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Montag, 20. Februar 2017 - 13:14  -     LINKS      facebook       ARCHIV     THEMEN

 

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Nach abgesagter Ausstellung in Heidelberg: "Dschihad" war nur ein Vorname - Ausstellung "Kinder in Palästina": Experte erklärt, was auf dem Werk tatsächlich zu lesen ist. Der Junge der das Bild malte hieß Dschihad. Viele Städte zeigten die Kinderbilder. - Ausstellung abgesagt: Diese Kinderbilder aus Palästina dürfen nicht gezeigt werden - Anica Edinger

Heidelberg. Es war ein einziges Bild, das den Ausschlag gab. "Dschihad - Freiheit - Jerusalem - Arabisch - Ja!" sei laut darauf zu lesen. Deshalb sagte sie die Ausstellung "Erlebtes, Ängste und Träume - Kinder in Palästina" mit Zeichnungen aus zwei Trauma-Rehabilitationszentren im Gazastreifen und in Ramallah im Bürgeramt Mitte ab - einen Tag vor Ausstellungsbeginn. Nur: Die Stadt hat offenbar nicht richtig recherchiert. Denn was für sie die "rote Linie" war, ist schlicht ein Vorname. Nämlich der des Jungen, der das Bild malte.

Das verifizierte jetzt auf RNZ-Anfrage Prof. Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt an der Universität Mainz. Die Uni Heidelberg hatte ihn als ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet empfohlen. Und nachdem Meyer sich das betreffende Bild angesehen hatte, kam er zu dem Schluss: "Nach Rücksprache mit arabischen Kollegen geht es hier eindeutig um den Namen des Kindes." "Dschihad" sei in der gesamten arabischen Welt ein weitverbreiteter Vorname. "Er bezieht sich primär auf den ,großen Dschihad‘, das heißt den täglichen inneren Kampf jedes Gläubigen um ein gottgefälliges Leben. Der ,kleine Dschihad‘ - das, was bei uns unter Dschihad als blutiger Glaubenskrieg verstanden wird - beinhaltet die extreme Ausnahme zur Verteidigung des Islam", erklärt Meyer. Wörtlich steht laut Meyer auf dem Bild: "Name: Dschihad Mahyiub Srour / Palästina, die Freiheit / Jerusalem, arabische, Ja".

Für die Palästina-/Nahost-Initiative, die Organisatoren der Ausstellung, ist diese neue Erkenntnis jetzt ein weiterer Beleg dafür, dass die Stadtverwaltung in der Sache besonders unüberlegt und vorschnell vorgegangen ist. >>>

SALAM SHALOM Arbeitskreis Palästina–Israel e.V. / Veranstaltungen >>>

Sonderseite - Kinderbilder aus Palästina >>>

Israel zwingt die Beduinen dazu, ihre eigenen Häuser zu zerstören - Die israelische Armee hat sich am vergangenen Sonntag nicht damit zufrieden gegeben acht Unterkünfte im Dorf Maazi Jaba im Distrikt von Jerusalem zu zerstören, sie hat die Einwohner dazu gezwungen, auch ihren eigenen Besitz zu zerstören.

Städtische Bulldozer aus Jerusalem sind am Sonntag um 7.00h morgens im Dorf angerückt, begleitet von Besatzungssoldaten, und haben Häuser, Schuppen und  Schutzplätze für die Schafe zerstört. 28 Menschen, davon 18 Kinder wurden  obdachlos. Außerdem wurden sie unter Strafe dazu gezwungen, die Zerstörungskosten zu bezahlen und weitere 3 Gebäude, die ihnen gehörten zu zerstören.

Maazi Jaba gehört zu den beduinischen Gemeinschaften im Osten Jerusalems, , die von Israel vertrieben werden Mehr als 70% der Beduinen in Palästina sind Flüchtlinge;  sie wurden 1967 aus ihrem, von Israel annektierten, Wohngebiet vertrieben. In dieser C-Zone,  in den Osloer-Vertägen als provisorisch bezeichnet, ist jegliche Bautätigkeit verboten, die Zerstörungen gehen weiter,  ebenso wie der Wiederaufbau durch die Einwohner, die keine andere Wahl haben, als sich den Verboten zu widersetzen.

