o

 

Palästina Portal


Israelische + Jüdische Stimmen

 

Hedy Epstein ist 85 Jahre jung


Bild © Edith Lutz

Wir gratulieren und danken Ihnen. 

Sie haben uns Deutschen und vielen anderen Menschen gezeigt, was es heißt, aus der unsäglichen Geschichte des 3. Reiches das Richtige gelernt zu haben und entsprechend zu handeln.

 

Sie, als eines der damaligen Opfer dieses Terrorregimes, zeigen einen Weg auf, wie man vermeiden kann, andere Menschen zu Opfern zu machen, und dass es sich lohnt, für Gerechtigkeit zu kämpfen. Sie sind ein großes Vorbild für viele von uns. Wir wünschen Ihnen und uns Allen, dass Sie diesen Weg noch lange weitergehen können.


HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH VOM PALÄSTINA-PORTAL UND ALLEN GLEICHGESINNTEN!!!


Bild © Edith Lutz

Vita

Hedy Epstein-Wachenheimer (* 15. August 1924 in Freiburg im Breisgau) ist eine Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin.

Sie wuchs in Kippenheim auf. Als sie acht Jahre alt war, kamen die Nationalsozialisten an die Macht. 1938 musste sie wegen ihrer jüdischen Herkunft die Schule verlassen. Ihr Vater wurde in der „Reichskristallnacht“ für vier Wochen in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Die Eltern versuchten verzweifelt, Deutschland zu verlassen, doch sie scheiterten an den Einreisebedingungen verschiedener Länder, da niemand für sie bürgen wollte. Nachdem die Familie es geschafft hatte, Hedy 1939 mit einem Kindertransport nach England zu schicken, wurden die restlichen Familienangehörigen 1940 in das Konzentrationslager Camp de Gurs nach Frankreich deportiert und 1942 nach Auschwitz. Die letzten Lebenszeichen ihrer Eltern bekam sie im selben Jahr.

In England wurde sie in einer Gastfamilie aufgenommen, fand sich dort aber nicht zurecht. Sie zog in ein Mädchenheim. In der Nachbarschaft fand sie Kontakt zu einer Gruppe der Londoner FDJ, der sie sich im Sommer 1943 anschloss. Mit politischen Freundinnen zog sie in eine Wohngemeinschaft und nahm an politischen Arbeitskreisen teil. Ihren Entschluss, in einer kriegsgewichtigen Produktionsstätte zu arbeiten, begründete sie damit, endlich etwas gegen Nazi-Deutschland unternehmen zu können.

hedy_age14_th.jpg: Hedy at age 14
Hedy at age 14

 Im Jahre1945 kehrte Hedy Epstein nach Deutschland zurück, um aktiv an dem Nürnberger Ärzteprozess als Übersetzerin teilzunehmen und nach ihren Eltern zu suchen. 1948 wanderte sie in die USA aus. 1953, als bereits die McCarthy-Ära und der Kalte Krieg das Klima in den USA prägte, stellte sie einen Antrag auf Einbürgerung, der erst nach jahrelangen Befragungen zu ihrer Mitgliedschaft in der FDJ 1960 bewilligt wurde.

In den USA arbeitet sie in einer Rechtsanwaltskanzlei, und engagierte sich für Opfer von Diskriminierungen und für die Rechte rassistisch ausgegrenzter Menschen. In den 1970er Jahren betreute sie rechtlich Vietnamkriegsdeserteure.

Hedy Eptstein engagiert sich bis heute politisch wie sozial u.a. in der Antirassismus- und Friedensbewegung und berichtet auf zahlreichen Veranstaltungen von ihrem Leben und erinnert der Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten.

Sie lebt in St. Louis, USA.   Quelle

Vita auf ihrer Homepage in englisch.

