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Einseitige Pro-Israel Berichte über die Okkupation sind (oft) Rassismus und Lügen

Palestine Update Nr. 115, 19.2.2018 – Pro-Israel Berichterstattung - Meinung - Ranjan Solomon

Ray Hanania ist ein preisgekrönter amerikanisch-arabischer Journalist und Autor. Er lebt in Chicago. Sein Vater kommt aus Jerusalem, seine Mutter aus Bethlehem. Er ist Christ, seine Frau Alison, Jüdin. Er ist Chef-Herausgeber von The Arab Daily News. In diesem Artikel (siehe unten) beschreibt Hanaia, wie voreingenommene Nachrichten-Medien zu Komplizen werden, indem sie der israelischen Regierung erlauben, Wahrheiten zu verbergen und andere zu übertreiben in der Richtung, dass man die palästinensischen Opfer von Siedlern und  Sicherheitskräften als „Terroristen in der ganzen Welt“ ansehen müsse.

Von westlichen Zionisten kontrollierte Medien sind voll rassistisch. Sie überleben, indem sie ihren Spielführern mit einem gemeinsamen Niedermachen der arabischen Völker gefallen. Israel unterstützen heißt bestätigen, dass Blut dicker ist als Wasser, und die rassistischen Medien werden den rassistisch-kolonialistischen Stamm unterstützen, bis der Tod ihn hinwegrafft. Primär postulieren sie, dass die Palästinenser die Übeltäter sind, obwohl sie sich in der Tat im Widerstand gegen einen Tyrannen befinden. Es liegt in der Natur des Untiers in den Medien, seitwärts vorbei an der Wahrheit zu vertrauen und stattdessen schamlos Hass und Falschinformation zu verbreiten.

Bedankt seien die sozialen Medien dafür, dass sie alternative Perspektiven anbieten und die Narrativen des  Mainstream herausfordern. Die grauslichen Neuigkeiten, die die Mainstream-Quellen ausspucken, arbeiten schrittweise gegen die zionistischen Unternehmen. Das, was wie Wahrheit ausschauen soll, schaut mehr und mehr verkehrt aus. Die Leute haben sich hinüber bewegt zu den sozialen Medienquellen, die „die seltener gesagten Wahrheiten“ anbieten als ihre Quelle der Wahrheit über zionistische Übeltaten und berechtigte Forderungen und Widerstandsmuster der Palästinenser.

Ray Hanania’s „Israels Krieg gegen die Palästinenser ist ein Krieg gegen Tatsachen“ analysiert die Trends und auftauchenden Veränderungen.

 

 

Israels Krieg gegen Palästinenser ist ein Krieg gegen Fakten

Für die Welt war Ahmad Jarrar ein „Terrorist“, der den „unschuldigen“ Rabbi Raziel Shevach im vergangenen Monat in der Nähe seiner Siedlung außerhalb von Nablus ermordet hat. In den israelischen und amerikanischen Nachrichtensendungen erinnerte man sich an Shevach als an einen „gutherzigen Familienmann“ und den „Vater von sechs Kindern“, der ruhig in seinem Haus in der israelischen Siedlung Havat Gilad lebte.

Was sie uns aber nicht erzählen, ist, dass Shevach für eine Hassbewegung steht, die sich in der besetzten Westbank durch illegal auf den von den Palästinensern gestohlenem Land gebauten Siedlungen ausbreitet. Man erinnert sich an Shevach als den Führer der israelischen Siedlerbewegung, die für die Zerstörung von Millionen Dunum Bauernland verantwortlich ist, das von den palästinensischen Zivilpersonen gewaltsam konfisziert – gestohlen – wurde.

Viele Siedler sind schwer bewaffnet und dürfen automatische Waffen tragen. Wenn israelische Siedler

Palästinenser töten, die gegen den Diebstahl ihres Farmlandes – auch friedlich – protestieren, werden die Siedler von der israelischen Regierung, israelischen Medien und einigen amerikanischen Nachrichtenstationen als Helden gefeiert. Die Palästinenser, die sie ermordet haben, werden als „Terroristen“, „Judenhasser“, „Antisemiten“ und „Friedensbekämpfer“ dämonisiert.

