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Texte von Viktoria Waltz

 

Dr. Viktoria Waltz wurde 70 Jahre jung

Viktoria Waltz: Ein Leben für Freiheit und Würde des Menschen
Dr. Ludwig Watzal

„Raumplanung“ hört sich zwar auf den ersten Blick harmlos, langweilig und unverfänglich an, ist aber hochgradig politisch. Dieses Fach hat Viktoria Waltz von 1973 bis 2007 an der Universität Dortmund unterrichtet. Die planerischen Vorgänge in einem geographischen Raum haben sie nicht nur unter einem räumlichen, wirtschaftlichen oder sozialen Aspekt interessiert, sondern immer auch von einem gesellschafts- und geopolitischen Blickwinkel aus, bei letzterem spielte die Kolonisierung eine wichtige Rolle, die heute wieder en vogue ist. Bei diesem Stickwort kommt die zionistische Kolonisierung Palästinas ins Spiel.

Schon während ihres Architekturstudiums an der Technischen Universität Berlin war der Konflikt Israel/Palästina eines ihrer Interessenschwerpunkte. Der SDS sprach sich 1967 als einzige Organisation gegen den imperialistischen Krieg aus, den Israel im Juni führte; Waltz war Mitglied dieses Studentenverbandes. Ganz anders der „SS-Mann“ Günter Grass: Er rief die Studenten/innen der HBK (Hochschule für Bildende Künste) auf, Socken für die israelischen Soldaten zu stricken!

Ihr wissenschaftliches Interesse galt aber nicht nur Palästina, sondern sie hat sich umfassend in Forschung und Lehre mit den Themenbereichen „Soziale Stadt“ sowie „Migration und Stadt“ auseinandergesetzt, wie zuletzt in dem Aufsatz „Migranten und Migrantinnen im Blickfeld der Stadt- und Raumplanung“, der in dem Sammelband „Zielgruppen in der räumlichen Planung. Konstruktionen, Strategien, Praxis“ 2014 erschienen ist. Letztere Themenfelder hat sie über Jahre auch als Lehrbeauftragte in Kurdistan/Irak unterrichtet.

Die planerischen Aspekte der zionistischen Kolonisierung Palästinas gehörten bereits früh zu ihren unterschiedlichen Interessensgebieten. Eine These, die ihre Arbeiten über Palästina von Anfang an durchzogen hat, ist, dass in Sachen Landraub nichts zufällig geschehen sei, sondern alles minutiös geplant worden ist. In ihrem Buch „Monopoly“ weist sie nach, dass in Palästina von Seiten Israels nichts planlos geschieht. >>>

 

„es geht uns einfach an“  - Das Palästina Portal  - Nach dem Studium engagierte sie sich in Palästina Komitees in Berlin und vor allem in Dortmund, wo sie 1973 die Arbeit als Dozentin an der Universität in der Abteilung Raumplanung aufnahm.

Es folgte die Unterstützung von ‚Soli-Projekten‘, wie die Sammlung für einen Inkubator für das Shiffa-Krankenhaus in Gaza, eine Sammlung für die  Einrichtung einer Dorfpraxis in Deir Samed südlich von Hebron oder die Unterstützung von politischen Gefangenen. Eindrücke der nun fast jährlich folgenden Reisen hielt sie in vielen Artikeln und Buchbeiträgen fest, wo es um 3. Welt, Planung in armen Regionen oder den Nahen Osten ging. Selbst in der Frankfurter Rundschau erschien seinerzeit von ihr eine Doppelseite über das Besetzte Jerusalem und die Hintergründe. Vielen palästinensischen Studierenden an den großen Universitäten der Bundesrepublik war und ist sie bis heute in Erinnerung wegen ihrer inhaltsreichen, aktuellen Vorträge, die sie zu einem Symbol für die Palästina Solidarität machten.