Hedy Epstein ist 85 Jahre jung - 15. August - Den Tag ihres 85. Geburtstags feierte Hedy Epstein mit Freunden aus Kippenheim und Umgebung. Zu den Orten der Umgebung gehört Ettenheim, wo Hedy, damals noch Hedy Wachenheimer, bis 1938 das Realgymnasium besuchte; genauer gesagt, bis zu jenem 10. November 1938, als sie mit den Worten „Raus mit dir, du Dreckjude“ aufgefordert wurde, das Gymnasium zu verlassen. Was bedeutet es für Hedy Epstein heute, wenn nach etwas mehr als 70 Jahren an diesem Ort der Geburtstagskuchen angeschnitten wird? – „Es ist nicht irgendein Kuchen“, sagt sie, „jemand hat sich erinnert, dass ich diesen Kuchen besonders gerne mochte. Es ist sozusagen ein ‚Kuchen der Erinnerung’.“ Begonnen hatte der denkwürdige Tag in Freiburg, ihrem Geburtsort. Mehr als die Eintragung ins Geburtsregister verbindet Hedy Epstein selber nicht mit diesem Ort. Sie war in Kippenheim zu Hause. So fügte es sich sehr gut, dass der ehemalige Schulleiter von Kippenheim sie in ihrem Freiburger Hotel abholte und nach Kippenheim brachte. Der erste Besuch galt natürlich ihrem Elternhaus in der Bahnhofstraße 2. Für diesen Besuch gab es an ihrem Geburtstag noch einen weiteren besonderen Grund. An diesem Haus war auf Privatinitiative und mit Zustimmung des Hausbesitzers eine Gedenktafel für Hedy Epstein angebracht worden, die an ihrem Geburtstag um 11 Uhr im Beisein des ehemaligen Bürgermeisters, Bürgern und Freunden aus Kippenheim und Umgebung feierlich enthüllt wurde. Auch ein ortsansässiger  Überlebender des Holocausts, sowie eine ehemalige Schulkameradin kamen zur Feierstunde. Die Erinnerungstafel soll nach Vorstellung der Privatinitiative ein Projekt eröffnen, mit dem Persönlichkeiten geehrt werden, „die sich nachhaltig für Toleranz und die Wahrung von Menschenrechten eingesetzt und verdient gemacht haben.“  Eine solche Persönlichkeit ist auch Hedy Epstein. Wie die Gedenktafel mitteilt, setzt sie sich „für soziale Gerechtigkeit, gegen Diskriminierung, Krieg und Gewalt“ ein. Und sie tut dies nicht nur mit Worten, sondern auch in ihrem hohen Alter noch mit Taten, ob bei Demonstrationen gegen den illegalen Mauerbau im besetzten Palästina oder bei Aktionen der „Freegaza“-Bewegung, der sie angehört. Hedy Epstein hofft, bald auch mit einer größeren deutschen Beteiligung nach Gaza segeln zu können und die Blockade durchbrechen zu helfen. Edith Lutz

Gegen jeden Rassismus - Am Samstag feiert die Antifaschistin und Friedensaktivistin Hedy Epstein in Freiburg ihren 85. Geburtstag - Hedy Epstein ist in ihrer Rastlosigkeit und Konsequenz eine Ausnahmeerscheinung. Ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung und Entrechtung dürften zu ihrer Haltung maßgeblich beigetragen haben. Am morgigen Samstag wird die Frau, deren Familie in Auschwitz ermordet wurde, ihren 85. Geburtstag in Freiburg in Breisgau feiern, wo sie am 15. August 1924 als Tochter von Ella und Hugo Wachenheimer geboren wurde. >>>


Interview mit der Holocaust-Überlebenden Hedy Epstein -
„Erinnern ist nicht genug!“
Von Silvia Cattori - „Israel minister warns Palestinians of holocaust“ meldete die Nachrichtenagentur Reuters am 29. Februar. Laut Reuters, soll Matan Vilnai, stellvertretender israelischer Verteidigungsminister im Militärrundfunk gesagt haben: „Wenn die Palästinenser noch mehr Raketen abschießen und deren Reichweite vergrößern, bringen sie sich in die Gefahr eines größeren Holocaust.“ Die US-Amerikanerin Hedy Epstein ist Überlebende des Holocausts, engagiert sich für Palästina und gab Silvia Cattori ein Interview.
„Ich möchte dieses Interview den Kindern von Gaza widmen, deren Eltern sie weder beschützen noch in Sicherheit wegschicken können, wie es meine Eltern in Mai 1939 taten, als sie mich mit einem Kindertransport nach England schickten.“, sagte Hedy Epstein auf kindertransport.org

