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Krieg oder Frieden


 


 
 

 

die flashseite krieg und frieden

 

 

 

ich schreibe dir israel

ich lebe in einem land
in dem ich mich immer noch frage
wie konnte geschehen
was deinem volk geschah
deinen schmerz trug  ich
teile ihn  mit dir

doch nun ist deine wut blutrot
es riecht nach staub
zerstörter architektur
die lebensstruktur
eines volkes zerreißen deine panzer

warum verlässt dich
das gefühl
opfer zu sein
wehrlos ausgeliefert dem
der die übergroße macht besitzt
gedemütigt, zerstört
ehrlos, rechtlos
wo bleibt die erinnerung
an das was dir geschah

wo soll ich hin
mit meiner hoffnung
wir würden nun alle anders sein
so etwas würde nie wieder geschehen
du hast sie zertreten
überrollt mit deinen panzern

wer wenn nicht du
sollte anders sein

warum willst du wie mein eltern sein?
(sie waren nie so)

wenn du mir nun meine hoffnung nimmst
geb ich dir meine erinnerung zurück
dann will ich sie nicht mehr
dann mach du was du willst
es ist nicht mehr meine sache
und trag du deine schuld


ich trag meine  schuld
in zukunft für mich allein
die welt ist dir nichts mehr schuldig
mahn  nichts  mehr ein


ich habe nicht vergessen

Mi 23.01.2002 - 03.02

 

 5 gedichte zum thema in flash

 

 

 

wie viel tote afghanen
 ist ein mensch
 der im  world trade center  gestorben
 mehr wert.
 ab wie viele tote menschen
 in afghanistan
verlieren die amerikaner
die rechtfertigung
 für diesen krieg?

ab wieviele toten
ertrinkt die fahne der freiheit
in blut

2.11.2001

 


 

schöne  warme sommerabende
wenn ich in die stadt gehe
fühlte ich mich
auf der kugel erde zu hause
nationalitäten verlieren sich ineinander
miteinander

ich bog dann um eine ecke
ein man kam mir entgegen
er sagte 'entschuldigung ich bin nur ein deutscher'
ich blickte ihn an sagte:
"ich auch, wenn ich sie sehe leider".

 

08.10.2000

 

 

 

macht aus den opfern
keine helden

nur
weil sie jetzt wieder täter sind

nehmt ihnen die waffen
schützt sie vor uns
sich selber

arme kranke kinder
die kein mitleid verdienen
wenn sie in ihrem leid
leiden lassen

schatten der schatten
vom mensch sein
verzerrte fratzen
täglich von uns übersehen
sie waren immer schon da

wenn unsere größten werte
nicht mehr aktien
ein noch schöneres auto
ein noch vollerer bauch
gefüllt aus regalen in denen
hunderte von unterschiedlichen süßigkeiten
einen hunger nicht stillen können

'geld kann man nicht essen'

haben wir den mut
diesen kindern früh genug
ins auge zu sehn
nein zu sagen

ihnen türen öffnen
zu sich selber

warum malen wir immer nur
die welt schwarz weiß an

sie kann so bunt
und farbig sein

08.10.00 - 03

 

 

 

vietnam  -  iran  -  kossowo  -  die afrikanische länder  -  palästina - israel - amerika - usw...
usw..?

 die hungernden kinder im irak
die palästinensische mutter deren 12 jähriges kind und mann von israelis erschossen
das kind trug ein gewehr aus holz
dem iraker dessen bruder im libanon unter dem beschuss der israelis verwundet
er wollte dort nur arbeiten
das israelische kind das seinen vater verlor weil einer sich selber töten wollte
mit ihm starben die kinder die er nie haben würde
amerikaner stumm voller entsetzen, türme stürzen ein, der turmbau zu babel?
neue dimensionen der gewalt?
fast wie von actionfilmer vorgedacht
 kommen nun neue tricks der computerindustrie?
wie steigert sich das?

wie werden sie antworten
mit der fahne der freiheit in der hand?
wie wird man antworten
wann
wie viele müssen noch sterben
warum???

nicht die israeli, palistenänser, kurden, serben
christen oder moslems tötet man


menschen
frauen, kinder, väter


weinen wir   um sie
gewalt ist immer der falsche weg

 

ich weine mit denen
die immer verlieren

egal wer der sieger ist
die verlierer sind wir

 

12.09.01 - erhard arendt

 

 

Vergangenheit?