 Nicht nur der Rolle der Raumplanung in Israel/Palästina galt ihr Interesse: mehrmals organisierte sie Tourneen für das Ost-Jerusalemer Hakawati Theater. Doch ihr zentrales Thema blieb und ist der Aspekt der Raumplanung in dem Konflikt. Es ist ihr Verdienst, den Begründungszusammenhang des ‚Projektes Israel’ aus der moralischen Verpflichtungskausalität herauszuheben und den langen zionistischen Plan anhand von Dokumenten, Karten und Zitaten zionistischer Planer aufzudecken. Ihre Dissertation – mit einem Kollegen veröffentlicht– ist das zentrale Werk dazu, als Buch 1986 erschienen unter dem Titel ‚Die Erde habt ihr uns genommen - 100 Jahre Zionistische Siedlungspolitik in Palästina‘.

Palästina war nicht ihr einziges Thema. In Lehre und Forschung war sie schwerpunktmäßig im Bereich ‚Soziale Stadt‘ und ‚Migration und Stadt‘ engagiert, wovon viele Veröffentlichungen zeugen.

Sie bereiste allem mit ihren Studenten, z.B. China, Indien, Dominikanische Republik, Tansania neben Spanien, Türki, Italien, Griechenland und als es sie noch gab: SU und DDR.

Nach den Beweggründen für ihr Engagement gefragt, sagt sie: „es geht uns einfach an“ und schrieb uns die folgenden Zeilen.

"Ich lese in Iris Radischs Biographie über Camus und finde meine jugendlichen Aufzeichnungen in der Gallimard-Ausgabe ‚Le Mythe de Sisyphe – Essai sur L’absurde‘ von 1942 wieder, die mit den aufgeschnittenen Blättern nach altem Papier und Paris um 1960 riecht, als ich es erwarb. Ein Blatt in Schülerhandschrift über Prometheus (BB) und Sisyphos (AC) mit dem finalen Satz: „Mensch muß handeln (ändern!) in Hinblick auf Volk, Geschichte“. Literatur prägt.

Der Widerspruch zwischen der Forderung „Gut zu sein (gegen andere und sich selbst) und wirtschaftlich“ (BB), und sich zugleich dem „universalen Irrsinn“ (AC) stellen zu müssen, mag eine der literarischen Triebfedern für alle Etappen meines Lebens sein. Darüber ist nicht viel mehr zu sagen, als dass ich in vielen ‚linken‘ Bewegungen ‚gelebt‘ habe,  ohne den Widerspruch – wie auch – zwischen ‚Gut sein‘ und ‚Handeln/Ändern müssen‘  lösen zu können. Wirtschaftlich ging es mir immer ausreichend gut, im Irrsinn zu leben erzwingt Kompromisse.

Noch immer bin ich überzeugt – und angesichts des wieder erstehenden Deutschen Geistes für Europa umso mehr - dass ich, wir, die immer noch gültige Aufgabe haben gut zu sein und handeln zu müssen. Wobei das Maß die Würde des Menschen ist, seine Freiheit zu leben und die Schönheit der Natur zu bewahren."

 

 

 

Blog von Viktoria Waltz - zionismus + raumplanung: between nile + eufrat? >>>
 

Das Palästina Portal präsentiert, online zu lesen, drei Bücher von Viktoria Waltz

100 Jahre zionistische Siedlungspolitik (52MB)
the fabrication of israel (5MB)

 

 

 

 

Vorträge

Viktoria Waltz Der Vortrag am 9. März 2011 in Basel [publicsolidarity]

 

Karlsruhe - israelischer Siedlungsbau - Viktoria Waltz

 

 

 

Bücher von Dr. Viktoria Waltz

Vorwort - Dr. Ludwig Watzal - Die Entstehungsgeschichte Israels hat weder etwas mit den biblischen Legenden vom „auserwählten Volk“ noch mit den Versprechen Gottes an Abraham zu tun; dies sind religiöse Legenden, wissenschaftlicher Rationalität nicht zugänglich und bloße Glaubenspostulate. Auch wurde Israel nicht gegründet, weil der deutsche eliminatorische Antisemitismus unter der Nazi-Barbarei ein kolossales Menschheitsverbrechen am europäischen Judentum begangen hat. Viel wichtiger war jedoch die Diplomatie der zionistischen Bewegung, die sich auf dem Ersten Zionistischen Kongress 1897 in Basel eine politische Organisationsform gegeben hat.

