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 Sabra und Schatila

16. - 18. September 1982

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 Sabra + Schatila - 16. - 18. 9. 1982

Wie viele Massaker noch?

 

Sabra und Chatila: Öffentlichkeitsarbeit zum Genozid
Eqbal Ahmad/La Haine.es  29.09.2015

 

10 Gründe, die eine politische Verantwortung der israelischen Regierung beweisen

 

1.                Menahem Begin und Ariel Sharon beschlossen – in Verletzung eines internationalen Abkommens mit Bürgschaft durch die USA – etwa um 11 Uhr nachts am Dienstag, den 14. September 1982 die Invasion von Westbeirut, d.h. wenige Minuten nach der Nachricht vom Tod von Bechir Gemayel (libanesischer Politiker, paramilitärischer Kommandant und gewählter Präsident). Er war ein hoher Befehlshaber der Libanesischen Falange Partei und Kommandant der Miliz Libanesische (Streit)Kräfte während der ersten Jahre des libanesischen Bürgerkrieges.Er wurde am 23.August 1982 zum Präsidenten gewählt, als sein Land im Bürgerkrieg und besetzt war.

2.                Vor Morgengrauen des Mittwoch, 15. September marschierte die Israelische Armee in Westbeirut ein. Die für diese Verletzung angegebene offizielle Begründung war die Sorge Israels wegen der Gefahren einer sich ausbreitenden bürgerlichen Gewalt. Die Generale Sharon und Eytan trafen aber Arrangements für den Angriff der Falangisten auf die Flüchtlingslager gleichzeitig mit ihrer Invasion in Westbeirut. 

3.                General Eytan flog am 14. September spät nachts nach Beirut. Dort traf er sich mit Amir Drori, Kommandant der Division für Westbeirut. Gemeinsam fuhren sie zu den Hauptquartieren der Falangisten, wo Eytan "den Kommandanten der Milizen die Generalmobilisierung aller ihrer Kräfte befahl...". Diese Chefs des israelischen Generalstabs informierten sie, dass sie in die Flüchtlingslager fahren sollten. Weder Amin Gemayel noch sein Vater Pierre, Gründer der Partei der Falange, wurden von den Befehlen Eytans informiert, und ebenso wenig von der darauf folgenden Bewegung der Milizen zu den Lagern. Scheinbar behielt General Sharon diese Information für das Treffen mit beiden am folgenden Tag zurück. 

4.                Vom Hauptquartier der Falangisten begab sich General Eytan zum vorgelagerten Befehlsstand, von dem aus man die Flüchtlingslager überblickt, und blieb dort vom frühen Morgen des Mittwoch, 14. September bis zum Morgen des Donnerstag, 16. September. Er traf sich dort im Befehlsstand zwischen 8 und 9 Uhr morgens am Donnerstag mit General Sharon; nach der Genehmigung der Vereinbarung mit den Falangisten telefonierte er von der Terrasse oberhalb der Flüchtlingslager mit Premierminister Menahem Begin. Er soll Begin gesagt haben: "Es gibt keinerlei Widerstand in Beirut, alle Operationen laufen gut". Anwesend am Ort war der Chef des Mossad, der Leiter des israelischen militärischen Geheimdienstes, der zweite Chef des Generalstabs (Moshe Levi), der General Drori, der Brigadier General Yaron, der Kommandant der Division und weitere Offiziere. General Sharon telefonierte ein weiteres Mal mit Begin: Der Verteidigungsminister sprach zwei Mal von der Terrasse des Befehlsstandes mit dem Premierminister. In einem dieser Telefonate entschied man sich die verzögerte israelische Meldung folgendermaßen zu formulieren: "... die israelische Armee ist heute Nacht in Westbeirut einmarschiert, um möglichen schweren Ausschreitungen zuvorzukommen und die Ruhe sicherzustellen..." Vom Befehlsstand begab sich General Sharon zum Hauptquartier der Falangisten und ordnete an, dass die Falangisten ihre Operationen mit der FDI koordinierten.

5.                Um 11 Uhr vormittags am Donnerstag, 16. September trafen sich General Amir Drori und General Amos Yaron mit Offizieren der Falange, um das Eindringen der Milizen in die Lager zu "koordinieren" und ein "Kommunikationssystem" im israelischen Befehlsstand oberhalb der Flüchtlingslager einzurichten. Bei seiner Rückkehr informierte Generalstabschef Eytan das israelische Kabinett von der Möglichkeit einer drohenden Rache der Falangisten: "Ich kann in ihren Augen schon sehen, was sie erwartet... es wird schrecklich sein", soll er im Kabinett kommentiert haben.

