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Israelische + Jüdische Stimmen

Dieses Flugblatt wurde am 20.02.2008 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Bauhaus Architektur Tel Aviv" verteilt:

 

BAUHAUS ARCHITEKTUR TEL AVIV

 UNESCO WELTKULTURERBE

 

BEWUNDERN Sie die Bauhaus Architektur der "Weißen Stadt" Tel Aviv

 

DENKEN Sie aber daran, dass ein Teil dieser Stadt auf dem Boden von 1947 - 1948 zerstörten palästinensisch-arabischen Dörfern steht, deren Bevölkerung der ethnischen Säuberung zum Opfer fiel!

 

Zum Beispiel:

 

SCHEICH  MUNIS: 1944: 273 Häuser, 1930 Einwohner. Landwirtschaft, Plantagen. März 1948: von den jüdischen terroristischen Milizen "Lechi" (sogen. "Stern Gang") eingenommen, deren Führer der spätere israelische Premierminister Jitzchak Schamir war. Die Einwohner wurden verjagt, das Dorf von jüdischen Einwandererfamilien besetzt. Heute steht auf diesem Grund die  Universität von Tel Aviv und das elegante Wohnviertel Ramat Aviv. (Übrigens würdigte der israelische Premierminister Olmert jüngst in einer Rede an das Parlament den Gründer der "Stern Gang", Avraham Stern, der mehrere Attentate auf hohe britische Kolonial­beamte, z.B. Lord Moyne, ausübte)

 

SAMAYL: 1870 zum ersten Mal erwähnt. 1944: 187 Häuser, 850 Einwohner. Plantagen, Viehzucht, Handwerk. März 1948 von der Haganah, der Vorläuferin der israelischen Armee, geräumt, die Bewohner  vertrieben. Heute steht auf diesem Grund das Arlosoroff/Ibn Gvirol Viertel.

 


JAMMASIN AL-GHARBI
: Bereits 1596 in osmanischen Grundbüchern registriert. Im 18.Jh. von Beduinen aus dem Jordantal in typischem Baustil neu gegründet. Plantagen, Büffelzucht. 1944: Die1080 Einwohner wurden im Januar 1948 von der Haganah vertrieben. Das Dorf lag im Nordosten Tel Avivs im Bavli Viertel.

 

SALAMA: Im 16.Jh. erwähnt. 1944: 6670 Einwohner. Wurde 1947 aufgrund des Widerstandes gegen die Einnahme bombardiert. Im Januar und Februar 1948 Kämpfe mit der Haganah, am 15.April neuerlich bombardiert, Bewohner vertrieben, die übrig gebliebenen Häuser von jüdischen Familien besetzt. Stand südlich vom heutigen Givatayim. Trümmer der Zerstörung sind noch heute zu sehen.

 

AL MANSCHIYA: Bestand Anfang des 19.Jh. als ethnisch und religiös gemischtes Viertel. Dort befand sich das erste jüdische Spital. 1948von der irregulären rechtsradikalen Miliz, der "Irgun", deren Führer der spätere Premierminister Menachem Begin war besetzt, zerstört und die palästinensisch-arabischen Einwohner vertrieben. Die Baalbek Moschee ist noch erhalten. Heute stehen dort das Dolphinarium, Hotels, Büros und das Museum der "Irgun". Südlich davon gab es das kleine arabische Fischerdorf Irschid, von dem noch Reste zu sehen sind.

 


MANTEKAT AL-SAYADIN
: Ein Fischerdorf an der Mündung des Jarkon-Flusses, im Norden Tel Avivs. 1948 zerstört und die Bewohner vertrieben. Heute steht an diesem Ort ein Kraftwerk. Nahebei, nördlich des Hafens von Tel Aviv, lebte der Beduinenstamm Abu Jabne, ebenfalls vertrieben.

 Quellen: Walid Khalidi (Hrsg.):

 "All that remains The Palestinian villages occupied and depopulated by Israel in 1948." www.palestineremembered.com

 

www.zochrot.org

 

"Zochrot" (erinnern, anerkennen) ist eine Organisation israelischer Bürger, deren Ziel es ist in der israelischen Öffentlichkeit die Erinnerung an die Nakba (Katastrophe), die Vertreibung der Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat in den Jahren 1947/48 wachzurufen. Der hohe Preis, den die arabische Bevölkerung an Menschenleben, Verlust an Land und Eigentum, an Zerstörung oder Enteignung von über 500 Dörfern und Städten und durch die Vertreibung von ungefähr 700.000 Menschen zu zahlen hatten, wird von der großen Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Israels kaum anerkannt. Es ist die Absicht von "Zochrot" diese Geschehnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, um auf diese Weise den israelischen Juden und den Palästinensern ihre gemeinsame schmerzhafte Geschichte in dieser Zeit zu vermitteln.

 



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Mit freundlichen Grüßen,
"Jüdische Stimme für gerechten
Frieden in Nahost (Österreich)"

homepage: www.nahostfriede.at
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