Aber außerhalb von den schiefen, pro-israelischen Zeitungsberichten lauert eine hässliche Wahrheit über die Siedler, die Regierung Israels und die schrägen Nachrichtensender. Sie lügen, um ihre eigenen Verbrechen zuzudecken. Sie haben nicht gesagt, dass Jarrar, der 22jährige, den man für die Tötung von Shevach angeklagt hat, im Jahr 2000 zur Waise wurde, weil Israel seinen Vater ermordete. Und ganz sicher haben sie euch nicht gesagt, dass man israelischen Soldaten in den Wochen nach Shevach‘s Tod die Erlaubnis gegeben hat, jeden zu überfallen, der ihnen während der Suche nach Shevach’s Mörder über den Weg laufen würde.

Die schiefen israelischen und amerikanischen Nachrichtensender haben euch nicht gesagt, dass Israels Regierung in der Vergangenheit mehrmals versucht hat, Jarrar umzubringen, und dass vielleicht – ich sage:  vielleicht - Jarrar auf deren Gewalt gegen ihn reagierte, als er Shevach tötete, und alles das ist grauslich in der israelischen Politik in der Westbank,

Ich unterstütze Gewalt nicht. Ich unterstütze kein Töten, keinen Mord. Ich unterstütze Gewaltlosigkeit. Aber ich fordere Genauigkeit und Verantwortlichkeit. Jarrar hätte man gefangen nehmen und vor Gericht bringen sollen; und ebenso hätte man gegen die Israelis vorgehen müssen, die seinen Vater getötet und die anderen palästinensischen Zivilisten ermordet haben – die israelischen Soldaten und die bewaffneten Siedler wie Shevach, die illegal in der besetzten Westbank leben.

Was mich ärgert, ist, wie leicht Israel Tatsachen verbirgt und andere übertreibt, und dass die israelische und die amerikanische Nachrichten-Übermittlung mitschuldig ist an dieser schiefen Berichterstattung.

 

War Shevach beteiligt an der Ausdehnung der israelischen Siedlungen auf dem Land, das man palästinensischen Zivilpersonen gestohlen hat? Man hätte ihn zur Verantwortung ziehen müssen, nicht umbringen. Aber Israel zieht seine „besonderen“ Bürger nicht zur Verantwortung, wie wir es in wiederholten Fällen gesehen haben, wo israelische Soldaten palästinensische Zivilpersonen ermordeten; und nur wenige wurden weggezerrt, wenn sie vom Video eingefangen wurden.

Israelis fragen mich auf Twitter, wieso ich keine Menschlichkeit zeige, wenn ich den Mord an Shevach hinterfrage. Aber ich frage zurück, beweisen sie Menschlichkeit, wenn sie den Mord von palästinensischen Bürgern ignorieren?  Während der letzten paar Monate wurden viele Palästinenser während israelischer Überfälle in palästinensischen Städten, Dörfern und Kleinstädten getötet. Und trotzdem sehen die Israelis keine Verantwortung, nur die Propagandapresse bringt die Beteuerung der Regierung, dass die Opfer Terroristen waren.

 

Es gibt kein „habeas corpus“ (ein gerichtlicher Terminus für die Forderung der demokratischen Rechtsprechung, dass Verdächtige öffentlich vor einen Richter gebracht werden müssen, um ihren Klägern gegenüber gestellt zu werden. Sie müssen ihre eigenen unabhängigen Rechtsanwälte erhalten, wenn sie mit Anklagen konfrontiert werden.) Indem sie dieses verweigert, kann die Regierung Israels von jedem Palästinenser fälschlicher Weise behaupten, dass sie einen „Terroristen“ tötet.  

Schlimmer, denn Palästinenser und Araber haben im Westen keine wirkliche Öffentlichkeitsarbeit für Kampagnen, um sich gegen die israelische Propaganda stark zu machen – viele Menschen akzeptieren einfach das Wort der israelischen Regierung ohne es zu hinterfragen.

Es tut mir leid für den getöteten Rabbi und ich drücke der Familie mein Beileid aus. Sie wurden der Gehirnwäsche unterzogen zu glauben, dass die Unterdrückung von christlichen und muslimischen Palästinensern und der Diebstahl ihres Landes für rassistische „nur für Juden“-Siedlungen eine akzeptierbare Lebensart ist. Ist sie nicht!

Die wirklichen Opfer sind die Palästinenser, die diesem Übel der Unterdrückung durch israelische Siedler ohne Stimme gegenüberstehen, ohne Zugang zu gesetzlichen Regeln, und mit wenig Hoffnung auf Veränderungen der Politik Israels.

