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hoffnung und erinnerung

3
 

susanne

erhard

 

Di 01.01.2002 19:09


erinnerungen
gut
man könnte sich daran festhalten
eine wehmut
eine genehmigte tristesse
gut

gut

nein

NEIN

ich stoße sie fort
sie ist lediglich trampolin
ein vertrautes
wohl dosiertes reservoir
erinnerungen sind zündstoffe
eine abschussrampe
kleines naives tal
dieser berg zukunft

IST ES

dieser berg zukunft
ein schmaler gang
töne
bilder
gesichter
worte gesten
der tägliche tod
neugier ist der mut
den die wahrheit braucht
ihre geheimnisse zu lüften

... dadme la muerte que me falta ...
... gib mir den tod den ich brauche ...
zitat rosario castellanos

wir haben die erinnerung kultiviert
ein einakter ohne publikum

 

..........................................................

afrika
sitzen warten
staubig stumm
ausgedörrt

 

........................................................

 

die erinnerung weiß um die hand
weiß um den weg
zur reisschale zukunft
die zukunft weiß um die erinnerung
die die nächste reisschale bringt
führt die hand zurück


So 30.12.2001 18:00

erinnerungen - 1

ein grosser topf voll
blub blub blub
sie steigen  auf
die guten ins kröpfchen

ein schlechter tag
du greifst daneben
die schlechten ins töpfchen
alpträume steigen
beherschen den tag

 

erinnerungen - 2

ein stamm
wächst in die tiefe
ich gleit an ihm herab
in die bekannten dimensionen
der vergangenheit
immer wieder neu
anders
mit neuen erinnerungen

 

erinnerungen - 3

papierfalter
immer wieder neue
anders gefaltet
und alle fliegen sie
in die gegenwart
ich male
meine hoffnungen darauf
manche stürzen dann ab
eigentlich die meisten
 

erinnerungen - 4

ein warme mantel wärmt die seele
singe ich weil ich fröhlich bin
oder tönt mein lied in die nacht
um die schatten zu vertreiben

 

erinnerungen - 5


 andere ist es sie zu vergessen
verdeckt verhüllt
angemalt oder versteckt
verkleidet
über den bergen
ist die sicht noch frei
ich erinnere mich immer an sie

erinnerungen - 6

meine erinnerungen
sind wie ein meer so tief
mit inseln traumhaft schön
warmen hände, keuchende körper
die sich berühren
mit  erinnerungen
da fliest das blut
da wag ich mich nicht mehr umzudrehen
ich könnte versteinern
es könnte das letzte sein
was geschieht
 

 

, 
9. Januar 2002 20:06
DIESE HOFFNUNG
ist stark
AUSBRUCH
##################
eine unfassbare
jäh umklammernde
gnadenlosigkeit
zwingt runter
auf die knie
noch tiefer
auf den boden
in den dreck
##################
menschen kleiden menschen
blicke formen
ein schema
ein gitter zuordnung
eine rüstung
VERFREMDUNG
ALLTAGSBLICKE
keine frage nach vorne
keine frage zurück
eine monotone dauerbeschäftigung
automatisiert
ein spinnennetz ohne worte
ein stempel
ein detail ohne recht
DIESE hoffnung ist STARK

