GAZA

 

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2. 8. 2014

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Kind Nummer 6 -  Gaza, den 31. Juli 2014 - Dr. Mona El-Farra - Lieber Freund, Ich bin immer noch am Leben. Ich weiss nicht, was das bedeutet, aber ich kann von mir sagen, dass ich meistens noch auf den Füssen bin und etwas mit den Leuten arbeiten kann, die Hilfe brauchen. Alles hängt von meinem Glück ab. Und hier, für die Menschen, die in Gaza leben, hängt das Glück davon ab, wie nah die Bomben aus israelischen Panzern, Flugzeugen oder Kriegsschiffen neben dir  fallen. Manche Stunden regnet es Bomben. Amerikaner sagen: „ Es regnet Katzen und Hunde” [wie aus Kübeln].  Wir haben eine neue Redewendung in Gaza: „Es regnet Bomben und Granaten.”
Heute begann ich den Tag im medizinischen Zentrum der Red Crescent Society [Roter Halbmond]. Der Strom ist ausgefallen, aber die Röntgenmaschine funktioniert immer noch.
Deshalb behandelten wir viele Patienten. Ich möchte dir einige meiner Beobachtungen mitteilen.

Zuerst die Geschichte eines namenlosen Kindes, das wir als “Nummer 6” bezeichneten. Er war um die drei Jahre alt und hatte Namensschilder an seinen Armen, auf denen „unbekannt“ und „Nummer 6“ stand. Ich war schockiert und fragte die Krankenschwestern und Amulanzfahrer sofort nach seinem Namen. Sie sagten mir, dass niemand seinen Namen wusste. Sie fanden in in einer Masse von zerstörten Häusern und er war der einzige Überlebende in seiner Familie. Er hatte eine Kopfverletzung und Wunden auf anderen Teilen seines Körpers. Ich fragte: „Kann sich niemand daran erinnern, wo das Haus war?“ Se sagten, dass in der Gegend, wo er gefunden wurde, alle Gebäude zerstört wurden und übereinander fielen und dass manchmal die Kinder von einer Stelle zur anderen geworfen werden. Deshalb wussten sie nicht, wo er gewohnt hatte. Und dann wurde mir klar, dass er die Nummer 6 war, und das bedeutet, dass vor ihm fünf unbebekannte Kinder kamen und viele Kinder nach ihm. Ich hörte mit dem Fragen auf, weil ich meine Arbeit machen musste.

Als zweites folgt die Geschichte von Reem Ahmad, sechs Jahre alt.
Reem kam ebenfalls zur Röntgenabteilung. Sie hat einen Namen und sie hatte früher eine Familie. Sie ist die einizge Überlebende ihrer Familie. Sie verlor ihre Eltern und Büder und Schwestern. Sie hat eine Kopfverletzung.

Drittens die Geschichte einer 52-jährigen Frau, die mit ihrem Sohn in der Klinik ankam. Er ist ein Pfleger und er war in einer Panik. Sie war nach draussen in den Garten gegangen, um ihre Pflanzen zu versorgen. Ihr Kopf wurde von Granatsplittern getroffen und ihr Sohn weinte wie verrückt und sagte in wenigen Worten: „Wir sind einfach eine Familie, die zuhause blieb. Diese Granatsplitter flogen überall im Garten herum und verletzten meine Mutter.
Ich will, dass meine Mutter lebt.“ Die Frau heisst Buthaina el-Izraia

 Viertens die Geschichte von meiner Kollegin Afaf Jabar, einer Krankenschwester in unserem Team. Afaf verlor ihre Tochter Leena, ebenfalls eine Krankenschwester, ihre zwei Enkelinnen und den Mann ihrer Tochter, als eine Bombe auf ihr Haus im Flüchtlingslager Bureij fiel.

Wir haben viel erlebt in Gaza. Aber das ist ein neuer Krieg. Israel begeht jeden Tag neue Massaker und manchmal mehr als ein Massaker pro Tag. In der Klinik des Roten Halbmondes behandeln wir mehr als 200 Patienten täglich. Und wir sind keine Notfallklinik. Viele Krankheiten brechen in Gaza aus, weil die Wasserinfrastruktur zerstört wurde, das Stromnetz und weil es fortgesetzten Stress und Angst gibt in den mehr als dreiwöchigen Bombenangriffen. Die Leute haben verschiedene Krankheiten: Verdauungsprobleme, Durchfall, Atemschwierigkeiten und Hautausschläge, und die Mehrheit sind die verletzlichsten Menschen, die Kinder.

Wir stehen jetzt vor einer echten Krise. Dank deiner Unterstützung konnten wir einige Medikamente für mehrere Kliniken und Krankenhäuser in Gaza bekommen und verteilten Hygieneprodukte, Milch und Essen für mehr als 1000 Familien. Aber im Moment stehen wir einem Mangel an medizinischer Ausrüstung gegenüber. Ich möchte, dass die Menschen davon erfahren und ihren Beitrag leisten und uns darin unterstützen, dass wir die angemessenen Medikamente und Ausrüstung bekommen, um diese kranken Menschen zu behandeln. Bitte verteile meinen Bericht über das, was ich in nur einem Tag des israelischen Angriffs gesehen habe, und lass deine Freunde und Familie wissen, wie sie uns beim Kauf von mehr Medikamenten helfen können.

Das ist alles was ich die für heute berichten kann und mit einigem Glück werde ich die morgen weitere Informationen geben. In Solidarität, Dr. Mona El-Farra  Dr. Mona El-Farra, Direktorin der Gaza Projekte für die Middle East Children's Alliance;
http://www.commondreams.org/views/2014/07/31/view-gaza-were-still-alive-whatever-means

Ein offener Brief für die Menschen in Gaza - Paola Manduca, Ian Chalmers, Derek Sumerfield, Mads Gilbert, Swee Ange im Auftrag von 24 Unterzeichnenden: Wir sind Ärzte und Wissenschaftler, die ihr Leben damit verbringen, Mittel zu entwickeln, um Kranke zu behandeln, Gesundheit zu bewahren und Leben zu retten. Wir sind auch Menschen, die informiert sind; wir lehren die Ethik unserer Berufe, zusammen mit dem Wissen und der Praxis. Wir alle haben in Gaza gearbeitet und kennen die Situation dort seit Jahren. Auf der Basis unserer Ethik und Praxis verurteilen wir, was wir bei dem Anschlag Israels auf Gaza sehen.

Wir bitten unsere Berufskollegen, junge und alte, diesen israelischen Anschlag zu verurteilen. Wir bekämpfen die Perversität einer Propaganda, die die Erzeugung einer Notsituation rechtfertigt, um ein Massaker zu vertuschen, ein sogenannter „Defensiver Angriff“. In Wirklichkeit ist es ein skrupelloser Anschlag von unbestimmter Dauer, unbestimmtem Ausmaß und Intensität. Wir wollen über Tatsachen berichten, die wir sehen, und über deren Auswirkungen auf das Leben der Menschen.


Wir sind empört über den Militärangriff gegen die Zivilbevölkerung in Gaza, unter dem Deckmantel der Terroristenbestrafung. Dies ist der dritte großangelegte Militärschlag gegen Gaza seit 2008. Jedes Mal besteht die Todesrate hauptsächlich aus unschuldigen Menschen in Gaza, insbesondere Frauen und Kindern, unter dem unakzeptablen Vorwand Israels, das politische Parteien und den Widerstand gegen die Besatzung und die Blockade, die es verhängt hat, ausmerzt. Diese Aktion erschreckt auch diejenigen, die nicht direkt getroffen werden, und schadet der Seele, dem Geist und der Belastbarkeit der jungen Generation. Unsere Verurteilung und unsere Abscheu werden noch verstärkt durch die Ablehnung und durch das Verbot, externe Hilfe und Lieferungen, um die schlimme Lage zu erleichtern, nach Gaza gelangen zu lassen,.


Die Blockade gegen Gaza hat sich noch verschärft seit letztem Jahr, und das hat die Situation der Bevölkerung noch verschlechtert. In Gaza leiden die Menschen an Hunger, Durst, Verschmutzung, Engpässen bei Arzneimitteln, an Stromausfällen und an allem, um ein Einkommen zu bekommen, und nicht nur, weil sie bombardiert und mit Granaten beschossen werden. Stromausfall, Benzinkürzungen, Wasser- und Nahrungsmangel, das Ausströmen von Abwasser und sinkende Ressourcen sind Desaster, die direkt oder indirekt durch die Blockade verursacht werden.


Die Menschen in Gaza wehren sich gegen diese Aggression, weil sie ein besseres und normales Leben wollen und selbst, wenn sie vor Sorgen, Schmerz und Terror weinen, >>>

"Die Hamas tut alles was sie kann, um die Menschen in Gaza vor der israelischen Aggression zu beschützen", sagt Iyad (Nachname dem Autor bekannt), 23, Student der Wirtschaftswissenschaften an der Al-Azhar Universität in Gaza-Stadt. - Martin Lejeune -  Iyad ist ein Anhänger der Fatah, seine Al-Azhar Universität steht der Fatah nahe. "Die Hamas erbringt viele Opfer, um unser Heimat zu verteidigen", erklärt Iyad und fügt hinzu, daß alle Menschen in Gaza stolz seien auf die Kämpfer der zur Hamas gehörenden Brigaden. Seit dem Beginn der Angriffe auf Gaza am 8. Juli sind mehr als 1.400 Menschen in Gaza gestorben, laut UN-Angaben 80 Prozent von ihnen Zivilisten.

Die Zahl der komplett zerstörten Wohnhäuser beträgt über 10.000. Es gibt keine Versorgung mehr mit Strom, Wasser und Telekommunikation. Und trotzdem sind die Palästinenser nicht kriegsmüde. "Wir werden den Widerstand der Kämpfer unterstützen, egal wie viele Zivilisten Israel dafür toten wird", sagt Hassan (Nachname dem Autor bekannt), 42, ein Ingenieur aus Gaza-Stadt. Auch er gehört der Fatah an. Für diesen Artikel war es leider nicht möglich, mit Anhängern der Hamas im Gazastreifen zu sprechen. "Wir geben derzeit keine Interviews", heißt es auf entsprechende Anfragen vor Ort in Gaza. Auf öffentliche Stellungnahmen der Kader in Qatar wird verwiesen. Dort sprach heute Osama Hamdan mit Al Jazeera und verurteilte die hohe Zahl an zivilen Opfern.

Hassan, der wie jeder Palästinenser jeden Tag von früh bis spät die Nachrichtenlage verfolgt und gern über Politik diskutiert, würdigt die militärischen Erfolge der Hamas in diesem Krieg. "Man sieht an der Zahl im Kampf getöteter israelischer Soldaten, daß die Kämpfer der Hamas gut ausgebildet und ausgerüstet sind."

Daß die Hamas Menschen als Schutzschilde verwende, um israelische Angriffe abzuwehren, daß sei israelische Propaganda, beteuert Hassan. Der Islam verbiete so etwas. "Es ist genau umgekehrt: Die Hamas-Kämpfer stehen in der ersten Reihe an der Front des Krieges zwischen den auf dem Boden immer weiter in den Gazastreifen vorrückenden israelischen Streitkräfte und der Bevölkerung. Die Kämpfer der Hamas riskieren ihr Leben, um die Zivilbevölkerung vor dem Feuer der vorrückenden israelischen Armee zu verteidigen", erklärt Hassan.

Über 250.000 Menschen haben ihre Häuser an der Front verlassen, um vor den Kämpfen zu fliehen. Ibrahim, 39, einer der Flüchtlinge, erzählt: "Als wir später in unsere Häuser zurückkehrten, um Kleidung zu holen, reagierten die Hamas-Kämpfer ungehalten und schickten uns weg. Sie sagten: Ihr habt hier nichts zu suchen an der Front. Wir waren froh, daß ihr weg gegangen seid, damit wir in Ruhe kämpfen können."

Die im Gazastreifen allgegenwärtige Propaganda der Hamas in Form von Postern und Plakaten auf den Straßen und in Form von martialischen Filmen und den Widerstand verherrlichenden Gewaltvideos im Fernsehen, sage die Wahrheit und gebe die Erfolge des Widerstands wieder, glaubt Iyad. "Wir haben in den letzten Wochen so oft erlebt, daß sich Stellungnahmen der Hamas bezüglich der Bekanntgabe militärischer Erfolge als wahr herausstellten, obwohl Israel diese Communiqués zum Teil bis zu drei Tage lang geleugnet hat, bis sie ihre Mißerfolge nicht mehr vertuschen konnten. Daher glauben wir eher der Verlautbarungen der Hamas als denen der israelischen Streitkräfte."

Auch über die Tunnel vom Gazastreifen nach Israel wird viel gesprochen, geradezu geschwärmt. "Diese Tunnel sind eine großartige Leistung des Widerstands und ein wirksames Instrument, um den Feind großen Schaden zuzufügen", sagt Hassan. "Die Tunnel verleihen der Hamas taktische Vorteile, gegen welche die israelischen Streitkräfte noch wirkungslos sind. Sie haben dagegen noch kein wirkliches Mittel gefunden. Die durch die Tunnel ausgeführten Schläge gegen Israel sind eine Niederlage für die angeblich beste und modernste Armee der Welt, die vor primitiv gebuddelten Tunneln kapituliert", bewundert Hassan die Fertigkeiten der Hamas.

Auf der außenpolitischen Ebene aber unterlaufen der Partei jedoch schwere Fehler, urteilt der Ingenieur. Die Hamas hat die Unterstützung der Hisbollah im Libanon verloren und sich mit dem Regime in Syrien verkracht, weshalb ihre Führer, die sich Jahrzehntelang in Damaskus aufhielten, nun in Qatar residieren. Die Beziehungen der Hamas zum Iran kriseln, sind aber noch vorhanden. Daß sich die Hamas mit Qatar und der Türkei eingelassen habe, kritisiert Hasan. "Das ist der strategisch falsche Weg. Die derzeit guten Beziehungen Qatars und der Türkei zur Hamas dienen kurzfristigen taktischen Interessen dieser beiden Länder. Beide Staaten werden die Hamas nicht bis zu ihrem Ziel, der Befreiung Palästinas unterstützen", prognostiziert Hassan. Solange Qatar ein enger Verbündeter der USA bleibe und dort die Kommandozentrale der US-Streitkräfte stehe und die Türkei als Mitglied der NATO ebenfalls ein militärstrategischer Partner der USA bleibe, könne man diesen Staaten nicht trauen, da die USA Israel unterstützen. "Der Iran, die Hisbollah und Syrien sind unsere einzigen verläßlichen Partner für den bewaffneten Widerstandskampf gegen Israel bis zu seinem bitteren Ende", analysiert Hassan.

Viele Stimmen im Gazastreifen werfen der Hamas wirtschaftspolitisches Versagen auf der ganzen Linie vor. Die Armut ist groß, die Arbeitslosigkeit bei 80 Prozent, eine Besserung der Lage nicht in Sicht. Auch innenpolitisch gehen von der Hamas schon lange keine neuen Impulse mehr aus. Zwar ist die innere Sicherheit recht stabil, die Kriminalitätsrate niedrig, aber das ist vor allem auf die starken Mechanismen der sozialen Kontrolle in dieser Gesellschaft und auf die hohe Diszipliniertheit der Menschen im Kriegszustand zurückzuführen.

Vor allem im Kampf gegen den ausufernden Drogenhandel im Gazastreifen, den zivilgesellschaftliche Initiativen gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden führen, zeigt sich die Schwäche der Hamas. "Der Drogenhandel zu einer ernst zu nehmenden Bedrohung für die gesamte Gesellschaft geworden", erklärt der Student Iyad. Die Sorgen und Nöte der Bevölkerung seit Beginn des Embargos des Gazastreifens vor acht Jahren und viele Palästinenser erliegen offenbar der Versuchung von Rauschmitteln. Vor allem der Handel mit Tramal blüht. Die Hamas brüstet sich zwar in ihren Reden damit, den Drogenhandel zu bekämpfen, aber sie ist machtlos dagegen. Auch gibt es zu wenig therapeutische Einrichtungen und zum Beispiel keinen Beauftragten für Suchtprävention. "Wie soll die Hamas während des Embargos die Ursachen bekämpfen, die zum Drogenkonsum verleiten, die Armut, Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit?", fragt Iyad.

Doch die offen ausgesprochene Kritik der Bevölkerung an der Innen- und Außenpolitik der Hamas ist in Zeiten dieses Krieges zweitrangig. Der Krieg knüpft ein enges Band zwischen der Hamas, der Zivilbevölkerung des Gazastreifens und der Opposition gegen die Hamas.

Die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) ist die stärkste Oppositionspartei gegen die Hamas im Gazastreifen, seitdem Fatah und Hamas Anfang Juni diesen Jahres eine gemeinsame Regierung gebildet und Neuwahlen angekündigt haben. Vor ein paar Monaten demonstrierten Oppositionsparteien wie die PFLP noch auf den Straßen des Gazastreifens gegen die Hamas, seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli kämpfen bewaffnete Gruppen der PFLP und der Hamas jedoch Seite an Seite gegen die israelischen Streitkräfte im Gazastreifen. "Während eines solchen Angriffes von Seiten Israels entschließt sich die Bevölkerung dazu, nicht gegeneinander zu protestieren, sondern zusammenzuhalten und gemeinsam Widerstand zu leisten", erläutert Mahmoud Abu Rahma, Direktor des unabhängigen Al Mezan Zentrums für Menschenrechte in Gaza Stadt, das mutig die Menschenrechtsverstöße aller politischen Parteien und ihrer bewaffneten Arme im Gazastreifen beobachtet.

Neben der PFLP und der Hamas kämpfen zur Zeit auch bewaffnete Gruppen der Partei des Islamischen Dschihads und der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas (DFLP) an der Front gegen die Zahal. Die marxistisch-leninistische PFLP und die leninistische DFLP, die sich von 1968 nach heftigen internen Grabenkämpfen von der PFLP abgespalten hat, verfügen über weitaus kleinere Kampfverbände als die Hamas und der Islamische Dschihad. In Gaza kämpfen aber auch bewaffnete Gruppen, die ihre Zugehörigkeit zur sozialistischen Fatah erklären. Der PLO- und Fatah-Führer und Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, distanziert sich in Ramallah nachdrücklich von bewaffneten Gruppen, die derzeit im Gazastreifen im Namen der Fatah kämpfen.

Martin Lejeune - Freelance Journalist in Gaza - Mobile: +972 59 230 6392 or +970 59 230 6392
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AUDIO - Nahost-Waffenruhe schon wieder hinfällig? - Der Journalist Martin Lejeune im Gespräch mit Cornelia Vospernik - Seit dem Beginn der Offensive Israels Anfang Juli sind fast eineinhalb tausend Palästinenser gestorben. Und auch nach der heute ausgerufenen Waffenruhe gab es wieder Tote: laut Angaben der Hamas 25. Vor kurzem wurde die Waffenruhe, die heute früh in Kraft getreten ist, von Israel wieder für hinfällig erklärt. Frage an den freien Journalisten Martin Lejeune: Hat man sich im Gazastreifen heute überhaupt auf die Straße gewagt? >>>

Israelischer Veteran im Interview - "Gaza ist für die Israelis Lichtjahre entfernt" - Die israelische Besatzung der Palästinensergebiete hat auch einen Zaun in den Köpfen errichtet: Was dahinter liegt, interessiert zu viele Israelis nicht, sagt Ex-Soldat Avner Gvaryahu. - Die meisten Israelis unterstützen die Gaza-Offensive, wissen aber nicht ansatzweise, was dort passiert, sagt der Sprecher der Soldaten-Organiation "Schovrim Schtika" im Gespräch mit n-tv.de. "Wir denken leider nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Gewehr", beklagt er. - n-tv.de: Ihre Organisation besteht aus Veteranen, die das Vorgehen der israelischen Armee gegen die Palästinenser kritisieren - ganz aktuell im Gazastreifen, aber auch generell. Was ist das Besondere am neuen Gazakrieg? - Avner Gvaryahu: Bei der aktuellen Operation werden in erschreckender Weise Grenzen überschritten, die vor nicht allzu langer Zeit in Israel noch als verbindlich galten. Israel hält die Palästinensergebiete seit 47 Jahren besetzt. In jüngster Zeit sehen wir aber, dass wir alle roten Linien überschreiten, die wir vor wenigen Jahren noch für sehr klar hielten. - Welche roten Linien sind das? - Vor einigen Jahren debattierte die israelische Öffentlichkeit noch, ob es legitim sei, gezielt Hamas-Mitglieder zu töten. Bei der aktuellen Operation im Gazastreifen wird Haus um Haus, Familie um Familie einfach ausradiert. Als Grund reicht dafür schon aus, dass eines dieser Häuser einem Hamas-Mitglied gehört oder es sich dort aufhalten könnte. Das ist aus unserer Sicht eine rote Linie. Ein anderer Punkt ist, dass hier die wahrscheinlich stärkste Armee der Region in ein Gebiet einmarschiert, das extrem dicht besiedelt ist. Eine starke Armee hat auch eine große Verantwortung in einem solchen Konflikt. In dieser speziellen Situation in Gaza müssten wir extra vorsichtig sein. Davon kann ich aber nichts erkennen. >>>

Ramsis Kilani über seine Familie, die durch eine israelischen Bombe getötet wurde - Der 23-jährige Deutsch-Palästinenser Ramsis Kilani lebt und studiert in Siegen. Sein Vater, ebenfalls deutscher Staatsbürger, wurde vergangene Woche gemeinsam mit seiner Familie in Gaza von israelischen Bomben getötet. Seitens der Bundesregierung gab es bis heute so gut wie keine Reaktion. Stattdessen gewinnt man den Eindruck, dass Deutsche in Gaza vogelfrei zu sein scheinen - und dass Israel sie einfach ohne Konsequenzen töten darf. Im Gespräch mit Emran Feroz hat Ramsis Kilani beschrieben, wie er sich fühlt.

Wie viele Familienmitglieder von dir starben in Gaza?
Mein Vater, seine Ehefrau und meine fünf Halbgeschwister im Alter von 4 bis 12 Jahren starben. Außerdem starben drei Geschwister der Ehefrau. Ich habe von meiner Familie erfahren, dass der 4-jährige E. lebendig aus den Trümmern gezogen werden konnte, dann jedoch seinen Verletzungen erlag. Die hohe Opferzahl lässt sich durch das gemeinsame Fastenbrechen bei Sonnenuntergang erklären. Ein Tankwart vor Ort bestätigte deutschen Reportern, dass keine Warnung à la »Knock on the Roof« stattgefunden hat. >>>

Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier, sehr geehrte Damen und Herren, nach Jahren der Blockade erfährt der Gaza-Streifen endlich die international gebührende Aufmerksamkeit, jedoch nicht die katastrophale humanitäre Lage wird thematisiert, in die Israel die palästinensische Zivilbevölkerung gebracht hat, sondern von fadenscheinigen Sicherheitsinteressen und dem Selbstverteidigungsrecht Israels ist in Deutschland die Rede.  - PGD Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V.

Die israelische Regierung hat für die Entführung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen die Palästinenser verantwortlich gemacht und mit dieser Begründung eine unverhältnismäßige militärische Operation gegen Palästinenser gestartet. An dieser Stelle fragen wir Sie: Was würde und sollte ein normaler demokratischer Rechtstaat in einem solchen Fall tun und wie sollte er darauf reagieren? Wir denken, an der Antwort dieser Frage sind wir uns alle einig: Ein normaler demokratischer Rechtstaat hätte rechtstaatlich gehandelt. Er hätte die Täter ermittelt und vor Gericht gestellt. Statt rechtstaatlich zu handeln, verübt Israel Vergeltungs- und Racheaktionen gegen ein ganzes Volk. Die „zivilisierte“ Menschheit schweigt dazu! Wo bleiben denn unsere rechtstaatlichen Werte, für die wir von Europa aus in der übrigen Welt mit Stolz werben?

In den letzten Tagen und Wochen tötete Israel über 1592 Palästinenser, darunter 192 Frauen und 346 Kinder und mehr als 8668 Zivilisten wurden verletzt, unter anderem 1726 Frauen und 2590 Kinder. Mehr als 3175 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht und weitere 2655 wurden teilweise zerstört. 22600 Wohnungen, mehr als 121 Schulen und 16 Krankenhäuser wurden angegriffen und zerbombt.
Weitere 16 medizinische Zentren mussten auf Grund von massiven Angriffen geschlossen werden.
Auch über 82 Moscheen und 3 Kirchen sind bisweilen nicht vom israelischen Aggressor verschont geblieben.
Zudem befinden sich aktuell mehr als 250.000 Menschen auf der Flucht und mehr als 1,2 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität und fließendem Wasser.

Dies sind Kriegsverbrechen gegen das palästinensische Volk, insbesondere die außergerichtlichen Tötungen und Kollektivbestrafungen. Dafür muss Israel international zur Verantwortung gezogen werden. Die israelische Besatzung und die damit verbundene Entmenschlichung und Entrechtung des palästinensischen Volkes muss sofort beendet werden.

Wir setzen uns für ein Palästina ein, das frei von Gewalt und Diskriminierung sein soll. Wir fordern Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde für das palästinensische Volk.
Wir sagen an dieser Stelle erneut in aller Deutlichkeit, dass wir in unserer Aktivitäten keine rechten, antisemitischen und rassistischen Gruppen oder Parolen auf unseren Veranstaltungen tolerieren!

Der hartverdiente Respekt Deutschlands und seine Glaubwürdigkeit in der Weltgemeinschaft dürfen nicht aufs Spiel gesetzt werden, indem manch Politiker aus angeblicher „politischer Korrektheit“ den Palästinenser die Schuld an der Eskalation der Gewaltspirale gibt und Israel dadurch moralische Unterstützung gewährt.

Aus diesem Grunde fordern wir die Bundesregierung und explizit das Auswärtige Amt auf:
- Auf einen Stopp der Gewalt hinzuwirken
- Freiheit für den Gaza-Streifen zu erreichen
- Aufhebung der unmenschlichen und unwürdigen Gazablockade
- die Freilassung aller politischen Gefangenen zu forcieren
- einen sofortigen Stopp der Waffenlieferung an Israel in die Wege zu leiten
- sich für eine glaubwürdige und nachhaltige Friedenspolitik einzusetzen

PGD Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. - Wissmannstraße 9 - D-12049 Berlin

Gaza: 10 Journalisten getötet und Kommunikationsmedien angegriffen - Soziale Medien, Radio- und TV-Stationen, Büros von Korrespndenten und Pressefahrzeuge, gekennzeichnet mit TV oder Presse,  waren Ziel israelischer Bombardements und Angriffen.

Bis jetzt weiß man von 10 getöteten Journalisten: Rami Rayan und Sameh Aryan von Al Aqsa-TV in Gaza wurden getötet, als sie auf dem Markt Albastat über die israelischen Angriffe berichteten. Die Journalistin Nahla Alhah und die Journalisten Khaled Hamad und Abdulrahman Abuhen, Izzat Dher und Baha Garib wurden in ihren eindeutig gekennzeichneten Fahrzeugen getötet. Der Sportjournalist und Korrespondent für verschiedene Medien Ahed (Ahmed?) Zakut starb in seinem Büro, als es von israelischen Raketen angegriffen wurde. Der Journalist Imad Eid starb auf der Straße, während er eine Pressenotiz weiter leitete. Der Journalist Mohammad Dhaher starb mit mehreren Mitliedern seiner Familie, als seine Wohnung bombardiert wurde. 
Am 31.7. wurde das Büro eines Mitarbeiters der Agentur EFE in Gaza von einem Projektil der israelischen Artillerie getroffen, das schwere Schäden anrichtete.
Vergangene Woche wurde das Büro des katarischen TV-Senders Al Jazeera und die Büros der US-amerikanischen Agentur AP bei einem Luftangriff getroffen. http://www.palestinalibre.org/articulo.php?a=51634  -
Übersetzung, gekürzt: K. Nebauer

Ägyptische Propagandisten und das Gaza-Massaker - Offiziell und inoffiziell gibt es eine Welle von Hass gegen die Palästinenser in Gaza. As-Sisi bemerkte in seiner Rede am 23.7. zum Jahrestag des Sturzes der Monarchie 1952, dass Ägypten bereits "100.000 Märtyrer" für die palästinensische Sache geopfert habe. Da manche Ägypter daran zweifeln, dass ihre Soldaten zur Verteidigung Ägyptens gefallen sind, betonte As-Sisi, dass sie für die Palästinenser gefallen seien und die Palästinenser das Letzte an Scheinheiligkeit seien. Damit soll die schlimme wirtschaftliche Lage und die Armut in Ägypten nicht als Folge der Ausplünderung durch die oberen Klassen erscheinen, sondern als Folge der Verteidigun der palästinensischen Sache, angefangen von Nasser, der sich angeblich zur Befreiung Palästinas verpflichtet hatte.  Lesen Sie weiter... (englisch) >>>

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Rassisten besuchen im Zeichen des "Friedens" -  BILD-Zeitung schizophren: Journalisten und Politiker besuchen Rechtsnationalisten Avigdor Liebermann für die Kampagne "Nie wieder Judenhass". - Ein Nutzerbeitrag von John Babice - "Es war eine Reise für Frieden, Freude und Verständigung!" Mit diesen Worten inklusive Ausrufezeichen beginnt ein Artikel in der heutigen online-Ausgabe der BILD-Zeitung. Drei Journalisten des Blattes haben sechs deutsche Politiker von CDU, SPD und FDP auf einer Reise nach Israel begleitet. Die selbsternannte Mission der Reise: "Stimme erheben und Gesicht zeigen gegen den weltweit aufkeimenden Judenhass." >>>

Israels Unrecht auf geraubtem Land - Rolf Verleger - Es ist ein Mantra deutscher Politiker, Israels Attacke auf Gaza sei gerechtfertigt. Wann nehmen sie endlich Vernunft an? Ein Gastbeitrag - Seit 2005 ist Gaza ein großes Gefängnis; Israel hat es verriegelt, Ägypten bewacht den Hinterausgang. Israel erlaubt Ein- und Ausfuhren nur insoweit, dass niemand verhungert. Boote dürfen nur bis drei Meilen vor die Küste fahren, den EU-finanzierten Flughafen hat Israel zerbombt. Das hat die bescheidene Industrie und Landwirtschaft ruiniert. Womit sollen sich also die Einwohner beschäftigen? Ist es so erstaunlich, dass sie Tunnel bauen, um die Gefängnismauern zu durchlöchern? Ist es so erstaunlich, dass sie versuchen, ihren Gefängniswärtern zu schaden?

Das geschieht auf dem Hintergrund, dass die meisten Bewohner des Gazastreifens Nachkommen von Vertriebenen sind: Leute, die von ihren Häusern in Jaffa seit 1948 nur noch den Schlüssel haben, Menschen aus Aschkalon, die noch in den 50er Jahren eingesammelt und per Lastwagen nach Gaza deportiert wurden.

Als Weltbürger im schicken Tel Aviv würde man gerne in Frieden leben, aber die Universität ist auf den Trümmern eines vertriebenen Dorfs errichtet und die schönen arabischen Häuser in Jaffa wurden mit Gewalt ihren Vorbesitzern weggenommen. Hat Israel je ernsthaft versucht, die Palästinenser um Verzeihung zu bitten? Ist es so erstaunlich, dass Israel auf geraubtem Land nicht in Frieden leben kann? >>>

My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel - Dr. Ludwig Watzal - Das Buch des Haaretz-Journalisten Ari Shavit „My Promised Land. The Triumph and Tragedy of Israel“ wurde in einigen einschlägigen US-Medien überschwenglich besprochen. Trotz seiner Kritik an der falschen Politik Israels, bedient der Autor auch alle Klischees, die sich um die zionistische Bewegung, ihren historisch konstruierten Narrative und die Gründung des Staates Israel ranken. (...) Da auch der Israel-Korrespondent Hans-Christian Rössler eine sehr wohlwollende Besprechung veröffentlicht hat, schrieb ich am 2. Juli folgenden Leserbrief an die Redaktion der FAZ mit der Bitte um Abdruck, der am 29. Juli entsprochen worden ist.  >>>


Besprechung Hans-Christian Rössler >>>

Leserbrief von Dr. Ludwig Watzal -  pdf - >>>

"Wir brauchen das Ende der Besatzung und einen Friedensvertrag" - Yehuda Shaul im Gespräch mit Christoph Heinemann  - Zu den schärfsten Kritikern der Regierung Netanjahu gehören ausgerechnet Veteranen der israelischen Armee. Sie wollen das Schweigen über das wirkliche Gesicht der Kriege im Westjordanland oder in Gaza brechen. Daher haben sie ihre Organisation "Breaking the Silence" genannt. Einer der Gründer ist Yehuda Shaul. Im DLF erklärt er, warum die Besatzung der Palästinensergebiete aufhören muss, damit Israel in Frieden leben kann.

Christoph Heinemann: Welche Bedingungen müssten für einen dauerhaften Waffenstillstand erfüllt sein?

Yehuda Shaul: Das wichtigste ist, diesen konkreten Konflikt, diese Operation zu beenden und wieder für Ruhe im Süden Israels und für die Menschen in Gaza zu sorgen. Das ist aber nicht das endgültige Ziel. Diese Runde der Gewalt ist ein Schlag ins Gesicht für alle diejenigen, die geglaubt haben, am Status Quo könne man einfach festhalten und man brauche nicht zu verhandeln. Dass die Besatzung fortgesetzt werden kann, und wir sie nicht beenden müssen. Dass der Konflikt einfach so weitergeht, ohne dass wir alles dafür unternehmen müssen, damit dies endet. Wir dürfen das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren: das Ende der Besatzung und einen Friedensvertrag.  >>>

»Wir würden gern einen Politikwechsel der EU sehen« - Israel blockiert seit Jahren jede Entwickung in Gaza. Europa sollte mehr Einfluß nehmen. Ein Gespräch mit Sari Bashi - Interview: Johannes Zang - Sari Bashi ist Rechtsanwältin und Mitbegründerin der israelischen Menschenrechtsorganisation GISHA (hebr. für »Zugang«). Sie ist vor 17 Jahren aus den USA nach Israel eingewandert - Die Vereinten Nationen haben 2012 den Bericht »Gaza 2020 – kann man da leben?« veröffentlicht. Wie war die Menschenrechtslage im Gazastreifen vor diesem vierten Gaza-Krieg seit 2006? -

Von 1967 bis 1991 verfolgte Israel eine Politik der offenen Grenzen und wirtschaftlicher Integration. Menschen in Gaza wurde es erlaubt, ja, sie wurden sogar dazu ermuntert, in Israel zu arbeiten und israelische Produkte zu kaufen. Im Allgemeinen durften sich die Menschen ziemlich frei zwischen Israel, dem Westjordanland und Gaza bewegen. Ab 1991, vor dem Hintergrund der ersten Intifada und mit dem Golfkrieg als Auslöser begann Israel, den Zugang nach und von Gaza einzuschränken.Unmittelbar vor den jetzigen Kämpfen war das Reisen ins Westjordanland und nach Israel nur noch in Ausnahmefällen möglich.
Wie steht es um Export und Import?

Der Export von Waren nach Israel oder ins Westjordanland wird seit 2007 blockiert. >>>

Begegnung im Tunnel - Uri Avnery, 2. August 2014 - ES WAR einmal ein Dorf in England, das sehr stolz  auf sein Bogenschießen war. Vor jedem  Haus stand eine Zielscheibe  und zeigte das Können seines Besitzers. Auf einem dieser Zielscheiben hat jeder einzelne Pfeil  mitten ins Ziel getroffen. Ein neugieriger Besucher  fragte den Besitzer: wie ist dies möglich? Die Antwort: „Einfach, zuerst schoss ich die Pfeile, und dann zeichnete ich Kreise rund um sie.“

In diesem Krieg  tut unsere Regierung dasselbe. Wir erreichen alle unsere Ziele – aber wir verändern die ganze Zeit unsere Ziele.  Am Ende wird der Sieg vollkommen sein.
 
ALS DER Krieg begann, wollten wir nur „die  Infrastruktur der Terroristen zerstören.“ Dann, als die Raketen der Hamas praktisch  ganz Israel erreichten (weithin dank der wunderbaren Anti-Raketen-Verteidigung („Iron Dome“) ohne viel Schaden anzurichten) war das Kriegsziel, die Raketen zu zerstören. Als die Armee  für diesen Zweck die Grenze in den Gazastreifen überquerte, wurde ein riesiges Netzwerk von Tunnels entdeckt. Sie wurden ab jetzt das Hauptziel des Krieges. Die Tunnels mussten zerstört werden.


Tunnels sind seit der Antike  für Kriegszwecke  benützt worden. Armeen, die nicht in der Lage waren, befestigte  Städte zu erobern, versuchten unter ihren Mauern  Tunnels zu graben. Gefangene  entkamen durch Tunnels. Als die Briten die Führer des hebräischen Untergrunds inhaftiert hatten, flohen mehrere ihrer Führer durch einen Tunnel.


Hamas benützte Tunnels, um unter den Grenzmauern und -zäunen die israelische Armee und  Siedlungen auf der andern Seite anzugreifen. Die Existenz dieser Tunnel war bekannt, aber ihre große Zahl und Wirksamkeit war eine Überraschung. Wie vietnamesische Kämpfer zu ihrer Zeit Tunnel benützten, benützt Hamas die Tunnels für Angriffe, Kommandoposten, Operationszentren  und Waffenlager. Viele von ihnen sind mit einander verbunden.


Für die Bevölkerung auf der israelischen Seite sind die Tunnels eine Quelle der Angst. Die Idee, dass zu irgendeiner Zeit der Kopf eines Hamas-Kämpfers in der Mitte eines Kibbuz-Esssaals auftauchen könnte  ist nicht gerade  amüsant.


Jetzt ist also das Kriegsziel, so viele Tunnels wie möglich zu entdecken und  zu zerstören. Keiner träumte von diesem Ziel, bevor der Krieg anfing. Wenn politische Ratsamkeit es verlangt, so kann es morgen  schon ein anderes Kriegsziel geben. Es wird in Israel einmütig anerkannt werden.
 
DIE ISRAELISCHEN Medien sind jetzt total unterwürfig. Es gibt keine unabhängige Berichterstattung. „Militär-Korrespondenten“  ist es nicht erlaubt, den Gazastreifen zu betreten, um eigene Erfahrungen zu machen; sie sind bereit,  wie Papageien die Armeeberichte  nachzuplappern und stellen sie so dar, als wären es ihre persönlichen Beobachtungen.  Eine Menge Ex-Generäle warten auf, um die Situation zu kommentieren -  alle sagen genau dasselbe, ja benützen dieselben Worte. Die Öffentlichkeit schluckt all diese Propaganda und nimmt sie als bare Münze.


Die kleine Stimme von Haaretz mit ein paar Kommentatoren,  wie die von Gideon Levy und  von Amira Hass, gehen in der  ohrenbetäubenden Kakophonie unter.


Ich fliehe vor dieser Gehirnwäsche und höre  beiden Seiten zu, wechsle ständig zwischen israelischen TV-Stationen und Aljazeera (auf Arabisch und Englisch). Was ich sehe, sind zwei verschiedene Kriege, die gleichzeitig geschehen, aber auf zwei  verschiedenen Planeten.
Für Zuschauer der israelischen Medien ist Hamas die Inkarnation des Bösen. Wir bekämpfen „terroristische Ziele“. Wir bombardieren >>>

 

Juden und Moslems in aller Welt rufen zu Frieden auf - In den USA haben die Studenten Dania Darwish und Abraham Gutman eine Internetkampagne gestartet. Unter dem Hashtag „#JewsAndArabsRefuseToBeEnemies“ posten Anhänger beider Glaubensrichtungen ihre Aufrufe für ein friedliches Zusammenleben im Nahen Osten. >>>

Leserbrief zu - „Wer Judenhass sät, wird Islamhass ernten“ (26. 7. 14, S. 4) - Jürgen Jung

(Der Brief ist am 31. 7. veröffentlicht worden, allerdings um die grau markierten Stellen gekürzt)

Das Kernproblem vieler Stellungnahmen zum Palästina-Konflikt ist die infame Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitimus. Der eine ist die Kritik einer besonders aggressiven Form des Nationalismus (F. Mitterand: „Nationalismus – das ist Krieg!“), der andere ein ursprünglich christlich-europäischer Rassismus. Man würde gern wissen, wie Herr Drobinski die Äußerung des gerade im Establishment hochgeschätzten (Juden!) Alfred Grosser erklären will: „Die Politik Israels fördert den Antisemitismus.“ Oder des (jüdischen) Psychologie-Professors Rolf Verleger, der verzweifelt „dem durch Israels Politik wachsenden Groll gegen Juden entgegenzuwirken“ sich bemüht. Oder des mittlerweile 90-jährigen Doyens der israelischen Friedensbewegung, Uri Avnery: „Der Staat Israel verursacht eine Renaissance des Antisemitismus auf der ganzen Welt und bedroht Juden überall.“

Entrüstet beklagt Herr Drobinski, daß mit der Aussage „ISRAEL – KINDERMÖDER“ die „Legende von den Juden als Ritualmörder neu auf Deutschlands Straßen“ erklinge. Herrn Drobinski scheint entgangen zu sein, was die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem bereits vor der gegenwärtigen Eskalation dokumentiert hat: „Seit dem Jahr 2000 sind 1518  palästinensische Kinder getötet worden. (Diese Zahl dürfte mittlerweile auf ca. 1800 gestiegen sein!). Im Durchschnitt wird alle drei Tage ein palästinensisches Kind von israelischen Sicherheitskräften oder fanatischen Siedlern inhaftiert oder ermordet.“      Insofern ist die Aussage: „ISRAEL – KINDERMÖDER“ keineswegs Ausdruck von Antisemitismus, sondern sie beruht auf konkreten Fakten und beschreibt des Verhaltens eines Staates. Was hat das mit Antisemitismus zu tun?

Diese fehlende Differenzierung führt dann konsequent zu der Behauptung, daß der Al-Quds-Tag zur  „Vernichtung Israels“ aufrufe. Dem Autor scheint auch entgangen zu sein, daß es bei diesem Tag immer nur um die Beseitigung  des „Besatzungsregimes in Jerusalem“ geht -immerhin Forderung des Völkerrechts – und eben nicht um die „Zerstörung Israels“.

Kaum wird die Kritik an Israel lauter – kein Wunder angesichts des gegenwärtigen Massakers - wird die Antisemitismus-Keule geschwungen, und schon geht’s nicht mehr um die völkerrechtswidrige Kollektivbestrafung eines ganzen Volkes, um die durch nichts zu rechtfertigende staatsterroristische Verwüstung eines ganzen Landstrichs, sondern - um Judenhass. Ein allzu durchschaubares und  peinliches Ablenkungsmanöver.

Ein Zurück zum Vorkriegsstand ist undenkbar - Oliver Eberhardt - Palästinensische Bevölkerung will keine falschen Kompromisse mehr akzeptieren / Neue Einberufungen in Israel - Israels Militär hat erneut Reservisten einberufen; der Krieg wird wohl weitergehen. Auf der palästinensischen Seite bemühen sich derweil Fatah und Hamas um eine gemeinsame Linie. - Immer wieder versammeln sich auf der Straße vor dem Büro des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Ramallah Menschen, um gegen den Krieg in Gaza zu protestieren. Und wenn sie das tun, dann richtet sich die Wut auch gegen die Regierung, die nach Ansicht vieler Palästinenser zu Israel-freundlich ist.

Gerade einmal zwei Monate ist es her, seit die Fatah-Fraktion von Abbas und die Hamas eine Einheitsregierung gebildet haben: Die Hamas akzeptierte Abbas im Amt des Präsidenten und darüber hinaus auch ein Kabinett, in dem die im Gaza-Streifen regierende Organisation nicht direkt vertreten ist. Doch heute ist es so: Wenn sich irgendwo auf der Welt Diplomaten oder Politiker treffen, um über den Krieg im Gaza-Streifen zu sprechen, dann sitzt Abbas nicht mit am Tisch. Und als vor einigen Tagen Jasser Abed Rabbo, ein führender Funktionär der Fatah, bekanntgab, man habe gemeinsam mit Hamas eine humanitäre Waffenruhe beschlossen, sagte die Hamas dazu erst einmal gar nichts. >>>

VIDEO - Botschafterin Dr. Daibes im ZDF >>>

Gaza-Rede - (Orleansplatz, am 26. 7. 2014) - von Jürgen Jung (Salam Shalom Arbeitskreis Palästina-Israel e. V. ) - doc -  Vor einer Woche über 330 Tote – heute annähernd 1000!
Also eine Verdreifachung innerhalb einer Woche!

Der schauerliche Blutzoll für den palästinensischen Kampf um Freiheit und Würde!
Geschätzte 300 Kinder waren darunter – Kollateralschaden!
Die israelische Menschenrechtsorganisation B’Tselem dokumentierte kürzlich folgende Zahlen:
Seit dem Jahr 2000 sind (bis vor diesem gegenwärtigen Massaker!) etwa 1500 palästinensische Kinder getötet worden. (Diese Zahl dürfte mittlerweile auf ca. 1800 gestiegen sein!) Im Durchschnitt wird alle drei Tage ein palästinensisches Kind von israelischen Sicherheitskräften oder fanatischen Siedlern inhaftiert oder ermordet.
Insofern ist die Aussage: „ISRAEL – KINDERMÖDER“ keineswegs Ausdruck von Antisemitismus, sondern beruht auf konkreten Fakten und beschreibt des Verhaltens eines Staates. Das hat mit DEN Juden erst mal gar nichts zu tun.
Kaum wird die Kritik an Israel mal etwas lauter – kein Wunder angesichts der gegenwärtigen Ereignisse - wird die Antisemitismus-Keule geschwungen, und schon geht’s nicht mehr um die völkerrechtswidrige Kollektivbestrafung eines ganzen Volkes, um die durch nichts zu rechtfertigende Verwüstung eines ganzen Landstrichs, sondern - um Judenhass.
Ein durchschaubares Ablenkungsmanöver !
Noch einmal: es geht nicht um Juden, sondern um die völkerrechtswidrige Blockade des Gazastreifens durch die 5.-größte, atomar gerüstete Militärmacht der Welt, was natürlich genau den Antisemitismus hervorruft, den man dann heuchlerisch beklagt.
Der hochrespektierte Jude Alfred Grosser – kürzlich wurde er in den Bundestag eingeladen, um eine Rede zum 1. Weltkrieg zu halten – hat schon vor Jahren kurz und bündig gesagt: „Die Politik Israels fördert den Antisemitismus!“ >>>

ZDF Auslandsjournal beweist: Israel manipulierte Berichterstattung über den Tod der 3 Siedler

»Die Friedensbewegung ist bedeutungslos« - Militarisierte Gesellschaft: Die Auswirkungen des Gaza-Kriegs auf die innenpolitische Situation in Israel. Ein Gespräch mit Moshe Zuckermann - Interview: Stefan Huth - Prof. Dr. Moshe Zuckermann lehrt Geschichte und Philosophie an der ­Universität Tel Aviv. Im vergangenen Jahr erschien von ihm im Hamburger Laika Verlag der zweite Band seiner Artikelsammlung »Wider den Zeitgeist«: Zur Aktualität der Kritischen Theorie - Die Angriffe der Armee auf Ziele in Gaza werden von Tag zu Tag brutaler. Wie würden Sie angesichts dieser Entwicklung die allgemeine Stimmung in Israel beschreiben? - Das Erschreckende ist, daß die Leute voll und ganz hinter der Armee stehen. Bei einer aktuellen Erhebung wurde gefragt, ob die Militäroperation erweitert und noch weiter in Gaza eingedrungen werden soll. Und es stellte sich heraus, daß rund 85 Prozent der Befragten eine Fortsetzung der Angriffe befürworten. Die Brutalität, die damit einhergeht, wird einfach wegrationalisiert, die Argumente dabei sind bekannt: Die Palästinenser seien ja selber schuld, da sie es zulassen, daß die Hamas ihre Waffen in zivilen Verstecken unter ihnen lagert und auch von dort aus operiert. Es sei also unvermeidlich, daß es zu solchen Schäden komme. Es ist in Israel momentan leider mitnichten in irgendeiner Weise festzustellen, daß die Leute von den schrecklichen Bildern – die sie übrigens im Unterschied zur deutschen Bevölkerung zum größten Teil überhaupt nicht im Fernsehen präsentiert bekommen – zum Nachdenken gebracht werden. >>>

»Die-In«-Flashmobs für Gaza - Twitter-Zitate voller Angst: Leipziger Aktivisten wollen Palästinensern unter ­israelischem Bombenhagel eine Stimme geben -  Adam Maischhaus - Die Ansage hallt seit mehreren Tagen durch die Leipziger Innenstadt: »Achtung, Achtung! Hier spricht die israelische Armee. An die unschuldigen Menschen in Gaza: Unser Krieg ist nicht gegen euch gerichtet, sondern gegen die Hamas. Wenn diese nicht damit aufhört, uns mit Raketen zu beschießen, seid ihr in Gefahr! In zehn Minuten bombardieren wir Euer Haus!«. Die Aktivisten des AK Nahost Leipzig wollen mit Flashmob-Aktionen den Menschen in ihrer Stadt die Situation im Gazastreifen näherbringen. Sie wickeln sich bei dieser Ansage mitten auf der Straße in weiße Tücher und legen sich auf den Boden. >>>

Eine persönliche Erklärung zum Gaza-Krieg von Andreas Buro - 1. August 2014 - Der Krieg der israelischen Regierung gegen den Gazastreifen ist ein Kriegsverbrechen. Er wurde unmittelbar nach der Entdeckung des Mordes an drei jungen Israelis begonnen. Die Regierung beschuldigte ohne Kenntnis der Mörder sofort die Hamas, verantwortlich zu sein. Sie verhaftete willkürlich Anhänger der Hamas und leitete militärische Angriffe ein. Es scheint so, als habe die israelische Regierung nur auf einen Anlass gewartet, um gegen das Regime der Hamas militärisch vorzugehen, das im Begriff war, sich mit der Fatah im Westjordanland zu verständigen, um gemeinsam palästinensische Interessen zu vertreten. Dies vor dem Hintergrund der durch die israelische Regierung und ihre Siedlungspolitik gescheiterten Friedensbemühungen des US-Außenministers Kerry.
Die Kriegsführung der israelischen Regierung ist von höchster Brutalität und vollkommener Rücksichtslosigkeit gegenüber der Bevölkerung im Gazastreifen. Was dort geschieht, lässt sich durch nichts rechtfertigen auch nicht durch die Behauptung, es diene der Verteidigung und dem Schutz der israelischen Bevölkerung. Dem würde allein eine friedliche Lösung des Israel-Palästina-Konflikts dienen.
Der Raketenbeschuss israelischen Gebiets durch das Hamas-Regime richtet sich gegen die israelische Bevölkerung und ist ebenfalls ein Kriegsverbrechen, wenn auch die Auswirkungen unvergleichlich geringer sind als die der Angriffe der israelischen Armee. Der Raketenbeschuss soll die Regierung Israels zu durchaus vertretbaren Zugeständnissen veranlassen, die das Hamas-Regime in seinem 10-Punkte- Programm für einen 10-jährigen Waffenstillstand vorgestellt hat.
1. Freiheit für den Gazastreifen,
2. Keine Militäroperationen, zu Lande, zu Wasser und in der Luft,
3. Abzug der israelischen Armee aus Gaza, damit palästinensische Bauern ihr Land bis an den Grenzenzaun zu Israel nutzen können,
4. Freilassung von Palästinensern, die erst im Austausch für den israelischen Soldaten Gilat Shalit freikamen und dann bald wieder verhaftet wurden,
5. Die Beendigung der Blockade und Wiedereröffnung der Grenzen in Gaza. Auch muss der Hafen und der internationale Flughafen unter die Kontrolle der UN gestellt werden,
6. Erweiterung der Fischerei-Zone und Internationale Überwachung des Grenzübergangs in Rafah,
7. Zusage einer zehnjährigen Waffenruhe und Schließung des Luftraums in Gaza für israelische Flugzeuge,
8. Erlaubnis für die Einwohner des Gazastreifens für die Reise nach Jerusalem, um in der Al- Aksa-Moschee zu beten,
9. Keine Einmischung in die innerpalästinensische Innenpolitik und
Regierungsbildung,
10. Die Eröffnung von Gazas Industriezone.
Keiner der Punkte gefährdet die Sicherheit des Staates Israel. Alle sind nachvollziehbar und durchaus maßvoll.
Die Hamas-Strategie wird ebenfalls ohne Rücksicht auf die Bevölkerung im Gazastreifen exekutiert. Wenn die israelische Regierung keine Verhandlungsbereitschaft signalisiert – und davon gehe ich aus – so wird der militärische Konflikt auf unabsehbare Zeit fortgesetzt.

Die Erfahrung aus dem israelisch-palästinensischen Konflikt von über 60 Jahren zeigt mir, Gewalt auf beiden Seiten erzeugt immer nur mehr Gewalt und Unterdrückung. Eine Unterstützung der Gewaltpolitik der israelischen Regierung vor dem Hintergrund der deutschen Verbrechen an Juden während des Nationalsozialismus, dem Holocaust, halte ich für falsch. Schon werden aus Deutschland gelieferte Unterseeboote mit israelischen Atomwaffen ausgerüstet. Die Verstöße der israelischen Regierung gegen internationales Recht und gegen die Menschenrechte dürfen nicht schweigend hingenommen werden.

Frieden und damit Sicherheit ist nur durch friedliche Mittel zu erreichen. Daran ist zu arbeiten. Ich hoffe, sehr viele werden, wie ich, solche persönlichen Erklärungen abgeben und veröffentlichen. Das könnte Freiraum schaffen, gegen die klammheimliche Duldung der Kriegsverbrechen in Nahost.

Prof. Dr. Andreas Buro, mail: andreas.buro@gmx.de

Genozid im Nahen Osten - Israel/Palästina Was in den Palästinensischen Gebieten geschieht, hat einen Namen: Genozid*. Mitschuldig sind die Internationale Gemeinschaft, insbesondere die USA und die EU. - Ein Nutzerbeitrag von John Babice - Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie leben mit Ihrer zehnköpfigen Familie in einem drei-Zimmer-Haus. Partner, Kinder, Großeltern, Geschwister, alle relativ eng zusammen. Ihr Haus ist von einem kleinen Garten umgeben, und der wiederum von einem Zaun. Einem hohen Zaun. Dieser Zaun wird rund um die Uhr von ihnen feindlich gesinnten Menschen bewacht, sodass Sie Ihr Grundstück nie verlassen können. Diese Ihnen feindlich gesinnten Menschen bestimmen auch, wann Sie Trinkwasser, Elektrizität, Nahrungsmittel und Dinge, die man zum täglichen Leben braucht, erhalten. Oder eben auch nicht. Ihr Kind wird schwer krank und müsste in ein Krankenhaus? Pech gehabt, Sie können nicht raus. Sie wollen Verwandte besuchen? Geht leider nicht. Ihr Haus vergrößern? Das nötige Baumaterial werden Sie nie kriegen. Irgendwo „draußen“ studieren? Im nächsten Leben vielleicht. Arbeiten? Vergessen Sie es! Angenommen, dieser Zustand hält einige Jahrzehnte an ohne Aussicht auf Verbesserung. Sie haben Null Perspektive, weder für Ihre Zukunft noch diejenige Ihrer Kinder. Kurz: Sie haben generell nichts zu verlieren. Was würden Sie tun? Käme es Ihnen irgendwann in den Sinn, sich zu wehren? Vielleicht sogar mit Waffengewalt?  >>>

Israel says soldier captured, confusion over responsibility - The Israeli military on Friday said that an Israeli soldier had been captured earlier in the day, confirming hours of speculation amid intense clashes and shelling near Rafah.

An Israeli military spokeswoman told Ma'an that she could confirm a "suspected abduction" of an Israeli soldier in the area, while a Hamas political leader took responsibility for attacking the soldiers but not for capturing any.

The military said in a statement that at around 9:30 a.m., "an attack was executed against (Israeli) forces operating to decommission a tunnel."

"Initial indication suggests that an (Israeli) soldier has been abducted by terrorists during the incident."

The military named the captured soldier as Hadar Goldin, 23. It said that two other soldiers were killed in the attack.

Hamas confirmed that their forces had carried out the attack, but denied any connection to the capture itself and strongly contested the chronology of events put forward by Israel.

Senior Hamas leader Osama Hamdan said Friday that Israel is "claiming" that a soldier is missing to "cover up its crimes." >>>

VIDEO Yousef Mounayyer über die Situation und über die Besatzung/Blockade - (...) AMY GOODMAN: For more on Gaza, we’re joined by Yousef Munayyer. He’s executive director of the Jerusalem Fund and its educational program, the Palestine Center. Yousef, your response to the end of the ceasefire, you know, really just moments after it began, and the significance of what’s taking place right now in Rafah? And this number of more than—well, it might be at this point—it might be more than—the number of total dead is more than 1,450, maybe more than 1,500. - YOUSEF MUNAYYER: Well, it’s, of course, tragic, Amy, and horrifying, what is going on right now. And I think it—you know, what we’ve seen this morning really kind of is a microcosm of what we’ve seen throughout this entire operation. >>>

VIDEO - Palästinensischer Menschenrechtler über die heutige Situation: (...) Thank you, Amy. Yes, situation is back again to square number one in Gaza. All over Gaza borders and inside the Gaza borders, there is firing by rockets, aeroplanes, gunboats, artillery tanks, and business as usual as for the last 24 days, the Israelis launching their offensive all over the place. They get deeper in many other places. You can hear and feel that all over Gaza Strip, especially in the east and northern part of it, especially focused on the Rafah area. Except, I mean, like one hour, one half-hour, people were able to move, with some journalists, I mean, to some areas in the eastern area of Khan Younis, Shejaiya, but otherwise, I mean, nobody was able to go anywhere. In Shejaiya, after the ceasefire began at 8:00, many, many corpse has been found and discovered in the streets of Shejaiya, Abasan and in Zanaa area, many executions suspected to be happened, I mean, by the Israeli army, for people, including handicapped people, girls and boys—the destruction massive, massive. It’s a crazy picture, very surrealistic. We never, ever realized something as such can happen in such a dense populated area in Gaza, filled, filled with civilians. So, practically no ceasefire. The offensive continues, the brutality, the war crimes happening against civilians. Israel says this was in retaliation of kidnapping an Israeli soldier by resistance, but actually, this had happened, according to the resistance sources, who declared that early in the morning from some mosques in Rafah 6:30, so resistance >>>

VIDEO -  Amnesty International fordert USA auf, keine Waffen an Israel zu liefern: On the same day Israeli forces killed 20 Palestinians at a U.N. school this week, the U.S. confirmed it had provided Israel with fresh supplies of munitions, including mortar rounds for tanks and ammo for grenade launchers. Now, one of the nation’s leading human rights organizations has called on the United States to stop arms transfers to Israel amid "growing evidence of war crimes in Gaza." On Thursday, Amnesty International said the U.S. government must immediately end its ongoing deliveries of large quantities of arms to Israel, which are providing the tools to commit further serious violations of international law in Gaza. Amnesty’s call comes as the United Nations’ top human rights official has also criticized the United States. "They have not only provided the heavy weaponry which is now being used by Israel in Gaza, but they’ve also provided almost $1 billion in providing the Iron Domes to protect Israelis from the rockets attacks, but no such protection has been provided to Gazans against the shelling," said Navi Pillay, U.N. human rights high commissioner. "So I am reminding United States that it’s a party to international humanitarian law and human rights law." The United States is the largest exporter of military equipment to Israel, by far. According to data made public >>>

The International Community Must End Israel’s Collective Punishment of the Civilian Population in the Gaza Strip - Amnesty International - This statement, signed individually by 300 global humanitarian advocates and international law experts, has just been released as an international plea for Israel to stop immediately its continuing attack on Gaza’s civilian citizens. Below is an outline with the exact statement and its signatories. Each person listed below has signed as an individual only, not as an NGO – Non-governmental organization or an agency.

The ICRC – International Committee of the Red Cross has also just released a claim that the government of Israel is violating Rule 2 of the 161 rules of international humanitarian law. This is due to activity that has been perceived by the ICRC as Israel’s military actions conducting “Violence Aimed at Spreading Terror among the Civilian Population.”

As international and criminal law scholars, human rights defenders, legal experts and individuals who firmly believe in the rule of law and in the necessity for its respect in times of peace and more so in times of war, we feel the intellectual and moral duty to denounce the grave violations, mystification and disrespect of the most basic principles of the laws of armed conflict and of the fundamental human rights of the entire Palestinian population   >>>

Als wären Jerusalem, Tel Aviv und Haifa auf der Flucht - Die internationale Gemeinschaft verfolgt hilflos, was in Gaza geschieht. Von 1,7 Millionen Einwohnern sind 400.000 auf der Flucht. - Hans-Christian Rößler, Jerusalem - Die größte israelische Tageszeitung „Israel Hajom“ äußerte sich am Mittwoch zufrieden. „Es war ein relativ guter Tag für die Armee“, lautete das Resümee: Es habe keine eigenen Verluste gegeben, mehr als 20 „Terroristen“ seien getötet und weitere Tunnel „neutralisiert“ worden. Das Büro des UN-Nothilfekoordinators Ocha beschreibt den Dienstag ganz anders. Hier spricht man spricht von einem der „heftigsten Bombardements“ in Gaza; 118 Menschen wurden nach palästinensischen Angaben getötet. Am Mittwochmorgen wurde aus Gaza berichtet, dass ein weiteres Mal eine UN-Schule getroffen worden sei, in der in Dschabalija Hunderte Flüchtlinge Schutz gesucht hatten. Es ist von mindestens 15 Toten die Rede. >>>

Gasa und deutsches Mitläufertum - Pr. Rolf Verleger - Seit 2005 ist Gaza ein großes Gefängnis; Israel hat es verriegelt, Ägypten bewacht den Hinterausgang. Israel erlaubt Ein- und Ausfuhren nur insoweit, dass niemand verhungert. Boote dürfen nur bis drei Meilen vor die Küste fahren, den EU-finanzierten Flughafen hat Israel zerbombt. Das hat die bescheidene Industrie und Landwirtschaft ruiniert. Womit sollen sich also die Einwohner beschäftigen? Ist es so erstaunlich, dass sie Tunnel bauen, um die Gefängnismauern zu durchlöchern? Ist es so erstaunlich, dass sie versuchen, ihren Gefängniswärtern zu schaden?

Das geschieht auf dem Hintergrund, dass die meisten Bewohner des Gazastreifens Nachkommen von Vertriebenen sind: Leute, die von ihren Häusern in Jaffa seit 1948 nur noch den Schlüssel haben, Menschen aus Aschkalon, die noch in den 50er Jahren eingesammelt und per Lastwagen nach Gaza deportiert wurden.

Als Weltbürger im schicken Tel Aviv würde man gerne in Frieden leben, aber die Universität ist auf den Trümmern eines vertriebenen Dorfs errichtet und die schönen arabischen Häuser in Jaffa wurden mit Gewalt ihren Vorbesitzern weggenommen. Hat Israel je ernsthaft versucht, die Palästinenser um Verzeihung zu bitten? Ist es so erstaunlich, dass Israel auf geraubtem Land nicht in Frieden leben kann?

