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Krieg oder Frieden


 


 
 

 

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ich schreibe dir israel

ich lebe in einem land
in dem ich mich immer noch frage
wie konnte geschehen
was den Juden und anderen geschah
deinen schmerz trug  ich
trug seitdem ich 3 jahre
verhungernde kriegsgefangen wurden an unserem haus vorbei
zur arbeit getrieben
verlumpt bettelten sie um essen
und wir hatten selber keins
tausende starben

dann, ich weiß es noch
ganzseitige bilder von massengräbern im stern
leichenberge
mir scheint, es sind nur noch wenige
die sagen
NIE WIEDER - NIEMAND - NIRGENDWO

färbte sich damals der boden rot von deinem blut
so bluten jetzt die palästineser
habt ihr vone eurem peinigern
nur grausammes tötetn gelernt

überall auf dem boden sieht man blutrote pflecken
nicht an euch ihr seie ja ausgebildet und tötet vom weien
es riecht nach staub
tränengas
jauche die ihr versprüht
zerstörter architektur
zerstörte, tote herzen
die lebensstruktur
eines volkes zerstörren eure bomben, raketen, dronen, flugzeuge und deine panzer
in aller welt seit ihr geschätzt
moderne waffenentwicklungen
in der praxis erfolgreich geübt.
statistiken können geliefert werden.

wie schafft man es,
dass aus dem geschäft mit waffen
ein geschäft mit frieden wird?
dann würden die konzerne sich überbieten
stellt euch vor
"unsere werte" - "der schutz der kinder" - menschenrechte
wären nicht länger worthülsen mehr

erinnerst du dich nicht an das gefühl
opfer zu sein
wehrlos ausgeliefert dem
der die übergroße macht besitzt
gedemütigt, zerstört
ehrlos, rechtlos
getötet
wo bleibt die erinnerung
an das was dir geschah

wenn ihr das "auserwählte volk" sein wollt
dann verhaltet euch auch so
anwenden....

wo soll ich noch hin
mit meiner hoffnung
wen ich euer handeln betrachte

ich dachte, nach dem was damals geschah
wir würden in zukunft alle anders sein
so etwas würde nie wieder geschehen
wer wenn nicht du
sollte anders sein

warum willst du wie mein eltern sein?
(sie waren nie so)

wenn du mir nun meine hoffnung nimmst
geb ich dir meine erinnerung zurück
dann will ich sie nicht mehr
dann mach du was du willst
es ist nicht mehr meine sache
und trag du deine schuld

ich bin bei den opfern

ich trag meine  schuld
in zukunft für mich allein
die welt ist dir nichts mehr schuldig
mahn  nichts  mehr ein

auch all das werden wir nicht vergessen

Mi 2002 - 2018

 

 

 

 

wie viel tote afghanen
 ist ein mensch
 der im  world trade center  gestorben
 mehr wert?

 ab wie viele tote menschen
 in afghanistan
verlieren die amerikaner
die rechtfertigung
 für diesen krieg?


ab wie viele toten
ertrinkt die fahne der freiheit  in blut
wann nimmt da endlich zuende

2.11.2001

 


 

schöne  warme sommerabende
wenn ich in die stadt gehe
fühlte ich mich
auf der kugel erde zu hause
nationalitäten verlieren sich ineinander
miteinander

ich bog dann um eine ecke
ein man kam mir entgegen
er sagte 'entschuldigung ich bin nur ein deutscher'
ich blickte ihn an sagte:
"ich auch, wenn ich sie sehe, leider".

 

08.10.2000

 

 

 

macht aus den opfern
keine helden

nur
weil sie jetzt wieder täter sind

nehmt ihnen die waffen
schützt sie vor uns
sich selber

kranke kinder
die kein mitleid mehr verdienen
wenn sie so leiden lassen

schatten der schatten
vom mensch sein
verzerrte fratzen
täglich von uns übersehen
sie waren immer schon da
immer wieder brennen neue feier

wenn unsere größten werte
nurr aktien
ein noch schöneres auto
ein noch vollerer bauch
gefüllt aus regalen in denen
hunderte von unterschiedlichen süßigkeiten
einen hunger
meine sehnsucht
 nicht stillen können

'geld kann man nicht essen'

warum malen wir immer nur
die welt schwarz weiß an
sie kann so bunt
und farbig sein

08.10.00 - 03

 

 