Wer das Buch der ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiterin am Institut für Raumplanung an der Universität Dortmund, Viktoria Waltz, liest, erlebt eine völlig andere Entstehungsgeschichte des Staates Israel. Ihrer zentralen These folgend, ist das „Projekt Israel“ einem schlichten Planungsprozess geschuldet, der bis heute noch nicht abgeschlossen ist. Er konzentriert sich auf das Land eines anderen Volkes, des palästinensischen, dessen Existenz im Begriff ist , völlig zerstört zu werden. Es geht um die Schaffung eines „reinen jüdischen Staates“, in dem kein Platz für die indigene Bevölkerung ist, weil sie als „fünfte Kolonne“ und als „existentielle Bedrohung“ wahrgenommen wird.

Das „Expropriationswerk“, wie es einst der Gründungsvater des Zionismus, Theodor Herzl, genannt hat, läuft nicht im Geheimen, sondern vor den Augen der Weltöffentlichkeit ab. Jeder sieht es, aber niemand protestiert dagegen, obgleich dieser Vorgang nichts mit Demokratie, Rechtsstaatlichkeit oder Völkerrecht zu tun hat. Der Westen, der immer wieder eine gemeinsame Wertebasis zwischen ihm und Israel betont, sollte einmal hinter die Kulissen dieser rhetorisch-politischen Luftblasen schauen. >>>

 

Viktoria Waltz

Monopoly ohne Grenzen.

Israel. Politische Raumplanung, Ethnozentrismus, Rassismus,


 

"Israel - Monopoly ohne Grenzen" - Dr. Ludwig Watzal - (...) Für die Expertin in Sachen Raumplanung geschieht nichts planlos. Dies trifft auch für das zionistische Kolonisierungsprojekt in Palästina zu. Dass die „Besiedelung“ der Westbank nicht planlos erfolgt ist, hat kein geringerer als der ehemalige israelische Ministerpräsident Ariel Sharon selber bestätigt. Keine Kolonie sei aus einer Laune heraus entstanden, sondern deren Lage sei von Beginn an minutiös geplant gewesen. Genau dies hat Waltz in ihrem Buch beschrieben, für das ich folgendes Vorwort im September 2011 verfasst habe: „Die Entstehungsgeschichte Israels hat weder etwas mit den biblischen Legenden vom „auserwählten Volk“ noch mit den Versprechen Gottes an Abraham zu tun; dies sind religiöse Legenden, wissenschaftlicher Rationalität nicht zugänglich und bloße Glaubenspostulate. Auch wurde Israel nicht gegründet, weil der deutsche eliminatorische Antisemitismus unter der Nazi-Barbarei ein kolossales Menschheitsverbrechen am europäischen Judentum begangen hat. Viel wichtiger war jedoch die Diplomatie der zionistischen Bewegung, die sich auf dem Ersten Zionistischen Kongress 1897 in Basel eine politische Organisationsform gegeben hat. >>>
 

Israel – ein Produkt der ideologischen Raumplanung - Arn Strohmeyer -  Viktoria Waltz schildert in ihrem neuen Buch „Monopoly“, wie die Zionisten ihr Kolonialprojekt durchsetzten - Arn Strohmeyer - Im Diskurs über Israel und seine Politik setzt sich immer mehr die realistische Sichtweise auf diesen Staat als zionistisches siedlerkolonialistisches Projekt durch. Der israelische Historiker Ilan Pappe benutzt diesen Begriff seit langem. Die deutsche Islamwissenschaftlerin Petra Wild hat ihn in ihrem Buch „Apartheid und ethnische Säuberung. Der zionistische Siedlerkolonialismus in Wort und Tat“ ausführlich mit wissenschaftlicher Akribie beschrieben. Sie definiert ihn folgendermaßen: „Der reine Siedlerkolonialismus, für den Israel ein Beispiel ist, strebt danach, die einheimische Bevölkerung durch eine eingewanderte Siedlerbevölkerung vollständig zu ersetzen. Die Grenzen werden stets weiter nach vorne verschoben und die einheimische Bevölkerung auf stets kleiner werdenden Flächen zusammengedrängt, um ihr Land und ihre Ressourcen für die Siedlerbevölkerung freizumachen. Charakteristisch für siedlerkolonialistische Gebilde sind neben territorialer Expansion ein ausgeprägter Rassismus in der Siedlerbevölkerung und die Behauptung, das Land sei menschenleer gewesen, als die Siedler kamen.“ >>>