Die Nichtregierungsorganisation B'Tselem hat in einem Bericht veröffentlicht, dass Israel in den vergangenen 6 Monaten mehr Häuser in Palästina zerstört hat, als im Ganzen vergangenen Jahr 2015. Aus dem Bericht ergibt sich auch, dass Israel die "Zone C"mit den fruchtbaren Böden des Jordatals annektieren will.

"Es ist die Politik, mit vollendeten Tatsachen eine Situation zu schaffen, die keine Umkehrung mehr ermöglicht, komme was wolle" schreibt BTselem dazu.
Übersetzung aus dem französischen G. Nehls

Israel ist verärgert über UN-Kritik über illegale Siedlungen - In einer Erklärung am Dienstag, veröffentlicht von David Keyes , dem Sprecher des israelischem Ministerpräsidenten Netanjahu , werden die Kommentare von UN-Sonder beauftragte für den Nahost-Frieden-Prozess Nicholay Mladenov als „absurd“ gebrandmarkt und behauptet, dass die Siedlungen einen Frieden schwieriger machen , indem die Geschichte und das Internationale Gesetz verdreht werden.

Am Montag sagte Mladenov dem UN-Sicherheitsrat, dass die Expansion der israelischen Siedlungen in den zwei Monaten schneller angewachsen sind nachdem ein wichtiger Bericht zu einem Stopp der un-autorisierten Bau-aktivitäten auf palästinensischen Land aufgerufen wurde.

Der 8-seitige Bericht des Quartetts -- zu dem die UN, die US, Russland und die EU gehören – wurde am 1. Juli veröffentlicht. Er spricht von der israelischen Ausdehnung der Siedlungen, der Zerstörung palästinensischer Wohnstätten und die Enteignung von Land, was ständig die Lebensfähigkeit der Zweistaaten-Lösung untergräbt.

In seinen Montagsbemerkungen wiederholt Mladenov die Probleme und sagte, dass im Bericht des Quartett Besorgnis ausgesprochen wurde und dass die Empfehlungen der Gruppe weiter ignoriert wurden, einschließlich eines akuten Anstiegs von Israels Ankündigung von weiteren Hauszerstörungen.

Seit dem 1.Juli hat Israel Pläne für mehr als 1000 illegale  Hauseinheiten im besetzten Ost-Jerusalem verkündigt und 735 Einheiten in der Westbank.

Mladenov warnte auch außerdem, dass der Bau von illegalen Siedlungen auf palästinensischem Land die Aussichten auf eine sog. Zwei-Staatenlösung vernichtet.

Die gegenwärtige und weitere Ausdehnung von Israelischen Siedlungen im besetzten Palästina hat ein großes Hindernis für die Bemühungen geschaffen, einen Frieden im Nahen Osten zu errichten.

Über eine halbe Million Israelis leben in mehr als 230 illegalen Siedlungen, die seit 1967 auf palästinensischem Gebiet in der Westbank, einschließlich Ost-Jerusalem (Al-Quds).gebaut wurden. Alle israelischen Siedlungen sind nach dem Internationalen Recht illegal. Tel Aviv hat sich Aufrufen widersetzt, in denen es darum ging , die Siedlungserweiterung in den besetzten palästinensischen Gebieten zu stoppen. (dt. E. Rohlfs)  
Quelle

Pardo: Israel vor Bürgerkrieg - Ex-Mossad-Chef will Palästinenserstaat - Mit drastischen Worten wendet sich der Ex-Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad an die Öffentlichkeit: Findet Israel nicht endlich zu einer Lösung der Palästinenserfrage, droht Bürgerkrieg.
Der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes, Tamir Pardo, hat in seinem ersten öffentlichen Auftritt nach Beendigung seines Dienstes über die größte Gefahr für den Staat Israel gesprochen. Die ist seiner Ansicht nach nicht die Hisbollah oder der Iran, sondern die zunehmende Spaltung der israelischen Gesellschaft, die im schlimmsten Fall zu einem Bürgerkrieg führen könne. "Es gibt keine existenzielle äußere Gefahr für Israel; die einzige wirkliche Bedrohung ist die wachsende Polarisierung innerhalb der israelischen Gesellschaft" >>>

Der Bürgerkrieg - Uri Avnery -  3.September 2016 - ETWAS SELTSAMES geschieht unter den  im Ruhestand befindlichen Chefs des internen Sicherheitsdienstes, dem Shin Bet.