SCHWERT  [ 20.12.1999 ]
manchmal
wenn dich durchgeschütteltes etwas
das leben brutal in den arm nimmt
wenn sich dein fühlen nur noch quälend
vorwärtsbewegt
jede bewegung in dir zu boden sinkt
wenn dein glaube seine wunder wieder einsammelt
und deine sinne nur noch die misstöne
all dieser scheintoten wahrnimmt
wenn deine sinne dies alles
mit dem schwert des ichs
niederstrecken möchte
MACH ES
zerteile mit einem hieb
die luftgemeinsamkeit
die bröckelnde falsch lächelnde
FAssADE

~~~~~AUSBRUCH IST HOFFNUNG~~~~~

 

Di 08.01.2002 20:56

betört die vergänglichkeit mit hoffnung
mir ist sie die grenze des ich's
die ich erleben könnte
darüber hinaus.....
heute noch
doch morgen ..........
glaub ich  mein ich zu erleben?

ich versuche es
 hoffnungen ohne wechsel
permanent online verbunden

erreichen der endlichkeit
des überlebens
andere tragen es weiter
vielleicht

wer war ich
kann ich bleiben
bin ich bei  mir

ein schatten nah oder fern
steh ich auf dem vertiko
oder lebe ich im tal der vergessenen

was werd ich mich hinterlassen
übersteht etwas die zeitfalle ?
ich kratze spuren in die zeit
an der vergänglichkeit vorbei

wie glücklich die
die  hoffnung haben
ich kleiner tropfen im großen meer
löse mich auf

meine wandmalereien an der spirale
werden überleben
eine kleine ewigkeit
dann verblassen
was war da noch?

ja
manchmal
berührt eine fingerspitze den himmel
er mich
manchmal sehen wir
wie sie berührt wurden
berührt es uns


tagmenschen
ohne erinnerung
eintagesfliegen

die universelle unendlichkeit
des menschen ist voller rätsel
des ich’s in der evolution

keine perspektive
wir werden nicht ewig überleben
und doch anders sein
heute, hier,
 manches morgen dort
mit und gegen gott
die anderen
noch mehr

 

 

 

 

Mo 14.01.2002 18:27

und
wieviel
könnten wir sein
mit dem wenigen
uns bekannten
in uns

die frage
horcht
das innen
antwortet
knüpft netze

klänge wecken
sehnsucht
ur-erinnerungen
ohne hoffnung auf erinnerung
 

erinnern wir uns
unser inneres ist eine ebene weltall
ein endloses meer ich - sein
wir tauchen tief
unser kern birgt erinnerungen
mit verschwindenden sinnen
ein pfeil ohne pfad

WO WOHNT DER WEIssE BUCHSTABE
DAS ERSTE WORT
ERINNERUNG?

es muss eine schmale tafel sein
mit kindgemüt geführt
eine weisse kreide ausgeliefertsein
ein körper
signierfläche
ein scheues erlebnis leben
ein fingerzeig [ gott ] in uns getönt
ein ritzen und beben
ein atemzug schmetterling
 

es muss eine harfe sein
es muss dieses horchen sein
wenn wir so sitzen wie jetzt
mit augen tränenlos
mit augen tränenlos

 

 

 

 

Sa 12.01.2002 22:34

eine neue reise in im land der hoffnung
leichtes gepäck

ein ausbruch bedarf der hoffnung
bedarf der einsicht
dort  sein zu wollen und nicht mehr hier
bedarf  der erwartung
eines spielers
 

ein ausbruch bedarf nicht der erinnerung
doch sie geht mit
du gehst und wirst letztlich wieder dort sein wo du warst

 

ein ausbruch bedarf  des mutes
gespeist aus hoffnung die die erinnerungen vergaßen
fassaden zu sehen und zu erkennen
trotzdem die räume betreten
hinter den vielen masken
die unser gesicht verhüllen
das wahre gesicht zu sehen
zu vermuten
zu vergessen

 

im tal der träume
weit verstreut
finden wir alles war war
ist
sein könnte
gewesen
die kippen des glücks

und wir bewegen uns traumlos im traum
schwerelos mit bleiernen füssen
ohne konsequenzen
vorbei
ohne etwas mitzunehmen
und doch alles zu tragen
in die hoffnung
der hoffnungslosigkeit hinnein
 

wie wenig von dem was wir sein könnten
sind wir geblieben?
 



 

Fr 18.01.2002 18:52

 

erinnerung
ist auch das heute
zeitversetzt
noch warm
für das morgen verplant
ist eine ware
eine ware in wort und bild
mit gierigen blicken auf papier gebannt

erinnerung ist auch blut
gerade erst geronnen
ein blutbild
ein tastendruck
qual gejagt ins all
millionenfach gespiegelt
fast ein alltagserlebnis
kultiviert
bunte planquadrate
focussiertes in schwarzweiss
erinnerung ist auch
ein-und ausgeatmete gewalt
intellektuelle nahrung
differenziert und kühl zerlegt
softig seelenvoll getöntes
in erwerbbares gehüllt