 

 

DIE ERDE HABT IHR UNS GENOMMEN

100 Jahre Zionistische Siedlungspolitik in Palästina


Dr. Viktoria Waltz - Joachim Zschiesche - (Dortmund/Berlin 1985/1986)

 


Dieses Buch (24MB - pdf) ist  online und kostenlos abrufbar >>>

1 |  2 | 3  jeweils etwa 1,8 MB



Kommentar zu dieser online-Ausgabe
- Es ist längst alles gesagt! Die Nakbe beginnt mit 1897! Die Instrumente: Raumplanung, Staatlicher Terror, Krieg - Die vorliegende Untersuchung der zionistischen Kolonisierungspolitik in Palästina wurde bereits vor 25 Jahren beendet. Auf Grundlage des vorliegenden Materials war schon damals das heutige Drama sichtbar genug: Die Vorbereitung der zionistischen Usurpation Palästinas
die Enteignung und Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Land mehr als die UN je beschlossen
die Einkreisung der palästinensischen Städte und Dörfer durch israelische Koloniegürtel in West Bank (Gaza), Ost Jerusalem,
  die Bantustanisierung der West Bank (wie auch des Gaza Streifens) infolgedessen,
  die Abkoppelung Jerusalems von seinem palästinensischen Zusammenhang und ein intensives Programm der Judaisierung von den äußeren Kolonieringen bis hinein in das Zentrum der Altstadt.
Kaum 6% des einst palästinensischen Bodens gehören heute noch den Palästinensern in Israel; kaum 12% des ehemaligen Palästinas in Mandatsgröße steht den Palästinensern real noch zur Verfügung – Wasser, Luft und Boden kontrolliert Israel. Die Verhältnisse haben sich komplett umgekehrt – gegen internationales Recht und die Menschlichkeit. Die palästinensische Identität, ihr Alltagsleben, ihre Kultur werden in einem erbitterten und entbehrungsreichen Verteidigungskampf und nur mit großen Anstrengungen aufrecht erhalten. Die große Mehrheit des palästinensischen Volkes ist vertrieben, zu Flüchtlingen außerhalb und innerhalb ihres eigenen Landes verurteilt. Die Basis all dessen liegt in der zionistischen Ideologie begründet, die im Kern rassistisch und auf die Vertreibung der Nicht-Juden, also der Palästinenser hinauslaufen muss. Auch dies ist in der vorliegenden Untersuchung hinlänglich nachgewiesen worden.

Heute – wo der Friedensprozess zur allseits sichtbaren Farce geworden ist – wird auch die Rolle der Raum-Planung klar erkannt, die mit Bodenrecht, Planungsrecht, Siedlungsbau, Infrastrukturentwicklung und auch mit Denkmalschutz und Architektur nur ein Mittel zur Kolonisierung und Vertreibung ist. Vor allem das ist zentrales Thema der vorliegenden Arbeit gewesen und könnte längst Allgemeingut bei der Bewertung der Realität und der Auseinandersetzung um eine Friedenslösung geworden sein. Es gibt sie inzwischen, die mit diesem Thema befassten Kritiker, Analysten – aber auch Stagnation. Denn selbst die Erkenntnis dass der Zionismus die Wurzel des Übels ist, wird bei der Beurteilung des heutigen Dramas nicht herangezogen, sondern um mehr oder weniger Bauten, mehr oder weniger A,B oder C herumgeredet. Kritische israelische Zionisten wie z.B. Leibowitz halten die heutige Situation ihres Staates zwar für gefährlich, weil sich offenbar Demokratie und Ethnokratie unter dem Fakt einer äußerst brutalen Besatzungspolitik schlecht vereinbaren lässt – die Gründung des Staates Israel mit Mitteln derselben Gewalt wird aber in Kauf genommen. Es lohnt sich, mit dieser online Veröffentlichung noch einmal sich darüber Gewissheit zu holen, wie und dass das Anfangsscenario bereits den Kern des heutigen Dramas in Palästina beinhaltet. >>>