 

vietnam  -  iran  -  kossowo  -  die afrikanische länder  -  palästina - israel - amerika - usw...
usw..?

 die hungernden kinder im irak
die palästinensische mutter
 deren 12 jähriges kind die idf erschoss

das kind trug ein gewehr aus holz

der iraker dessen bruder im libanon
durch dem beschuss der israelis verwundet wurde
er wollte dort nur arbeiten

das israelische kind das seinen vater verlor weil einer sich selber töten wollte
mit ihm starben die kinder die er nie haben würde*

wie werden sie antworten
mit der fahne der unterdrückung in der hand?
wie viele müssen noch sterben
warum???

nicht die israeli, palistenänser, kurden, serben
christen oder moslems tötet man

menschen,
frauen,

 kinder,
babys
väter

ich weine mit denen
die immer verlieren

egal wer der sieger ist
die verlierer sind wir

 

12.09.01 - erhard arendt

 

 

 

 

 

Vergangenheit?

 

der spiegel online meldet am 29.11.01

....Hilfsmittelladungen wurde am Dienstag von einem US-Militärflugzeug in Form eines Containers,
 an dem sich ein Fallschirm entfaltet, abgeworfen und trafen ein Haus, in dem zwei Menschen lebten,
 teilte das amerikanische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.
Die Ladung habe Weizen, Decken und Ausrüstung für den Winter enthalten.
Die Hilfsmittel seien etwa 193 Kilometer nordöstlich von Masar-i-Scharif
nahe der afghanischen Grenze zu Usbekistan abgeworfen worden - ende zitat

das warf  sie um,

 die briefe, die die soldaten heutzutage schreiben, sehen zwar anders aus
generalitäten können sich mit ihrer moralischen entwicklung
nur der wahrheit und wirklichkeit verschließen.
davon spricht man nicht.......

heute 25.10.2001 schreibt sicher kein amerikaner solche briefe, das hat sich wahrscheinlich schon geändert?

 

 

 

 

die folgenden Gedichte hatten Ihre Bedeutung und Kraft sicher in der Zeit in der sie geschrieben wurden.
Teilweise als direkte Reaktion auf geschehenes.

Jetzt sagen sie, irgendwie, wiederholt sich vieles, leider...
Sie sagen.................... trotzdem........... auf der richtigen Seite stehen........ nein sagen können.
Nicht Mensch sein sondern es zu werden.
Immer deutlicher sagen:
"Das wollen wir nicht "
 

 

 

Briefe aus Vietnam 
(Auszüge aus dem „Spiegel“)
1974 entnahm ich den medien folgend verwendete texte.
soldaten schrieben an ihre angehörigen.

 

 

Zitat eines amerikanischen soldaten
„viele unserer freunde waren tot - ich konnte die vietnams nicht mehr ausstehen“

 

 

Brief an die Mutter

 "liebe mutter,
in der gegend
von quang try
warfen wir kisten
mit eisernen rationen
auf die alten frauen
auf der straße
(das warf sie um)
falls man uns gefragt hatte
wir verteilen lebensmittel"

 

 

 

großer bruder

mit kleinen blauen Tabletten
erhitzt man die eisernen rationen
sie sehen wie süßigkeiten aus
angezündet werden sie furchtbar heiß
wir warfen sie den kindern vor
1972

 

 

 

gelbe streubomben
fallen neben gelbe nahrungspackungen
auf verminten boden
ein fähnchen sagt:
nahrung von
good amerika
für einen tag

man denkt
an sie

die restlichen tage

bis
sie verhungern
erfrier
en
explodier
en
oder erschossen werden

 

 

 

gürtel
an dem draht
um den brüsten der frau

es tat schon sehr weh
als sie die drähte
an die pole
einer autobaterie anschlossen

1975

 

 

 

bambussplitter = dong

bambussplitter
wir binden ihn fest
erhitzen einen dong
drücken ihn dann
in seine fingerspitzen

1975

 

 

hubschrauber

wir nahmen
fünf mann
in einem hubschrauber mit
wir begannen einen zu verhören
der wollte nicht
wir warfen ihn und drei andere
aus dem hubschrauber
der fünfte redete dann

 

 

