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Kinder im Gefängnis

 




    

Kinder im Gefängnis -  um der Sicherheit des israelischen Staates willen

 

Michel Flament, CCIPPP  (Courrier international)  N. 708  27.5.04

 

Zwei NGOs wollen die Aufmerksamkeit auf das Schicksal von 2000 palästinensischen Kindern lenken, die seit 3 ½ Jahren durch israelische Gefängnisse gingen.

Die NGOs (Nicht- Regierungsorganisationen) „Save the Children“ und „Defense for Children International“ haben mit der UNICEF gemeinsam in Jerusalem eine Kampagne gestartet, um sich mit dem Schicksal der palästinensischen verhafteten Kinder in israelischen Gefängnissen zu befassen. Seit dem Ausbruch der Intifada im Herbst 2000 sind mehr als 2000 palästinensische Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 18 von den Sicherheitskräften in Gefängnissen festgehalten worden. Zur Zeit sind 353 von ihnen noch hinter Gittern – und zwar unter denselben Bedingungen wie die Erwachsenen - in Gefängnisanstalten und in speziellen Gefangenenlagern. Nach den Initiatoren der Kampagne haben 90% der verurteilten Minderjährigen Steine auf Soldaten oder Militärfahrzeuge geworfen, „ein Verstoß gegen die Sicherheit des Staates“ nach den Militärgesetzen, die vom isr. Militär herausgegeben wurden. Entweder wurden die Kinder direkt beim Steine-Werfen erwischt oder auf Grund von Denunziation nach der Schule gefangen genommen. Sie verschwinden für mehrere Wochen oder Monate, ohne dass die Eltern  über ihre Festnahme informiert werden.

Das ist der Fall mit Rakan Sweid (12 Jahre), ein Junge aus Jericho, der des Steine-Werfens denunziert wurde. Er wurde von Soldaten festgenommen, die vor den Schultoiletten auf ihn warteten. Bei einem Schnellverfahren wurde er zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, acht Monate auf Bewährung und eine Geldstrafe von 6000 Schekel ( 1.100 Euro).

Seine Eltern wurden auf Distanz gehalten: ihnen wurden am Prozesstag im ganzen 2 Minuten gewährt, um ihn zu trösten.

Außer im Falle einer Revolte, wie es 2003 mehrfach geschehen ist, melden die israelischen Medien selten etwas über Fälle von verhafteten palästinensischen  Kindern.

Außerdem ist es unmöglich, vom israelischen Militär Informationen über das Alter dieser Verhafteten zu erhalten, über die Taten, die man ihnen vorwirft, oder die verhängten Strafen. Mittlerweile bestätigt die israelische Menschenrechtsorganisation B’tselem die von den Initiatoren der Kampagne gesammelten schriftlichen oder per Film aufgenommenen Zeugenaussagen, nach denen ein Teil dieser Verhafteten sich erniedrigender Strafen unterziehen mussten  (Verbot, vor 22 Uhr auf die Toilette zu gehen) oder üble Behandlungen (Schlafentzug und Schläge während des Verhörs) . Eine große Anzahl dieser Minderjährigen, die depressiv oder manchmal auch in den Selbstmord getrieben werden, sind von ihren Familien völlig abgeschnitten, weil diese in den besetzten Gebieten leben, und es ihnen nicht erlaubt ist, Israel zu betreten, um sie zu besuchen. Eine Regel, die jedoch einige Ausnahmen kennt, da es dem Roten Kreuz unter größter Geheimhaltung zuweilen gelingt, eine Besuchserlaubnis zu bekommen. Der Verantwortliche der juristischen Abteilung von „Defense of Children International“ klagt: „ Wir verfügen über genaue Zeugenaussagen über die Größe der Zellen: 9 qm; in ihnen sind 20 Kinder eingepfercht. Man straft sie mit Nahrungs- und Lichtentzug - das sollte man wissen.“

 

(Aus dem Französischen: Ellen Rohlfs)

 

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Sie werden routinemäßig gefoltert weil sie Steine werfen

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