Ray Hanania ist preisgekrönter palästinensisch-amerikanischer Kolumnist. Schicken Sie ihm eine Botschaft unter rghanania@gmail.com (mailto:rghanania@gmail.com) oder Twitter: @rayhanania  -  Übers.: Gerhilde Merz  

 

Dokumentation - Presse - Hürden, Lücken, Manipulation, Zensur + Meinungsfreiheit in Israel >>>
Dokumentation - Wichtige Manipulatoren  >>>

 


VIDEO - Heiligste Stätte der Christenheit aus Protest geschlossen
Harry Fawcett - Kirchenführer der Grabeskirche, die für die Stääte von Christi Kreuzigung und Auferstehung gehalten wird, sind über die Pläne für die Versteuerung von Kircheneigentum verärgert.

 




Kirchenführer im besetzten Ost-Jerusalem haben die heiligste Stätte der Christenheit geschlossen in Reaktion auf die Diskriminierung, wie sie es nennen, durch die israelische Regierung. [...]   Quelle          Übersetzung: K. Nebauer

 




Grabeskirche in Jerusalem geschlossen - Es geht um viel Geld und noch mehr Land
: Israel und die Kirchenoberhäupter Jerusalems liegen im Streit. Aus Protest haben die Christen nun die Grabeskirche geschlossen - eine der heiligsten Stätten ihrer Religion. - Dominik Peters - 27.02.2018

Hier soll Jesus begraben worden und auferstanden sein - die Grabeskirche in Jerusalem. Heute beten nicht nur sechs verschiedene christliche Konfessionen in dem Sakralbau, sondern bekämpfen sich auch oft. Die Streitereien und Schlägereien zwischen Kopten und Armeniern, Syrern und Äthiopiern, Katholiken und orthodoxen Griechen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Meistens geht es dabei um die Frage, wer wo wann beten darf.

Nun haben sich die Männer Gottes zusammengerauft - und die Grabeskirche bis auf Weiteres geschlossen. Der Grund: Ärger mit den israelischen Behörden. Seit Sonntag protestieren die Kirchenführer mit diesem beispiellosen Schritt gegen zwei voneinander unabhängige Beschlüsse:
◾Die Stadt Jerusalem fordert nachträglich Steuern in Höhe von 152 Millionen Dollar von den eigentlich steuerbefreiten Kirchen. Diese sollen das Geld mit Geschäften eingenommen haben, die als kommerziell eingestuft werden, wie etwa Hotels und Geschäfte. Zwar erklärte Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat am Dienstagmittag, er nehme doch Abstand von der Forderung. Die Kirchen haben sich bislang aber noch nicht geäußert. Zum anderen plant die Regierung ein neues Bodenrechtsgesetz, das dem Staat >>>

 

 


Jordanien fordert Israel auf, seine Entscheidungen bezüglich der Kirchen in Jerusalem 'unverzüglich' zurückzunehmen
- 25.02.2018 - Jordanien verurteilte am Sonntag die Entscheidung der israelischen Besatzungsbehörden gegen Jerusalemer Kirchen und (deren) Eigentum in Verletzung des Völkerrechts und forderte Israel auf seine Entscheidungen 'unverzüglich' zurückzunehmen.

Mohammad al-Momani, Sprecher der jordanischen Regierung, wiederholte Jordaniens Zurückweisung der systematischen Maßnahmen israelischer Behörden, um den historischen und rechtlichen status quo der heiligen Stätten in Ost-Jerusalem einschließlich des islamischen und christlichen Eigentums und der Stiftungen zu verändern.

Der Regierungssprecher wies darauf hin, dass diese Maßnahmen internationales Recht und humanitäres Völkerrecht verletzen sowie Vereinbarungen bezüglich der historischen Situation, die seit vielen Jahren diesbezüglich existieren, und betonte, dass Kirchen von diesen Steuerzahlungen an die existierenden Zivilbehörden in der Stadt immer ausgenommen waren.

Er sagte, diese Maßnahmen seien eindeutig gegen die historische christliche Präsenz in Jerusalem gerichtet, die ein wesentlicher Teil der Geschichte der Heiligen Stadt und ihres historischen, menschlichen, religiösen und zivilisatorischen Erbes ist und die Werte interreligiöser Koexistenz in seiner vollsten Form verkörpert.