Silvia Cattori:
Im Jahre 2004, nach der demütigenden und entmenschlichenden Misshandlung, die Sie am Flughafen Tel Aviv ertragen mussten, bei der Sie sich ausziehen mussten und ihre Körperöffnungen durchsucht wurden, wie Sie es mir in unserer ersten Unterhaltung [1] erzählten, waren Sie sehr aufgebracht und erklärten: „Ich werde nie wieder nach Israel zurückgehen“. Aber seitdem sind Sie viermal zurückgekehrt. Letzten Sommer waren Sie wieder dort. Wie war das möglich?


 

Hedy EpsteinHedy Epstein | www.hedyepstein.com        

Hedy Epstein: Ich habe noch nie eine solche Wut empfunden wie nach dem, was mir und meiner Reisebegleitung im Januar 2004 am Ben Gurion Flughafen passiert ist. Während ich im Flugzeug saß, immer noch voller Wut, schrieb ich auf jede Seite der Bordzeitschriften „Ich bin eine Holocaustüberlebende und ich werde ‚nie wieder’ nach Israel zurückkehren.“  >>>

Cover in groß "Erinnern ist nicht genug ..."

Hedy Epstein

Erinnern ist nicht genug ...

Autobiographie

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Marion Böker

 
ISBN-10: 3-928300-86-5
ISBN-13: 978-3928300865
Ausstattung: Hardcover, 298 Seiten
Preis: 21.00 Euro
 

Schonungslos und ohne große Schnörkel beschreibt Hedy Epstein ihre ersten Lebensjahre im Nazideutschland. Nach der Reichspogromnacht entschieden sich ihre Eltern, Hedy mit einem Kindertransport nach England zu schicken. Trotz großer Bemühungen gelang es ihnen selbst nicht, das Land ihrer Mörder zu verlassen, sie wurden 1942 in Auschwitz umgebracht. 1945 kehrte Hedy Epstein noch einmal nach Deutschland zurück, um aktiv an den Nürnberger Prozessen teilzunehmen. 1948 wanderte sie in die USA aus und arbeitete dort u.a. in einer Rechtsanwaltskanzlei, die für Opfer von Diskriminierungen und die Rechte der Schwarzen eintrat. In den 70er Jahren übernahm sie die Beratung von Vietnamkriegsdeserteuren. 1989 reiste Hedy nach Guatemala und Nikaragua und noch im gleichen Jahr mit einer internationalen Friedensdelegation nach Kambodscha.
Seit ihrem 14. Lebensjahr auf sich allein gestellt, meisterte Hedy Epstein ihr Leben, indem sie sich selbst ohne Kompromisse für die Menschenrechte anderer einsetzte. Ihre Autobiografie ist das willensstarke Dokument eines Lebens gegen das Vergessen.

Hedy Epstein:

Hedy Epstein ist mit 75 Jahren unsere älteste Autorin. Sie
lebt heute in St. Louis USA.
1924 wird sie in Freiburg als Tochter jüdischer Eltern geboren. Da ihre Eltern keine praktizierenden Juden sind, wächst sie in Unkenntnis ihrer Glaubenszugehörigkeit auf. >>>

 


Hedy Epstein als Mitglied der Fee Gaza Mission (links oben Dr. Edith Lutz)

 

Video Free Gaza News Hedy Epstein

 

Hedy Epstein on Gaza - AFSC Middle-East Benefit Dinner

 