Der Dienst ist der Definition nach ein zentraler Pfeiler der israelischen Besatzung. Er wird von den (jüdischen) Israelis bewundert, von den Palästinensern gefürchtet,  ja, überall respektiert.  Die Besatzung könnte ohne diese nicht existieren.


Und  hier liegt das Paradox:  verlassen die Chefs ihren Job beim Sicherheitsdienst,  dann werden sie zu Sprechern für den Frieden. Wie kommt das?


Tatsächlich gibt es eine logische Erklärung.  Shin Bet-Agenten sind der einzige Teil des Establishment, der real, direkt, täglich mit der palästinensischen Realität in Berührung kommt. Sie verhören palästinensische Verdächtige, foltern sie, versuchen sie  umzudrehen, also Informanten aus ihnen herauszuholen. Sie sammeln Informationen, dringen in die  entferntesten Teile der palästinensischen Gesellschaft. Sie wissen mehr über die Palästinenser als  irgendjemand in Israel (und vielleicht auch in Palästina).


Die Intelligenten unter ihnen (Intelligence Beamte können tatsächlich intelligent sein und oft sind sie das auch.) denken auch über das, was sie hören, nach. Sie kommen zu Schlussfolgerungen, die vielen Politikern entgehen: dass wir es mit einer palästinensischen Nation zu tun haben, dass diese Nation nicht verschwinden wird, dass die Palästinenser einen eigenen Staat haben wollen, dass die einzige Lösung des Konfliktes ein palästinensischer Staat neben Israel sein wird.


So sehen wir ein seltsames Phänomen: nach dem Verlassen des Dienstes, werden  die Shin Bet-Chefs – einer nach dem anderen – ausgesprochene Advokaten der „Zwei-Staaten-Lösung“.  >>>

Klassencharakter der israelischen Gesellschaft im Zionismus - 1. 9. 2016 - FOR-Palestine - Der folgende Text ist eine verarbeitete Version eines Redebeitrags, der im Rahmen eines Workshops der Gruppe FOR-Palestine auf der Sommerschulung der Jugendorganisation „Revolution“ im Sommer 2016 vorgetragen wurde.

Einleitung - Dieser Beitrag hat die Absicht, einen kurzen Überblick über den Klassencharakter der israelischen Gesellschaft im Zionismus zu geben. Die Hauptquelle für den Beitrag ist das Sammelband „The Other Israel“ (1972) der „Israeli Socialist Organization“, die besser als „Matzpen“ bekannt ist. Der Beitrag befasst sich hauptsächlich mit der jüdisch-israelischen Arbeiterklasse, obwohl die israelische Arbeiterklasse heute auch aus ungefähr 20% Palästinenser*innen besteht. Dazu werden in diesem Beitrag auch die illegalisierten palästinensischen Arbeiter*innen nicht betrachtet, die nach 1967 in die israelische Wirtschaft eingebracht wurden, da diese Analyse den Rahmen sprengen würde.

Historischer Überblick - Dieser Beitrag überspringt wegen des Zeitrahmens die materialistische Analyse der Situation der Jud*innen im Europa bis zum zweiten Welt Krieg und dem Holocaust. Trotzdem sind diese Aspekte für das Verstehen der Situation in Palästina sehr wichtig. Für eine gute Analyse der Position der Juden im europäischen Kapitalismus empfiehlt sich „Die jüdische Frage“ von Abram Leon (1946). Für unsere Analyse reicht aber erst mal die Tatsache, dass es den Juden in Europa relativ konsequent die Möglichkeit gesperrt war, sich in das Fabrik-Proletariat zu integrieren. Von daher war es dem Zionismus als eine Nationalbefreiungsbewegung wichtig, „einen neuen Juden“ aufzustellen, der in einem „normalen Staat“ lebt. Das bedeutete die Gründung einer jüdischen Arbeiterklasse, Bauernklasse und Bourgeoisie in Palästina.

