich selbst fragen lassen, von welcher Seite er vereinnahmt worden ist!

Gertrud Nehls, Hagen

 

 


 

Sehr geehrte Redaktion, 

sehr geehrter Herr Wöhlert, 


 

den Satz, oben, entnehme ich Ihrem Artikel, siehe: http://www.freitag.de/2008/19/08190701.php

Dem ist leider nicht so: H.M. Broder teilt nicht nur aus, er verleumdet, wobei er bis zum, gemeinsam mit Dunkelmännern und -Frauen  verschiedenster Provenienz offensichtlich koordinierten Versuch der Existenzvernichtung keinerlei Hemmung kennt. Auch ist die Sache mit dem "auch einstecken können" des Broder eine von ihm selbst gern verkündete Mär. 

Ganz im Gegenteil: Broder ist Meister von Unterlassungsklagen, vollkommen hanebüchenen Copyright-Prozessen, Einschüchterungsversuchen  u.v.A.m., wobei er selbst mimosenhaft reagiert. 

Er kann sich nach eigener Aussage auch Prozessrisiken leisten, denn, wie er in einem Interview im HR-Fernsehen mit Esther Schapira (sinngemäß) offenlegte, "finden sich für ihn immer Freunde, die ihm finanziell unter die Arme greifen, sodass zumindest die Anwalts- und Prozesskosten für ihn keine Rolle spielen". Wer diese Freunde sind, verriet er im FS-Gespräch nicht. 

Insofern bitte ich Ihre Aussage, Herrn Broder, den Ehrenmann betreffend, einmal gründlich nachzurecherchieren. Eine kurze Google-Recherche wird sie gewiss rasch ans Ziel bringen.

Mit besten Grüßen

Günter Schenk 

 



 

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