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Karmelitenkloster Straubing - November 2006

Solidarität mit den Christen von 

 

Bethlehem leidet große Not oder "Morgen wird es schlimmer"

Unter dem Titel „Morgen wird es schlimmer“ hat die israelische Journalistin Amira Hass im Oktober 2006 ein Buch mit Alltagsgeschichten aus Israel und Palästina herausgegeben. Rückblickend auf die letzten fünf Jahre trifft sie diese Feststellung. Ich bin Mitte Oktober von einem drei-wöchigen Aufenthalt aus Bethlehem zurückgekehrt und kann diese Feststellung nur unterstreichen.

Ohnmacht, fast totale Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Zukunft prägen seit über sechs Jahren den Alltag der Menschen in Bethlehem und ganz Palästina.

In der  Geburtstadt Jesu  beträgt die Arbeitslosigkeit nach fast 5 Jahren der Abriegelung ca. 75%. Da fast keine Pilger und Touristen mehr die Stadt aufsuchen, geschweige denn dort Quartier nehmen, sind die meisten Geschäfte geschlossen. Für Bethlehem, das bis zum Jahr 2000 fast ausschließlich von den Pilgern und Touristen gelebt hat, bedeutet dies eine wirtschaftliche und menschliche Katastrophe. Die in guten Zeiten erwirtschafteten Ersparnisse sind längst aufgebraucht. Oft fehlt das tägliche Brot, Medikamente können sich viele nicht mehr leisten, da sie zu teuer sind. Familien können das Schulgeld für ihre Kinder an den christlichen Schulen und der Universität nicht mehr bezahlen.

Seit Februar dieses Jahres habe die beim Stadt und Behörden Angestellten kein Gehalt mehr bekommen.

Dazu kommen täglich neue Repressalien an Checkpoints, Landent-eignungen und Demütigungen durch die israelische Armee.

Der vor drei Jahren begonnene Bau der über 8 m hohen Betonmauer um die Stadt ist nahezu abgeschlossen. Ein Verlassen der Stadt ist kaum mehr möglich, es sei denn, man hat eine Erlaubnis der israelischen Regierung. Diese aber ist nur sehr schwer zu bekommen und letztlich keine Garantie. Bethlehem ist ein großes Gefängnis geworden - rundherum eingemauert, bzw. mit einem Elektrozaun mit modernster Sicherheitstechnik.

Mit jeder gescheiterten Friedensinitiative wird den Menschen ein Stück Hoffnung und ein weiteres Stück ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlage geraubt. Dabei ist von beiden nicht mehr viel da, was man ihnen nehmen kann.

Wenn die Menschen in Bethlehem ihre Situation beschreiben sollen, stecken sie in einem Dilemma. Für sie ist das Leben mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, Kontrollen und Arbeitslosigkeit zum Normalfall geworden. So dass es aus ihrer Sicht heißt: „Zukunft, Hoffnung, was ist das?“ Das Ausland einschließlich der Christen hat die Geburtsstadt Jesu aus dem Blick verloren und schenkt ihr bis auf wenige Ausnahmen kaum noch Aufmerksamkeit.

Zur Normalität gehört, dass der Kreis um Bethlehem immer enger gezogen wurde, so dass Menschen aus den Dörfern im Grossraum Bethlehem nur nach dem Passieren mehrerer Checkpoints der israelischen Armee zu lebenswichtigen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Schulen kommen. Das dauert Stunden. Z.B. wurden im September 2006 in Palästina 69 Babys an Checkpoints geboren, weil den Müttern die Weiterfahrt zum Krankenhaus verwehrt wurde.

Normal ist, dass viele Neugeborene Wochen nach ihrer Geburt weniger wiegen als zur Zeit ihrer Geburt. Schon im Sommer können viele Familien ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Normal ist, dass jetzt im Winter die Heizung kalt bleibt - Krankheiten werden chronisch. Viele können nur noch mit Sozialhilfe überleben, die als Spende aus dem Ausland kommt und von den caritativen Einrichtungen ausgezahlt wird. So werden allein im bekannten Caritas-Baby-Hospital  inzwischen monatlich über 1.000 Familien mit dem Nötigsten versorgt. Vieles gilt in Bethlehem als "normal", was objektiv betrachtet eine einzige Katastrophe ist.

Von dieser Not und Hoffnungslosigkeit betroffen sind besonders auch die Familien der Olivenholzschnitzer, fast ausnahmslos Christen. Die meisten haben trotz Null-Absatzmöglichkeiten weiter ihre Schnitzereien gefertigt in der wagen Hoffnung, dass sich vielleicht ein Pilger nach Bethlehem "verirrt" oder jemand ihre Krippen im Ausland verkauft; Immer höre ich die verzweifelte Frage: „Was sollen wir denn sonst tun?!“ Viele haben resigniert und aufgeben. Über 6000 Christen haben den Raum Bethlehem in den letzten sechs Jahren verlassen und sind zu ihren Verwandten in aller Welt ausge-wandert. Andere aber wollen auch ganz bewusst bleiben, weiter Zeugnis für ihren christlichen Glauben am Geburtsort Jesu geben. Sie nehmen die Frage Jesu ernst: "Wollt nicht auch ihr gehen?! - Viele Christen haben sich zum Bleiben entschieden – oder ringen noch mit der Entscheidung!

Um in dieser Resignation und Hoffnungslosigkeit wenigstens mehr als 40 christlichen Familien einen kleinen Hoffnungsschimmer zu geben, sind Sie eingeladen, Ihre Solidarität zu zeigen. Sie können helfen, aber nicht durch Spenden.

Unterstützen lassen wollen sich die Bethlehemer Schnitzer nur durch den Verkauf ihrer schönen Holzschnitzereien. Damit ist zum einen ihre Arbeit gewürdigt und und ihnen ein Stück Selbstwert gegebent, zum anderen das Überleben für einige Zeit gesichert.

Diese Schnitzereien aus Olivenholz werden werden Ihnen auch dieses Jahr wieder zum Verkauf angeboten Das Angebot umfaßt wertvolle, geschnitzte Krippen, Kleinkrippen, moderne Schnitzarbeiten von biblischen Motiven, Christbaumanhänger, Kreuze, usw. Da auf der politischen Ebene im Heiligen Land leider keine Änderung zu erwarten ist, verbleibt uns aber sehr wohl dieser Weg,  unseren Mitchristen zu helfen und ihnen unsere Solidarität zu zeigen.

Sie sind eingeladen, diese Familien zu unterstützen durch den Erwerb der Schnitzereien. Helfen Sie mit, dass christliche Familien nicht in ihrer Hoffnungslosigkeit Bethlehem verlassen, sondern auch weiterhin am Geburtsort Jesu Zeugnis geben von der Friedensbotschaft des Erlösers.

Wenn Sie den Bethlehemer Schnitzerfamilien helfen möchten, bekommen Sie Infos bei den folgenden Adressen. Pfarrgemeinden oder Gruppen, die in der Adventszeit oder während des Jahres einen eigenen Verkauf (in Kommission) organisieren und dadurch Hilfe und Hoffnung schenken möchten, können sich melden bei P. Rainer unter Tel. 09421-843713, Fax 09421-843735, Email: Karmel.Straubing@t-online.de

 

Weiterführende Links:

Krippen und Schnitzereien aus Palästina

Palästinensische Buchkunst

Scherbenengel

Oasis-Behindertenwerkstätte Bethlehem"

Bilder von unterschiedlichen Krippen

Produkte aus Palästina | Bethlehem

 

 

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