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Israelische + Jüdische Stimmen

 

 

 

Texte von Hans Lebrecht

Kriegsdienstverweigerer klagen Besatzung an
Israelische - Palästinensiche Friedengruppen
Sharon sabotiert Friedensbemühungen

 

 

 

Hans Lebrecht ist 98-jährig in Israel gestorben
26.09.2014

In der Nacht zum höchsten jüdischen Feiertag Rosch-Haschana, ist der in Ulm geborene Hans Lebrecht im Alter von 98 Jahren nahe Haifa gestorben.

 

Viele Texte von Hans Lebrecht befinden sich auf der Hompage  "SOoderSO"

Hans Lebrecht

Hans Lebrecht wurde 1915 in Ulm geboren. 1934 flog er wegen seiner jüdischen Herkunft von der Schule. Ab 1936 Kontakt zu von der KPD gelenkten Untergrundgruppen. Nach Beendigung seiner Maschinenschlosserlehre in Karlsruhe 1937, engagierte er sich aktiv im antifaschistischen Widerstand. Auf Veranlassung der KPD fand er Kontakt mit geheim im Palästinaamt, der Zentrale der in Deutschland bestehenden zionistischen Organisatonen, wirkenden Genossen. Das Palästinaamt organisierte die Ausreise von Jüdinnen und Juden aus Nazi-Deutschland und hatte zu jener Zeit gute Kontakte mit den Nazis, welche ja daran interessiert waren, dass möglichst viele Juden aus Deutschland ins Ausland emigrieren. Unter der Legende, im Allgäu eine zionistsiche Jugendgruppe auf die Arbeit in der Landwirtschaft und im Handwerk in Palästina vorzubereiten, führte Lebrecht im Auftrag der KPD Kurierdienste von Deutschland nach Österreich und später in die Schweiz aus. Eine der damit verbundenen Aufgaben lag darin Leute, unter anderem entlassene KZ-Häftlinge, über die Grenze zu schleusen, um ihnen zu ermöglichen, dem in Spanien auf Seite der republikanischen Regierung gegen die faschistischen und von Nazi-Deutschland unterstützten Horden Francos kämpfenden Thälmann Bataillon beizutreten. 1938 gab es dann einen Haftbefehl gegen ihn und zwei weitere Genossen. Um sich einer drohenden Verhaftung zu entziehen, reiste Hans Lebrecht auf Beschluß der KPD nach Palästina aus. Dort trat er der Palästinensischen KP - seit 1948 in KP Israels umbenannt - bei. Neben seiner journalistischen Tätigkeit für verschiedene Zeitungen war Hans Lebrecht Funktionär der KP Israels (ua. im Zentralkomitee). Mehrere Male musste er den Knast von innen erleben, einmal im britisch-kolonialistischen Zentralgefängnis von Akko als verdächtiges Mitglied der damals verbotenen PKP, dann, in Israel 1954 im Anschluß an eine Demonstration gegen die Wiederbewaffnung Deutschlands, welche in einer blutigen Straßenschlacht mit der Polizei endete, dann nochmals 1978 in Israel als er der Spionage für die PLO verdächtigt wurde. Bei dem anschließenden Aufsehen erregenden Prozess musste er, nicht zuletzt dank der weiten internationalen Solidarität freigesprochen werden. Zur Zeit ist er mit anderen Genossinnen und Genossen dabei eine neue KP (Kommunistisches Forum) in Abgrenzung zur reformistisch-opportunistischen Linie der gegenwärtigen Parteileitung zu gründen. Aktive Mitarbeit in Gusch Schalom (wörtlich übersetzt: Friedensblock) , der 1993 u.a. von dem bekannten Publizisten und Autor Uri Avnery mitbegründet wurde. Weiterhin ist Lebrecht Vorsitzender des Verbandes der Antifaschisten und Opfer des Nazismus in Israel und Vizepräsident der Internationalen Föderative der Widerstandskämpfer F.I.R. (Wien). Quelle:www.sooderso.de

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Nicht der Staat Israel, aber seine zionistische Staatsdoktrin ist rassistisch. Von Hans Lebrecht, Beit-Oren (Quelle: Junge Welt Politik 4.9.2001)

Die Aufregung in den israelischen Regierungskreisen und den von ihnen beeinflußten Medien sowie der zionistischen Lobby in Washington über die Debatte in der UNO-Konferenz in Durban darüber, ob der Zionismus und die von diesem gelenkte Politik und Praxis der israelischen Regierung mit Rassismus gleichzusetzen sei, ist verständlich. Fühlen diese sich doch von der Weltöffentlichkeit an den Pranger gestellt wegen der seit 52 Jahren andauernden israelischen Staatspolitik gegenüber den arabischen Bürgern des Landes und gegenüber den Palästinensern seit der militärischen Besetzung des Westjordangebietes, Ostjerusalem und dem Gazastreifen im Jahr 1967.

Die so groß ausposaunte künstliche Empörung über die Anklage der rassistischen Politik Israels kann man mit einem erbosten Ehemann vergleichen, der den Arzt verprügelt, weil er diesen beschuldigt, an der von ihm festgestellten Schwangerschaft seiner Frau schuld zu haben.