Er forderte Israel auf "unverzüglich die gegen Kirchen ergriffenen Entscheidungen zurückzunehmen und seinen Verpflichtungen als Besatzungsmacht in Ost-Jerusalem entsprechend dem Völkerrecht nachzukommen.
Quelle      Übersetzung: K. Nebauer
 


GÖAB-Newsletter Analysen/Dokumente Nr. 15/2018 - Fritz Edlinger - 27.02.2018 - Jerusalem - Die Entscheidung von Präsident Donald Trump, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, ist inzwischen ausreichend kommentiert worden und zwar nahezu ausschließlich negativ. Die USA ist nun offensichtlich entschlossen, die letzten Hoffnungen auf eine Revitalisierung des seit Jahren stillgelegten Nahostfriedensprozesses zu zerstören. Anders kann die Ankündigung, die Übersiedlung der Botschaft im kommenden Mai durchzuführen, nicht interpretiert werden. Auch, wenn es durchaus vorstellbar ist, dass Präsident Trump die Ereignisse im Mai 1948 nicht hinlänglich bekannt sind, so sollte es doch in seinem Umfeld Berater geben, welche die Brisanz dieses Termines erkennen. Am 14.5.1948 lief das Völkerbundsmandat für Palästina aus und der Staat Israel wurde gegründet. Am 15. Mai erklärten Ägypten, Transjordanien, Syrien, Libanon und der Irak dem Israelischen Staat den Krieg, welcher offiziell bis zum 20.7.1949 andauerte. Dieser endete mit einer kapitalen Niederlage der arabischen Armeen und mit der Eroberung von Gebieten durch die israelische Armee, welche nach dem Teilungsplan der Vereinten Nationen für den Palästinensischen Staat vorgesehen waren. Als Folge dieses ersten Palästinakrieges wurden zwei Drittel der palästinensischen Bevölkerung (ca. 750 000) aus ihrer Heimat vertrieben und ca. 440 palästinensische Städte und Dörfer zerstört. Während also der 14.5. zum israelischen Staatsfeiertag erklärt wurde, stellt dieser für die Palästinenser den Beginn von „Al Nakba“ (die Katastrophe) dar. Es könnte also kein weniger provokantes Datum für die Eröffnung der US-amerikanischen Botschaft in Jerusalem geben als den Monat Mai und schon ganz besonders den Mai 2018, in dem Israel mit Pomp seinen 70-jährigen Bestand feiert.

Mit unserem heutigen Newsletter übermittle ich eine umfassende Dokumentation der Palästinensischen Befreiungsorganisation, die sich mit der Situation in Jerusalem befasst („The Resilience of Occupied Jerusalem. Israeli Violations in 2017“) und eine einschlägige Erklärung des Chefverhandlers der PLO Dr. Saeb Erekat sowie auch einen Bericht der Jerusalem Post zum gleichen Thema.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch die jüngste Erklärung des palästinensischen Präsidenten Mahmut Abbas vor dem UN-Sicherheitsrat in Erinnerung rufen, der die Übersiedlung der US-Botschaft nach Jerusalem als endgültiges Scheitern des in Oslo begonnenen „Nahostfriedensprozesses“ bezeichnet und eine weitere Rolle der USA als Vermittler zurückgewiesen hat. Für die Palästinenser haben die USA nunmehr im israelisch-palästinensischen Konflikt eindeutig Stellung bezogen und zwar auf Seiten Israels. Mahmoud Abbas hat bei dieser Gelegenheit die Durchführung einer internationalen Nahostfriedenskonferenz vorgeschlagen. Dies ist übrigens eine alte Forderung, welche von Israel und den USA immer wieder vehement abgelehnt und torpediert worden ist. Verschiedene Versuche, zuletzt 1991 in Madrid, wurden dann auch regelmäßig von Israel „erfolgreich“ zum Scheitern gebracht. Angesichts der kompromisslosen Haltung Israels und der bedingungslosen Unterstützung durch die USA stellt eine Internationalisierung des israelisch-palästinensischen Konfliktes im Moment sicherlich die einzige Alternative zu einer weiteren Eskalation von Gewalt und Gegengewalt dar. Die zahlreichen weiteren Konflikte im Nahen Osten sind leider kein ideales Umfeld für eine derartige Initiative, man sollte es aus meiner Sicht aber auf jeden Fall versuchen. Ob Europa dafür der geeignete Initiator sein kann, wie es viele meinen, muss sich erst noch erweisen. In der EU gibt es bekannterweise zum israelisch-palästinensischen Konflikt durchaus unterschiedliche Meinungen, bei denen die israelfreundlichen (siehe beispielsweise auch die überraschende Haltung der neuen österreichischen Bundesregierung) zuletzt sogar noch stärker geworden zu sein scheinen. Alles in allem keine besonders günstigen Voraussetzungen dafür, die legitimen Rechte des palästinensischen Volkes endlich ernsthaft zu berücksichtigen. Es scheint aber keine anderen Möglichkeiten – außer Fortsetzung des unhaltbaren Status quo – zu geben.
 


