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Rede von Paula Abrams-Hourani, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost(Österreich) bei der Demo vor Israelischen Botschaft in Wien,  30.12.2008


 

Paula Abrams-Hourani

Rede am Sonntag, 10. Mai 2009, – Protest gegen „ Tel Aviv Beach“ in Wien

Ich möchte alle hier Versammelten um eine Schweigeminute bitten, um an die in

Gaza eingekesselten und leidenden Menschen zu denken, an die Opfer der letzten

israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen mit dem Codenamen „Operation

gegossenes Blei“.

• an die 1.415 Toten und Tausenden von Verwundeten von Gaza,

an die Opfer der illegalen chemischen Waffen, die von der israelischen Armee

in Dezember und Januar dort eingesetzt wurden,

an die palästinensischen Opfer der ständigen Abriegelungen, die vom Staat

Israel über die palästinensische Bevölkerung verhängt worden sind, die eine

Ausreise aus Gaza unmöglich machen, um notwendige medizinische Hilfe zu

bekommen und die in der Folge gestorben sind und weiter sterben.

Denken wir an die Kinder von Gaza – die Hälfte der Bevölkerung von ca. 1.500.000

Menschen – die unter unmenschlichen Zuständen – israelischen Bombardierungen,

Besatzung, Unterdrückung und Gewalt – aufwachsen. Denken wir heute an die

palästinensischen Kinder in allen besetzten Gebieten, die auf Grund der israelischen

Besatzung traumatisiert sind und ihre Kindheit nicht ausleben dürfen.

Ich hätte noch viel zu Gaza und seinen Menschen zu sagen. Heute allerdings will ich

von Tel Aviv sprechen, die Stadt, die von der Stadt Wien mit dem

gegenüberliegenden Strand geehrt wird.

Der Monat Mai ist für Palästinenser und Israeli ein wichtiger Monat, denn im Mai 1948

wurde der Staat Israel auf 78% des ursprünglichen palästinensischen Bodens

gegründet. Schon voriges Jahr gab es viele Protestbriefe und Artikel zum Thema „60

Jahre Israel“, die betitelt wurden: „Kein Grund zum Feiern“. Und heuer? Nach den

Kriegsverbrechen in Gaza – was wäre die Meinung dieser Menschen heute?

Diesen Monat erinnern wir uns an die Nakba, die vor 61 Jahren stattgefunden hat.

Wir erinnern uns der 750,000 Palästinenser, die 1948 durch Massaker und Krieg

vertrieben wurden, gezwungen ihr Land, Hab und Gut zu verlassen. An die

Flüchtlinge, denen von Israel bis heute nicht erlaubt ist, in ihr Land und zu ihren

Häusern zurückzukehren, obwohl das eine Bedingung der UNO für die Gründung des

Staates Israel war – nämlich: Das Recht auf Rückkehr. Wir denken an die 150.000

Palästinenser, die in dem Teil von Palästina geblieben sind, der am 15. Mai 1948

Israel geworden ist; tausende wurden Flüchtlinge im eigenen Land. Wir denken an

die über 500 palästinensischen Dörfer, die während der Nakba und auch später

zerstört wurden.

Wir erinnern uns heute der Geschichte der Stadt Tel Aviv und der ethnischen

Säuberungen, die dort im Jahre 1948 stattgefunden haben, an die Zerstörung von

palästinensischen Häusern und Besitztum in der einmal florierenden

palästinensischen Stadt Jaffa, die noch heute andauert und von keinem unserer

Medien erwähnt wird.

Im Jahre 1909 haben sich 66 jüdische Familien an einem Strand nördlich von Jaffa

versammelt um an einer Verlosung von Landparzellen, auf denen die ersten Häuser

gebaut wurden, teilzunehmen. Einige Monate später – im Jahre 1910 – wurde diese

Ausweitung des Hafens von Jaffa Tel Aviv genannt. Tel Aviv weitete sich aus auf

Kosten palästinensisch-arabischer Dörfer. Ein Teil dieser Stadt steht auf dem Boden

von im Jahre 1948 zerstörten Dörfern, deren Bevölkerung der ethnischen Säuberung

zum Opfer fiel.

Das Dorf Scheich Munis: Im Jahre 1944 gab es dort 273 Häuser, 1.930

Einwohner, Landwirtschaft, Plantagen. Im März 1948 wurde dieses Dorf von

jüdischen terroristischen Milizen – den „Lechi“ (sogenannte „Stern Gang“)

eingenommen, deren Führer der spätere israelische Premierminister Yitzhak Shamir

war. Die Einwohner wurden vertrieben und das Dorf von jüdischen

Einwandererfamilien besetzt. Heute steht auf diesem Grund die Universität von Tel

Aviv und das elegante Wohnviertel Ramat Aviv.

