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hoffnung und erinnerung

1

 

hoffnungen
sind schweigsam
tropfen durch die zeit
fallen ins nichtsichtbare
finden keine worte
keine gesten

hoffnungen sind wünsche, die sich erinnern...

susanne

 

 

las dich tragen
von der wolke hoffnung
sie wird dich nicht täuschen
trägt ihre erfüllung in sich
wird  dünner
verliert sich
bleibt gross
 nur in der erinnerung


erhard

 

1
 

susanne

erhard

Montag 03.12.2001 13:31.

hoffnung und erinnerung bedingen sich gegenseitig
dazwischen liegt die prägung die entscheidung
ein fluch könnte allmählich das humane werden
unser spüren ist liebe
unser handeln ist tod
ein fluch könnte allmählich das gewissen werden
symbiose und kapsel

 

 

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ich denke gedanken
ich kleide sie vollständig aus
befreie sie von allen
fremdbekleidungen
ich bin jetzt ja und nein
erinnerung hoffnung
hoffnung erinnerung
herzzone aufruhr
am seelenrand wohnen hände
spielen laut klavier
die tasten sind fast golden
die töne eher blech
die hände hämmern sehnsucht
die hände hämmern stille
die hände hämmern
angst
angst
die hände hämmern
das wissen in mich hinein
ich steh an einem nichtort
in einer doppelscheibe glas
ich drücke mich fest zusammen
in einer doppelscheibe glas
meine hände hämmern stürme
hämmern trost aus mich heraus
ich stehe jetzt aussen
sehe mich genau
ich sehe mit fremden augen
in mich hinein

ich bin so viele wege
meine uhr läuft stets zurück
ich suche in fremden gesichtern
ich suche nach meinem ich
mein ich hat viele wege
kreuz und quer verstrebt
ich suche in fremden gesichtern
ich habe nur ein gesicht
mein gesicht ist eine falle
kein horizont hellt in ihr
ich kann mich nicht beatmen
ich suche mich stundenlang zurück
mein gesicht ist eine falle
mein lächeln ist nicht glück
meine ziele sind gebrochen
ich komme stets zurück

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Montag 02.11.01 3.00 Uhr

meine hoffnung
 bewegt sich durch einen berg
aus hoffnungslosigkeit
erinnerungen
ein freikarte für einen flug
in eine mögliche zukunft
wünsch ich in mir

stop

bilder  aus dem tal der träume
aus meinen selektierenden  erinnerungen
flimmern vorbei

stop

ich zeichne eine linie
mehr oder weniger nah
 führt sich mein leben
von der "realität" verschoben
irgendwo  endend
daran vorbei

überlebe ich den gang durch die wüste
in der die kippen des glücks
verbrannt auf der erde liegen

stop


meine hoffnung
dringt durch die zeit
überholt mich immer wieder
verwirbelt  mit der erinnerung
setzen sich  immer wieder
neue markierungen
an denen vorbei
ich
mich
bewege

sie  bewegt mich

ich versuche sie zu formen


die möglichen oder existierenden wirklichkeiten
 vermischen sich mit der erinnerung
der hoffnung
könnte es sein?

zwei träger die den faden halten
an dem mein leben sich bewegt
verrosten und immer dünner werdend

wie zerbrechlich kann ein leben sein

stop

die hoffnung
ein leuchtendes
 manchmal blasses neonicht vor mir
eine blume die wächst
oder stirbt
ein licht
auf dem weg in die kommende vergangenheit
es könnte sein
näher
oder  weiter entfernt
von dem, was?
von wem, warum?

stop

worte können so vieles tragen
und  nichts sein
gestern sah ich einen himmel
in dem war ein rot und ein blau
mit keiner farbe könnte ich ihn malen
und doch war er da
so  kann hoffnung sein

stop

hoffnungen
erscheinungen in einer wüste
beim näher kommen
sich auflösend
wie das dunkel in die nacht
und doch da
ein licht löst sich
nebel in der sonne
eine neue erscheinung ist da

stop

eine blume
inmitten der kippen des glücks
ein fleck
auf einem beschriebenem papier
ich kann  formen
mit meiner hand
in mir
ich bewege mich auf sie zu
an der zeitlinie entlang

(oft nur wie ein goldhamster
der im laufrad
seine wege geht)

 

Donnerstag 06.12.2001 12:33

 

hoffnung ist die weiche form
des wissens
gelegt in die harte form
der erinnerung

 

ist es dieses
aus der tiefe geholte in mir?
seele erstarrt
schuhe besohlt
dies laufen über dornen?
dies streben nach leben?
sperrige töne
getan?

ich verziehe mich aus dem
stempelleben der unsinnigkeit
scheherezade wahn
gedämpftes tagsein
nachtdrohen
wachsterben
nur im urloch wohnt
mein trieb eigenantwort
in mir stehen unbewohnte häuser
ganze säle voller fenster
wer hat sie gebaut?
wer hat den boden geebnet?
licht geschaltet?

ich schreibe fünf zeiten
öffne täler
wirrnisse sind ergebniss langer stille
sehnenlos bogenlos
der armwurf des lebens ist massgeblich an dir beteiligt
 

du fragst zornig
stille im raum
eine wolke aus stahl
gib mir diese worte
so gebe ich
worte
gib mir das gestern
so gebe ich
gestern
gib mir wahrheit
gepunktete augen
alabaster
weissbleiche
vergilbte schritte
lass mich
näher von dir ferne sein

 

 