Vor kurzem sind die Friedensverhandlungen von US-Außenminister John Kerry gescheitert. Dafür verantwortlich war laut Kerry Israel, weil es fortgesetzt Land im Westjordanland annektierte („Siedlungsbau“) und die Zusage nicht einhielt, Gefangene freizulassen. Daraufhin bildeten die zerstrittenen Parteien Fatah und Hamas eine Einheitsregierung. Dies wurde von EU und USA begrüßt, aber Israels Premier Benjamin Netanjahu erklärte, dies nicht zu dulden. Er benutzte die bis heute unaufgeklärte Ermordung dreier Siedler-Jugendlicher, um Hunderte Hamas-Mitglieder zu verhaften; mehrere Palästinenser wurden vor und nach diesen Morden von Israels Polizei und Armee umgebracht. Ist es so erstaunlich, dass die Hamas dann wieder begann, ihre Rohrgeschosse und Raketen abzufeuern?

Als die israelische Attacke begann, war durch diese Raketen aktuell glücklicherweise noch kein Mensch zu Schaden gekommen. Trotzdem startete Israel diese Kampagne und hat nun bereits 1000 Gaza-Bewohner vom Leben zum Tod befördert. Das ist ein Massaker.

Manche Leute äußern Verwunderung, warum Deutsche gegen dieses Massaker – das zweite in fünf Jahren – auf die Straße gehen. Warum nicht gegen Putin, Syrien, Nigeria? Nun, die Antwort ist einfach: Weil wir – zu Recht oder zu Unrecht – das Gefühl haben, dass deutsche Politiker und Medien mit diesen anderen Konflikten nicht viel zu tun haben oder neue Gesichtspunkte wenigstens zur Kenntnis nehmen. Diesen Eindruck kann man bei den Äußerungen der Spitzenpolitiker zu Gaza nicht haben. Sie wiederholen mantra-artig, Israels Attacke sei gerechtfertigt, denn jeder Staat habe das Recht, sich gegen terroristische Attacken zu verteidigen. Dagegen richtet sich unser Protest: Wir wollen, dass unsere Politiker Vernunft annehmen.

Mich beschleicht bei solchen Politiker-Äußerungen ein Verdacht. Die meisten Deutschen waren in der Nazi-Zeit Mitläufer: Sie sahen das Unrecht an den Juden, aber sie taten nichts dagegen – weil sie mit ihren Wertevorstellungen in der Vergangenheit hängengeblieben waren und weil sie sich das tatsächliche Ausmaß des Unrechts nicht vorstellen wollten. Könnte es sein, dass diese Mitläufer-Mentalität die eigentliche Konstante in der deutschen Politik ist? Ich meine, ich lebe gerne in Deutschland, auch deswegen, weil heute ein ehrliches allgemeines Bedauern darüber zu spüren ist, was im deutschen Namen den deutschen und europäischen Juden angetan wurde. Aber ist es nicht ziemlich billig, die Schuld bei den eigenen verstorbenen Vorfahren zu belassen und auf Gedenktagen zu zelebrieren und gleichzeitig aktuelles Unrecht zu rechtfertigen? Ist das nicht Mitläufer-Mentalität?

Dazu kommt noch, dass Europa und insbesondere Deutschland Mitverursacher dieses Konflikts sind. Das Zarenreich drangsalierte seine jüdische Bevölkerung, das britische Empire richtete daraufhin eine jüdische Heimstätte in Palästina ein, das deutsche Reich vertrieb die Juden aus Europa oder brachte sie um. Wir, Europa, haben unser Minderheitenproblem nach Arabien exportiert und beschweren uns nun über den angeblichen Antisemitismus der Araber.

Glauben deutsche Politiker wirklich, es sei eine Wiedergutmachung der Ermordung meiner Verwandtschaft, dass nun Israel haltlos und bindungslos alles machen darf, was ihm so gerade einfällt? Es würde im Gegenteil Israel unendlich gut tun, wenn es aus seiner fantasierten Position, das ewige Opfer zu sein, herausgeführt würde und wie jeder andere Staat fest in das internationale Regelsystem eingebettet würde. Die EU sollte Israel daran messen, welche Fortschritte es bei der Beachtung von Völkerrecht und Menschenrechten macht. Und sie sollte darauf bestehen, dass es den Forderungen der Palästinenser nachkommt. Das heißt, dass die EU die andauernde Diskriminierung nichtjüdischer Israelis in Praxis und Gesetzgebung, die Militärdiktatur über das Westjordanland und seine Besetzung, die jahrelange Belagerung Gazas, verbunden mit periodischen Massenmorden an seinen Einwohnern, mit Sanktionen gegen Israel belegen muss. Statt Antisemitismus herbeizureden, sollten unsere Politiker und Medien mit ihrem Mitläufertum bei dem aktuellen Unrecht aufhören.

1. 8. 2014

UN-Sicherheitsrat informiert sich über Nahost - Betroffene Blicke in die Runde - UN-Mitarbeiter haben den Sicherheitsrat über die katastrophale Lage in Gaza informiert. 440.000 Palästinenser seien auf der Flucht, aber sie fänden nirgends Schutz. Für Betroffenheit sorgte vor allem der Bericht des Chefs des Hilfswerks für Palästina. - Georg Schwarte, ARD-Hörfunkstudio New York -

Eine knisternde Telefonleitung nur - von Gaza direkt in den Sicherheitsrat nach New York. Aber was der Chef des UN-Hilfswerks für Palästina, Pierre Krähenbühl, von dort aus dem Krieg den 15 Mitgliedern im Saal der Vereinten Nationen schildert, ist die Verzweiflung eines ganzen Volkes, das nirgendwo in Gaza mehr sicher sei: "Wenn wir nicht mal in UN-Schulen Schutz finden, dann nirgendwo. Die Welt hat uns im Stich gelassen, so sagen die Palästinenser. Sie können das Wort vom 'Schutz der Zivilbevölkerung' nicht mehr hören", berichtet Krähenbühl.

UN-Mitarbeiter Krähenbühl bezeichnete die verwundeten Kinder als "inakzeptable Folgen eines Konflikts, der sofort gestoppt werden muss."

Israels UN-Botschafter Ron Prosor schaut auf seine Zettel vor sich, andere gucken betroffen in die Runde. Und dann gibt Krähenbühl den Opfern - über 1300 bisher, darunter 251 tote Kinder, 6000 Verletzte - Namen und Gesichter. Er schildert, wie er am Morgen eine notdürftig arbeitende Kinderklinik besuchte. Und er spricht über den fünf Monate alten Jussuf, der nach dem Bombardement der UN-Schule gerade um sein Leben kämpft. "Wie viele von Ihnen hier im Saal habe auch ich selbst Kinder" >>>

Deutsch-Palästinensisches Ärzteforum e.V. - PalMed Deutschland -  31. Juli 2014 - Pressemitteilung - doc - Die israelische Offensive im Gaza-Streifen ist nun seit mehr als 3 Wochen in vollem Gange. Die aktuellen Opferzahlen seit Beginn dieser Auseinandersetzung sind erschreckend.

Bis zum 31.07.2014 mussten bereits 1.430 Menschen sterben, darunter viele Frauen und  Kinder aller Altersklassen, von Säuglingen bis zum Jugendalter von 16 Jahren. Mehr als 8.500 Verletzte, von denen ein Großteil schweren bis schwersten Verletzungen unterlag und aktuell zum Teil auch weiterhin in Lebensgefahr schwebt, es sind 7.492 Häuser und Wohnungen der Zivilbevölkerung zerstört worden. Dabei wurden ganze Stadtteile, wie Al-Shajaia dem Erdboden gleich gemacht und eine größere Zahl von Dörfern zum Teil unbewohnbar beschädigt.

Mehr als die Hälfte der 1,8 Mio Menschen ist innerhalb des Gazastreifens auf der Flucht und können den abgeriegelten Gaza-Streifen nicht verlassen. Sollte es jetzt zu einer Beendigung des Krieges kommen werden bereits etwa 100.000 Menschen obdachlos sein. Wasserversorgungswerke, Schulen (auch von der UNRWA, der Hilfsorganisation für palästinensische Flüchtlinge der Vereinten Nationen) und Moscheen konnten den Flüchtenden keinen Schutz bieten, sie waren ebenfalls Ziel der Bombardements. Es wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bis jetzt 8 Wasserversorgungswerke, 151 Schulen, 93 Gotteshäuser bombardiert, viele davon total zerstört.

Die tollwutartige israelische Aggression hat selbst vor den Krankenhäusern in Gaza keinen Halt gemacht. Diese wurden gnadenlos Ziele der israelischen Kriegsmaschinerie. So wurden nach Angaben der UNO 15 Krankehäuser und medizinische Einrichtungen angegriffen, u.a. das große Al-Shifa Krankenhaus, in dem die meisten Verletzten behandelt werden. Ein weiteres Krankenhaus -Al-Wafa Hospital- wurde heftig bomardiert, außer Funktion gesetzt und völlig evakuiert. Auch andere zahlreiche medizinische Versorgungszentren mussten wegen der ausgeprägten Schäden geschlossen werden. Sanitäter werden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit, der Rettung von Verletzten und Bergung von Toten, beschossen, unzählige Sanitäter wurden angegriffen, einige sind schwer verletzt worden und viele sind bereits unter dem israelischen, teils gezielten Beschuss gestorben.

Auch die Großfamilie und Verwandten unseres ärztlichen Kollegen und PalMed-Mitglied Herrn Msleh-Hatem Batesh, deuscher Staatsbürger palästinensischer Abstammung, wurden durch israelische Raketen praktisch ausgelöscht. Es wurden 24 seiner Familienmitglieder, darunter viele Kinder und Frauen, getötet, einschließlich seiner 70-jährigen Mutter. Der Arzt Herr Batsh blieb samt seiner Frau und 4 Kinder unversehrt, da die Familie mit deutschem Pass die geplante Reise nach Gaza in letzter Sekunde verschoben hatte.

Insgesamt wurden bisher 17 ärztliche Kollegen sowie viel Assistenzpersonal getötet. Ambulanzwagen, welche sowieso in zu geringer Zahl und schlechter Ausstattung vorhanden sind, wurden durch gezielten Granatenbeschuss zerstört. Verletzte und Medizinisches Personal wurden dabei verletzt oder getötet, zudem 

Bundesregierung im Israel-Hamas-Konflikt - Ratlos in Gaza - Im jüngsten Konflikt schlägt sich die Bundesregierung auf die Seite Israels. Experten halten das für wenig geeignet, um die Kämpfe zu beenden. Wenn es stimmt, was die türkische Zeitung Habertürk am Dienstag unter Berufung auf Diplomatenkreise berichtete, dann illustriert diese Szene sehr gut das, was Deutschland in den letzten Jahren versäumt hat. Beim Außenministertreffen zur Gaza-Krise am vergangenen Wochenende soll sich Steinmeier über die Lage Israels beklagt haben: Die Strände seien leer, weil sich die Menschen wegen des Raketenbeschusses durch die radikale Palästinenserorganisation Hamas nicht mehr ans Meer wagten. Woraufhin sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu erwidert habe: Im Gazastreifen seien die Strände nicht leer, sondern voller toter Kinder. >>>

Raub und Mord bilden Israels Weg durch Palästina - Das moralische Scheitern des Westens - Paul Craig Roberts - Leser fordern mich auf, über die Situation Israel - Gaza zu schreiben, und ob Sie es glauben oder nicht, die berühmte Diskutiergesellschaft der Universität Oxford, die Oxford Union, hat mich zu einer Diskussion über das Thema eingeladen.

Ich antwortete der Oxford Union, dass ich nicht Verantwortung für die Palästinenser übernehmen kann, ohne mich so ausführlich vorbereitet zu haben, wie es eine Debatte in der Oxford Union verdient und erfordert. Wenn sich die Dinge seit meiner Zeit in Oxford nicht geändert haben, dann gewinnt einer in einer Debatte der Union, indem er jedes Argument seines Gegners vorwegnimmt und die Argumente mit Humor und Witz abschmettert. Fakten setzen sich selten, wenn überhaupt durch, und manchmal nicht einmal Witz und Humor, wenn das Publikum bereits durch die vorherrschende Propaganda auf ein bestimmtes Ergebnis eingestellt ist. In meinem übervollen Arbeitsplan habe ich weder Zeit noch Energie für eine derartige Vorbereitung plus Zeitaufwand plus Jetlag.

Darüber hinaus bin ich kein Experte für die Eroberung und Besetzung Palästinas durch Israel. Ich weiß mehr als die meisten Menschen. Ich wurde vor der zionistischen Propaganda gerettet von israelischen Historikern wie Ilan Pappe, von jüdischen Intellektuellen wie Noam Chomsky und Norman Finkelstein, von Dokumentarfilmemachern wie John Pilger, von israelischen Journalisten wie Uri Avnery und der israelischen Zeitung Ha’aretz, und von einem israelischen Gast, der ein israelisches Mitglied einer israelischen Friedensgruppe ist, die Widerstand leistet gegen die Zerstörung palästinensischer Häuser, Dörfer und Obstgärten durch Israel, um Wohnhäuser für Siedler zu errichten.

Es gibt nur eines zu sagen zum derzeitigen israelischen Massaker an den Palästinensern, von dem Netanyahu, der dämonische israelische Führer erklärt, dass es diesmal eine „längerfristige Kampagne“ sein wird. Wir sehen wieder einmal israelische Kriegsverbechen, die unterstützt werden vom Großen Moralischen Westen, der so >>>

Munition für Netanjahu - USA zeigen sich »besorgt« über Lage im Gazastreifen – und schicken der israelischen Armee Nachschub. Junge Israelis verweigern Einberufung -  André Scheer - Israel verletze durch die Angriffe auf dicht besiedelte Gebiete im Gazastreifen internationales Recht und mißachte den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und den Schutz von Zivilisten, kritisierte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Genf >>>

"Die Besatzung muss enden" - Sumaya Farhat-Naser im Gespräch mit Christine Heuer - Heuer: Was hören Sie aus Gaza? - Farhat-Naser: Ich höre nur Schreckliches, ich sehe nur Schreckliches und habe große Ängste, dass das weitergeht. Leider ist es unvorstellbar, was geschieht. So was haben wir nie erlebt. Anscheinend sind die Toten noch zu wenig, um eine Intervention von außen zuzulassen. Und das tut so weh. Es ist nicht nur eine Intifada, es ist ein Krieg, ein Krieg, was sich seit sechs Jahren alle zwei Jahre sich wiederholt, und von Mal zu Mal ist es brutaler, ist schmerzlicher, und diesmal anscheinend es geht um Leben und Tod für viele Menschen. >>>

Sehr geehrte Frau Merkel, ich bin eine 16 jährige, palästinensische Schülerin, wie alle anderen Schüler bin ich jetzt in den Ferien, die Zeit, die ich mit Spaß und Vergnügen im Urlaub verbringen sollte, aber das kann ich leider nicht. Stattdessen verbringe ich diese durchgehend fixiert vor dem Fernseher, vor den Nachrichtenkanälen, nur um mich zu vergewissern, ob meine Familie im Gazastreifen überhaupt noch lebt, denn ich erfuhr schon mehrmals über die Nachrichten, dass meine Verwandten, seien es Onkel Anfang der zwanziger Jahre oder kleine Kinder, die auf dem Dach spielten, weil es auf der Straße zu gefährlich ist, dort aber im Endeffekt trotzdem durch die Raketen der Israelis sterben mussten von ihrem Tod.

Selbst das Zuckerfest, welches nach Anstrengung nach dem Fastenmonat Ramadan kommt, war ein Fest der Trauer. Stellen sie sich Weihnachten vor, wo kein Schnee fällt, sondern TOTE, genauso war dieses Fest für mich, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damit nicht nur aus meiner Sicht spreche, sondern aus der vieler, anderen Einwohner Deutschlands.

Ich mag vielleicht nicht so viel von Politik verstehen, wie Sie, aber ich weiß ganz genau, dass das was zur Zeit in Gaza passiert definitiv nichts mit Menschenrechte, MENSCHLICHKEIT und erst recht nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat.

Frau Merkel, Sie beschreiben auf Ihrer Webseite http://www.angela-merkel.de/politik.html ihre Politik, als die der Freiheit und Sicherheit. Aber bitte erklären Sie mir mal was die Aggressionen im Gazastreifen mit diesen beiden Dingen zu tun haben. Mittlerweile beträgt die Zahl der Toten in Gaza schon mehr als 1400 und die, der Verletzten über 8000 und das Schlimmste ist, dass dies alles unschuldige Kinder, Frauen, Senioren und Zivilisten sind, die überhaupt NICHT an den Auseinandersetzungen mit Israel beteiligt sind.

Daher bitte ich Sie und die Abgeordneten des Bundestages die Unterstützung von Israel einzustellen, sei es durch Waffenexporte oder finanziell. Sie mögen vielleicht sagen, dass dies Israels Recht auf Selbstverteidigung sei, aber NEIN das zählt schon lange nicht mehr zur Selbstverteidigung! Seit wann bedeutet Selbstverteidigung denn das Töten von unschuldigen Menschen? 

Gegen wen verteidigt sich Israel ? Gegen Kinder, die am Strand spielen? Gegen Neugeborene? Gegen Frauen? Ich bitte Sie und Ihre Regierung nicht unbedingt darum meinem Volk in Palästina zu helfen, zwar würde ich das sehr schätzen, aber es ist nicht das, worum ich Sie bitte, worum ich Sie bitte ist nur die direkte Unterstützung Israels sowie die indirekte Unterstützung des Tötens von unschuldigen Kindern abzubrechen, denn das ist das mindeste was Sie tun können. Sie müssen dies auch nicht zum Wohle des palästinensischen Volkes machen, Sie können dies auch nur zum Wohle Ihrer DEUTSCHEN Bürger tun, die dauernd während der Ferien grausame, traurige Kriegsbilder von getöteten Zivilisten im Gazastreifen sehen müssen.


Ich hoffe auf Ihr Engagement Druck auf Israel zu üben, um den Krieg auf mein Volk zu stoppen. Mit freundlichen Grüße Hanien Rajab

Alice Miller in Gaza - Anis Hamadeh - Die Forscherin Alice Miller ist durch ihre Untersuchungen von Kindheitstraumata weltbekannt geworden. Ein Dutzend ihrer Bücher ist in 30 Sprachen übersetzt worden. Miller zeigt die Mechanismen, mit denen Opfer zu Tätern werden können, und ebenso die Allgegenwart, ja Zwangsläufigkeit dieser Gefahr. Der Große schlägt den Kleinen und der gibt es irgendwann an die eigenen Kinder weiter, wenn er den Kreis nicht durchbricht. Miller (selbst jüdisches Opfer) untersuchte auch die Nazi-Generation in Deutschland, um nachzuvollziehen, wie es in Deutschland zu einem genozidalen Rassismus kommen konnte. Heute sind die Ergebnisse Millers Standardwissen, niemand stellt ihre Grundthesen prinzipiell in Frage. Als ich sie im Rahmen einer kleinen Korrespondenz fragte, warum sie nie etwas über Palästina geschrieben hat, wo sich jüdische Opfer niedergelassen hatten, um das Land in Besitz zu nehmen, antwortete sie, dass sie keine Interviews mehr gebe - es war kurz vor ihrem Freitod. Tatsächlich schrieb sie in einem ihrer Bücher etwas über Israel, aber nie schrieb sie über den Einfluss der Nazis auf die jüdischen Opfer und nie über Palästinenser. Als ich ihr von der Herkunft meines Vaters erzählte, kam ihr sofort der Gedanke, dass ich doch Eltern von Selbstmord-Attentätern interviewen könnte. Die Tatsache, dass auch Israelis diesen psychologischen Mechanismen unterliegen, hat Frau Miller nie angesprochen, wahrscheinlich nicht einmal gemerkt. Dass jüdische Opfer zu Tätern werden können, ist bei uns in Deutschland immer noch ein Tabu. Millers Thesen gelten also überall, bloß nicht im Fall Israel. >>>

VIDEO - Exclusive…New Song From Gaza 2014: How many wars should Gaza survive?
Gaza, (Palestine Telegraph) – Despite the massive Israeli war against Gaza civilians, people on the besieged Gaza try to express their pain in different ways. A new song has just been released by some Gazan artists to express their feelings as the War continues. The song titled, “How many wars should Gaza survive?” speaks out on the siege and the silence of International community as well as calling fro freedom for the Palestinian people.

 

Weckruf für die deutsche Linke - Berlin: Israelis organisierten am Mittwoch eine Demonstration gegen die Besetzung palästinensischer Gebiete - Claudia Wrobel - Das Sprachengewirr auf dem Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg war am Mittwoch abend unüberhörbar. Dies bezeugte, daß Menschen vieler verschiedener Nationalitäten einem Aufruf in der Hauptstadt lebender Israelis zu einer Demonstration gegen den Angriff auf den Gazastreifen gefolgt waren. Diese habe laut Aufruf das Ziel, »als israelische Staatsbürger ihre Bedenken und Opposition zum Gaza-Angriff, des erschreckenden Verlusts an Menschenleben, der Zerstörung in Gaza, aber auch der Angst und Sorge um ihre Familien in Israel zu äußern«. Die Kundgebung wurde begleitet von Menschen, die Schilder mit Aufschriften in englisch, deutsch, hebräisch und arabisch trugen: »Bekämpft Antisemitismus – befreit Gaza« oder »Ich habe einen Traum: gleiche Rechte für Palästinenser und Juden«. Der aus Israel stammende Friedensaktivist Yossi Bartal erläuterte, warum solch eine Aktion notwendig geworden sei >>>




Westjordanland und Gaza-Krieg: Wut ohne Folgen - Christoph Sydow - Die Menschen im Westjordanland leiden mit ihren Landsleuten im Gaza-Streifen - doch wirklich helfen können sie ihnen nicht. Bei einem neuen Volksaufstand gegen Israel hätten die Palästinenser zu viel zu verlieren.

Mit ruhigen Handbewegungen führt Raghad Kashef die Nadel in die Vene von Raed Abd al-Halim. Die Schwesternschülerin hat Routine, sie macht das an diesem Donnerstag zum vierzigsten Mal. Hunderte Palästinenser sind zu der Blutbank in Ramallah geströmt, sie wollen ihren Landsleuten im Gaza-Streifen helfen. Am Vormittag hatten die Imame in den Moscheen im Westjordanland zu der Aktion aufgerufen. Der Rote Halbmond soll dafür sorgen, dass die Blutspenden auch wirklich in Gaza ankommen. "Auf den Demonstrationen rufen sie immer 'Mit der Seele und dem Blut opfern wir uns für Gaza'. Ich will zumindest das mit dem Blut einlösen", sagt Abd al-Halim. Die seit drei Wochen andauernden Angriffe der israelischen Armee auf den Gaza-Streifen bewegen die Palästinenser im Westjordanland. "Wir alle sind Gaza" >>>

 

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Siedler fühlen sich von McDonald's diskriminiert - Auch jüdische Siedler essen gerne Burger. Doch McDonald's lehnt die Eröffnung einer Filiale in der Siedlung Ariel jenseits der Grünen Linie ab. Die Bürger der Siedlung beklagen Diskriminierung. -  Michael Borgstede - An dem Städtchen Ariel scheiden sich die Geister: Für die einen ist es eine ganze normale israelische Kleinstadt, für die anderen handelt es sich um eine illegale Siedlung mitten im Westjordanland, die einst mit der erklärten Absicht gegründet wurde, die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates unmöglich zu machen. Omri Padan, ein Gründungsmitglied der Organisation "Frieden Jetzt" und Chef von McDonald's Israel, glaubt letzteres und hat seiner Überzeugung nun Taten folgen lassen. Die Einladung, in einem neuen Einkaufszentrum der Siedlerstadt auch ein McDonald's Restaurant zu eröffnen, soll er nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Calcalist" ausgeschlagen haben. Im Firmenhauptquartier bestätigt man das: McDonald's habe schon immer jegliche Geschäftsaktivitäten jenseits der Grünen Linie vermieden, heißt es lakonisch. >>>

Israel’s Gaza backlash targets Arab minority 31 July 2014 Record levels of incitement, street violence and harassment at places of work and universities has Israel’s Palestinian citizens feeling the heat Middle East Eye – 30 July 2014 Israel’s large Palestinian minority is facing an unprecedented backlash of incitement and violent reprisals as Israeli Jews rally behind the current military operations in Gaza, human rights groups and political activists have warned. They say recent statements from public figures urging war crimes and genocidal actions in Gaza have helped to stoke an especially dangerous atmosphere for Israel’s 1.6 million Palestinian citizens, who comprise a fifth of the population. Palestinian citizens have been accused of being “traitors” and a “fifth column” for criticising Israeli operations in Gaza, in a surge of ethnic hatred by the Jewish majority >>>

Blaming Palestinians for their own deaths - ‘All the targets hit by the IDF in Gaza were attacked morally; those killed are responsible for their own deaths. And Netanyahu – he just wants the Gazans to be safe.’ - Hagai El-Ad - It is moral because we told them to leave, and those who stayed did so at their own peril. It’s moral because Hamas encouraged them to stay, that’s why this is a self-inflicted genocide carried out by Hamas. The Palestinians who died in Shejaiya, in Khan Younis, actually everywhere and always, are to blame for their own deaths. Maybe it’s only the children who aren’t guilty of their own deaths – maybe it’s the parents who are to blame. As for the elderly people who died, that’s definitely Hamas’ fault. Whichever way you twist it, that blood was not spilled by our hands. How deeply can you suppress the denial by Israelis? How can the prime minister – the prime minister of the army whose air force killed four nameless children on the beach in Gaza for the world’s cameras to see – look straight into the camera and tell the Palestinians of Gaza, “We want you to be safe”? >>>

To the family of the one thousandth victim of Israel’s genocidal slaughter in Gaza - Ilan Pappe - I do not know yet who your loved one was. She might have been a baby a few months old, or a young boy, a grandfather or one of your children or parents. I heard about your loved one’s death from Chico Menashe, a political commentator on Reshet Bet, Israel’s main radio station. He explained that the killing of your loved one, as well as turning Gaza neighborhoods to rubble and driving 150,000 people from their homes, is part of a well-calculated Israeli strategy: this carnage will destroy the impulse of Palestinians in Gaza to resist Israeli policies. >>>

31. 7. 2014

Free Palestine, Amsterdam and Rotterdam.

31. 7. 2014

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HILFERUF AUS GAZA - Martin Lejeune - Gaza Stadt, der 31. Juli 2014 - Seit dem 22. Juli bin ich im Gazastreifen und ich kann einfach nicht glauben, was hier passiert. Ich erlebe die schlimmsten Tage meines Lebens. Alle Menschen in Gaza erleben die schlimmsten Tage ihres Lebens. Denn so massiv wie in dieser Wochen waren noch keine Angriffe auf Gaza. Hinter diesen Worten verbergen sich menschliche Tragödien. Die humanitäre Katastrophe in Gaza hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

Der Krieg in Gaza ist ein Krieg gegen Zivilisten. Das sage nicht nur ich, sondern auch die Menschen in Gaza und die Journalisten, mit denen ich spreche, von denen einige so ziemlich sämtliche Kriege der letzten zehn Jahre abgedeckt haben (Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, etc…). Was hier passiert, hat eine besondere Qualität.

Überall schlagen Raketen ein. In Wohnhäuser, in denen Familien leben, in Moscheen, in denen Menschen beten. Am frühen Abend des 30. Juli bombardierte ein F16-Kampfjet das Wohnhaus, das bis dahin schräg gegenüber unseres Hauses stand. Wir saßen gerade auf dem Balkon als die Rakete 50 Meter entfernt einschlug. Kurz zuvor hörte ich noch einen Esel hysterisch wiehern, als ob er den Angriff schon ahnte und uns warnen wollte.

Trümmer fliegen in schneller Geschwindigkeit gegen unsere Hausmauer und verfehlen uns nur knapp. Wir sitzen plötzlich inmitten einer Staubwolke. Der Staub bedeckt meine Brillengläser und meinen Laptop. Der Staub knirscht zwischen meinen Zähen. Es dauert etwa eine halbe Minute bis sich der Rauch legt. Jetzt sehe ich den Vater, mit dem ich mich vorhin noch auf der Straße unterhalten habe, wie er sich mit seinen Kindern hinter einem Bagger verschanzt, um Deckung zu finden, falls ein zweiter Schlag folgt. Der Bagger steht auf einem Parkplatz gegenüber unseres Hauses und gehört einem Baumunternehmer. Ich laufe sofort zu den Trümmern des bombardierten Wohnhauses und sehe die Verletzten. Ich habe die Familie schon mehrmals in unserer Straße spazierengehen sehen. Ich filme mit meinem Handy wie die Rettungswagen eintreffen und die Verletzten ins Krankenhaus bringen. Auf der Straße liegen Steine, Scherben, umgekippte Strommasten.

Seit dem ich hier bin, wurden jeweils am helllichten Tag bei unbedecktem Himmel und bei freier Sicht zahlreiche zivile Ziele bombardiert. Zum Beispiel eine Mädchengrundschule der Vereinten Nationen in Beit Hanoun, in der sich Hunderte Flüchtlinge aufhielten, und dies, obwohl die UN zuvor die GPS-Koordinaten der Schule dem Generalkommando der israelischen Streitkräfte durchgegeben hatte. Ich erinnere schon gar nicht mehr die genaue Zahl der Toten und habe auch kein Internet, um es zu recherchieren. Auch wurde auch ein Park im Schatti-Flüchtlingslager, vor dessen Eingang acht Kinder spielten, die alle durch den Angriff getötet wurden, bombardiert. Und am späten Nachmittag des 30. Juli fielen der Bombardierung eines Marktes im Norden des Gazastreifens 17 Menschenleben zum Opfer. 160 Palästinenser wurden verletzt, die dort gerade ihre Einkäufe erledigten. Diese Aufzählung an Massakern an der Zivilbevölkerung ließe sich beliebig lang fortsetzen, da seit dem 8. Juli bereits um die 1000 Zivilisten getötet wurden. Ich kann nicht verstehen, weshalb die israelischen Streitkräfte so etwas tun. Weshalb werden offenbar gezielt zivile Ziele und große Menschenansammlungen bombardiert? Die genaue Kenntnis der zu attackierenden Ziele dürfte durch die allgegenwärtigen Aufklärungsdrohnen, die gestochen scharfe Bilder liefern, vorhanden sein. Weshalb töten die Bomberpiloten immer wieder vorsätzlich Frauen und Kinder? Welchen ethischen Maßstäben folgen diese Herren der Lüfte über Leben und Tod? Sie sitzen in den modernsten Kampfjets, die jemals entwickelt wurden und brüsten sich mit "zielgenauen Schlägen". Daß in einem Krieg Soldaten Soldaten töten müssen, ist durch das Völkerrecht legitimiert, aber Zivilisten gezielt zu attackieren, so wie die Familie in unserem Nachbarhaus, die Kinder im Park, die Flüchtlinge in der UN-Schule, das ist rechtlich durch keine Kriegsordnung gedeckt. Die Menschen im Gazastreifen fragen sich, weshalb deutsche und westeuropäische Regierungschefs diese Verstöße gegen internationale Konventionen nicht scharf verurteilen. Das sind Kriegsverbrechen, die hier jeden Tag im Gazastreifen durch die israelischen Streitkräfte verübt werden.

Auch Krankenhäuser, ein Wasserwerk und das einzige Kraftwerk des Gazastreifens wurden bombardiert. In unserem Viertel im Zentrum von Gaza Stadt, das "Beverly Hills" genannt wird und bis vor drei Wochen noch über eine ziemlich intakte Infrastruktur verfügte, hat niemand mehr fließendes Wasser. Wir waschen uns mit Wasser aus Plastikflaschen, die wir im Tante-Emma-Laden um die Ecke kaufen. Wir haben seit der Nacht auf den 29. Juli, in der das Kraftwerk bombardiert wurde, keinen Strom und kein Internet mehr. Das Festnetztelefon ist tot. Das Handy ist das einzige Kommunikationsmittel, das noch funktioniert, was natürlich auf Dauer sehr kostspielig ist. Diesen Text schreibe und versende ich im Al Deira Hotel, das über einen eigenen Generator verfügt und in dem die französische Nachrichtenagentur AFP ihr eigenes WLAN-Netz hat.

Es gibt kein Brot mehr im Gazastreifen. Es gibt nirgendwo mehr Brot zu kaufen. Wir essen das Brot, das die Ehefrau meines Gastgebers Maher zu Hause bäckt im Innenhof unseres Hauses in einem selbstgebauten Ofen, den sie mit Holzkohle befeuert. Wir tunken das Brot in Olivenöl und Za'tar, eine Paste aus Thymian, Sesam und Salz. Das essen wir jeden Tag. Selbst wenn es noch Brot zu kaufen gäbe, hätten wir kein Geld, um es bezahlen zu können. Seit Beginn des Krieges gibt es kein Bargeld mehr an den Geldautomaten, sind die Banken geschlossen, wurde das Finanzministerium komplett zerstört, funktionieren EC- und Kreditkarten nicht mehr. Wenn wir Mehl und Öl kaufen gehen im Laden um die Ecke, lassen wir anschreiben, so wie das alle derzeit tun müssen.

Es gibt kein öffentliches Leben mehr im Gazastreifen. Alle Behörden und Büros, fast alle Geschäfte und Restaurants sind geschlossen. Die Menschen gehen nur aus dem Haus, falls unbedingt nötig. Die Strände und Parks sind menschenleer. Die letzten vier Kinder, die am Strand Fußball spielten, sind von einer israelischen Rakete getötet worden. Es war kein Hamas-Kämpfer oder Raketenabschußrampen in der Nähe, berichteten Augenzeugen übereinstimmend.

Ich wohne in einem zweistöckigen Haus um die Ecke der am 29. Juli zerbombten Al Amin Moschee. Zehn Menschen lebten in dem Haus, bevor der Krieg begann. Jetzt sind es 70, die sich die zwei Wohnungen im Haus teilen. Meine Gastgeber haben 60 Flüchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens, der dem Erdboden platt gemacht wurde, bei sich aufgenommen. Die Männer müssen im Hauseingang und im Hausflur schlafen, die Wohnungen sind den Kindern und Frauen vorbehalten. Auf so engem Raum mit fremden Menschen zusammen zu leben und nebeneinander zu schlafen ist für alle nicht leicht und Privatsphäre gibt es gar keine. Auch liegen die Nerven blank nach dreieinhalb Wochen Dauerbombardement, von dem ich ja nur anderthalb Wochen mitbekommen habe. Trotzdem verhalten sich alle 70 Bewohner der zwei Wohnungen immer ruhig und rücksichtsvoll, sind solidarisch und teilen das wenige miteinander, was sie noch haben: das selbstgebackene Brot, den Handy-Akku, die letzte Zigarette, ein Stück Seife zum Waschen. Ich war gestern in einem Kindergarten in unserem Viertel, in dem nachts 80 Menschen pro Gruppenraum schlafen.

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Palästinenser sind so schlau wie die Libanesen, intelligent wie die Iraker, starke Kämpfer wie die Algerier und gastfreundlich wie die Syrer. Vielleicht ist es diese Vielzahl an guten Eigenschaften, die es den Menschen in Gaza ermöglicht, mit dieser schweren Situation umzugehen ohne zu resignieren. Trotz seit dreieinhalb Wochen anhaltender Bombardierung aus der Luft, zu See und zu Land spielen die Kinder noch tagsüber auf der Straße, singen die Frauen beim Brotbacken noch ihre Lieder, leisten die Männer noch immer Widerstand. Maher, mein Gastgeber, erklärt: "Unseren Willen zu leben und zu kämpfen, können keine Raketen und Granaten brechen."

? Israel weitet Offensive aus - Die israelische Armee mobilisiert weitere 16.000 Reservisten, um die Bodentruppen zu entlasten. Derweil haben die USA, nur wenige Stunden nach dem tödlichen israelischen Beschuss einer UN-Schule in Gaza, Israel mit neuer Munition versorgt. - Nur wenige Stunden nach dem tödlichen israelischen Beschuss einer UN-Schule in Gaza haben die USA Israel mit neuer Munition versorgt. Die US-Regierung entsprach damit am Mittwoch einer israelischen Anfrage vom 20. Juli, wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel habe die Lieferung drei Tage später genehmigt. Pentagonsprecher John Kirby sagte, es habe sich um eine „rein ministerielle Entscheidung“ gehandelt, eine Billigung des Weißen Hauses sei nicht nötig gewesen. Die USA stünden für die Sicherheit Israels ein, sagte Kirby. Es sei für die nationalen Interessen der USA „entscheidend“, Israel dabei zu helfen, seine Fähigkeit zu einer „starken und reaktiven Selbstverteidigung“ zu entwickeln und aufrecht zu erhalten. Der Waffenverkauf stehe mit diesen Zielen im Einklang. Ein Teil der Munition im Wert von umgerechnet rund 750 Millionen Euro stammt aus einem Zwischenlager der US-Armee auf israelischem Boden, sie steht den israelischen Streitkräften im Notfall zur Verfügung. >>> ?

AUDIO - Interview mit Abdallah Frangi, Fatah, Gouverneur von Gaza - 31.07.2014 | 06:34 min | Deutschlandfunk >>>
AUDIO - Streit zwischen Obama und Netanjahu - 30.07.2014 | 00:40 min | Deutschlandfunk - Autor: Marx, Bettina >>>

VIDEO - MEDIATHEK - Blutiger Nahost-Konflikt - Wer wird für die Eskalation verantwortlich gemacht? - Anne Will - 30.07.2014 | 72:54 min | UT | NDR - Über den Nahost-Konflikt diskutieren Rudolf Dreßler, Khouloud Daibes, Jürgen Todenhöfer und Michael Wolffsohn >>>

UN-Mitarbeiter bricht vor laufender Kamera in Tränen aus - Seit Jahren ist Chris Gunness Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks. Nun waren die Geschehnisse im Gazastreifen zu viel für ihn: Während eines Interviews brach er in Tränen aus. - Manchmal sagt ein Gesicht mehr aus als Opferzahlen, Statistiken, Worte. Chris Gunness, der langjährige Sprecher des UN-Palästinenserhilfswerks (UNWRA), hat in seinem Leben schon viel Leid gesehen. Doch was zurzeit im Gazastreifen geschieht, scheint alles Bisherige zu übertreffen. In einem Live-Interview mit dem arabischen Nachrichtensender Al Dschasira überwältigten ihn die Gefühle. "Die Rechte der Palästinenser, sogar ihrer Kinder, werden völlig verwehrt. Und es ist entsetzlich", sagte Gunness und begann verzweifelt zu schluchzen. Das Interview musste abgebrochen werden. >>>

 

AUDIO - Israel weitet Angriffe in Gaza noch einmal aus - 31.07.2014 | 03:21 min -  Wagner, Christian >>>

 

Während eines interview:  Der UNRWA  Sprecher bricht weinend zusammen



U.N. Spokesman Breaks Down Sobbing On Live TV Over Palestinian Children Killed In Shelling - Cameras on Wednesday captured a spokesman for the United Nations mission devoted to assisting Palestinian refugees breaking down in tears over the latest artillery fire against a U.N.-run school killed at least twenty civilians.
 

Deutschlands Mitschuld - Holger Schmale - Wer aus Verantwortung für die Vergangenheit zu israelischen Kriegsverbrechen schweigt, wird der heutigen Verantwortung nicht gerecht. Hier versagt die Bundesregierung. Der Leitartikel zum Nahost-Konflikt. - Wir sind seit Wochen Zeugen, wie die israelische Armee mit ihren Raketen, Granaten und Bomben Gaza in Schutt und Asche legt. Wir sind Zeugen von Kriegsverbrechen, denn die Israelis wie die Kämpfer der Hamas nehmen keinerlei Rücksicht auf die Zivilbevölkerung, weder auf ihr Leben noch auf die Infrastruktur, die ihr das Leben erst ermöglicht. Dass die Hamas so agiert – mit weitaus geringerer Wirkung –, ist nicht sehr überraschend. Dass aber Israel so gnadenlos zuschlägt, ist ebenso entsetzlich wie verstörend. Verstörend ist aber auch diese lähmende, dröhnende Sprachlosigkeit, die die deutsche Regierung angesichts der Katastrophe befallen hat. >>>

Hakam Abdel-Hadi: “Wenn Israelis sich freuen, weinen wir” - Claus-Dieter Stille - Düsternis, Tod und Verderben – unermessliches Leid – in Nahost. Wieder einmal. Israel sagt, es müsse sich gegen die Raketen der Hamas verteidigen. Völkerrechtler stehen Israel auch das Recht zu sich zu verteidigen. Aber ist dies, was die israelische Armee IDF zur Verteidigung seines Landes und seiner Menschen tut verhältnismäßig? Über 500 Todesopfer sind bereits jetzt im Gaza-Streifen zu beklagen. Zivilisten die allermeisten. An einem Tag allein raffte es 100 Menschen dahin. In Israel starben bislang zwei Zivilisten und 20 Soldaten. Jeder Tote – da oder dort – ist einer zu viel. (...)
Gaza ist so groß wie München


„Was ist eigentlich Gaza?“, hob Hakam Abdel-Hadi an. „Gaza hat eine Fläche von über 360 Quadratkilometer und eine Einwohnerzahl von 1,8 Millionen.“ Gaza gälte als eines der dicht besiedeltensten Gebiete, „man meint, sogar das dicht besiedeltste Gebiet der Welt“. Zum Vergleich: es hat die Größe von München. Man müsse denken, die Menschen leben dort quasi aufeinander. Allein in einem Flüchtlingslager lebten dort auf einem Quadratkilometer 80 000 Menschen. Mehr als 50 Prozent der Bevölkerung von Gaza seien nämlich Flüchtlinge. Sie und deren Nachkommen kommen ursprünglich aus der Gegend um Jaffa. Von Israel vertriebene Menschen, von denen keiner zurück darf. Israel sagt „aus ökonomischen Gründen“.

Nun schon der dritte Krieg in Gaza

Kriege, die Israel „mit modernen Waffen führte“, erlebte Gaza 2008/2009, 2012. Und nun den momentanen, vor Kurzem begonnenen. „Wie kommt es eigentlich zu diesen wiederholten Kriegen gegen Gaza?“, fragte Hakam Abdel-Hadi in den vollbesetzten Saal. „Ist denn die Hamas eigentlich wirklich verrückt, einen Krieg gegen eine militärische Supermacht wie Israel zu führen?“ Supermacht? Ja. Israel gilt als die viertstärkste Armee der Welt. Abdel-Hadi erzählt dazu eine Anekdote. Einmal habe er im Zug einen deutschen General getroffen. Den habe er mit der Bitte um eine ehrliche Antwort gefragt. Der General sagte das zu. „Wenn es zum Krieg zwischen Deutschland und Israel käme“, fragte Abdel-Hamadi nun, „wer würde gewinnen?“ Der General darauf: „Ich werde die Frage nicht beantworten.“ >>>


Leider wiederholt es sich,  um nicht zu Vergessen, was beim letzen großen Überfall Gazas geschah: Dokumentation Goldstone-Bericht - United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict >>>


 

Report of the United Nations Fact Finding Mission on the Gaza Conflict (PDF) - Full text (over 570 pages) is available here >>>

Goldstone-Report - Ausschnitte der  deutschen Übersetzung

Netanyahu erteilt Obama glatte Absage - Rainer Sommer - Die Beziehungen zwischen den USA und Israel dürften damit wohl auf einen Tiefpunkt zusteuern - Laut einem vom Israelischen TV-Sender Channel 1 kolportierten Telefongespräch zwischen US-Präsident Barack Obama und Israels Premierminister Minister Benjamin Netanyahu vom vergangenen Sonntag eskalieren die Meinungsverschiedenheiten zwischen Israel und seiner Schutzmacht USA, die sich derzeit offenbar voll auf die Auseinandersetzung mit Russland konzentrieren will. Mittlerweile haben beide Seiten das Gespräch zwar in gleich lautenden Dementis verleugnet, Israels TV-Sender beharrt aber darauf, dass das Gespräch tatsächlich geführt worden sein soll, allerdings handle es sich bei der Veröffentlichung um eine gekürzte Version eines längeren Gesprächs, das angeblich folgendermaßen verlaufen sein soll:
"Barack Obama: Ich verlange dass Israel einem sofortigen, einseitigen Waffenstillstand zustimmt und alle offensiven Aktivitäten einstellt, insbesondere die Luftangriffe.

Benjamin Netanyahu: Und was erhält Israel im Gegenzug für einen Waffenstillstand?

BO: Ich denke, Hamas wird den Raketenbeschuss einstellen – Stille wird mit Stille begegnet werden.

BN: Hamas hat alle fünf Waffenstillstandsvereinbarungen gebrochen. Es ist eine terroristische Organisation, die die Zerstörung Israels anstrebt …

BO: Ich wiederhole es: Ich erwarte, dass Israel einseitig alle militärischen Aktionen einstellt! Die Bilder der Zerstörung in Gaza entfernen die Welt von Israels Standpunkt. >>>

Israelischer Beschuss: USA und Uno verurteilen Angriff auf Schulgebäude in Gaza - Der israelische Angriff auf eine Uno-Schule im Gaza-Streifen löst heftige Kritik aus. Auch das Weiße Haus verurteilt den Beschuss scharf. Ein Uno-Vizegeneralsekretär sagt: "Genug ist genug." >>>

Granaten auf Kinder - Gaza: Erneut Schule des UN-Hilfswerks UNRWA bombardiert – mindestens 20 Tote. Wachsende Kritik an Aggression auch in Israel - André Scheer - Ungeachtet internationaler Proteste und auch im eigenen Land wachsender Kritik hat Israel am Mittwoch die Angriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Im Flüchtlingslager Dschabalia wurde erneut eine Schule des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (­UNRWA) von Granaten getroffen. Angaben von Ärzten zufolge wurden dabei 20 Menschen getötet. UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl warf Israel daraufhin einen schweren Verstoß gegen internationales Recht vor. »In der vergangenen Nacht wurden Kinder getötet, die neben ihren Eltern auf dem Boden eines von den Vereinten Nationen zum Schutzraum erklärten Klassenzimmers geschlafen haben. Kinder, die im Schlaf getötet wurden – das ist ein Affront gegen alle von uns, das ist ein Grund für universelle Scham.« >>>

Bild - Ein Kind verabschiedet sich von seiner getöteten Schwester


Gaza-Konflikt: UN-Schule wurde zur tödlichen Falle - Susanne Knaul - Die Menschen waren auf Anweisung der israelischen Armee aus ihren Häusern geflohen und hatten, weil sie sich zumindest dort sicher wähnten, in der UN-Schule Abu Hussein in Jabalia Zuflucht gesucht. Ein tödlicher Irrtum. Bei einem Angriff der Armee auf das Areal starben mindestens 16 Palästinenser. Erst vor einer Woche kamen über ein Dutzend Menschen bei dem Beschuss einer UN-Schule in Khan Younis ums Leben. >>>

 

‘Children killed in their sleep’: Israeli artillery fire hits UN school, killing at least 20 - Alex Kane - Israeli military fire hit a United Nations-run school in Gaza today, killing at least 20 people and injuring an estimated 90 people. The school under attack, called the Abu Hussein girls’ elementary school, is located in the densely-populated Jabaliya refugee camp. The United Nations Relief Works and Agency (UNRWA), the group that serves Palestinian refugees, issued a stern statement placing the blame for the attack on the Israeli army. “Last night, children were killed as they slept next to their parents on the floor of a classroom in a UN designated shelter in Gaza. Children killed in their sleep; this is an affront to all of us, a source of universal shame. Today the world stands disgraced,” said UNRWA Secretary General Pierre Krähenbühl. “We have visited the site and gathered evidence. We have analysed fragments, examined craters and other damage. Our initial assessment is that it was Israeli artillery that hit our school, in which 3,300 people had sought refuge.” >>>




Is Killing Civilians Part of Israel’s plan? - Jonathan Cook - Another day, another UN school hit by Israeli shelling in Gaza. Israel’s attack this morning killed at least 16 civilians sheltering at the school and wounded dozens. The casualties figures are expected to rise. Israel and even most of its critics tell us that the civilian casualties are accidental, caused by Israel’s need to wage its war against Hamas in heavily built-up areas of Gaza. Israel is accused of “disproportionality”, or of recklessness, or of inflicting unfortunate collateral damage. But here’s another possibility: that the people of Gaza, not just Hamas, are the target. That Israel’s generals don’t see much difference between the two. >>>

17 Tote bei israelischem Angriff auf einen Markt in Gaza - Nur wenige Stunden nach Beginn einer weiteren Feuerpause hat Israel einen gut besuchten Markt in der Stadt Gaza angegriffen. Es gab viele Tote und Verletzte. >>>

Ein Waffenstillstand in Gaza ist nicht genug - Der Krieg zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen dauert mittlerweile mehr als zwei Wochen an. Die Opferzahlen auf beiden Seiten steigen, ein Ende der Gewalt ist nicht in Sicht. Die Forderung nach einem Waffenstillstand wird dringlicher. Auch der UN-Sicherheitsrat hat sie sich zu Eigen gemacht. Doch das wäre nicht genug, meint Gastautor Franz-Hellmut Schürholz.

Was hat der Krieg bewirkt – außer Tod, Zerstörung, Leid und einer Vertiefung des Grabens zwischen Israelis und Palästinensern? Die Kontrahenten und ihr Konflikt bleiben, mag die Hamas auch in ihrer Logistik und militärischen Kampfkraft vorübergehend geschwächt sein. Eine politische Schwächung muss damit keineswegs einhergehen. >>>

Boycotts can raise the price of Israel’s impunity - The impunity granted to Israel is completely at odds with the democratic will of the people, as the current international outpouring of solidarity with Gaza shows - Rafeef Ziadah - I started my life under Israeli siege and bombardment. Even as a child I remember wondering, while the smell of artillery shells filled the Beirut air in 1982 and we ran for our lives: “why is the world allowing this to happen?” On the face of Gaza’s children today I see another generation born to the same trauma, and to the same question. How can this be allowed to happen? Gaza has been under Israeli siege for seven years. Fishermen are shot when they go out to sea. Trade is blocked. Travel is nearly impossible. Water is contaminated. Hospital supplies are lacking. The economy is kept in controlled collapse, just short of catastrophe. Israel is rationing everything that enters Gaza, from calories to world literature. >>>

GAZA: DIE VERDAMMTEN DIESER ERDE - Jürgen Todenhöfer - Wie versprochen weitere Bilder aus Gaza. Bitte vergesst Gaza nicht! Vor allem jetzt, wo Netanjahus Bodentruppen Gaza endgültig zerbrechen sollen. Physisch und psychisch.

Mit Panzern gegen die Eselswagen der Tunnelbauer! Es ist absurd. Weiß Netanjahu wirklich, was er tut? Hat er eine zu Ende gedachte Strategie? Oder ist er Gefangener seiner eigenen innenpolitischen Panikmache?

Ich bin kein Freund der Hamas. Und werde es nie sein. Ich kritisiere die Ideologie und die 'Militärstrategie' der Hamas mit Nachdruck.

Aber ich bin ein Freund der Palästinenser. Ich weigere mich schweigend zuzusehen, wie ihre Rechte und ihre Würde mit Füßen getreten werden.

Collage zum vergrößern anklicken - 3 Kinder vor ihrem getöteten Vater

Natürlich hat Israel das Recht auf Selbstverteidigung. Gegen die sinnlose Ballerei der Hamas und anderer Widerstandsgruppen. Unter anderem durch die perfekte Flugabwehr 'Iron Dome'.

Aber Israel hat kein Recht darauf, Hunderte von Häusern dem Erdboden gleich zu machen, ganze Familien auszulöschen, Behindertenheime zu bombardieren, spielende Kinder am Strand und auf Dächern mit Raketen zu töten und Strandcafés in die Luft zu sprengen, in denen Jugendliche sich die Fußballweltmeisterschaft anschauen wollten. Gaza ist die Hölle auf Erden.

Netanjahu hat angekündigt, er werde die Hamas massiv schwächen. Doch er schwächt oder zerstört nicht die Hamas, sondern Gaza und seine Menschen. Völkerrechtlich sind die Bombenmassaker in Gaza Kriegsverbrechen. Keine Selbstverteidigung. Man darf ein Volk nicht kollektiv bestrafen. Das lernt ein Jurastudent in den ersten Semestern.

Am Donnerstag waren wir im israelischen Askhelon. Einem der drei Hauptangriffsziele der palästinensischen Raketen. Der schwerste materielle Schaden, den Askhelon nach Aussagen jüdischer Bürger im Krieg erlitten hatte, war die Zerstörung einer Gartensauna. Wir haben sie selbstverständlich besichtigt. Ich sehe und höre mir immer beide Seiten an. An anderen Orten Israels soll es allerdings auch schwerere Beschädigungen gegeben haben.

Nur ein minimaler Prozentsatz der zum Großteil selbst gebastelten Raketen aus Gaza durchdringt den "Iron Dome", die sensationelle Raketenabwehr Israels. Netanjahu weiß das genau. Doch aus innenpolitischen Gründen erzeugt er trotzdem im eigenen Land eine fast groteske Angstpsychose.

Bis heute Mittag, Sonntag 12.00 Uhr palästinensischer Zeit, töteten die israelischen Raketen 404 Palästinenser und verletzten mindestens 2815. Die Zahl steigt und steigt. 75 Prozent sind unschuldige Zivilisten.

Die 'Raketen' der Hamas töteten 2 Israelis und verletzten 7. Seit der israelischen Bodenoffensive starben weitere 4 Israelis.

Wer trotzdem die hohe militärische Sicherheit Israels mit der dramatischen Gefahrenlage und dem unendlichen Leid Gazas gleichsetzt, täuscht die Weltöffentlichkeit. Nur in Gaza herrscht Krieg, nicht in Israel. Alles andere ist Propaganda.

Muss die internationale Politik nicht endlich auf das zum Himmel schreiende Unrecht in Gaza reagieren? Brauchen wir nicht UNO- Sanktionen gegen Israel wie einst gegen Südafrika und heute gegen Russland? Nicht ich, sondern John Kerry sprach schließlich von einem Apartheidsstaat. Darf man derartige Fragen überhaupt noch stellen? Gilt der Grundsatz "Gleiches Recht für Alle" noch?

Wäre es nicht klüger, wenn Netanjahu endlich einmal auf Augenhöhe mit Hamas verhandeln würde? Sind drei mörderische Gazakriege in sechs Jahren nicht genug? Es ist doch offensichtlich, dass sich der Gazakonflikt nicht durch gegenseitigen Raketenbeschuss und durch das Einsperren von 1.8 Mio Palästinensern lösen lässt.

Oder sollten sich die Verantwortlichen beider Seiten nicht einfach einmal irgendwo treffen und sich gegenseitig massakrieren, statt die Bevölkerung Gazas zu quälen?

Noch in Tausenden von Jahren wird man sich die Geschichte der Gefangenen von Gaza erzählen. Dieses gedemütigten und entrechteten kleinen Volkes, das von einem benachbarten Herrenvolk in einem großen Käfig gehalten wurde. Dem das Herrenvolk den Strom abdrehte, wann es ihm gefiel.

Man wird berichten, dass die Menschen von Gaza begannen, wie Maulwürfe Tunnel in Nachbarländer zu graben, um manchmal für ein paar Tage oder Stunden Freiheit zu schnuppern. Um nicht immer wie Untermenschen zu leben, gingen sie unter die Erde. Wie paradox!

Natürlich gruben sie die Tunnel in erster Linie, um nicht auf Waren und Medikamente verzichten zu müssen. Und um sich verteidigen zu können. Oder so zu tun als ob.

Man wird der staunenden Nachwelt berichten, dass keiner der Weltpolitiker jener Zeit, die ständig über Menschenrechte sprachen, aufschrie, protestierte, einschritt. Dass niemand mit den Menschen von Gaza weinte. Mit den Müttern, deren zu Tode gebombte Kinder in ihren Armen starben.

Ewig wird man über die Schande von Gaza sprechen. Über die herablassende, respektlose Unterdrückung und Demütigung seiner Bevölkerung durch den Nachbarn Israel. Über das Versagen der Weltöffentlichkeit angesichts ihrer Behandlung als Menschen dritter Klasse. Jean Paul Sartre würde sagen als "Halbaffen".

Wenn ich an Gaza denke, schäme ich mich für die Tatenlosigkeit unserer Welt. Auch für meine eigene Hilflosigkeit. Wir versagen alle.

Seit vorgestern sind wir wieder in Deutschland. Jeden Tag erhalte ich Mails, in denen ich gefragt werde, wie lange ich es noch die 'Chuzpe' besäße, der öffentlichen Meinung des Westens zu widersprechen. Meine Antwort lautet: Ich finde das Leben zu kurz, um ständig um die Wahrheit herumzureden.

Jeden Tag kommen auch Morddrohungen. Wir haben aufgehört, sie zu zählen.

Jede Minute denke ich an die Menschen in Gaza, an die Verdammten dieser Erde. Am liebsten würde ich gleich wieder zu ihnen hinfahren. Euer JT

 

SANKTIONEN GEGEN ISRAEL? -  Jürgen Todenhöfer - Alle Welt spricht vom Selbstverteidigungsrecht Israels. Aber haben nicht auch die Palästinenser seit Jahren ein Recht auf Selbstverteidigung und Widerstand? Ist es keine rechtswidrige Aggression, wenn Israel im Wes...tjordanland immer mehr palästinensisches Land raubt und ständig neue Siedlungen auf palästinensischem Boden baut? Dürfen sich die Bewohner von Gaza nicht wehren, wenn sie wie Tiere mit Mauern und Stacheldraht eingezäunt werden?

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Das sinnlose Verschießen von zu 99 (!) Prozent wirkungslosen, meist selbst gefertigten Raketen durch die Hamas erinnert mich in vielem an den aussichtslosen Kampf der Indianer in Amerika. Obwohl sie wussten, das ihr Widerstand aussichtslos war, wehrten sie sich mit Pfeil und Bogen gegen die überlegenen 'Feuerwaffen' der weißen Siedler, die ihnen das Land ihrer Väter raubten. Teilweise sogar gegen Kanonen. Noch im Sterben schossen sie unzählige Pfeile ab, die nichts und niemanden trafen. Aus purer Verzweiflung. Natürlich wussten sie, dass ihre Pfeile für die Siedler ein willkommener Vorwand waren, sie noch gnadenloser zu vertreiben und zu vernichten. In der Verzweiflung hört man die Stimme der Vernunft nur noch aus weiter Ferne.

Israel darf sich gegen die 'Raketen' der Palästinenser wehren, weil diese unschuldige Zivilpersonen gefährden. Und damit rechtswidrig sind. Auch wenn sie nur selten irgendetwas treffen. Doch es darf sich als turmhoch Überlegener nur mit Augenmaß verteidigen. Nicht mit Maßlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit. Israel hat ein Recht auf Notwehr. Aber kein Recht auf Notwehrexzesse, auf Bombardierungsorgien.

Zwei israelische Zivilisten haben in diesem Krieg durch palästinensische Raketenangriffe ihr Leben verloren. Ein weiterer starb durch Mörserbeschuss. Das beklage ich. Ich teile den Schmerz ihrer Familien. Doch Israel hat inzwischen weit über 1.000 palästinensische Zivilisten getötet. Und tötet weiter, immer weiter. Mehr als 200 Frauen und 245 Kinder - davon 164 12-jährig oder jünger - hat Netanjahu bis gestern Abend 18.00 Uhr ermordet! 7.000 Palästinenser wurden verletzt. Das ist keine Selbstverteidigung. Das ist ein Kriegsverbrechen.

England hat auf den blutigen IRA-Terror, der tausende Tote forderte, auch nicht mit der Bombardierung Nordirlands reagiert, sondern mit Polizeimaßnahmen. Auch Frankreich und Spanien haben sich gegen den Terror der ETA mit über 800 Toten nicht mit der Bombardierung baskischer Städte gewehrt. Die Weltöffentlichkeit hätte einen derartig kriminellen Schwachsinn auch nie hingenommen.

Warum verhängt der Westen eigentlich keinerlei Sanktionen gegen Israel? Wie einst gegen Südafrika, Iran oder aktuell gegen Russland? Oder wie Israel gegen Gaza? Weil er auf einem Auge blind ist? Weil er feige ist? Warum sagt kein führender westlicher Politiker: So kann es in Palästina nicht weiter gehen?" Die internationale Staatengemeinschaft MUSS tätig werden.

56 Reservisten der israelischen Armee erklärten in einem Aufruf, sie seien nicht mehr bereit, ihrer Armee zu dienen. Israel beraube die Palästinenser nicht nur ihrer Bürger- und Menschenrechte. Es sei auch nicht mehr fähig, über eine Lösung des Konflikts außerhalb militärischer Macht nachzudenken. Es sei kein Wunder, dass der tödliche Kreislauf der Gewalt nie ende.

Die 34-jährige Mitunterzeichnerin des Aufrufs Chen Tamir ergänzte auf Spiegel Online: "Man kann ein guter Jude sein und ein guter Israeli, auch wenn man die Regierung kritisiert". Sagt eine jüdische Israelin.

Deshalb an dieser Stelle ein paar Sätze zur deutschen Antisemitismus- Diskussion. Die Kritik an den völkerrechtswidrigen Bombenangriffen Israels auf palästinensische Zivilisten ist auch in Deutschland dringend nötig. Sie hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Ich kritisiere auch die deutsche Beteiligung am Afghanistankrieg und bin nicht 'antideutsch'. Ich kritisiere die sinnlose und rechtswidrige Herumballerei der Hamas und bin nicht 'antipalästinensisch'. Ich würde diesen Krieg auch kritisieren, wenn Frankreich ihn führen würde.

Niemand hat das Recht, deutsche Juden wegen der brutalen Maßlosigkeit und Unverhältnismäßigkeit der israelischen Angriffe auf Gaza anzugreifen. Das tut auch niemand, der einigermaßen bei Verstand ist. Viele deutsche Juden sind über diesen Krieg entsetzt. Und darüber, wie Netanjahu das Ansehen Israels in der Welt ruiniert. Niemand schadet der Sache Israels dauerhaft mehr als dieser Mann.

Die 200.000 deutschen Juden sind ein Teil Deutschlands. Sie gehören zu uns. Ohne Wenn und Aber. Genauso wie die mehr als vier Millionen Muslime. Antijüdischer Rassismus ist genauso schlimm wie antimuslimischer Rassismus, der uns leider ebenfalls täglich begegnet.

Die deutschen Politiker rennen offene Türen ein, wenn sie sich in Heldenpose von antijüdischen Parolen distanzieren. Die Verurteilung von Antisemitismus ist eine Selbstverständlichkeit. Mit Zivilcourage hat sie in unserer Zeit wenig zu tun, Der Antisemitismus ist in Deutschland Gott sei Dank geächtet und keine wirkliche gesellschaftliche Macht mehr.

Echte Zivilcourage wäre es gewesen, wenn die Generationen vor uns dem mächtigen Antisemitismus der regierenden Nazis entgegen getreten wären. Aber damals waren die Meisten auf Tauchstation. Ihr eigenes Leben war ihnen wichtiger als das Leben ihre jüdischen Freunde und Nachbarn. Verspäteter Mut ist der opportunistische Enkel der Feigheit.