 

 

Die Erde habt Ihr uns genommen - revisited - Rezension von Dr. Ludwig Watzal - Dem Internet und der modernen Technik sei Dank. Wissenschaftliche Publikationen, die längst der Vergessenheit der Bibliotheken anheim gefallen sind, erwachen wieder zu neuem Leben. Ihre oft weitsichtigen Analysen und ihre politische Brisanz erscheinen in Retrospektive als geradezu revolutionär. „Die Erde habt Ihr uns genommen“, ist solche ein Fundstück. Der Titel des Buches stammt aus einer Erzählung des palästinensischen Dichters Mahmud Darwish. Viktoria Waltz und Joachim Zschiesche, zwei ehemalige Planer/In an der Universität Dortmund, haben aus dem Blickwinkel der Raumplanung eine Untersuchung über „100 Jahre zionistische Siedlungspolitik in Palästina“ vorgelegt.

So heißt es in einer Einleitung für die Online-Stellung des 1986 erschienen Buches, dass längst alles gesagt sei. Die Nakba – die Katastrophe - begann nicht erst 1948, sondern nach Ansicht der Autoren/in 1897, das heißt, mit dem ersten Zionistenkongress in Basel. Auf der Grundlage des vorliegenden Materials sei das heutige Drama vorhersehbar gewesen. >>>


 

 

 

 

THE FABRICATION OF ISRAEL

About the Usurpation and Destruction of Palestine through Zionist Spatial Planning

A Unique Planning Issue

Viktoria Waltz - Herausgeberin - Dortmund 2010 - Eigenverlag

 

Online und kostenlos zu lesen >>>

 

 

Zur Gliederung - Structure 

Die hier in loser Folge zur Veröffentlichung vorliegenden Texte geben einen detaillierten Einblick in die Vorgänge, die zum Konstrukt Israel geführt haben und lassen keinen Zweifel daran, dass es unter den bestehenden zionistischen Rahmenbedingungen um nichts geringeres als das Ganze geht, um ein jüdisches Israel ohne Palästinenser und mit keinem Impuls für zwei Staaten, die nebeneinander leben könnten und auch nicht um eine Integration Israels in den Nahen Osten, sondern um die Fortsetzung des aggressiven, zerstörerischen Kurses bis hin zu weiteren Kriegen.

Zur Ausgabe der englischen Fassung
Der vorliegende Sammelband ist das Ergebnis gemeinsamer Debatten und Forschungen über die Kolonisierungserfahrungen meiner Palästinensischen Planer Kollegen in der West Bank. Auch wenn alles bekannt zu sein scheint, auch wenn alles gesagt zu sein scheint haben wir uns entschlossen noch einmal den ganzen Zusammenhang der Usurpation Palästinas durch die Zionistische Bewegung seit Ihrem ersten Kongress in Basel 1897 zusammenzufassen und den Roten Faden der Zerstörung und Enteignung von damals bis heute, von der Mittelmeerküste bis zum Jordan, vom Litani bis zum Roten Meer für die Öffentlichkeit zu entwirren. Die verschiedenen Autoren zeigen die erschreckenden Ergebnisse physischer Gewalt, die sich hinter staatlichen Schreibtischen nur zu verbergen scheint, wo Illegales mit Illegalem verschmilzt und den Schein rechtmäßigen Handelns nur vortäuscht.

Der Band setzt sich in seinem Schwerpunkt mit der räumlichen Planung auseinander, mit ihren historischen und willkürlich neu geschaffenen Rahmenbedingungen, sowie den genannten und verborgenen Zielen und Absichten. Es geht um nationale Planung, regionale Entwicklungsstrategien und Programme, einzelne Projekte, um Wohnungspolitik und Verkehrsentwicklung und natürlich auch um die Verplanung der natürlichen und vor allem der Wasserressourcen – um Planungen seit 1897, nach 1948 und nach 1967 bis heute, in Israel, Gaza, der West Bank und auch um die aktuelle Planung in Städten wie Hebron, Jerusalem und Jaffa.
Nach einer kurzen Einführung in die heutigen sozio-politischen Verhältnisse wird die Planung der Eroberung Palästinas unter den Mandatsbedingungen vorgestellt bis zur gewaltsamen Etablierung des Staates Israel unter Missachtung der internationalen Beschlüsse und jeglicher Menschenrechte gegenüber der authochthonen palästinensischen Bevölkerungsmehrheit in dem Lande.