Hedy Epstein an den Außenminister  der Bundesrepublik Deutschland Dr. F.W. Steinmeier - Juli 2009 Sehr geehrter Herr Steinmeier, Ich wurde vor fast 85 Jahren als jüdisches Kind in Deutschland geboren und musste meine Heimat im Alter von 14 Jahren verlassen. Meine Eltern, die ich nicht mehr wiedersah, halfen mir, mit einem Kindertransport nach England der Hölle in Deutschland zu entkommen. Ich fühle mich Ihnen verpflichtet, gegen Unterdrückung und Ausgrenzung, wie ich sie damals erlebte, aufzustehen. Aber nicht nur die Erinnerung an meine Eltern und die Zeitzeugenschaft rufen mich auf, für Recht und gegen Unrecht einzutreten.  Es ist vor allem das "moralische Gesetz in mir" (Kant), das - so darf ich annehmen - Sie mit mir teilen, das Klage erhebt gegen die Unterdrückung der Palästinenser durch Israel und leider auch durch die Mittäterschaft Deutschlands.  Jeder, der in Nazi-Deutschland geschwiegen hat, der nichts unternommen hat, obwohl er etwas hätte tun können, war gewissermaßen ein Mittäter.  Das ist heute nicht anders.  Sagen Sie bitte nicht, Sie können nichts tun - Sie können sehr viel tun!  Greifen Sie zum Hörer, um nur ein Beispiel von vielen zu nennen, und rufen Sie Ihren israelischen Kollegen an.  Fordern Sie die sofortige Freigabe des gekidnappten Freegaza-Bootes und die sofortige Freilassung seiner Passagiere.  Helfen Sie mit, den Weg freizumachen für eine Öffnung Gazas!

Im kommenden August beabsichtige ich selber, an einer solchen Fahrt zur Durchbrechung der Blockade teilzunehmen.  Ich hoffe auf eine rege deutsche Beteiligung.
Mit freundlichen Grüßen, Hedy Epstein - St. Louis, MO - U.S.A.

 

Hedy Epstein - Holocaust survivor abused by Israeli security

 

"Der Sprung» der Hedy Epstein"
Jugendtheaterwerkstatt Moabit mit neuer Inszenierung



Der 83-jährigen Jüdin, Ehrengast in der ersten Reihe, lief ein sichtlicher Schauer über den Rücken, als ihre Doppelgängerin die Bühne betrat. «Ich bin Hedy», sagte ein 14-jähriges Mädchen, «und ich zeige euch meine Geschichte.» Das ausverkaufte Theater Engelbrot in Moabit war aufgeladen mit Energie, und manches Taschentuch rieb verstohlen über ein Auge, als die acht jungen Schauspieler Mimi, Big Jam, Ali, Mustafa, Elwin, Busra, Hassan und Alen das Premieren- Publikum auf die Reise in eine dunkle Vergangenheit entführten.

Mit dem Stück «Der Sprung», das unter anderem im Stadthaus Böcklerpark in Kreuzberg am 21. Juni eine weitere Vorstellung erlebt, hat die Jugendtheaterwerkstatt Moabit überzeugen können. Die Szenen und musikalischen Raps haben die Jugendlichen selbst entwickelt, unter der künstlerischen Leitung des Theaterund Literaturwissenschaftlers Ahmed Shah. Jeder im Saal spürte, dass es sich um echte Anliegen handelte: die Rechte von Kindern und Jugendlichen in schwieriger Umgebung.  >>>
 

 
Weitere Links zu Hedy Epstein

Before the Holocaust ~ Hedy's family in Germany before the Holocaust

The Concentration Camps ~ Hedy's family in camps in France and Auschwitz, after Hedy was sent to England

The Nuremberg Trials / Medical Trial ~ Hedy's experience as a research analyst after World War II

 

Literatur von und über Hedy Epstein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

www.kindertransport.de

www.antifa-gevelsberg.de

www.hedyepstein.com

 

 

Start | oben

Mail           Impressum           Haftungsausschluss           Translate          Honestly Concerned  + Netzwerk           Erhard  arendt art