Hierbei liegt auch ein Kernunterschied zum „klassischen“ Kolonialismus – Ziel des Zionismus war es nie, die lokale Arbeiterklasse in Palästina als Arbeiter*innen auszubeuten, um die lokalen Rohstoffe zu plündern und zu exportieren; dessen Ziel war es, die lokale Arbeiter- und Kapitalistenklasse aus dem kapitalistischen Spiel ganz herauszudrängen, um im Lande eine jüdisch-israelische Klassengesellschaft aufzubauen. Um diese Absicht genau zu verstehen müssen wir uns erst mal drei Doktrine anschauen, die der Zionismus für die Kolonisierung Palästinas benutzt hat

Wir sind eine christliche-palästinensische Bewegung, die sich für das Ende der Besatzung einsetzt  - http://www.kairospalestine.ps  - Sie ist aus dem Kairos Dokument erstanden, und hat sich für das Ende der Besatzung eingesetzt und sucht eine gerechte Lösung des Konfliktes.

Das Kairos-Dokument ist der Aufruf palästinensischer Christen an die Welt, über das, was in Palästina geschehen ist. „Unser Wort ist ein Schrei der Hoffnung mit Liebe, Gebet und Glauben an Gott. Wir richten es zuerst an uns selbst, dann an alle Kirchen und Christen der Welt und bitten sie gegen Ungerechtigkeit und Apartheid zu kämpfen - ein Wort des Glaubens.

Wir erklären, dass die militärische Besatzung von palästinensischem Land, eine Sünde gegen Gott und die Menschen ist. Jede Theologie, die die Besatzung legitimiert und Verbrechen rechtfertigt, die gegen das palästinensische Volk gerichtet sind, hat gar nichts mit der christlichen Lehre zu tun.

Wir bitten die internationale Gemeinschaft dringend, sie möge dem palästinensischen Volk in seinem Kampf gegen Unterdrückung, Vertreibung und Apartheid zu Seite stehen

Wir fordern, dass alle Menschen, alle politischen Führer und Entscheidungsträger Druck auf Israel ausüben, legale Maßnahmen aufzunehmen, um seine Regierung zu zwingen, die Unterdrückung zu beenden und das Internationale Gesetz zu achten.

Wir halten eine klare Position, dass gewaltfreier Widerstand gegenüber dieser Ungerechtigkeit ein Recht ist, ja auch eine Pflicht für alle Palästinenser, einschließlich der Christen.

Wir unterstützen palästinensische zivile soziale Organisationen, internationale NGOs und religiöse Institutionen und rufen einzelne Personen, Gesellschaften, Staaten auf, sich am Boykott, Deinvestment und Sanktionen (BDS) gegen die israelische Besatzung zu beteiligen.

„Alles, was in unserem Land geschieht, jeder der hier wohnt, all die Schmerzen und Hoffnungen, all die Ungerechtigkeit und all die Bemühungen, um diese Ungerechtigkeit zu stoppen sind ein wesentlicher Bestandteil des Gebetes in der palästinensischen Kirche und aller ihrer Institutionen. (dt. E. Rohlfs)

Video  - Hanin Zoab: Israel – „Einzige Demokratie im Nahen Osten“? - Der Kampf gegen die Diskriminierung der PalästinenserInnen - ( Hanin Zoabi ist Mitglied der Partei Balad und Knesset-Abgeordnete. Sie war auf Einladung der GSP am 2. April 2016 zu Gast im Kornhausforum in Bern)

In ihrem Vortrag gibt Hanin Zoabi einen breiten Überblick über den Kampf der Palästinenser für gleiche Rechte als Bürger des Staates Israel.

Wie sollen die Palästinenser akzeptieren – wie von der Jüdischen Mehrheit verlangt –, dass sie Bürger sind eines „Jüdischen UND demokratischen Staates Israel“, wenn dieser Staat seit seiner Gründung 1948 diesen palästinensischen Bürgern die Rechte vorenthält, die in jedem Staat, der den Begriff „demokratisch“ verdient, garantiert sind? (Nicht zu vergessen: die Palästinenser − denen es gelungen war, innerhalb des neu gegründeten Staates zu verbleiben – standen bis 1966 unter Militärherrschaft, vergleichbar mit der Situation der Palästinenser seit 1967 in der Westbank.)