In einem zweiten Komplex geht es um die Planung in Israel selbst, um Ziele und Strategien und um die gewaltsamen Schaffung von geplanten Strukturen, die einerseits und bis heute der Vertreibung und Entrechtung der Palästinenser im Staat Israel dienen und andererseits die Umkehrung der Bevölkerungs- und der Eigentumsverhältnisse schufen und die räumliche Usurpation und Israelisierung oder genauer Judaisierung aller Verhältnisse zur Konsequenz hatten; denn der neu konstruierte Staat verstand und versteht sich als jüdischer Staat, als Staat aller Juden und nicht als Staat und Nation Israel. Im Detail wird dies am Beispiel der staatlichen israelischen Wohnungspolitik und der Schaffung von sogenannten „Abwesenden-Anwesenden“ oder der nicht anerkannten Orte erläutert, die vor allem die Konzentration der mehr als 100.000 Beduinen in nur für sie bestimmten Neu-Siedlungen betrifft.


Der dritte Komplex setzt sich mit den vielen Facetten räumlicher Planung, den Zielen, Strategien und Instrumenten zur Usurpation der 1967 besetzten palästinensischen Gebiete auseinander, mit dem Bau von Kolonien, unpassenderweise allgemein „Siedlungsbau“ genannt, den Verkehrsplanungen, den Wasser-ver-planungen und aktuell mit den Folgen des Mauerbaus, der 2003, immer unter den Bedingungen des sogenannten Friedensprozesses, begann und noch nicht beendet ist.


Ein vierter Komplex widmet sich drei großen Städten: Jaffa in Israel, der ‚Perle‘ unter den palästinensischen Küstenstädten, die schon unter dem Mandat und seit der Gründung Tel Aviv‘s den zionistischen Übernahmegelüsten ausgesetzt war und 1948 der ethnischen Säuberung unter Ben Gurion zum Opfer fiel - wobei das Schicksal Jaffa auch für Akka, Haifa und andere mehrheitlich palästinensische Orte in Israel genommen werden kann; Hebron im Süden der West Bank, Stadt Abrahams, in deren Zentrum die aggressivsten israelischen, jüdischen Siedler unter dem Schutz der israelischen Armee ihr Unwesen treiben, geschützt durch Kiryat Arba, eine der größten Kolonien, die ganz anders als die palästinensischen Städte mit viel Geld und expansionsfördernden Masterplänen ausgestattet ist; schließlich Jerusalem, das zur Zeit quasi ‚sturmreif‘ geschossen wird unter Vorgabe von ‚Denkmalschutz‘ und ‚Erneuerungsprogammen‘ und gleichzeitig fundamentalistischen Siedlergruppen zur Zerstörung der palästinensischen Geschichte und Identität preisgegeben wird. Jerusalem – die Hauptstadt – bereits umgeben von einem Ring von großen und einer Kette von kleinen Kolonien, das nun an der Reihe ist, um durch ein raffiniertes Zusammenspiel von staatlicher und städtischer Planung und von organisiertem Terror von Siedlergruppen israelisiert, judaisiert zu werden.


Ein letzter Komplex widmet sich den diversen internationalen Einmischungen in die räumliche Planung und Entwicklung, sei es verbrämt als Friedensvorschlag wie z.B. von der Gruppe RAND, sei es konkret mit Hilfe der Nachbarn Jordaniens oder Ägyptens unter Missbrauch von Planung zur Veränderung des Raumes und damit der Untergrabung der territorialen Integrität eines palästinensischen Staates.


Der Band umfasst 263 Seiten. Fast 100 Karten sowie Tabellen, Grafiken und Fotos illustrieren die dargelegten Tatbestände. Einige zentrale Dokumente wurden im Anhang hinzugefügt.
 

 

Eine deutsche Kurzfassung - online zu lesen >>>

 

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