Mittwoch 05.12.2001 12:30

die erinnerung
eine chemische substanz
in der richtigen dosierung
heilmittel
gibt  gesundheit und leben
falsch dosiert
egal von wem
zerstört es den körper
zerfrisst

 gedanken
sind wie der wind
wie wolken die vorüberziehen
ich kannt sie bewegen
sie mich

mit der kraft der hoffnung
verändert sich  die welt
in der wir uns bewegen
und wenn wir uns bewegen
bewegen sich andere mit
uns  vorbei

erinnerungen
an das was ich als kind gewesen
in sekunden
konnte die welt anders sein
sie war so
 wie ich sie wollte

...........................................

wir sind dort
wo wir sein wollen
dort
wo wir uns sehen
dort
wo wir verzagten
die hoffnung uns verließ
die erinnerung uns vergiftet
 

die wirklichkeit ist nicht undurchdringbar
hart wie stahl
man kann ihr  entrinnen

die kraft der träume
verändert unsere welt
löst die wirklichkeit auf
verwandelt sie in eine wolke
wirklichkeit wird
was laut genug geträumt
sag die worte

So 09.12.2001 21:31

 

erinnerung

ursprungsbelebung

erkenntniswut

verschleierte wege

stimmungsebene

seelenschicht

ich fange mich ein

ich lass mich frei

ich steh in mir herum

ich steh in mir herum?

das leben ist eine farce

das denken fühlen

erinnern ist eine farce

ein kleines stückchen gehirnmaterie

ein geheimnis zelle

erinnerungen

zerbröckeln

fallen auseinander

in uns fliegen

kleine huschende wesen

schmetterlinge vergessenheit

wer baut die erinnerung?

erinnerung

ein zeitvertreib?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sa 08.12.2001 00:30

wir tragen viele erinnerungen
sie bewegen sich mit uns
durch die zeit
bewegen sich
an uns vorbei

die  einmaligkeit
unseres seins

erinnerung an die vergangenheit
von generationen
ihre spuren in uns

erinnerungen die die evolution
in sich trägt
uns gegeben
die nie ganz die unsere war und ist
eigentlich  die erinnerung von etwas anderem

die erinnerung an dimensionen
in und um uns herum
die  unbekannt
erinnerung an das was noch nicht geschah
wir tragen alleine
teilen

erinnerung an ein warme hand
ein körper

stück für stück nehmen wir  die erinnerungen
in unser bewußtsein auf
verdrängen sie
formen sie
sie sammeln sich
so wie sie uns sein lassen
wir versinken in ihnen
wärmen uns
betten uns in sie
 

wie ein vogel
 der sich die körner aus dem futternapf pickt
die guten ins kröpfchen
die schlechten ins töpfchen
die guten zeigen
die schlechten verschweigen
bedienen wir uns
sind wir

iin sekunden wandern wir
an das andere ende der welt
tausende jahre zurück
und sind doch wieder eingeschlossen
verschlossen
allein
in der zeit
eine wand aus stahl
drei meter dick und mehr
im ich
rundherum

erinnerung
gegenwart
hoffnung
zeitlinien
mit einem bein
rutsche ich in die zeit

 

Do 13.12.2001 17:33

 

 

hoffnungsträger

erinnerungsmodell

mensch

das singspiel leben

in fasson gebracht

glockenklang

kinderstimme

verwehender schleier

milchig müde wehmut

wäre es bewusst, wäre es schmerz

ich bin jetzt nicht hier

meine haut liegt irgendwo

heute gehe ich ohne form

durch die räume dieser welt

 

eineschürzeeinehaarsträhneeinmüderblick

bohnerwachsaufstufenimherzenimhaar

angstumkreisteinkindseineinvielkindhaben

wüssteichimheutemehrwennichdiesesgesterngewussthätte?

eine schraube wissen dreht sich durch den kopf

in der erinnerung kind wohnt die hoffnung

ein immerwährendes bebendes

daniederliegendes

ausgeliefertes vertrauen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So 09.12.2001 22:04

 

erinnern
an den ersten schnee
an die erste berührung
an den tod der mutter
an das lächeln des kiindes
das nur lächeln konnte
ein teil von mir
fühlen leiden
vermissen
erinnern an das
dankbar an das was es gegeben

ich sehe blut vor meinen augen
es dringt aus den fernseher
tief in mein herz

es erinnert mich

wie viel blut lassen sie fließen
würden sie doch nur eine sekunde lang
wissen wer sie waren
sein wollten
was sie erhofften
erreichen wollten
sind
was sie sich wünschten wie der andere sei
und wären es ebenso
und sekundenschnell
ist alles wieder vergessen

da sprechen in israel
kinder von hass und tod
trauern um die kinder
brüder schwestern
die gestorben
wünschen sich wie palestinänser
freiheit
leben ohne angst
und schicken doch wieder nur den tod
denen die die gleich sehnsucht haben
mehr oder weniger versteckt
alle wollen wir doch nur das gleiche
in frieden mit uns und dem nachbar sein

sie könne gemeinsam sterben
gemeinsam leben können sie nicht

sind uns im tode nah


es gibt die unsichtbare netze
viele verbindend
unser leben halten
wir sind nicht allein
und sei es
in der verlorenen  hoffnung
der vergessenen erinnerung

erinnerung an die hoffnung
 

erinnerung
der süße geruch der blumen
die warme luft
ein weicher umhang für unsere seele
die klänge von weitem
durchdringen mein ohr
spielen mit meinen gefühlen
ein meer mit sanften wellen
orangrotes licht
der innere frieden
harmonie


die kürze des lebens verbietet dieses spiel.
wir geben uns soviel platz und zeit
dem sterben, töten
wegnehmen, beherschen
 

die erinnerung kann eine decke sein
die die hoffnung
erstickt
nie gelebt.

die erinnerung
ist tiefer
als der tiefste brunnen
 

 

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