Die Dokumentation der KoPI-Tagung am 9.-10. Juni 2017 in Frankfurt anlässlich der Besetzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens vor 50 Jahren ist nun im Zambon-Verlag erschienen.

Der Band enthält sämtliche Vorträge, die dort gehalten wurden, in deutscher Übersetzung und ist über den Buchhandel erhältlich zum Preis von 14 Euro.                ISBN 978 3889 7527 03 - KoPI-SprecherInnenkreis


 

 


Übermenschliche Größe - Der Gazakrieg auf der Bühne
- 2009 verlor der Arzt Izzeldin Abuelaish beim Beschuss seines Hauses in Gaza drei seiner Töchter und eine Nichte. Traurige Berühmtheit erlangte er noch während des Anschlages, als er als Zeuge im israelischen Fernsehen bei der Bombardierung seines Hauses zusehen musste. Doch anstatt in Wut und Hass zu verfallen, ging er als Arzt nach Toronto, gründete eine Friedensstiftung und schrieb ein Buch: "Ich werde nicht hassen". Daraus ist ein Theaterstück entstanden, das jetzt in Stuttgart uraufgeführt wurde.

Der Gynäkologe Izzeldin Abuelaish setzte sich seit Jahren für die Verständigung von Israelis und Palästinensern ein. Er arbeitete in Israel und wohnte mit seiner Familie in Gaza. Nach dem Krebstod seiner Frau musste er allein für seine acht Kinder sorgen. Obwohl er die israelische Armee kurz vorher über die Lage seines Hauses informiert hatte, wurde es beschossen. Beim Einschlag der Panzergranaten starben drei seiner Töchter und eine Nichte. Sein Bruder und eine weitere Tochter wurden schwer verletzt.

"Wir sollten Mitgefühl miteinander haben"

In seiner Verzweiflung rief der in Israel bekannte Abuelaish beim israelischen Fernsehen einen Journalisten an, der ihn schon häufig interviewt hatte. So erlebte Israel live den Schmerz des palästinensischen Arztes mit. Trotz allem zeigt Abuelaish geradezu übermenschliche Größe: "Ich hasse niemanden. Sogar manche Israelis fragen mich: 'Wie - es hat sich keiner von der israelischen Regierung bei dir entschuldigt und dir sein Beileid ausgedrückt?' Genau da sollten wir ansetzen: Wir sollten Mitgefühl miteinander haben."

Obwohl Izzeldin Abuelaish in einer bitterarmen Flüchtlingsfamilie aufwuchs, schaffte er es, Medizin zu studieren, mit Harvard-Abschluss. Ab 1997 war er der erste palästinensische Arzt, der in Israel arbeitete. Nach dem Tod seiner Töchter ging Abuelaish mit seinen verbliebenen fünf Kindern nach Kanada und arbeitete an der Universität von Toronto. Er schrieb seine tragische Geschichte in einem Buch auf, das in 23 Sprachen übersetzt wurde. Sein Herzensprojekt heißt "Töchter des Lebens". Seine Stiftung fördert die Ausbildung von Mädchen und Frauen im Nahen Osten. Frauen sind für ihn der entscheidende Faktor beim Aufbau einer Zivilgesellschaft. "Palästinenser im allgemeinen und besonders die in Gaza sind gut ausgebildet, aber sie haben keine Chance, ihre Bildung sinnvoll anzuwenden", sagt er. "Sie brauchen Stabilität und Nachhaltigkeit, damit wir heute nicht etwas aufbauen, was morgen wieder zerstört wird."