 

olympischen spiele in münchen 1972

zwei tote oder einer
gewalt
macht aus friedlichen schönen kämpfen
das was sie immer waren
politik mit wort sport spiel
 

betroffen sieht man
die kämpfe der sportler
der hintergrund wird vordergrund
irgendwie wird etwas bewußt
sport ist spiel
mord ist für sie ein spiel

brot und spiele für das volk
nicht sehen
nicht hören
nicht fühlen

überall brennt das olympische feuer

man muß nur sehen

man muß nur fühlen

man muß nur hören

 6.   9. 1972

 

 

 

GOLFKRIEG

 

DIES IST NICHT MEIN KRIEG
ES IST EUER COMPUTERSPIEL
ICH WERDE ES NICHT SPIELEN
 

ICH SEHE
DAS BLUT
IN DEM IHR STEHT
MIT DEM IHR SPIEL
T
 ICH HÖRE DIE STIMMEN
DIE LACHEN
SCHREIEN
WIMMERN
VERSTUMMEN

tot

 

ICH WEINE MIT DENEN
DIE  IMMER VERLIEREN
 EGAL
WER DER SIEGER IS
T
DAS SIND WIR

(GOLFKRIEG 1991)

 

 

 

 

 

ICH SEHE
DAS BLUT
IN DEM IHR STEHT
die waffen mit denen ihr gerne spielt
 ICH HÖRE DIE STIMMEN
das lach
ten
von ihren liebsten sprachen
was sie alles noch machen und sein wollten
wie schön es ist ein kind zu haben
wie wertvoll so ein leben ist

dann
schreien
wimmern
immer wieder schüsse
verstummen
tot

 

ICH WEINE MIT DENEN
DIE  IMMER VERLIEREN
 EGAL
WER DER SIEGER IST
WIR

 

 

 


nicht die machthaber
die einen krieg befehlen
tötet man

sondern das wofür wir stehen wollten
wir verlieren unsere menschlichkeit

ihr tötet menschen
frauen, kinder, väter

mitmenschen auf diesem planeten
die euch, wäre frieden
freundlich begegnen

ihr tötet
unsere brüder, schwestern, kinder
ihre hoffnungen, träume und sehnsucht

ich weine mit denen
die immer verlieren
egal wer der sieger ist
DIE VERLIERER SIND WIR

schickt die machthaber in eine arena
sie sollen es unter sich ausmachen
solange bis es einen frieden gibt.

 

 

 




die welt erstickt an denen
die leiden lassen
erstickt an ihrer gier
spei sie aus welt

das vergossene blut
überflutet schon zu lange die erde
das fassungsvermögen der erde
ist erschöpft
unserer herzen wollen nicht mehr

die luft ist vergiftet von eurem hass
und eure gier lähmt unsere schritte

wie könnten so groß werden
und können dabei nur so klein bleiben

wir sind schatten der schatten
vom dem was der mensch sein könnte
von dem was wir scheinbar nicht sein können
und uns doch so sehr alle wünschen

so will ich nicht sein sein
wir sind es immer wieder

sie waren immer schon da
wachsen immer wieder auf
verdrängen was sein könnte
mit ihrem hass
sie gehören nicht zu uns
schicken wir sie zu ihresgleichen


buchstabieren können wir die worte
frieden
nächstenliebe
menschenliebe
werte
schon lange

lange schon stehen sie
(kleinedruckt)
im tagebuch des alltags
 werden überlesen
wann werden wir sie leben?
last sie uns leben....

übermal nicht länger die farben mit schwarz + weiß
lösch nicht länger  die zwischentöne
in den übergängen ist für platz für uns alle

nicht "entweder - oder"
sondern "sowohl - als - auch"

erhard arendt - August 2013

 

 

 

 

 

aus den opfern werden  keine helden
wenn sie rache schwörend
wieder täter sind

schützt sie vor uns
sich selber

die welt erstickt an  denen
die leiden lassen

 wie konnten sie so groß werden
und dabei so klein bleiben

schatten der schatten
vom dem was der  mensch sein könnte
von dem was wir scheinbar nicht sein können

so wollen wir nicht sein
und sind es immer wieder
währen doch lieber nur das licht


sie waren immer schon da
wachsen immer wieder auf
verdrängen
was sein könnte mit hass
zerstören es
überschütten es mit blut


buchstabieren können wir die worte
lange schon stehen sie im tagebuch des alltags
wann werden wir sie leben

mal nicht länger die farben schwarz weiß an
in den übergängen
ist für platz für alle

nicht
"entweder-oder"
sondern
 sowohl-als-auch"
 

 


 

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