Wir sollten Hassparolen immer verurteilen. Egal gegen wen sie sich richten. Wo also bleibt der Protest unserer 'tapferen' Politiker und Medien, wenn wieder mal der Prophet Mohammed und mit ihm anderthalb Milliarden Muslime, auch deutsche Muslime, in infamster Weise beleidigt werden. Diese Beleidigungen nennt man dann Meinungsfreiheit und Zivilcourage. Manche bekommen sogar einen Orden dafür.

Das ist die doppelte Moral unserer Zeit. Die mache ich nicht mit. Euer Jürgen Todenhöfer

Was will die Hamas wirklich? - Gideon Levy - Keine Militäroperation kann eine Lösung bringen, schreibt unser Gastautor Gideon Levy. - Die Mittel der Hamas sind brutal und kriminell. Doch ihre Forderungen sind zivil und wären zu erfüllen. Und die bittere Wahrheit ist: Wenn von Gaza aus keine Raketen auf Israel geschossen werden, kümmert sich hier niemand um sie. Ein Gastbeitrag von Gideon Levy, Autor der israelischen Zeitung "Haaretz". - Nach all dem, was wir über die Hamas sagen müssen – sie ist fundamentalistisch; sie ist undemokratisch; sie ist grausam; sie erkennt Israel nicht an; sie versteckt Munition in Schulen und Krankenhäusern; sie handelt nicht, um die Menschen im Gaza-Streifen zu beschützen – nach all dem, was wir zu Recht sagen, sollten wir für einen Moment innehalten und der Hamas zuhören. Es möge uns für einen Moment erlaubt sein, sich in sie hineinzuversetzen, ja vielleicht sogar den Wagemut und die Widerstandskraft zu würdigen von diesem, unserem bittersten Feind. Doch Israel zieht es vor, die Ohren vor den Forderungen der anderen Seite zu verschließen, selbst wenn diese Forderungen richtig sind und langfristig den Interessen des Staates Israels entsprechen. Israel zieht es vor, die Hamas gnadenlos zu bekämpfen, und das nur aus Rache. >>>
 


Kommentar - Warum kämpft Hamas trotz militärisch hoffnungsloser Unterlegenheit weiter? - Aufruf an die Friedensbewegung - Prof. Dr. Mohssen Massarrat - Die Hamas provoziere mit ihren Raketen gegen israelische Städte, die Hamas benütze die eigene Bevölkerung als menschliche Schutzschilde, Hamas verstecke Waffen in Wohnhäusern, in Moscheen und Krankenhäusern, sie kalkuliere zynisch die toten palästinensischen Zivilisten einschließlich deren Kinder in ihre Strategie mit ein, um durch die steigende Empörung der Weltöffentlichkeit Israel unter Druck zu setzen - je mehr Tote, desto größer der Druck. Mit diesen oder ähnlichen Mutmaßungen in nahezu allen westlichen Medien sollen Israels Kriegsverbrechen in Gaza heruntergespielt und Hamas auf die Anklagebank gesetzt werden. Dass die eigentliche Ursache des Gaza-Krieges, der innerhalb von 6 Jahren nun zum dritten Mal stattfindet, die israelische Besatzung ist, gerät dabei völlig aus dem Blick. Ungeachtet dieser bekannten Methode der Tatsachenverdrehungen stellt sich aber die brennende Frage, warum die Hamas Israel mit Raketen beschießt, obwohl sie offensichtlich militärisch ziemlich sinnlos sind? So spricht beispielsweise Jürgen Todenhöfer, der unzweideutig für die Palästinenser Partei ergreift und Sanktionen gegen Israel anmahnt, kritisch von „Hamas’ sinnloser Ballerei“. Auch ich selbst hatte mich des öfteren gefragt, ob die Hamas mit dem Raketenbeschuss nicht in Israels Falle tappt und dem Besatzerstaat den Vorwand liefert, den er braucht, um Gaza erneut mit Raketen und Panzern zu überziehen. Dadurch könnte Israel nicht nur die Hamas militärisch entscheidend schwächen, sondern auch die gesamte zivile Infrastruktur, die in den letzten Jahren in Gaza aufgebaut wurde, mit einem Schlag zerstören und dieses Stückchen Land um Jahre und Jahrzehnte zurückwerfen. Erst durch einen Beitrag von Gideon Levy, dem Journalisten der israelischen Zeitung Haaretz, glaube ich, Hamas’ scheinbar irrationales Verhalten im gegenwärtigen Krieg begriffen zu haben. >>>

Kommentare zu: AUDIO - Droht in Deutschland ein neuer Antisemitismus?  - Redaktion und Moderation: Sandra Schulz - Bei Protesten gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen skandieren Demonstranten auch in Deutschland immer wieder judenfeindliche Parolen, einige zeigen den Hitlergruß. Gibt es einen neuen Antisemitismus in Deutschland? Es diskutieren: Jerzy Montag, Bündnis 90 / Die Grünen - früherer Vorsitzender der Deutsch-israelischen Parlamentariergruppe - Levi Salomon - Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus - Rolf Verleger - Universität Lübeck, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden >>>

Liebe Mitarbeiter des DLF,  neue Sendung mit dem alten Thema ?! Oder Ablenkung von dem neuerlichen Massaker in  Gaza ?!

Nicht zu überhören war die Sympathie von Sandra Schulz für Levi Salomon. Während Rolf Verleger recht aggressive und suggestive Fragen vorgesetzt bekam und auch in seinen Reden abgebrochen, bzw. unterbrochen wurde bekam Levi Salomon immer wieder unbegrenzte Redezeit. Interessant wäre eine Messung der Redezeit der drei Diskussionspartner!

Sandra Schulz war nicht unparteiisch und so auch für diese komplizierte Situation in Israel und Palästina meiner Meinung nach nicht sehr geeignet.  Schade, diese Sendung hat wenig zur Klärung des Begriffes "Antisemitismus" beigetragen.

Seit wann ist z.B. Antisemitismus auch Antijudaismus? Hetze gegen Juden darf nicht sein, Hetze gegen Christen oder Muslime aber auch nicht. Wir dürfen auch nicht über vergangenes Leid das Leid der Menschen in Palästina hier und heute übersehen oder verschweigen.

Auch wir haben in unserem Grundgesetz unterschrieben:   N i e  w i e d e r -  Das gilt für alle Menschen, ob Juden Christen oder Muslime. So ist es auch unsere Pflicht als Christen und als Deutsche in einer " Wertegemeinschaft"  die Menschen - und Völkerrechts-

Verletzungen der israelischen Regierung zu kritisieren, auch wenn die "Täter von heute" Juden sind.  Schweigen ist eine Art der Mittäterschaft. Das haben unsere Väter oder Großväter doch selbst  erlebt ! Das müssten wir doch aus dieser Katastrophe, die aus dem Stillhalten entstand, gelernt haben !!  Unrecht muss benannt werden, wo es auf dieser Erde auch geschieht.  Und zur Zeit wird das unverhältnismäßig größere Unrecht von Israel begangen.  Mit freundlichem Gruß R. K.  Salem

Das Schweigen der arabischen Welt - Dominik Peters - Der Gaza-Konflikt kostet immer mehr Menschenleben. Und die internationalen Bemühungen, einen langfristigen Waffenstillstand herbeizuführen, sind festgefahren - auch weil die arabische Welt nicht in der Lage ist, konstruktiv mit einer Stimme zu sprechen. - Während der Gaza-Konflikt mit unverminderter Härte weiter geht, herrscht in der arabischen Welt ohrenbetäubendes Schweigen. Ein konstruktiver Vorschlag, wie der Konflikt beendet werden könnte - Fehlanzeige. "Die Bündnispolitik der zerstrittenen Arabischen Liga ist komplex und widersprüchlich. Zudem sind fast alle Länder im Zuge der Auf- und Umbrüche in der Region mit sich selbst beschäftigt", sagt Daniel Gerlach im >>>

Israel fordert von Europa, Proteste wegen Gaza zu unterdrücken und zitiert den "Holocaust". - Im Versuch, die Kundgebungen pro Palästina und gegen den Genozid im Gazastreifen hat die israelische Regierung ihr bevorzugtes Propaganda-Instrument benutzt, den Holocaust durch die Nazis im 2. Weltkrieg. Einige verantwortliche Israelis haben mit europäischen Kollegen Kontakt aufgenommen und behaupten, wegen der zunehmenden Kundgebungen gegen den Genozid im Gazastreifen "drohe ein Holocaust" auf dem Kontinent. In diesem Sinn verlangen sie "strikte Regulierungen in Form und Inhalt" der Kundgebungen. Israelischer Vorschlag ist die Ernennung eines "Sonderbeauftragten" durch die EU, um die Antikriegs-Proteste und konkret (die Proteste) gegen die Verbrechen, die Israel in Palästina und anderen Ländern begeht.

Einige Verantwortliche der EU haben jedoch diese israelischen Einmischungen zurückgewiesen und betont, dass die europäischen Gesetze und Verfassungen Rechte wie das Recht auf Meinungsfreiheit und das Versammlungsrecht hochhalten. Den einzigen Erfolg in diesem Sinn hatten sie bei Francois Hollande [...]

Seit langem versuchen die zionistischen Propagandisten Kritik an (israelischen) Verbrechen mit "Antisemitismus" gleich zu setzen. Auch versuchen israelische Verantwortliche, die Situation der Juden in Europa mit den Worten von Vladimir Slutzker, Präsident der israelischen Jüdischen Rates, als "nicht zu tolerieren, inakzeptabel und unentschuldbar" darzustellen, obwohl diese Minderrecht dieselben Rechte genießt wie alle übrigen europäischen Bürger. "Wir sehen gerade das Potential eines neuen Holocaust", behauptet er.
Es handelt sich demnach um einen weiteren Versuch, Antisemitismus und die moralisch unerläßliche Kritik am israelischen Genozid am palästinensischen Volk zu vermischen [... ] http://www.palestinalibre.org/articulo.php?a=51581  Übersetzung und Kürzung: K. Nebauer

Palästinenser in Berlin - Warum schaut ihr weg? - Ein Palästinenser hofft auf ein Lebenszeichen seiner Familie in Gaza. Ein anderer findet: Ihr interessiert euch nur für uns, wenn Krieg ist. Zwei Geschichten aus Berlin von Philipp Woldin - Hinter dem ägyptischen Café Horus kippt die Sonne in den Neuköllner Beton, die Hasenheide spuckt ständig Menschentrauben aus, die in die angrenzenden Restaurants strömen. Es sind die Tage nach Ramadan, Muslime in der ganzen Welt feiern das Ende des Fastens. Im Horus balancieren die Kellner Fleischplatten durch die Stuhlreihen, ein Gast pafft unter einem "Rauchen-Verboten"-Schild Kette. Fuad Abusultan dagegen lehnt sich in seinem Stuhl zurück und verschränkt die Arme. Freunde haben ihm Glückwünsche zu den Feiertagen gesimst, doch der Palästinenser kann sich nicht freuen. "Es gibt nichts zu feiern. In Gaza sterben unsere Familien. Wir sind traurig", sagt der 40-Jährige. >>>

VIDEO - Das Leid der Bevölkerung, sowohl bei den Palästinensern als auch bei den Israelis, ist unbeschreiblich. Korrespondet Uli Gack erklärt die aktuelle Situation im "Volle Kanne"-Studio >>>


VIDEO - Stephan Hallmann über den Alltag zweier Palästinenser in einer Stadt im Belagerungszustand >>>

Offener Brief zur Politik gegenüber Palästina und zu Gaucks Rede zum Warschauer Aufstand 30.7.14 - Wolfgang Behr - Am 30.Juli wurde ein CDU-Politiker der EU-Administration, der kürzlich im Nahen Osten Gespräche mit Israels Aussenminister Liebermann führte, von einem Reporter des Deutschlandfunks gefragt, ob er auch die Unverhältnismässigkeit der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen angesprochen habe. Wie leider zu erwarten war, wich der CDU-Politiker der Frage aus und beschränkte sich darauf hinzuweisen, dass „die Kölner Probleme haben würden, wenn sie täglich von Bonn aus mit Raketen beschossen würden“. Das haben wir unisono auch schon mit dem Slogan „Israel hat das Recht, sich zu verteidigen“ von Gauck, über Merkel zu Steinmeier zu hören bekommen. Auch kein Wort des Mitgefühls für die Leiden der Bewohner des Gazastreifens.

Hier zeigt sich wieder einmal die völlige Ignoranz und Unwilligkeit der politischen Eliten der EU und besonders Deutschlands, die Realität in ihrer Ganzheit im Nahen Osten zu erkennen. Die deutschen Politiker demonstrieren darüber hinaus auch ihre Feigheit und ihr Duckmäusertum gegenüber der Geopolitik der USA und der zionistischen Kolonialpolitik Israels und machen sich so zu deren Handlangern, werden mitschuldig an den Verbrechen am palästinensischen Volk, sei es durch verbale Unterstützung oder Rüstungslieferungen.

Bundespräsident Gauck hat in seiner Rede zum Warschauer Aufstand Bemerkenswertes gesagt: Dass die polnischen Aufständischen den Sieg über ihre Ohnmacht höher bewerteten als ihre militärische Niederlage. Dass die Frage von Freiheit und Unabhängigkeit für Polen wesentlich sei. Es sei ferner eine Tugend, in einer solch existenziellen Lage selbst dann zu kämpfen, wenn der Erfolg höchst ungewiss ist. Herr Gauck hat offensichtlich nicht wahrnehmen wollen, wie ähnlich die Lage der Palästinenser ist. Auch hier geht es darum, dass das zionistisch ausgerichtete Israel ein anderes Volk seit bald 50 Jahren beherrscht, unterdrückt, demütigt und seine weitere Entwicklung verhindert. Welcher Aufschrei würde durch deutsche Land gehen, wenn man nachträglich die Meinung vertreten würde, „Deutschland hätte das Recht gehabt, sich gegen die polnischen Terroristen zu wehren“.

Auch der Bundespräsident zeigt, dass er sich in der Selbstgerechtigkeit der westlichen Staaten gut eingerichtet hat und sich nicht schämt, mit doppelten Standards heuchlerisch politische Aussagen zu vertreten. - Wolfgang Behr 88634 Herdwangen-Schönach

Will there be peace if Palestinians lay down their arms? - The world expects millions of people in Gaza and the West Bank to happily and quietly live under occupation. While laying down arms is a positive step towards peace, it is not enough to end this conflict. - Dr. Marc Gopin - In the past few weeks the pro-Israel pundits have been recycling an argument that runs as follows: If Palestinians were to lay down their guns tomorrow, there would be no war. If Israel were to lay down its arms, there would be no Israel.

This argument is based on two false assumptions about Palestinians. The first statement is based on the false assumption that the only impediment to peace is Palestinian violence, and the second is based on the assumption that the Palestinians’ main goal is to eradicate the Jews. The argument also rests on the false premise that Israelis are completely peaceful. Palestinian poet Mahmoud Darwish answered this argument in one of his poems.

The accusation is that I hate Jews.
It’s not comfortable that they show me as a devil
and an enemy of Israel.
I am not a lover of Israel, of course.
I have no reason to be. But I don’t hate Jews

I will continue to humanize even the enemy
The first teacher who taught me Hebrew was a Jew.
The first love affair in my life was with a Jewish girl.
The first judge who sent me to prison was a Jewish woman.
So from the beginning, I didn’t see Jews as devils or angels,
but as human beings. >>>

Propaganda im Gaza-Konflikt: Krieg der Kameras
Christoph Sydow - Die Hamas feiert dieses Video als Propagandasieg: Ein Film zeigt, wie ihre Kämpfer durch einen Tunnel über die Grenze gelangen und Soldaten töten. Israel spielt die Aufnahmen herunter - und hält mit eigenen Kriegsbildern dagegen. Die Szene könnte aus einem Videospiel stammen: Wie bei einem Ego-Shooter schlüpft der Zuschauer in die Haut eines Hamas-Kämpfers. Dank Helmkamera ist man ganz nah dran, hört den Atem des Mannes. Der Zuschauer klettert mit ihm aus einem engen Tunnel, rennt mit ihm über ein Feld, geht mit ihm hinter einer Mauer in Deckung. Dann schießt er mit dem Hamas-Kommando auf israelische Soldaten. Dieses knapp vierminütige Video hat al-Aksa-TV, der Fernsehsender der Hamas, veröffentlicht. Es zeigt den Angriff auf einen israelischen Militärposten nahe des Kibbuz Nahal Os, wenige hundert Meter von der Grenze zum Gaza-Streifen entfernt. Bei dem Überfall am Montag tötete ein Hamas-Kommando fünf Soldaten und erbeutete offenbar ein israelisches Tavor-Gewehr, das am Ende des Films vorgeführt wird. >>>

 


Yesterday in Hamas Attack Were Asleep, IDF Lies About Their Deaths
Richard Silverstein - Yesterday, a devastating tunnel attack by Palestinian fighters inside Israel killed five soldiers in a border outpost inside Israel. The IDF put out a story that turns out to be false, that they were killed by an RPG rocket that struck their pillbox killing them. A Hamas video of the incident shows that this version is a fraud. Actually, the enemy fighters crept up on the outpost in the early evening and killed the five at virtually point-blank range. Haaretz, not one to rock the boat in any extreme fashion in such potentially embarrassing circumstances, offers this: The video does not show Hamas militants firing an anti-tank missile at the forces, as the Israeli military had reported. >>>

30. 7. 2014

Gaza ist größer als seine geographische Fläche.
Hakam Abdel-Hadi

Zweifellos ist Israel eine militärische Supermacht im Nahen Osten, und es kann militärisch nicht nur die Tunnel, sondern den ganzen Gazastreifen zerstören. Die israelische Politik der verbrannten Erde und die Hunderte von toten palästinensischen Zivilisten zeigen das schreckliche militärische Potential Israels. Nur, damit haben wir zwar viele Opfer und massive Zerstörungen, aber keine Lösung für das grundlegende Problem der Region.

Es geht darum, dass ein Volk ein anderes Volk seit 47 Jahren beherrscht, unterdrückt, erniedrigt und seine Entwicklung torpediert.

Die israelische Besatzung ist das Problem.

Die Palästinenser wehren sich in Gaza und in ihr Westbank gegen diese  Besatzung und Apartheid. Es gibt keine militärische Macht der Erde, die auf Dauer gegen den Freiheitswillen der Menschen obsiegen kann. Diese Widerstandskraft haben Kolonialmächte in Vietnam und Algerien kennengelernt. Auch das palästinensische Volk hat, wie alle anderen Völker der Welt, ein Recht auf seinen unabhängigen Staat.

Die Lösung kann nicht militärisch, sondern nur politisch sein.

Die palästinensisch-israelischen Friedensbemühungen sind gescheitert, weil die extremistische rechtsgerichtete israelische Regierung mit ihrer völkerrechtswidrigen Siedlungen in den besetzten Gebieten eine noch nie gekannte Expansion betreibt und die Errichtung eines unabhängigen und zusammenhängenden palästinensischen Staat unmöglich machen will, obwohl die ganze Welt sich inzwischen, zumindest verbal, dafür ausspricht.

Jedes zweite Wort, das wir von Netanjahu hören, ist die Sicherheit Israels, aber Sicherheit und Besatzung lassen sich niemals vereinbaren. Die Palästinenser werden tausende von neuen Tunneln bauen und immer wieder für ihre Freiheit kämpfen.

Der international geachtete palästinensische Präsident Mahmud Abbas vertrat geduldig all die Jahre die Ansicht, dass nur Verhandlungen und nicht der bewaffnete Widerstand zum Ziel führen: Rückzug Israels aus den 1967 besetzten Gebieten, Ostjerusalem als Hauptstadt des unabhängigen palästinensischen Staates und eine gerechte Lösung für die Flüchtlingsfrage.

Sein Konzept ist gescheitert denn er hatte keinen Partner für einen Frieden.. Jetzt nach dem Gaza-Massaker hören wir andere Töne von ihm. In seiner jüngsten Rede sprach er davon, dass „unser Volk nur vor Gott knien wird“. Er unterstrich den Widerstand seine Volkes in Gaza und überall.

Gaza hat geographisch nur eine Fläche von 365 Quadratkilometer, aber seine politische Fläche ist viel größer. Zehntausende von Bürgern in der Westbank solidarisieren sich nicht mit Gaza, weil sie für die gleiche Sache kämpfen: Für die Freiheit. Die dritte Intifada ist längst ausgebrochen.

Der Weg ist lang und steinig, zumal die arabische Welt sich in einer tiefen Krise und Spaltung befindet. Viel können die Palästinenser von der Weltgemeinschaft nicht erwarten, am aller wenigsten von Deutschland und den USA, aber die Palästinenser haben keine andere Wahl als weiterhin  für ihre Freiheit zu bluten.
 

Texte von Hakam Abdel-Hadi >>>

Bilder - Satellitenaufnahmen aus dem Gazastreifen - vorher nachher

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Medikamente und Trinkwasser im Gazastreifen werden knapp, wegen des Dauerbeschusses können die Menschen ihre Häuser nicht verlassen, um das Nötigste zu besorgen. "Es gibt keinen sicheren Ort in Gaza", berichtete Riad Othman von der Hilfsorganisation medico international im ARD Morgenmagazin.

Zu sehen auf: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/medico-international-es-gibt-keinen-sicheren-ort-in-gaza-100.html

Nacht des Schreckens - Israel verstärkt Bombenangriffe auf Gazastreifen. Mehr als 100 Tote in 14 Stunden. Hunderttausende auf der Flucht - Karin Leukefeld - Nach einer kurzzeitigen trügerischen Einschränkung der Angriffe auf den Gazastreifen haben die israelischen Streitkräfte den Beschuß am Montag abend wiederaufgenommen. Innerhalb weniger Stunden feuerten die israelischen Streitkräfte auf 150 Ziele. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei in nur 14 Stunden mehr als 100 Menschen getötet. Die Gesamtzahl der Toten stieg damit auf mehr als 1200 seit Beginn der israelischen Offensive, fast 300 von ihnen sind Kinder.  >>>

Amira Hass: Israel’s moral defeat will haunt us for years - We have passed 1,000 dead Palestinians. How many more? - If victory is measured in the number of dead, then Israel and its army are big winners. From the time I wrote these words on Saturday, and by the time you read them on Sunday, the number will no longer be 1,000 (70-80 percent civilians) but even more. How many more? Ten bodies, 18? Three more pregnant women? Five dead children, their eyes half-open, their mouths gaping, their baby teeth poking out, their shirts covered with blood and they are being carried on a single stretcher? If victory means causing the enemy to pile up a number of slaughtered children on one stretcher, since there are not enough stretchers, then you have won, Chief of Staff Benny Gantz and Defense Minister Moshe Ya’alon – you and the nation that admires you. And the trophy also goes to the Startup Nation, this time to the startup renowned for knowing and reporting as little as possible with as many international media and available websites as possible. “Good morning, it was a quiet night,” the Army Radio host announced cheerfully on Thursday morning. >>>

Propaganda im Gaza-Konflikt: Krieg der Kameras - Christoph Sydow - Die Hamas feiert dieses Video als Propagandasieg: Ein Film zeigt, wie ihre Kämpfer durch einen Tunnel über die Grenze gelangen und Soldaten töten. Israel spielt die Aufnahmen herunter - und hält mit eigenen Kriegsbildern dagegen. >>>

Israelische Führung kündigt Ausweitung der Militäroffensive an - Thomas Pany - Die Waffenstillstandsbemühungen stocken und werden zur Seite geschoben, Fragen von Journalisten wollten Premierminister Netanjahu, Verteidigungsminister Yaalon und Generalstabschef bei ihrer gestrigen Pressekonferenz nicht zulassen. Ihre Botschaft hieß: Die militärischen Aktionen werden verlängert, bis die "Mission erfüllt ist". Dies angesichts größter Zerstörungen in Gaza, über 1.100 Toten und 6.000 Verletzten auf Seiten der Palästinenser und 48 Toter auf israelischer Seite.

Die Pressekonferenz "ohne Neuigkeiten" wird als frustrierend beschrieben, der innenpolitische Druck auf den Regierungschef wachse, heißt es (vgl. Wie kommt Netanyahu vom hohen Ast herab?). Klar ist, worin die Mission des Premiers und der Hardliner besteht: Dieses Mal will man weiterführen, wovon die Militärführung ihrer Ansicht nach von intervenierenden Waffenruhevereinbarungen immer abgehalten wurde, die militärischen Möglichkeiten der Hamas so weit wie möglich zu zerstören; anscheinend um jeden Preis, wie man an neuen Nachrichten über Opfer unter Familien und Kindern ablesen kann.

Die Bodentruppen würden weiter ins Innere des Gaza-Streifens vorrücken, berichtet Ha'aretz, dessen Berichterstatter davon ausgeht, dass genau die Botschaft der gestrigen Pressekonferenz war: die Ausweitung der Offensive. >>>

Barenboim fürchtet Folgen des Gaza-Krieges - Der Pianist und Dirigent Daniel Barenboim (71) hat sich zutiefst besorgt über die Folgen des jüngsten israelisch-palästinensischen Konflikts geäußert. "Alle Kriege gehen eines Tages zu Ende. Doch was wird in Israel und Palästina geschehen, wenn dieser Krieg vorbei ist? Den Hass wird keine politische Verhandlung beseitigen können", sagte der Maestro am Montag (Ortszeit) in Buenos Aires. >>>

AUDIO - Droht in Deutschland ein neuer Antisemitismus?  - Redaktion und Moderation: Sandra Schulz - Bei Protesten gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen skandieren Demonstranten auch in Deutschland immer wieder judenfeindliche Parolen, einige zeigen den Hitlergruß. Gibt es einen neuen Antisemitismus in Deutschland?

Es diskutieren:

Jerzy Montag, Bündnis 90 / Die Grünen - früherer Vorsitzender der Deutsch-israelischen Parlamentariergruppe

Levi Salomon - Sprecher des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus

Rolf Verleger - Universität Lübeck, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden

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Norman Finkelstein arrested for civil disobedience outside the Israeli embassy, in NY

Israel-Gaza conflict: The Strip before and after - Satellite images of Gaza show the devastation in the tiny Palestinian enclave - Our Foreign Staff - Satellite images released by Unitar/Unosat show how vast tracts of the Gaza Strip have been completely destroyed over the course of the Israeli offensive, now in its 21st day. As the death toll in Gaza passed 1,000, the US NGO distributed satellite photos of the tiny Palestinian enclave before and after the air strikes and ground assault by Israeli forces. United Nations experts have said it will take years for the Strip's civilian infrastructure to be rebuilt at a cost of at least $115 million - if the fighting ends now. >>>

Rechte Gewalt in Israel - Prügel und Todesdrohungen - Die Radikalisierung des Nahen Ostens hat inzwischen auch die israelische Gesellschaft erfasst. Rechte Krawallmacher treten immer aggressiver auf und werden gegenüber linken Israelis gewalttätig. - Alexandra Belopolsky - Seit Wochen herrscht in Israel die Angst davor, sich als Linker oder Linke zu bekennen. Es gibt in Israel eine wachsende Zahl gewaltbereiter Rechtsradikaler. Es sind längst nicht mehr nur die illegalen Siedler oder die Orthodoxen, die bereit sind, ihre Ideologie in Aggressivität umschlagen zu lassen. Jetzt erreichen diese Aggressionen einen neuen Höhepunkt. Seit der neue Gaza-Krieg begonnen hat, wurden in Haifa und Tel Aviv Teilnehmer von Antikriegsdemonstrationen zusammengeschlagen. Passanten wurden nach ihrer politischen Meinung gefragt und bei nicht gefallender Rückmeldung ebenfalls geschlagen. In Haifa wurden bis spät in die Nacht lautstarke Parolen wie „Tod den Arabern“ skandiert. Ein Bus mit linken Demonstranten wurde mit Steinen beworfen. Man hört einen Bericht, den man kaum glauben will: Einem Verletzten wurde in den Krankenwagen noch „Jude oder Araber?“ nachgerufen. >>>

#########Sprecher der israelischen Regierung treten heute nicht mehr so aggressiv auf wie früher. Sie richten sich nach Empfehlungen, die der amerikanische Meinungsforscher und politische Stratege Frank Luntz in seiner gut recherchierten, vertraulichen Studie "The Israel Project" gibt.  Sie sprechen scheinbar mit Empathie von den palästinensischen Müttern und Kindern, die von der israelischen Armee getötet wurden und sprechen vom Friedenswillen Israels. In der Studie wird analysiert, was Amerikaner in den Medien über bestimmte Fragen des israelisch-palästinensischen Konflikts hören wollen, welche für Israel unangenehmen Fragen vermieden werden müssen. Der Artikel im Independent ist in verschiedenen konkreten Fragen aufschlussreich. Kurzfassung von K. Nebauer

Der vollständige Text in englisch - The secret report that helps Israel hide facts - The slickness of Israel's spokesmen is rooted in directions set down by the pollster Frank Luntz >>>


The Israel Project's 2009 Global Language Dictionary - pdf - >>>

Hoax alert: video of “child firing an RPG on Gaza Beach” actually from Libya - Asa Winstanley - Earlier this month The Electronic Intifada rumbled a hoax video claiming to show “Hamas using children as human shields” – in fact the video was from Syria. Two days ago another hoax video, this one titled “Palestinian child firing an RPG on Gaza Beach July 2014,” was uploaded to YouTube. But in fact the video is not from from Palestine at all. The original appears to have been uploaded to LiveLeak three days ago. The description of the video says it may have been from Libya. The New York Daily News yesterday said the video was from Libya. In the UK, The Mirror also reposted the video yesterday, but was unclear where it had come from, saying (correctly) that “wherever in the world this happened, it was wrong.” However, the Mirror reporter appears to have made no effort to verify where the video actually came from. >>>

 

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"Schmutziges Wasser", ein neues Mittel zur Unterdrückung von Demonstrationen? - Seit drei Wochen sind die Palästinenser von Ost-Jerusalem einer kollektiven Strafe ganz neuer Art ausgesetzt: dem "schmutzigen Wasser", wie man es hier nennt. Nach jeder Demonstration – und seit den Ereignissen in Gaza wird fast jeden Abend im östlichen Teil der Heiligen Stadt demonstriert – fährt ein weißer Lastwagen durch die Gegend und versprüht eine geheimnisvolle, übel riechende Flüssigkeit. Alles wird davon imprägniert: die Fassaden der Häuser und Gebäude, die Fenster, Gehsteige, Straßen, Büsche, Blumen… Was enthält diese Flüssigkeit? Keiner weiß es und die israelische Polizei hüllt sich in Schweigen. Der Geruch, der von dem "schmutzigen Wasser" ausgeht, reizt die Nase. Sie klebt and Kleidung und Haut und man bekommt sie zwei bis drei Tage nicht wieder weg.

In Souaneh, einem der "heißen" Gegenden in Ost-Jerusalem, verhüllen sich die Fußgänger ihr Gesicht oder halten sich die Nase zu. Niemand treibt sich auf den Straßen herum. Ist es das, was diese kollektive Bestrafung bezweckt? Ohne Zweifel. Indem sie die Menschen zwingt, sich zuhause einzusperren, hofft die Polizei jede weitere Demonstration zu verhindern. Das Problem ist allerdings, dass das "schmutzige Wasser" nicht nur die Fassaden verunreinigt. Es dringt in die Wohnungen ein, klebt an Vorhängen, Teppichen und Kissen und macht das Leben für die Palästinenser noch unerträglicher und demütigt sie noch mehr. "Wer sind wir, dass man uns mit Insektiziden wie Ratten und Mücken behandelt?" fragt zornig Mounir, der um seine Kinder besorgt ist.

Nahla, seine Nachbarin von gegenüber, verbirgt nicht ihre Verzweiflung und Müdigkeit. "Ich habe alles versucht, um diesen Geruch aus dem Haus zu entfernen, flüssige Seife, Essig, Chlor, nichts hilft…", seufzt sie und betont wie unerbittlich die Situation ist: Mitten im Ramadan, musste sie, während sie fastet und keinen Tropfen trinkt, Unmengen von Wasser auf ihre Veranda, die Treppen, die Fliesen schütten…

Ein paar Kilometer entfernt, erleidet der Stadtteil Issaouia ebenso regelmäßig diese kollektive Bestrafung. Faouzi, der Lebensmittelhändler und Bäcker musste mehrmals seine Vorräte wegwerfen. "Vor drei Wochen hab ich die Jugendlichen, die Steine warfen und den Müll auskippten, beschimpft: 'Ihr provoziert die Soldaten und bringt uns Ärger. Geht woanders hin!' Jetzt sag ich nichts mehr zu ihnen. Im Gegenteil. Ich hab die Nase so voll von Israel, dass ich meinen Nachbarn sage "Lasst sie nur machen…" (Übersetzung aus dem Französischen Doris Pumphrey) Le Monde (29/07/2014)

Eingeschlossen im Gazastreifen - Vor sechs Jahren hat Israel als Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen alle Grenzübergänge dorthin geschlossen. Mit erheblichen Folgen. Wie Krieg, Isolation und Armut die Radikalisierung im Gazastreifen fördern.
- Rainer Hermann - An keinem anderen Ort des Nahen Ostens ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs so viel Krieg geführt worden wie im Gazastreifen. Mit dem Untergang des Osmanischen Reichs, zu dem Gaza gehört hatte, am Ende des Ersten Weltkriegs war das beschauliche Leben vorbei, das dort einst geherrscht haben mag. Von nun war der Streifen ein Spielball der Mächte. Erst gehörte es zu Ägypten, dann zu Israel – und keiner der beiden Staaten will es heute haben. Denn Israels Abriegelung hat die Bevölkerung Gazas radikalisiert und die bescheidene lokale Wirtschaft stranguliert. >>>

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Balad MK will be able to vote, but not participate in any other activity in plenum. - MK Haneen Zoabi (Balad) will be banned from all parliamentary activity except voting for the next six months, following a Knesset Ethics Committee ruling Tuesday on complaints by Knesset Speaker Yuli Edelstein and other lawmakers. Zoabi's punishment will take effect on Wednesday, the last day of voting before the Knesset goes on recess until October, at which point she will not be able to make speeches, submit parliamentary questions or initiate debates in committees or the plenary. Also Tuesday, a Knesset Channel poll found 89% of Jewish Israelis think Zoabi's citizenship should be revoked, while only 10% opposed such a move. >>>

Interview mit Professor Ilan Pappe auf Democracy Now am 28.07.2014 - Übersetzung: Anis Hamadeh 29.07.14 - Während die Zahl der toten Palästinenser in Gaza die 1000 überschritten hat, ist uns aus Haifa der israelische Professor und Historiker Ilan Pappé zugeschaltet. "Ich glaube, dass Israel 2014 die Entscheidung gefällt hat, dass es lieber ein rassistischer Apartheidstaat ist und keine Demokratie", sagt Pappé. "Es hofft immer noch, dass die USA diese Entscheidung genehmigen und sie mit Immunität versehen, um so fortzufahren, mit den zwangsläufigen Folgen einer solchen Politik für die Palästinenser, wo sie auch sind." Pappé, Geschichts-Professor und Direktor des European Centre for Palestine Studies an der Universität Exeter, ist Autor mehrerer Bücher, darunter das aktuelle Werk "The Idea of Israel: A History of Power and Knowledge".

AMY GOODMAN: Weiter geht es mit unserer Berichterstattung über die Krise in Gaza und wir schalten nach Haifa, Israel, um mit Ilan Pappé zu sprechen, Geschichts-Professor und Direktor des European Centre for Palestine Studies an der Universität Exeter in Großbritannien. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter das aktuelle Werk "The Idea of Israel: A History of Power and Knowledge", und ist uns jetzt über Democracy-Now!-Videostream aus Haifa zugeschaltet. Willkommen bei Democracy Now!, Professor Pappé. Derzeit sind über tausend Palästinenser getötet worden, sowie - ich glaube, die Zahl ist 45 israelische Soldaten, und drei Zivilisten wurden in Israel getötet. Können Sie über die letzten Waffenstillstandsverhandlungen sprechen und darüber, was Ihrer Ansicht nach geschehen muss?

ILAN PAPPÉ: Ich freue mich, in Ihrer Sendung zu sein, Amy. An Ort und Stelle gibt es keine Anzeichen für einen Waffenstillstand. Derzeit gibt es sozusagen zwei konkurrierende Initiativen: die ägyptisch-israelische Initiative, die im Grunde der Hamas eine Rückkehr zum Status Quo diktieren will, und die im Grunde alles, für das die Hamas gekämpft hat, an den Rand drängen und ignorieren will. Dann ist da eine seriösere Bemühung, die Außenminister John Kerry versucht hat nach vorn zu bringen, mit Hilfe der Qataris und der Türken, um zu versuchen, wenigstens einige der Punkte zu berücksichtigen, die der derzeitigen Welle von Gewalt zu Grunde liegen. Doch bis jetzt hat keine der beiden Initiativen die Lage vor Ort beeinflusst >>>

Quelle: http://www.democracynow.org/2014/7/28/professor_ilan_pappe_israel_has_chosen

Krieg im Gazastreifen - "Hier sind Tod und Leben das Gleiche" - Die Menschen im Gazastreifen haben die Hoffnung verloren, sagt der palästinensische Politologe Usama Antar. Mit dieser Hoffnungslosigkeit erklärt er auch, warum viele Palästinenser die Raketen auf Israel gutheißen. - n-tv.de: Sie leben mit Ihrer Familie in Gaza-Stadt - wie erleben Sie den Krieg, die Angriffe? - Usama Antar: Die letzten drei Wochen waren schrecklich, täglich gab es Bombardierungen. Zwei Dinge machen das Leben hier so furchtbar: Es gibt keine Bunker und keine Schutzräume. Und zweitens weiß man nie, wann und wo die nächste Rakete einschlägt. Das macht uns sehr ängstlich. Mehr als 3000 Häuser wurden komplett zerstört, 210.000 Flüchtlinge schlafen auf der Straße, in Parks, in Schulen. Es gab mehr als 1000 Tote und tausende Verletzte. Was wir hier jeden Tag erleben, ist unmenschlich. Die israelische Armee sagt, sie warne die Bewohner vor Angriffen über Flugblätter oder SMS. Teilweise machen sie das, teilweise wird einfach bombardiert. Unter den Toten und Verletzten sind mehr als 85 bis 90 Prozent Zivilisten. >>>

«Schluss mit der Besatzung» - Jüdinnen und Juden haben heute Mittag auf dem Zürcher Paradeplatz gegen den Krieg in Gaza demonstriert. Sie stellen sich in diesem Konflikt weder auf die Seite Israels noch Palästinas. - Wie aus dem Nichts steht plötzlich eine aufgeregte Touristin vor den Demonstranten, die auf dem Paradeplatz stehen. Sie beschimpft die Frauen und Männer, die ein Tuch mit einer Friedensforderung halten. Ihre Stimme wird immer lauter, schriller. Sie schreit die Demonstranten auf Hebräisch an: «Was wisst ihr schon? Jeden Tag höre ich die Raketen, meine Freundin hat ihren Sohn verloren. Schämt euch!» Die Israelin kann sich kaum beruhigen. Sie ist so aufgebracht, weil sie sieht, dass es sich bei den Friedensaktivisten vor allem um Jüdinnen und Juden aus der Schweiz handelt. >>>

Endlich den Krieg beenden! - Annette Groth, MdB - Heike Hänsel - Angesichts der Ausweitung der israelischen Militäroffensive im Gaza-Streifen mit mittlerweile über 1200 getöteten Palästinenserinnen und Palästinenser, davon mehr als 75% Zivilisten, fordern die Bundestagsabgeordneten der Fraktion Die Linke, Annette Groth und Heike Hänsel, die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden:

„Während die Bundesregierung die Sanktionsspirale gegen Russland weiter anheizt, kann die israelische Regierung ungestört Tag und Nacht ohne jegliche Konsequenz weiterbomben, dies ist unerträglich! Die pausenlose Bombardierung der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen und die Zerstörung der Infrastruktur wie UN-Einrichtungen, Schulen, Moscheen, Krankenhäuser, Wasser-und Stromkraftwerke hat nichts mit Selbstverteidigung zu tun. Wir fordern die Bundesregierung auf, jegliche Rüstungsexporte und jegliche Rüstungskäufe von Israel wie z. B. Drohnen, die auch in Gaza getestet werden, zu stoppen. Jede Art der Rüstungskooperation mit Israel muss sofort beendet werden, das gilt insbes. auch für das EU-Forschungsprogramm, von dem israelischen Rüstungsunternehmen unmittelbar profitieren. Ebenso muss die Bundesregierung die vom UN-Menschenrechtsrat geforderte internationale Untersuchungskommission über mögliche Kriegsverbrechen aktiv unterstützen. Die Ankündigung von Premierminister Netanjahu im israelischen Fernsehen, dass die israelische Besatzung nie beendet und die israelische Armee unter keinen Umständen und unter keiner internationalen Vereinbarung jemals aus den besetzten Gebieten abgezogen wird, zeigt, dass die israelische Regierung keine politische Lösung des Konfliktes will. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich Konsequenzen zu ziehen und sich innerhalb der Europäischen Union für die sofortige Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommen mit Israel einzusetzen, insbesondere die Zollbegünstigungen für israelische Waren aus den illegal besetzten Gebieten müssen sofort beendet werden.

Gleichzeitig fordern wir die Bundesregierung auf, geplante Panzerlieferungen an die Regierung von Katar, die die Hamas und andere islamistische Gruppen der Region politisch und finanziell unterstützt, zu stoppen.

Wir solidarisieren uns mit den palästinensischen und israelischen FriedensaktivistInnen, die in Israel gegen den Krieg in Gaza demonstrieren und bereits mehrfach von reaktionären israelischen Gruppen gewalttätig angegriffen wurden. Die israelische Regierung muss für ihren Schutz garantieren. Sie sind für uns ein Zeichen der Hoffnung für einen gerechten Frieden im Nahen Osten, der allen Menschen in Israel und Palästina ein sicheres und würdiges Leben ermöglicht."

Nahost-Debakel der USA: Das Scheitern des John Kerry - Marc Pitzke und Christoph Sydow - Seit einer Woche bemüht sich US-Außenminister Kerry um eine Lösung des Gaza-Konflikts. Doch all seine Versuche waren vergebens. Daran hat er auch selbst Schuld. >>>

Das Sterben in Gaza muss aufhören: Waffenstillstand und sofortige Öffnung der Grenzen! - IPPNW-Ärztinnen und Ärzte fordern Einhaltung der Genfer Konvention - Die humanitäre Situation und die medizinische Versorgungslage der Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird immer unerträglicher. Jetzt musste das einzige Kraftwerk abgeschaltet werden, nachdem es durch das Bombardement schwer beschädigt wurde. - Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)

Zahlreiche medizinische Hilfsorganisationen und UN-Institutionen berichten über erschreckende Zustände auch und vor allem bezüglich der medizinischen Versorgung der Bevölkerung.

Derzeit sind auf israelischer Seite über 50 Tote, im Gazastreifen sogar mehr als 1.100 Tote und mehr als 6.500 Verletzte zu beklagen, davon laut UN bis zu 75 Prozent Zivilisten. Bis zu einem Waffenstillstand wird sich die Zahl der Toten und Verwundeten weiter dramatisch erhöhen; nicht nur wegen direkter Angriffe oder „Kollateralschäden“ auf verschiedene Krankenhäuser, bei denen dringend benötigte medizinische Infrastruktur zerstört wurde, auch der Ausfall der Stromversorgung, der zunehmend erschwerte Nachschub an Generatorentreibstoff, die vielerorts zerstörte Wasserversorgung und der immer akuter werdende Mangel an medizinischem Material machen die Lage für die Zivilbevölkerung immer bedrohlicher. Allein durch die Aufrechterhaltung der Blockade werden in naher Zukunft viele Verletzte sterben, weil sie nicht versorgt werden können. Durch den Ausfall der Wasserpumpen, drängt Abwasser ins Trinkwasser. Ärzte warnen schon jetzt vor Seuchengefahr.

Nach Angaben der UNO sind innerhalb des Gazastreifens 200.000 Menschen auf der Flucht, mindestens 25.000 Palästinenser haben ihr Zuhause verloren, weil ihre Häuser im Krieg zerstört wurden. 1,2 Millionen Menschen haben gar keinen oder nur begrenzten Zugang zu Trinkwasser. (Spiegel-online 28.7.) Jetzt ergingen erneute Räumungsaufforderungen an drei Städte. Diese Aufforderungen sind nur scheinbar human, es gibt keinen sicheren Zufluchtsort im Gazastreifen; deutlich sichtbar durch den Beschuss der mit Flüchtlingen besetzten UNO-Schule, von Wohngebieten, Spielplätzen und selbst dem Strand.

Angesichts der sich weiter zuspitzenden humanitären Katastrophe fordert die IPPNW:

von der Bundesregierung und der EU, den diplomatischen Druck auf alle Beteiligten zu erhöhen, sofort einen anhaltenden Waffenstillstand zu vereinbaren, auch unter Androhung politischer und wirtschaftlicher Sanktionen.
vom UN-Sicherheitsrat nicht nur eine Empfehlung, sondern eine rechtlich bindende Resolution zu Rettung der Zivilbevölkerung von Gaza zu verabschieden.
sofortige Öffnung der Grenzen und umfassende humanitäre Hilfe.
Einhaltung der Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung.

Kontakt: Dr. Jens-Peter Steffen (Referent für Friedenspolitik), Tel. 030-69 80 74-13. Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: steffen[at]ippnw.de

Jean Ziegler zu Palästina: Schutz durch die Blauhelme - Interview mit Jean Ziegler von Pierre Chaillan, l’Humanité, Paris - Der Autor des Buches Destruction massive: géopolitique de la faim (Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt), der Schweizer Soziologe und Vizepräsident des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrates der Vereinigten Nationen (UNO) Jean Ziegler zeigt, dass ein Waffenstillstand in Palästina auf diplomatischem Wege möglich ist. - Warum haben Sie den Aufruf unterschrieben, den die Humanité gestartet hat? - Jean Ziegler: Das palästinensische Volk von Gaza ist Opfer einer mörderischen Aggression, die das internationale Recht verletzt. Diese Aggression hat ein einziges Ziel: die Bevölkerung zu terrorisieren, um ihren Widerstandswillen zu zerschlagen. >>>

Die Ursachen des Gaza-Krieges bekämpfen - Khouloud Daibes  - Hinter der Eskalation in Gaza stehen politische Motive: Die israelische Führung will de facto keine Zwei-Staaten-Lösung, weil sie kein Interesse daran hat, die Besatzung zu beenden. Ein Gastbeitrag von Khouloud Daibes, Botschafterin der palästinensischen Mission in Berlin. - Palästina ist in Trauer. Während ich dies schreibe, ist die Zahl der Opfer in Gaza längst bei mehr als 1100 angelangt und steigt weiter an. Dieses Blutvergießen muss sofort gestoppt werden. Ohne Kenntnis der Fakten, ohne ein echtes Verständnis für die grundlegende Problematik und ohne die Bereitschaft, die Ursachen zu bekämpfen, wird dies dauerhaft nicht gelingen. Nur dann können wir es im Ergebnis schaffen, dass sich die Bilder dieser schrecklichen Situation nicht immer und immer wiederholen und wir den längst überfälligen Frieden für Palästinenser und Israelis erreichen.

Hier in Deutschland hat sich der öffentliche Diskurs in den vergangenen Tagen auf die antisemitischen Äußerungen einzelner Personen verlagert. Im Kern sind die Proteste friedlich und richten sich gegen die Besatzungspolitik der israelischen Regierung. Lassen Sie mich an dieser Stelle ganz klar betonen, dass wir Palästinenser gegen jede Form von Antisemitismus, Rassismus oder Diskriminierung sind. Derartige Entgleisungen einzelner Personen müssen sofort von den deutschen Behörden verfolgt und geahndet werden. >>>

MI 30. Juli 2014: Heinrichplatz: Israelis protestieren gegen die Angriffe auf Gaza - Wir sind israelische BürgerInnen, die den Krieg in Gaza, die Besatzung der palästinensischen Gebiete sowie jegliche Gewalt gegen Zivilbevölkerung ablehnen.

Wir fordern jeden auf, der sich mit dem nachfolgenden Aufruf identifizieren kann, gleichwelcher Nationalität oder ethnischen Hintergrunds, uns auf der Demonstration am Mittwoch, 30. Juli 2014, 18:00 am Heinrichplatz in Berlin zu unterstützen. Wir glauben an die Gleichheit der politischen und Bürgerrechte in allen Gebieten vom Jordan bis zum Mittelmeer. Wir glauben an ein gemeinsames Leben und eine gemeinsame Zukunft für Juden und Araber, Israelis und Palästinenser. Wir sind davon überzeugt, dass es einen gerechten Ausweg aus der jetzigen schrecklichen Lage gibt. Mit aller Entschiedenheit lehnen wir die nationalistische und militaristische Propaganda ab, die sich in der israelischen Öffentlichkeit breit macht.

Wir sind entsetzt, Zeugen der öffentlichen und staatlich sanktionierten Verfolgung und dem zum Schweigen bringen kritischer Stimmen zu werden. Wir legen darauf Wert, dass Kritik an Israel, auch in Deutschland, legitim und notwendig ist. Derartige Kritik ist nicht antisemitisch und sollte davon klar unterschieden werden.

Wir rufen zu den folgenden Punkten auf:

Ende der Angriffe auf Gaza und Beginn von Verhandlungen auf der Basis palästinensischer Bedingungen für den Waffenstillstand

Ende der Belagerung des Gazastreifens, Bewegungsfreiheit für die Bevölkerung und Güter

Ende der automatisch für die israelische Seite garantierten deutsche Unterstützung, sei sie militärisch oder politisch

Einen öffentlichen und nicht-antisemitisch geführten Diskurs in Deutschland über die Politik und Handlungen der israelischen Regierung

https://www.facebook.com/events/532315663566143/

Rede auf der Münchner Kundgebung - Gaza 2014, 26. Juli 2014

Magdi Gohary - Was für ein Ritual. Fast in zweijährigem Rhythmus bombardiert Israel den Gaza-Streifen, das größte Freiluftgefängnis der Welt mit seinen fast zwei Millionen gefangen gehaltenen Palästinensern, Israel führt militärische Landoperationen durch und zerstört einen  Großteil der Infrastruktur der Region. Hamas-Raketen fliegen Richtung Israel. Es gibt Tote und Verletzte auf beiden Seiten in einem Verhältnis von 1:20.

Was für ein Ritual

Die Welt ist entsetzt. Westliche Regierungen - und die Medien - beeilen sich gebetsmühlenartig zu bekunden dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung hat, dass beide Seiten mit den Kampfhandlungen aufhören sollten und dass der sog. "Nahostfriedensprozess" fortgesetzt werden muss

Und es gehört zum Ritual
Wir empören uns, die Intellektuellen unter uns tauschen Artikel und Interviews über die Hintergründe und über die Doppelmoral in der Welt aus. Andere verbreiten Fotos von zerstückelten und verbrannten Kinderleichen, von zerstörten Häusern und von fliehenden Familien. Manche sitzen vor dem Fernseher und weinen vor Wut. Dabei möchte ich nicht verhehlen, dass sich viele von uns freuen, wenn der Widerstand in Gaza, dem arroganten und überheblichen Militär Israels die eine oder andere Schlappe zufügt.

Was für ein Ritual
Wir organisieren Demonstrationen und Kundgebungen und sind oft empört, dass nicht soviel "echte" Deutsche mitmarschieren. Manche von uns skandieren Parolen, die für Zündstoff in den Medien sorgen. Manche der Muslime unter uns finden in der Takbir, d.h. "Allahu Akbar", Gott ist groß, einen Trost für unsere scheinbare Ohnmacht. Darf man nicht wenigstens auf eine himmlische Gerechtigkeit hoffen, wenn Netanjahu, Obama, Sisi und Merkel uns keine irdische erlauben? Die Säkularen zeigen sich dabei etwas irritiert, aber was soll es, man muss was für Gaza tun. Manche treten in exotischen salafistischen Gewändern auf, als ob wir Talibanis in Afghanistan wären und drängen an die Spitze, um das Bild des Zuges zu prägen. Das alles müssen wir aber, solange es friedlich zugeht, einfach aushalten.

Dieses Mal gibt es aber eine kleine Steigerung. Durch eine vom "Zentralrat der Juden in Deutschland" und dem Botschafter Israels ins Rollen gebrachte Antisemitismus-Debatte möchte man in Deutschland die Protestwelle in Schach halten und Teile der Teilnehmer am liebsten gerichtlich verfolgen. Ich bin auch überzeugt davon, dass der eine oder andere Journalist der jetzt zuhört, primär da ist, um die einen oder anderen "antisemitischen" Äußerungen zu entdecken.

Die Politik zögerte und wartete ab. Schließlich möchte man, Gaza hin Gaza her, in den verdienten Sommerurlaub fahren. Als der Druck aber stärker wurde, musste unser "Freiheitspräsident" Gauck ein "klärendes" Wort sprechen. Und da die Fußball-WM vorbei ist, widmen unsere freien Medien dem Geschehen, d.h. dem Gazakrieg und dem Konflikt in der Ukraine ihre Aufmerksamkeit im Verhältnis 1:1, wobei die Schuldigen schnell ausgemacht wurden. Hier die Hamas und ihre Raketen und da Russlands Putin und seine Separatisten.

Was für ein Ritual
Zwischen einem Gazakrieg und dem anderen (1,5 - 3 Jahre!) bleibt alles beim Alten. Gaza bleibt blockiert und die Welt geht zur Tagesordnung über. Die arabischen Ölstaaten werden und bauen gnädig Gaza teilweise wieder auf, und die EU stellt den NGOs in Gaza ein paar Millionen Euros zur Verfügung.

Soll das so weiter gehen?
Genügt das, was wir hier tun?

Ich bin der festen Überzeugung, dass die Situation sich erst dann verändern wird, wenn das Kräfteverhältnis im Nahen Osten und im Weltmaßstab sich ebenfalls ändert.

Wir dürfen in Deutschland frei demonstrieren und unsere Meinung frei sagen. In Kairo, Amman, Algier, Riad und in Kuwait dürfen die Menschen, die noch empörter, verzweifelter und wütender sind als wir, nicht demonstrieren.
Die Hilfsgüter, die von Menschen in Ägypten für Gaza mühsam gesammelt wurden, dürfen die Menschen nicht erreichen.
Noch nie in der modernen arabischen Geschichte war die Kluft zwischen Herrscher und Beherrschtem so groß wie heute und zwar egal ob die Herrscher Könige, Präsidenten oder putschende Offiziere sind. Heute scheuen sich die ägyptischen Putschisten nicht davor, an der Abschnürung Gazas aktiv teilzunehmen. Der Putschgeneral Sisi sagte am 23. Juli (vor genau 3 Tagen!) in einer Rede an der Nation: "Ägypten hat u. a. mehr als 100.000 Menschen für Palästina geopfert". Damit will er, angesichts der Entwicklung in Gaza und seiner unrühmlichen Rolle dabei, den Menschen in Ägypten sagen, es sei genug. Er möchte einen Keil zwischen die beiden Völker schieben. Diese von Sisi aufgebaute Legende ist aber historisch falsch. Ja, Ägypten hat 100.000 Menschen in den vielen Kriegen mit Israel verloren. Abernicht nur aus Solidarität mit den Palästinensern, sondern auch hauptsächlich aus Gründen der nationalen Sicherheit Ägyptens.
Die sogenannte Ägyptische Friedensinitiative ist eine Farce und eine Schande noch dazu. Sisi wollte mit Netanjahu über das Schicksal des Gaza-Streifens ohne die Beteiligung der Palästinenser entscheiden. Das ist Gott sei Dank voll in die Hose gegangen.

Die arabische Welt, ja der gesamte Nahe Osten ist in Bewegung geraten, und ein Stillstand ist noch lange nicht in Sicht. Und keiner kann die Ergebnisse voraussagen. Im Irak, in Syrien, in Libyen, im Jemen herrscht Gewalt. In Ägypten ist die Konterrevolution am Zuge. Alles im Nahen Osten ist in Fluss geraten. Eins ist aber sicher, der Neue Nahe Osten wird mit dem Alten nicht mehr vergleichbar sein. Überall wächst eine neue Generation, die nicht gewillt ist, so zu leben wie bisher.

Eine Dritte Intifada in der Westbank in Palästina steht möglicherweise vor der Tür und ..und.. und

Der Konflikt um Palästina ist nur ein Teil des Ganzen und die Palästina-Solidaritätsbewegung und die deutsche Friedensbewegung sind gut beraten, wenn sie den Umbrüchen in der Region höchste Aufmerksamkeit widmen.

Auch die Welt ändert sich schneller als wir denken. Der Einfluss der USA in der Welt im allgemeinen und im Nahen Osten im besonderen ist merklich zurückgegangen. Diese Entwicklung ist von großer politischer Tragweite für die Region.

Neue Mächte treten auf die Weltbühne wie Indien, Brasilien und Südafrika, von China und Russland ganz zu schweigen. Diese neuen Mächte - neben den neuen Regionalmächten in der Region Iran und Türkei - haben heute schon kein Verständnis dafür, dass die USA und Europa Ihre eigene unrühmliche Geschichte in Palästina reparieren wollen.

Und wir.
Noch mal zu uns.
Wir sollen und müssen Politik machen. Wir sollen und müssen uns einmischen. Deutsche Staatsbürger mit "Migrationshintergrund" sind vollwertige Bürgerinnen und Bürger. Sie sollen Ihre Macht als Bürger und als Wähler entdecken und ausüben. Der Politikbetrieb soll und wird diese Menschen ernst nehmen müssen. Die Medien können nicht eine Linie fahren, die den Interessen dieser Menschen zuwiderläuft. Ich sehe von hier die zahlreichen jungen Menschen unter Euch. Eure Eltern haben oft sich vor dem Gang zur Ausländerbehörde gefürchtet. Heute seid Ihr viel selbstbewusster. Mischt Euch in die Innen- und Außenpolitik, in die Energiepolitik, in die Wirtschafts- und Sozialpolitik und in allen Gesellschaftsfragen ein und bestimmt mit. Reißt die Ghettomauern nieder - auch die im Kopf. Und wenn Deutschland Waffen und Rüstungsgüter in die Länder Eurer Eltern liefert, um die für dieses System kompatiblen Herrschaftsstrukturen aufrecht zu erhalten, sagt entschieden nein. Wehrt Euch.

Wenn die deutsche Bundesregierung Israel mit Geld und Waffen versorgt, sagt nein.

Wenn Produkte aus den besetzten Gebieten hier vermarktet werden, was völkerrechtswidrig ist, dann boykottiert sie. Stellt Euch vor die Läden und klärt die Kunden darüber auf. Sagt, wir dulden nicht, dass die Kultur in unseren Herkunftsländern zerstört und unsere Verwandten im Krieg getötet werden.
Stellt unsere Politiker und Parlamentarier zur Rede. Besucht die Zeitungsredaktionen und die Funkhäuser und empört Euch über deren Zynismus und Einseitigkeit in der Berichterstattung.
Sagt Ihnen. Ihr verletzt uns und ihr tretet unsere Würde mit Füssen.

Einer von Euch, der Deutsch-Iraner Navid Kermani, hat anlässlich des 50. Jahrestags des Grundgesetzes die, für mich persönlich, beste und wunderbarste Rede gehalten, die je vor dem deutschen Bundestag gehört worden ist. "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Mit diesem Satz beginnt der Text der deutschen Verfassung und auch seine Rede. Füllt diesen Satz durch euer Engagement mit Leben. Denn ihr seid in Deutschland angekommen.

Die westlichen Mächte haben genügend Probleme und Konflikte in der Welt geschürt und durch Waffen und Kapital aufrechterhalten. Die Spur führt von Kaschmir über Palästina bis tief nach Afrika hinein. Die Gurus der "veröffentlichen" Meinung, die Kommentatoren hören aber
nicht auf, uns täglich mit dem Satz zu belehren: wir dulden nicht dass diese Konflikte hier bei uns ausgetragen werden. Wie zynisch, ja wie unanständig. Wir müssen unsere Stimme immer laut erheben, wenn es um Recht kontra Unrecht geht. Wenn es um der Menschlichkeit geht und zwar überall auf der Welt.

Ich möchte mit einem Spruch von Emil Habibi, dem großen palästinensischen Schriftsteller und Freiheitskämpfer, zum Schluss kommen: "Wir sind das einzige Volk auf Erden, von dem seine Besatzer Sicherheit verlangen.
Und Israel ist das einzige Land, das Sicherheit vom seinen Opfern erwartet".
Schluss mit der israelischen Besatzung in Palästina Schluss mit der Blockade des Gaza-Streifens

Für einen Nahen Osten, wo keine Mutter, egal ob sie Palästinenserin oder Israelin oder Kurdin oder Syrerin oder Ägypterin ist, jemals um ihr getötetes Kind zu weinen braucht. Danke für die Aufmerksamkeit Magdi Gohary

29. 7. 2014

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»Die Palästinenser werden allein gelassen«
 Interview mit Felicia Langer

Marlene Göring - Die international bekannte Anwältin Felicia Langer fordert mehr Druck auf Israel für ein Ende des Gaza-Krieges
 

Frau Langer, was empfinden Sie, wenn Sie die derzeitigen Bilder aus Gaza und Israel sehen?

Ich bin so verzweifelt und wütend, das ist schwer zu beschreiben. Wenn ich die Kinder sehe, wenn ich die alten Leute sehe, wenn ich die vielen Toten sehe: Das ist doch eine Schande!

Man sagt, jetzt sind es schon 700 und mehr palästinensische Tote in Gaza. Zwei Drittel davon sind Unbeteiligte. Und es sind so viele Kinder unter ihnen, weil es dort so viele Kinder gibt. Ich glaube, dass diese schreckliche Politik Israels am Ende nur Hass schürt. Warum? Ich denke, es war die Verständigung zwischen Fatah und Hamas auf eine Einheitsregierung. Das wollte und will Israel nicht akzeptieren.

Was sagen Sie zu den internationalen Reaktionen? Sind die angemessen?

Sie sind sehr mild und nicht hilfreich, es ist im Grunde gar nichts passiert. Israel begeht Kriegsverbrechen in Gaza. Seine Armee attackiert Zivilisten, zerstört Häuser. Das ist nicht nur eine Schande, das ist gegen die Genfer Konvention, das ist gegen UNO-Resolutionen, das ist gegen alles. Aber die Welt versteht nicht, dass das Völkermord ist. Ich bezeichne das auf meinem Palästina-Portal als Völkermord im Ghetto.

Collage zum vergrößern anklicken

Schon sieben Jahre leiden die Menschen in Gaza unter der Blockade – und wie sie leiden! 80 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze. 90 Prozent des vorhandenen Wassers sind nicht trinkbar. Gaza ist das größte Freiluftgefängnis in der Welt. Ich möchte dazu gern John Ging zitieren, den irischen Chef des UNO-Hilfswerks für die palästinensischen Flüchtlinge: »Gaza ist zum Synonym für Verletzungen des internationalen Rechts und der Unmenschlichkeit gegen eine Zivilbevölkerung geworden«. Und das ist nicht von heute, das sagte er vor einem Jahr.

Jeder westliche Politiker trägt hier eine Mitverantwortung. Die sehe ich auch bei Frau Merkel, die als mächtigste Frau der Welt gilt. Sie hat die Bodenoffensive gebilligt und kein Wort des Bedauern über die zahlreichen zivilen Opfer, die getöteten Kinder in Gaza geäußert. Wo sind ihre menschlichen Gefühle?