 

der spiegel online meldet am 29.11.01

....Hilfsmittelladungen wurde am Dienstag von einem US-Militärflugzeug in Form eines Containers, an dem sich ein Fallschirm entfaltet, abgeworfen und trafen ein Haus, in dem zwei Menschen lebten, teilte das amerikanische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit.
Die Ladung habe Weizen, Decken und Ausrüstung für den Winter enthalten. Die Hilfsmittel seien etwa 193 Kilometer nordöstlich von Masar-i-Scharif nahe der afghanischen Grenze zu Usbekistan abgeworfen worden - ende zitat

das warf  sie um, wie vor vielen jahren
 die briefe, die die soldaten heutzutage schreiben, sehen zwar anders aus
doch generalitäten können sich mit ihrer moralischen entwicklung
immer noch geistig verspäten

heute 25.10.2001 schreibt sicher kein amerikaner solche briefe, das hat sich wahrscheinlich schon geändert?

 

 

 

die folgenden Gedichte hatten Ihre Bedeutung und Kraft sicher in der Zeit in der sie geschrieben wurden.
Teilweise als direkte Reaktion auf geschehenes.

Jetzt sagen sie, irgendwie, wiederholt sich vieles, leider...
Sie sagen.................... trotzdem........... auf der richtigen Seite stehen........ nein sagen können.
Nicht Mensch sein sondern es zu werden.
Immer deutlicher sagen:
"Das wollen wir nicht ........."
 

Briefe aus Vietnam  (Auszüge aus dem „Spiegel“)
1974 entnahm ich den medien folgend verwendete texte. soldaten schrieben an ihre angehörigen.

 

 

 

Zitat eines amerikanischen soldaten
„viele unserer freunde waren tot - ich konnte die vietnams nicht mehr ausstehen“

 

 

 

Briefe an die Mutter

 

 "liebe mutter,
in der gegend
von quang try
warfen wir kisten
mit eisernen rationen
auf die alten frauen
auf der straße
(das warf sie um)
falls man uns gefragt hatte
wir verteilen lebensmittel"

 

 

 

großer bruder

mit kleinen blauen Tabletten
erhitzt man die eisernen rationen
sie sehen wie süßigkeiten aus
angezündet werden sie furchtbar heiß
wir warfen sie den kindern vor


1972

 

 

 

gelbe streubomben
fallen neben gelbe nahrungspackungen
auf verminten boden
ein fähnchen sagt:
nahrung von
good amerika
für einen tag
man denkt daran
die restlichen tage
bis das man verhungert
erfriert
explodiert

 

 

gürtel
an dem draht
um den brüsten der frau

es tat schon sehr weh
als sie die drähte
an die pole
einer autobaterie anschlossen

1975

 

 

 

bambussplitter = dong

bambussplitter
wir binden ihn fest
erhitzen einen dong
drücken ihn dann
in seine fingerspitzen

1975

 

 

hubschrauber

 

wir nahmen
fünf mann
in einem hubschrauber mit
wir begannen einen zu verhören
der wollte nicht
wir warfen ihn und drei andere
aus dem hubschrauber
der fünfte redete dann

 

 

 

olympischen spiele in münchen 1972

zwei tote oder einer
gewalt
macht aus friedlichen schönen kämpfen
das was sie immer waren
politik mit wort sport und spiel
 

betroffen sieht man
die kämpfe der sportler
der hintergrund wird vordergrund
irgendwie wird etwas bewußt
sport ist spiel

brot und spiele für das volk
nicht sehen
nicht hören
nicht fühlen

überall brennt das olympische feuer

man muß nur sehen

man muß nur fühlen

man muß nur hören

 6.   9. 1972

 

 

 

GOLFKRIEG

 

DIES IST NICHT MEIN KRIEG
ES IST EUER COMPUTERSPIEL
ICH WERDE ES NICHT SPIELEN
 

ICH SEHE
DAS BLUT
IN DEM IHR STEHT
MIT DEM IHR SPIEL
 ICH HÖRE DIE STIMMEN
DIE LACHEN
SCHREIEN
VERSTUMMEN
tot

 

ICH WEINE MIT DENEN
DIE  IMMER VERLIEREN
 EGAL
WER DER SIEGER IST

DAS SIND WIR

(GOLFKRIEG 1991)

 