Die Juden waren nach Palästina eingewandert – nicht die Palästinenser. Als Einwanderer hätten sie sich deshalb um gleiche Rechte wie die einheimische Bevölkerung bemühen müssen – statt die Palästinenser zu vertreiben. Dies zum Trotz akzeptieren die im Gebiet Israels verbliebenen Palästinenser, mit gleichen Rechten mit den Immigranten zusammenzuleben. Israel will jedoch keine echten demokratischen Rechte für alle.

Indem Israel ihr Land konfisziert hat, hat es den Palästinensern nicht nur ihre Lebensgrundlage genommen, das Ziel ist und war es immer, das palästinensische Erbe und die palästinensische Identität im eigenen Heimatland auszulöschen. Dass jüdische Schüler nichts über die Geschichte des palästinensischen Volkes lernen – obschon dies auch Teil ihrer eigenen israelischen Geschichte ist – verwundert deshalb nicht. Aber die palästinensische Geschichte gehört auch nicht zum Lehrplan der palästinensischen Schüler. Israel geht so weit, die Erinnerung an die Nakba gesetzlich zu kriminalisieren.

Durch etwa 80 Gesetze – im israelischen Parlament schon beschlossen oder auf dem Weg, beschlossen zu werden – werden die palästinensischen Bürger systematisch diskriminiert. Land und Eigentum von Palästinensern, die ihr Land nach dem 29. November 1947 verlassen hatten – selbst wenn sie noch im neugegründeten Staat Israel lebten wurde konfisziert. 93% der Landfläche Israels wurde unter die Kontrolle des Staates, des Jüdischen Nationalfonds und der Entwicklungsbehörde gestellt und darf nicht an Palästinenser veräussert werden. 2011 wurde ein Gesetz in Kraft gesetzt, öffentliche Werbung durch israelische Bürger verbietet, die sich für einen akademischen, ökonomischen oder kulturellen Boykott israelischer Institutionen oder der illegalen Kolonien in der besetzten Westbank einsetzt. (siehe auch: www.mondoweiss.net/2015/06/database-discriminatory-israel und www.adalah.org/en/content/view/7771 )

Wann immer Israel Palästinenser im Gaza-Streifen oder in der Westbank attackiert, kann es sich bei seinen westlichen Verbündeten darauf berufen, es handle in Selbstverteidigung. Israel hat jedoch ein Problem, wenn es darum geht, die diskriminierenden Gesetze gegen die eigenen Bürger zu rechtfertigen. Dies ist auch der Grund, weshalb Israel so empfindlich auf alles reagiert, das seinen Anspruch in Frage stellt, gleichzeitig, ein „jüdischer UND demokratischer“ Staat zu sein.

Die in Israel lebenden Palästinenser wurden gezwungen, Bürger diese neuen Staates zu werden – sie sind nicht die „Eindringlinge“ in dieses Land, wie Israeli gerne behaupten. Für Hanin Zoabi und ihre Kollegen in der Knesset ist es deshalb auch selbstverständlich, dass sie darauf beharren, zu 100% israelische Bürger und gleichzeitig zu 100% Palästinenser zu sein. Wenn Israel darin einen Widerspruch sieht, dann ist das sein Problem und belegt damit, dass Israel nicht gleichzeitig jüdisch UND demokratisch sein kann.

Der neueste Angriff auf die freie Stimme der Palästinenser in Israel ist das „Rauswurf-Gesetz“ (inzwischen von der Knesset beschlossen), das 90 Knesset-Abgeordneten die Möglichkeit verschafft, missliebige Abgeordnete einer anderen Partei definitiv ihres Parlamentssitzes zu entheben – nicht verwunderlich, dass dieses Gesetz von Beginn an vor allem gegen Hanin Zoabi gerichtet war, die schon zweimal für vier und sechs Monate suspendiert worden war.


Lecture by Hanin Zoabi in Bern, April of 2016 (Part 1/3: Introduction)

Vortrag von Hanin Zoabi in Bern, April 2016 (Teil 2/3)

Lecture by Hanin Zoabi in Bern, April of 2016 (Part 3/3: Q & A with audience)

Lecture by Hanin Zoabi in Bern, April of 2016 (full length)

Israel zerstört was Europa aufbaut! - Frauen in Schwarz (Wien) - Zwischen 2001 und Mai 2016 zerstörte Israel ca. 150 Entwicklungsprojekte in Palästina im Wert von €85 Millionen, die zur Gänze oder teilweise von der EU und ihren Mitgliedsstaaten finanziert wurden – die EU-Verluste allein betragen €58 Millionen.
 