Was sagen Sie zur Hamas, die ihre Raketen aus Wohngebieten abschießt?

Ich bin gegen Raketen, ich bin überhaupt gegen die Verletzung oder Tötung von Zivilisten. Ich habe als Anwältin ausschließlich Menschen verteidigt, die an solchen Aktionen nicht beteiligt waren. Aber verstehen Sie bitte: Hier geht es auch um 47 Jahre Besatzung. All die völkerrechtswidrigen Maßnahmen, die Besiedlung der besetzten Gebiete, ein repressives Apartheidregime sind für die Gewaltspirale mitverantwortlich. Der größte Faktor von Unruhe und Gewalt ist die Besatzung. Sie produziert letztlich auch diesen Raketenbeschuss, den Sie zu Recht verurteilen.

Es ist ein Vernichtungskrieg, was Israelis jetzt in Gaza machen. Es tut sehr weh, das zu sagen, aber genau das tun sie. Wir haben in Israel eine Knesset-Abgeordnete, Ajelet Schaked von der Regierungspartei Beit Yehudi (Jüdisches Haus). Sie hat gesagt: »Das ganze palästinensische Volk ist der Feind. Auch palästinensische Mütter müssen getötet werden, denn sie gebären kleine Schlangen.« Das hat diese Frau auf ihrem Blog platziert.

Aber wir haben auch Friedensbewegte. Ich kann nicht von einer Friedensbewegung sprechen, weil das momentan leider nicht der Fall ist. Aber es gibt viele friedensbewegte Leute, die gegen diesen Krieg sind. Aber man behandelt sie jetzt sehr schlimm. Jedes Wort gegen diesen Krieg gilt als Verrat.

Wie aber kann sich Israel schützen, wenn es aus Gaza mit Raketen beschossen wird?

Der beste Schutz für Israel ist Frieden, Frieden zu schaffen. Ohne Frieden wird man keine sichere Zukunft haben. Israel hat schon seit Jahren die Möglichkeit, Frieden zu schaffen. Die PLO hat Israel anerkannt und die PLO ist für die Zwei-Staaten-Lösung. Die Hamas hat gesagt, dass auch sie der Zwei-Staaten-Lösung zustimmt, wenn die palästinensische Bevölkerung Ja sagt. Diese Annäherung an die Fatah ist eine sehr positive Sache.

Aber Israel hat das alles abgelehnt und die ganze Zeit weiter Siedlungen gebaut. Es gibt jetzt 600 000 Siedler in den besetzten Gebieten, das sind 22 Prozent von Palästina. Und das ist alles völkerrechtswidrig. Die Besiedlung besetzter Gebiete ist verboten. Das ist ein Kriegsverbrechen, aber Israel kann sich das leisten. Und warum? Wir sind Holocaust-Überlebende, ich und mein Mann. Und man instrumentalisiert den Israel-Holocaust für diese Kriegstreiberei. Ich stehe zu dieser Aussage, wie mein Mann, der in fünf Nazi-Lagern war. Am 8. Mai 1945 ist er in Theresienstadt befreit worden. Wir haben unsere ganzen Familien verloren. Aber wir haben gelernt, Menschlichkeit zu bewahren.

Sehen Sie denn eine Lösung?

Ja, sicherlich gibt es einen Ausweg. Aber ohne Druck auf Israel, die Politik zu ändern, wird gar nichts passieren. Wirklichen Frieden kann man nur haben, wenn man die Rechte der anderen Seite respektiert.

Was müsste passieren, um den Konflikt zu lösen? Welche Schritte müsste man gehen?

Welche Schritte? Man muss Israel klar machen, dass es so nicht weiter geht. Sie wissen, in Südafrika hat man die Apartheid beseitigt, weil die Welt das solidarisch so wollte, und auch die UNO wollte das. Aber die Palästinenser werden allein gelassen.

Was müsste Israel als erstes tun?

Israel muss die Siedlungsfrage regeln, die Siedlungen räumen. Wie man das macht, weiß ich nicht, aber in Israel weiß man es. Und man muss die Besatzung beenden, die Rechte der Palästinenser respektieren, wie das auf Selbstbestimmung und das Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr – kann sein, nur teilweise, ich weiß nicht genau, wie das wird, aber die palästinensischen Flüchtlinge haben das Recht auf Rückkehr. Es gibt eine UNO-Resolution dazu. Man vergisst das alles. Und auch in der Linken sind viele, die das vergessen. Und das ist für mich abscheulich als Jüdin und Israelin.


Als erstes erschienen im
Neues Deutschland, 25. Juli 2014 - www.neues-deutschland.de/artikel/940203.die-palaestinenser-werden-allein-gelassen.html

Felicia-Amalia Langer wurde 1930 als Kind jüdischer Eltern in Tarnów (Polen) geboren. Die meisten Familienmitglieder fielen der Shoah zum Opfer. Ab 1950 in Israel lebend, ist sie seit den 70er Jahren eine international bekannte Rechtsanwältin. Trotz massiver Anfeindungen verteidigte sie als erste israelische Anwältin Palästinenser aus den 1967 von Israel besetzten palästinensischen Gebieten vor israelischen Militärgerichten. Seit 1990 besitzt Langer auch die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt in Tübingen. Sie ist Trägerin des Alternativen Nobelpreises und des Bundesverdienstkreuzes. Mit ihr sprach für »nd« Marlene Göring.

Texte von Felicia Langer >>>
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Gaza zwischen Montag 17.00 Uhr und Dienstag 05.00 Uhr - Ein Augenzeugenbericht von  Martin Lejeune

Eine Spielzeugpistole schwimmt in einer Blutpfütze. In einer anderen Blutlache liegt in paar Sandalen, das einem der acht Kinder gehörte, die bis vor wenigen Minuten noch lebten und in dem kleinen Park des Beach Refugee Camps vielleicht gerade Fangen spielten oder Fußball. Durch die Wasserrinne auf der Straße rinnt Blut. Die Bäume haben keine Blätter mehr. Sie liegen auf der Straße, auf den Dächern der zerstörten Autos, in den Blutlachen. Das Blut, das die grünen Blätter rot färbt, ist von acht toten Kinder und von drei Erwachsene, die am späten Montagnachmittag gegen 17.00 Uhr Ortszeit bei einer starken Explosion am Eingang des Parks gestorben sind. Mindestens weitere 40 Personen wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Der Ort der Explosion ist ein Ort des Grauens, an Häuserwänden kleben Überreste menschlichen Gewebes. Ein Vater rennt mit einer Plastiktüte in der Hand zu dem Rettungswagen, in dem seine tote Tochter liegt. Der Vater zeigt dem Sanitäter Gehirnmasse seiner Tochter, indem er den Boden der Plastiktüte behutsam anhebt. "Nimm das mit für die Bestattung", sagt er zum Sanitäter. Ein anderer Vater trägt seinen toten Sohn zu der Ladefläche eines Pritschenwagens. Er wird von Männern begleitet, die den Tekbir "Allahu Akbar", "Gott ist groß", rufen und dabei Handyfotos von der verstümmelten Leiche aufnehmen. Anwohner versuchen eine schreiende Frau, die ihre Schwester verloren hat, zu beruhigen. Ein Mann liegt bewußtlos auf der Straße. Ein Arzt versucht ihn wiederzubeleben. Szenen eines ganz normalen Nachmittags in Gaza Stadt.

Die Palästinenser machen einen israelischen Luftangriff für die Explosion am Park verantwortlich, ein Sprecher des israelischen Militärs bestreitet dies und macht eine fehlgeleitete Rakete der Hamas für das Massaker verantwortlich.

#########Wenige Stunden später: eine ganz normale Nacht in Gaza Stadt. F16- und F22-Kampfjets donnern mit gewaltigem Lärm im Tiefflug über Gaza Stadt, ihr Schall findet seinen Wiederhall zwischen den Wänden der Hochhäuser, die noch stehen. Etwa alle 30 Sekunden feuern sie eine Rakete ab. Das omnipräsente Sirren der Kampfdrohnen, die über unserem Viertel, die über jedem Viertel des Gazastreifens kreisen, klingt wie das Motorenbrummen, das aus den Fernsehlautsprechern einer Formel Eins Übertragung schallt.

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Es ist dies wirklich eine imponierende Darbietung militärischer Zerstörungskraft, deren Dauerbeschuß zu Luft, zu Land und zu See die Bevölkerung des Gazastreifens in dieser Nacht kollektiv in Todesangst versetzt. Eine wahrlich außergewöhnliche Aufbietung des Waffenarsenals der israelischen Streitkräfte, einer der modernsten Streitkräfte der Welt.

Während ich diese Zeilen schreibe, um mich zu beruhigen, bin ich nicht im al-Deira Beach Hotel am Strand von Gaza, in dem die ausländischen Korrespondenten Schutz suchen. Ich bin im Wohnhaus einer muslimischen Familie im Zentrum von Gaza Stadt. Ich höre, wie in den Nachbarwohnungen unseres Hauses kleine Babys ohne Unterbrechung schreien, verängstigte Kinder in den Armen ihrer Mütter weinen, die Erwachsenen fluchen.

Die Bombardierungen begannen um 23.30 Uhr Ortszeit mit heftigen Fliegerangriffen auf das Flüchtlingslager Bureji im Zentrum des Gazastreifens. Seit 01.00 Uhr stehen wir im Zentrum von Gaza Stadt unter Feuer. Im Zentrum einer kleinflächigen Stadt, die mit ihren Hunderttausenden Einwohnern zu den am dichtesten besiedelten Gebieten der Welt gehört. Meine Freunde und ich verbarrikadierten uns im Wohnzimmer und hören, wie die Einschläge der Raketen immer näher in unsere Richtung kommen.


Nach ein paar Stunden hält es mich nicht mehr auf meinem Stuhl und ich gehe auf den Balkon im zweiten Stock. Was ich sehe, sind nicht mehr die Straßen von Gaza Stadt, wie ich sie kenne. Vor meinen müden Augen erstreckt sich eine Trümmerlandschaft, breitet sich das Panorama eines Infernos aus. Unzählige militärische Leuchtstoffkugeln machen den nächtlichen Himmel über Gaza zum hellichten Tag und weisen den Raketen der Kampfjets ihren Weg zum Ziel.


Das Licht der langsam gen Boden gleitenden Leuchtstoffkugeln durchdringt die Pilzformartigen Staubwolken, die nach jedem Raketeneinschlag aus Richtung des jeweils zerstörten Hauses in Höhe schießen. Bei jeder Explosion in unserer Nähe bebt das Fundament unseres Hauses, wackelt der Sims des Balkons, auf dem ich stehe; ertönen die Alarmanlagen der Autos, die vor dem Haus parken. Die Hunde bellen wie verrückt, aufgescheuchte Esel, die hier im Gazastreifen alltägliches und allgegenwärtiges Transportmittel sind, laufen ziellos durch die Straßen und kreischen noch lauter als die Babys.


All diese Geräusche des Krieges und Schreie der Angst vermischen sich mit dem Heulen der Sirenen der Rettungswagen zu der Symphonie einer Großstadt im Krieg, deren wiederkehrendes Leitmotiv der tosende Donner der Raketen ist und deren Komponist irgendein die Zerstörung berechnender Oberbefehlshaber in Jerusalem.


Morgens um fünf, als das Dauerbombardement noch anhält, wird auch noch das Krähen des Hahnes in unserm Hof in die Symphonie miteinstimmen. Hoffentlich als finaler Schlußakt. Noch mehr Raketeneinschläge verkraften wir nicht. Die Kinder, und auch mancher Erwachsene, zittern schon die ganze Nacht am ganzen Leib. Maher Issa, meinem Gastgeber, läuft der Angstschweiß den Rücken hinunter. Sein Hemd ist klatschnaß.

#########Jetzt schlägt wieder eine Rakete nur wenige Hunderte Meter von uns entfernt ein. Sie trifft die Al Amin Moschee, die ich gestern noch fotografiert habe und die direkt neben dem Haus des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Fatah) liegt. "Ich gehe in der Al Amin Mosche jeden Tag beten", sagt Maher. "Jetzt muß ich auf die Al Furqan Mosche ausweichen, die jedoch deutlich weiter von unserem Haus entfernt liegt. Wenn Al Furqan Mosche nicht auch heute nacht zerbombt wurde."


Später erfährt Maher durch den Telefonanruf eines Freundes, das in dieser Nacht auch das Haus von Ismael Haniya, des palästinensischen Ministerpräsidenten und Hamas-Führers, zerstört wurde sowie das Finanzministerium. "Das hat Israel gemacht, damit die Hamas ihren Angestellten in der Verwaltung und in den Sicherheitsdiensten kein Gehalt mehr zahlen kann." In einer Liveschalte des Fernsehsenders Al Jazeera sind viele Kinder und Frauen mit starken Verbrennungen und schweren Verletzungen zu sehen, die von selbstlosen Rettungskräften oder Nachbarn ins Al Shifa Krankenhaus in Gaza Stadt gebracht wurden. Frauen und Kinder, die in dieser Nacht nur friedlich schlafen wollten.

Bild links unten - die Al Amin Moschee - Martin Lejeune - Bilder zum vergrößern anklicken


Inzwischen ist uns klar, daß dies doch keine ganz normale Nacht ist in Gaza Stadt. "Es sind die heftigsten Angriffe seit Beginn des Krieges vor drei Wochen und sogar die intensivste Bombardierung während aller der drei Gaza-Kriege seit Dezember 2008", konsterniert Maher mit leerem Blick. So verzweifelt habe ich ihn noch nie erlebt. Daß die Intensität der Bombardierung dieser Nacht mit keiner Nacht, die Gaza jemals zuvor erlebt hat, zu vergleichen ist, beobachtet auch der Al Jazeera-Korrespondent, der gerade aus der Lobby des Al Deira Beach Hotels dem um Fassung ringenden Moderator in Al Doha ein Telefoninterview gibt.


An Schlaf ist dieser Nacht nicht zu denken in Gaza. Alle bangen um ihr Leben, alle fürchten sich vor den nächsten Schlägen, alle sorgen sich um ihre Verwandten und Freunde. "Hayak Allah!", rufen die Mitglieder meiner Gastfamilie jedes Mal aus, wenn eine Rakete in den Boden kracht: "Gott stehe uns bei!" Und nach jedem Bombenanschlag erzählen mir die Jungs, ob dies nun das Geschoß eines F16-, eines F-22-Fliegers oder eines Kriegsmarineschiffes war.


Morgen früh, der Morgen, der inzwischen schon heute ist, werden die Menschen von Gaza, die diese Nacht überlebt haben werden, ihre Toten zählen. Allerdings nur, sofern dieses Höllenfeuer irgendwann einmal aufhört. Denn während solcher Angriffe, ob bei Tage oder bei Nacht, kann niemand aus dem Haus gehen ohne sein Leben zu riskieren. Er wäre sofort im Visier der Drohnen, welche die Umgebung nach möglichen Zielen auskundschaften und die genauen Zielkoordinaten in Sekundenschnelle an die Bomberpiloten übermitteln. "Sobald die Angriffe beendet sind, können wir in unserer Nachbarschaft nach Verletzten in den zerstörten Häusern suchen", sage ich zu Maher, der gerade den Schlauch der Wasserpfeife an seinen Freund weiterreicht. Er schaut mich ernst an: "Sie werden niemals aufhören uns anzugreifen. Sie wollen uns bekämpfen bis wir alle tot oder vertrieben sind. Das ist hier ist ein Völkermord."


Jetzt, am Dienstag Morgen, auf dem Weg in das Al Deira Beach Hotel, um diesen Text zu senden, wird das Ausmaß der Zerstörung dieser Nacht deutlich. Überall auf den Straßen liegen Scherben und Trümmern. Jetzt sehe ich auch die völlig zerstörte Al Amin Moschee.

( Rückfragen bitte nur telefonisch unter +972 59 230 6392 & +970 59 230 6392, da ich zumeist kein Strom oder Internet habe nach der Bombardierung.)

Kommentar: Nur eine nachhaltige Friedenslösung kann die Gewalt stoppen - Eine einfache Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wird die Gewalt nicht beenden können. Die Aufhebung der Gaza-Blockade ist der Schlüssel für einen dauerhaften Waffenstillstand in Nahost, meint Loay Mudhoon. - Die regionalen und internationalen diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Gewalt in der eskalierenden Konfrontation im Nahen Osten laufen seit einigen Tagen auf Hochtouren. Endlich gibt es konkrete Vorschläge zur Beendigung der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen und des Raketenbeschusses aus dem Gazastreifen. Denn die israelische Militäroffensive ist inzwischen faktisch zum Krieg gegen die palästinensische Zivilbevölkerung geworden. Dies wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Zahl der Opfer wirft: Fast zwei Drittel der 1000 palästinensischen Opfer sind unschuldige Kinder und Frauen. >>>

"Ist dieses Mädchen eine Hamas-Kämpferin?" - Reportage | Martin Lejeune aus Gaza - Die Zivilisten im Gazastreifen zahlen den höchsten Blutzoll im Konflikt. Es gibt keine sicheren Zonen mehr. Israel beschuldigt die Hamas, Frauen und Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen, die Palästinenser werfen Israel vor, absichtlich auf sie zu zielen

Hunderte Muslime beten in engen Reihen in der Kirche des Sankt-Porphyrios-Klosters der Erzdiözese Gaza. Die 150 muslimischen Familien sind aus den umkämpften Gebieten des Gazastreifens geflüchtet und haben in dem griechisch-orthodoxen Kloster Zuflucht gefunden. Weil auf den Straßen gekämpft wird, versammeln sie sich zum Freitagsgebet in der Kirche. "Muslime und Christen leiden gleichermaßen unter der Bombardierung", sagt eine 32-jährige muslimische Frau, die aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet ist. Im Arm hält sie ihr Baby, das am dritten Tag des Krieges zur Welt kam und Issa, Jesus, heißt >>>

Eight children and two adults dead - Martin Lejeune - On July 28, a huge explosion beside a public garden in the Beach Refugee Camp in the Western part of Gaza City killed eight children and two adults, and wounded 40 others, Palestinian medics said. Locals blamed the blast on an Israeli air strike, but Israel denied responsibility, saying it was a misfire by a rocket launched by Hamas militants.

Bilder  zum vergrößern anklicken - Fotos Martin Lejeune


 

Hoffen auf Waffenruhe - UN-Sicherheitsrat fordert Ende des Krieges in Gaza - Karin Leukefeld - In einer einstimmig verabschiedeten Erklärung haben die 15 Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates in der Nacht zum Montag einen »sofortigen und bedingungslosen humanitären Waffenstillstand« im Gazastreifen gefordert. Der Schutz der Zivilbevölkerung müsse gewährleistet und das Völkerrecht respektiert werden, verlangte das Gremium in der rechtlich nicht bindenden Erklärung. »Alle Parteien« seien dringend aufgefordert, die Waffen »während des Eidfestes und darüber hinaus« ruhen zu lassen. Muslime in aller Welt feiern mit dem Eid-Al-Fitr-Fest das Ende des Fastenmonats Ramadan. Die »Präsidialerklärung« war von Jordanien vorgelegt worden. Der palästinensische UN-Vertreter Rijad Mansour zeigte sich nach der Sitzung allerdings enttäuscht darüber, daß der Text nicht als bindende Resolution beschlossen werden konnte. Es sei weder der Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen noch die Aufhebung der Belagerung gefordert worden. >>>

Israel fordert Zivilisten in Gaza zur Flucht auf - Keine Aussicht auf eine Waffenruhe im Nahen Osten: Auf beiden Seiten gibt es viele Tote, jetzt plant Israel offenbar massive Luftschläge gegen die Hamas. Die Armee fordert die Menschen in mehreren Vororten Gazas zur Flucht auf. >>>

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Nahost-Konflikt: Kriegsleid statt Freude, bitteres Zuckerfest in Gaza -  30 Tage lang haben die meisten der 1,8 Millionen Bewohner der palästinensischen Mittelmeer-Enklave Gaza im Monat Ramadan tagsüber gefastet. Das Eid al-Fitr, das Fest nach dem Ramadan-Ende, ist für muslimische Familien das freudigste Ereignis im Jahr. Weil die Kinder mit Süßem beschenkt werden, wird es auch Zuckerfest genannt. Der erste Tag des dreitägigen Fests begann unter dem Lärm des Krieges. In Gaza ist „Eid“ in diesem Jahr, inmitten des Kriegs zwischen Israel und der militanten Hamas, nach mehr als 1.000 Toten und angesichts verheerender Zerstörungen, kein Fest der Freude. Verwirrung herrschte darüber, ob nun die humanitäre Feuerpause vom Samstag in die Eid-Zeit verlängert wurde. >>>

Israelische Bomben auf Gaza - Tausend Kilo Tod - Bomben auf Wohnhäuser in Gaza: Vor zwölf Jahren war das noch ein Skandal. Jetzt ist alles anders. Was damals eine extreme Ausnahme war, ist jetzt offizielle Strategie. Noch schlimmer ist aber, dass in Israel fast niemand gegen diesen Automatismus protestiert. -  Yuli Novak - (Yuli Novak, 32, diente 2000 bis 2005 in der israelischen Luftwaffe, zuletzt als Oberleutnant. Seit 2013 ist sie geschäftsführende Direktorin von "Breaking the Silence", einem Zusammenschluss regierungskritischer Soldaten.)

Vor ziemlich genau zwölf Jahren, am 23. Juli 2002 war es, warf ein F-16-Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe in Gaza eine Ein-Tonnen-Bombe auf das Haus von Salah Shehadeh, der damals Führer des militärischen Flügels der Hamas war. Man muss kein Luftkampfexperte sein, um sich vorzustellen, was nach dem Einschlag einer Ein-Tonnen-Bombe von einem Haus übrig bleibt - nicht viel. Diese Bombe, die am frühen Morgen einschlug, tötete nicht nur Shehadeh. Sie tötete auch 14 Zivilisten, darunter acht unschuldige Kinder. (...)


Nach dem Anschlag auf Shehadeh mit den vielen Toten war Israel erschüttert. Selbst nach den Beteuerungen der israelischen Verteidigungskräfte (Israel Defense Forces, kurz IDF), der Angriff gegen einen wichtigen Organisator des Terrors sei operativ gerechtfertigt gewesen, blieb die öffentliche Meinung dieser Aktion gegenüber sehr kritisch. Der Preis des Erfolges, der Tod unschuldiger Zivilisten, sei zu hoch, hieß es. Mehrere israelische Intellektuelle riefen den Obersten Gerichtshof an, um die Rechtmäßigkeit dieses Einsatzes untersuchen zu lassen. Einige Monate später verfasste eine Gruppe von Pilotenreservisten ein Schreiben, in dem die Art solcher Einsätze zur Eliminierung von Gegnern kritisiert wurde. >>>

Völkerrechtler verurteilen Israels «Kollektivstrafe» gegen Gaza - 125 Internationale Völkerrechtsexperten, Professoren, Richter und Anwälte, haben Israel in der jüngsten Gaza-Offensive schwere Menschenverletzungen an der gesamten palästinensischen Bevölkerung vorgeworfen. Die meisten Bombardierungen könnten nicht militärisch gerechtfertigt werden. «Stattdessen scheinen sie darauf ausgerichtet zu sein, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren», schrieben die Experten in einer Stellungnahme. Israel verletze damit die fundamentalsten Gesetze in bewaffneten Konflikten - vor allem das Gesetz der Verhältnismässigkeit. >>>


Revealed: the Palestinian children killed by Israeli forces - More children than Palestinian fighters are being killed in Israel's offensive on Gaza, according to the UN. Shown here are the name, age, and sex of 132 of those children, recorded by the Al Mezan Centre for Human Rights  >>>

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Israels Jagdstrecke - Natürlich sind alle Kinder Terroristen.

Gaza spaltet die USA - „Lieber jetzt sterben als so weiterzuleben“ - Axel Postinett - Die USA sind tief gespalten. Das Töten in Gaza nimmt kein Ende. Konservative Kräfte fordern bedingungslose Unterstützung für Israel, Liberale sehen hier genau das Problem. Präsident Obama steht zwischen den Fronten. - San Francisco. Ein sonniger Samstag in San Francisco. Menschenmassen drängen durch die Einkaufstempel an der Market Street, Straßenmusikanten spielen auf, Touristen warten geduldig auf eine Cable Car an Powell Street. Dann stören plötzlich laute Sprechchöre die Idylle. „Stoppt das Töten“ schallt es aus hunderten Kehlen. Der Verkehr steht still, Demonstranten ziehen durch die Innenstadt und fordern, so wie in vielen Städten weltweit, ein Ende der Gewalt in Gaza. Auf ein langes Band von Beginn des Protestzuges bis zum Ende haben sie Namen geschrieben. „Hussein Kawareh, 13, killed in Khan Youns“ steht darauf oder „Rashed Yassin, 27, killed in Nusseirat“. Das Band mit den Namen von mehr als 1000 getöteten Palästinensern reicht über zwei komplette Straßenzüge. Die friedliche Demonstration gerät nur einmal beinahe außer Kontrolle, als eine kleine pro-Israelische Gruppe die Demonstranten anfeindet. Polizisten drängen sie zur Seite, bevor die Situation vollends eskaliert. >>>

Nahost-Konflikt, Rassismus und Deutschland - Ich habe lange überlegt, wie ich meine Streitschrift schreibe. Aber dann hab ich mir gesagt ‚warum zensieren’? Warum überlegen, wie was zu formulieren ist für einen deutschen Kontext? Ich habe mich bewusst entschieden, keine sachlichen Argumente zu vertreten. -  Die Verfasserin, deutsch-palästinensische Akademikerin, forscht für ihre Doktorarbeit am Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung in Genf. Ihre wissenschaftliche Arbeit konzentriert sich auf Rassismus, Nationalismus sowie israelisch-palästinensische Beziehungen. - Jedes Mal, wenn die Gewalt in Nahost eskaliert, verringert sich meine Facebookfreundesliste. Ich lösche einfach die, die sich als „Post-Zionisten“1 oder „Vermittler“ verstehen und dann Verständnis bekundend Nachrichten von Zuflucht suchenden Israelis posten: Nachrichten, in denen zu 99 % nie jemand stirbt2. Oder die, die immer ausgewogen sein wollen, die andere Seite mit bedenken.3 Die Asymmetrie der Konfliktführung und des angerichteten Schadens wird mittlerweile sogar im Morgen Magazin auf der ARD von Journalisten wie Jürgen Todenhöfer hervorgehoben, der noch vor Kurzem durch Gazas Tunnel gehen musste, weil das Land „hermetisch abgeriegelt ist“.4 Als Journalist hebt er die deutsche Medienlandschaft hervor, die schweigt über die palästinensische Seite des Konfliktes und dessen brutale Asymmetrie >>>

Wohin soll man fliehen, in diesem kleinen Land? - Schulen, Krankenhäuser und auch die Kirche sind die Fluchtorte für Tausende Menschen in Gaza. Sie wissen, warum die Hamas und Israel kämpfen, doch sie haben ihre Häuser verloren und wollen Frieden. >>>

Hilfe für Kriegsverletzte: Lüner Neurochirurg operiert im Krisengebiet Gaza - Stadt Gaza ist momentan ein gefährliches Reiseziel: Seit Wochen herrscht dort Krieg zwischen Israelis und Palästinensern. Der Neurochirurg Dr. Samir Kazkaz wird sich am 4. August trotzdem auf den Weg nach Gaza machen. Er verbringt dort seinen Urlaub - in einem Hospital wird er Verletzte operieren. >>>

Offener Brief Professor Massarrats an BM Steinmeier wegen seines Vorschlags KSZE für Nahost - Sein Optimismus ehrt Prof. Massarrat. Man muss alles versuchen, wenn es um Krieg und Frieden geht. Noch interessant im Kontext: ein Interview Steinmeiers im Deutschlandfunk. Albrecht Müller. -

Offener Brief anlässlich des Vorschlags von Frank-Walter Steinmeier einer KSZE für den Mittleren und Nahen Osten im Tagesspiegel vom 21.07.2014 - Prof. i. R. Dr. Mohssen Massarrat - Sehr geehrter Herr Außenminister Frank-Walter Steinmeier, mit großem Interesse las ich Ihren Vorschlag im Tagesspiegel vom 21.07.2014, möglichst schnell den Weg für eine KSZE für den Mittleren und Nahen Osten einzuschlagen. Ihre Initiative wird von einigen Kommentatoren kritisch gesehen und auch pessimistisch beurteilt. Auch ich selbst, kann Ihnen meine eigene Skepsis nicht vorenthalten. Sie rührt trotz meiner Freude über Ihren Vorschlag daher, dass bei allen laufenden Konflikten, die wir zur Zeit in der Ukraine, wie aber auch in Syrien und jetzt in Gaza, erleben, Deutschland und der gesamte Westen selbst zutiefst verstrickt sind. Dennoch sehe ich in Ihrem Vorstoß ein Zeichen der Hoffnung. Um weitere Katastrophen zu verhindern, ist es nie zu spät. Sie haben mit Ihrer Feststellung Recht, „der Nahe Osten gerät aus den Fugen“. Spätestens jetzt führen die brutalen ISIS-„Gotteskrieger“ jedem, der es sehen will, vor Augen, welche Saat seit langem im Mittleren und Nahen Osten gesät worden ist und nun aufgeht. Durch eine gänzlich irrationale Fixierung auf kurzfristige Macht- und geopolitische Interessen der Mächtigen im Westen, waren Politiker in Europa leider sehr häufig außerstande, den notwendigen Weitblick walten zu lassen und ihr Handeln auf langfristige Lösungsmöglichkeiten auszurichten, nicht zuletzt auch wegen europäischer Eigeninteressen. Insofern hat man es auch immer wieder versäumt, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun.

Ich möchte Ihnen, sehr geehrter Herr Steinmeier, ein Beispiel nennen: Die UNO hatte 2010 beschlossen, im Dezember 2012 in Helsinki (!) eine Konferenz für eine massenvernichtungswaffenfreie Zone im Mittleren und Nahen Osten einzuberufen. Wie Sie sicherlich wissen, wurde diese Konferenz durch das Veto von zwei einflussreichen Staaten verhindert. Dabei wäre gerade diese Konferenz ein entscheidender Schritt in Richtung einer KSZE für diese Region gewesen. Die Teilnehmerstaaten wären zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit der Idee von Dialog und Verhandlungen zur dauerhaften Verbannung von nuklearen, chemischen und anderen Massenvernichtungswaffen zusammengekommen. Noch wichtiger wäre aber gewesen, dass alle Staaten der Region Gelegenheit gehabt hätten, sich mit der Idee der Kooperation und der gemeinsamen Sicherheit, ganz im Sinne von KSZE, zu beschäftigen. Denn Sicherheit ist in der Region, wie Sie ganz zu Recht sagen, „ein Bedürfnis, das die einzelnen Staaten eint.“ Dennoch wurde aber dieses friedenspolitische Projekt, das sowohl genial wie perspektivisch für die Zukunft einer der konfliktreichsten Regionen der Welt von welthistorischer Bedeutung ist, wie ein Federstrich einfach so beiseite gewischt. Bis auf ein Häuflein aufrechter Friedensaktivisten in Helsinki und in Berlin, die gegen die Absage der Helsinki-Konferenz wie einsame Rufer in der Wüste protestierten, hat niemand sonst diese unglaubliche Ignoranz und Verantwortungslosigkeit der Bremserstaaten wahrgenommen. Auch die deutsche Bundesregierung hat dieses Versäumnis nicht einmal mit einem Wort des Bedauerns bedacht. >>>

Steinmeier fordert KSZE für Nahen Osten >>>

“Gaza is a graveyard,” sing joyful Israeli youths - Ali Abunimah - In her latest post, my colleague Rania Khalek makes reference to “a new racist chant mocking the more than two hundred children slaughtered by Israel’s merciless bombing campaign in Gaza: ‘Tomorrow there’s no school in Gaza, they don’t have any children left.’” This video shows an Israeli mob actually singing in celebration of children’s deaths in the style of a soccer fans’ song: “In Gaza there’s no studying, No children are left there, Olé, olé, olé-olé-olé.” The mob also incites directly against Ahmed Tibi and Haneen Zoabi, two prominent Palestinian citizens of Israel who are members of the Knesset, Israel’s parliament. >>>

Director of Israeli Aerospace Institute Conducts Campaign Disabling My Facebook Account - Richard Silverstein - You are reading the blog of a dangerous man. A very dangerous man. Or so the Israeli pro-war propaganda machine believes. That’s why yesterday, an Israeli Facebook user named Tal Inbar began a campaign to get my Facebook account removed. Here is what he published  >>>

28. 7. 2014

2014 Überfall auf Gaza -  Militäroffensive “Zuk Eitan” (Fels in der Brandung)

Kundgebung in Berlin
Bahnhof Potsdamer Platz 26.07.2014

Reden und Fotos
 


Rede von der PGD - Palästinensische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (PGD) - Solidarität  mit Gaza - Nach Jahren der Blockade erfährt der Gaza-Streifen endlich die international gebührende Aufmerksamkeit, jedoch nicht die katastrophale humanitäre Lage wird thematisiert, in die der Besatzer die palästinensische Bevölkerung gebracht hat, sondern von fadenscheinigen Sicherheitsinteressen und dem Selbstverteidigungsrecht Israels ist in Deutschland die Rede.
In den letzten Tagen, tötete Israel 870 Palästinenser und mehr als 5740 Zivilisten wurden verletzt. Mehr als 3175 Häuser wurden dem Erdboden gleichgemacht und weitere 2655 wurden teilweise zerstört. 18200 Wohnungen wurden zerstört und mehr als 116 Schulen wurden angegriffen und zerstört. 11 Krankenhäuser wurden zerbombt und mehr als 13 medizinische Zentren mussten geschlossen werden. Zudem befinden sich aktuell mehr als 150.000 Menschen auf der Flucht und mehr als 1,2 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Elektrizität und fließendem Wasser. Dies sind Kriegsverbrechen, insb. die außergerichtlichen Tötungen und Kollektivbestrafungen. Dafür muss Israel international zur Verantwortung gezogen werden bevor es zu spät ist. Die israelische Besatzung und die damit verbundene Entmenschlichung und Entrechtung des palästinensischen Volkes muss beendet werden.
Israel ist ein Land, das seit seiner Gründung 1948 die Palästinenser diskriminiert und schikaniert. Das „Heilige Land“ stellt sich bei all diesen Konflikten selber immer als das Opfer dar. Ein Opfer, das gegen einen übermächtigen Feind kämpfen muss, um zu überleben. Selbst die deutschen Medien vermitteln uns mitunter diese Version der Geschichte. Dieser Mythos entspricht nicht der Realität. Israel ist die einzige Atommacht im Nahen Osten, bis an die Zähne bewaffnet, und weiß bei allen kriegerischen Auseinandersetzungen die USA hinter sich. Zudem verfügt kein anderer Staat in den Vereinigten Staaten und Deutschland über eine besser vernetzte Lobby. Wer immer es wagt, eine israelische Regierung in der Öffentlichkeit für deren Außen-, aber auch Innenpolitik zu kritisieren, bekommt unmittelbar die Antisemitismuskeule >>>

 


 

Rede Inge Höger am 26.07.2014 in Berlin - Stoppt den Krieg in Gaza! Für Frieden in Gaza! - Liebe Freundinnen und Freunde, wir demonstrieren hier heute für Frieden in Gaza. Wir demonstrieren für Frieden in Gaza, in Palästina, in Israel, in Syrien, im Irak und in der Ukraine. Wir fordern Frieden überall in der Welt. Der Krieg gegen Gaza verschärft erneut die Kollektivstrafe der Besatzung des Gazastreifens. Allein aufgrund der Blockade fehlt es ständig an Lebensmitteln, an Baustoffen und grundlegenden technischen Hilfsmitteln. Und im Krieg werden Häuser und die Infrastruktur endgültig zerstört. Und die Menschen können nicht fliehen, weil Gaza weiterhin eingeschlossen ist.(...) Die Geschichte wiederholt sich.

Die aktuelle Entwicklung des Krieges Israels gegen Gaza erinnert an den Gaza-Krieg um die Jahreswende 2008/2009.Während der Militäraktion „Gegossenes Blei“ wurden in knapp drei Wochen mehr als 1.400 Menschen getötet – die meisten von ihnen Zivilisten. Wohnhäuser, Schulen, Betriebe sowie Krankenhäuser und landwirtschaftliche Einrichtungen wurden zerbombt. Ein großer Teil der Infrastruktur, Strom-, Wasser- und Abwassersysteme wurden zerstört. Mehr als 600.000 t Schutt blieben übrig. Der Goldstone-Bericht dokumentierte im November 2009 das Ausmaß der Zerstörung. Die Schäden konnten aufgrund der Blockade nie behoben werden.

Auch deshalb haben sich 2010 Aktivistinnen und Aktivisten mit der Gaza-Flottille, mit einem Hilfskonvoi beladen mit Baumaterialen und medizinischen Hilfsgütern auf den Weg nach Gaza gemacht. Wir wollten auf die Blockade aufmerksam machen und Hilfsgüter nach Gaza bringen. Nichts hat sich geändert. Es vergeht selten eine Woche in der nicht israelische Kampfjets, Armee oder Marine Land und Leute in Gaza attackieren. >>>



 

Berliner Muslime - Liebe Berliner, Wir die Berliner Muslime sind besorgt über die Eskalation und das Vorgehen der militärischen Aktionen in Gaza. -

Die humanitäre Katastrophe - Lieber Berliner, eine Handlung führt zu einer Gegenhandlung, eine Aktion provoziert eine Reaktion und so kommt es, dass bestimmte Dinge über mehrere Generationen hinweg bestehen bleiben und sich gegenseitig immer weiter hochschaukeln. Irgendwann spielt es auch keine Rolle mehr, wie alles begonnen hat. Genau wie im Israel-Palästina-Konflikt. Viele von uns sind mit den Bildern und Nachrichten über diesen Konflikt aufgewachsen. Das muss endlich ein Ende haben. Die kommenden Generationen sollen nicht dieselben leidvollen Bilder sehen müssen wie wir.

Krieg, Unrecht und Ungerechtigkeit sind so alt wie die Menschheit selbst. Doch was auch passiert, eines muss gewahrt bleiben, nämlich die Menschenrechte! Die Menschenrechte müssen in jedem Falle geschützt werden. Seit 14 Jahrhunderten verfolgt unsere Religion das Ziel, das Leben, den Glauben, die Gedankenfreiheit, das Recht auf Entfaltung, das Recht auf Eigentum sowie Frauenrechte zu schützen.

Für die israelischen Regierungen jedoch scheinen Menschenrechte nicht bindend zu sein. Die erneuten Angriffe versperren den Weg zum Frieden. Dabei hängen der Frieden und die Sicherheit Israels insbesondere mit dem Frieden in der Region zusammen. Die Tatsache, dass kein Unterschied zwischen Militär und Zivilbevölkerung gemacht wird, dass der Gazastreifen seit Jahren abgeschottet wird und einem Freiluftgefängnis ähnelt, provoziert einen noch viel größeren Krieg. Indes versucht die israelische Regierung ihren ungerechten Krieg zu legitimieren und entzieht Palästina dabei selbst die grundlegendsten Rechte. >>>

Kein Frieden in Gaza - Trotz Ankündigung einer weiteren Waffenruhe durch die Hamas: israelisches Bombardement und Alarmsirenen in Israel. Insgesamt mindestens 1058 Palästinenser getötet - Karin Leukefeld - Die palästinensische Organisation Hamas hat am Sonntag im Gazastreifen eine 24stündige humanitäre Waffenruhe ausgerufen, die offenbar aber nicht eingehalten worden ist. Anläßlich des Festes Eid Al-Fitr, mit dem die Muslime in aller Welt das Ende des Fastenmonats Ramadan feiern, hätten sich alle bewaffneten Fraktionen im Gazastreifen auf diese Waffenruhe geeinigt, erklärte Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri. Die Waffenruhe solle um 14 Uhr (Ortszeit) beginnen. Man komme damit einer Aufforderung der Vereinten Nationen nach. Dem arabischen Nachrichtenportal Al-Dschasira zufolge war nach 14 Uhr sowohl israelisches Bombardement im Gazastreifen zu hören wie auch Sirenen in israelischen Gemeinden. >>>

Shejaia – von Israel in Schutt und Asche gebombt - Besonders gelitten unter den israelischen Angriffen hat Shejaia. Der Vorort im Osten von Gaza-Stadt, zwei Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt, gilt für die israelische Armee als Hochburg der Hamas. Sechs Tage lang wurde Shejaia beschossen, in eine Trümmerwüste verwandelt. Die Palästinenser sprechen von einem Massaker. An die 100.000 Einwohner flohen vor dem Bombardement aus Shejaia. Während der Feuerpause kehrten einige zurück, um zu sehen, was aus ihren Häusern geworden ist. “Sie haben mein Haus zerstört, möge Allah sie zerstören! All diese Leute haben mit ihrem Blut das aufgebaut. Ihr ganzes Laben lang. In einem einzigen Moment haben sie alles zerstört. Möge Allah uns beistehen und Kraft geben”, klagt eine Frau. In einem der wenigen Häuser, die nicht zerstört wurden, hatten sich israelische Scharfschützen eingerichtet. Der Eigentümer, der uns seine Wohnung zeigt, sagt, als er floh, sei alles ordentlich gewesen. Die Unordnung hätten die Soldaten hinterlassen, Matratzen, Türen und Mehltüten als Splitterschutz verwendet. Unter ein Fenster eine Karte mit Zielen gezeichnet. Die Sandwiches, die die Israelis zurückgelassen haben, und seine eigenen Lebensmittel will er wegschmeißen. Er fürchtet, sie könnten vergiftet worden sein. >>>

Bilder - Al-Shajayeeh Neighborhood in Gaza before and after . 12 hours of cease fire 85 bodies found so far



„Mein Herz ist tot” - Ein Report aus Gaza  - Ala Qandil - Tausende fliehen aus dem Ostteil von Gaza City. Viele in dem Massenexodus laufen barfuß, manche noch im Pyjama und tragen ihre schlafenden Kinder. Einige haben Plastiktüten mit ein paar Tomaten und Gurken dabei. Überlebende berichten, sie hätten Massaker und gewaltige Zerstörungen von Wohngebieten beobachtet. Nach einer Nacht heftiger Panzer-Attacken und Bombardierungen aus der Luft liegen die Leichen der Getöteten überall auf den Straßen verstreut herum. Wer noch irgendwie konnte, flieht – meistens ohne zu wissen, wohin. Unzählige Häuser wurden getroffen in Shajaiya, und der Beschuss lässt nicht nach. Die Ambulanzen und Bergungshelfer haben große Mühe, an die Orten der Verwüstung zu gelangen. Und die Sanitäter, denen es gelingt, riskieren ihr Leben: „Wir waren am Sonntag dort, um nach Verletzten zu suchen und die Leichen einzusammeln. Wir fanden so viele tote Frauen und Kinder. Sie hatten es nicht mehr geschafft rauszukommen“, berichtet Ayman Badwan, Direktor der Palästinensischen Zivilverteidigung in Tel el-Hawa >>>*

 

Aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet - Martin Lejeune - 700 Muslime beten in engen Reihen in der Kirche des Sankt Porphyrios-Klosters der Erzdiözese Gaza. Die 150 muslimischen Familien sind aus den umkämpften Gebieten des Gazastreifens geflüchtet und haben in dem griechisch-orthodoxen Kloster Zuflucht gefunden.

Weil am Freitag auf den Straßen gekämpft wird, versammeln sie sich zum Freitagsgebet in der Kirche. "Muslime und Christen leiden gleichermaßen unter der Bombardierung von Gaza", sagt eine 32-jährige muslimische Frau, die aus dem völlig zerstörten Viertel Shajaiya ins Kloster geflüchtet ist. "Ich fühle mich den Christen tief verbunden in diesen schweren Stunden.", sagt sie und hält ihr neugeborenes Baby im Arm, das am dritten Tag des Krieges zur Welt kam und Issa, Jesus, heißt.

Am Samstag dann nutzte die im Gazastreifen sehr aktive Hilfsorganisation Islamic Relief die Feuerpause um die 700 völlig mittellosen Flüchtlinge in der Kirche mit Lebensmitteln, Wasser, Decken und Medikamenten zu versorgen. (Siehe auch das Bild) Vor dem Innenhof des Klosters steht ein Lkw der Hilfsorganisation, der Überlebenspakete liefert. Rami Mahani, Manager der Humanitären Nothilfe von Islamic Relief, warnt vor einer humanitären Katastrophe im Gazastreifen:

"Seit Beginn der Angriffe vor fast drei Wochen gibt es 200.000 Flüchtlinge. Diese während des Ramadan bei Rekordtemperaturen um 35°C und der anhaltenden Blockade des Gazastreifens ausreichend zu versorgen, ist nahezu unmöglich."

Während der Waffenruhe zeigt sich das wahre Ausmaß der Zerstörungen. Die oberen Stockwerke eines Wohnhauses in der Umar-al-Mukhtar-Straße, der Hauptstraße von Gaza Stadt, sind vollständig zerstört. Das zerbombte Haus heißt Bursch Assalam, Friedensturm. Autofahrer, die am Samstag während der Waffenruhe die Zerstörungen in Gaza besichtigen, müssen zuerst einen hohen Schuttberg vor dem Haus umfahren. In diesem Haus wurden am 21. Juli sieben Deutsche und fünf Palästinenser getötet, als zur Zeit des Fastenbrechens um 19:45 Uhr eine Rakete der israelischen Streitkräfte einschlug. Die Toten von Gaza haben Namen: Ibrahim Kilani, 53, seine Frau Taghreed, 45, ihre Kinder Yasin Ibrahim, 9, Yaser, 8, Elyas, 4, und Sawsan, 11. Die Kilanis stehen auf der Liste der Todesopfer, die das Gesundheitsministerium von Gaza seit Beginn des Krieges am 8. Juli führt, an 555. bis 561. Stelle. Die Toten von Gaza hatten ein Leben: Ibrahim war ein angesehener Architekt und in viele große Bauprojekte im Gazastreifen involviert. Hatem Ragab, 52, von Beruf Ingenieur im Ministerium der Kommunalverwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist Ibrahims Freund. Beide Familien mußten aus ihrer heftig umkämpften Heimatstadt Beit Lahia im Norden des Gazastreifens nach Gaza Stadt fliehen, wo sie sich in Sicherheit wähnten.

Hatem, der als Nachbar die Bombardierung des Friedensturms hautnah miterlebte, ist wütend: "12 Menschen, Zivilisten, wurden hier kaltblütig von Israelis ermordet. Im Friedensturm waren keine Kämpfer." Das stimmt. Das moderne Hochhaus steht im Reichen-Viertel des Gazastreifens, das Beverly Hills genannt wird. Hier leben Geschäftsmänner mit Kontakten in die Emirate oder eben auch ein erfolgreicher deutscher Architekt. "Die Eigentümer sind um das Wohl ihrer Luxusimmobilien besorgt", bestätigt ein Anwohner, "sie würden niemals einem Kämpfer Unterschlupf bieten." Der Angriff auf Beverly Hills zeigt, daß es im wahrsten Sinne des Wortes keinen einzigen Ort in Gaza gibt, der sicher ist.

"Wir sind den Israelis schutzlos ausgeliefert. Wir haben keine Bunker, in denen wir vor den Bomben der F16- und F22-Kampfjets, der Kriegsschiffe und der Artillerie Schutz finden und es gibt kein Nachbarland in das wir fliehen können." Alle Grenzen von Gaza sind seit acht Jahren zu. Hatem bestätigt, daß alle getöteten Kilanis Deutsche sind. "Warum verurteilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza?", fragt Hatem.

"1032 Palästinenser wurden bisher durch die israelische Offensive getötet, mindestens 75 Prozent von ihnen sind Zivilisten", sagt Ashraf al-Qidra, Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza.

Recherchen in der Notaufnahme des Al Shifa Krankenhauses in Gaza Stadt belegen, daß der Anteil der Zivilisten unter den Kriegsopfern hoch ist. Dr. Youssef Abu Rysh, Leiter der Notaufnahme, arbeitet seit Beginn der Angriffe am 8. Juli im Al Shifa Krankenhaus und schläft jeden Tag nur für drei Stunden auf einer Matratze in seinem Büro. "Sehen Sie sich die Toten und Verletzen der Angriffe hier bei uns an. Es werden fast nur unbeteiligte Kinder und Frauen getötet. Das sind alles Kriegsverbrechen, die von unabhängigen internationalen Experten untersucht werden müssen", fordert Abu Rysh. Obwohl der Schichtbetrieb außer Kraft gesetzt wurde und sämtliche Mediziner und Krankenpfleger des Hospitals im Dauer-Notdienst sind, können die Ärzte nicht schnell genug allen schwer Verletzten helfen. "Es sterben Patienten im Krankenhaus, weil wir nicht genug Personal und medizinisches Gerät haben, um allen rechtzeitig zu helfen", klagt Abu Rysh. "Nicht nur die aktuellen Angriffe, auch die Folgen der achtjährigen Blockade töten die Menschen", kritisiert der Arzt.

In den Fluren des Hospitals liegen schwer Verletzte und sogar Tote nebeneinander. Ein Mädchen im Kindergartenalter mit schweren Verletzungen an den Beine, ein Junge, kaum acht Jahre alt, mit starken Verbrennungen, dessen Körper nach verbrannter Haut riecht, warten hier auf einen freien Platz im Operationssaal. Weil auch das Leichenschauhaus des Krankenhauses überfüllt ist, müssen die beiden Verletzten neben einer toten Frau liegen. Die beiden sind zwei von 200 Verletzten aus der UN-Schule in Beit Hanun im Norden des Gazastreifens, die am Donnerstag von mindestens einem Geschoß eines israelischen Panzers getroffen wurde, wie ein AFP-Fotograf bezeugt. In der Schule in Beit Hanoun sollen sich Augenzeugenberichten nach ausschließlich Zivilisten aufgehalten haben. "Ist dieses Mädchen eine Hamas-Kämpferin, ist dieser Junge ein Kämpfer des Islamischen Dschihads? Haben sich diese Kinder in einem Tunnel der Widerstandskämpfer versteckt? Nein, sie wurden in einer UN-Schule bombardiert", klagt Abu Rysh.

Die Grundschule in Beit Hanoun gehört zum UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Chris Gunness, Sprecher der UNRWA, vergleicht die Angriffe auf Gaza inzwischen mit den Auswirkungen eines "Tsunami". Er erzählt, die UNRWA habe in den Stunden vor dem Angriff auf die Schule die genauen GPS-Daten der Einrichtung an die israelischen Streitkräfte gemeldet, aber vergeblich versucht, mit der Armee eine Evakuierung zu koordinieren. "Wie können wir nachts noch ruhig schlafen, wenn in Gaza alptraumhafte Massaker wie das von Beit Hanoun geschehen?", fragt Gunness Das ist für den Vertreter einer UN-Mission, die normalerweise höchstens indirekt Vorwürfe gegen die israelischen Streitkräfte erhebt, schon ein deutliches Signal an die Öffentlichkeit.

"Weißt Du was das Gefährlichste ist im Gazastreifen?", fragt ein Taxifahrer, der gerade ein verletztes Kind ins Al Shifa-Krankenhaus gebracht hat. "Kinder", antwortet er. "Die Israelis konzentrieren ihren Beschuß auf unsere Kinder. Also halte Dich von Kinder fern", rät er dem Besucher im Gazastreifen. Was wie Irrsinn klingt, daß Kinder das Gefährlichste im Gazastreifen wären, ist statistisch nachweisbar. 40 Prozent der getöteten palästinensischen Zivilisten sind Kinder. Samantha Maurin, Sprecherin von Ärzte ohne Grenzen in Paris, die derzeit im Al Shifa-Krankenhaus vier Mediziner ihrer Organisation betreut, bezeugt: "Wir haben hier bisher nur verwundete Frauen und Kinder gesehen." Ihre Stimme klingt vorwurfsvoll. Auf einem Flug zwischen der Notaufnahme und dem Operationssaal beschreibt sie die Arbeitsbedingungen der Ärzte von Gaza: "Ich muß den palästinensischen Ärzten vor Ort meinen Respekt zollen. Sie arbeiten in 40-Stunden-Schichten, sie sind gestreßt, müde und haben kein Privatleben mehr. Trotzdem beschweren sie sich nicht und arbeiten auf einem unglaublich hohen professionellen Niveau. So einen Einsatz habe ich noch nie erlebt. Und trotzdem schaffen sie es nicht, allen Verletzten zu helfen."           Bild: Islamic Relief distributes food and medicine to rebugees in Gaza - Martin Lejeune

Interview mit Major Arye Sharuz Shalicar, Sprecher der israelischen Streitkräfte (IDF) in Jerusalem über den Krieg im Gazastreifen. - Martin Lejeune - Wer sagt die Wahrheit über die Ereignisse während dieses Krieges, die IDF oder die Hamas? - Beide. Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri sagte offen und ehrlich auf Al-Aqsa TV, dass der Einsatz von Zivilisten als menschliche Schutzschilde gegen unsere Luftangriffe auf Abschussrampen und Waffenlager der Hamas ein legitimes Mittel sei. Unsere Seite ist bemüht größtmögliche Transparenz für Zivilisten und Journalisten zu schaffen, u.a. in dem wir über warnende Flugblätter und SMS unser militärisches Vorgehen im Vorfeld offenlegen und die Grenze zwischen Israel und Gaza für humanitäre Zwecke sowie Kriegsreporter offen halten.

Weshalb tötet die IDF in diesem Krieg - den Angaben der UN-Organisation OCHAoPt nach - Zivilisten, unter ihnen mindestens 200 Kinder?

Die Israelischen Verteidigungskräfte sind die einzige Partei in diesem Konflikt, die den Status von internationalen Organisationen respektiert. Wir bemühen uns nach bestem Gewissen Schaden von diesen abzuwenden und zivile Opfer zu vermeiden, im Gegenteil zur Terror-Organisation Hamas, die diese Gebäude als Waffenlager benutzt und unschuldige Zivilisten, zu unser aller Schrecken leider auch Kinder, als menschliche Schutzschilde missbraucht.

Was ist das Ziel der IDF, auf das die militärischen Handlungen abzielen?

Das Ziel der Israelischen Verteidigungskräfte ist es, den Frieden und die Sicherheit für die israelische Zivilbevölkerung wiederherzustellen, die unter dem wahllosen Dauerbeschuss von Raketen leidet und mit der Gefahr lebt von Terroristen, die aus Tunneln kommen, im eigenen Land ermordet und entführt zu werden.

Hat die IDF das Ausmaß der Tunnelsysteme völlig unterschätzt und braucht daher nun mehr Zeit als vermutet für die Militäraktion?

Wir waren uns darüber im klaren, dass die Hamas fortwährend bemüht war ein immer weiter ausgeklügeltes und verzweigtes Tunnelnetz für ihre Waffenschmuggel und Terrorvorhaben, wie Mordanschläge und Entführungen zu schaffen. Bisher haben wir über 30 solcher Tunnel offengelegt und fast 40% des Raketenarsenals der Hamas zerstört, sowie über 240 Terroristen ausgeschaltet. Über die Dauer der Operation entscheidet unsere politische Führung und wir als Armee unterstützen die Regierung in ihrem Ziel die Infrastruktur der Hamas zu zerschlagen und dauerhafte Sicherheit für die israelische Bevölkerung zu schaffen.

Hat die IDF soviel Widerstand erwartet?

Die Israelischen Verteidigungskräfte waren auf den Widerstand vorbereitet, den man von einer Terrororganisation wie der Hamas erwarten kann, die Jahre lang enorme finanzielle Mittel in den Aufbau ihrer Strukturen und Waffenlager gesteckt hat. - Die Fragen habe ich Major Arye Sharuz Shalicar vom Gazastreifen aus per E-Mail gestellt.

Bild - Major Sharuz Shalicar - Martin Lejeune

Petition: Schluss mit der israelischen Apartheid! Boykott, Embargo und Anklage – Jetzt! - Stop Israeli Apartheid! Boycott, Embargo and Indictments Now! - Wir sind israelische Bürger und wir sind uns sehr wohl bewusst, dass Israel ein Apartheid-Staat ist. Wir sind seit Jahren aktiv gegen die rassistische und repressive Politik der israelischen Kolonisierung, Besatzung und Apartheid, einschließlich der unmenschlichen Belagerung von Gaza. Israel überzieht das belagerte Gaza mit seinen über 1,5 Millionen Menschen mit Terror, Zerstörung und Tod. Wir möchten die Welt daran erinnern, dass dieser Politik ein Ende gesetzt werden kann, wenn wir alle diejenigen ins Visier nehmen, die dafür verantwortlich sind. Wir haben verfolgt welche Unternehmen, israelische und internationale, die hier stattfindende menschliche Tragödie, in eine Quelle leichten Gewinns umwandeln. >>>

Robert Fisk: What if it had been 35 Palestinian dead, and 800 Israeli? - Many hundreds of thousands of people – I wish I could say millions – around the world want an end to this impunity - Impunity is the word that comes to mind. Eight hundred dead Palestinians. Eight hundred. That’s infinitely more than twice the total dead of flight MH17 over Ukraine. And if you refer only to the “innocent” dead – ie no Hamas fighters, young sympathisers or corrupt Hamas officials, with whom the Israelis will, in due course, have to talk – then the women and children and elderly who have been slaughtered in Gaza are still well over the total number of MH17 victims. And there’s something very odd, isn’t there, about our reactions to these two outrageous death tolls. In Gaza, we plead for a ceasefire but let them bury their dead in the sweltering slums of Gaza and cannot even open a humanitarian route for the wounded. For the passengers on MH17, we demand – immediately – proper burial and care for the relatives of the dead. We curse those who left bodies lying in the fields of eastern Ukraine – as many bodies have been lying, for a shorter time, perhaps, but under an equally oven-like sky, in Gaza. >>>

27. 7. 2014

Abraham Melzer - Rede vom 26. 7. 2014  auf dem Römerberg in Frankfurt

 

Meine Damen und Herren, liebe Freunde,
bevor ich mit dem von mir vorbereiteten Vortrag beginne, möchte ich von einem Vorfall berichten, der sich vor der Kundgebung hier auf dem Platz ereignet hat. Ich stand neben einer Gruppe von HR-Journalisten und Kameraleuten als ich plötzlich folgendes hörte: „Wir müssen nur einen Irren filmen, der antisemitische Parolen verbreitet, dann haben wir unseren Beitrag.“

Ich war schockiert und verärgert und nahm mir vor euch davon zu berichten.

Ich bin Mitglied der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden und es ist kein Zufall, dass wir in unserem Namen genau dasselbe Motto haben wie diese Veranstaltung heute hier: Frieden und Gerechtigkeit. Auch der Staat Israel und besonders seine zionistischen Führer wie Peres und Netanjahu sagen immer wieder wie ein tibetisches Mantra, dass sie Frieden wollen. Aber sie wollen einen von ihnen den Palästinensern diktierten Frieden. Frieden allein ohne Gerechtigkeit ist nichts wert.

Ich empfinde es als Ehre hier reden zu dürfen und so wie mein Vater seinerzeit mit Stalingrad fühlte, so möchte heute, angesichts der Ereignisse in Gaza ausdrücklich betonen:

ICH BIN EIN PALÄSTINENSER.

Israel rühmt sich die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein und ist stolz darauf die moralischste Armee der Welt zu haben. Leider merken die meisten seiner Bürger nicht den gewaltigen unüberbrückbaren Widerspruch zwischen diesem Anspruch und der bitteren, traurigen und grausamen Realität. Sie wollen nicht sehen zu welchen Verbrechen ihre Armee fähig ist und sie wollen nicht wissen wie verstockt, selbstgerecht und letzten Endes dumm ihre politischen Führer sind. Sie wollen nicht sehen, dass ihre moralischste Armee seit Jahren und Jahrzehnten ein anderes Volk unterdrückt und ihm die elementarsten Menschenrechte und das Recht auf nationale Unabhängigkeit vorenthält.

Collage zum vergrößern anklicken

In diesem Krieg, der diese Tage in Gaza tobt, hat Israel nur ein Ziel, ein für alle Mal der Beschießung Israels durch Kassam Raketen ein Ende zu machen, ein für alle Mal die Tunnel zu beseitigen. Für immer.

Warum spricht man nicht miteinander. Weil man nicht miteinander spricht. Man tötet einander.

Das ist aber kein Krieg gegen den Terror, wie Israel behauptet. Das ist blanker Terror gegen eine zivile Bevölkerung.

Keine der Seiten hat eine logische und erfolgversprechende Strategie. Die Hamas schießt seine Raketen ziellos auf eine Zivilbevölkerung in der Hoffnung, dass es die Moral der Israelis bricht. Die Israelis bombardieren und zerstören Gaza in der Hoffnung, dass die Bevölkerung, die übrigbleiben wird, ihre Führung vertreibt.

Beide Hoffnungen sind vergeblich, denn die Geschichte hat uns immer wieder gezeigt, dass die Terrorisierung einer Bevölkerung diese nicht ängstigt sondern vereint. Man hasst den Feind dann umso mehr. Das passiert jetzt wieder auf beiden Seiten. Wenn wir von „beiden“ Seiten reden, dann klingt es so, als ob es zwischen beiden Gegnern eine Symmetrie gibt. Aber dieser Krieg ist weit davon entfernt ein symmetrischer Krieg zu sein. Die israelische Militärmaschinerie ist eine der größten der Welt, während die Hamas nur einige wenige Tausend Kämpfer hat.

Wir wissen schon seit langem, dass keine der Kontrahenten die gegnerische Seite bezwingen kann. Warum wird also weitergemacht?

Weil man nicht miteinander reden kann. Weil man nicht miteinander reden will.

Israels ehemaliger Verteidigungsminister Mofas sagte soeben der Presse, dass Israel nicht aufhören wird, weil Israel von der ganzen Welt unterstützt wird. Das stimmt leider.

Eine Menge Vermittler sind vorort, die aber alle eine ziemlich erbärmliche Figur abgeben. So schlug der amerikanische Außenminister Kerry eine fünftägige Feuerpause vor, allerdings nur für die Hamas. Die Israelis sollen weiter die Tunnel zerstören und Hamas Kämpfer töten dürfen. Bei solchen Vorschlägen kann man nicht so viel essen, wie man kotzen möchte. Ban Ki Moon von der UN läuft hin und her und redet dummes Zeug.

Am Ende wird es eine Waffenruhe geben, aber es wird nicht das Ende sein.

Was wird bleiben?

Der Hass zwischen beiden Seiten. Der Hass wird bleiben.

Was kann man tun?

Wir von der Jüdischen Stimme würden als erstes alle dummen und unqualifizierten Vermittler nach Hause schicken und direkte Gespräche mit der Hamas anstreben, allerdings auf Augenhöhe.

Wir fordern die Belagerung von Gaza auf dem Land, in der Luft und im Meer zu beenden und wir würden den Behörden in Gaza ermöglichen einen Seehafen und einen Flughafen zu bauen, damit die Isolation der Menschen einfürallemal beendet wird.

Wir würden auch die Hamas auffordern die Raketen zu beseitigen und die Tunnel zu beseitigen, wobei vorher natürlich internationale Garantien gegeben werden müssen.

