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Pater Rainer Fielenbach berichte

Weihnachten 2003

Liebe Freunde des Heiligen Landes, liebe Schwestern und Brüder,

während in dieser Stunde der Patriarch von Jerusalem Michel Sabbah mit wenigen Pilgern und den Christen Bethlehems in einer wohl eher traurigen (als in früheren Zeiten fröhlichen) Prozession von Jerusalem durch den Checkpoint vor Rachels Grab zur Geburtskirche geht, möchte ich Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest wünschen.

Vor dem Altar unserer Klosterkirche steht neben der Krippe das Friedenslicht 2003, angezündet vor einigen Wochen in der Geburtskirche in Bethlehem. Unser aller Wunsch muss in diesen Weihnachtstagen um so lauter zum Himmel klingen, dass den Menschen im Heimatland Jesu endlich ein Leben in Menschwürde, Freiheit, Sicherheit und dauerhaftem Frieden geschenkt werden möge.

Auch wenn die Realitäten eine deutlich andere Sprache sprechen, möchte ich mich Patriarch Michel Sabbah anschließen, der heute in seiner Weihnachtsbotschaft sagte:

„Um Frieden zu erreichen, muss man daran glauben, dass auch der andere dazu fähig ist, Frieden zu wollen und ihn mit uns aufzubauen. Die Regierenden müssen damit beginnen sich dies gegenseitig einzugestehen. ...
Die Stimmen, die sich unter den Menschen erheben und die verschiedenen Initiativen, die zum Frieden und zur Änderung des offiziellen Verhaltens einladen, zeigen, dass diese beiden Völker Frieden wollen und dass Friede möglich ist. ... In Wirklichkeit will niemand den Krieg oder das Blut, weder die Israelis noch die Palästinenser. Die Israelis wollen ihre Sicherheit, die Palästinenser ihr Land und ihre Freiheit. Der Krieg rechtfertigt sich auch nicht durch religiöse Motive, weil der ganze heilige Ort ein „Ort des Gebetes und nicht des Krieges ist.“ ....
Während wir das Geheimnis von Weihnachten feiern und darüber nachdenken, wollen wir uns dazu entscheiden, dass sich das ändern muss. Gott hat uns hier in diesem heiligen Land geliebt, auf dass wir Brüder und Schwestern werden, einer für den anderen und zum Ursprung für Frieden und Gerechtigkeit, um gemeinsam auf eine Weise zusammenzuarbeiten, die fern jeder Unterdrückung und fern von allem Bösen in unserem Leben ist.  
Aus diesem Grund, ist Weihnachten vor allem eine Botschaft der Hoffnung und der geistigen Kraft, die sich jedweder materiellen Kraft entgegenstellt. Es ist eine Botschaft der Hoffnung und der geistigen Kraft, trotz aller Hindernisse auf dem Weg zum Frieden.“

Möge diese Botschaft der Hoffnung zum Weihnachtsfest 2003 Früchte tragen und im Neuen Jahr 2004 Hand und Fuß bekommen. Ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest wünscht Euch/Ihnen

P. Rainer Fielenbach OCarm.

 

P. Rainer Fielenbach OCarm.
Karmelitenkloster  
Albrechtsgasse 20
94315 Straubing
Tel. 09421-843713

 

 

Der Karmelitenorden und das Heilige Land

Bekanntlich steht die Wiege Karmelitenordens auf dem Karmelgebirge im heutigen Israel. Persönlichkeiten wie die Gottesmutter Maria und der Prophet Elija, die geographische Lage des Karmelgebirges mit seiner religiösen Ausstrahlungskraft haben die Spiritualität unseres Ordens geprägt. Auf Grund dieser historischen Verbindung mit dem Heiligen Land und meinen Pilgerreisen in die Heimat Jesu ist mir als Karmelit die Solidarität vor allem auch mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern sehr wichtig geworden.

Eine ganz besondere Beziehung zu Palästina hat die Oberdeutsche Provinz der Karmeliten bereits durch Fr. Alois Ehrlich, der im Jahre 1945 im Rufe der Heiligkeit gestorben ist. Am 30.12.1928 hatte er sich von seinen Mitbrüdern in Bamberg verabschiedet, um per Schiff nach Palästina zu fahren. In Nablus, wo eine Missionsstation der amerikanischen Karmelitenprovinz vom Reinsten Herzen Mariens gegründet worden war, sollte Fr. Alois als ausgezeichneter Schreiner die Inneneinrichtung der Hauskapelle anfertigen. Unterstützt von drei arabischen Gehilfen errichtete er den Hochaltar. Er stellte die Beichtstühle und Kirchenbänke her und versah die Kirche mit einer Holzvertäfelung. Im Juli 1929 kehrte er nach Bamberg zurück.

 Palästinensische Christinnen und Christen weisen mit berechtigtem Stolz darauf hin, dass sie die den christlichen Glauben seit den Anfängen am Ursprungsort leben.

Unter der aktuellen Besetzungssituation leiden sie besonders: Inzwischen sind Sie nur noch eine kleine Minderheit von weniger als 1,8 % im ganzen Volk. Vor allem junge Christen aus Palästina tragen sich mit dem Gedanken der Auswanderung. Sie fühlen sich zusätzlich von den Kirchen und den Christen im Westen vergessen. Ihre besondere Haltung zur Versöhnung und ihr Einsatz als Brückenbauer zum Frieden mit Israel wird kaum in der westlichen Welt beachtet.

 Das Schicksal unserer Mitchristen fordert uns heraus! Christen sollten sich  zumindest für ihre heutige Not interessieren und ihnen ihre Solidarität zeigen. Diesem Anliegen will meine Arbeit dienen.

 NB! Seit 2002 ist der Karmelitenorden Mitglied der Nicht-Regierungs-Organisationen der UN = NGO (= NonGovernmentOrganisation). Informationen über die Karmeliten NGO, Initiativen der Kommission "Gerechtigkeit und Frieden" und die UN-NGO Konferenz finden Sie auf unserer Homepage NGO Karmelitenorden

            P. Rainer Fielenbach OCarm.

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