Inklusive der nicht angekommenen humanitären Hilfe steigt die Gesamtsumme der verschwendeten  EU Hilfsausgaben auf €65 Millionen, davon betreffen €23 Millionen die Zerstörungen durch Israels Angriffe auf Gaza im Sommer 2014 (Operation Protective Edge).
 

Ein kürzliches Beispiel im Detail:  am 9.8.2016, um etwa 06.30 drangen israelische Streitkräfte in Umm Al-Kheir in den südlichen Hebronbergen ein. Fünf Häuser wurden demoliert (drei davon mit EU Spendengeldern erbaute); 27 Palästinenser, davon 16 Kinder, wurden obdachlos. (Bericht von ECCP, Brüssel)


Andere Beispiele von EU geförderten Projekten, die von Israel zerstört wurden:

• Ein mit €10 Millionen von Holland gefördertes Agrarprojekt (Westbank, Zone C, 29.2.2016)

• Ein von Belgien gefördertes Elektrifizierungsprojekt für 200 Dorfbewohner (Westbank, Zone C, September 2014)

• 20 Gebäude, davon 10 EU geförderte (Westbank, Jinba und Halawa, 2.2.16)

• Ein Park und Spielplatz, der mit belgischen Spenden in der Höhe von € 54.000 errichtet wurde (Westbank, Zataara, 12.4.2016)

• Drei EU geförderte Notunterkünfte zerstört und entfernt (Westbank, Zone E1 i.d. Nähe von Jerusalem, Jabal Al-Baba)

• EU Diplomaten grob behandelt, und Hilfslieferungen an Opfer von demolierten Häusern von israelischer Armee konfisziert (Westbank, Khirbet Al-Makul, 20.9.2013)

• Die einzige Schule in einer Beduinengemeinde mit Bulldozern zerstört (Westbank, Zone E1 i.d. Nähe von Jerusalem, Abu Al-Nawwar)

• Eine UNRWA Wasseraufbereitungsanlage, die 200.000 Menschen versorgte, wurde wiederholt während der israelischen Angriffe auf Gaza zerstört und mit EU Geldern wiederaufgebaut; die Höhe des Schadens von 2014 beträgt € 358.000 (Nusseirat Refugee Camp) 


Dies sind mehrheitlich groß angelegte Projekte, jedoch sind Demolierungen von Wohnhäusern ebenfalls ein wesentlicher Teil von Israels Strategie. Allein im Jahr 2013 wurden 108 Wohnhäuser in Zone C und Ostjerusalem zerstört. In einer einzigen Woche im August 2015 wurden 63 Häuser zerstört, 132 Palästinenser wurden obdachlos; zwischen 1967 und 2015 wurden 48.488 Einrichtungen demoliert.
 

Das Abkommen von Oslo teilte die besetzte Westbank in Zonen A, B, und C. Zone C macht 60% der gesamten Westbank aus und befindet sich ausschließlich unter militärischer und administrativer Kontrolle. Wie kürzlich von der Europäischen Kommission berichtet: „…haben 24% der Haushalte Versorgungsprobleme mit Essen, wegen Demolierungen von lebensnotwendigen Haushaltseinrichtungen und den Quellen der Lebensmittel (Agrarbetriebe, Felder, etc.). Über 70% der Gemeinden sind nicht ans Wassersystem angeschlossen und sind von Regenwasser  oder Wassertanks abhängig…“ Zwischen 2010 und 2014 wurden von Israels zuständigen Stellen nur 1,5% der palästinensischen Anträge um Baubewilligungen positiv behandelt.
 

Wegen Israels restriktiver Bewilligungspolitik mussten Palästinenser sowie EU-Behörden notwendigerweise ohne Bewilligungen bauen (Unterkünfte, Brunnen, Bewässerung-sanlagen, etc.). Israels Behörden verteidigen die Demolierungen mit der Begründung „Verbot wegen illegalem Bauen“.
 