Wir würden alle politischen Gefangenen befreien.

Wir würden die Welt auffordern die palästinensische Einheitsregierung anzuerkennen.

Wir würden sofort mit der palästinensischen Regierung Friedensverhandlungen aufnehmen, um einen gerechten Frieden zu erreichen.

Kurzum, wir würden den Krieg beenden. Ein für alle Mal.

Auch Rufe wie „Tod den Juden“ können nicht akzeptiert werden. Sie sind für uns alle kontraproduktiv. Es wäre deshalb dringend erforderlich, dass man in Deutschland endlich zwischen Juden und Israelis unterscheidet. Man soll nicht alle Juden in Haft nehmen für die Politik Israels. Gleichwohl wäre zu wünschen, dass die Juden in Deutschland und überall auf der Welt nicht so blind und stumm sich hinter Israel stellen und in jeder Kritik an Israel Antisemitismus sehen. Übertrieben hat es der deutsche Justizminister Maaß, der von Kritik gegen die Judenheit sprach. Judenheit und Israel sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Es ist eine Schande, dass die Opfer des Dritten Reiches instrumentalisiert und absurde falsche Vergleiche angestellt werden. Die Aufgeregtheit dieser „respektablen“ Gesellschaft ist absurd. Es soll vom Thema abgelenkt werden. Wo ist die Empörung angesichts des Leides und der Not in Gaza? Wo ist zumindest eine halbwegs mitfühlende Distanzierung vom Massaker in Gaza? Diese zum Teil künstliche Aufregung wegen eines möglichen oder tatsächlichen Antisemitismus ist wirklich pervers angesichts der täglichen Meldungen aus Gaza über Opfer von unschuldigen Kinder und Frauen. Da sterben und leiden die Menschen in Gaza und hier faselt man von Vergleiche mit dem Dritten Reich. Ist es nicht der Staat Israel, der bis an die Zähne bewaffnet eine zivile Bevölkerung von fast zwei Millionen Menschen in Gaza terrorisiert? Es sind nicht die Juden, sondern der Staat Israel und seine angeblich moralischste Armee der Welt, die Empörung, Verzweiflung, Zorn und Wut bei vielen Menschen hervorrufen. Wir müssen den Mut haben die Dinge zu benennen wie sie wirklich sind. Israel kann kein Sonderrecht für sich in Anspruch nehmen, dass es sich verteidigen kann und darf. Während es den Palästinensern dieses Recht abspricht. Israel bombardiert gnadenlos eine ungeschützte Stadt, und nimmt in Kauf den Tod von unzähligen Zivilisten.

Gebetsmühlenartig wird das Selbstverteidigungsrecht des demokratischen Israel wiederholt. Jede Rede beginnt mit einer Solidaritätsbekundung für Israel. Haben denn die Palästinenser kein Selbstverteidigungsrecht?

Man regt sich zurecht auf über Parolen wie „Tod den Juden“. Warum regt man sich nicht auf über Parolen in israelischen Straßen wie: Tod den Arabern?

Wenn wir endlich einsehen und anerkennen, dass die Palästinenser anstelle der Deutschen den Preis für den jüdischen Holocaust bezahlt haben.

Die Wiedergutmachung, die Deutschland bezahlt hat kann nicht wieder gut machen, dass das Lebensglück der Israelis dadurch erkauft wurde, dass ein anderes Volk, die Palästinenser, todunglücklich wurden.

Die arge Not der Menschen in Palästina, die dort in der Tat als Palästinenser leben und nicht als Juden, zwingt zum Widerstand gegen die inhumane Politik der Zionisten, die über das Land herrschen.

Die Politik des Staates Israel ist rassistisch, nationalistisch, ungerecht und in der Tat auch bösartig, zumindest gegenüber den Palästinensern. Man muss wirklich nicht Antisemit sein, um Israels Politik zu kritisieren und Tatsache ist, dass ausgerechnet viele Antisemiten in Deutschland, Frankreich, Holland und anderswo Israel gar nicht kritisieren, sondern bewundern

In Israel ist nach dem Krieg immer auch vor dem Krieg. Wir müssen endlich damit Schluß machen und wenn die Israelis und Palästinensern es nicht können, dann müssen sie durch uns Europäer und auch durch uns Deutschen dazu gezwungen werden. Denn schließlich geht es auch um unsere Sicherheit.


Texte von Abraham Melzer >>>

Ein Exsoldat bekämpft den Krieg - KRIEGSGEGNER  - Nicht nur arabische Bürger Israels protestieren gegen die Militäroperation in Gaza. Auch Juden fordern ein Ende der Angriffe - Unter arabischen Bürgern Israels wächst die Wut über den Krieg gegen die Hamas. In den Städten Nazareth und Sachnin schlossen sich die allermeisten Einwohner einem Generalstreik an - und verwandelten beide Orte in Geisterstädte. Die Reaktion israelischer Nationalisten blieb nicht aus. Israels Außenminister Avigdor Lieberman etwa rief auf seiner Facebookseite dazu auf, alle arabischen Geschäfte zu boykottieren, die sich am Streik beteiligten. Aber auch auf der jüdischen Seite weigert sich eine kleine Gruppe von Aktivisten, sich in diesen Sog des Krieges ziehen zu lassen. In Orten wie Haifa oder Tel Aviv demonstrieren Exsoldaten und bekannte Künstler gegen den Krieg in Gaza. Es sind Menschen wie der ehemalige Kampfpilot Yonathan Schapira, der keine Demo verpasst. Zu manchen bringt er seine zehn Monate alte Tochter mit. >>>

 

Bild links This is Emad, 7, and Qasam Elwan, 4. They were killed by an Israeli airstrike on the ‪#‎Gaza‬ Strip today 26. 7. 2014 Allah grant their family patience and rejoin them in Jannah.

Ellen Rohls hat aktuelle Informationen aus Gaza (Dr. Abed Schokry) - Über 50 Familien wurden vernichtet, getötet.

 

Ellen Rohlfs hat schon vor Jahren (immer noch aktuell) das Geschehen in Palästina dokumentiert:
 

Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina?
"Nur" Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder schleichender Völkermord?

Eine Dokumentation von Ellen-Ruth Rohlfs

3. erweiterte Auflage
Selbstverlag - Preis 12.- € - Zu beziehen über: ellen.rohlfs(at)freenet.de

Rezension 1
Rezension 2

Vorwort von Hajo Meyer. "Diese unsere verantwortlichen Politiker hoffentlich aufrüttelnde Dokumentation von Ellen Rohlfs ist allein mit der Absicht schlimmeres zu verhindern und mit dem großen Wunsch geschrieben worden, einen Weg zum Frieden zwischen beide Völkern zu finden"

Sonderseite: Ellen Rohlfs >>>

Konflikt zwischen Israel und Hamas: Ein Krieg, zwei Welten - Christoph Sydow - Durch die Feuerpause am Samstag wurde die Asymmetrie des Gaza-Konflikts sichtbar wie selten. Während die Menschen in Israel an die Strände strömen, ziehen die Palästinenser mehr als hundert Leichen aus den Trümmern.
(...) Verwesungsgestank in Schedschaija - Gut 80 Kilometer weiter südlich, im Gazastreifen, bietet sich zeitgleich ein Bild wie aus einer anderen Welt. Ruine reiht sich an Ruine, ganze Straßenzüge liegen in Trümmern. Wo bis vor wenigen Tagen noch mehrstöckige Häuser standen, klaffen tiefe Krater. Flüchtlinge wollen den Waffenstillstand nutzen, um wenigstens für ein paar Stunden zu ihren Wohnungen zurückzukehren - und stehen buchstäblich vor dem Nichts. Mehr als 130 Leichen ziehen Helfer im Laufe des Samstags aus den Trümmern im Gazastreifen. Weitere Tote werden noch unter den Schuttbergen vermutet. Seit Beginn der israelischen Militäroffensive "Fels in der Brandung" am 8. Juli sind damit mehr als tausend Palästinenser ums Leben gekommen. Besonders verheerend sind die Zerstörungen in Schedschaija, einem Viertel im Osten von Gaza-Stadt. Helfer berichten, dass der Verwesungsgeruch in den Straßen kaum zu ertragen sei. In ihrer Not haben die Menschen begonnen, ihre getöteten Angehörigen auf Freiflächen zwischen den Ruinen zu begraben - dort wo noch Platz ist. In den Ortschaften Beit Hanoun und Chan Junis sieht die Situation kaum anders aus, dort hatte die israelische Armee noch kurz vor Beginn der Feuerpause Ziele angegriffen und Dutzende Menschen getötet. >>>

 

Fotostrecke- Horror in Gaza, Entspannung in Israel >>>




„Nobel Peace Prize“ for Israel’s Defense Forces (IDF) - Dr. Ludwig Watzal  - For the time being, the Israeli military machinery has killed over 1 000 Palestinians, 80 per cent civilians. This “brilliant performance” should be honored. According to Israel’s US ambassador Ron Derner, the Israeli military should be awarded a Nobel Peace Prize. Before a group of Christian fundamentalists, the ambassador said: “Some are shamelessly accusing Israel of genocide and would put us in the dock for war crimes. But the truth is that the Israel Defense Forces should be given (…) a Nobel Peace Prize for fighting with unimaginable restraint.” >>>

AUDIO - Nahost-Experte Michael Lüders - "Es läuft auf eine Einstaatenlösung hinaus, auf einen jüdischen Staat" - Palästinenser wären in der Mehrheit – ein Problem, das Israel verdrängt - Moderation: Christopher Ricke - Obwohl Israel eine der modernsten Militärmächte der Welt sei, hätten sich Regierung und Militär bei der aktuellen Bodenoffensive im Gazastreifen "doch deutlich verschätzt", sagte der Nahost-Experte Michael Lüders im Deutschlandradio Kultur. Das Tunnelsystem der Hamas habe die israelische Seite "komplett überrascht". >>>

Die Unterwelt von Gaza -  Martin Gehlen - Der Weg nach und aus Gaza führt vor allem durch den Boden. Nicht nur für Terroristen – durch die Mehrzahl der Tunnel versorgen sich die Palästinenser mit dem Nötigsten. (...) so hat sich mit den Jahren entlang der Gaza-Grenzen eine bizarre Unterwelt entwickelt, aus etwa Zweitausend Tunneln, die Mehrzahl kommerziell, eine Minderzahl militärisch. Die Wirtschaftstunnel liegen an der Grenze zu Ägypten, die Militärtunnel überwiegend an der Grenze zu Israel. >>>

Deutschlandfunk: "Kontrovers" - Nächste Sendung: 28.07.2014 10:10 Uhr

Politisches Streitgespräch mit Studiogästen und Hörern - Israelfeindliche Ausschreitungen - Gibt es einen neuen Antisemitismus in Deutschland?

Studiogäste: Jerzy Montag, Bündnis 90 /Die Grünen, früherer Vorsitzender der Deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, Levi Salomon, Vorsitzender des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, Rolf Verleger, Universität Lübeck, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden - Am Mikrofon: Sandra Schulz

Hörertel.: 00800 - 4464 4464 -
kontrovers@deutschlandfunk.de

Verweigerte Feindschaft - Inge Günther - Israels kleinem Friedenslager gehen die Ideen nicht aus, trotz Einschüchterungen und Attacken. Jeden Freitag fahren die Demonstranten mit ihrem Bus von Jesrusalem an die Gaza-Grenze. Ihren Bus haben sie mit Rosen besteckt und mit Papierblumen beklebt. Vitali Markov und seine Freunde setzen im Krieg, den Israel und die Hamas inzwischen seit 18 Tagen gegen-einander führen, auf „Flower-power“. Einmal pro Woche, so auch an diesem Freitag, fahren sie in ihrem „Peace-Bus“ von Jerusalem aus runter an die Gaza-Grenze, nach Sederot und andere Gemeinden im Negev. Mit von der Partie: ein israelischer Liedermacher und mehrere Künstler, die auf diesem Wege für „Solidarität und Dialog“ werben wollen. Es ist eine kleine bunte Truppe, die sich Großes vorgenommen hat. „Wir werden unsere Reisen so lange fortsetzen “, sagt Markov, ein Student jüdisch-deutscher Geschichte an der Hebräischen Universität, „bis es einen wirklichen Frieden gibt.“ Die Idee dazu hat ihnen ein Film über Abie Nathan geliefert: ein legendärer, inzwischen verstorbener Kampfpilot, der 1973, im Jahr des Jom-Kippur-Krieges, mit Hilfe von John Lennon ein Schiff mietete, um von hoher See über den Piratensender „The Voice of Peace“ neben guter Pop-Musik Friedensbotschaften an Israelis und Ägypter auszustrahlen >>>

Israelis protesting the Gaza war in Tel Aviv light candles to commemorate the victims. (photo: Oren Ziv/Activestills.org)Thousands gather in Tel Aviv’s Rabin Square. Police let the protest go ahead after canceling it two hours before it was set to start.  - Some 5,000 Israelis on Saturday evening protested the war in Gaza under the banner, ”No more deaths – Israeli-Palestinian peace, now.” The protest took place at Rabin Square in central Tel Aviv.

Speakers included Hadash MK Dov Khenin, an Israeli and Palestinian veteran from the organization Combatants for Peace, and Yifat Solel, the head of the Meretz party’s anti-occupation forum. Meretz, however, did not back the demonstration as a party. The speakers criticized the government for its attitude toward peace negotiations, and for resorting to war as a default policy. Demonstrators chanted “Jews and Arabs refuse to be enemies,” called for an end to the occupation and the siege on Gaza, and lit candles to commemorate the victims.

The cruel cease-fire charade - To achieve peace, the US and Israel must negotiate with Hamas in good faith - Richard Falk - So far, the diplomatic effort to end the violence in Gaza has failed miserably, with Israel on Friday rejecting a cease-fire proposal from U.S. Secretary of State John Kerry. (On Saturday Israel and Hamas agreed to a 12-hour humanitarian pause in the fighting brokered by the United Nations.) Washington’s attempt is representative of the overall failure of American policy toward the Israeli-Palestinian conflict, only on this occasion the consequences can be measured in the growing pile of dead bodies and the widespread devastation that includes numerous homes, public buildings and even artillery damage to several United Nations schools sheltering Palestinian civilians.

The U.S. approach fails because it exhibits extreme partisanship in a setting where trust, credibility and reciprocity are crucial. Kerry is undoubtedly dedicated to achieving a cease-fire, just as he demonstrated for most of the past year in pushing for a negotiated peace agreement between Israel and the Palestinian Authority. Yet the United States exhibited its tendency toward extreme partisanship when it designated Martin Indyk, a former staff member of the America Israel Public Affairs Committee (AIPAC) and former ambassador to Israel, as the U.S. special envoy to the peace talks. >>>

It Turns Out Hamas Didn’t Kidnap and Kill the 3 Israeli Teens After All [Updated] - Katie Zavadski - When the bodies of three Israeli teenagers, kidnapped in the West Bank, were found late last month, Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu did not mince words. "Hamas is responsible, and Hamas will pay," he said, initiating a campaign that eventually escalated into the present conflict in the region. But now, officials admit the kidnappings were not Hamas's handiwork after all. >>>

Aufruf der kulturschaffenden palästinensischen Organisationen, darunter das Freedom Theatre, Jenin: Statement by Palestinian performing art organizations - 17th July 2014 - We, cultural workers representing the majority of Palestinian performing art organizations, condemn the current Israeli attack and aggression on Gaza, and the indiscriminate killing and maiming of mainly civilians, among them many children and women.

As artists, the most powerful weapon we have is our ability to play, dream and imagine. The oppressive forces fear this weapon because as long as we are able to imagine another kind of reality, we have the power to pursue it - a free and just Palestine.

Israel is portraying the ongoing massacre in Gaza as a war between them and Hamas, as part of an obnoxious media campaign of turning the oppressed into the villains. This latest Israeli attack against Gaza is a crime that must be understood within the context of Israeli occupation and apartheid. For over six decades Palestinians have been systematically bereaved of their lands, their water and their freedom of movement. Settlements continue to be built, a wall is erected on occupied lands and Gaza has been under a suffocating blockade for over six years. These crimes must be condemned and acted upon immediately.

Among our companions are institutions that despite all the hardships continue to work in Gaza, using music, theatre and drama to comprehend, process, educate and mobilize. We stand with them and we ask you to do the same.

While governments are once again turning their backs, people around the world are raising their voices; taking to the streets and refusing to let the people of Gaza suffer in silence. We urge our colleagues, friends and partners not to stay silent and join us in our protest.

We call upon the world to put pressure on Israel to stop the blockade of Gaza.

We particularly call upon our fellow artists and cultural organizations to condemn the current aggressions against Gaza and the occupation of Palestine through petitions, protests and statements. Further to that, we urge you to act by supporting the Palestinian cultural and academic boycott of Israel (PACBI), thereby refusing to be complicit in the ongoing occupation and apartheid.

Together, we can turn hopelessness into determination and the forces of division into unity. It is within our power.

The undersigned, as founding members of the Palestinian Performing Art Programme (PPAN)
Al-Harah Theatre:
www.alharah.org 
The Magnificat Association:
www.magnificat.custodia.org
The Edward Said National Conservatory of Music: http://ncm.birzeit.edu/en
Al Kamandjati Association:
www.alkamandjati.com
Theatre Day Productions:
www.theatreday.org
Yes Theatre:
www.yestheatre.org
The Palestine Circus School:
www.palcircus.ps
The Freedom Theatre:
www.thefreedomtheatre.org
Popular Art Center:
http://www.popularartcentre.org/

El Funoun Dance Troupe: www.el-funoun.org
Ashtar Theatre:
www.ashtar-theatre.org
A.M Qattan Foundation:
http://www.qattanfoundation.org/en/
National Institution of Social care and Vocational training( Beit Atfal Assumoud)

Report: Jugend im Westjordanland begehrt wieder auf - Wie übergroße Hagelkörner liegen die Brocken auf dem Asphalt. Hunderte Pflastersteine, faustgroß, bedecken den Boden - als wären sie vom Himmel geregnet. In Wahrheit haben junge Palästinenser die Steine als Geschosse benutzt und sie auf israelische Soldaten geschleudert. Hier, am Grenzübergang Kalandia zwischen Jerusalem und Ramallah, sind die Überreste der Protestnacht noch nicht beseitigt. Es würde sich auch nicht lohnen: Die nächsten Krawalle kommen bestimmt. Seit Tagen entzünden sich im Westjordanland Proteste - im Schatten des Gaza-Kriegs. In Nablus und Hebron liefern sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei, in Ramallah marschieren Tausende Palästinenser auf. Am Grenzposten Kalandia entlädt sich ihre Wut. Sie werfen Steine, schießen mit Feuerwerksraketen, zünden Autoreifen an. Die israelischen Soldaten feuern mit Gummigeschossen und scharfer Munition. Seit Donnerstagnacht wurden neun Palästinenser durch Schüsse getötet. >>>

Where’s BBC scoop on Netanyahu’s big lie? - Johnathan Cook - 26 July 2014 Here’s a hugely significant story that I suspect will get almost no play outside Palestinian solidarity sites. Mickey Rosenfeld, the Israeli police spokesman, has told BBC reporter Jon Donnison that there are no grounds for believing Hamas ordered the abduction of three Israeli teens on June 12. Rather, the police say, it was carried out by a rogue cell from Hebron with a loose political affiliation to Hamas. >>>

Gaza war diary II: No one is safe, everyone is a target - Walid Abuzaid offers a look into the everyday reality of living in Gaza during the current violence. As the fighting worsens, he asks why Palestinians should settle when they haven’t got the rights they deserve. - Walid Abuzaid - It’s 10 p.m. when the power finally returns. The electricity has been down since 11 p.m. last night. The power company said the electricity lines were down during the bombardments and that there’ll only be six hours of electricity every day. I turn on the water heater so I can finally shower in the morning, since Eimar is asleep at last and I don’t want to make any noise. As I brush my teeth, I’m reminded of the salty water I have to shower in. When I asked the tower guard, Abu-Zeyad, about it when I returned home at the beginning of July, he said the water pipes for the whole neighborhood were damaged a while ago and no one has repaired them. I remember Mohammed, my friend from Beit Lahia, complaining about it since moving here after the war began. The water they use back in their home is really sweet coming from the wells. >>>


Gaza war diary- ‘A second of silence, then the bombs go off >>>

Israel Murders IDF Soldier to Prevent His Capture - Richard Silverstein - I’ve devoted a good deal of my life to Israel. I’ve studied, read, visited, lived, breathed it. Not in the way diehard pro-Israel fanatics do. But in a different way that matched my own intellectual and political proclivities. It’s a subject that is rich, varied, troubling, bedeviling, and exhilarating. But every once in a while I learn something I never thought possible; and I don’t mean this in a good way.

Tonight, my Israeli source informed me that Sgt. Guy Levy, serving in the armored corps, was captured by Hamas fighters. He had been part of a joint engineering-armored-combat unit searching for tunnels. Troops entered a structure and discovered a tunnel. Suddenly, out of the shaft sprang two militants who dragged one of the soldiers into it. By return fire, one of the Palestinians was killed, while the other fled, presumably with the soldier.

This Israeli report, which was censored by the IDF, says only that the attempt to capture the soldier failed. It says nothing about his fate. The expectation of anyone reading it would be that the soldier was freed. But he was not. In order to prevent the success of the operation, the IDF killed him. Nana reports that the IDF fired a tank shell into the building, which is the same way another captured soldier was killed by the IDF during Cast Lead.

I would presume that once the militant fled into the tunnel with his prisoner that the IDF destroyed the tunnel and entombed those within it, including the soldier. I would also presume that the IDF knows he is dead because they retrieved his body.  >>>

Turkey to send another Freedom Flotilla to Gaza . - The Turkish humanitarian relief organisation (IHH) is currently organising a "Freedom Flotilla II" which will carry humanitarian aid to the besieged Gaza Strip, IHH chairman Bulent Yildrim said Thursday. In statements to Gulf Online, Yildrim said that his organisation has embarked on legal procedures and paperwork required to obtain a permit for the trip. As soon as a final permit is issued, the IHH along with other international organisations will immediately set up the convoy. The chairman of IHH, a major organiser of the Gaza Freedom Flotilla I, said that Turkish army troops will accompany the ships to protect it from any potential attack, pointing out that his organisation demanded the government to provide protection for them as Turkish citizens.

The Turkish humanitarian relief organisation (IHH) is currently organising a "Freedom Flotilla II" which will carry humanitarian aid to the besieged Gaza Strip, IHH chairman Bulent Yildrim said Thursday. In statements to Gulf Online, Yildrim said that his organisation has embarked on legal procedures and paperwork required to obtain a permit for the trip. As soon as a final permit is issued, the IHH along with other international organisations will immediately set up the convoy. The chairman of IHH, a major organiser of the Gaza Freedom Flotilla I, said that Turkish army troops will accompany the ships to protect it from any potential attack, pointing out that his organisation demanded the government to provide protection for them as Turkish citizens. >>>

Kriegsverbrechen der Israelischen Armee gegen die Menschen in Gaza, mit Untertitel in Deutsch

Gaza: Is this a war on children?

26. 7. 2012

Eine genau kalkulierte Kampagne

Die hysterischen Warnungen vor einem neuen Antisemitismus in Deutschland sollen von Israels Vorgehen in Gaza ablenken

Arn Strohmeyer


Da schreien ein paar durchgeknallte Typen auf Demonstrationen gegen Israels Gaza-Krieg dumme und saublöde Parolen – und schon wird die Drohung einer neuen Hatz auf die Juden beschworen. Zustände wie zu Hitlers Zeiten stehen offenbar unmittelbar bevor. Ein Beispiel: In Bremen haben am Mittwoch 5000 Menschen gegen Israels Morden in Gaza protestiert. BILD machte im Vorfeld in gewohnt unverantwortlicher Manier daraus: „Morgen Hass-Demo in Bremen“. Schlimmer schon, dass der leitende Redakteur des öffentlich-rechtlichen Senders Radio Bremen, Jochen Grabler, vor der Demonstration seinen Hörern verkünden konnte: „Testosteron gepeitschte junge Männer vorneweg, verhetzt, aus jeder Pore dampfend vor Hass.” Und: “Wenn sich jetzt Andersdenkende nicht vor die Türe wagen, wenn – was Allah, der Christengott und Jahwe am besten gemeinsam verhüten mögen – Bremer Juden auf offener Straße angegriffen und gejagt werden, wenn Geschäfte gestürmt werden, weil irgendwer behauptet, sie seien in jüdischer Hand, wenn der Holocaust geleugnet, Fahnen des Heiligen Krieges hoch gehalten, Hitler gepriesen, die Juden ins Gas gewünscht….” Passiert ist in Bremen bei und nach der Demonstration nichts, die Polizei konnte keine besonderen Vorfälle melden. Alles verlief friedlich. Wer hetzt hier und wer sät Hass? Wie ist ein solcher Sudel- und Schmutzjournalismus in einem öffentlich-rechtlichen Sender möglich?
Wenn hier wirklich eine antisemitische Gefahr im Anzug wäre, jeder in diesem Volk hätte die unbedingte Pflicht, dem entschieden entgegenzutreten – mit allen nur denkbaren Mitteln. Es wird aber nicht auf deutschen Straßen gemordet, sondern in Gaza. Dort wird ein völkerrechtswidriger Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt (Verstoß gegen die Haager und Genfer Menschenrechtskonvention). Die hysterische Stimmung, die gewisse Kreise und auch die Bundesregierung einschließlich des Bundespräsidenten erzeugen, sieht nach einer gut organisierten und abgesprochenen Kampagne aus, bei der der Antisemitismus-Vorwurf kräftig geschürt und instrumentalisiert wird.
Denn merkwürdig, in dem Augenblick, als Menschen auf die Straße gingen, um gegen das Morden zu protestieren, kam sofort der Aufschrei: ein neuer Antisemitismus droht in Deutschland! Das Rezept der Kampagne ist zu simpel, als dass man es nicht durchschauen könnte. Es verläuft wie früher schon immer nach demselben Schema: Israel begeht schwere >>>

„Für Israels Recht auf Verteidigung“ -  Dr. Ludwig Watzal - Ein antideutscher Ideologe in der Neue Zürcher Zeitung? - Zunehmend kommen antideutsche und anti-islamische Ideologen auf der Debattenseite der "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) zu Wort, wenn es um die Meinungsmache um den Nahost-Konflikt geht. Seit dem Ausscheiden von Martin Woker als Chef des Ausland-Ressorts scheint ein Damm gebrochen zu sein. So konnte zum Beispiel Stephan Grigat - ein Vertreter dieser Richtung - in kürzester Zeit zweimal einen eher unterirdischen Kommentar zu diesem sehr komplexen Themenkomplex in der NZZ veröffentlichen. Dies scheint ein Indiz dafür zu sein, dass die NZZ zunehmend ins Fahrwasser extremistischer obskurer zionistischer Kräfte geraten ist. In Deutschland sind die Printmedien - und die "Staatsmedien" der Öffentlich-Rechtlichen sowieso - bereits unisono auf Pro-Israel-Kurs. Abweichende Meinungen, welche die Kriegsverbrechen der israelischen Kolonialmacht kritisieren, finden nur noch in Zeitungen statt, die für die öffentliche Meinungsbildung von geringer Bedeutung sind. Aufgrund dieses mehr als ärgerlichen und ideologischen Artikels habe ich folgenden Leserbrief am 22. Juli an die Redaktion der NZZ gesandt, der aber nicht veröffentlicht worden ist. >>>

Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft - Liebe Palästina-Solidaritätsgruppen,

liebe Mitglieder der palästinensischen Gemeinden, Vereine und Institutionen in Deutschland, liebe Palästina-Freunde, die Lage im Gaza-Streifen verschlechtert sich stündlich. Es ist unübersehbar und wird weltweit mit angesehen. Dennoch: Die Aggression und Todesmaschinerie der Besatzungsmacht Israel wird immer brutaler und immer menschenverachtender. Erschütternd ist die Reaktion der deutschen politischen Elite, sie ist mehr als beschämend. Tatsächlich geben die Kanzlerin und ihr Bundesaußenminister den israelischen Aggressoren und Besatzern freie Hand und Rückendeckung für den Massenmord in Gaza unter dem Vorwand der berechtigten und notwendigen Selbstverteidigung. Und dies ungeachtet vieler Berichte über die wahren Umstände und sogar ungeachtet der Recherchen der deutschen Fernsehsender (z.B. Auslandsjournal im ZDF am Donnerstag, dem 17.07.), der eindeutig belegt, dass Israel diesen Vernichtungskrieg nicht nur gewollt sondern geplant hat. Mehr noch: Der Beitrag zeigt, dass die eigene Bevölkerung auf das was kommen
wird, sorgfältig psychologisch vorbereitet wurde. Unter diesem Gesichtswinkel ist die heutige Rückendeckung der Führung der CSU und Der Grünen lediglich ein weiteres Kapitel der Mittäterschaft der deutschen politischen Elite.

Aber: Massendemonstrationen, die inzwischen von vielen unliebsamen Gruppen unterwandert und von Allah-akbar-Rufen und von zum Teil beschämenden antisemitischen Slogans begleitet werden, sind nicht hilfreich und gehen in eine völlig falsche Richtung. Unser Ziel aber ist die Aufklärung der deutschen Öffentlichkeit über die wahre Situation und dadurch die Gewinnung von Sympathien für die Not der Bevölkerung von Gaza. Wir von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft rufen euch auf, in den kommenden Tagen und insbesondere am nächsten Donnerstag eure Aktionen vor die politischen Zentralen in euren Gemeinden und Städten zu verlagern. Direkte Proteste gegen die Haltung der führenden Parteien und ihre anti-palästinensische Politik sollten vor den Büros der Parteien und der Landtags- bzw. Bundestagsabgeordneten vorgebracht werden.

Vorher sollte die Presse informiert werden. Die Aktionen in einer Gemeinde sollten möglichst gleichzeitig bei allen vier großen Parteien (CDU/SPD/Grüne und CSU) beginnen. Wenige Teilnehmer vor jeder politischen Zentrale bringen viel mehr als Tausende, die in der Stadtmitte in Allah-Rufen und mit türkischen Fahnen unterzugehen drohen.

Wir von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft sind bereit, euch nach Kräften jegliche erdenkliche Hilfe anzubieten, die ihr für eure friedlichen Aktionen benötigt.  Hannover 20.7.2014 Kontakt: raif@raif-hussein.de

http://news.antiwar.com/2014/07/24/foreign-press-complain-of-intimidation-by-israel-during-gaza-war/

Ausländische Presse beschwert sich über "Einschüchterung" durch Israel während des Gaza Krieges - Die FPA (Foreign Presse Association) klagt über offizielle "Hetze" gegen die Presse - von Jason Ditz, July 24, 2014

Es ist sehr schwierig für ausländische Korrespondenten über die fortgesetzte Invasion in Gaza zu berichten. Jene vor allem werden angegriffen,  manchmal im wörtlichen Sinn, die als Berichterstatter "unfreundlicher" ausländischer Medien gelten.

Mehrere Korrespondenten haben von Einschüchterungen durch Israelis berichtet, die ihnen Gewalt androhten, wenn ihre Berichte nicht ausreichend pro-israelisch sind und die israelische Regierung spricht offen über ein Verbot bestimmter unfreundlicher Medien, wie al-Jazeera.

Die Foreign Press Association veröffentlichte heute eine Erklärung, in der sie die "offizielle und inoffizielle Hetze gegen Journalisten" verurteilt, wie auch den israelischen Militärangriff gegen das al-Jazeera Büro in Gaza.

Die CNN Korrespondentin Diana Magnay, die sich über die Drohungen beschwert hatte, die sie von Israelis erhielt, die in Sderot die israelischen Luftangriffe beobachteten und in Jubel ausbrachen, wurde von CNN aus dem Land zurückgezogen  und hat ihre Beschwerde "zutiest bedauert."

Zur Erklärung der FPA (in Englisch): http://www.fpa.org.il/?categoryId=73840

Interview mit Rolf Verleger - „Ich bin für einen offenen Diskurs ohne Tabus“ - Armin Käfer - Es häufen sich Berichte über antisemitische Ausschreitungen am Rande von propalästinensischen Demonstrationen. Wo verläuft für Sie die rote Linie zwischen legitimer Kritik an den israelischen Politik und antisemitischer Hetze?

Ihre Frage finde ich sonderbar. Wo verläuft denn die rote Linie gegen Mord? Diese Diskussion läuft ziemlich schief. Ich bin ein rationaler Mensch und versuche, in Ursachenketten zu denken. Wenn es ein Übel gibt wie solche judenfeindliche Parolen, muss man sich überlegen: Wo kommen die her? Und was können wir tun, damit das verschwindet? Es geht nicht um rote Linien. Man muss sich fragen, was falsch gelaufen ist, damit so etwas passieren kann. Und da ist einiges falsch gelaufen. Völlig undifferenziert darauf zu beharren, Israel habe das Recht sich zu verteidigen – das ist der helle Wahnsinn. Man sollte nicht voreilig alles für richtig erklären, was Israel unternimmt. Ich bin für einen offenen Diskurs ohne Tabus. Wer jeden Kritiker auf Granit beißen lässt, muss sich nicht wundern, wenn die Reaktionen aus der Spur geraten.

Folgen Sie mit dieser Argumentation nicht einem perfiden Muster: die Juden seien selbst schuld am Antisemitismus?

Wenn ich das schreiende Unrecht sehe, das Israel den Palästinensern antut, den Landraub, unverhältnismäßige Offensiven in Gaza – dann erscheinen mir alle Rechtfertigungsgründe und alle Klagen über angeblichen Antisemitismus nur vorgeschoben. Das ist eine reine Schutzbehauptung.  >>>

Was sagt unsere Regierung zum Konflikt? - Palästina - Israel Ist Warnung vor Antisemitismus das Einzige, was ihr einfällt? - Ein Nutzerbeitrag von Costa Esmeralda >>>

Israels Armee fӓlscht Fotos, um Bombenangriff auf Krankenhaus in Gaza zu rechtfertigen

Am 21. Juli 2014 verӧffentlichte ein Sprecher der israelischen Armee 17 Minuten nach zwei Uhr nachmittags ein Foto auf Twitter, das eine Luftaufnahme von einem als 'Krankenhaus Al-Wafa' bezeichneten Gebӓude zeigt. Auf dieser Aufnahme hat die israelische Armee mit einem roten Kreis die Stelle markiert, auf der eine M75 Rackete abgeschossen wurde. In dem fotografierten Gebӓude ist in Wirklichkeit nicht das Krankenhaus Al-Wafa untergebracht, sondern die 'Right to Life Society', berichtet die Inetrnationale Solidaritӓtsbewegung am 23. Juli 2014.



Photo von ISM

"Israel hat unser Krankenhaus aufgrund falscher und irreführender Information bombardiert. Sie greifen medizinische Einrichtungen in ganz Gaza an, die Verwundeten, die Kranken und unsere Kinder. Sie lassen uns wissen, dass wir nirgendwo sicher sind," sagte der Direktor des Al-Wafa Krankenhauses, Dr. Basman Alashi.

Photo von ISM

 

Photo by Geoview (http://ps.geoview.info/alwafa_medical_rehabilitation_hospital,41253994w)


Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtet, dass sieben der 13 Krankenhӓuser in Gaza schwer beschӓdigt wurden, darunter das Al-Wafa Krankenhaus.
Die Al Atatra Klinik und zwӧlf Krankenwagen wurden vollkommen zerstӧrt, weitere sieben Kliniken beschӓdigt. Zwӧlf medizinische Mitarbeiter wurden verletzt und drei wurden getӧtet.
Al-Wafa Krankenhaus wurde am 23. Juli wiederum von Israel bombardiert, nachdem Dr. Alashi zwei Telefonanrufe von der Weltgesundheitsorganisation und von den Vereinten Nationan erhalten hatte, in denen eine Mitteilung der israelischen Armee weitergegeben wurde, dass es Aktivitӓteten im Krankenhaus gӓbe und die israelische Armee eine grӧssere Aktion gegen Al-Wafa durchführen werde.
Dr. Alashi erklӓrte den beiden Anrufern, dass das Krankenhaus leer sei, dass alle Patienten am 17. Juli evakuiert wurden und dass das Krankenhaus mit unentbehrlicher medizinischer Ausrüstung im Wert von sieben Millionen Dollar ausgestattet sei. Zusӓtzlich mussten zwei Tresore wӓhrend der Notfallevakuierung zurückgelassen werden.
"Ich werde Israel für sieben Millionen Dollar verantwortlich machen, wenn sie das Krankenhuas zerstӧrt haben. Es wurde bereits bombardiert und beschossen. Ich verstehe nicht, was sie damit erreichen wollen," sagte Dr. Alashi gegenüber der Internationalen Solidaritӓtsbewegung (ISM-International Solidarity Movement).
Ally Cohen von der ISM sagte: "In Palӓstina weiss jeder vor Ort, dass die israelische Armee routinemӓssig vollstӓndig fabrizierte Informationen und Berichte herausgibt. Der einzige Unterschied in diesem Fall besteht darin, dass wir es beweisen kӧnnen."




Israeli military falsifies photograph to justify bombing el-Wafa hospital, 23rd July 2014 | International Solidarity Movement | Gaza, Occupied Palestine; http://palsolidarity.org/2014/07/israeli-military-falsifies-photograph-to-justify-bombing-el-wafa-hospital/ M.Lauer
 

Opfer sind selbst schuld - Israel bombardiert Schulen und Krankenhäuser – und macht die Palästinenser für die getöteten Zivilisten verantwortlich - Karin Leukefeld - Israel hat am Freitag den 18. Tag in Folge seine Offensive gegen den Gazastreifen fortgesetzt. Auch der Raketenbeschuß israelischen Territoriums von palästinensischem Gebiet aus ging weiter. Die Zahl der getöteten Palästinenser stieg auf 825, unter den Opfern sind mindestens 150 Kinder. 5240 Menschen wurden verletzt. Die israelische Armee meldete am Freitag den Tod eines weiteren Soldaten. Die Zahl der getöteten Israelis stieg damit seit Beginn der Offensive auf 36. Drei von ihnen waren Zivilisten – ebenso wie 80 Prozent der palästinensischen Opfer. Ein zweieinhalbjähriger Junge starb am späten Donnerstag abend, als eine israelische Granate das Mohammad-Al-Durra-Krankenhaus in Gaza-Stadt traf. Ibrahim Al-Sheikh Omar, der wegen schwerer Verletzungen auf der Intensivstation des Krankenhauses gelegen hatte, wurde von Granatsplittern getroffen und war sofort tot. >>>

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Ein für alle Mal

Uri Avnery, 23.7.14
IN DIESEM Krieg haben beide Seiten dasselbe Ziel: der Situation, die vor dem Krieg bestand, ein Ende zu machen. EIN FÜR ALLE MAL!


Dem Raketenbeschuss nach Israel vom Gazastreifen her, ein Ende zu machen. Ein für alle Mal.
Der Blockade des Gazastreifens durch Israel und Ägypten ein Ende machen – ein für alle Mal.


Warum kommen die beiden Seiten nicht ohne ausländische Einmischung zu einander und  stimmen in dem „wie du mir- so ich dir“ überein? Sie können nicht, weil sie nicht mit einander reden. Sie können einander töten, aber sie können nicht mit einander reden. Um Himmels willen nicht! DAS IST kein  Krieg gegen Terror. Der Krieg als solcher ist ein Terrorakt. Keine Seite hat eine  andere Strategie, als die zivile Bevölkerung der andern Seite zu terrorisieren.


Die palästinensischen Kampftruppen  in Gaza versuchen, durch das Raketenwerfen auf israelische Städte und Dörfer ihren Willen aufzuerlegen und zu hoffen, dass dies die Moral der Bevölkerung bricht,  und sie zwingt, die Blockade, die den Gazastreifen in ein Open-Air-Gefängnis verwandelt, aufzuheben.


Die israelische Armee bombardiert die Bevölkerung des  Gazastreifens und zerstört ganze Stadtteile in der Hoffnung, dass die Bewohner (die, die überleben) die Hamas-Führung  abschütteln.


Beide Hoffnungen sind natürlich töricht.  Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass die Terrorisierung einer Bevölkerung sie dahin bringt, sich hinter ihren Führern zu einigen und den Feind noch mehr zu hassen. Dies geschieht jetzt auf beiden Seiten. >>>

 

Experte Michael Lüders im Interview - "Israel nimmt tote Zivilisten bewusst in Kauf" - Der Nahostexperte Michael Lüders meint, es gehe der israelischen Seite im Gaza-Konflikt nicht allein darum, die Hamas in die Knie zu zwingen. "Darüber hinaus soll signalisiert werden: Ihr werdet einen eigenen palästinensischen Staat nicht bekommen." Er beklagt die fehlende Kritik aus dem Westen. >>>

Ein langfristiger Waffenstillstand ist möglich - Muriel Asseburg - Das Töten in Gaza muss und kann durch eine Waffenruhe gestoppt werden, indem diese den Konfliktparteien ein Minimum an Gesichtswahrung ermöglicht und ihre Hauptinteressen berücksichtigt. Und es gibt einen Weg, die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. - Eine baldige Waffenruhe ist keineswegs unmöglich. Denn die Hamas-Führung hat ein großes Interesse daran, zu einer Regelung zu kommen, die die Blockade des Gaza-Streifens aufhebt oder zumindest deutlich abmildert; die zu einer Überwindung ihrer weitgehenden regionalen und internationalen Isolierung beiträgt; die zu einer Freilassung derjenigen führt, die im Gefangenenaustausch von 2011 freigekommen, aber in den letzten Wochen wieder verhaftet worden sind; und die es ihr ermöglicht, die Gehälter der Angestellten im öffentlichen Dienst auszuzahlen. Dafür hat Katar die nötigen Mittel zugesagt, ihre Überweisung hat Israel aber bislang verhindert. >>>

Gaza-Krieg - Gründe für die Hamas-Raketen - Die Hamas-Raketen gegen Israel seien nur die Symptome des Konflikts. Die Argumentation des palästinensischen Aktivisten Adil Yahya in Ramallah* - Achtzehn Tage einer weiteren sinnlosen israelischen Aggression gegen Gaza forderten bisher mehr als 700 Tote und mehr als 4500 Verletzte – meistens palästinensische Zivilisten, Kinder, Frauen und ältere Menschen. Dieser Krieg hat auch das Leben von mehr als 33 israelischen Soldaten gefordert und von zwei israelischen Zivilisten – bisher. Auch wurden Hunderte israelischer Soldaten verletzt und einige israelische Zivilisten. - Symptome statt Ursachen bekämpft - Dieser Krieg ist sinnlos, weil ein solcher Krieg schon mehrfach geführt wurde und schon mehrfach scheiterte - und dennoch wird ein solcher Krieg jetzt wiederholt. Israel kann diesen Krieg auf keinen Fall gewinnen, ebenso wenig wie es vorherige Kriege gewonnen hat - jene gegen Gaza nicht und den Libanon etwa. Denn alle diese Kriege versuchten die Symptome zu kurieren statt die Ursachen zu bekämpfen. >>>

Dr. Abed Schokry  - GAZA am 24.07.2014 um 16.00 Uhr - Die letzte Vertreibung aus dem Paradies ! - Sehr geehrte Damen und Herren,
eben vor ca. 20 Minuten hat die moralischste Armee der Welt die UNWRA-Schule aus der Luft und vom Land aus mit Panzern angeschossen. Die Schule hatte für die Zivilbevölkerung geöffnet und so konnten dort zwischen 1000 – 1500 Menschen Schutz suchen. Die Ärzte und Krankenpfleger zählten über 150 Verletzte und 10 Tote. Alles Frauen, Kinder und alte Menschen. Die Zahl steigt weiter. Dies ist übrigens das dritte Mal, dass die moralischste Armee der Welt eine UNWRA-Schule gezielt angegriffen hat. Diese Angaben stammen von der UNWRA selbst.

Eben kommt die Schwester meiner Frau, die direkt neben dieser Schule in Bet-Hanoun wohnt. Ihr Mann hat uns eben von diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erzählt. So mussten wir die letzte Nacht die Zerstörung eines Drei-Etagen-Hauses, in welchem ein palästinensischer Journalist, der für die türkische Nachrichtenagentur Anadal arbeitet, miterleben.

Es war 20.00 h und wir waren gerade dabei unsere Fastenbrechen-Mahlzeit zu uns zu nehmen, da bebte unser Haus und wir hörten eine Explosion – ein Angriff in der Nähe unseres Hauses. Fünf Minuten später nahmen wir eine Rakete wahr – kurz darauf zerstörte eine F16 Rakete das Haus dann völlig. Eine schwarze Rauchwolke machte sich dann über unserem Wohnviertel breit. Man kann sich kaum vorstellen, wie ein so großes Haus bebt und schaukelt. Meine Kinder haben aus Angst geschrien, Tochter Safa hat die Nacht dann in meinen Armen verbracht, da sie nur noch weinen konnte.

Die moralischste Armee der Welt hat unser Dasein zur Hölle gemacht und wir fühlen uns als Bürger von Gaza wie die Kohle für den Backofen.

Ein Tag danach wurde ein Haus - auch in unserer unmittelbaren Nähe, mit zwei Raketen vorgewarnt. Das war in der Mittagszeit – erst um 1.15 h nach Mitternacht wurde das Haus dann total zerstört. Die ganze Zeit waren wir, die Bewohner unseres Hauses, im Treppenhaus versammelt, da wir in Gaza keine Schutzbunker haben. Erst nach dieser Attacke gingen wir dann alle in unsere Wohnungen. Parallel dazu hörten wir Panzer-Schüsse - auch von den Marine-Schiffen aus wurde auf die Häuser der zivilen Bevölkerung gezielt. Manchmal lässt mich das Gefühl nicht los, dass wir in der Tat in der Hölle angekommen sind. Leider kenne ich mich mit den internationalen Gesetzen zu wenig aus und ich stelle die Frage, „ welche Rechte wir als Nation, die seit Jahrzehnten immer noch unter Besatzung leben muss, haben?“
Was ist uns erlaubt und was ist uns verboten, um gegen die Besatzung zu kämpfen? Darf uns der Staat Israel, der sich zur westlichen Gemeinschaft zählt, wirklich so massakrieren? Was können wir dagegen tun?

Als wir in der letzten Woche die Toten begraben wollten und den Friedhof in Gaza-Stadt, Stadtteil El-Sheikhredwan erreichten, mussten wir feststellen, dass nur vier Gräber vorbereitet waren. Tote waren es aber nun mal sechs. So fehlten uns nicht nur zwei Gräber, sondern auch Zement und Steine, um die beiden Gräber vorzubereiten.

Noch eine erschreckende Erkenntnis, die israelische Armee missbrauchte Zivilisten als Schutzschilder, während ihrem Einmarsch nach Bet-Hanoun. Diesen Bericht erhielt ich von den Betroffenen, welche ich persönlich kenne.

Dass die moralischste Armee der Welt Moscheen angegriffen und zerstört hat ist bekannt - dass nun aber auch christliche Kirchen in Gaza angegriffen wurden ist neu.

Viele palästinensische Familien suchten während der Angriffe Zuflucht in den Kirchen in Gaza. Das ist der beste Beweis, dass die israelische Armee nicht wahrnehmen möchte, dass wir alle - Muslime und Christen, gemeinsam in Frieden und Freundschaft leben.

Die moralischste Armee der Welt hat sogar Giftgas eingesetzt, was auch im Stadtteil meiner Eltern zu spüren war. Einige Opfer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Leider kennen wir die Gefahren und die Folgen solcher Giftgaseinsätze nicht.

Ein anderer Gedanke, der mir nicht aus dem Kopf geht: „Ich bin Pazifist und lehne die Gewalt als Lösung von Konflikten kategorisch ab, daher hasse ich die Waffenindustrie und möchte mich mit diesem Thema im Grunde nicht weiter beschäftigen“. Dennoch treibt mich die Frage um, ob es für Waffen ein Haltbarkeitsdatum gibt – auch verstehe ich darunter Sprengstoffe? Könnte mir jemand eine Antwort darauf geben?

Es ist ungeheuerlich mit welcher Artillerie die moralischste Armee der Welt gegen eine ungeschützte Zivilbevölkerung vorgeht. Das Töten, Abschlachten, Morden und Zerstören von Häusern, mit und ohne Bewohner, das Bombardieren von Moscheen, während der Gebetszeiten, das Demolieren von UNWRA-Schulen, in welchen die Menschen Schutz gesucht hatten. Ist das nicht der Erfolg der israelischen Politik der heutigen israelischen Regierung?

Definitiv hat das israelische Militär den Krieg bereits verloren. Sie wurden selbst zur Zielscheibe. Aus den israelischen Pressemeldungen entnommen - hatten sie den Eindruck, als würden sie gegen Geister kämpfen!

Meine Geduld ist am Ende und meine Nerven liegen blank – ich kann auch nicht mehr Schreiben, da ich innerlich vor Wut und Entrüstung koche. Eigentlich schäme ich mich für diese Welt, in welcher ich heute und hier lebe, denn diese Welt hat offenbar zweierlei Maßstäbe.

Woran erkenne ich die Menschenrechte bei den Massakern gegen unsere Zivilbevölkerung? Wo bleibt das internationale Rote Kreuz? Und was soll ich von der sogenannten Genfer Konvention halten? Bitte haben Sie Verständnis, dass mir die Kraft zum Schreiben ausgegangen ist.

Dies wird mein letzter Bericht während diesem verfluchten, verdammten und ungerechten Krieg sein. Leider kann ich keine Antwort und auch keinen Sinn darin finden, dass die „Großen der Welt“ Israel grünes Licht für seine Verbrechen gegeben haben.

Diese Frage möchte ich Ihnen allen stellen. Mit blutvermengten Grüßen aus der Hölle Gazas. Dr. Abed Schokry

PRESSEMITTEILUNG des „Alternativen Nobelpreises“ Berlin, 25. Juli 2014  - ERKLÄRUNG ZU GAZA VON PREISTRÄGERN DES 'ALTERNATIVEN NOBELPREISES'
 

Als Träger des Right Livelihood Award, bekannt als „Alternativer Nobelpreis“, verurteilen wir vehement die Tötung hunderter Kinder und unschuldiger Zivilisten in Gaza durch die israelischen Verteidigungskräfte, das wahllose Abfeuern von Raketen durch die Hamas gegen israelische Zivilisten und wir beklagen das nicht endende Leiden der Bevölkerung Gazas.

Während Bomben und Kugeln sowohl Zivilisten als auch medizinisches Personal in einer Spirale von Gewalt und Hoffnungslosigkeit töten und verwunden, ist Gaza Engpässen in der Versorgung mit Wasser und Elektrizität, Krankenhäusern, Ärzten und Medizin ausgesetzt. Etwa 24% aller, die in Gaza ihr Leben in Folge der israelischen Bombardierung und militärischen Invasion verloren, sind Kinder.

Allerdings liegt die Verantwortung für diese Tode nicht allein bei den israelischen Soldaten, den Hamas-Kämpfern und deren Regierungen. Auch andere Regierungen sind entweder direkt oder indirekt verantwortlich, sei es durch Waffenhandel, militärischen Rat und Schweigen. Diese Länder sowie die Vereinigten Nationen scheinen nicht aus der Vergangenheit gelernt zu haben. Unterdessen – der schnell wachsenden Gewalt in Gaza zum Trotz – bewegen sich die Verhandlungen unglaublich langsam voran und werden von eigennützigen Interessen aus Ländern behindert, die keinerlei Blutvergießen in diesem Konflikt ausgesetzt sind. Dialog und Verhandlungen können nicht durch Militärgewalt ersetzt werden. Rache bringt bloß Rache hervor und Blutvergießen bloß weiteres Blutvergießen.

Niemand wird die Szenen von zerrissenen Schulbüchern auf Gazas Straßen und die zerstörten Leben der Kinder, die sie benutzten, vergessen, die vor einigen Tagen durch die Medien gingen. Ihre kleinen Körper verstreut neben Büchern, die niemals mehr benutzt werden sollen, malen ein tragisches Bild beispielloser Grausamkeit. Niemand hat das Recht, ihre Leben zu beenden oder die Leben jener Kinder zu bedrohen, die noch überleben. Sie sind auch unsere Kinder.

In diesem Zusammenhang unterstützen wir die herausragende und mutige Arbeit, Entschlossenheit und Beharrlichkeit – unter dem Donner der Bomben – unseres Mitpreisträgers Raji Sourani (RLA 2013, Palästina) und seiner Kollegen vom Palestinian Centre for Human Rights in Gaza, die die Tötung von unschuldigen Zivilisten und die Fortsetzung eines schmutzigen nicht-erklärten Krieges, der gegen die Prinzipien des Humanitären Völkerrechts geführt wird, anprangern. Wir wollen außerdem unsere tiefste Bewunderung ausdrücken für die Arbeit der israelischen Friedensorganisation Gush Shalom (RLA 2001) und für die unglaublichen Anstrengungen des medizinischen Personals, das momentan in Gaza operiert und deren Arbeit ohne Unterlass von unseren Freunden von Physicians For Human Rights-Israel (RLA 2010) hervorgehoben wird. Sie halten weiterhin die Fackel der Humanität hoch, obwohl sie selbst der unmenschlichen Kriegsmaschinerie ausgesetzt sind.

Als Preisträger des Right Livelihood Award drängen wir die Vereinten Nationen, die Europäische Union und regionale Körperschaften wie die Arabische Liga und die Organisation Amerikanischer Staaten sowie Länder auf der ganzen Welt ihre Stimmen zu vereinen, diese inakzeptablen Menschenrechtsverletzungen zu verurteilen, einen sofortigen Waffenstillstand zu fordern, das Ende der Blockade von Gaza, und auf einen Beginn neuer Friedensgespräche zu drängen. Und sämtliche Aktivitäten einzustellen, die diesen Konflikt verlängern, ein Friedensabkommen verhindern und die sich bekriegenden Parteien mit Waffen versorgen. Wenn wir nicht schnell handeln, werden weitere Kinder und unschuldige Menschen in den kommenden Tagen, in den kommenden Stunden, in den kommenden Minuten, in den kommenden Sekunden sterben.


Unterzeichnet von 46 Trägern des Right Livelihood Awards aus 32 Ländern, Stand Freitag, 11 Uhr CET.
Die Liste der Unterzeichner wird kontinuierlich aktualisiert unter www.rightlivelihood.org

"Es gibt keine militärische Lösung" - Der Dirigent Daniel Barenboim hat einen israelischen und einen palästinensischen Pass. Hier schreibt er, warum gerade Hoffnungslosigkeit der Situation einen Ausweg aus dem Konflikt weisen könnte. - Daniel Barenboim  - Ich schreibe diese Zeilen als Friedensbotschafter der Vereinten Nationen und als ein Mensch, der zwei Pässe besitzt: einen israelischen und einen palästinensischen. Ich schreibe sie mit schwerem Herzen, denn was seit einigen Wochen in Gaza geschieht, bestätigt meine seit Langem bestehende Überzeugung, dass es keine militärische Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts gibt. Es ist kein politischer, sondern ein menschlicher Konflikt zwischen zwei Völkern, die den tiefen und anscheinend unvereinbaren Glauben teilen, sie hätten ein Anrecht auf dasselbe kleine Stück Land, und zwar ohne das andere Volk. Eben daran, dass diese Tatsache vernachlässigt worden ist, sind alle Verhandlungen, alle bisher unternommenen Versuche, sich über eine Lösung des Konflikts einig zu werden, gescheitert. >>>

Israel-Palästina: Es gibt nicht nur die Antisemitismus-Brille! - Der Krieg Israel-Palästina ist ein Kampf „David gegen Goliath“. Trotz Israels gewaltsamen Vorgehen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung, kann hierzulande niemand die israelische Regierung kritisieren, ohne als Antisemit betitelt zu werden. Dabei ist die Schlacht am Gazastreifen, dieses Gemetzel, bei dem innerhalb weniger Tage mehr als 800 Menschen ums Leben kamen, ein Verstoß gegen bestehende Menschenrechtsabkommen und das brutale Vorgehen gegen die Zivilbevölkerung bedarf schärfster Kritik. „Die israelischen Soldaten müssten für den Friedensnobelpreis nominiert werden. Sie gehen sehr human mit den Palästinensern um, denn sie zielen nicht auf Zivilisten. Unsere Soldaten sterben, damit die unschuldigen Palästinenser am Leben bleiben.“ „Diese palästinensische Einheitsregierung ist eine Regierung von Technokraten, die von Terroristen unterstützt wird und so sollte sie behandelt werden” – Israelischer US-Botschafter Ron Dermer >>>

Israeli Intelligence Failure: Didn’t Anticipate Vast Gaza Tunnel Network - Richard Silverstein - One of the most dynamic developments in the current Gaza war is the massive system of tunnels dug by Hamas militants in the past three years. The tunnels honeycomb the Strip and allow access for fighters not just to the battlefield within Gaza, but to the Israeli border itself, where there was a successful attack that killed two IDF officers. The tunnels, like those dug by Hezbollah in Lebanon, allowed Palestinian fighters to engage with the IDF when it was to their advantage and to disappear when it wasn’t. Unlike Operation Cast Lead, when Hamas largely evaporated and gave the IDF the run of Gaza, this time Hamas has stood and fought. Ten soldiers were killed in the 2009 war and 33 have been killed in this one. >>>

Israel has alternatives to this war - Noam Sheizaf - This war can end and the next one can be avoided by lifting the siege, allowing for imports and exports in and out of Gaza, relieving the pressure on the civilian population, and then embarking on a genuine effort to reach a fair compromise with the Palestinians. This operation feels different from previous escalations. A ceasefire may come soon, but we could also be heading for a long period of violence and instability. Another escalation will not be limited to Gaza: the West Bank saw its largest protest since the Second Intifada last night, with two killed by army fire. This round of violence should also be understood in the context of regional turmoil. The Palestinians were the only ones not to revolt during the Arab Spring, due to their unique circumstances under Israeli occupation. But one could see Gaza – especially if events spill over to the West Bank – as “the Palestinians’ turn” in the revolution. The Israeli-Egyptian alliance also points to the fact that Israel is no longer a bystander but party to the fighting taking place in the region. >>>

Overcoming the Media Blockade in Gaza - Amy Goodman - According to the United Nations, one child has been killed in Gaza every hour for the past two days. Overall, the Israeli military has killed close to 700 Palestinians, the vast majority civilians, since the assault on Gaza began more than two weeks ago. Details of the slaughter make their way into the world’s media, with horrific accounts of children killed on the beach, of hospital intensive-care units bombed, of first responders, searching for wounded amid the rubble, killed by Israeli sniper fire. Armed resistance groups in Gaza, most notably that of the area’s elected government, Hamas, have fired thousands of crude rockets that have killed two in Israel. Since Israel began its land invasion of Gaza, more than 30 Israeli soldiers have been killed. One of the greatest challenges in understanding the situation in Israel and the occupied Palestinian territories is getting reliable information. This latest assault on Gaza reaffirms the key role played by the U.S. media in maintaining the information blockade. It also highlights the increasing importance of pressure applied by social networks. One headline said it all: “Missile at Beachside Gaza Cafe Finds Patrons Poised for World Cup.” >>>

This Young Man Lost 3 Family Members in Gaza. Here's Why Their Stories Matter. - We were sitting in a Seattle park, about to start a picnic, when Amer got the news. - We were sitting at Lincoln Park in West Seattle, with a handful of friends who had gathered for a picnic potluck, awaiting others who would be joining us shortly. A Facebook message came through on my Smartphone from my friend Yousef Munayyer: Hey Jen, just saw some news about a young man from the Shurrab family in khan yunis being the latest victim, Name is Tayseer. Have you heard from Amer recently? >>>

Behinderte Menschen vergessene Opfer im Nahost-Konflikt - Bensheim (kobinet) Die Lage für die Menschen im Gazastreifen wird immer dramatischer. Das gilt ganz besonders für behinderte Menschen in der Krisenregion. Darauf hat die Christoffel-Blindenmission (CBM) hingewiesen. CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus appelliert: "Das Töten im Gaza-Streifen muss ein Ende haben. Es gibt einfach zu viele Opfer in der Zivilbevölkerung." Menschen mit Behinderungen seien dabei besonders gefährdet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in der Westbank, in Ost-Jerusalem und im Gaza-Streifen mindestens 110.000 Menschen mit einer Behinderung. Sie können sich in einer Krisensituation oftmals nicht schnell genug in Sicherheit bringen. Dr. Rainer Brockhaus erklärte hierzu: "Durch eine körperliche Beeinträchtigung sind behinderte Menschen oft nicht schnell genug. Auf der Flucht verlieren viele ihre Gehhilfe, ihr Hörgerät oder ihre Brille. Gleichzeitig verursacht ein solcher bewaffneter Konflikt häufig erst eine Behinderung." >>>

"Mit meinem Geld werden meine Brüder in Gaza getötet" - Der Flieger von Istanbul nach Tel Aviv ist spärlich besetzt. Eine Dreierreihe habe ich für mich allein, und es gebe auch die Möglichkeit die Plätze vor und hinter mir zu wählen. Irgendwann schlafe ich ein und erst im Landeanflug werde ich wieder munter. Die Spannung steigt, wie ist die Stimmung in dem Land, in dem ich seit Mai ein soziologisches Foto-Projekt mache. - Lassen sie mich überhaupt nochmals einreisen? Oder hat die israelische Armee mittlerweile auch meine Wohnung im Flüchtlingslager Dheischeh südlich von Bethlehem durchsucht (Hausdurchsuchungen stehen zur Zeit an der Tages- und Nachtordnung) und persönliche Sachen gefunden, die auf meine Identität als Österreicherin schließen lassen. Ist es so, stehen die Chancen gleich 0, wieder einreisen zu dürfen. Ich komme zur Polizeikontrolle. Keine Personen vor mir. Kein, wie sonst übliches, Schlangestehen. Die Kontrollbeamtin möchte den Grund meiner Einreise wissen. Ich gebe das Jerusalem Film Festival an. Nicht mehr. Und bevor sie dazu kommt weitere Fragen zu stellen, gehe ich in die Offensive. “Is it dangerous here?” - Sie beginnt zu lachen und sagt: "Nicht wirklich, aber wenn Sie den Alarm hören, sollten Sie so schnell wie möglich Schutz in einem Gebäude suchen. Have a good stay!“ und schon liegt das Visa vor mir. >>>

Video: Palestinian-Syrian girls invite strangers to 'hug a terrorist'

25. 7. 2014

"Durchführung der militärischen Schläge so brutal, wie wir sie in der Geschichte von Palästina und der gesamten arabischen Welt noch nie erlebt haben" - Interview von Martin Lejeune - Seit 54 Jahren kämpft er unermüdlich für die Befreiung Palästinas: Abdallah Al-Frangi, das in Deutschland vielleicht bekannteste “Gesicht” Palästinas. Er war von 1993 an zwölf Jahre lang der Generaldelegierte der Palästinensischen Autonomiegebiete in Bonn. Zuvor baute er trotz großer Widerstände in der damaligen Bundeshauptstadt eine “Informationsstelle Palästina” auf, die dann ab 1978 als inoffizielle Vertretung der PLO fungierte. Seine moderate, kluge und besonnene Stimme hat ihm den Respekt aller politischen Lager in Deutschland eingebracht. Al-Frangi, der 1943 in Biʾr al-Saba geboren wurde, floh 1948 mit seiner Familie nach Gaza. Er studierte Medizin u. a. in Frankfurt am Main. Seit 1960 ist Al-Frangi Mitglied der Fatah, in deren Revolutionsrat er 1978 gewählt wurde und 1989 in ihr Zentralkomitee. Von 1982 bis 1985 war der Diplomat Leiter der PLO-Vertretung in Wien und ständiger PLO-Vertreter bei der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) in Wien. Von 2006 bis 2009 war Al-Frangi der Präsident der Abteilung für Internationale Beziehungen von Fatah. Bevor er am 8. Juli sein Amt als Gouverneur von Gaza antrat, war er außenpolitischer Berater des Präsidenten Mahmoud Abbas. Sie haben am 7. Juli Ihren Eid als Gouverneur von Gaza abgelegt. Was hat Sie dazu bewogen, in einer solchen schweren Zeit so viel Verantwortung zu übernehmen? Ich reiste am 7. Juli über Jordanien von Deutschland nach Ramallah und bekam dort von Präsident Mahmoud Abbas das Angebot, Gouverneur von Gaza zu werden. Ich war zuvor der politische Berater des Präsidenten für internationale Beziehungen und ich dachte, wenn es zu einem Angriff auf Gaza käme, könnte ich meinem Volk in der neuen Funktion mehr helfen. Ich wußte von der bevorstehenden Konfrontation und wollte den Bewohnern von Gaza beistehen. Am 8. Juli bin ich über Erez in Israel nach Gaza gereist. Bei meiner Ankunft in Erez fielen die ersten Raketen auf Gaza. >>>

 

Fatah-Mann Al-Frangi neuer Gouverneur von Gaza - Al-Frangi - Gouverneur von Gaza - Martin Lejeune  -  Eine der wichtigsten Entscheidungen der letzten Tage ist im Bombenlärm von Gaza völlig untergegangen: in einer sensationellen Entscheidung hat der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, einen Fatah-Mann zum Gouverneur von Gaza bestimmt - und die Hamas hat zugestimmt. Abdallah Al-Frangi ist in Deutschland das vielleicht bekannteste “Gesicht” Palästinas. Er war von 1993 an zwölf Jahre lang der Generaldelegierte der Palästinensischen Autonomiegebiete in Bonn. Zuvor baute er trotz großer Widerstände in der damaligen Bundeshauptstadt eine “Informationsstelle Palästina” auf, die dann ab 1978 als inoffizielle Vertretung der PLO fungierte. Seine moderate, kluge und besonnene Stimme hat ihm den Respekt aller politischen Lager in Deutschland eingebracht. - Al-Frangi trat seinen neuen Posten vor acht Tagen an. ”An dem Tag, an dem ich mein Amt antrat, begann der Krieg”, erklärt er ruhig. >>>
 


“Es droht eine humanitäre Katastrophe” – Interview mit Gaza-Gouverneur -  Toby Leo - Vor einigen Tagen brach der Nahost-Konflikt wieder aus. Nach zwei Jahren Waffenruhe zwischen der Hamas und der israelischen Armee tauchen alte Fragen wieder auf: Welche Seite trägt die Schuld für das jüngste Blutvergießen? Ist jede Kritik an Israel antisemitisch? Wann ringen sich die Staatschefs dieser Welt zu einem Waffenembargo durch? Nun sprachen wir mit dem neuen Gouverneur von Gaza Abdallah Al-Frangi und suchen nach Antworten. Er ist momentan in Gaza, äußert sich zur Situation vor Ort und zum Interview mit Claus Kleber. - diefreiheitsliebe: Seit einigen Tagen sind sie Gouverneur von Gaza – wie kann der Krieg ihrer Meinung nach gestoppt werden? Welche Auswirkungen hat der Krieg auf den Lebensalltag? - Abdallah Al-Frangi: Schon aus humanitären Gründen muss dieser Krieg umgehend beendet werden. Voraussetzung hierfür sind Verhandlungen zwischen allen beteiligten Parteien unter Vermittlung der USA und Ägypten mit dem Ziel, die Blockade des Gazastreifens zu beenden. Meine Aufgabe als Gouverneur kann ich angesichts der Bombardierungen durch die israelische Armee und dem Ausmaß der Zerstörungen momentan nicht wahrnehmen. Dies wird erst nach einem Waffenstillstand möglich sein. Die Auswirkungen auf die palästinensische Bevölkerung sind so katastrophal, dass ich sie kaum beschreiben kann. Wir haben nur begrenzt Strom, Trinkwasser ist kaum vorhanden, den Ärzten fehlen Instrumente und Medikamente, um Verletzte versorgen zu können. Unsere Kinder sind traumatisiert. >>>

Bild -  Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist derzeit als Bordingenieur auf der Internationalen Raumstation ISS , er twitterte ein Bild aus dem All. Darauf zu sehen sind die Explosionen in Gaza. Er schrieb in seinem Tweet: "Mein traurigstes Foto: von der ‪#‎ISS‬ aus sehen wir Explosionen und Raketen über ‪#‎Gaza‬ und ‪#‎Israel‬"


 

Interview - Situation im Gaza-Streifen : Palästinensischer Diplomat in Zeiten des Krieges  - Abdallah Frangi ist seit wenigen Wochen Gouverneur der Palästinenser in Gaza. Im Interview beklagt der Diplomat und Berater von Palästinenserführer Abbas, dass der Westen im Nahen Osten mit zweierlei Maßstäben messe: die guten Israelis und die bösen Palästinenser. Solange Israel den Palästinensern kein ernst zu nehmendes Friedensangebot unterbreitet, wird der Krieg in Gaza weitergehen.  Ein einfacher Waffenstillstand sei nicht genug. Das sagte der Gouverneur der Palästinenser in Gaza, Abdallah Frangi (Fatah), am Mittwoch im WDR 5 Morgenecho. "Wir haben seit Oslo mehr als 20 Jahre diskutiert und diskutiert mit den Israelis und wir haben immer wieder gemerkt, dass das Land der Palästinenser zerstückelt wird, und dass die Siedlungen mehr sind, und das die Zahl der Siedler doppelt so hoch ist. Und in diesem Zustand können die Palästinenser nicht leben", so Frangi. Er stellte Bedingungen für eine Waffenruhe: Israel soll alle Gefangenen der letzten vier Wochen freilassen. Die Friedensverhandlungen müssten wieder beginnen und der Siedlungsbau gestoppt werden. Außerdem müsse sich die israelische Armee aus den besetzten Gebieten zurückziehen. All dies soll vom Präsidenten der USA garantiert werden. "Es gibt keine Organisation, die nur Krieg mit Israel führen will, weil sie Lust auf Krieg hat oder Hass auf Juden", erklärte Frangi. >>>

 

Interview - Situation im Gaza-Streifen - Palästinensischer Diplomat in Zeiten des Krieges -  Abdallah Frangi (Fatah), am Mittwoch im WDR 5 Morgenecho >>>

Krieg in Gaza: Berlin geht auf Distanz zu Israels Offensive - Matthias Gebauer - Je länger der Krieg zwischen Hamas und Israel andauert, desto schrecklicher ist die Lage im Krisengebiet. Die Bundesregierung äußert nun erstmals leise Kritik an Israels Luftschlägen, nennt einzelne Operationen sogar "unverhältnismäßig". - Die Bundesregierung versucht nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vorsichtig, sich von der eskalierenden Militärkampagne Israels gegen die Hamas im Gazastreifen zu distanzieren. Bei einer rund zweistündigen Diskussion im geheim tagenden Auswärtigen Ausschuss des Bundestags übte Außen-Staatssekretär Markus Ederer am Donnerstag im Namen der Regierung erstmals konkrete Kritik an den massiven Militärschlägen Israels, die bereits bis rund 800 Opfer im Gazastreifen gefordert haben. Vor allem die massiven Luftschläge der vergangenen Tage, so Ederer laut mehreren Teilnehmern, seien teilweise "unverhältnismäßig". >>>

»Die Palästinenser werden allein gelassen« - International ausgezeichnete Anwältin Felicia Langer fordert mehr Druck auf Israel - Ohne Druck auf die israelische Regierung, ihre Politik zu ändern, werde der Nahostkonflikt nicht gelöst, ist die international anerkannte Palästinenseranwältin Felicia-Amalia Langer überzeugt. »Wirklichen Frieden kann man nur haben, wenn man die Rechte der anderen Seite respektiert«, so Langer im nd Interview.