6.                Die Milizen drangen am Donnerstag, den 16. September um 6 Uhr morgens in die Lager ein. Etwa eine Stunde später hörte ein israelischer Oberleutnant, der arabisch spricht und einer der Adjutanten von General Yaron war, ein Gespräch, in dem Elias Hobeika, Chef des "Geheimdienstes" der Falange, das Signal gab, in den Lagern mit dem Töten von "Frauen und Kindern" zu beginnen. Der israelische Oberstleutnant informierte General Yaron, der in diesem Moment anwesend war.

7.                Möglicherweise war dies die erste Information – wenn auch nicht die einzige – über das massive Morden, die von Yaron und anderen israelischen Offiziere ignoriert wurde. Gegen 8 Uhr abends kommunizierte ein anderer Offizier der Milizen aus den Flüchtlingslagern per Radio mit dem israelischen Befehlsstand, um zu fragen, was er mit den 45 Personen machen sollte, die er festgehalten hatte. Man sagte ihm, er solle "den Willen Gottes" erfüllen. Der israelische Geheimdienstoffizier, der die Meldung erhielt, teilte diese Information seinen Vorgesetzten (inkl. Yaron) nicht mit, weil innerhalb einer Stunde "ein Treffen der Offiziere des Hauptquartiers des Lagers für kurz danach geplant" war. Ein wenig später war General Yaron und sein Personal im Speiseraum des Befehlsstandes, als ein Verbindungsoffizier der Falange eintrat, um zu melden, dass ungefähr dreihundert Terroristen und Zivilisten getötet worden seien; das geschah in Gegenwart vieler Offiziere der israelischen Armee, die dort waren, einschließlich General Yaron. Um 8.40 abends während des Treffens teilte der Geheimdienstoffizier die zuvor erhaltene Information, die er zurückgehalten hatte, mit. Der Bericht der Kommission Kahan zeigt, dass er von Yaron unterbrochen und zum Schweigen gebracht wurde. 

8.                Um 11.30 nachts des 16. September – Tag Eins – ließ das israelische Kommando im Libanon einen Bericht in verschiedenen Geheimdiensteinheiten in Israel zirkulieren, der besagt: VORLÄUFIGE INFORMATION ÜBERMITTELT VOM KOMMANDANTEN DER LOKALEN (STREIT)KRÄFTE DER FALANGISTEN IM FLÜCHTLINGSLAGER VON CHATILA  BESTÄTIGT, DASS SEINE MÄNNER BIS JETZT ETWA 300 PERSONEN LIQUIDIERT HABEN. DIESE ZAHL  SCHLIESST TERRORISTEN UND ZIVILISTEN EIN. Am Freitag, den 17. September um 5.30 morgens wurde diese Information von der Nacht zuvor Oberst Hevroni übermittelt, dem Bürochef des Direktors des israelischen militärischen Geheimdienstes.

9.                Für Freitag, den 17. September häuften sich die Informationen über das begonnene Massaker und wurden laut des Berichts der Kommission Kahan von den israelischen Autoritäten systematisch ignoriert. Am Freitag traf sich General Eytan um 4 Uhr nachmittags mit wichtigen Kommandanten der Falangenmiliz (nachdem er von Ort und Stelle Informationen über das Massaker erhalten hatte) und genehmigte die Fortsetzung der "Operationen" in den Lagern "bis 5 Uhr morgens; um diese Uhrzeit sollte die  Aktion wegen des 'nordamerikanischen Drucks' gestoppt werden. In derselben Nacht telefonierte General Eytan mit Verteidigungsminister Ariel Sharon, um ihn zu informieren, dass die 'Christen sich selbst übertroffen' und die Zivilbevölkerung mehr geschlagen hätten als erwartet".  Das Schlachten dauerte bis Samstag, 18. September 8 Uhr morgens.

10.           Während der 40 Stunden, die das Massaker dauerte, gewährte die israelische Armee logistische Unterstützung einschl. Beleuchtung und Traktoren, um die Leichen heraus zu holen.

Revista de Estudios Palestinos/Marcha

Quelle: www.palestinalibre.org/articulo.php?a=57993

Übersetzung: K. Nebauer

 

 

 

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