Die EU hat wiederholt diese Demolierungen verurteilt, wie auch die gesamte Siedlungspolitik, vor allem weil sie Verhandlungen für Lösungen verhindern, und eine Zweistaatenlösung unmöglich machen. Aber all diese Proteste bleiben leere Worte, solange die EU mit der bevorzugten Handelspolitik gegenüber Israel fortfährt, und einige Mitgliedsstaaten Israel weiterhin mit Waffen beliefern. Beides unterstützt Israels anhaltende Zerstörungen von palästinensischer Infrastruktur und der Beschlagnahme von Land.

 

Tatsächlich scheint die EU in Verlegenheit zu sein, was die Zerstörungen von EU finanzierten Projekten durch Israel betrifft. Bis 2012 waren Informationen über solche Zerstörungen öffentlich, seither gibt es keine Daten mehr dazu.

 

Es scheint auch, dass Israel auf  die EU-Intention, Siedlungsprodukte zu kennzeichnen, mit vermehrter Zerstörungstätigkeit reagiert. In den ersten Monaten von 2016 stieg die Zahl von zerstörtem Privateigentum oder international- bzw. EU-geförderten Projekten auf 165, im Vergleich dazu 50 zwischen 2012 und 2015. Das Büro der Vereinten Nationen (Office for Coordination of Humanitarian Assistance, OCHA - www.ochaopt.org) dokumentierte 120 Demolierungen von EU finanzierten Gebäuden in den ersten drei Monaten dieses Jahres. Demolierungen und Konfiszierung von Land sind Teil von Israels Kolonisierung palästinensischen Landes!


Was kann getan werden:
Boykott israelischer Produkte und Institutionen, sowie Firmen die von der Besetzung palästinensischen Landes profitieren, solange Israel die Besetzung aufrecht hält.
 

Kontaktieren Sie österreichische EU Parlamentarier und das Bundesministerium für Integration und Äusseres und verlangen Sie eine konsequente und effektive  Politik gegenüber Israel, wie zum Beispiel:
 

• Entschädigung für zerstörte EU Projekte,

• Weitere Unterstützung für die palästinensische Wirtschaft und soziale Entwicklung, verbunden mit

• Strafmaßnahmen für alle weiteren Zerstörungen.
 

Kontakte:

EU Parlament - http://www.europarl.europa.eu/meps/en/search.html?country=AT

Österreichisches Bundesministerium für Integration und Äusseres - https://www.bmeia.gv.at  - siehe Kontaktformular am Ende der Seite.


Hinweis: Wenn nicht anders angegeben, stammen die Fakten und Informationen von  Squandered Aid – Israel’s Repetitive Destruction Of EU-Funded Projects in Palestine, Euro-med Monitor, June 2016 - http://www.euromedmonitor.org/en/article/1255/Squandered-Aid:-Israel%E2%80%99s-repetitive-destruction-of-EU-funded-projects-in-Palestine

We, Palestinians in the Gaza Strip, have been suffering from a slow death sentence for a long time - Tamam Abusalama - I always repeat that every experience or feeling we Palestinians possess is an outcome from our threatened identity. I had stayed in Europe for the last 6 months within an education exchange program between Turkey – where I am usually studying – and the European Union. I have worked very hard and gave all my energy, activities and liveliness to win such a chance. No, I didn’t go there for fun, just like my other college mates. My main motivation to go to Europe was finding a place where I can see my family members who are separated between Gaza and Europe. Since I came back to Turkey some weeks ago, I have been trying to write something about that period of my life but I am still under the shock of our family reunion that we have been dreaming of for years. I still cannot believe that I finally slept in mum’s lap like a child after 4 years of separation and felt her unconditional love I missed. I am still shocked that I laughed, cried, hung out with my siblings after such a long time.

Mum got her visa finally; it was our enormous challenge to get the visa application so that she could get out of the biggest open-air prison, Gaza. The tidings of the visa acceptance was received as a reunion celebration for the family. We thought our dream of meeting each other would come true when mum got her visa. It was our fault that we forgot that mum is living in the Gaza Strip which has been under the Israeli and Egyptian blockade for 10 years. Despite everything, we kept the light of hope inside us alive. Mum determined to >>>

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