Die 83-jährige Holocaust-Überlebende und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes fordert von der internationalen Gemeinschaft, der israelischen Führung »klar zu machen, dass es so nicht weiter geht«. Israel führe jetzt im Gaza-Streifen einen Vernichtungskrieg, in dem die Palästinenser allein gelassen würden. »Jeder westliche Politiker trägt hier eine Mitverantwortung. Die sehe ich auch bei Frau Merkel, die als mächtigste Frau der Welt gilt. Sie hat die Bodenoffensive gebilligt und kein Wort des Bedauern über die zahlreichen zivilen Opfer, die getöteten Kinder in Gaza geäußert. Wo sind ihre menschlichen Gefühle?« >>>


Texte von Felicia Langer >>>
Bücher von Felicia Langer >>>>

Massenprotest in der Westbank  - „Tag des Zorns“ in Palästina - Für Freitag sind Massenproteste gegen Israels Militäroperation in Gaza geplant. „Es wird vermutlich zu Gewalt kommen“, sagen die Organisatoren. Der Kontrollpunkt Kalandia, wichtigster Übergang zwischen Jerusalem und Ramallah im Westjordanland, ist für den Autoverkehr geschlossen. Israelische Grenzschützer sperren die Region seit den Morgenstunden des gestrigen Donnerstag weiträumig ab, denn es sind Demonstrationen geplant. Zehntausende, so prophezeiten die Veranstalter, würden zum Protestmarsch in der „Lailat al-Qadr“, der „Nacht des Schicksals“, kommen, die Muslime am 27. Tag des Fastenmonats Ramadan begehen. Für Freitag sind Proteste angekündigt. Es soll ein „Tag des Zorns“ werden. Die Demonstranten sollen überall dorthin gehen, wo israelische Grenzsoldaten postiert sind. >>>


Auch Westjordanland steht kurz vor Explosion - Susanne Knaul - Thomas Vieregge - In Israel nahm Präsident Peres nach sieben Jahrzehnten mitten im Krieg Abschied von der Politik, während in Ramallah die Lage zu eskalieren drohte. >>>

 

'The largest West Bank protest in decades' - Thousands of Palestinians in the West Bank and Jerusalem march against the war in Gaza, in the largest such protest in years. At least three were killed.  >>>

So erleben Betroffene die Gaza-Offensive  - Sumaya Farhat-Naser - „Beide Seiten müssen fragen: Was haben wir falsch gemacht?“ Wir leben in Birzeit im Westjordanland, da spürt man den Konflikt nicht so wie in Gaza. Aber wir hören die Sirenen; allein gestern Nacht gab es sechs Militärpatrouillen, die durch unseren Ort fuhren. Die Angst ist immer da – die Sorge um die Menschen ist sehr, sehr groß. Das ist kein normales Leben mehr. Die Angst, angegriffen und vertrieben zu werden, war noch nie so schlimm wie jetzt. Wir versuchen, so weit wie möglich zu Hause zu bleiben. Man weiß nicht, wohin dieser Unsinn noch führen soll. >>>

 

So erleben Betroffene die Gaza-Offensive - Assaf Gavron - Die Grundstimmung ist ziemlich militant. Die meisten Menschen sind sehr patriotisch und unterstützen die Regierung und die Armee. Ich gehöre nicht zu der Mehrheit, obwohl ich nicht sicher bin, ob das ganze Kämpfen diesmal vermeidbar war. Ich bin vor allem traurig und niedergeschlagen wegen der Menge an Gewalt und Tod und Schmerz auf beiden Seiten – und wegen des Hasses, der im Augenblick sehr ausgeprägt ist. >>>

AUDIO  - Viele Tote bei israelischem Angriff auf UN-Flüchtlingsunterkunft - Christian Wagner >>>
 

UN shelter in Gaza 'struck by Israeli shells'  - Gaza health ministry says bombardment killed at least 15 people and injured 200 in a UN-run school in Beit Hanoun. - At least 15 people have been reported killed and 200 injured when shells hit a UN school in northern Gaza which was being used as a shelter from fierce clashes on the streets outside. Al Jazeera's correspondent Nicole Johnston, reporting from Gaza, said the school in Beit Hanoun came under fire on Thursday. She said sources had told Al Jazeera that up to 30 people had been killed in the bombardment. The Gaza health ministry told Reuters that Israeli fire had killed at least 15, and 200 injured. >>>

Israel-Palästina: Der Sieg der Extremisten - Alexandra Senfft - Kaltblütige Morde, Demonstrationen, rassistische Ausschreitungen gegen Araber, Massenverhaftungen, Häuserzerstörungen, Kollektivstrafen und nun Krieg zwischen Israel und dem Gazastreifen: Im Nahen Osten ist der Teufel los. Die Möglichkeit auf Frieden oder auch nur Normalität liegt derzeit in weiter Ferne – für beide Seiten.

Ausgelöst wurde die aktuelle Welle von Gewalt durch die Ermordung dreier israelischer und – wenige Tage darauf – eines palästinensischen Jugendlichen. Die Taten erzeugten international Fassungslosigkeit und mediale Aufmerksamkeit. Die traurige Wahrheit ist, dass Kinder und Jugendliche schon seit Jahrzehnten physisch und psychologisch die Opfer dieses Dauerkonflikts sind, ohne dass die Öffentlichkeit davon je wirklich ausreichend Kenntnis genommen hätte. Den Morden folgte prompt intensiver Raketenbeschuss zwischen dem Gazastreifen und Israel. 160 Raketen aus Gaza explodierten innerhalb von zwei Tagen auf israelischem Gebiet; die israelischen Streitkräfte griffen nach eigener Aussage innerhalb von 36 Stunden 400 Ziele in Gaza an. Bereits am dritten Tag der am 8. Juli begonnenen Militäroffensive „Solider Fels“ waren mindestens 53 Palästinenser, meist Zivilisten, umgekommen. Man habe in diesem kurzen Zeitraum mehr operative Stellen von Hamas zerstört als in den gesamten achten Tagen der Offensive vom November 2012, brüstete sich ein Armeesprecher.

Der ehemalige Chef des israelischen Sicherheitsdienstes Shin Beit, Yuval Diskin, der sich bereits im preisgekrönten israelischen Dokumentarfilm „The Gatekeepers“ kritisch über die Besatzungspolitik seines Landes geäußert hatte, ist überzeugt, dass die gegenwärtige Eskalation von Gewalt mit der Ermordung der drei Jugendlichen aus einer jüdischen Siedlung nichts zu tun habe. „Sie ist das Ergebnis unserer Regierungspolitik, die sich so zusammenfassen lässt: Lasst uns die Öffentlichkeit mit allem, was im Nahen und Mittleren Osten geschieht, ängstigen, lasst uns beweisen, dass es keinen palästinensischen Partner gibt und weiter Siedlungen bauen, die unveränderbare Fakten schaffen, lasst uns die Probleme der Araber in Israel und die gravierende soziale Kluft in der israelischen Gesellschaft ignorieren.“ >>>

"Wir sind gegen jede Form von Antisemitismus", erklärt die palästinensische Botschafterin in Deutschland, Khouloud Daibes im ZDF-Interview. Sie fordert eine rasche Zwei-Staaten-Lösung.


 

Muslime: Mäßigung am israelkritischen Al-Quds-Tag - Nurhan Soykan vom Zentralrat distanziert sich von antisemitischen Parolen - Moderation: Liane von Billerbeck - Die Generalsekretärin des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), Nurhan Soykan, hat vor den heutigen Demonstrationen zum Al-Quds-Tag zur Mäßigung aufgerufen. Sie mahnte aber auch zu Verständnis für den Ärger über die Bombardierung von Gaza.  >>>

Doppelte Solidarität in Zeiten des Krieges ist alternativlos! - Tobias Rochlitz ist Freiwilliger an einem Jerusalemer Begegnungszentrum, in dem junge Israelis und PalästinenserInnen versuchen zu kooperieren. Das Prinzip der Doppelten Solidarität ist für ihn alternativlos, damit in Zeiten des Krieges das eigene Handeln nicht durch Wut, Hass und Rachefühlen geleitet wird.

Es gibt Raketenalarm in Jerusalem, die Sirenen heulen. In Ostjerusalemer Stadtteilen stehen Menschen auf der Straße und jubeln und klatschen. Der Gazastreifen wird bombardiert, hier gibt es keine Sirenen. Auf Facebook gibt es Kommentare, die große Freude über die Bombardierung von ZivilistInnen in Gaza ausdrücken. Auf rechtsextremen Demonstrationen in Israel wird „Tod den Arabern” gerufen und Hetzjagd auf Linke gemacht. In Europa, derweil, machen sich Tausende Rechtsextreme, IslamistInnen und selbsternannte Linke auf, um gegen den Staat Israel zu demonstrieren, gegen JüdInnen zu hetzen und den Holocaust zu leugnen. Was alle diese Menschen auf den Straßen Israels, Palästinas und Europas gemein haben: Sie sind getrieben von Wut, Trauer und Hass. Es ist wieder einmal so weit gekommen, dass diese Gefühle das Denken und Handeln im Nahen Osten und im Diskurs über den Nahen Osten bestimmen.

In diesen Zeiten ist es nicht einfach, sich aus dieser Spirale herauszuhalten. Es gibt einige Menschen, die das versuchen, ich gehöre zu ihnen. Die Einstellung, die das für mich am besten beschreibt, ist die doppelte Solidarität. Sie drückt für mich persönlich vor allem zwei Dinge aus. Solidarität mit allen, die zu Opfern werden >>>

Jürgen Todenhöfer - Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu, darf ich Ihnen mitten im Krieg ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass die Generation seiner Vorfahren den Juden Unverzeihliches angetan hat, der das Existenzrecht Israels akzeptiert und der Antisemitismus wie jede Form von Rassismus für eine Schande hält.

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Sie nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza auf die Welt gekommen wären? Sie hätten dann nicht die besten Schulen und Universitäten der USA besuchen können, sondern wahrscheinlich nur die bescheideneren Schulen und Universitäten von Gaza und im Westjordanland. Auch Ihre Enkel hätten kaum dem Elend von Gaza entfliehen können. Stattdessen hätten sie in den letzten sechs Jahren drei grauenvolle Kriege erlebt und viele Schulfreunde durch israelische Bomben verloren.

Wären Sie auch in Gaza Politiker geworden? Dann säßen Sie jetzt vielleicht wie 23 gewählte palästinensische Abgeordnete in israelischen Gefängnissen. Im Ofer-Gefängnis bei Ramallah oder im Hadarim-Gefängnis im Norden von Israel. Für Palästinenser ist es riskant, sich politisch zu betätigen. Unterstellen wir daher, Sie wären ein angesehener Landwirt geworden und hätten begonnen Blumen zu züchten. Sie hätten harte Zeiten durchlebt. Wegen der von Israel verhängten Blockade könnten Sie nur noch drei Prozent der früheren Blumenmenge exportieren. Die gesamte Wirtschaft Gazas liegt am Boden. Sie hätten fast alle Mitarbeiter entlassen müssen. Die wären jetzt arbeitslos - wie mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bewohner von Gaza. Und müssten von der UNO durchgefüttert werden. 80 Prozent der Bevölkerung erhalten alle drei Monate Essensrationen wie damals die Iraker unter den vom Westen betriebenen Sanktionen. So erhält eine achtköpfige Familie, um überleben zu können, von der UNO alle drei Monate : 103 Kilo Weizen, 4,70 Liter Speiseöl, fünf Kilo Zucker, 1,5 Kilo Milchpulver sowie etwa Dosenfleisch. Für acht Personen!

Da Sie Ihre Familie von den paar Blumen, die Sie noch verkaufen würden, nicht ernähren könnten, hätten sie sich mit einem Ihrer Brüder, der Fischer ist, zusammen getan. Allerdings wäre dieser auch in großen Schwierigkeiten. Israel hat den palästinensischen Fischern entgegen internationalem Recht verboten, außerhalb einer 3-Seemeilenzone zu fischen. Dadurch gehen den Fischern von Gaza 85 Prozent der Fischgründe verloren. Wer diese Grenze überschreitet, wird von der israelischen Kriegsmarine beschossen. Ein Freund Ihres Bruders hat es gewagt. Er kehrte nie mehr zurück. Wie ein Dutzend anderer palästinensischer Fischer in den letzten 5 Jahren.

Auch sonst wäre Ihr Leben in Gaza beschwerlich. Vor allem wenn Israel wieder einmal - wie seit einigen Tagen - seine Stromlieferungen einstellt und gleich noch das Elektrizitätswerk von Gaza bombardiert. Wie gestern. Und daraufhin auch die Wasserversorgung zusammenbricht, weil die palästinensischen Wasserpumpen mit Strom betrieben werden. Gaza ist zur Zeit ohne Strom und Wasser. Nichts geht mehr. Das Trinkwasser ist verseucht, das Abwassersystem zusammen-gebrochen. Wichtige Medikamente für Ihre Familie gäbe es schon seit längerem nicht mehr. Die Folgen wären auch für Ihre Familie verheerend. Wie für alle palästinensischen Familien.

Für einen die eigene Freiheit liebenden Menschen wie Sie wäre es sicher hart, Ihre winzige Heimat Gaza seit 2007 über den israelischen Grenzübergang Erez nur noch in medizinischen Notfällen und über den ägyptischen Grenzübergang Rafah nur dann verlassen zu können, wenn er ausnahmsweise einmal geöffnet ist. Was in den letzten Jahren selten der Fall war. Ich stand in Rafah auch schon stundenlang vor verschlossenen Toren. Sie würden im größten Freiluftgefängnis der Welt leben. Im Osten eingeschlossen durch militärische Todesstreifen, Stacheldraht und Betonmauern, im Westen zur Seeseite durch die Geschütze der israelischen Kriegsmarine. Die einzige Möglichkeit, alte Freunde in Ägypten wenigstens gelegentlich wieder zu treffen, war in den letzten Jahren, wie ein Maulwurf durch einen der vielen Erdtunnel ins ägyptische Rafah zu krabbeln. Für viel Geld. Für einen stolzen Mann wie Sie wäre das zwar demütigend, aber was macht man nicht alles für die eigene Freiheit? Doch die neue ägyptische Regierung hat auch diesen letzten Fluchtweg in die Freiheit verrammelt. Zur Freude Israels. Ohne Bodentruppen einzusetzen übrigens. Die haben viele der Tunnel einfach geflutet.

So bliebe Ihnen in diesen Tagen nur noch der Blick über das weite Meer, der noch immer wunderbar ist. Wenn man sich die israelischen Kriegsschiffe am Horizont wegdenkt. Und es bliebe der Traum von Freiheit. Vom Frieden, den Sie und Ihre palästinensische Familie lediglich vom Hörensagen kennen würden. Nur die Gedanken wären frei. In Ihren Gedanken und in Ihren Träumen könnten sie noch immer erleben, was Israels Regierung Ihnen als Palästinenser vorenthält.

Was würden Sie als Bürger von Gaza von Israels Ministerpräsident Netanjahu halten, dem Sie einen Großteil Ihres Leids verdanken? Wären Sie in diesen Tagen des israelischen Dauerbombardements Anhänger der gemäßigten Fatah, die seit Jahrzehnten durch Verhandlungen das Schicksal der Palästinenser zu verbessern sucht? Oder der radikalen, streng konservativen Hamas, die mit teilweise selbst gebastelten Raketen dilettantisch und in inakzeptabler Weise versucht, wenigstens ein paar Rechte der Palästinenser durchzusetzen. Oder hätten Sie wie viele Palästinenser von der Politik einfach die Nase voll. Weil der aktuelle israelische Ministerpräsident, der zufällig Ihren Namen trägt, den Palästinensern ohnehin nie gestatten wird, einen eigenen lebensfähigen und gleichberechtigten palästinensischen Staat aufzubauen? Und der nächste auch nicht. Ich befürchte, Sie würden mit der härtesten der sogenannten palästinensischen Terrorbewegungen, dem 'Islamischen Jihad' sympathisieren. Sie lassen sich ja nur selten von jemandem an Härte übertreffen. Doch wer weiß?

Stellen Sie sich vor, die Bomben der israelischen F16 Kampfjets hätten vor einigen Tagen auch Ihr Haus dem Erdboden gleich gemacht. Sie hätten dadurch wie unzählige Bewohner von Gaza zahlreiche Tote und Verletzte in Ihrer Familie zu beklagen und Ihren gesamten Besitz verloren. Eines der überlebenden, schwer verletzten Kinder im Shifa-Krankenhaus von Gaza, die kleine Maria, wäre Ihre Enkelin. Maria, an deren Krankenbett ich letzte Woche lange stand, hätte bei der Zerstörung Ihres Hauses schwere Verletzungen erlitten. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch immer in ihrem Kopf. Durch die Schrecken der Bombennacht hat sie die Sprache verloren. Niemand in Gaza kann sie operieren. In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Der israelische Ministerpräsident, der Ihren Namen trägt, interessiert sich nicht für die Krankenhäuser der Palästinenser. Er denkt nie an die Kinder von Gaza.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie aus den Nachrichten erfahren würden, dass Israel nun auch noch das Shifa-Krankenhaus bombardieren will, in dem Ihre schwerverletzte Enkelin liegt. Angeblich hat die Hamas in den Kellern dieses größten Krankenhauses Gazas ihr Hauptquartier. Wir alle dachten doch, Israel habe die Hamas-Führung weitgehend ausgeschaltet. Die israelische Luftwaffe hat doch angeblich alle Häuser der Hamas zerstört - neben unzähligen Häusern von Zivilisten. Das war doch die Begründung für die wochenlangen mörderischen Bombardements.

Was würden Sie als ausgebombter Bürger von Gaza von diesem israelischen Ministerpräsidenten denken, der unablässig von den Raketen der Hamas und des 'Islamischen Jihad' redet, die in zwei Kriegswochen zwei israelische Zivilisten getötet und 10 verletzt haben? Was auch ich schrecklich finde. Mord bleibt Mord, egal wer ihn begeht. Leider sieht das der israelische Ministerpräsident anders. Ihm sind die 600 ermordeten und 4000 verletzten palästinensischen Zivilisten völlig gleichgültig. Selbst die vier palästinensischen Kinder, die beim Fußballspielen am Strand von israelischen Kriegsschiffen erschossen wurden, die Kinder, die beim Hühnerfüttern vom Dach ihres Hauses geschossen wurden oder die 9 jungen Fußballfans, die in einem Strandcafé beim WM-Spiel Argentinien : Holland von israelischen Raketen getötet wurden. Auch das Beschießen von Behindertenheimen, Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulen, all das stört ihn nicht. Noch nie hat dieser israelische Ministerpräsident über ein getötetes palästinensisches Kind geweint. Stattdessen höhnt sein Botschafter in den USA, eigentlich verdienten die israelischen Truppen wegen ihrer 'unvorstellbaren Zurückhaltung' den Friedensnobelpreis. Seine Regierung begeht Kriegsverbrechen und er fordert den Friedensnobelpreis. Unglaublich, würden wahrscheinlich auch Sie denken.

Sehr geehrter Herr Netanjahu, was würden Sie als Palästinenser von diesem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Politik halten, wenn Sie Bürger von Gaza wären? Von einem Politiker, dessen Volk vor allem in Europa Jahrtausende lang barbarisch behandelt wurde. Fast immer als Menschen zweiter Klasse. Wie ist es möglich, dass ein Politiker mit dieser tragischen Vorgeschichte seines Volkes nun die Bevölkerung von Gaza als Menschen dritter Klasse behandelt? Hatte der Vater des Staates Israel, Theodor Herzl, nicht einen Musterstaat der Toleranz versprochen? Und geschrieben: "Und fügt es sich, dass Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen einen ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren". Wo in Palästina gibt es ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit für die Palästinenser?

Sehr geehrter Herr Netanjahu, stellen Sie sich bitte wirklich einmal vor, Sie wären nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza geboren! Nur einen Augenblick! Vielleicht würden Sie dann erkennen, dass in Gaza und im Westjordanland Menschen leben, die dieselben Träume haben wie die Bürger Israels. Sie, Herr Netanjahu, könnten mit einer Handvoll Menschlichkeit und Weitsicht wie Jitzchak Rabin ein echter Staatsmann werden. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden. Stellen Sie sich wenigstens einmal am Tag vor, sie seien in Gaza geboren und nicht in Tel Aviv! Ihr Jürgen Todenhöfer

Jürgen Todenhöfer - Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Netanjahu, darf ich Ihnen mitten im Krieg ein paar Fragen stellen? Als Deutscher, der weiß, dass die Generation seiner Vorfahren den Juden Unverzeihliches angetan hat, der das Existenzrecht Israels akzeptiert und der Antisemitismus wie jede Form von Rassismus für eine Schande hält.

Haben Sie sich schon mal vorgestellt, wie es wäre, wenn Sie nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza auf die Welt gekommen wären? Sie hätten dann nicht die besten Schulen und Universitäten der USA besuchen können, sondern wahrscheinlich nur die bescheideneren Schulen und Universitäten von Gaza und im Westjordanland. Auch Ihre Enkel hätten kaum dem Elend von Gaza entfliehen können. Stattdessen hätten sie in den letzten sechs Jahren drei grauenvolle Kriege erlebt und viele Schulfreunde durch israelische Bomben verloren.

Wären Sie auch in Gaza Politiker geworden? Dann säßen Sie jetzt vielleicht wie 23 gewählte palästinensische Abgeordnete in israelischen Gefängnissen. Im Ofer-Gefängnis bei Ramallah oder im Hadarim-Gefängnis im Norden von Israel. Für Palästinenser ist es riskant, sich politisch zu betätigen. Unterstellen wir daher, Sie wären ein angesehener Landwirt geworden und hätten begonnen Blumen zu züchten. Sie hätten harte Zeiten durchlebt. Wegen der von Israel verhängten Blockade könnten Sie nur noch drei Prozent der früheren Blumenmenge exportieren. Die gesamte Wirtschaft Gazas liegt am Boden. Sie hätten fast alle Mitarbeiter entlassen müssen. Die wären jetzt arbeitslos - wie mehr als die Hälfte der arbeitsfähigen Bewohner von Gaza. Und müssten von der UNO durchgefüttert werden. 80 Prozent der Bevölkerung erhalten alle drei Monate Essensrationen wie damals die Iraker unter den vom Westen betriebenen Sanktionen. So erhält eine achtköpfige Familie, um überleben zu können, von der UNO alle drei Monate : 103 Kilo Weizen, 4,70 Liter Speiseöl, fünf Kilo Zucker, 1,5 Kilo Milchpulver sowie etwa Dosenfleisch. Für acht Personen!

Da Sie Ihre Familie von den paar Blumen, die Sie noch verkaufen würden, nicht ernähren könnten, hätten sie sich mit einem Ihrer Brüder, der Fischer ist, zusammen getan. Allerdings wäre dieser auch in großen Schwierigkeiten. Israel hat den palästinensischen Fischern entgegen internationalem Recht verboten, außerhalb einer 3-Seemeilenzone zu fischen. Dadurch gehen den Fischern von Gaza 85 Prozent der Fischgründe verloren. Wer diese Grenze überschreitet, wird von der israelischen Kriegsmarine beschossen. Ein Freund Ihres Bruders hat es gewagt. Er kehrte nie mehr zurück. Wie ein Dutzend anderer palästinensischer Fischer in den letzten 5 Jahren.

Auch sonst wäre Ihr Leben in Gaza beschwerlich. Vor allem wenn Israel wieder einmal - wie seit einigen Tagen - seine Stromlieferungen einstellt und gleich noch das Elektrizitätswerk von Gaza bombardiert. Wie gestern. Und daraufhin auch die Wasserversorgung zusammenbricht, weil die palästinensischen Wasserpumpen mit Strom betrieben werden. Gaza ist zur Zeit ohne Strom und Wasser. Nichts geht mehr. Das Trinkwasser ist verseucht, das Abwassersystem zusammen-gebrochen. Wichtige Medikamente für Ihre Familie gäbe es schon seit längerem nicht mehr. Die Folgen wären auch für Ihre Familie verheerend. Wie für alle palästinensischen Familien.

Für einen die eigene Freiheit liebenden Menschen wie Sie wäre es sicher hart, Ihre winzige Heimat Gaza seit 2007 über den israelischen Grenzübergang Erez nur noch in medizinischen Notfällen und über den ägyptischen Grenzübergang Rafah nur dann verlassen zu können, wenn er ausnahmsweise einmal geöffnet ist. Was in den letzten Jahren selten der Fall war. Ich stand in Rafah auch schon stundenlang vor verschlossenen Toren. Sie würden im größten Freiluftgefängnis der Welt leben. Im Osten eingeschlossen durch militärische Todesstreifen, Stacheldraht und Betonmauern, im Westen zur Seeseite durch die Geschütze der israelischen Kriegsmarine. Die einzige Möglichkeit, alte Freunde in Ägypten wenigstens gelegentlich wieder zu treffen, war in den letzten Jahren, wie ein Maulwurf durch einen der vielen Erdtunnel ins ägyptische Rafah zu krabbeln. Für viel Geld. Für einen stolzen Mann wie Sie wäre das zwar demütigend, aber was macht man nicht alles für die eigene Freiheit? Doch die neue ägyptische Regierung hat auch diesen letzten Fluchtweg in die Freiheit verrammelt. Zur Freude Israels. Ohne Bodentruppen einzusetzen übrigens. Die haben viele der Tunnel einfach geflutet.

So bliebe Ihnen in diesen Tagen nur noch der Blick über das weite Meer, der noch immer wunderbar ist. Wenn man sich die israelischen Kriegsschiffe am Horizont wegdenkt. Und es bliebe der Traum von Freiheit. Vom Frieden, den Sie und Ihre palästinensische Familie lediglich vom Hörensagen kennen würden. Nur die Gedanken wären frei. In Ihren Gedanken und in Ihren Träumen könnten sie noch immer erleben, was Israels Regierung Ihnen als Palästinenser vorenthält.

Was würden Sie als Bürger von Gaza von Israels Ministerpräsident Netanjahu halten, dem Sie einen Großteil Ihres Leids verdanken? Wären Sie in diesen Tagen des israelischen Dauerbombardements Anhänger der gemäßigten Fatah, die seit Jahrzehnten durch Verhandlungen das Schicksal der Palästinenser zu verbessern sucht? Oder der radikalen, streng konservativen Hamas, die mit teilweise selbst gebastelten Raketen dilettantisch und in inakzeptabler Weise versucht, wenigstens ein paar Rechte der Palästinenser durchzusetzen. Oder hätten Sie wie viele Palästinenser von der Politik einfach die Nase voll. Weil der aktuelle israelische Ministerpräsident, der zufällig Ihren Namen trägt, den Palästinensern ohnehin nie gestatten wird, einen eigenen lebensfähigen und gleichberechtigten palästinensischen Staat aufzubauen? Und der nächste auch nicht. Ich befürchte, Sie würden mit der härtesten der sogenannten palästinensischen Terrorbewegungen, dem 'Islamischen Jihad' sympathisieren. Sie lassen sich ja nur selten von jemandem an Härte übertreffen. Doch wer weiß?

 

Bild zum vergrößern anklicken - Over 150 Palestinian civilians, mostly teenagers arrested by Israeli invading troops in Khoza east of Khanyounis



Stellen Sie sich vor, die Bomben der israelischen F16 Kampfjets hätten vor einigen Tagen auch Ihr Haus dem Erdboden gleich gemacht. Sie hätten dadurch wie unzählige Bewohner von Gaza zahlreiche Tote und Verletzte in Ihrer Familie zu beklagen und Ihren gesamten Besitz verloren. Eines der überlebenden, schwer verletzten Kinder im Shifa-Krankenhaus von Gaza, die kleine Maria, wäre Ihre Enkelin. Maria, an deren Krankenbett ich letzte Woche lange stand, hätte bei der Zerstörung Ihres Hauses schwere Verletzungen erlitten. Ein israelischer Raketensplitter steckt noch immer in ihrem Kopf. Durch die Schrecken der Bombennacht hat sie die Sprache verloren. Niemand in Gaza kann sie operieren. In den Krankenhäusern fehlt es an allem. Der israelische Ministerpräsident, der Ihren Namen trägt, interessiert sich nicht für die Krankenhäuser der Palästinenser. Er denkt nie an die Kinder von Gaza.

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie aus den Nachrichten erfahren würden, dass Israel nun auch noch das Shifa-Krankenhaus bombardieren will, in dem Ihre schwerverletzte Enkelin liegt. Angeblich hat die Hamas in den Kellern dieses größten Krankenhauses Gazas ihr Hauptquartier. Wir alle dachten doch, Israel habe die Hamas-Führung weitgehend ausgeschaltet. Die israelische Luftwaffe hat doch angeblich alle Häuser der Hamas zerstört - neben unzähligen Häusern von Zivilisten. Das war doch die Begründung für die wochenlangen mörderischen Bombardements.

Was würden Sie als ausgebombter Bürger von Gaza von diesem israelischen Ministerpräsidenten denken, der unablässig von den Raketen der Hamas und des 'Islamischen Jihad' redet, die in zwei Kriegswochen zwei israelische Zivilisten getötet und 10 verletzt haben? Was auch ich schrecklich finde. Mord bleibt Mord, egal wer ihn begeht. Leider sieht das der israelische Ministerpräsident anders. Ihm sind die 600 ermordeten und 4000 verletzten palästinensischen Zivilisten völlig gleichgültig. Selbst die vier palästinensischen Kinder, die beim Fußballspielen am Strand von israelischen Kriegsschiffen erschossen wurden, die Kinder, die beim Hühnerfüttern vom Dach ihres Hauses geschossen wurden oder die 9 jungen Fußballfans, die in einem Strandcafé beim WM-Spiel Argentinien : Holland von israelischen Raketen getötet wurden. Auch das Beschießen von Behindertenheimen, Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulen, all das stört ihn nicht. Noch nie hat dieser israelische Ministerpräsident über ein getötetes palästinensisches Kind geweint. Stattdessen höhnt sein Botschafter in den USA, eigentlich verdienten die israelischen Truppen wegen ihrer 'unvorstellbaren Zurückhaltung' den Friedensnobelpreis. Seine Regierung begeht Kriegsverbrechen und er fordert den Friedensnobelpreis. Unglaublich, würden wahrscheinlich auch Sie denken.

Sehr geehrter Herr Netanjahu, was würden Sie als Palästinenser von diesem israelischen Ministerpräsidenten und seiner Politik halten, wenn Sie Bürger von Gaza wären? Von einem Politiker, dessen Volk vor allem in Europa Jahrtausende lang barbarisch behandelt wurde. Fast immer als Menschen zweiter Klasse. Wie ist es möglich, dass ein Politiker mit dieser tragischen Vorgeschichte seines Volkes nun die Bevölkerung von Gaza als Menschen dritter Klasse behandelt? Hatte der Vater des Staates Israel, Theodor Herzl, nicht einen Musterstaat der Toleranz versprochen? Und geschrieben: "Und fügt es sich, dass Andersgläubige, Andersnationale unter uns wohnen, so werden wir ihnen einen ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit gewähren". Wo in Palästina gibt es ehrenvollen Schutz und Rechtsgleichheit für die Palästinenser?

Sehr geehrter Herr Netanjahu, stellen Sie sich bitte wirklich einmal vor, Sie wären nicht in Tel Aviv, sondern in Gaza geboren! Nur einen Augenblick! Vielleicht würden Sie dann erkennen, dass in Gaza und im Westjordanland Menschen leben, die dieselben Träume haben wie die Bürger Israels. Sie, Herr Netanjahu, könnten mit einer Handvoll Menschlichkeit und Weitsicht wie Jitzchak Rabin ein echter Staatsmann werden. Läge das nicht auch im Interesse Ihres Landes? Israel wird in einer Welt von Feinden nicht überleben. Sondern nur in einer Welt von Freunden. Stellen Sie sich wenigstens einmal am Tag vor, sie seien in Gaza geboren und nicht in Tel Aviv!

Ihr Jürgen Todenhöfer

Same procedure - Prozionistische Kriegspropaganda - Knut Mellenthin - Vor der Seeschlacht bei Trafalgar ließ Admiral Horatio Nelson von Schiff zu Schiff mit Flaggenzeichen seinen Tagesbefehl verbreiten: »England expects that every man will do his duty.« England erwartet, daß jeder Mann seine Pflicht tut. Das war 1805. Heute erleben wir ähnliches. Sobald Israel wieder einmal Krieg gegen Palästinenser oder Libanesen führt, also alle drei bis fünf Jahre, geht ein Ruck durch seine Anhänger in den USA und Europa. Fast alle Organisationen und Personen, die mit mehr oder weniger demokratischer Legitimation im Namen »der Juden« zu sprechen beanspruchen, schlagen reflexartig die Hacken zusammen, geben Verstand und Moral in der Kleiderkammer ab und degenerieren zu Sprechautomaten. Sie identifizieren sich – und damit auch diejenigen, als deren Repräsentanten sie auftreten – hundertprozentig mit Israel, geben sich aber scheinheilig empört, wenn man sie ernst nimmt und sie mit Israel identifiziert. Daß die israelischen Streitkräfte in erster Linie Krieg gegen die palästinensischen Kinder führen, gegen deren Leben heute und gegen ihre Zukunft, macht die Aufgabe der prozionistischen Agitatoren nicht leichter, sondern treibt sie notwendigerweise unter ihr eigenes Niveau. >>>

An open letter for the people in Gaza - pdf - We are doctors and scientists, who spend our lives developing means to care and protect health and lives. We are also informed people; we teach the ethics of our professions, together with the knowledge and practice of it. We all have worked in and known the situation of Gaza for years. On the basis of our ethics and practice, we are denouncing what we witness in the aggression of Gaza by Israel. We ask our colleagues, old and young professionals, to denounce this Israeli aggression. We challenge the perversity of a propaganda that justifies the creation of an emergency to masquerade a massacre, a so-called “defensive aggression”. In reality it is a ruthless assault of unlimited duration, extent, and intensity. We wish to report the facts as we see them and their implications on the lives of the people. >>>

UN highlights children in Gaza-Israel conflict - UN humanitarian undersecretary Valerie Amos has demanded a halt to the violence in Gaza, saying "so many children" are among the more than 700 Palestinians killed. Israel  >>>

Dr. Merkel und Außenminister Herrn Steinmeier, wie wäre es, wenn sämtliche 'Israel' Politiker (Sie wissen genau, was ich meine) anonym als Durchschnittspalästinenser eine Woche in Gaza (über)leben und die Erfahrungen dem Deutschen Volk gegenüber vorstellen?

Wissen Sie, das Deutsche Volk das irgendwie mit dem Amtseid des Bundeskanzlers zu tun hat: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

VERLANGEN SIE von der Regierung Israels denn gar nicht die Aufklärung der toten Familie Kilani?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/deutsche-familie-in-gaza-keine-chance-auf-eine-flucht-a-982596.html

"...Die Kilanis zogen in eine Mietwohnung ins Zentrum von Gaza, den vermeintlich sichersten Ort. In ihrem Flugblatt hatte die israelische Armee die Zivilisten schließlich aufgefordert, genau dorthin zu flüchten..."

"...Dann feuerte ein israelischer Kampfjet mindestens zwei Raketen auf das Hochhaus..."

Gut möglich, daß Deutsche Waffengeschenke auch dabei 'relevant' waren...

Natürlich sähe die 'menschlichere Welt als die der Machtpolitik' gerne, wenn auch das bisherige Gemetzel von IDF ihr Ende finden würde...

NEBENBEI BEMERKT: interessant ist auch wie unterschiedlich der Umgang mit Russland ist... (Stichwort: Iran Air Flight 655: https://en.wikipedia.org/wiki/Iran_Air_Flight_655) - Traurig sind diese Tage   N. S.

 


Unter Beschuss
- M.Drobinski SZ 24.7.14 - Herr Drobinski gibt sich alle Mühe, Israelkritik und echten Antisemitismus zu vermengen, um die mehr als berechtigten israelkritischen Kundgebungen zu Gaza zu diffamieren. Dann lässt er auch noch jüdische Ideologen zu Worte kommen, deren zionistische Grundeinstellung bestens bekannt ist. Dazu hat Chas Freemann, ehem. US-Botschafter treffend ausgesagt: „Die Taktiken der Israel-Lobby stellen Höhepunkte der Schande und Unanständigkeit dar, sie schliessen Rufmord ebenso mit ein wie selektive falsche Zitate, vorsätzliche Verfälschung der Fakten, Fabrikationen von Unwahrheiten und vollkommene Missachtung der Wahrheit.“ Die zitierten Personen massen sich an, für das gesamte Judentum zu sprechen. Dabei sind sie nur Propagandisten eines Staates, der seit seiner Gründung permanent gegen Völkerrecht und Menschenrechte verstösst und als kolonialistisches Programm eine schleichende ethnische Säuberung in den besetzten Gebieten betreibt. Auch die grausam unterdrückten und gedemütigten Palästinenser haben ein Recht auf Verteidigung. Wer nicht will, dass das Recht des Stärkeren Einzug in die Politik hält, ist aufgerufen, an den Protestkundgebungen teilzunehmen. Wer wegschaut, macht sich mitschuldig.  Wolfgang Behr

 

 

Tief betroffen möchte ich Ihnen meine aufrichtige Solidarität bezeugen. Was in Palästina geschieht ist Völkermord, denn die Eingeschlossenen haben keine Chance. Als deutsche Frau (Jahrgang 1958) soll ich mich immer noch für die Gräueltaten der Nazis verantworten, wenn nicht, bin ich ein Antisemit. Ich bin weder das eine noch das andere - ich bin Christ. Meine Heimatstadt ist die Geburtsstadt Luthers. Eines mutigen Mannes, der für seine Überzeugung eingestanden ist. Mit Luther,"..hier steh ich nun - ich kann nicht anders...",Israel begeht unter den Augen der Welt Völkermord. Leider fehlen mir die finanziellen Möglichkeiten einer großzügigen Spende, aber meinen Mund kann ich kostenlos auftun. Für Gerechtigkeit, Hoffnung und Anerkennung eines Palästina mit dem Recht auf Souveränität, Unversehrbarkeit  des Lebens .Ich schäme mich, daß Deutschland so etwas zulassen kann und die Deutschen schweigen.

Ich wünsche Ihnen unendlich viel Kraft und Entschlossenheit - das Töten muß beendet werden. Mit Betroffenheit und Hoffnung für Palästina verbleibe ich. G. H.


 

lieber herr arendt, mit grosser entäuschung und wut, erlebe ich wie eine engstirnische israelische regierung im gaza-streifen vorgeht. meine name ist steffen  ich arbeite als layouter, cartoonist und fotograf bei einer grossen zeitung in berlin. ich möchte ihnen einige meiner arbeiten kostenlos für ihr portal zur verfügung stellen.



Bild  zum vergrößern anklicken

gaza

israel peace

Was will die Hamas wirklich?“ - Gideon Levy - Geh’ doch nach Gaza, schrie ein wütend gestikulierender Mann den bekannten israelischen Journalisten Gideon Levy an, als dieser in der vergangenen Woche Ashkelon besuchte. Eine wachsende Menge wütender Passanten bedrängte ihn, so schreibt Gideon Levy, und fast wären sie tätlich geworden. Gideon Levy arbeitet seit 1982 bei der liberalen Zeitung Haaretz, schreibt dort Reportagen, Analysen, Kolumnen. Und er bekommt täglich Hunderte E-Mails, in denen er von den Adressaten bedroht, beleidigt und beschimpft wird – gehört er doch zu den wenigen israelischen Journalisten, die über den Alltag der Palästinenser, die Folgen der Besatzung und solcher israelischer Offensive wie den aktuellen Krieg schreiben. Dafür fährt er sogar nach Gaza oder Ramallah, was seine Mitbürger schon lange nicht mehr tun. Mit seinen Texten fordert er seine Leser auf, den Konflikt auch einmal aus der palästinensischen Perspektive zu sehen. Leser rufen deswegen zum Boykott der Zeitung und fordern, dass Firmen ihre Anzeigen in der Haaretz stornieren. Noch niemals zuvor sei die Hass-Welle so abgrundtief gewesen wie jetzt, die Diffamierungen und Todesdrohungen würden alles übertreffen, schreibt Gideon Levy in der Haaretz, was er sich je habe vorstellen können. Freunde warnen ihn, die Stimmung erinnere an die Zeit im November 1995, vor der Ermordung von Premier Yitzhak Rabin durch einen jüdischen Fanatiker. Sie raten ihm, das Land zu verlassen. >>>


 

«Linke in die Gaskammern»: Israels Kriegsgegner stehen auf verlorenem Posten - Wer zum Ende der Kampfhandlungen auffordert, hat in Israel einen schweren Stand. 80 Prozent der Bevölkerung befürworten die Offensive. Wurden die Friedensaktivisten früher lediglich beschimpft, müssen sie jetzt mit handfester Gewalt rechnen. - Susanne Knaul - Ein Zeitungskolumnist braucht Personenschutz; einer Schauspielerin wird aufgrund ihrer politischen Anschauungen ein Auftrag gekündigt; in Haifa und Tel Aviv jagen rechtsnationale Schlägerbanden Friedensdemonstranten: Die kriegerischen Auseinandersetzungen im Gazastreifen erhitzen den innerisraelischen Diskurs. Einzig im Zelt des «Elternzirkels», dem Forum von Müttern und Vätern, die ihre Kinder oder engste Angehörige bei Terroranschlägen verloren haben, geht es ruhiger zu. Seit zwei Wochen bauen die «Eltern» auf dem Platz vor der «Cinemathèque» in Tel Aviv allabendlich ein Zelt auf und laden Passanten zum Gespräch. «Es wird erst enden, wenn wir reden», ist das Motto der Friedensaktivisten, die ihre Kinder verloren haben und nur deshalb von den Rechtsaktivisten verschont werden. >>>

An open letter for the people in Gaza - Paola Manduca, Iain Chalmers, Derek Summerfield, Mads Gilbert, Swee Ang, on behalf of 24 signatories - "We are doctors and scientists, who spend our lives developing means to care and protect health and lives. We are also informed people; we teach the ethics of our professions, together with the knowledge and practice of it. We all have worked in and known the situation of Gaza for years.

On the basis of our ethics and practice, we are denouncing what we witness in the aggression of Gaza by Israel.

We ask our colleagues, old and young professionals, to denounce this Israeli aggression. We challenge the perversity of a propaganda that justifies the creation of an emergency to masquerade a massacre, a so-called "defensive aggression". In reality it is a ruthless assault of unlimited duration, extent, and intensity. We wish to report the facts as we see them and their implications on the lives of the people.

We are appalled by the military onslaught on civilians in Gaza under the guise of punishing terrorists. This is the third large scale military assault on Gaza since 2008. Each time the death toll is borne mainly by innocent people in Gaza, especially women and children under the unacceptable pretext of Israel eradicating political parties and resistance to the occupation and siege they impose.

This action also terrifies those who are not directly hit, and wounds the soul, mind, and resilience of the young generation. Our condemnation and disgust are further compounded by the denial and prohibition for Gaza to receive external help and supplies to alleviate the dire circumstances.

The blockade on Gaza has tightened further since last year and this has worsened the toll on Gaza's population. In Gaza, people suffer from hunger, thirst, pollution, shortage of medicines, electricity, and any means to get an income, not only by being bombed and shelled. Power crisis, gasoline shortage, water and food scarcity, sewage outflow and ever decreasing resources are disasters caused directly and indirectly by the siege..." >>>


Full list of signatories >>>

Decrease font size Increase font size modify font size Print a copy  - PLO Executive Committee member Hanan Ashrawi, in a press release Thursday, Commented on EU Foreign Affairs Council Conclusions of July 22 as saying, “We are dismayed by the schizophrenic approach of the European Union’s Foreign Affairs Council Conclusions on the Middle East Process that was issued on July 22.” >>>

Miko Peled - Ein jüdischer Israeli und Friedensaktivist über die Wahrheit in Israel

CNN-Reporterin Diana Magnay wegen Kritik an Israel abgezogen
 Diana Magnay stand auf einen der Hügel die Gaza überblicken und berichtete vergangenen Donnerstag live über die Raketen- und Bomben die in Gaza einschlagen und auch darüber, wie eine Meute an Gaffer die neben ihr standen laut dabei jubeln würden. Nach ihrem Bericht schrieb sie einen Tweet in dem stand, die Gaffer hätten sie bedroht und angegriffen, vor und während ihrer Reportage. Der Text des Tweets lautete: "Israeli auf dem Hügel über Sderot jubeln während Bomben auf Gaza fallen; drohen 'unser Auto zu zerstören wenn ich ein falsches Wort sage'. Abschaum."

iNakba App von Zochrot  - Zochrot ist eine israelische Organisation, die sich seit 2002 zum Ziel setzt, in der israelisch-jüdischen Gesellschaft das Bewusstsein über die Nakba und die eigene Verantwortung für die anhaltenden Folgen der Vertreibung der PalästinenserInnen zu fördern. Zochrot befasst sich auch intensiv mit der Frage der Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die als eigentliche Wiedergutmachung und als Chance für eine nichtdiskriminierende Zukunft in einer gemischten Gesellschaft gesehen wird.

Zochrot biete auf ihrer Website zahlreiche Informationsmaterialien zur Nakba an. Das neuste Tool ist eine Application, die auf der Grundlage von Google Maps die seit 1948 zerstörten palästinensischen Ortschaften zeigt und Informationen darüber vermittelt.

Der Download der Application ist über die Website von Zochrot möglich >>>

Israel verwehrt Palästinensern Trinkwasser! Bericht von Amnesty International.

24. 7. 2014

„Ein Massaker schlimmsten Ausmaßes!“

Rede von Arn Strohmeyer auf der Demonstration gegen den Krieg Israels im Gaza-Streifen am 23.07.2014 in Bremen


Liebe Freunde, es ist wieder Mal ein furchtbarer Anlass, zu dem wir uns heute hier auf dem Bremer Marktplatz versammeln – wie schon so viele Male zuvor. Hunderte von Palästinensern – darunter viele Alte, Frauen und Kinder –  mussten in den vergangenen Tagen sterben, weil Israel seine Kriegsmaschinerie wieder einmal auf ein so gut wie unbewaffnetes und wehrloses Volk losgelassen hat und im Gaza-Streifen einmarschiert ist. Ich sage unbewaffnet, denn die Palästinenser – auch die im Gazastreifen – leben unter Israels Besatzung und haben nicht einen einzigen Panzer, keine Flugzeuge, Kanonen und andere Kriegsgeräte, über die Israels Armee als die viertstärkste der Welt reichlich verfügt. Es findet dort kein Krieg zwischen zwei gleich starken militärischen Gegnern statt, wie uns hier oft eingeredet wird. Was Israel dort anrichtet, ist ein Massaker schlimmsten Ausmaßes, ein anderes Wort gibt es dafür nicht – das wievielte Massaker in der Geschichte beider Völker – muss man fragen, das Israel da begeht?

Und Zehntausende Menschen sind auf der Flucht, mussten ihre Häuser verlassen. Für viele von diesen Menschen ist es nach den Kriegen von 1948 und 1967 die dritte oder vierte Vertreibung durch Israels Truppen. Nur wo sollen sie im kleinen Gaza-Streifen hin fliehen, der ringsum von Israel und Ägypten eingezäunt und ummauert ist? Ich darf daran erinnern, dass es in Israels Krieg gegen den Gazastreifen 2008/09 1500 Tote gegeben und Tausende von Verletzten. Vorsätzliche Tötungen durch die israelischen Truppen sind schwere Verstöße  gegen das Recht auf Leben und damit Verstöße gegen die Vierte Genfer Konvention. Sie müssen als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit behandelt und geahndet werden.


Nun wird dem von den Israel-Verteidigern und den deutschen Medien so gut wie unisono entgegengehalten, und das ist ihr erstes Gegenargument: Aber die Raketen der Hamas! Man kann ja durchaus die Frage stellen, ob die Hamas sich und der Bevölkerung des Gaza-Streifens mit dem Raketenbeschuss auf Israel einen Gefallen getan hat? Aber man muss auch anmerken: Diese Raketen sind im Gegensatz zu den israelischen selbst gebaute und unwirksame Geschosse, die vielleicht Panik hervorrufen, aber so gut wie keine Schäden in Israel angerichtet haben. Ein einziger Israeli ist durch diese Raketen getötet worden. Aber ich will zu den Raketen der Hamas auch ganz klar sagen: Man darf hier nicht Ursache und Folgen verwechseln. Die Hamas-Raketen sind nicht die Ursache des gegenwärtigen Krieges, sondern der erbärmliche Zustand, unter dem die Palästinenser seit Jahrzehnten unter der brutalen israelischen Besatzung leben müssen!
Tatsache ist, dass die Besatzungsmacht Israel die Palästinenser im Westjodland hinter der Mauer weggesperrt hat, dort müssen sie unter Militärrecht leben, d.h. sie haben gar keine Rechte >>>

 

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Pro-palästinensische Demonstration in Bremen - Fast 5.000 Menschen haben an der Pro-Palästina-Demonstration durch die Bremer Innenstadt teilgenommen. Bei den Kundgebungen setzten sich die Redner für einen Stopp des Bombardements im Gaza-Streifen sowie ein Ende des Krieges ein. "Schluss mit dem Massaker im Gaza-Streifen", sagte der Bremer Journalist und deutsche Hauptredner Arn Strohmeyer. >>>
 

Getötete deutsche Familie in Gaza: Sie hatten keine Chance - Sami al-Ajrami und Raniah Salloum, Beit Lahia und Tel Aviv - Die deutsche Familie Kilani wollte vor den Bomben aus dem Gazastreifen fliehen. Doch selbst der rote Reisepass nützte nichts: Sie blieb gefangen - bis es zu spät war. Jetzt trauert die Großmutter um Sohn, Schwiegertochter und fünf Enkel. In Beit Lahia steht das zweistöckige Haus, in dem Ibrahim Kilani gewohnt hat. Er lebte mit seiner Frau und den fünf Kindern in der ersten Etage. Im Erdgeschoss sitzt seine Mutter mit rot geweinten Augen. Vor wenigen Stunden war die Beerdigung ihres Sohnes, der Schwiegertochter und der Enkel. Der Deutsch-Palästinenser Ibrahim Kilani hatte eigentlich alles richtig gemacht. Als israelische Flugblätter auf Beit Lahia fielen, folgte er der aufgedruckten Warnung und verließ seinen Heimatort. Seine Mutter blieb in Beit Lahia. Die Jungen sollten sich in Sicherheit bringen. Irgendjemand musste doch aufpassen, damit nichts geplündert würde. Der Gazastreifen ist nicht nur ein Hort des Terrors und des Elends, als der er in den Nachrichten häufig erscheint. 1,8 Millionen Menschen haben hier ihr Zuhause und ein Leben, an dem sie hängen. Das lässt man nicht so schnell zurück. Ibrahim Kilani wollte mit seiner Frau und den Kindern ein paar Tage >>>



Interview - Situation im Gaza-Streifen - Palästinensischer Diplomat in Zeiten des Krieges - Abdallah Frangi ist seit wenigen Wochen Gouverneur der Palästinenser in Gaza. Im Interview beklagt der Diplomat und Berater von Palästinenserführer Abbas, dass der Westen im Nahen Osten mit zweierlei Maßstäben messe: die guten Israelis und die bösen Palästinenser. Solange Israel den Palästinensern kein ernst zu nehmendes Friedensangebot unterbreitet, wird der Krieg in Gaza weitergehen. Ein einfacher Waffenstillstand sei nicht genug. Das sagte der Gouverneur der Palästinenser in Gaza, Abdallah Frangi (Fatah), am Mittwoch im WDR 5 Morgenecho >>>

Audio - Diplomat Frangi- "In diesem Zustand können die Palästinenser nicht leben" >>>

"Hamas ist auch eine politische Partei" - Leiter der Böll-Stiftung in Ramallah mahnt zu Verhandlungen - Moderation: Marianne Allweis und André Hatting - Der Nahost-Experte Rene Wildangel fordert dazu auf, mit der Hamas Gespräche über eine Waffenruhe zu führen. Die Hamas sei eine politische Partei und habe die Wahlen 2006 gewonnen. Ihre Forderung nach einem Ende der Gaza-Blockade sollte ernst genommen werden. Der Leiter der Heinrich Böll Stiftung im Westjordanland, Rene Wildangel, hat darauf hingewiesen, dass die palästinensische Hamas nicht nur eine Terrororganisation sei. Sie sei auch eine politische Partei, die 2006 in den Palästinensergebieten die Wahlen gewonnen habe. "Sie ist vor kurzem in eine Einheitsregierung mit Präsident Abbas eingetreten, das verdrängt man oft." >>>

“Warum verurteilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht die Ermordung unschuldiger deutscher Bürger im Gazastreifen?”, fragt Hatem - Martin Lejeune - Die oberen Stockwerke des Wohnhauses in der Umar-al-Mukhtar-Straße, der Hauptstraße von Gaza Stadt, sind vollständig zerstört. Neben dem Haus tut sich ein Krater auf, am Straßenrand liegt ein hoher Schuttberg. In diesem Haus wurden am Montagabend sieben Deutsche getötet, als zur Zeit des Fastenbrechens um 19:45 Uhr eine Rakete der israelischen Streitkräfte einschlug. Die sieben getöteten Deutsche sind Ibrahim al-Kelany, seine Frau und die fünf Kinder. Auch fünf Palästinenser sind bei dem Angriff getötet worden. Hatem Ragab, 52 Jahre, von Beruf Ingenieur im Ministerium der Kommunalverwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde, ist Ibrahims Cousin. (...) "Ich trauere zutiefst um meinen Cousin Ibrahim und seine Familie, die hier kaltblütig ermordet wurde" (...) Hatem bestätigt, daß alle getöteten al-Kilanys Deutsche waren. “Warum verurteilt Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht die Ermordung unschuldiger deutscher Bürger im Gazastreifen?”, fragt Hatem. >>>

„Regierungschefs tragen durch ihr Schweigen Mitschuld“- Botschafter der palästinensischen Vertretung in Wien, Salah Abdel Shafi, verurteilt fehlende Intervention der internationalen Gemeinschaft. Die von führenden Regierungschefs betriebene Politik ist ein Ausdruck des moralischen Verfalls.

Der sinnlose Abschuss des malaysischen Flugzeugs MH 17 über die Ukraine schockiert die Welt. „Auch wir, die Palästinenser, fühlen mit den Hinterbliebenen der Opfer dieser schrecklichen und grausamen Tragödie. Unschuldige wurden in einen Konflikt hineingezogen, der nicht ihrer war“, so Botschafter Salah Abdels Schafi. Führende Politiker der sogenannten freien Welt sprechen den Familien ihre Sympathie aus und fordern zu Recht eine internationale Untersuchung, um die Attentäter zu ermitteln.