 

 

KOSOWO

 

ICH KANN NUR STUMM SEIN

 

ICH WEINE MIT DENEN

DIE  IMMER VERLIEREN

 EGAL

WER DER SIEGER IST

 

DIE DIE NICHT HERSCHEN

UND HERSCHEN WOLLEN

:::::::::::::::::::::::::::::::

GOLFKRIEG 1991

JUGOSLAWIEN 1993

UND TAUSENDE KRIEGE MEHR

 

 

 

ICH SEHE
DAS BLUT
IN DEM IHR STEHT
die waffen mit denen ihr gerne spielt
 ICH HÖRE DIE STIMMEN
das lachen
schreien
verstummen
tot

 

ICH WEINE MIT DENEN
DIE  IMMER VERLIEREN
 EGAL
WER DER SIEGER IST

WIR

 

 

vietnam - iran - kossowo - palästina – irak – afghanistan - libyen -
usw... usw..?

die hungernden kinder im irak
die palästinensische mutter deren 12 jähriges kind und mann von israelis erschossen
(das kind trug ein gewehr aus holz)
dem iraker dessen bruder im libanon unter dem beschuss der israelis verwundet
(er wollte dort nur arbeiten)
das israelische kind das seinen vater verlor weil einer sich selber töten wollte
(mit ihm starben die kinder die er nie haben würde)

amerikaner stumm voller entsetzen, türme stürzen ein, der turmbau zu babel?
neue dimensionen der gewalt?
fast wie von actionfilmern vorgedacht
kommen nun neue tricks der computerindustrie?
wer setzt sie um in die grausame wirklichkeit

wie werden sie jetzt antworten?
wieder mit der fahne der freiheit in der hand
zerschlagen sie das wofür sie vorgeben zu kämpfen
wie viele müssen noch sterben
warum???

nicht die machthaber tötet man
sondern das wofür wir stehen wollten
wir (der westen) "gewinnt" kriege
wir verlieren unsere menschlichkeit

ihr tötet menschen
frauen, kinder, väter
mitmenschen auf diesem planeten
die euch freundlich begegneten
unsere brüder, schwestern
ihre hoffnungen, träume und sehnsucht

ich weine mit denen
die immer verlieren
egal wer der sieger ist


DIE VERLIERER SIND WIR

 

 



wann sind die tage, wochen , jahre des blutes vergangenheit?

die welt erstickt an denen
die leiden lassen
erstickt an ihrer gier
spei sie aus

das vergossene blut überflutet schon lange
das fassungsvermögen der erde
unserer herzen
die luft ist vergiftet von eurem hass
eure gier lähmt die schritte


wie konnten wir so groß werden
und dabei so klein bleiben

schatten der schatten
vom dem was der mensch sein könnte
von dem was wir scheinbar nicht sein können
und uns doch alle wünschen

so will ich nicht sein sein
wir sind es immer wieder
währen doch lieber nur das licht
so will ich nicht leben

sie waren immer schon da
wachsen immer wieder auf
verdrängen was sein könnte
mit ihrem hass


buchstabieren können wir die worte frieden + nächstenliebe
schon lange
lange schon stehen sie (kleinedruckt)
im tagebuch des alltags und werden überlesen
wann werden wir sie leben?



übermal nicht länger die farben mit schwarz + weiß
lösch nicht die zwischentöne
in den übergängen ist für platz für uns alle

nicht "entweder-oder"
sondern "sowohl-als-auch"

erhard arendt - August 2013

 

 

 

 

 

aus den opfern werden  keine helden
wenn sie rache schwörend
wieder täter sind

schützt sie vor uns
sich selber

die welt erstickt an  denen
die leiden lassen

 wie konnten sie so groß werden
und dabei so klein bleiben

schatten der schatten
vom dem was der  mensch sein könnte
von dem was wir scheinbar nicht sein können

so wollen wir nicht sein
und sind es immer wieder
währen doch lieber nur das licht


sie waren immer schon da
wachsen immer wieder auf
verdrängen
was sein könnte mit hass
zerstören es
überschütten es mit blut


buchstabieren können wir die worte
lange schon stehen sie im tagebuch des alltags
wann werden wir sie leben

mal nicht länger die farben schwarz weiß an
in den übergängen
ist für platz für alle

nicht
"entweder-oder"
sondern
 sowohl-als-auch"
 

 


 

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