erinnerung ist auch gewalt
ist gewalt getan in der masse
in der masse behütet
vor dem muss der erinnerung
grauer feiger fluch
du bist gewaltig hässlich
wärst du in jedem von uns
es wäre ein elendiges verrecken
grauer feiger fluch
du bist das böse
as verseuchte
der puls seelenlos
in der masse mensch

grauer feiger fluch
ich strafe dich mit wissen
tagtäglich in mein sein gebrannt

############################

kriegskind [ dez. 2001 ]

wenn du schläfst
zieht naivität
eine leichte decke über haut
wenn du wachst
wachen musst
brechen schatten tief durch augen
du hast keine chance
auf einen löffel
kinderleben
manchmal fliegen schmetterlinge
aus deinem mund

 

############################

ich bin ein ich
ich vernichte dich
mit diesem wissen

 

 

Mi 23.01.2002 20:32

1

.......ein pfeil ohne pfad..........
der weg ist wichtig und nicht das ziel?

karawanen von menschen
bewegen sich erreichen es nie

wie die lemmige
folgen wir schlafwandelnd
den spuren der  evolution
bis ins bittere ende

 

2

klänge
urerinnerungen
ohne hoffnung in der erinnerung noch leben zu können
leben - sich auflösen in die zeit
 

3

was ist das nur
warum beginn ich mich zu schämen
darüber
das ich ein mensch bin

krone der schöpfung?
 

+  + +  +  +


ich  reise in ein  anderes land der erinnerung

ich schreibe dir israel


ich bin bereit unsere schuld weiter zu tragen
frage mich immer noch
wie konnten wir kollektiv so sein
konnte es geschehen
der holocaust

warum verlässt dich
der du so geschlagen wurdest
das gefühl dafür  opfer zu sein
wehrlos ausgeliefert dem
der die übergroße macht besitzt
gedemütigt, zerstört
ehrlos, rechtlos
wo bleibt die erinnerung

wo soll ich hin mit meiner hoffnung
wir würden nun anders sein
so würde es nie wieder sein


du bist
wie meine väter waren
wenn du mir meine hoffnung nimmst
geb ich dir meine erinnerung zurück
dann will ich sie nicht mehr
dann mach was du willst
und trag deine schuld
ich trag sie für mich allein
die welt ist dir nichts mehr schuldig
mahn  nichts  mehr ein

erinnere dich an das
was deinen familien geschehen
was du zu sein wolltest
wie andere sein sein sollten
wie du nun bist
 

 

Mittwoch, 30. Januar 2002 10:28
 

vor vielen jahren
ich lese paul celan

die "todesfuge"

quälend gebrochene finger
brennend nachhaltig
worte die mitten drin
schreiend am rande stehen

ich verstehe ihn nicht
ich verstehe sie nicht

herausgebrochene scherben
schritte schreie
gedichte
paul celan
war das der weg?
SO zerbrochen an erinnerungen
paul celan
ist es ein weg?
im nachfühlen
im leiden
tiefer zu denken
diesem denken
tiefer nach-zu-sinken?

ist es das kauern und verharren in nischen
in weiten schritten noch vorne
das horchen
stille-das abgewandte stehen
war es dein möglicher weg?

schritte
worte
töne-echolos
nach luft schnappende fische
ein gebrochenes genick zuversicht
freitod 1970

fehlte in der erinnerung
das ausschreiten können?
das weitergehen können?

ist die hoffnung hart?
muss die hoffnung hart sein?

muss die hoffnung die erinnerung zurechtweisen-zurückweisen-ausbalancieren?

gibt es da eine aufgabe
ein prinzip
hoffnung-erinnerungsmodell?

nah und weit fliegende fühl-denkmaterialien?

paul celan
ich traute mich nicht dich anzuschauen
deine klamme kalte hand
die mich in frage stellt
ohne eine frage zu stellen

paul celan
dieser weg blieb unbeschritten
erinnerung
hoffnung
luft zu atmen vermögen
in langsamen intervallen
die "todesfuge"
verarbeiten können



 

ohne hoffnung
gespeist aus der erinnerung
vernichtest du
zerstörst
ein hammer zerschlägt
vernichtet
auch die spuren der zerstörung


ein gärtner
bereitet das feld
gibt der vielfalt ihren neuen platz
 

......................

hoffnungen
erinnerungen
sind verbunden mit dem welken der blättern
verteilen sich stückweise
rückwärts

milliarden erinnerungen sind  meine
und keine kann ich halten fassen
es bleibt nicht mehr zurück
 

in deiner erinnerung
werde ich solange leben
wie du bei mir bist
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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