„Aber diese Stimmen bleiben stumm angesichts der täglichen Massaker, die die israelische Regierung unter Benjamin Netanjahu, mitsamt ihrer mörderischen Armee im Gaza-Streifen begeht. Fassungslos und entsetzt stehen wir diesem Schweigen gegenüber“, verleiht der Botschafter seiner Empörung Ausdruck. Über 600 Zivilisten, mehrheitlich Kinder und Frauen, wurden bisher getötet. Ganze Familien wurden ausgelöscht. Die israelische Besatzungsarmee zerstört gezielt Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen. Die Täter dieser Gräueltaten sind der gesamten Welt bekannt. „Doch die führenden Politiker sind nicht in der Lage, dem palästinensischen Volk ihre Sympathien auszusprechen und die Verantwortlichen zu verurteilen“, kritisiert Abdel Shafi.

Die doppelmoralische Politik der führenden Regierungschefs verurteilt der Botschafter zutiefst, „dabei übersehen sie, dass sie durch ihr Schweigen Mitschuld an den Massakern am palästinensischen Volk tragen.“

Botschafter Abdel Shafi fordert daher die führenden Regierungschefs auf unverzüglich zu intervenieren „um ihrer eigenen Politik des moralischen Verfalls entgegenzutreten und um das palästinensische Volk vor Israel schützen. Sie stehen unwiderruflich in ihrer Verantwortung, denn es sind sie, die immer wieder behaupten, sowohl Demokratie, als auch Menschenrechte umfassend zu respektieren.“

VIDEO - Rolf Verleger zur Nahostkrise .- "Israel braucht massiven Druck von außen" - "Israel braucht massiven Druck von außen"Menschen weltweit sind empört über die Militärschläge der israelischen Armee gegen Hamas-Mitglieder im Gazastreifen. Immer wieder werden Zivilisten bei den Luftangriffen getötet. Bei den auch in Deutschland stattfindenden Demonstrationen sind vermehrt antisemitische Parolen zu vernehmen. Der Psychologe Rolf Verleger sieht das unkritische Auftreten der deutschen Politik gegenüber Israel als mitursächlich für den Unmut der Demonstranten. >>>

Paech: "Eindeutig ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung" - Begeht Israel im Gazastreifen Kriegsverbrechen? Der UN-Menschenrechtsrat sieht dafür Anzeichen. Die israelische Regierung könnte dafür vor ein internationales Strafgericht gestellt werden, meint der Jurist Norman Paech. - Deutsche Welle: Wie ist das, was derzeit im Gazastreifen passiert, aus Sicht des Völkerrechts zu bewerten? Norman Paech: Dieser Krieg ist ganz eindeutig ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen, der nach dem humanitären Völkerrecht so eigentlich nicht stattfinden darf. Es gibt verschiedene Verpflichtungen, die in der Haager und der Genfer Menschenrechtskonvention festgelegt sind, die den Schutz der Zivilbevölkerung zur absoluten Vorbedingung jeder kriegerischen Auseinandersetzung macht. Und in einem Gebiet wie dem Gazastreifen, der so unendlich dicht besiedelt ist, verbietet sich eigentlich so eine Art von Kriegsführung. Welche Mechanismen würden denn dann Israel völkerrechtlich zur Verfügung stehen, um sich gegen Raketenangriffe aus dem Gazastreifen zu schützen? Israel hat da durchaus ein Verteidigungsrecht. Und zwar genau das, was es aus meiner Sicht mit den "Iron Dome"-Abwehrraketen schon sehr effizient macht. >>>

Berliner Aktion für Opfer im Gazastreifen - Apotheker bittet um Medizin für Kinder

Er kam mit 19 Jahren aus Gaza nach Berlin und ist längst Deutscher. Der Apotheker Yaser Alshrafi sammelt mit palästinensischen Ärzten für Kinder unter den Opfern. -  Annette Kögel - Der Vater, seine vier Kinder und seine Frau haben einfach nur Glück gehabt. „Wir haben den Urlaub wegen der Arbeit verschoben, sonst wären wir mitten im Krieg“, sagt Yaser Alshrafi. Der 38-jährige Berliner, der mit 19 Jahren nach Deutschland kam und Pharmazie an der Freien Universität studierte, hat in seiner Apotheke in Spandau viel zu tun. Nicht allein, dass die vielen Stammkunden ihre Medikamente abholen. Yaser Alshrafi nimmt auch gerade Spenden an. Er bittet Privatleute aus Berlin und Brandenburg sowie Fachleute aus der Medizinbranche dringend etwa um Schmerzmittel, Antibiotika, Narkotika und OP-Zubehör. Und noch eine dringende Bitte hat der Palästinenser mit deutschem Pass: Es „ gibt so viele schrecklich verletzte Kinder und Babys, amputiert und verstümmelt, und es gibt keine Möglichkeit, sie im Gazastreifen zu behandeln.

Ich flehe die Kliniken in Deutschland an, diesen Opfern gratis zu helfen. Es geht um die Menschlichkeit.“

"Zwei meiner Brüder im Koma"

Alshrafi hat schon während des letzten Krieges für die Zivilbevölkerung in Gaza gesammelt. Damals duckten er und seine Frau sich in Panik in angeklebten Räumen, voller Furcht vor Phosphorbomben, die Israel erstmals im Gazastreifen einsetzte. „Jetzt liegen zwei meiner Brüder im Koma“, sagt er. Diese hätten im Hause seines Cousins zu Abend gegessen, als eine Rakete im Nachbarhaus eingeschlagen sei. Mit der Hamas habe er nichts zu tun, sagt der Apotheker, „mit Politik geht man verloren, es ist Humanität gefragt“.(...)


Spenden kann man abgeben in der Zeppelin-Apotheke, Zeppelinstraße 36–37, Spandau, Tel. 372 86 32, Fax: 372 50 57. Weitere Apotheken, die Spenden annehmen, sind: Akazien-Apotheke Wedding, Hauptstraße 17, Mauritius-Apotheke Neukölln, Kottbusser Damm 86, Kaiserdamm-Apotheke Charlottenburg, Kaiserdamm 114, Lukas-Apotheke Kreuzberg, Wrangelstraße 78. Kontakt zur Palästinensischen Ärzte- und Apothekervereinigung Berlin-Brandenburg e.V. sowie Infos zum Spendenkonto und Kontakt für Kliniken über Apotheker Yaser Alshrafi, Telefon 0176 103 62 455. Spendenkonto: Palästinensische Ärzte- und Apothekervereinigung Berlin-Brandenburg e.V., Deutsche Apotheker- und Ärztebank: IBAN: DE 73300606010007752539, BIC: DAAEDEDDXXX

Palästina ohne Flughafen - Heiko Flottau - Israels Flughafen Ben Gurion wird derzeit von europäischen und amerikanischen Gesellschaften nicht angeflogen. Palästinenser aber haben überhaupt keinen Flughafen – ihr Airport wurde von Israel 2001 zerstört. Wenn man in dem grausamen Krieg um Gaza das Wort „Erfolg“ überhaupt in den Mund nehmen will, so ist es zweifellos ein „Erfolg“ der Hamas, dass sie mit ihren Raketen den internationalen Flughafen Ben Gurion so bedrohen konnte >>>

Krieg in Gaza: Selbst in der Kirche gibt es keine Sicherheit - Raniah Salloum - Die Kirche des heiligen Porphyrios im Olivenviertel im Süden von Gaza-Stadt ist zum Flüchtlingslager geworden. Hunderte Familien suchen Schutz in ihren dicken Mauern aus der Kreuzritterzeit. Benannt ist die Kirche nach dem Heiligen, der die Menschen in Gaza im fünften Jahrhundert zum Christentum zu bekehren suchte. Seit 13 Jahren steht ihr Erzbischof Alexios vor. Er hat seine Tore nun für alle geöffnet - christliche und muslimische Palästinenser. "Wir nehmen jeden auf, ohne Unterschied", sagte der Erzbischof dem "Wall Street Journal". "Wir sind alle Brüder, wir sind eine Familie." Zusammen mit der Moschee nebenan koordiniert der Bischof die Hilfe >>>

Gaza-Konflikt erreicht das Showgeschäft - Jon Stewart bekam einige Prügel ab, nachdem er sich zu Israel und Gaza äußerte. Jetzt hat der Entertainer seinen Kritikern geantwortet - Der aktuelle militärische Konflikt zwischen Israel und der Hamas erreichte vergangene Woche auch das US-amerikanische Comedy-Format von Jon Stewart. In einem rund zweiminütigen Clip thematisierte der Entertainer in seiner "Daily Show" die aktuelle Bodenoffensive Israels im Gazastreifen. Zwei Minuten, die Stewart erhebliche Kritik von proisraelischer Seite einbringen sollte. Stewart spricht von der Asymmetrie der Bombardements und den unterschiedlichen Warnungen, die an die jeweilige Zivilbevölkerung vor dem Bombardement gehen. >>>

Eine Rede, die bei einer Kundgebung in Chicago gehalten wurde. - Die folgende Rede wurde bei einer Kundgebung für Palästina am 20.7.2014 gehalten. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl auf über 10.000.

Ihr seid nicht alleine.
An unsere Freunde und Kollegen in Palästina und die palästinensischen Amerikaner hier in Chicago, wir versammeln uns heute hier als Verbündete, die Euch wissen lassen wollen, Ihr seid nicht allein.

Ihr seid nicht allein in Eurem Kummer, wenn Ihr die Fotos toter Kinder, Frauen und Männer seht, verschüttet unter zusammengestürzten Häusern, auf Bahren vor den Bomben fliehend, in Hospitälern in weißes Plastik gewickelt, von Blut triefend.

Ihr seid nicht allein, wenn Eure Herzen brechen beim Anblick eines Vaters, der sein totes Kind flehentlich bittet, aufzuwachen, und einer Mutter, die verzweifelt ihren toten Sohn sucht, der zuletzt beim Fußballspielen am Strand gesehen wurde.

Ihr seid nicht allein, wenn Ihr aufschreit angesichts der Berichterstattung im Fernsehen, im Radio und in der Mainstream-Presse, die israelisches Leben über palästinensisches stellt, die wie Marionetten die Pressemitteilungen der israelischen Regierung nachplappern, und es unterlassen, irgendeinen Kontext herzustellen zu der andauernden Belagerung und der militärischen Besatzung Gazas.

Ihr seid nicht allein, wenn Ihr wie verrückt jedes Fotos auf Facebook postet, das den Protest der Menschen in der Welt, wo Tausende die palästinensische Fahne hochhalten und ihre Stimme gegen die Unmenschlichkeit erheben, zeigt. Damit wird unser Glaube daran, dass unser Schrei für Gerechtigkeit gehört wird, bestärkt.

Ihr seid nicht allein, wenn Ihr aufgebt und Euch auf lächerliche Kommentare und Tweets einlasst, die von Unterstützern des israelischen Militarismus in den sozialen Medien verbreitet werden, oder wenn Ihr im Fahrstuhl unter der Bemerkung zusammenbrecht, Euer palästinensisches Tuch sei ein Angriff, oder wenn jemand Euch belehrt, dass Ihr einen palästinensischen Gandhi nötig habt – so als ob dies die magische Antwort für eine Beendigung der Besatzung sei.
Ihr seid nicht allein, wenn Ihr weint, müde, weil Ihr fühlt, dass die Welt Euer Volk vergessen hat. Eure geliebten Angehörigen, Eure Familien, Eure Freunde und diejenigen, die uns Nachrichten schicken mit der Bitte, das Bomben zu stoppen. Beendet die Belagerung Gazas! Beendet jede militärische Unterstützung. Schluss mit den Waffen, die weiter töten. Und töten. Und töten. Und wir weinen über unsere eigene Machtlosigkeit.

Ihr seid nicht allein.

Mit Euch sind alle Menschen mit Gewissen – Christen, Juden, Muslime, säkulare Menschen – wir hören Eure Schreie, Eure Empörung und Eure Forderungen nach Gerechtigkeit. Wir sind mit Euch heute, morgen und in den kommenden Jahren, indem wir für Menschenrechte, für Gleichheit, Gerechtigkeit und Frieden für alle Völker in Nahen Osten eintreten. Mögen wir uns durchsetzen, zusammen in einer Gemeinschaft von Liebe und Solidarität!

We are Israeli reservists. We refuse to serve. -  Yael Even - Whenever the Israeli army drafts the reserves — which are made up of ex-soldiers — there are dissenters, resisters, and AWOLers among the troops called to war. Now that Israel has sent troops to Gaza again and reserves are being summoned to service, dozens are refusing to take part. We are more than 50 Israelis >>>

Nothilfe für den Gazastreifen
medico international

Spendenaufruf für Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Versorgung

Die Menschen in Gaza benötigen Hilfe. Zwei Laster mit Medikamenten hat der israelische medico-Partner Ärzte für Menschenrechte bereits mit Spendengeldern von medico in den Gazastreifen geschickt. Weitere Medikamentenlieferungen sind geplant. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!
Aufgrund der hohen Anzahl von Verletzten, laut UN-Angaben zu 75% Zivilisten, durch die Luftangriffe ist das Gesundheitswesen in Gaza zunehmend überfordert. Der Mangel an Medikamenten und Treibstoff für Generatoren verschärft die Lage zusätzlich.
23 Gesundheitseinrichtungen wurden direkt beschädigt. Darunter auch eine Gesundheitsstation des medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS) in Izbat Beit Hanoun, berichtet Dr. Aed Yaghi, PMRS-Leiter in Gaza. Die Einrichtung, welche erst kürzlich mit Mitteln des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgebaut und renoviert wurde, kam bei einem heftigen Bombardement der Nachbarschaft zu Schaden. mehr >>>



Für die Gaza-Nothilfe der israelischen und palästinensischen Partner bitten wir um Spenden unter dem Stichwort: “Nahost“

Spendenkonto:
medico international - Konto-Nr. 1800 - Frankfurter Sparkasse - BLZ 500 502 01 - IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00

Jetzt online spenden!  Auch hier


 

 

SPENDENAUFRUF

Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.)

in Kooperation mit:
Soziale Hilfsorganisation Najdeh e.V.
Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V.
Europäische Allianz für die Unterstützung der palästinensischen Gefangenen 
 

 Dringender Appell: Medizinische Hilfe für Gaza!

 

Durch die israelischen  Luftangriffe auf Gaza ist auch die medizinische Versorgung schwer getroffen  und völlig überfordert, es fehlt an allem!  Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Instrumente  werden dringend benötigt. Wir rufen alle friedliebenden Menschen auf, Medikamente, medizinisches Material sowie finanzielle Mittel zu spenden, damit den vielen Verletzten geholfen werden kann.
 

Mit Ihrer Solidarität lindern Sie  das Leiden der Menschen und retten Menschenleben!

 
Die unterzeichnenden Vereine sind als gemeinnützig anerkannt.
 

Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.)
in Kooperation mit:
Soziale Hilfsorganisation Najdeh e.V.
Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V.
Europäische Allianz für die Unterstützung der palästinensischen Gefangenen 

Spenden bitte an: Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft e.V.
c/o Dr. Khaled Hamad, Liegnitzerstr. 28, 53721 Siegburg

 
Spendenkonto DPMG: Deutsche Postbank Dortmund - Konto Nr. 999511461 - BLZ: 44010046
Oder: IBAN:DE48 4401 0046 0999 511461 - Swift-Code:PBNKDEFF

Kontakt: Dr. Khaled Hamad  mobile: 0171-5411168 

23. 7. 2014

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#########AUDIO - Deutsche Familie offenbar  Gaza getötet - Beim israelischen Angriff auf den Gazastreifen ist offenbar eine deutsche Familie getötet worden. "Aufgrund mehrerer übereinstimmender Hinweise gehen wir davon aus, dass eine Familie im Gazastreifen ums Leben gekommen ist", erklärte das Auswärtige Amt.  Die palästinensischen Rettungskräfte gaben an, getötet worden seien ein 53-jähriger Vater, seine 47-jährige Frau und fünf Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. >>>

Bild rechts, das Hochhaus in dem die  Familie Kilani getötet wurde.

Gaza-Krieg: Deutsche Familie bei israelischem Luftangriff getötet - Matthias Gebauer und Raniah Salloum - Im Zentrum des Gazastreifens ist eine deutsche Familie bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Sie soll erst kurz zuvor dorthin geflüchtet sein - um sicherer zu sein. >>>>



Bild 1 links - Ibrahim Kilani mit seiner Familie - Ein Architekt, der vor einigen Jahren  von Deutschland aus nach Gaza zurückgegangen ist. Er hat dort zum zweiten Mal geheiratet und eine Familie mit fünf noch recht jungen Kindern gegründet. Diese ganze Familie ist jetzt tot und auch noch vier Familienmitglieder seiner Frau.

Bild 2 links -
Die Familie wohnt im zweiten Stück eines mehrstückigen Hauses in Gaza..... so ungefähr um 18:30Uhr wurde die Familienwohnung mit mindestens 2 Raketen von einem militärischen Kampfflugzeug bombardiert ....Mutter und die beiden Kinder sind sofort gestorben ...die Mutter war auch schwanger

Bild 3 links - Anas and Sa'd, 18. The twin of our street. Two weeks ago, they passed the secondary school exams with first class degree. They're extremely happy and looking forward to starting their first university year. I cannot forget their smiles. Their faces were always shining. They'd been very lovely, articulate, and intelligent twin. The best ever neighbours one could have. An Israeli rocket ended their lives. The smell of death is everywhere. No more smiles... Malaka Mohammeds

Bild 4 links - His name is Abdul Rahman Osamah Elhaiah, he is the only survivor of his family, he was found alive under the rubble of his family's house, the house was targeted by a terrorist Zionist occupation airstrike while the whole family was inside the house, 22 July 2014.

 

Why I vowed not to have children in Gaza - Omar Ghraieb - Israel said the ground invasion into Gaza would be limited, which makes you think that the tanks would only advance a few meters in. That was the case for the first two days. Little did we know that Israel planned widespread ethnic cleansing and massacres. Israel’s goal was to wipe out an area, and the people who reside in it too. >>>

 

More than 20 members of one family killed in Gaza strike - 'We don't want to see any more civilians killed' says Barack Obama as IDF attacks intensive care unit in day of bloodshed - Harriet Sherwood in Jerusalem; Peter Beaumont in Gaza City; Ian Black - A hospital was shelled, killing and injuring staff and patients, and up to 28 members of one family died in an air strike as Gaza endured another day of relentless bloodshed on Monday. As heavy shelling and fighting on the ground continued, John Kerry, the US secretary of state, arrived in Egypt to seek a ceasefire that Barack Obama declared was needed immediately: "We don't want to see any more civilians killed," the US president said. >>>

Anti-israelische Proteste - "Wer hat uns das denn eingebrockt?" - Rolf Verleger im Gespräch mit Tobias Armbrüster - Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren. Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zur israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Er selber wolle am Mittwoch an einer Demonstration gegen "das Massaker der Israelis in Gaza" teilnehmen, sagte Verleger. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte sich gestern über eine neue Welle des Judenhasses in Deutschland beklagt. Rolf Verleger sieht diese Einlassung kritisch. Im Deutschlandfunk sagte er: "Wer hat uns das denn eingebrockt?" Wenn Politiker und Medien in Deutschland Israels Politik für richtig hielten und Repräsentanten des Judentums jede Kritik an Israel zur Kritik an Juden erklärten, fordere man antisemitische Parolen geradezu heraus. Man könne ja "nicht jeden Quatsch, den Israel da macht, mitmachen". Verleger sieht sich mit seiner israel-kritischen Haltung selbst als Minderheit innerhalb des deutschen und europäischen Judentums. Dass viele deutsche Politiker sich aus historischen Gründen vorsichtig gegenüber dem "Unrecht im Nahen Osten" äußern, hält er für falsch. "Was hat das mit meiner ermordeten Verwandtschaft zu tun, dass da jetzt ein solches Unrecht im Nahen Osten geschieht? Man kann doch nicht mit Verweis auf schreckliche Dinge in der Vergangenheit weiter heute Unrecht geschehen lassen." Das sei die völlig falsche Lehre, die dort gezogen werde. Das Gespräch in voller Länge: >>>



"Kritisiert nicht die Juden in Deutschland!" - Jürgen Todenhöfer im Gespräch mit Christine Heuer - Der ehemalige CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer verurteilt den wiederaufkeimenden Antisemitismus in Deutschland und Europa. Es sei richtig, den maßlosen Gaza-Krieg Israels zu kritisieren, nicht aber die Juden in Deutschland. Antisemitismusvorwürfe gegen ihn wies Todenhöfer im DLF als "Schmarrn" zurück. Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hatte dem Autor und Publizist Jürgen Todenhöfer in einem offenen Brief vorgeworfen: "Gefangen in irrwitziger Naivität, die an freiwillige Gehirnwäsche erinnert, fallen Sie der terroristischen Propaganda anheim." Darauf entgegnete Todenhöfer im Deutschlandfunk, man könne nicht jeden, der sein Leben riskiere, um sich die Situation in Gaza anzusehen, mit der Antisemitismus-Keule angreifen: "Wer Netanjahu angreift, greift nicht Israel an." "Kritisiert nicht die Juden in Deutschland!" Den Vorwurf Knoblochs, er blende das Leid der stets bedrohten israelischen Kinder aus, nannte Todenhöfer "Schmarrn". Er habe die Ausbildung israelischer Kinder finanziert und könne die Ängste vieler Israelis verstehen. >>>

 


Israel's attack on Gaza is revenge for the Palestinians' refusal to accept occupation - Say what you will about Hamas' rocket fire, at least they managed to scratch the surface of Israel's faith in the normalcy of its domination of another people. - Amira Hass - There is method in madness, and the Israeli insanity, which refuses to grasp the extent of its revenge in Gaza, has very good reasons for being the way it is. The entire nation is the army, the army is the nation, and both are represented by a Jewish-democratic government and a loyal press, and the four of them work together to stave off the great betrayal: the Palestinians’ refusal to recognize the normalcy of the situation. The Palestinians are disobedient. They refuse to adapt. This is after we thought it was working for us, with VIP treatment for a few of them and an opportunity for swollen bank accounts for some, and with enormous donations from the United States and Europe that nurture the pockets of imaginary Palestinian rule. >>>

 


Kriegsstimmung in Israel: Wer anders denkt, gilt als Verräter - Raniah Salloum  - Zwei Drittel der Israelis befürworten den Gaza-Krieg. Wer dagegen ist, hat einen schweren Stand: Kritische Journalisten werden angefeindet, Demonstranten verprügelt. Abgeordneten droht gar der Verlust der Staatsbürgerschaft. - Gideon Levy ist einiges gewohnt. Mit seiner Kritik an der israelischen Siedlungspolitik gehört der 61-Jährige zu den umstrittensten Journalisten der Zeitung "Haaretz". Hassbriefe gehören längst zu seinem Alltag. Doch seit er Israels Vorgehen im Gazastreifen kritisierte, steht er im Zentrum einer Hetzkampagne. "Ich habe einen Beleidigungshagel abbekommen und Drohungen, die alles Bisherige übertrafen", sagt er. Vor ein paar Tagen wurde er auf der Straße angegriffen und als Nestbeschmutzer beschimpft, als er gerade einem Fernsehsender ein Interview geben wollte. Levys Gesicht ist bekannt. Regelmäßig sitzt er in Talkshows. Früher hatte er seine eigene: "Ein Treffen mit Gideon Levy". Der preisgekrönte Journalist hat es gewagt, die Piloten der israelischen Luftwaffe zu kritisieren. Sie gelten als Elite. Levy schrieb unter dem Eindruck der Bomben auf Gaza, die hauptsächlich Zivilisten töten: "Sie sind Helden, die die Schwächsten bekämpfen, hilflose Menschen ohne Luftwaffe und ohne Flugabwehrsystem. Manche haben nicht einmal einen Drachen, den sie steigen lassen können." Seit diesem Artikel verlässt er sein Haus nur noch mit Bodyguard. >>>
 

 

VIDEO - Nahostexperte Michael Lüders im ZDF heute journal am 20. 07. 2014 >>>
 

 

Hamas ist "zu politischen Lösungen" bereit - Politikwissenschaftlerin Helga Baumgarten warnt jedoch vor Radikalisierung der Jugend - Liane von Billerbeck - Israel solle Verhandlungen mit der Hamas aufnehmen, fordert Helga Baumgarten. Die Palästinenserorganisation sei nach wie vor zu einer politischen Lösung bereit. Die Politikwissenschaftlerin lehrt an der palästinensischen Universität Bir Zait. Liane von Billerbeck: Immer wieder flogen Raketen aus dem Gazastreifen aus Israel. Gaza, dieser schmale Streifen Land in Israel, in dem die Hamas regiert, ist derzeit Schauplatz eines Kriegs, Israel gegen die Hamas, den die dortige Zivilbevölkerung bezahlt: Allein gestern gab es über 100 Tote. Wir sprechen da immer von der Hamas, aber wer verbirgt sich eigentlich dahinter, wer sind die Männer, die die Hamas führen, welche Interessen haben sie? Darüber will ich jetzt mit Helga Baumgarten sprechen, die sich seit vielen Jahren mit der palästinensischen Innen- und Israelpolitik befasst. Sie lebt in Ostjerusalem, ist Professorin an der Bir Zait Universität in der Nähe von Ramallah. Frau Baumgarten, ich grüße Sie! - Helga Baumgarten: Einen schönen guten Morgen! - von Billerbeck: Mir geht es ja so, dass man die Bilder und Nachrichten aus Gaza kaum ertragen kann, die Leute, die dort in der Falle sitzen. Sie kennen sich da gut aus, leben in Ostjerusalem. Wie erleben Sie den Gazakrieg, was hören Sie von Ihren Freunden? - Baumgarten: Nun, die Menschen in Gaza beschreiben die Situation heute als eine Situation der Hölle, als eine Kulmination dieser fast 50 Jahre andauernden israelischen Besatzung, die auch 2005 mit dem Abzug der Siedlungen und der Armee aus dem Gazastreifen nicht geendet hat, sondern den Gazastreifen bis heute eigentlich als großes Gefängnis festhält und den Menschen keinerlei Freiheit, ja, nicht einmal das Recht auf ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Die Situation jetzt extrem zugespitzt – gestern hat mir ein ehemaliger Student geschrieben, dass sein Freund sieben Familienmitglieder verloren hat. Eine andere Familie musste das Haus verlassen, das ist zerstört. Viele sind auf der Flucht, von vielen haben wir überhaupt keine Nachricht. Ein Menschenrechtsaktivist, Raji Sourani berichtet, dass es in Gaza bisher nichts Ähnliches gegeben habe. Und die Menschen sind vor allem entsetzt, und die, die Deutsch kennen, empört, dass man in Deutschland immer noch davon redet, dass Israel das Recht auf Selbstverteidigung habe. >>>


 

AUDIO  - Exil-Israeli Daniel Cil Brecher über die Angriffe auf Gaza - Bomba oder Bamba?  - Daniel Cil Brecher - "Wenn meine Familie in Israel die Regierung bilden würde - wir hätten schon längst Frieden. Aber der Frieden oder eine vernünftige, für beide Seiten akzeptable Lösung, ist weiter entfernt denn je. Jetzt haben die das Wort, die für eine Lösung kämpfen, die von der anderen Seite nie, niemals, akzeptiert werden kann." Der Historiker und Publizist Daniel Cil Brecher wurde in Tel Aviv als Sohn österreichisch-jüdischer Holocaust-Überlebender geboren. Als er zwei Jahre alt war, zog die Familie nach Düsseldorf. In den siebziger Jahren kehrte er nach Israel zurück und arbeitete unter anderem an der Universität Haifa und in der Gedenkstätte Yad Vashem. 1986 ging er nach Europa zurück und entschied sich bewusst für ein Leben in der Diaspora. Er lebt heute in den Niederlanden. In einem Radio-Essay für Scala schreibt er - aus der Sicht eines Exil-Iraelis - über seine Gefühle und Gedanken zu den israelischen Angriffen auf Gaza. Darin spricht er für all diejenigen, deren Stimmen wir Europäer in den Nachrichtensendungen nicht hören. Es sind die Israelis, die der Regierung nicht trauen sich von ihr belogen fühlen. Sie verstehen die Standpunkte der palästinensischen Bürger und sind überzeugt, dass sie den Frieden niemals mit Krieg und Gewalt gegen ein ganzes Volk erreichen werden. >>>             Hören >>>

 

Überfall auf Friedensdemonstration in Israel - Israel: Krieg gegen Palästinenser verschärft auch Auseinandersetzungen im Hinterland. Wieder Tote in Gaza - Bei neuen israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind am Dienstag morgen sieben Palästinenser getötet worden, darunter fünf Mitglieder einer Familie. Dies erklärte der Sprecher der örtlichen Rettungsdienste, Aschraf Al-Kudra. Die Gesamtzahl der getöteten Palästinenser steig damit seit Beginn der Attacken vor zwei Wochen auf 583. Die israelischen Streitkräfte begründen die Luftangriffe und die zehn Tage später gestartete Bodenoffensive damit, den Raketenbeschuß aus dem palästinensischen Küstengebiet zu stoppen und nach Israel führende Angriffstunnel zu zerstören. Die Mehrheit der palästinensischen Toten und der über 3600 Verletzten seit dem 8. Juli sind nach Angaben der UNO und der Sanitätsdienste jedoch Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite starben 27 Soldaten und zwei Zivilisten. >>>


 

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Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft  Liebe Palästina-Solidaritätsgruppen, liebe Mitglieder der palästinensischen Gemeinden, Vereine und Institutionen in Deutschland, liebe Palästina-Freunde, die Lage im Gaza-Streifen verschlechtert sich stündlich. Es ist unübersehbar und wird weltweit mit angesehen. Dennoch: Die Aggression und Todesmaschinerie der Besatzungsmacht Israel wird immer brutaler und immer menschenverachtender.

Erschütternd ist die Reaktion der deutschen politischen Elite, sie ist mehr als beschämend. Tatsächlich geben die Kanzlerin und ihr Bundesaußenminister den israelischen Aggressoren und Besatzern freie Hand und Rückendeckung für den Massenmord in Gaza unter dem Vorwand der berechtigten und notwendigen Selbstverteidigung. Und dies ungeachtet vieler Berichte über die wahren Umstände und sogar ungeachtet der Recherchen der deutschen Fernsehsender (z.B. Auslandsjournal im ZDF am Donnerstag, dem 17.07.), der eindeutig belegt, dass Israel diesen Vernichtungskrieg nicht nur gewollt sondern geplant hat. Mehr noch: Der Beitrag zeigt, dass die eigene Bevölkerung auf das was kommen wird, sorgfältig psychologisch vorbereitet wurde. Unter diesem Gesichtswinkel ist die heutige Rückendeckung der Führung der CSU und Der Grünen lediglich ein weiteres Kapitel der Mittäterschaft der deutschen politischen Elite.

Aber: Massendemonstrationen, die inzwischen von vielen unliebsamen Gruppen unterwandert und von Allah-akbar-Rufen und von zum Teil beschämenden antisemitischen Slogans begleitet werden, sind nicht hilfreich und gehen in eine völlig falsche Richtung. Unser Ziel aber ist die Aufklärung der deutschen Öffentlichkeit über die wahre Situation und dadurch die Gewinnung von Sympathien für die Not der Bevölkerung von Gaza.

Wir von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft rufen euch auf, in den kommenden Tagen und insbesondere am nächsten Donnerstag eure Aktionen vor die politischen Zentralen in euren Gemeinden und Städten zu verlagern. Direkte Proteste gegen die Haltung der führenden Parteien und ihre anti-palästinensische Politik sollten vor den Büros der Parteien und der Landtags- bzw. Bundestagsabgeordneten vorgebracht werden.

Vorher sollte die Presse informiert werden. Die Aktionen in einer Gemeinde sollten möglichst gleichzeitig bei allen vier großen Parteien (CDU/SPD/Grüne und CSU) beginnen. Wenige Teilnehmer vor jeder politischen Zentrale bringen viel mehr als Tausende, die in der Stadtmitte in Allah-Rufen und mit türkischen Fahnen unterzugehen drohen.

Wir von der Palästinensischen Gemeinde Deutschland und der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft sind bereit, euch nach Kräften jegliche erdenkliche Hilfe anzubieten, die ihr für eure friedlichen Aktionen benötigt.

Hannover 20.7.2014 Kontakt: raif@raif-hussein.de

 

Wer ist Schuld, Herr Frangi? - Interview mit dem palästinensischen Diplomaten und Politiker (zur Zeit Gouverneur von Gaza) - Als Mitglied der Fatah und persönlicher Berater des Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas ist der Diplomat Abdallah Frangi einer der wichtigsten Befürworter einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt. Im Gespräch mit SWR1 Moderatorin Steffi Vitt erklärt er die Sicht der Palästinenser in der derzeitigen Krise. - Der Konflikt ist uralt. Aber wer ist jetzt verantwortlich für das was jetzt im Moment passiert? - Ich will jetzt keine Schuldzuweisungen machen. Schuld daran ist, dass die Israelis weiterhin das Land Palästina besetzen und uns nicht die Möglichkeit geben wollen, dass wir einen Palästinenserstaat neben Israel gründen dürfen. Das ist das Problem. Alles rundherum ist unwichtig. Wer hat begonnen, wer hat eine Rakete geschossen, wer hat zurückgeschossen, wer hat angegriffen, wer hat militärische Pläne. Hört diese Besetzung der palästinensischen Gebiete auf, dann gibt es keinen Grund mehr für eine militärische Konfrontation. >>>
 

 

Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel - für ein Ende der Besatzung und für einen gerechten Frieden (KoPI) - Erklärung 22. Juli 2014


Mit Schmerz, Betroffenheit und Empörung empfangen wir die Nachrichten über die israelische Bombardierung und Invasion in Gaza. Mehr als 500 Menschen, in der großen Mehrheit unbewaffnete Zivilisten, darunter viele Kinder, haben durch den vom israelischen Militär geführten Angriff bereits ihr Leben verloren, Tausende sind schwer verletzt. Auf israelischer Seite verloren 2 Zivilisten und 25 Soldaten (Stand 21.7., 21 Uhr, tagesschau.de) das Leben.

Dieser erneute, das humanitäre Völkerrecht massiv verletzende Angriff auf die Menschen in Gaza muss eine klare Antwort gerade auch aus Europa erfahren.

Wir fordern von der europäischen Union und der UN: Sofortige Verhandlungen mit beiden Kriegsparteien, um eine ausgehandelte, rasche Waffenstillstandsvereinbarung zu erzielen.

Wir fordern von der Bundesregierung und von der europäischen Union:
- Eintreten für eine sofortige Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens
- Schluss mit jeder militärischen Zusammenarbeit und jeder Rüstungskooperation mit Israel bis die Besatzung der 1967 okkupierten Gebiete vollständig beendet ist und die Palästinenser frei über ihre Zukunft entscheiden können
- Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens, wegen der schweren Verletzung von Völkerrecht und Menschenrecht durch die
israelische Regierung
- Sanktionen der EU und der internationalen Justiz gegen diejenigen israelischen Politiker und Militärs, welche für die massenhafte Tötung von Zivilisten verantwortlich sind
- Humanitäre Hilfe der EU für die Menschen in Gaza

Das politische Eintreten für die Sicherheit israelischer Bürger muss gleichzeitig einhergehen mit dem Eintreten für die Sicherheit der palästinensischen Bevölkerung.

Der Sprecherkreis von KoPI: Gabi Bieberstein (Internationaler Versöhnungsbund., Deutscher Zweig, e.V) Beate Gilles (pax christi – Deutsche Sektion e.V.), Matthias Jochheim (IPPNW, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.), George Rashmawi (Palästinensische Gemeinde Deutschland e.V.), Gisela
Siebourg (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft) KoPI ist ein Zusammenschluss deutscher Friedens-, Menschenrechts- und
Solidaritätsorganisationen
www.kopi-online.de Gisela Siebourg

 

Trauriger Bodycount. Die medico-Partnerorganisation Al Mezan Menschenrechtszentrum sitzt in Gaza-Stadt und 10 Mitarbeiter sind permanent im Gazstreifen unterwegs und damit beschäftigt Informationen abzuklären um Verstöße gegen internationales Recht zu dokumentieren. Das sieht dann so aus:

We confirm only what we see. We know the numbers are much higher, but we can only wait until we verify. Here...
are our numbers for today: According to the field investigations by Al Mezan Centre for Human Rights, as of 1pm today, on Tuesday 22 July 2014, at least 597 Palestinians have been verified as killed by the IOF; including 152 children and 82 women. According to Al Mezan's initial investigations 468 (i.e. 78.4%) of the victims are civilians. Many others were people known to be affiliated by Palestinian factions, but not taking part in any hostilities. At least 311 (52.1%; 118 children and 73 women) were killed inside their houses; and two other disabled women were killed in an attack on a rehabilitation NGO's office. Of the 311, fifteen were combatants and the rest were civilians.

Moreover, at least 2,938 other people were injured during the same period; of whom at least 822 were children and 614 women. At least, 3,143 houses were destroyed or damaged during this period; of which 499 were destroyed completely as the IOF directly and deliberately attacked 475 of the total number of damaged houses. The numbers of casualties and houses are not final, but only those verified by Al Mezan thus far. They are expected to rise as the verification of more cases is on-going. IOF attacks also damaged or destroyed 46 schools, 56 mosques, an ambulance centre, 17 NGO offices, 39 fishing boats and 7 hospitals.

 

 

VIDEO  - Dr. Hanan Ashrawi Die Situation in Gaza ist nichts anderes als ein Massaker >>>

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Ein erfahrener Journalist von Al Jazeera bricht während einer Live-Sendung in Gaza in Tränen aus
 Dem Reporter Wael Al-Dahou wurde die eigene Betroffenheit während der Live-Schaltung zu viel. Er versucht noch eine Interviewfrage zu beantworten, bricht dann jedoch in Tränen aus und verlässt seinen Platz vor der Kamera. Die Nachricht von 87 getöteten Palästinensern war dem Mann zu viel.
 

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Reporter Breaks Down while Reporting on Israeli Killing of Palestinian Children in Gaza

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Four brave women in a fearful time - How did it happen that 'opinionated' women have suddenly become witches, that they, of all people, are now being hunted? - Yossi Sarid - Today’s column, for a change, is a thank-you note. It expresses my gratitude to four courageous women – Orna Banai, Shira Geffen, Gila Almagor and Achinoam Nini – whose mouths say what is in their hearts and reveal it to us. In a place where there were no men, they were women. Our thanks are also due to the other few good women and men who have waived their right to remain silent and fulfilled their duty to the state and society. If they have slipped my memory for a moment, history won’t forget them; it remembers despite its advanced age. >>>

22. 7. 2014

The truth about Israel's new war on Gaza – the energy rush . - Catherine Shakdam - While Israel has deployed its media machine, telling the world that it has the right to defend itself against foreign aggression, arguing that no country should ever be made to tolerate systematic terror, even though under international law such narrative holds no legal ground as Israel has been de facto occupying Gaza, rendering null and void the notion of Gaza as a foreign entity, little has been said of Israel's real motives. To quickly settle Israel's argument that it legally and morally can and should defend itself against any aggression coming from Gaza, it is important to understand that the Gaza Strip is not, under international law, a sovereign state, it is an occupied land, therefore Israel cannot declare war on its people, rather it owes its people protection. As explained by Nura Erakat in a report published in Intifada Palestine, "Military occupation is a recognised status under international law and since 1967, the international community has designated the West Bank and the Gaza Strip as militarily occupied. As long as the occupation continues, Israel has the right to protect itself and its citizens from attacks by Palestinians who reside in the occupied territories. However, Israel also has a duty >>>
 

 

Massive Völkerrechtsverletzungen: Dr. Khouloud Daibes, palästinensische Botschafterin in Berlin, zur aktuellen Lage in ihrer Heimat - „Dieser Krieg muss schnellstmöglich gestoppt werden“ - (...) Islamische Zeitung: Die von Tel Aviv angeführten Gründe wirken wenig überzeugend. Manch Beobachter munkelte, es gehe vielmehr um das Ende einer Kooperation der verschiedenen palästinensischen Parteien. Was ist Ihre Einschätzung? Khouloud Daibes: Alle Staaten der Welt haben die überparteiliche Konsensregierung als Ergebnis des inneren Versöhnungsprozesses, begrüßt – mit Ausnahme von Israel, das diesen Prozess torpediert. >>>
 

 

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Statistik zum vergrößern anklicken

 

Israel has only two choices: Eliminate the Palestinians or make peace - Managing the conflict has not brought security. It's time to give negotiations a real chance. - Emily L. Hauser - Israeli lawmaker Moshe Feiglin is right. Last week, Feiglin, a member of the Knesset on the extreme-right flank of Prime Minister Benjamin Netanyahu's Likud Party, laid out in the ultranationalist media network Arutz Sheva his plan for "achieving quiet in Gaza," starting with: One warning from the prime minister of Israel to the enemy population, in which he announces that Israel is about to attack military targets in their area and urges those who are not involved and do not wish to be harmed to leave immediately. Sinai is not far from Gaza and they can leave. This will be the limit of Israel's humanitarian efforts. Hamas may unconditionally surrender and prevent the attack. [Arutz Sheva] Feiglin continues from there: "All the military and infrastructural targets will be attacked with no consideration for 'human shields'... Total siege on Gaza. Nothing will enter the area... Civilians may go to Sinai, fighters may surrender." Bottom line: Gaza is part of [the Jewish people's] Land and we will remain there forever... Subsequent to the elimination of terror from Gaza, it will become part of sovereign Israel and will be populated by Jews. [Arutz Sheva] >>>
 

Völkermord im Ghetto

Rede von Felicia Langer

zur Kundgebung der Gesellschaft Kultur des Friedens, Tübingen am 19.7.2014

 

Letztendlich gibt es ab dem 17.7. eine Bodenoffensive von Israel gegen Gaza, gegen die Tunnel der Hamas. Mehr als 20 Palästinenser und ein israelischer Soldat wurden am 17.7. getötet. „Hochgefährliche Aktion“, sagt der Korrespondent des ZDF, Christian Sievers.

Die Früchte der mörderischen israelischen Aktion gegen Gaza, unter dem Namen „Fels in der Brandung“ sind bis gestern, dem 18.7.: Über 300 ermordete Palästinenser. Die anderen Zahlen sind:    1700 Verletzte Palästinenser

    1660 zerstörte Häuser
    25 zerstörte Moscheen
    6 zerstörte Krankenhäuser und Kliniken
    40 zerstörte Schulen
    3 zerstörte Universitäten
    50 ermordete Kinder

Wie Israel vier in Gaza am Strand spielende, palästinensische Kinder ermordet hat, haben wir am 17.7. im Video gesehen. Alle von einer Familie, 7-11 Jahre alt. Und danach noch vier Kinder, die beim Luftangriff auf Gaza getötet wurden. Israel mordet die Palästinenser, die seit 7 Jahren unter einer Blockade leben. 1,8 Millionen Menschen, 50% sind unter 18 Jahren, am meisten Flüchtlinge, in einem der am dichtest besiedelten Orten der Welt, 365 m2 klein… Und Israel hat jetzt Hunderttausenden Bewohnern von Gaza befohlen, ihre Häuser zu verlassen, für ihre eigene Sicherheit… Und sie fragen: „Wohin sollen wir gehen?“

Die Zeitung „Haaretz“ schreibt am 18.7.2014, dass die Zahl der s.g. Umbeteiligten unter den Opfern, also zwischen 40 und 70%, Israel schwer belastet, im Rahmen des Völkerrechts…

Wir haben Frau Merkel gehört, die als die wichtigste Frau der Welt gilt. Sie hat die Boden-Offensive gebilligt, und kein Wort des Bedauerns über die zahlreichen zivilen Opfer oder die getöteten Kinder in Gaza geäußert. Wo sind ihre menschlichen Gefühle?!

John Ging, Chef des UN-Hilfswerks für die Palästinensischen Flüchtlinge erklärt: „Gaza ist zum Synonym für Verletzungen des Internationalen Rechts und der Unmenschlichkeit gegen eine Zivile Bevölkerung geworden. So wird das in die Geschichtsbücher eingehen. Jeder westliche Politiker trägt hier eine Mitverantwortung.

Der Schriftsteller und Nahostexperte, der sich jetzt mit seinem Sohn in Gaza befindet, Jürgen Todenhöfer schreibt, dass täglich die Blockade härter wird, gnadenloser. Nirgendwo auf unserem Planeten gibt es eine derartige Käfighaltung von Menschen. Fast 80% leben unter der Armutsgrenze, 90% des Wassers ist ungenießbar. Und Israel mordet die Menschen im Käfig, was unser israelischer Historiker und Schriftsteller Ilan Pappe einen „Völkermord im Ghetto“ nennt. Ich auch!

Der Anfang war eine israelische Provokation. Alles begann mit der durch Hamas und Fatah geschaffenen Einheitsregierung, und die Bereitschaft von Europa und den USA, mit dieser Regierung zu kooperieren. Eine Nahostexpertin, Bettina Marx kommentiert, dass Israel nach dem Mord an den drei jungen Siedlern eine großangelegte Suchaktion durchgeführt hat. Dabei wurden hunderte von Hamas-Mitgliedern verhaftet, die Häuser der mutmaßlichen Attentäter wurden zerstört, und Razzien wurden durchgeführt. Das Ziel war klar – die Strukturen der Hamas in der Westbank zu zerschlagen und damit die Regierung der nationalen Einheit zu torpedieren. Auch die Hamas im Gazastreifen wurde angegriffen. Am 29. Juni wurde ein Mitglied der Hamas durch einen Luftschlag getötet. Am nächsten Tag feuerte die Hamas Raketen auf Israel, die ersten seit der Waffenruhe von 2012. Ich verurteile diesen palästinensischen Raketen-Beschuss, weil ich, so wie immer schon, gegen Tötung von Zivilisten, bzw. Attacken auf Zivilisten bin. Die Raketen helfen der israelischen Propaganda und sind sicher keine Lösung.

Aber man soll nicht vergessen, dass die israelische koloniale Besatzung, die schon über 47 Jahre andauert, dass alle völkerrechtswidrige Maßnahmen wie die Besiedlung der Gebiete und ein repressives Apartheids-System für diese Gewaltspirale verantwortlich sind. Jürgen Todenhöfer schrieb weiter: „Die Wahrheit über diesen Krieg wird in fast grotesker Weise auf den Kopf gestellt. Auch das ist eine Schande. Nicht Israel sondern Gaza liegt unter schwerem Beschuss.“

Ich habe die Namen von 179 Opfern der israelischen Raketen bekommen. Man kann die Namen sehen, ganze Familien wurden ausgelöscht! In meinen Ohren klingelt die Aussage einer israelischen Knesset-Abgeordneten der Partei Habait Hajehudi, Ajelet Shaked, die zum Völkermord an allen Palästinensern aufruft: „The entire Palestinian People is the enemy. Palestinian mothers have to be killed, because they are giving birth to little snakes.“ Sie hat große Zustimmung bekommen. Aber wir haben in Israel auch Menschen mit Gewissen und Friedensorientierte, die unsere Solidarität brauchen.

Es gibt keine Symmetrie in diesem Konflikt: Israel, die Besatzungsmacht, ist die viertgrößte Militärmacht der Welt, mit atomaren Waffen, und das ist nicht alles: Israel tritt das Völkerrecht mit Füßen, insbesondere die vierte Genfer Konvention von 1949, die den Schutz der Zivilbevölkerung garantiert. Israel muss zur Rechenschaft gezogen werden, für ihre Kriegsverbrechen. Das verlangen auch die Friedensstrebenden Israelis, und Friedenskräfte überall. Die israelische Regierung ist friedensresistent. Alle arabischen (und insbesondere die palästinensischen) Friedensvorschläge und Initiativen wurden abgelehnt, und Israel kolonisiert weiter die besetzten Gebiete, was auch ein Kriegsverbrechen ist. Die Regierung instrumentalisiert unsere Opfer, die Opfer des Holocaust, für ihre Kriegstreiberei. Um Frieden zu gewinnen, Frieden mit Gerechtigkeit, die Besatzung zu beenden, was ein Segen auch für die israelische Bevölkerung sein wird, muss man Druck auf Israel ausüben! Den Menschenleben zuliebe! Soll das die deutsche Staatsraison werden! Die Palästinenser in Gaza brauchen jetzt internationalen Schutz!

Die Weltgemeinschaft muss agieren, im Namen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts. So wird der Weg zum Frieden geebnet, was eine Rettung für alle sein wird. Eine einzige Rettung!

(Am 20.7.2014 sind die neuen Zahlen
    333 getötete Palästinenser, darunter
    77 Kinder
    24 Frauen
    18 alte Leute
    2385 Verletzte.

    ¾ der Getroffenen sind Unbeteiligte.
    40.000 sind Obdachlos und suchen einen Zufluchtsort.)

Kurzkommentar zu den Demos die zur Zeit stattfinden - E. Arendt - Es gibt merkwürdige "Zusammenarbeiten" die die berechtigten Demos in Verruf bringen, bringen sollen.

Zu einem nutzen Nazis und andere extreme Strömungen "die Gunst der Stunde" mischen sich (in der Minderheit) unter friedlichen Demos und bringen sie so in Verruf. Welcher Ordner kennt schon die Nazigrößen der Stadt?

Dann gibt es die zurecht Wütenden, die aber vergessen, dass erkennbarer Hass nicht die Sympathien für Gaza wecken.
Es gibt auch  Teilnehmer die ihre leider verständliche Wut mit Hass ausdrücken. Das mag den einzelnen entlasten, die Öffentlichkeit (die man leider erst informieren muss) wird das nicht verstehen.

Zum anderen gibt es eine sehr aktive isr. Botschaft, leider auch den Zentralrat der Juden und Einzelpersonen, die gewohnheitsmäßig die gerechtfertigte und notwendige Vertretung  palästinensischer Interessen als Antisemitismus diffamieren. Das wird zur Zeit sehr intensiv betrieben, auch hier schießt man aus allen Rohren, so auch in unseren Medien. Solche Bemühungen laufen, leider recht erfolgreich, massenhaft. Die Medien werden auf Linie gebracht und im Zusammenhang mit berechtigten und notwendigen Protesten gegen die Verbrechen Israels in Gaza wird schon fast gewohnheitsmäßig von antisemitischen Ausschreitungen gesprochen.

Sicherlich ist es notwendig, dass gerade in unseren Tagen, Veranstalter sehr darauf achten, wer mischt sich unter die Demonstranten. Man sollte auch den Mut haben und fragwürdige Sprüche verbieten. Das bringt keine positive Reaktionen hervor. Man sollte sein Veranstaltungsrecht nutzten und fragwürdige, gewaltbereite Gruppierungen entfernen, ja auch Gegendemonstranten die sich unangemeldet nähern durch die Polizei entfernen lassen. Wir wollen ja Verständnis für Palästina wecken und nicht Abschrecken. Schlachtgesänge (so erlebte ich es mehrfach, sogar bei mir) tun das.

Wir alle sollten aber auch mit Leserbriefen, Anrufen auf die Dämonisierung dieser legitimen und friedlichen Demos einwirken und die Medien fragen, warum sie daran teilnehmen, anstatt den berechtigten Protest wahrzunehmen. Die Medien fragen, dass heißt den betroffenen Redakteur ansprechen, anschreiben, dass heißt aber auch (das ist die Masche der Israellobby) den Chefredakteur, den Herausgeber auf diese diffamierende Berichterstattung hinweisen.

Das öffentliche Bild dieser Demos, das die Medien diffamierend, gefolgsam präsentieren, verbreiten wird mittlerweile (so auch gewollt) eher ungerecht negativ als positiv wahrgenommen.

Warum Israel nicht siegen kann - Alle, die anders denken, gelten als Saboteure: Wie die Gedankenpolizei meine Heimat dominiert und warum sich die wahren Probleme nicht einfach wegbomben lassen. Etgar Keret - Ob ich will oder nicht, seit Tagen stoße ich immer wieder auf den Spruch „Lasst die israelischen Verteidigungskräfte siegen“. Viele der Jugendliche, die ihn auf ihren Facebook-Seiten zitieren, glauben tatsächlich, er wäre anlässlich der jüngsten Militäroperation im Gazastreifen erfunden worden. Ich aber bin alt genug, um mich daran zu erinnern, dass er viel früher in die Welt kam, erst als Autoaufkleber, später als gängiger Spruch, den jedes Kind in Israel kennt. Und dieser Spruch richtet sich auch nicht an Anhänger der Hamas oder an Bürger in Europa, sondern einzig und allein an die Menschen in Israel – und ihre verflixte Weltanschauung, die hier seit nunmehr vierzehn Jahren alles beherrscht. Denn diese Denkweise beruht auf falschen Annahmen. Die Sache zu einem Ende bringen? >>>


 

AUDIO - "Wer hat uns das denn eingebrockt?" - Rolf Verleger im Gespräch mit Tobias Armbrüster - Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden in Deutschland, wundert sich nicht über die neue Welle des Antisemitismus im Land. Im Deutschlandfunk warf er Repräsentanten des Judentums vor, jede Kritik an Israel als antisemitisch zu erklären. Es müsse erlaubt sein, die israelische Politik zu kritisieren. Rolf Verleger, ehemaliges Direktoriums-Mitglied im Zentralrat der Juden, äußerte sich im Deutschlandfunk kritisch zur israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Er selber wolle am Mittwoch an einer Demonstration gegen "das Massaker der Israelis in Gaza" teilnehmen, sagte Verleger. >>>
 



Israel im Gaza-Konflikt - Zivile Scharfmacher - Sie wollen den "Stall ausmisten" und versprechen der Hamas ein "Ticket in die Hölle". Populisten und National-Religiöse befeuern im israelischen Kabinett den Konflikt mit den Palästinensern. - Ein Kommentar von Peter Münch - Premierminister in Israel brauchen nicht nur den berühmten Marschallstab im Tornister, sondern am besten auch eine Generalsuniform im Schrank oder zumindest eine Karriere bei der Eliteeinheit Sajeret Matkal. Vom Zeitpunkt seiner Gründung an ist der jüdische Staat im Krieg, und das hat Folgen fürs politische Personal: Der Kabinettstisch ist seit jeher ein Sammelpunkt für Offiziere a. D. Natürlich kennen die ihren Clausewitz und sehen im Krieg oft genug die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Doch das über Jahrzehnte unangefochtene Primat des Militärs im politischen Geschäft ist mittlerweile bedroht - und das macht Israels Politik gewiss nicht friedlicher. Die Kriegstrommeln im Kabinett werden nämlich nicht mehr am lautesten von denen gerührt, die den Krieg als Handwerk gelernt haben. Beim jüngsten Waffengang in Gaza waren es vielmehr Verteidigungsminister Mosche Jaalon, selbst ein ehemaliger Generalstabschef, und sein aktueller Nachfolger Benny Gantz, die Regierungschef Benjamin Netanjahu zunächst mit guten Gründen davon überzeugten, Zurückhaltung zu zeigen. An vorderster Front dagegen positionieren sich derweil ein moldawischer Ex-Türsteher, der es zum israelischen Außenminister gebracht hat, sowie ein Siedlerführer, der als Nebentätigkeit die Wirtschaftspolitik verantwortet. Beide stehen für den Paradigmenwechsel in der israelischen Politik und hebeln mit jeweils eigenen Mitteln die hergebrachten Mechanismen aus. >>>

 


Willkürliches Töten - Die israelische Armee setzt ihre Bodenoffensive in Gaza fort. Keine Rücksicht auf Zivilisten - Karin Leukefeld - Angesichts der eskalierenden Konfrontation zwischen den israelischen Streitkräften und bewaffneten Gruppen im Gazastreifen ist der UN-Sicherheitsrat am späten Sonntag abend zu einer nicht öffentlichen Dringlichkeitssitzung zusammengetroffen. Die Sitzung war von der Türkei und Jordanien beantragt worden. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyib Erdogan hatte am Wochenende Israel vorgeworfen, »schlimmer als Hitler« gegen die Bevölkerung im Gazastreifen vorzugehen >>>

 

 

Mads Gilbert MD PhD aus Gaza..!! - Liebe Freunde - Gestern Nacht war extrem. Die „Bodeninvasion” Gazas endete mit Massen von verstümmelten, zerrissenen, blutenden, zitternden, sterbenden – auf jegliche Weise verletzten Palästinensern allen Alters, alle Zivilisten, alle unschuldig.

Die Helden, die 12-24 stündige Schichten in den Krankenwägen und Krankenhäusern Gazas arbeiten sind zu Tode erschöpft von den unmenschlichen Arbeitspensen (die letzten 4 Monate in Shifa vollkommen ohne Bezahlung). Sie kümmern sich um die Leute, helfen so gut sie können, versuchen das unverständliche Chaos von Leichen und Gliedmaßen und laufenden, nicht laufenden, atmenden, nicht atmenden, blutenden, nicht blutenden Menschen zu verstehen. MENSCHEN!

Abermals behandelt wie Tiere, von „der moralischsten Armee der Welt” (sic!).
Ich zolle den Verwundeten endlosen Respekt, in ihrer Entschlossenheit inmitten von Leid, Qual, und Schock; meine Bewunderung für die Angestellten und Freiwilligen ist endlos, meine Nähe zum palästinensischen „sumud” verleiht mir Stärke; auch wenn ich in manchen Momenten einfach nur schreien möchte, jemanden halten, weinen möchte, Haut und Haar des warmen Kindes, bedeckt von Blut, riechen möchte und uns in einer endlosen Umarmung beschützen möchte – doch das können weder wir, noch sie, uns leisten.

Graue, aschbedeckte Gesichter – Oh Nein! Nicht noch eine weitere Ladung verstümmelter und blutender Jugendlicher, es gibt noch Blutpfützen in der Notaufnahme, haufenweise tropfende, blutgetränkte Bandagen zu beseitigen – oh – überall Reiniger, die rasch Blut, loses Gewebe, Haare, Hohlnadeln – Überreste des Todes – vom Boden schaufeln... nur um anschließend erneut beginnen zu müssen. Über 100 Patienten waren es, die in den letzten 24 Studnen nach Shifa geliefert wurden. Nicht unbedingt ein Problem für ein großes, gut ausgestattetes Krankenhaus, doch hier fehlt es an so gut wie allem: Strom, Wasser, Materialien, Medizin, Operationstische, Instrumente, Monitore – alles ist alt und abgenutzt als hätte man es einem Museum entnommen. Aber diese Helden beschweren sich nicht. Sie machen weiter, wie Krieger, frontal, entschlossen.

Und während ich euch diese Worte schreibe, allein, auf dem Bett, fließen meine Tränen, die warmen aber nutzlosen Tränen des Schmerzes und des Kummers, der Wut und der Angst. Das kann einfach nicht wahr sein!

Und gerade jetzt setzt das Orchester der israelischen Kriegsmaschinerie wieder ein: die Kanonensalven der Marineschiffe, gleich dort am Ufer. Die heulende F16. Die widerlichen Drohnen (arabisch: ‘Zennanis’, die Summenden) und die Apaches mit ihren Rotorengeräuschen. So vieles davon gebaut in und finanziert von den USA.

Mr. Obama – haben Sie ein Herz?

Ich lade Sie ein, verbringen Sie eine Nacht – nur eine Nacht – mit uns, hier in Shifa. Beispilesweise als ein Reiniger verkleidet.
Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, es würde den Lauf der Geschichte ändern.

Niemand der ein Herz hat UND die Macht, etwas zu bewirken könnte jemals von einer Nacht in Shifa zurückkehren ohne das Massaker der Palästinenser beenden zu wollen.

Doch einige herzlose und erbarmungslose Menschen haben bereits ihre Berechnungen gemacht und ein weiteres „dahyia” Massaker für Gaza geplant.

Die Blutströme werden morgen Nacht weiterfließen. Ich kann hören dass sie ihre Todesinstrumente bereits gestimmt haben.
Bitte. Tut was immer ihr vermagt. Dies, DIES kann nicht so weitergehen.

Mads Gilbert Gaza, Besetztes Palästina

 

 Dearest friends - Mads Gilbert MD PhD - The last night was extreme. The "ground invasion" of Gaza resulted in scores and carloads with maimed, torn apart, bleeding, shivering, dying - all sorts of injured Palestinians, all ages, all civilians, all innocent.
The heroes in the ambulances and in all of Gaza's hospitals are working 12-24hrs shifts, grey from fatigue and inhuman workloads (without payment all in Shifa for the last 4 months), they care, triage, try to understand the incomprehensible chaos of bodies, sizes, limbs, walking, not walking, breathing, not breathing, bleeding, not bleeding humans. HUMANS!
Now, once more treated like animals by "the most moral army in the world" (sic!).

My respect for the wounded is endless, in their contained determination in the midst of pain, agony and shock; my admiration for the staff and volunteers is endless, my closeness to the Palestinian "sumud" gives me strength, although in glimpses I just want to scream, hold someone tight, cry, smell the skin and hair of the warm child, covered in blood, protect ourselves in an endless embrace - but we cannot afford that, nor can they.

Ashy grey faces - Oh NO! not one more load of tens of maimed and bleeding, we still have lakes of blood on the floor in the ER, piles of dripping, blood-soaked bandages to clear out - oh - the cleaners, everywhere, swiftly shovelling the blood and discarded tissues, hair, clothes,cannulas - the leftovers from death - all taken away...to be prepared again, to be repeated all over. More then 100 cases came to Shifa last 24 hrs. enough for a large well trained hospital with everything, but here - almost nothing: electricity, water, disposables, drugs, OR-tables, instruments, monitors - all rusted and as if taken from museums of yesterdays hospitals.But they do not complain, these heroes. They get on with it, like warriors, head on, enormous resolutet.

And as I write these words to you, alone, on a bed, my tears flows, the warm but useless tears of pain and grief, of anger and fear. This is not happening!

An then, just now, the orchestra of the Israeli war-machine starts its gruesome symphony again, just now: salvos of artillery from the navy boats just down on the shores, the roaring F16, the sickening drones (Arabic 'Zennanis', the hummers), and the cluttering Apaches. So much made and paid in and by US.

Mr. Obama - do you have a heart?

I invite you - spend one night - just one night - with us in Shifa. Disguised as a cleaner, maybe.
I am convinced, 100%, it would change history.

Nobody with a heart AND power could ever walk away from a night in Shifa without being determined to end the slaughter of the Palestinian people.

But the heartless and merciless have done their calculations and planned another "dahyia" onslaught on Gaza.
The rivers of blood will keep running the coming night. I can hear they have tuned their instruments of death.
Please. Do what you can. This, THIS cannot continue.
Mads
Gaza, Occupied Palestine


Mads Gilbert MD PhD
Professor and Clinical Head
Clinic of Emergency Medicine
University Hospital of North Norway

 

Vom langsamen Abstieg in die Hölle - Heinz-Dieter Winter - Eine Beschwörung aus dem Nachlass von Stéphane Hessel: Europa muss sich der Verantwortung für Nahost bewusst werden Nun ist doch eingetreten, was viele befürchteten. Der Krieg eskaliert. Israel startete eine Bodenoffensive. Öl ist ins Feuer gegossen. Eine Entspannung in Nahost wieder in weite ferne gerückt. >>>
 

Jüdische Stimme (JS) fordert: Ächtung des Kriegs Israels gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen - Sofortige Annahme der 10 Bedingungen von Hamas für eine Waffenruhe!

Die Jüdische Stimme fordert die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, die Unmenschlichkeit der Lebenssituation für die Millionen wehrlosen Gefangenen des Gazastreifens nicht länger hinzunehmen, die 10 Bedingungen der Vernunft von Hamas aufzugreifen und Israel mit allem politischen Nachdruck zu ihrer raschen Annahme sowie zur sofortigen Vereinbarung einer Waffenruhe zu bewegen.