Der Fakultäts-Club der Universität Tel Aviv wird „das Grüne Haus“ genannt. Vor

1948 war dieses Gebäude das Haus des Bürgermeisters des Dorfes Scheich Munis,

aber diese Tatsache wird an der Universität nicht erwähnt. Nach Ilan Pappe ist „das

Grüne Haus“ der Inbegriff der Verdrängung des zionistischen Meisterplans für die

ethnische Säuberung Palästinas, die in Tel Aviv im Roten Haus in der Yarkon Strasse

finalisiert wurde. Erhalten ist noch die Baalbek Moschee. Heute befinden sich dort

das Dolphinarium, Hotels, Büros und das Museum der „Irgun“.

Das Dorf Mantekat Al-Sayadin war ein Fischerdorf an der Mündung des Jarkon

Flusses, im Norden Tel Avivs. Es wurde 1948 zerstört und die Bewohner vertrieben.

Heute steht dort ein Kraftwerk. In der Nähe, nördlich des Hafens von Tel Aviv, lebte

der Beduinenstamm Abu Jabne, der ebenfalls vertrieben worden ist.

Weitere damals zerstörte Orte:

Das Dorf Samayl: 1870 zum ersten Mal erwähnt. Es gab 187 Häuser, 850

Einwohner, Plantagen, Viehzucht, Handwerk. In März 1948 wurde Samayl von der

Haganah, der Vorläuferin der israelischen Armee, geräumt, die Bewohner vertrieben.

Heute steht auf diesem Grund des Arlosoroff/Ibn Gvirol Viertel.

Das Dorf Jammasin al-Gharbi war bereits 1596 in osmanischen Grundbüchern

registriert. Im 18 Jahrhundert gründeten Beduinen aus dem Jordantal das Dorf neu.

Es gab Plantagen und Büffelzucht. Im Januar 1948 wurden die Einwohner von der

Haganah vertrieben. Dieses Dorf lag im Nordosten Tel Avivs im Bavli Viertel.

Das Dorf Salama wird schon im 16. Jahrhundert erwähnt. Im Jahr 1944 lebten hier

6.670 Einwohner. Aufgrund des Widerstandes 1948 wurde Salama bombadiert, die

Bewohner vertrieben, die übrig gebliebenen Häuser von jüdischen Familien besetzt.

Das Dorf stand südlich vom heutigen Givatayim und die Ruinen sind heute noch zu

sehen.

Das Dorf Al Manshiya bestand Anfang des 19. Jahrhunderts als ethnisch und

religiös gemischtes Viertel. Dort befand sich das erste jüdische Spital. Im Jahre

1948 wurde dieser Ort besetzt und von der irregulären rechtsradikalen Miliz, der

„Irgun“, zerstört, deren Führer der spätere Premierminister Menachem Begin war.

Die palästinensisch-arabischen Einwohner wurden vertrieben. Erhalten ist noch die

Baalbek Moschee. Heute befinden sich dort das Dolphinarium, Hotels, Büros und das

Museum der „Irgun“.

Das Dorf Mantekat Al-Sayadin war ein Fischerdorf an der Mündung des Jarkon

Flusses, im Norden Tel Avivs. Es wurde 1948 zerstört und die Bewohner vertrieben.

Heute steht dort ein Kraftwerk. In der Nähe, nördlich des Hafens von Tel Aviv, lebte

der Beduinenstamm Abu Jabne, der ebenfalls vertrieben worden ist.

Die hier Versammelten protestieren heute nicht nur wegen der Kriegsverbrechen, die

viele Jahre gegen die im Gaza-Streifen eingeschlossenen Menschen stattgefunden

haben, Opfer von unvorstellbarer Unterdrückung, die von der israelischen Regierung,

durch die Armee und jüdische Siedler ausgeführt wurde.

Wir protestieren auch gegen das Stillschweigen, die Feigheit, den Opportunismus der

Politiker der internationalen Gemeinschaft bezüglich einer Verurteilung dieser

Verbrechen. Wir protestieren gegen die doppelten Maßstäbe, die für Israelis und

Palästinenser gelten: zum Beispiel was die neu gewählte rechtsextremistische

Regierung Israels betrifft. Sie wird weder boykottiert, noch leidet sie unter

Sanktionen.

Die Stadt Wien bietet uns an, Tel Aviv als eine Vergnügungsstätte zu betrachten und

nicht als Hauptstadt des Staates, der Kriegsverbrechen durch die Militäraggression in

Gaza vor nur wenigen Monaten begangen hat.

Besatzung, Zerstörung und Unterdrückung in den besetzten Gebieten halten an. Die

Menschen in Gaza leben immer noch in Ruinen und entbehren wichtigste

Lebensnotwendigkeiten, trotz der Spenderkonferenz, die vor einigen Monaten

stattgefunden hat. So viel ich weiß, ist kein Geld für den Wiederaufbau bis jetzt

freigegeben worden.

Es ist unerlässlich für die Zivilgesellschaft durch Boykott, Investitionsstopp und

Sanktionen gegen dieses Unrecht zu protestieren – so lange zu protestieren bis auch

Palästinenser die Rechte erhalten, wie sie allen Menschen dieser Erde zugestanden

werden müssen – die Rechte auf Selbstbestimmung und Freiheit.

Wir werden die Menschen in Gaza nicht vergessen und sagen: Gaza muss leben!




 
 

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