So regt man sich darüber auf, daß da behauptet wird, Israel halte sich nicht an die Regeln des Völkerrechts, ignoriere alle seine Politik betreffenden Beschlüsse der UNO und seines Sicherheitsrates, Israel übe grobe Gewalt gegenüber den Palästinensern aus, in den von Israel besetzten Gebieten gebe es zweierlei Gesetz für Juden und Palästinenser und so weiter und so fort. Aber leider sind das eben Tatsachen, die jeder objektive Betrachter feststellen kann und die auch in Israel bekannt sind und nicht selten von den Medien festgestellt, ja manchmal auch kritisiert werden. Das Schlimme daran ist die Haltung: »Wir dürfen darüber reden, aber die Goyim nicht«, wobei in der zionistischen Weltanschauung alle Goyim (Nichtjuden) a priori ausnahmslos als Antisemiten gelten.

Die Feststellung, daß die in Israel seit seiner Gründung ganz offiziell in der Gründungsurkunde zur Staatsdoktrin erhobene zionistische Doktrin und ihre praktische Anwendung gegenüber der arabischen Minderheit (20 Prozent aller israelischen Bürger) und gegenüber der Palästina-Bevölkerung rassistische Merkmale aufweist, hat nichts mit Antisemitismus zu tun. Viele Juden in Israel und weltweit schätzen den Zionismus genau so ein. Niemand, oder nur bestimmte Teile eingefleischter Antisemiten oder einiger rechts- und linkssektiererischer Elemente freuen sich darüber, daß sie die rassistischen Taten der israelischen Politik dazu ausnutzen können, diese allen Juden in die Schuhe zu schieben.

Wer aber den von Israel gegenüber seinen arabischen Bürgern und der kolonialistisch unterdrückten Bevölkerung Palästinas ausgeübten Rassismus mit dem extrem unmenschlichen, industriell ausgeführten Völkermord der Nazis an den Juden, an ihren politischen Gegnern, an Roma und Sinti, an Homosexuellen und anderen Bevölkerungsgruppen vergleichen will, schadet nur der Feststellung der Tatsachen sowie dem aktuellen Herangehen der UNO-Konferenz in Durban. Leider gibt es solche Ignoranten.

Richtig ist doch, was UNO-Generalsekretär Kofi Annan bei der Eröffnung der Konferenz in Durban feststellte: Der Holocaust, die Ermordung eines Großteils der europäischen Juden ist - außer dem Weltkrieg selbst - die scheußlichste Greueltat des 20. Jahrhunderts. Dies berechtigt Israel aber noch lange nicht, die Palästinenser dafür leiden zu lassen und sie auf brutale kolonialistische Weise zu knechten. Ohne dies ausdrücklich zu sagen, wies Annan damit darauf hin, daß die UNO seinerzeit (1947) die Errichtung des jüdischen Staates Israel neben einem Staat für die eingesessene palästinensische Bevölkerung beschlossen hatte, eben weil damals der vorangegangene Holocaust in Betracht gezogen wurde.

Daß sich auch die Bush-Männer im Weißen Haus in Washington an einem solchen Vorstoß gegen den von Israel ausgeübten Rassismus stören, ist eigentlich verständlich, haben sie selbst doch genug Dreck an ihrem rassistischen Stecken.

Als die UNO-Generalversammlung 1976 den Zionismus in die Reihe rassistischer Ideologien einreihte, änderte sich nichts an den zu verurteilenden Realitäten in Israel sowie den besetzten Gebieten. Und auch nicht, als diese Entschließung 1991 wieder zurückgenommen wurde. So wird auch eine entsprechende neue Resolution in Durban wenig an der Selbstherrlichkeit der herrschenden Kreise in Israel ändern. Wenigstens wird dies solange nicht passieren, wie es, dank der US-Unterstützung und der Vetomacht Washingtons im UN-Sicherheitsrat, nicht möglich ist, wirksame Sanktionen zu verhängen oder andere Schritte zu unternehmen, wie zum Beispiel die Entsendung einer internationalen Truppe zum Schutze der palästinensischen Bevölkerung vor der israelischen Besatzerwillkür.

Dies alles schreibe ich als echter israelischer Patriot. Die wahren Interessen der Israelis liegen in der Etablierung einer wirklichen Demokratie, die allen Bürgern, gleichgültig welcher nationalen Herkunft, welchen Geschlechts und welcher Religionszugehörigkeit oder säkularer Weltanschauung gleiche Rechte einräumt. Ein wirklicher Frieden ist nur mit der Aufgabe der im Juni 1967 eroberten arabischen Gebiete und dem Rückzug hinter die damaligen Linien zu erreichen sowie der Sicherung der Grenzen Israels innerhalb der Waffenstillstandslinien von 1949. Dies entspricht den wirklichen Interessen der israelischen Bürger und der mit ihnen weltweit sympathisierenden Juden und Nichtjuden.

  Die wahren Interessen Israels (4.9.2001)

 

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