Die 10 Bedingungen von Hamas:
· Rückzug der israelischen Panzer von den Grenzen Gazas
· Freilassung aller inhaftierten nach der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen
· Aufhebung der (israelischen - JS) Belagerung von Gaza und Öffnung der Grenzübergänge für den Handel
· Wiederaufbau eines internationalen, von der UN beaufsichtigten Schiffs- und Flughafens (beide wurden ehemals von Israel völlig zerstört! - JS)
· Ausdehnung der Fischereizone auf 10 km (vor der Küste des Gazastreifens - JS)
· Internationalisierung des Rafah Grenzübergangs (nach Ägypten - JS), der der Aufsicht der UN und einiger arabischer Nationen unterstehen soll
· Internationale Streitkräfte an den Grenzen (Gazas - JS)
· Lockerung der Genehmigungsbedingungen für das Beten in der Al Aqsa Moshe
· Verbot jeglicher israelischer Beeinträchtigungen des Aussöhnungsvertrags (zwischen Hamas und Al Fatah - JS)
· Widererrichtung einer Industriezone und Förderung der weiteren ökonomischen Entwicklung im Gazastreifen

Dies sind zehn Bedingungen der Vernunft, die von Hamas seit einigen Tagen gestellt werden. Sie sind von der internationalen Gemeinschaft bisher ohne Antwort geblieben.

Entsetzt über die tödlichen Zerstörungen in Gaza, erschüttert über die verzweifelte Lage der rundum belagerten Menschen in diesem Freiluftgefängnis, klagen wir die israelische Regierung einer mörderischen Gewalt gegen ein ganzes Volk an.

Die JS erklärt:
Der höllische Krieg Israels gegen die Bevölkerung von Gaza bricht mit elementaren Grundsätzen der Menschlichkeit und des internationalen Rechts und auch mit grundlegenden jüdischen Geboten und Werten.

Er muss von der UN, von den mit Israel verbündeten und freundschaftlich verbundenen Westmächten, EU-Mitgliedsstaaten und namentlich von der deutschen Bundesregierung geächtet werden.

Dieser Krieg ist eine menschengemachte Katastrophe und kann mit politischen Mitteln beendet werden. Gegebenenfalls mit wirtschaftlichen Sanktionen, wie sie auch gegen andere Staaten bei Vergehen gegen internationales Recht verhängt werden.

An die Bürger und Bürgerinnen in Deutschland gerichtet, appelliert die JS:
Schweigen Sie nicht zu Gaza! Stehen Sie mit uns auf! Verstärken Sie mit uns den Druck auf die Bundesregierung, damit die stillschweigende Duldung der Verbrechen der israelischen Armee im Gazastreifen umgehend aufgegeben und Israels Regierung zur sofortigen Annahme der von Hamas gestellten Bedingungen für eine Waffenruhe bewegt wird.

Berlin, 21. Juli 2014




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Israels eiserne Faust - Inge Günther - Die Straßen sind menschenleer in Sederot, der israelischen Negev-Stadt, die am längsten und am häufigsten Raketenbeschuss aus Gaza ausgesetzt ist. Aber oben auf dem Kobi-Hügel am Ortsrand, hocken Maor Barami und ein paar Kollegen aus der Kunststoff-Fabrik auf Plastikhockern, ausgerüstet mit Zigaretten, Softdrinks und Feldstechern, um Krieg zu gucken. Der ist nur zwei Kilometer Luftlinie entfernt, die Distanz zwischen Sederot und dem nördlichen Gazastreifen. „Wir kommen fast jeden Tag her“, sagt Barami, „was sollen wir sonst tun? In Sederot hat wegen der Raketen nichts mehr offen.“ >>>

Bild: 20. 7. 2014 Nahe der israelischen Stadt Sderot beobachten Israelis von einem Hügel aus den Gazastreifen. Zum Vergrößern anklicken.

 


Nahost-Konflikt: US-Regierung äußert sich überraschend Israel-kritisch - "Wir wollen nicht, dass noch mehr Zivilisten getötet werden": Barack Obama hat sich mit deutlichen Worten an die israelische Regierung gewandt - und mehr Zurückhaltung im Gaza-Streifen gefordert. - Die US-Regierung verlangt von Israel einen besonneneren Einsatz im Gaza-Streifen: "Israel muss größere Anstrengungen unternehmen, um seine eigenen Standards einzuhalten und Zivilisten vor dem Tod zu bewahren", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, in einem Briefing vor Reportern. "Wir werden diese Nachricht immer wieder direkt zu den Israelis schicken." >>>

 


Palästina: Gemeinsame Erklärung der kommunistischen und Arbeiterparteien - Das Massaker auf Kosten des palästinensischen Volkes muss jetzt beendet werden - Wir, die unterzeichneten kommunistischen und Arbeiterparteien, verurteilen den barbarischen und kriminellen Angriff des israelischen Staates auf das palästinensische Volk - Wir erklären unsere volle Solidarität mit dem Volk von Palästina und rufen die Arbeiter in aller Welt auf, aktiv zu werden, um die Welle der Verurteilung Israels zu stärken und um dem palästinensischen Volk die Solidarität auf praktische Weise auszudrücken. Die USA, die Israel in jeder Weise bei der fortgesetzten Unterdrückung und dem Massaker am palästtinensischen Volk in jeder Weise unterstützen, tragen für diese blutige Entwicklung ebenfalls eine enorme Verantwortung. Ebenso trägt die EU Verantwortung, indem sie “gleiche Distanz” zu den Opfern und den Verfolgern wahrt und gleichzeitig ihre Zusammenarbeit mit Israel auf militärischer und politisch-ökonomischer Ebene entwickelt. >>>

 

#########PHOTOS- A Gaza funeral for 26 members of one family >>>




VIDEO - Mitten im Aufmarschgebiet - Richard C. Schneider - Aus dem Gazastreifen kann ARD-Korrespondent Richard C. Schneider momentan aus Sicherheitsgründen nicht berichten. Von dort versorgt ihn ein palästinensisches Team mit Informationen. Doch auch im Grenzgebiet zum Gazastreifen ist der Konflikt allgegenwärtig. >>>

 


VIDEO - Dr. Hanan Ashrawi - "Die Situation in Gaza ist nichts anderes als ein Massaker" >>>


 

The Gaza Bombardment - What You're Not Being Told

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Calls for genocide enter Israeli mainstream - As we watch the horrifying slaughter unfold in Gaza, bear in mind the Israeli psychosis that fuels and justifies it. Here are comments from three rightwing Israelis – two leading politicians and a professor – who very much reflect a strain of mainstream thinking in Israel, one that the international media largely avoids noting. Each, in their different ways, is advocating >>>



 

#########‘We have nothing left to lose. I would rather die with my family under the rubble of our house than have a humiliating truce’: Palestinian youth demand justice - Pam Bailey - I awoke Sunday morning to news of a massacre in Gaza that evoked memories of Sabra and Shatila – not in terms of absolute numbers, but in the nature of its brutality. An estimated 60 Palestinians had been killed, more than 300 injured and hundreds more forced to flee their homes as Israeli troops and tanks barreled into Shejaiya, a neighborhood in eastern Gaza City. Spokesman for the Palestinian Ministry of Health Ashraf al-Qidra reported that Israeli forces had denied ambulances access to the houses under siege, saying that the area was a “closed military zone.”

And yet. amidst the reports of destruction, pain and loss, there were Facebook posts like this one from Malaka Mohammed, a young woman from the same Gazan neighborhood who is studying international law in the UK: “Watching Al-Jazeera and my friends and relatives among the casualties. And still strong. I have not seen my family as strong as today. We will never give up till we get our freedom.” For an hour and a half, her father refused to evacuate, even as the bombs were landing at a rate her neighbor described as “more than three in one second.”

In a post the day before, from the Jabalya refugee camp, Sarah Ali (a contributor to a collection of short stories called Gaza Writes Back) wrote: “Last night was horrible. My house shook every five minutes! Except for half an hour in the evening, we’ve been without electricity for over 48 hours. Due to the long blackout, we had no water as well. The Israelis have (again) bombed a main power generator that supplies electricity to many areas. There was Israeli shelling from the sea, air and land. I could hear the kids in our neighbors’ houses crying in terror all night. This is not about destroying Hamas; this is about destroying every Palestinian in Gaza, destroying our lives, crushing our dignity and morale. >>>

 

Nothilfe für den Gazastreifen
medico international

Spendenaufruf für Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Versorgung

Die Menschen in Gaza benötigen Hilfe. Zwei Laster mit Medikamenten hat der israelische medico-Partner Ärzte für Menschenrechte bereits mit Spendengeldern von medico in den Gazastreifen geschickt. Weitere Medikamentenlieferungen sind geplant. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!
Aufgrund der hohen Anzahl von Verletzten, laut UN-Angaben zu 75% Zivilisten, durch die Luftangriffe ist das Gesundheitswesen in Gaza zunehmend überfordert. Der Mangel an Medikamenten und Treibstoff für Generatoren verschärft die Lage zusätzlich.
23 Gesundheitseinrichtungen wurden direkt beschädigt. Darunter auch eine Gesundheitsstation des medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS) in Izbat Beit Hanoun, berichtet Dr. Aed Yaghi, PMRS-Leiter in Gaza. Die Einrichtung, welche erst kürzlich mit Mitteln des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgebaut und renoviert wurde, kam bei einem heftigen Bombardement der Nachbarschaft zu Schaden. mehr >>>



Für die Gaza-Nothilfe der israelischen und palästinensischen Partner bitten wir um Spenden unter dem Stichwort: “Nahost“

Spendenkonto:
medico international - Konto-Nr. 1800 - Frankfurter Sparkasse - BLZ 500 502 01 - IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00

Jetzt online spenden!  Auch hier


 

 

SPENDENAUFRUF

Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.)

in Kooperation mit:
Soziale Hilfsorganisation Najdeh e.V.
Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V.
Europäische Allianz für die Unterstützung der palästinensischen Gefangenen 
 

 Dringender Appell: Medizinische Hilfe für Gaza!

 

Durch die israelischen  Luftangriffe auf Gaza ist auch die medizinische Versorgung schwer getroffen  und völlig überfordert, es fehlt an allem!  Medikamente, Verbandsmaterial und medizinische Instrumente  werden dringend benötigt. Wir rufen alle friedliebenden Menschen auf, Medikamente, medizinisches Material sowie finanzielle Mittel zu spenden, damit den vielen Verletzten geholfen werden kann.
 

Mit Ihrer Solidarität lindern Sie  das Leiden der Menschen und retten Menschenleben!

 
Die unterzeichnenden Vereine sind als gemeinnützig anerkannt.
 

Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft (DPMG e.V.)
in Kooperation mit:
Soziale Hilfsorganisation Najdeh e.V.
Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V.
Europäische Allianz für die Unterstützung der palästinensischen Gefangenen 

Spenden bitte an: Deutsch-Palästinensische Medizinische Gesellschaft e.V.
c/o Dr. Khaled Hamad, Liegnitzerstr. 28, 53721 Siegburg

 
Spendenkonto DPMG: Deutsche Postbank Dortmund - Konto Nr. 999511461 - BLZ: 44010046
Oder: IBAN:DE48 4401 0046 0999 511461 - Swift-Code:PBNKDEFF

Kontakt: Dr. Khaled Hamad  mobile: 0171-5411168 

21. 7. 2014

GAZA UNDER FIRE - Gaza Blog Live - ALJAZEERA >>>


In Al Jazeera wurden die entspr. UN-Leiter interviewt.  Sie sagten:

60 000 Menschen ohne Wohnung
425 Tote
18 (13 gestern) - israel. Soldaten:
ca. 3000 Verletzte
60 UN-Einrichtungen beschädigt
85 Schulen beschädigt oder zerstört
18 Hospitals besch. oder zerst.
900.000 Menschen ohne Wasser

 

Collage zum vergrößern anklicken

 

 

"Ruhe - wir schießen" - Bettina Marx - Kritik am Einsatz der Armee im Gazastreifen mit Hunderten Toten wird gerade in Israel kaum laut. Wer sie dennoch wagt, wird schnell zurechtgewiesen. Auch von vermeintlich objektiv berichtenden Journalisten. Wer gegen die Offensive im Gazastreifen ist, der hat es in den israelischen Medien derzeit schwer. In der Regel kann er höchstens einen einzigen Satz sagen, bevor er unterbrochen wird. Nicht nur die anderen Diskussionsteilnehmer fallen ihm - oft ausgesprochen rüde – ins Wort. Auch die Moderatoren dulden in der Regel keine abweichenden Meinungen. Wenn einer der wenigen Dissidenten dann doch versucht, seine Meinung vorzutragen, endet das meistens in Geschrei. Im Fernsehstudio sitzen ein Journalist und ein Radiomoderator, und zwischen ihnen Jehuda Shaul von "Breaking the silence", einer Organisation von ehemaligen Soldaten, die gegen die Besatzung sind. Er kündigt für den Abend eine Demonstration gegen die Militäroffensive an und fängt sich damit die Kritik des Radiomoderators ein: "Du bist ein Jude und solltest dich schämen. Du solltest deine Uniform anziehen und in den Gazastreifen gehen und nicht in Fernsehstudios sitzen und Demonstrationen organisieren." Zugeschaltet ist der arabische Knesset-Abgeordnete Muhammad Barakeh. Auch er zieht den Zorn des Radiojournalisten auf sich: "Sie sind ein Lügner, Sie sind ein Verbrecher, und Sie sollten hier gar nicht reden dürfen. Treten Sie doch im Hamas-Fernsehen auf. Verschwinden Sie! Sie unterstützen die Hamas! Und ich habe diesen Streit nicht angefangen. Ich bin höflich. Sie sind derjenige, der unhöflich ist." >>>


 

Gaza-Konflikt: Israels heikle Hannibal-Direktive - Ulrike Putz - Israel fürchtet bei der Offensive im Gazastreifen kaum etwas so sehr wie die Entführung eigener Soldaten. Also opfert die Armee lieber ihre eigenen Leute, als sie der Hamas in die Hände fallen zu lassen. >>>>



 

"Es geht vor allem um die Haltung Ägyptens" - Moshe Zimmermann im Gespräch mit Sandra Schulz - Ein Ende der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern sei möglich, sagte der israelische Historiker Moshe Zimmermann im DLF. Eine entscheidende Rolle dabei nehme Ägypten ein. Und dessen Haltung habe sich geändert. Früher sei Ägypten immer auf Seite der Hamas gewesen, so Zimmermann. Dies sei inzwischen anders, die neue Führung in Kairo lehne die radikal-islamische Organisation ab. Aktuell gebe eine "Konkurrenz der Vermittler", sagte der Historiker an der Hebräischen Universität Jerusalem mit Blick auf die Bemühungen von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und US-Außenminister John Kerry. Doch Ägypten könne "mehr unternehmen als jede andere Macht". "Was man anstreben soll, ist aber nicht nur eine Waffenruhe", so Zimmermann weiter. Wichtiger sei eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Israels Regierung und palästinensischer Autonomiebehörde: "Der Teufelskreis kann durchbrochen werden, wenn sich beiden Seiten mehr bemühen, die Friedensgespräche fortzusetzen." >>>

 


Interview - Zimmermann: "Heulen mit den Wölfen" - Israelische Stimmen für einen dauerhaften Frieden mit den Palästinensern werden leiser. Historiker Moshe Zimmermann über zu viel Anpassung und fehlende Gedanken zu Friedensgesprächen. - DW: Herr Zimmermann, wie schätzen Sie zu diesem Zeitpunkt die Stimmung in Israel ein? - Moshe Zimmermann: Die Stimmung ist selbstverständlich bedrückt. Doch bis auf die ungefähr eine Million Israelis, die in direkter Nähe zum Gaza-Streifen leben, sind die meisten von den Raketen-Attacken nur bedingt betroffen. Selbstverständlich nervt es sehr, wenn die Sirenen heulen. Doch die Leute haben mittlerweile gelernt, damit zu leben. Das Abwehrsystem "Iron Dome" fängt nach Angaben des israelischen Militärs 90 Prozent der auf Israel abgefeuerten Raketen ab. Verliert der Krieg für viele Israelis seinen Schrecken? Durch das Abwehrsystem sind die Raketeneinschläge tatsächlich seltener geworden. Man hat eher Angst vor dem Ungewissen, vor dem Lärm, vor den Sirenen, aber das war es auch schon. Und das erzeugt am Ende doch eine gewisse Gelassenheit. Nach dem Motto: Wir haben mehr Ausdauer und Kraft als die andere Seite. Man denkt weniger über eine echte Lösung nach, sondern nur über die Frage: Wie lange dauert das noch? - Geht diese Haltung auch mit einer Art Resignation einher? Hat man die Hoffnung auf eine echte Lösung des Konflikts aufgegeben? - Das Wort Hoffnung ist hier problematisch: Die israelische Linke hat die Hoffnung nie verloren. Die israelische Rechte, und dazu gehört auch die Regierung, hat aber paradoxerweise eher Angst vor einem dauerhaften Frieden.  >>>

 

Massaker an Zivilisten in einem kompletten Viertel von Gaza (Video und Foto) - Durch die Bombardierung von Al Shayaia, einem reinen Wohnviertel von Gaza, sind fast alle Gebäude zerstört worden, unter den Trümmern fand man bisher mindestens 80 Leichen, viele weitere werden unter den Trümmern vermutet. Mehr als zehn Ambulanzen und Fahrzeuge im medizinischen Dienst sind zerstört worden, mehr als 20 Ärzte und medizinisches Hilfspersonal wurden getötet.
http://www.palestinalibre.org/articulo.php?a=51313
  - Zusammenfassung: K. Nebauer




Israel steps up eastern Gaza bombardment  - Thirteen Israeli soldiers have been killed in fighting inside Gaza on Sunday, the Israeli army has said, in what was the highest number of troops to die in combat since 2006. - "Over the course of the day, 13 soldiers from the IDF's Golani Brigade were killed in combat in the Gaza Strip," an army statement said. The deaths occurred as more than 60 Palestinians died in Gaza's Shujayea district under the heaviest barrage of tank shells since Israel launched its ground offensive. The reports of the Palestinian deaths came as a two-hour humanitarian ceasefire broke down less than an hour after it was announced on Sunday. Thousands of people fled the Hamas-ruled Gaza Strip as heavy bombardment by the Israeli army continued overnight, with the Palestinian death toll over the last 13 days reaching 410. The eastern neighbourhoods of Shujayea, al-Shaaf and al-Tuffa were the worst hit. Bodies littered the streets. >>>

 


Gaza: Over 100 Palestinians, 13 Israeli soldiers killed in single day - Edo Konrad - At least 100 Palestinians, including 66 in the Shujaiyeh neighborhood of Gaza City - of which 17 were reportedly children – were killed today (Sunday) bringing the total death toll to 437. Thirteen Israeli soldiers were killed Sunday in battle in the neighborhood, bringing the number of Israeli fatalities over the course of the operation to 18, not including two civilians who died in rocket attacks. Army sources said seven of the 13 Israeli soldiers were in an armored personnel carrier hit by an anti-tank missile >>>


 

Ärzte melden 87 tote Palästinenser in Gaza - Durch Israels Bodenoffensive sind heute 87 Palästinenser im Gazastreifen ums Leben gekommen, die höchste Zahl seit fünf Jahren. Außerdem starben 13 israelische Soldaten. - Nahost-Konflikt Ärzte melden mindestens 87 tote Palästinenser im Gazastreifen - Ärzten zufolge sind am Sonntag mindestens 87 Palästinenser durch die israelischen Angriffe getötet worden. Es ist die höchste Zahl von Toten durch israelische Angriffe auf den Gazastreifen seit fünf Jahren. Allein im östlich von Gaza-Stadt gelegenen Vorort Schedschaia habe es 62 Tote gegeben, sagte ein Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte. Auf den Straßen von Schedschaia rannten Tausende Zivilisten um ihr Leben, etliche Verletzte blieben in den Trümmern ihrer Häuser eingeschlossen. Im Schifa-Krankenhaus von Gaza wurden beinahe minütlich neue Opfer eingeliefert, darunter viele Kinder. >>>


 

Palästinenser hoffen auf Weltgemeinschaft - In Gaza tobt ein ungleicher Krieg. Eine hochgerüstete Armee kämpft gegen eine Terrorgruppe - und tötet dabei hunderte unschuldige Zivilisten. Ein Blick auf den Konflikt aus Sicht der Palästinenser. - Sie nennen es zynisch das größte Freiluftgefängnis der Welt: Gut 38 km lang und zwischen 6 und 13 km breit. Der Gazastreifen ist von der Fläche her nur halb so groß wie Hamburg, hat aber in etwa gleich viele Einwohner wie die norddeutsche Großstadt. Auf engstem Raum leben in Gaza etwa 1,8 Millionen Menschen, 43 Prozent davon sind jünger als 14 Jahre alt. Vom Rest der Welt sind sie so gut wie abgeschnitten. "Sie dürfen nicht fischen, sie haben keine Arbeit, sie dürfen das Land nicht verlassen, Leben wie in einem kleinen Käfig", beschreibt Khouloud Daibes, palästinensische Botschafterin in Deutschland, die Lebensbedingungen ihrer Landsleute. "Sie brauchen eine Perspektive, eine Hoffnung, eine Zukunft." Doch eine wirkliche Perspektive scheint in immer weitere Ferne zu rücken. Seit Beginn der israelischen Militäroffensive vor knapp zwei Wochen sind mehr als 300 Palästinenser getötet und über 2000 verletzt worden, darunter viele Kinder. Nun hat Israel begonnen, auch Bodentruppen in den Gazastreifen zu schicken. Ziel des Vorstoßes soll die Zerstörung von Tunneln der Hamas sein. >>>

 

 

Dauerfeuer auf Gaza - Israel weitet Offensive im Gazastreifen aus. Mindestens 87 Tote in einer Nacht. UN-Generalsekretär will Waffenstillstand. Hamas fordert Ende der Belagerung - Karin Leukefeld - Bei den schwersten Angriffen der israelischen Armee seit Beginn der Offensive im Gazastreifen, wurden in der Nacht zum Sonntag nach Angaben der örtlichen Rettungskräfte mindestens 87 Menschen getötet. Allein in dem Wohnviertel Sadschaija im Osten von Gaza-Stadt starben mindestens 60 Menschen. Parallel dazu weitete die Armee ihre am Donnerstag gestartete Bodenoffensive aus. Augenzeugen berichteten von gleichzeitigem Artilleriebeschuß, Luftangriffen und Raketen, die von der See aus abgeschossen wurden. Einige Häuser seien zehnmal hintereinander getroffen worden. Der Direktor des Schifa-Krankenhauses sagte, mindestens 400 Menschen seien im Bombenhagel verletzt worden. Unter den Toten in Sadschaija waren der palästinensische Kameramann Khaled Hammad und der Rettungssanitäter Fuad Jaber. Der Kameramann trug eine Schutzweste, auf der »Presse« stand. Beide wurden in einem deutlich gekennzeichneten Rettungsfahrzeug getötet. >>>

 

 

‘Death Zone’ in Shajiya - (Mit Fotos) - Rina Andolini - There was a ceasefire today for 3 hours – so some of us internationals went to the area which I refer to as the ‘Death Zone’ – Shajiya, we went to see if we could help with the masses of injured amongst the rubble. The Death Zone is unlike any destruction I have seen in my life – there is no place left without bombing, shelling or sniper shots. Total devastation. >>>

 


PHOTOS: Scenes of devastation from deadliest day in Gaza - Israel bombards the Gaza City neighborhood of Shujaiyeh, killing at least 66, with the toll expected to rise. - Anne Paq and Basel Yazouri - [WARNING: This post includes graphic photos.] Israel stepped up its air and ground offensive on the Gaza Strip on Sunday, resulting in the deadliest day since the assault began on July 8. A total of 87 Palestinians were reported dead, with the toll expected to rise. Thirteen Israeli soldiers were also killed Sunday while fighting inside Gaza. A vast majority of the Palestinian deaths were in Shujaiyeh, a neighborhood in the east of Gaza City. Israeli artillery and air strikes pounded the neighborhood throughout the night and into Sunday, turning it into a scene of utter devastation, with entire buildings flattened and bodies strewn in the streets. >>>

 


Palestinian human rights leader: 'Cast Lead was a joke compared to this' - LISTEN: Israeli human rights lawyer Michael Sfard speak to Raji Sourani, founder and director of the Palestinian Center for Human Rights, about the ongoing destruction in Shujaiyeh, the use of human shields and the fate of Gaza’s civilian population. - Michael Sfard and Raji Sourani >>>

 

 

 7 Friedensnobelpreisträger und 57 Weitere für Waffenembargo gegen Israel - Daniel Kerekeš - 64 Personen des öffentlichen Lebens, darunter sieben Nobelpreisträger, rufen zum Waffenembargo gegen Israels auf. Als Grund dafür werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit des israelischen Staates genannt. Unter den Zeichnern befinden sich Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu aus Südafrika und Autor Noam Chomsky. Die Erklärung der 64 ZeichnerInnen veröffentlichten ihre Forderungen in der Britischen Tageszeitung „The Guardian“ an diesem Freitag. Im der Erklärung heißt es, das „Israel wieder einmal seine volle militärische Macht gegen die in Haft gehaltene Palästinensische Bevölkerung los gelassen hat, hauptsächlich im belagerten Gaza-Streifen, in einem inhumanem und illegalen militärischen Angriff. Israels Fähigkeit solch verheerende Angriffe zu führen, kommt straffrei durch die Verbandelung großer Waffenfirmen und dem Handel den es mit vorbelasteten und mitschuldigen Regierungen in der ganzen Welt führt.“ Die UnterzeichnerInnen fordern von den Vereinten Nationen (UN) und den Regierungen dieser Welt umgehend Schritte, um ein Waffenembargo gegen Israel durchzusetzen. Das Embargo muss ähnlich dem Embargo sein, das während des Apartheidregimes über Südafrika verhängt wurde. >>>

 

 

Plädoyer für klare Worte -  Andreas Zumach - Ohne eine Zweistaatenlösung in Nahost sind alle Vermittlungsversuche zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, auch der von Bundesaußenminister Steinmeier. Nur eine klare Botschaft an Israel kann etwas bewirken, meint Andreas Zumach im WDR 2 Klartext. >>>

 

 

Uri Shani - Liebe Freunde! Dies ist ein Hilferuf in schrecklichen Tagen. Es fällt mir schwer, über die gestrige Nacht zu schreiben. Ich schäme mich. Aber ich muss darüber berichten. Ich fuhr mit dem Autobus nach Haifa zu einer Demo gegen den Krieg. Da ich nie genau weiß, wie lange ich brauche, war ich viel zu früh da. Von weitem schon sah ich die Polizisten, viele Polizisten, ein Wasserwerfer, berittene Polizisten, und dann sah ich sie: eine riesige Menge von Faschisten wartete auf uns, schon lange waren sie da. Sie konnten es gar nicht abwarten, dass wir kämen, um uns abzuschlachten. Dann sah ich im internet, dass der Versammlungsplatz geändert wurde. Es war klar, die Polizei war nicht an einem Blutbad interessiert. Jedenfalls tat sie so. So tröpfelten also ein paar hundert Demonstranten zum neuen Versammlungsort, wo sich aber auch schon ein immer grösser werdendes faschistisches Untier ansammelte. Im Nachhinein weiß ich, dass wenig Demonstranten von unserer Seite kamen, weil sowohl der Bürgermeister von Haifa wie die faschistischen Führer zur Abwehr gegen unsere  Demonstration aufgerufen hatten. Nachdem die Faschisten schon vor einer Woche in Tel-Aviv tätig wurden, hatten viele von uns Angst und kamen nicht. Ihr stellt Euch vielleicht vor, die zionistischen Faschisten hier seien ein unbedeutendes Häuflein. Aber gestern abend fletschten Tausende von Niederträchtigen die Zähne! Wir hatten Angst, wir waren schwach, natürlich auch wütend, aber vor allem schwach und eingeschüchtert. Die Polizei tat das Mindeste, damit es nicht zu einem großen Blutbad kam. Aber einige von uns wurden verletzt, viele wurden mit Steinen beschossen, gejagt, verfolgt, bis in die entferntesten Seitenstraßen und Gassen, sogar den Krankenwagen, in dem verletzte Araber behandelt wurde, griffen die Faschisten an und versuchten ihn zu stürmen, ein wahres Pogrom - und wer wurde verhaftet? Drei Araber von unserer Seite, die darüber wütend wurden. Haifa, das ich kannte, gibt es nicht mehr. Es ist etwas in diesem Land und in mir zerbrochen, das nicht wiedergutzumachen ist. Ich habe mich von dieser Schreckensnacht noch nicht erholt. Ich weiß nicht, woher der Stein kommt, der mich treffen wird. Bisher konnte ich die Gefahr einigermaßen einschätzen. Heute nicht mehr. Das nächste Pogrom lauert hinter jeder Ecke. Ich habe die Gesichter der Faschisten gesehen. Es sind meine Nachbarn, sie sitzen neben mir im Autobus, sie stehen mit mir an der Kasse im Supermarkt, es sind ganz normale Bürger und Bürgerinnen. Gib ihnen ein Blutbad, und sie reißen sich die Maske vom Gesicht. Und die israelische Regierung bietet ihnen ein Blutbad, wie es wenige zuvor hier gegeben hat. Wir nähern uns immer mehr den syrischen Maßstäben. >>>

my homepage: http://abumidian.wordpress.com/
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Mikrofon-Panne - Kerry sarkastisch: Einsatz in Gaza "irre zielgenau" - John Kerry: Sarkasmus wegen Gaza-Offensive - US-Außenminister John Kerry hat sich in einem unbeachteten Moment sarkastisch über Israels Gaza-Offensive geäußert. Er bemängelte in Form von Sarkasmus die vielen zivilen Opfer. Gleichzeitig erklärte er, dass Israel ein Recht auf Verteidigung hätte. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sorgte hingegen mit einem weiteren Hitler-Vergleich für Aufregung. Während einer Reihe von Fernsehinterviews bemerkte Kerry nicht, dass sein Mikrofon nicht abgeschaltet war. "Es ist eine irre zielgenaue Operation", sagte der US-Außenminister zu einem Berater. Das Gespräch wurde aufgezeichnet. Fox News spielte Kerry seine Äußerung vor. In dem "Fox News"-Interview wurde Kerry danach gefragt, ob er damit gemeint habe, dass Israel zu weit gehe. "Solche Operationen sind hart", antwortete er. "Ich habe offensichtlich auf eine Weise reagiert, wie es jeder tut, mit Blick auf kleine Kinder und Zivilisten >>>

 

John Kerry Caught on Fox News Hot Mic Criticizing Israeli Strike


 

 

Letter from Gaza by a Norwegian doctor. - Mads Gilbert - The last night was extreme. The "ground invasion" of Gaza resulted in scores and carloads with maimed, torn apart, bleeding, shivering, dying - all sorts of injured Palestinians, all ages, all civilians, all innocent. The heroes in the ambulances and in all of Gaza's hospitals are working 12-24 hour shifts, grey from fatigue and inhuman workloads (without payment all in Shifa for the last 4 months), they care, triage, try to understand the incomprehensible chaos of bodies, sizes, limbs, walking, not walking, breathing, not breathing, bleeding, not bleeding humans. HUMANS! Now, once more treated like animals by "the most moral army in the world" (sic!). My respect for the wounded is endless, in their contained determination in the midst of pain, agony and shock; my admiration for the staff and volunteers is endless, my closeness to the Palestinian "sumud" gives me strength, although in glimpses I just want to scream, hold someone tight, cry, smell the skin and hair of the warm child, covered in blood, protect ourselves in an endless embrace - but we cannot afford that, nor can they. >>>


 

»Affront gegen Landesvorstand der Linken« - Interview: Dirk Bredow - Eigene Genossen machen Front gegen Linke-Politiker in NRW wegen Solidarität mit Palästinensern. Ein Gespräch mit Jürgen Aust - Am Freitag abend haben mehrere tausend Menschen in Essen und Köln für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts demonstriert. Die Proteste waren maßgeblich vom Linke-Landesverband und der Linksjugend organisiert worden. Was waren die Beweggründe? Wir hatten als Landesvorstand bereits vor einer Woche eine Erklärung veröffentlicht, mit der wir die Bombardierung Gazas entschieden verurteilt und zu einem sofortigen Stopp aller Kampfhandlungen aufgerufen haben. Gleichzeitig hatten wir erklärt, daß wir Proteste und Kundgebungen gegen den Krieg und für eine friedliche Lösung des Nahost-Konfliktes unterstützen. Die Linke versteht sich nicht zuletzt aufgrund ihres Erfurter Programms als eine Partei, die Krieg als Mittel der Politik verurteilt. Deshalb war es für uns eine Selbstverständlichkeit, auch den erneuten militärischen Überfall auf Gaza zu verurteilen und gegen ihn zu protestieren. Bekanntlich hatte das israelische Militär bereits 2008/2009 Gaza bombardiert und eine hohe Zahl von Toten und verletzten Menschen verursacht. Bereits dieser Krieg hat die Lage weiter verschärft. Israels Regierung sollte endlich begreifen, daß der Konflikt nicht militärisch zu lösen ist. Der NRW-Landesverband ist auch aus der eigenen Partei unter Druck gesetzt worden. Diejenigen, die zur Demonstration aufgerufen hatten, wurden auch von Genossen pauschal als Antisemiten diskreditiert. Wie erklären Sie sich dieses Verhalten? Der vom deutschen Faschismus verursachte Holocaust fordert von allen Linken, sich dessen bewußt zu sein, daß wir uns immer wieder entschieden und bedingungslos gegen alle Formen von Antisemitismus stellen müssen. Kritik an Protesten gegen Israels Politik und den erneuten Überfall hat deshalb seine Ursache in der Sorge, daß diese von antisemitischen Kräften instrumentalisiert werden könnten. Allerdings haben wir als Linkspartei auch immer deutlich gemacht, daß eine berechtigte Kritik an Israels Politik nichts mit Antisemitismus zu tun hat, wenn >>>

 

Streit um Krieg in Gaza - Tausende demonstrierten unter anderem in Essen, Mannheim und Berlin gegen Bombardierung von Palästinensergebieten. Proisraelische Linke-Politiker machen gegen Genossen mobil - Dirk Bredow - Das gibt es nur bei der Linkspartei. Deren nordrhein-westfälischer Landesverband hatte gemeinsam mit der dortigen Linksjugend [’solid] für Freitag abend zu einer Kundgebung unter dem Motto »Stoppt die Bombardierung Gazas – Für ein Ende der Eskalation im Nahen Osten« in Essen mobilisiert. Schon im Vorfeld übten sich hochrangige Vertreter der eigenen Partei in massiver Stimmungsmache gegen den Protest. Allen Unkenrufen und Provokationen zum Trotz blieben die Antikriegsdemonstrationen mit etwa 3000 Teilnehmern in Essen und rund 1800 in Köln jedoch friedlich. Dies bestätigte auch die Essener Polizei. >>>

 

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23 Gesundheitseinrichtungen wurden direkt beschädigt. Darunter auch eine Gesundheitsstation des medico-Partners Palestinian Medical Relief Society (PMRS) in Izbat Beit Hanoun, berichtet Dr. Aed Yaghi, PMRS-Leiter in Gaza. Die Einrichtung, welche erst kürzlich mit Mitteln des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ausgebaut und renoviert wurde, kam bei einem heftigen Bombardement der Nachbarschaft zu Schaden. mehr >>>



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Spendenkonto DPMG: Deutsche Postbank Dortmund - Konto Nr. 999511461 - BLZ: 44010046
Oder: IBAN:DE48 4401 0046 0999 511461 - Swift-Code:PBNKDEFF

Kontakt: Dr. Khaled Hamad  mobile: 0171-5411168 

 

 

21. Juli 2014 - Zum Einmarsch der israelischen Truppen in den Gaza-Streifen erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Annette Groth: Krieg gegen Gaza stoppen: EU-Assoziierungsabkommen mit Israel aussetzen - Der massive kriegerische Angriff Israels gegen die Menschen in Gaza muss sofort gestoppt werden und ist aufs Schärfste zu verurteilen. Mehr als 500 Menschen, überwiegend Zivilisten, darunter zahlreiche Kinder und Frauen, wurden durch die Angriffe der israelischen Streitkräfte getötet.

Dazu Annette Groth: „Diese völkerrechtswidrigen Angriffe Israels auf schutzlose Menschen verstoßen gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht. Es ist ausdrücklich verboten, Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu führen. Dieses Kriegsverbrechen muss geahndet werden. Als erstes muss das Assoziierungsabkommen der EU mit Israel sofort ausgesetzt werden. Artikel 2 verpflichtet alle Vertragspartner zur Einhaltung der Menschenrechte. Auch muss die Kooperation mit israelischen Rüstungsunternehmen im Rahmen des EU-FORSCHUNGSPROGRAMMs sofort beendet werden.

Die EU muss ein eindeutiges Zeichen setzen und der israelischen Regierung unmissverständlich klarmachen, dass die EU- Mitgliedsstaaten Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen nicht länger hinnehmen. Den verbalen Verurteilungen durch die EU in den letzten Jahren müssen jetzt Taten folgen!“ Annette Groth, MdB

„Es ist eine Schande für unser Land Israel“ - Der Holocaust-Überlebende Reuven Moskovitz hat keinerlei Verständnis für die Gewaltspirale im Gazastreifen - Reuven Moskovitz erlebte Verfolgung und Vertreibung – und setzt sich Zeit seines Lebens für die Völkerverständigung zwischen Juden und Deutschen ein. Im Interview mit unserem Mitarbeiter Michael Wrase erklärt der israelische Friedensaktivist, warum er das Blutvergießen im Gazastreifen für völlig inakzeptabel hält. - Drei israelische Jugendliche und ein arabischer Teenager werden ermordet. Und wenig später steht der Gazastreifen in Flammen, sterben dort Hunderte Menschen bei israelischen Luftangriffen. Haben Sie eine Erklärung für diese Eskalation der Gewalt? - Nein. Ich glaube, dass eine Welt, die behauptet, zivilisiert zu sein und nach den Werten des Humanismus und Friedens lebt, kein Verständnis für eine solche Gewalteskalation aufbringen darf. Natürlich leistet das palästinensische Volk einen unsympathischen Widerstand. Aber dieses Volk lebt unterdrückt und ist eingesperrt. Wir, das jüdische Volk, das nicht töten und nicht den Besitz von anderen begehren soll, darf es sich nicht erlauben, die Palästinenser so zu behandeln. >>>

20. 7. 2014

Menschen in Gaza flüchten zu Fuß vor Israels Panzern - Bodenoffensive gegen Hamas: Menschen in Gaza flüchten zu Fuß vor Israels Panzern Auf beiden Seiten steigen die Opferzahlen, doch die Kriegshandlungen gehen weiter: Israel hat am Morgen Gaza-Stadt beschossen, Tausende Bewohner fliehen.  [ Video ] >>>


 

Wieder tote Palästinenser - Leichen pflastern die Straßen von Gaza-Stadt - Bei israelischen Angriffen auf die Stadt Gaza sind Sonntagfrüh mindestens 40 Menschen getötet und rund 400 verletzt worden. Die Israelis haben das Viertel Shedshaiya (Sadshaiya) mit Raketen und Granaten attackiert. Die Krankenhäusern im Gazastreifen sind mittlerweile heillos überfüllt. >>>


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Israels Krieg gegen den Waffenstillstand  - Die Floskel gehört zu den Evergreens der Nahostberichterstattung: „Israel reagiert auf den Raketenbeschuss der Hamas.“ Dabei zeigen die Statistiken der letzten Gazakriege das genaue Gegenteil. Und auch eine weitere Floskel widerlegen Sie. Denn es gibt einen Partner für den Frieden - Fabian Köhler - Photoshop-Raketen über Paris. Retuschierte Explosionen in der Nähe des Eiffelturms. 35 Leuten gefällt das. Darunter die Frage: „Was würdest tun?“. Über Facebook und Twitter klärt die israelische Armee im Minutentakt über die Raketenangriffe der Hamas auf. Wann schlägt wo eine Mörsergranate ein? Wie viel Zeit haben Menschen in Aschdod, um sich in Sicherheit zu bringen. Dazwischen die stete Botschaft: Die israelische Armee hat keine andere Wahl, als diesen Krieg zu führen, um ihre Bevölkerung zu schützen. Weit über 1000 Raketen sollen im jüngsten Kapitel des endlosen Nähostkonflikts aus Gaza in Richtung Israel geflogen sein. Oft bleiben den Menschen nur wenige Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. In Sderot, Tel Aviv, sogar Jerusalem heulen regelmäßig erst die Sirenen, dann die verängstigten Kinder. Ein Israeli starb bisher. Auch 220 Palästinenser kamen um, als Israel, das machte, was nicht nur für seine Armee längst zum Mantra geworden ist. Der Satz „Israel reagiert auf den Raketenbeschuss der Hamas“ gehört auch zum festen Repertoire der Nahostberichterstattung. Ein der beliebtesten Narrative der Nähostberichterstattung ist schlicht falsch - So vertraut dies alles klingt, so falsch ist die Behauptung. Um das Ergebnis dieses Textes gleich vorwegzunehmen: Der Krieg, der seit Juli 2014 in und um den Gazastreifen wütet, begann nicht mit dem Abschuss einer palästinensischen Rakete. Ebenso wenig der davor. Auch der davor nicht. Und der davor genauso wenig. Ein der beliebtesten Narrative der Nähostberichterstattung ist schlicht falsch. Um das herauszufinden, bedarf es nicht mehr, als ein bisschen Statistik und der Hilfe des israelischen Außenministeriums. >>>>


 

(Nicht nur) Die Bodeninvasion hat eine verheerende Situation herbei geführt. Die UNRWA berichtete, dass sie etwa 40.000 vor den Bombardements geflüchtete Menschen in Schulen untergebracht hat; bald seien ihre Kapazitäten erschöpft. - "Wir haben nicht geschlafen, ich glaube nicht, dass jemand in dieser Nacht geschlafen hat. Meine Kinder weinen noch immer und meine Frau wollte die ganze Nacht nicht unter dem Tisch hervorkommen. Aber Allah wollte, dass wir am Leben bleiben. Seit zehn Tagen haben wir durchgehend nicht mehr als drei Stunden geschlafen. Es gibt einen Einschlag nach dem andern Jedes Haus kann getroffen werden."...erklärt Fadi al Lahawi der Agentur Efe.

Netanyahu hat eine Ausweitung der Kämpfe angeordnet. Bisher seien 103 islamistische Stellungen angegriffen wurden, davon etwa zwanzig Raketenwerfer und etwa 13 Tunnels.  - Quelle -
Übersetzung/Zusammenfassung: K. Nebauer

 


Israel kann die Verantwortung nicht abgeben  - Bettina Marx - Natürlich müsse das israelische Volk vor den Raketen der Hamas geschützt werden, doch die vielen Militäroperationen gegen die Palästinenser hätten genau das nicht geschafft, kommentiert ARD-Korrespondentin Bettina Marx. Immer mehr Gewalt sei nicht die Antwort, nur ein politischer Prozess könne der Tragödie ein Ende bereiten. Operation Sommerregen und Operation Herbstwolken, Operation Gegossenes Blei und Operation Wolkensäule - und jetzt "Starker Fels". Die israelischen Militäroffensiven im Gazastreifen haben poetische, kitschige oder geschmacklose Namen. Doch egal wie sie heißen, eines haben all diese Feldzüge gemeinsam: Die Leidtragenden sind immer die Zivilisten. Mehr als 1.300 Opfer forderte der Krieg gegen den Gazastreifen zum Jahreswechsel 2008/2009, etwa 200 die Offensive im November 2012. Und auch diesmal wieder ist der Blutzoll hoch, auch diesmal sind unter den Toten wieder viele Kinder, Frauen und Alte. Die israelischen Militäroperationen richten sich vielleicht gegen bewaffnete Milizen, getroffen wird aber immer eine schutzlose Bevölkerung, die noch nicht einmal fliehen kann, denn der Gazastreifen ist seit Jahren von der Außenwelt abgeriegelt und isoliert. Eine hochgerüstete Armee - die viertstärkste der Welt - ausgestattet mit einer Luftwaffe, die ihresgleichen sucht, mit effizienten Waffen, mit gut ausgebildeten und motivierten Soldaten und mit der Rückendeckung der westlichen Staatengemeinschaft zieht gegen ein Armenhaus zu Felde, >>>

 


What does Hamas really want? - Read the list of conditions published in the name of Hamas and Islamic Jihad, and judge honestly whether there is one unjust demand among them. - Gideon Levy - After we’ve said everything there is to say about Hamas: that it’s fundamentalist; that it’s undemocratic; that it’s cruel; that it does not recognize Israel; that it fires on civilians; that it’s hiding ammunition in schools and hospitals; that it did not act to protect the population of Gaza – after all that has been said, and rightly so, we should stop for a moment and listen to Hamas; we may even be permitted to put ourselves in its shoes, perhaps even to appreciate the daring and resilience of this, our bitter enemy, under harsh conditions. But Israel prefers to shut its ears to the demands of the other side, even when those demands are right and conform to Israel’s own interests in the long run. Israel prefers to strike Hamas without mercy and with no purpose other than revenge. This time it is particularly clear: Israel says it does not want to topple Hamas – even Israel understands that instead it will have Somalia at its gates – but it is also unwilling to listen to Hamas’ demands. Are they all “animals”? Let’s say that’s true. But they are there to stay, even Israel believes that’s the case, so why not listen? Last week 10 conditions were published in the name of Hamas and Islamic Jihad, for a 10-year cease-fire. We may doubt whether these were in fact the demands of those organizations, but they can serve as a fair basis for an agreement. There is not one unfounded condition among them. Hamas and Islamic Jihad demand freedom for Gaza. Is there a more understandable and just demand? There is no way to end the current cycle of killing, and not have another round in a few months, without accepting this. No military operation, by air, ground or sea, will bring a solution; only a basic change of attitude toward Gaza can ensure what everyone wants: quiet. Read the list of demands and judge honestly whether there is one unjust demand among them: withdrawal of Israel Defense Forces troops and allowing farmers to work their land up to the fence; release of all prisoners from the Gilad Shalit swap who have been rearrested; an end to the siege and opening of the crossings; opening of a port and airport under UN management; expansion of the fishing zone; international supervision of the Rafah crossing; an Israeli pledge to a 10-year cease-fire and closure of Gaza’s air space to Israeli aircraft; permits to Gaza residents to visit Jerusalem and pray at the Al-Aqsa mosque; and an Israeli pledge not to interfere in internal Palestinian politics such as the unity government; opening Gaza’s industrial zone.  >>>
 


 

Im Krieg gegen den Gazastreifen gab es bis zum 19.7. 353 Tote und 2780 Verletzte. Fast 50% der Toten sind Babys, Kleinkinder und Schüler. Die israelische Luftwaffe griff 2.600 Mal an, mindestens 14.000 Gebäude wurden getroffen, 652 völlig zerstört. Zerstört wurden auch Elektrizitätswerke, Infrastruktur und Installationen für Trinkwasser. Die israelische Armee trifft auf eisernen Widerstand. Informierte Kreise in Gaza sprechen von einem Dutzend toter und vielen verletzten israelischen Soldaten. Das Rote Kreuz berichtete, die israelische Armee habe in Shayaia und Beit Lahya im Norden des Gazastreifens Ambulanzen und medizinische Teams daran gehindert, Verletzten zu Hilfe zu kommen.   http://www.palestinalibre.org/articulo.php?a=51312 Übersetzung/Zusammenfassung: K. Nebauer

 


 Put Palestine under UN protection: Abbas




Alle Zeichen auf Krieg  - Wenn es mit Gewalt nicht geht, versuchen wir es mit noch mehr Gewalt: Diesem alten nahöstlichen Macho-Motto folgt Israel mit der Bodenoffensive. Das Land kann dabei wenig gewinnen, aber viel verlieren. Mit jedem getöteten palästinensischen Kind bröckelt der internationale Rückhalt. - Peter Münch - Der Rubikon ist überschritten, die israelischen Bodentruppen sind in den Gazastreifen einmarschiert. Nachdem es in den vergangenen Tagen noch einen Wettlauf zwischen zwei Alternativen - einem baldigen Waffenstillstand und der Eskalation - gegeben hatte, stehen nun alle Zeichen auf Krieg. Israels Führung präsentiert sich dabei mit prallem Selbstbewusstsein. Doch in Wirklichkeit plagen sie trotz ihrer enormen militärischen Überlegenheit gegenüber den Fußtruppen der Hamas vor allem zwei Sorgen: Es gibt keine "Exit"-Strategie - und es hat auch keine "Entry"-Strategie gegeben. Denn die israelische Armee hat jenseits aller Drohgebärden präpotenter Politiker den Bodenkrieg nicht gewollt: Er ist ihr aufgezwungen worden von der Hamas, die sie hineingezogen hat in diesen Krieg. Weil die Islamisten auch nach zehntägigem Bombardement aus der Luft noch keinerlei Zeichen der Schwäche zeigten, sollen sie nun am Boden in die Knie gezwungen werden. Das folgt einem alten nahöstlichen Macho-Motto: Wenn es mit Gewalt nicht geht, versuchen wir es eben mit noch mehr Gewalt. Wohin das führt, weiß keiner mehr vorherzusagen. >>>

 

 

Israeli military destroyed el-Wafa hospital even though it knew there were no weapons inside - Allison Deger - The Israeli army targeted and destroyed the Gaza strip’s only rehabilitation hospital even though Israeli authorities said they did not believe weapons were inside of the facility. El-Wafa Rehabilitation Hospital, which treats long-term injuries and physical disabilities, was heavily shelled Thursday evening causing an emergency evacuation of all staff and patients. The IDF confirmed to Mondoweiss’s Allison Deger that the military understood there were no weapons inside of el-Wafa hospital, but when asked how far a humanitarian site needs to be to ensure there is not direct fire, a spokesperson said, “It’s not a matter of science, the IDF is very precise and they usually target whet they intend to target.” Above, patients in el-Wafa Rehabilitation Hospital in Gaza City >>>




«Es ist so viel schlimmer als beim letzten Krieg» - Die Ärzte in Gaza müssen sich um Verletzte und Verzweifelte kümmern, obwohl es ihnen an allem fehlt – an Medikamenten, an Betten und an Hoffnung. Nachts ist es am schlimmsten. «Dann kommen fortlaufend nur Notfälle.» Kamel Saksuk ist Arzt im Krankenhaus Nasser in Chan Junis im Gazastreifen – und das im Moment rund um die Uhr. Seit dem Beginn des israelischen Militäreinsatzes gegen den Gazastreifen wird seine Klinik überschwemmt mit Verletzten und Verzweifelten, einige verlieren den Kampf um ihr Leben vor seinen Augen. Chan Junis ist ein bevorzugtes Ziel der israelischen Angriffe, denn die Stadt ist eine Hochburg der radikalislamischen Palästinenserbewegung Hamas. Auch am Wochenende sterben wieder ganze Familien durch israelische Geschosse. >>>


 

Israel targets hospitals in Gaza assault - Israel shelled the Beit Hanoun hospital in northern Gaza on Friday, damaging the top floors and causing panic among patients and staff, employees said. A nurse in the hospital told Ma'an that Israel fired a drone missile at the roof and third floor, damaging water supplies. The area of the hospital targeted contained a ward for children >>>

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Israel weitet Angriffe in Gaza aus - (...) Israel steht zunehmend in der Kritik wegen der zahlreichen zivilen Opfer bei dem Einsatz. Die UNO geht davon aus, dass mehr als drei Viertel der Todesopfer des jüngsten Gazakonflikts Zivilisten waren. Für die Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird die Lage immer unerträglicher. Zur permanenten Todes- und Verletzungsgefahr gesellen sich lang anhaltende Stromausfälle und der Zusammenbruch der Wasserversorgung. Auf israelischer Seite wurden am Samstag zwei Soldaten und ein Zivilist getötet. Ein Reserve-Major und ein Unteroffizier seien in einem Gefecht mit Hamas-Kämpfern ums Leben gekommen, teilte die israelische Armee am Samstagabend mit. - Tunnel gebuddelt - Die Palästinenser waren durch einen Tunnel aus dem Gazastreifen in israelisches Gebiet eingedrungen. Bei dem Gefecht wurde der Armee zufolge auch ein Angreifer getötet. Die anderen zogen sich durch den Tunnel nach Gaza zurück. >>>

 

 

Israel und der Genozid an den Palästinensern - Der Nahost Konflikt spitzt sich immer mehr zu mehr als 300 Menschen sind schon in Gaza ums Leben gekommen bei dem Beschuss der israelischen Armee. Und die westlichen Medien verschweigen das Verbrechen von den Israelis an den Palästinensern nicht nur seit einigen Jahren, sondern schon seit mehr als 60 Jahren so einige auf Facebook. Der Konflikt im Nahen Osten hat schon Tradition in Israel so hat jede Generation seit der Staatsgründung Israels einen Krieg miterlebt. Doch was sind die Hintergründe für all diese Kriege? - Viele westliche Medien berichten nur einseitig wird oft vorgeworfen aus der Menge. - Aber ist dies auch wirklich, so berichten die deutschen Medien wirklich so einseitig, wie es dargestellt wird? Laut Amnesty International ist Israel ein Kriegsverbrecher, ­der sich nicht an die Regeln des Krieges ­halten. Auch in einem Krieg gibt es Regeln, die international festgehalten worden sind und die auch Israel nach der Staatsgründung unterzeichnet hat. So ist auch Israel rechtlich gesehen gezwungen sich an die Regeln zu halten wer es nicht tut ist ein Kriegsverbrecher nach dem internationalen Gesetz. Doch was passiert schon seit über 60 Jahren in dem Nahen Osten das Es immer wieder zwischen den Palästinensern und den Israelis Krieg gibt. Die Frage ist ganz einfach zu beantworten es ist die Schuld Israels die eine Besatzungsmacht im Nahen Osten geworden ist. So ist das Gebiet Gaza hermetisch abgeriegelt es kommen keine Menschen rein und keine Menschen raus es wird auch oft als das größte Gefängnis unter dem Freien Himmel angesehen. Die Verbrechen der israelischen Regierung reichen weit bis zur Staatsgründung zurück. >>>

 


On 'human shielding' in Gaza - The Israeli army has tried to justify striking civilian areas. - Nicola Perugini - All fighting within cities and all bombardments of urban spaces, even the most "precise and surgical", is a potential death trap for civilians. Consequently, the permeation of war into cities inevitably transforms their inhabitants into potential human shields. For Palestinians living in Gaza today, simply spending time in their own homes, frequenting a mosque, going to a hospital or to school has become a dangerous enterprise since any one of these architectural edifices can become at any moment a target. One can no longer safely assume that the existence of masses of human bodies - even the bodies of children - in civilian spaces can serve as defence of the weak against the lethal capacity of the hi-tech states. - "Where do Gaza terrorists hide their weapons?" - But since hi-tech states can and do kill hundreds or thousands of civilians, they have to provide moral justification for their action in order to preserve their standing in the international arena; they have to demonstrate that they are protecting the principles of liberal democracy. It is precisely within this context that we should understand the series of posters recently disseminated by the Israeli military through its Twitter account, Facebook and blogs. The poster "Where do Gaza Terrorists Hide Their Weapons" is a paradigmatic example, where the subtext does the speaking: Houses, mosques, schools, and hospitals are legitimate targets because they are presumed to be weapon depositories. >>>

 


Israel is committing genocide in the Gaza ghetto - Why Israeli policy towards the Gaza Strip amounts to an incremental genocide. - Ilan Pappé - In a September 2006 article for The Electronic Intifada, I defined the Israeli policy towards the Gaza Strip as an incremental genocide. Israel’s present assault on Gaza alas indicates that this policy continues unabated. The term is important since it appropriately locates Israel’s barbaric action — then and now — within a wider historical context. >>>


 

Gaza is a concentration camp, and it’s an American delusion not to recognize that - Philip Weiss - Lawrence Weschler, a writer of considerable mainstream prestige, is sick of prevaricating about Israel. It’s rabid. It has rabies. And Gaza is a concentration camp. Weschler has let loose chiefly because of the “remorseless” and “repetitively compulsive” aspect of Israeli violence. I believe that understanding is now widely shared in the liberal mainstream, and interventions like Weschler’s make it easier for others to speak up. From Truthdig: I know, I know, and I am bone tired of being told it, when it comes to the Israeli-Palestinian conflict, there is plenty of blame to go around, but by this point after coming on almost 50 years of Israeli stemwinding and procrastinatory obfuscation, I’d put the proportionate distribution of blame at about the same level as the mortality figures—which is, where are we today (what with Wednesday morning’s four children killed while out playing on a Gaza beach)? What, 280 to 2? >>>

 


Saying no to the Israeli massacre! - Written by Ofer Neiman The small minority of Israeli peace and human rights activists cannot reverse the horrible reality from within, and our action has primarily brought about accusations that we are traitors, as well as assaults by thugs on our protests. We need support from the outside. The following is a letter by an Israeli citizen, published on Friday 18 July by the London Evening Standard: The Israeli government is committing war crimes in Gaza. The IDF Spokesperson and media sources have reported deliberate attacks against the homes of senior activists in armed Palestinian groups. These houses are not legitimate military targets, and attacking them is a violation of ...international humanitarian law. Israel has shelled and destroyed Gaza's only rehabilitation hospital. All this comes on top of a chronic, Israeli-made humanitarian crisis, which has turned into a catastrophe in the past few days. An unfolding Israeli ground invasion will make things even worse. The Palestinian people are facing a conspiracy by the governments of Israel, The US, Egypt and others. Under the Orwellian title of "ceasefire", cynical players epitomized by Tony Blair, are trying to impose the continuation of the siege and the strangulation of Gaza on the Palestinian people. >>>

 


As a father who lost his children in Gaza, I call for an end to this bloodshed - Izzeldin Abuelaish--Insanity, as Einstein said, is doing the same thing over and over and expecting a different result. We Palestinians and Israelis have experienced many destructive wars and the result is always the same: more deaths, more terrible injuries, more bloodshed, more animosity and more hatred. What do we expect to be the result of any war? >>>
 



Gaza War, Day 12: 303 Palestinian Dead - Richard Silverstein - 1When is an invasion not an invasion? When it’s the IDF and they’re killing Palestinians. Then it’s a defensive operation (“Protective Edge”) solely meant to protect Israeli citizens from terrorists. The objectives of the campaign aren’t to kill Palestinians, but solely to root out ‘nests of terrorists’ and destroy the purported tunnels they dig to snatch IDF soldiers (though one hasn’t been snatched in years). And by all means, the IDF would never expel 100,000 Palestinians from their homes in northern Gaza. That might be collective punishment, a violataion of international law. Instead, it seeks to ‘create a buffer,’ a demilitarized zone from which the terrorists can’t launch rockets against Israel. No mention of where the displaced new refugees will go. As it is Gaza is one big refugee camp, since most of its residents flocked here after the 1948 Nakba, during which they were expelled from Israel. That means Israel has devised a mini-Nakba for them, turning them into internal refugees within Gaza. So through a combination of hocus-pocus and smoke and mirrors, Operation Protective Edge morphs itself from a vicious assault on Gaza’s 1.8-million imprisoned civilians into a war to protect the mothers and babies of Israel. As the song says: “It’s nice work if you can get it.” >>>

 



Gaza war diary: 'A second of silence, then the bombs go off' - Despite the danger, Walid Abuzaid couldn’t be separated from his home in Gaza for very long. And though coming home means facing possible death, he refuses to give in to hate.  - Walid Abuzaid - I was in Cyprus when it all started. When we heard about the kidnapped teens, we were thrilled by the possibility of another prisoner release. Hamas would be held responsible for the kidnapping, but we treat our prisoners well – at least the one prisoner we’ve ever had. It’s my last night in Cyprus and one of so few in which I smile before I go to bed, for tomorrow I’m on my way home. I know it isn’t the smartest decision I’ve ever made, but I miss Gaza. I miss my life. >>>

Nicht jede Israelkritik ist antisemitisch - Verena Tobler - Vertreter der Gesellschaft Schweiz-Israel (GSI) und des Israelitischen Gemeindebunds (SIG) haben unlängst behauptet, die Plakat-Aktion von Palästina-Solidarität diffamiere den jüdischen Staat und spreche Israel das Existenzrecht ab. Beides sind Unterstellungen: Die Palästina-Petition hat den Staat Israel ausdrücklich anerkannt. Aufmerksam machen wollen wir allerdings auf zwei «Konstruktionsfehler» des jüdischen Staates: Erstens war Israel eine Staatsgründung im kolonialistischen Sinn und Geist – zu einer Zeit verfügt, in welcher der Kolonialismus tragendes Element vieler Staaten war. Dafür votierten nicht nur die Kolonialstaaten Europas. Mit Australien, Kanada, Neuseeland, Südafrika, den USA und den Staaten Lateinamerikas stimmten europäische Siedlerkolonien dafür, die sich fremdes Land angeeignet und die indigene Bevölkerung von der Macht ausgeschlossen hatten. Alle islamischen Staaten sowie Kuba, Griechenland, Libanon, Indien stimmten dagegen; zehn Länder enthielten sich. Keine Stimme hatten die kolonisierten Völker. Es ist peinlich, wenn seitens des SIG betont wird, die damals dem Uno-Beschluss Unterworfenen hätten keinen Staat gehabt (NZZ 15. 5. 14) – es ist dies das Argument aller Kolonisten, die sich das Land anderer aneigneten. - Religiös-ethnische Staatsräson - Zweitens wurden Fakten zugunsten eines Phantasmas ignoriert. Der jüdische Staat ist eine anachronistische Konstruktion – eine verständliche zwar, wollte doch der Westen die Diskriminierung der Juden in Europa wiedergutmachen und das unvorstellbare Leid, das ihnen durch den Holocaust zugefügt worden war. Aber es war eine Wiedergutmachung auf Kosten der Bevölkerung >>>

Deutschland beliefert Israel massiv mit Waffen - Die Bundesregierung hat Israel in den vergangenen Monaten verstärkt mit Waffen beliefert. Das Land habe nahezu „alles bekommen, was es haben wollte“, heißt es in der Bundesregierung - auch umstrittene Panzerfäuste. -  Nach Informationen des Handelsblatts (Donnerstag-Ausgabe) hat die Bundesregierung in den vergangenen Monaten mit umfassenden Waffenlieferungen ihre sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit Israel verstärkt. Das Land habe, so heißt es in der Bundesregierung, nahezu „alles bekommen, was es haben wollte“.  >>>

Hamad Abdel-Samad verlässt Deutschland! - Want the "brave" fight Terrorism and Islamophobia in the US? - Der deutsch-ägyptische „Islamwissenschaftler“ Hamad Abdel-Samad will Deutschland verlassen, so meldeten es seine „Leib- und Magenblätter“ wie „Junge Freiheit“ und die islamophobe Website „pi-news“ . Da Abdel-Samads Islamkarikatur „Der islamische Faschismus“ in den „seriösen“ Medien nicht verfängt, scheint er auf die neokonservative, nationale und rechte Szene zurückzugreifen, um seine unwissenschaftlichen und politisch motivierten Thesen zu verbreiten. >>>

 

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