"Ich werde nicht hassen"

Als im Sommer 2014 wieder Bomben fielen, fuhr er sofort hin, um zu helfen. Heute ist Gaza so zerstört wie nie zuvor. Mehr als 100.000 Menschen sind ohne Obdach, die Versorgungslage ist katastrophal. Bis die seelischen Wunden verheilen, braucht es Generationen, sagt Abuelaish. Was ist zu tun, damit der geplante Wiederaufbau von Dauer ist? "Ich werde nicht hassen, das habe ich meinen toten Töchtern versprochen", sagt der Arzt. "Und dieses Versprechen werde ich nie brechen. Aber die israelische Regierung muss endlich die Besatzung beenden, damit die Palästinenser frei leben können. Und auch die Israelis wären dann davon befreit, Besatzer und Unterdrücker zu sein. Wir wollen, dass auch sie frei von Angst leben und nicht mehr nur zu militärischen Mitteln greifen."

"Ich werde nicht hassen" am Theaterhaus Stuttgart ist eine puristische und gerade deshalb so starke Inszenierung. Das Stück konzentriert sich ganz auf die bewegende Geschichte des Arztes, getragen allein von der Kraft eines einzigen Schauspielers, Mohammad-Ali Behboudi. "Was Doktor Abueleish jetzt macht - trotz dieses Schicksals weiter für die anderen Menschen dazusein, zu kämpfen - das finde ich großartig", sagt er. "Ich wollte eigentlich ganz konkret zeigen, dass es Stimmen gibt in Palästina, und gerade so eine Stimme wie Izzeldin Abueleish, die bedingungslos Ausgleich fordern, sowohl von den Israelis als auch von den eigenen Leuten", erklärt Regisseur Ernst Konarek. "Es ist an der Zeit, dass wir uns hinsetzen und endlich miteinander reden", heißt es im Stück. Das Publikum im Theaterhaus Stuttgart war begeistert und bewegt - vom Stück und vor allem von der Menschlichkeit des Mannes, der all das durchlebt hat.  Quelle
 

Du sollst nicht hassen
Meine Töchter starben, meine Hoffnung lebt weiter

Izzeldin Abuelaish
Verlag Lübbe Digital, 2011
ISBN 3838704177, 9783838704173


Antisemiten-Pack!
- Veröffentlicht am 27. Februar 2018 von Abi Melzer - Nach seiner letzten peinlichen Äußerung zu seinem persönlichen Thema Antisemitismus, fragt man sich, warum Henryk M. Broder immer noch in Berlin bleibt, wo doch fast alle zu einem verlogenes Antisemiten-Pack gehören sollen und er eigentlich fortan um ganz Berlin einen Bogen machen müsste, denn eigentlich müsste ihn dort alles an das Reichssicherheitshauptamt – Referat – Palästina erinnern und an dessen Chef Adolf Eichmann.

Wenn es nur deshalb ist, weil er in Berlin mehr Antisemiten treffen und „plattmachen“ kann, dann kann ich ihn beruhigen: In Jerusalem gibt es auch Antisemiten und Israel wartet darauf, dass der oberste deutsche Antisemitenjäger endlich ins Heilige Jerusalem kommt und seines Amtes mit deutscher Gründlichkeit waltet. Und es wäre auch wünschenswert, wenn er seinen Anwalt Nathan Gelbart mitnähme, denn er wird in Jerusalem sicher auch eine Menge Prozesse führen und Uri Avnery täglich abmahnen können. Dafür ist ein zionistischer Funktionär von Keren Hajessod bestens geeignet. >>>
 



Quelle facebook

 



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Jerusalemer Kirchenstreit- Israel lenkt ein >>>

 

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27. 2. 2018

 

"Israel bricht die Brücken zur christlichen Welt ab"
Aus Protest gegen ein Gesetzesvorhaben in der Knesset, das es ermöglichen soll, kirchlichen Grundbesitz zu verstaatlichen, sowie gegen Pläne der Jerusalemer Stadtverwaltung, künftig auch von den Kirchen die seit osmanischer Zeit nicht eingetriebene Kommunalsteuer („Arnona“) in der heutigen Größenordnung von umgerechnet 150 Millionen Euro zu erheben, versammeln sich am 25. Februar die Spitzen der Griechisch-Orthodoxen, der Armenischen und der Römischen Kirche vor der Grabeskirche und unterbrechen den Zugang für Besucher. Auf Transparenten heißt es „Genug ist genug!“ Am 26. Februar schließt sich die evangelische Erlöserkirche dem Vorgehen an. (...) >>>

 

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My father was jailed for believing Palestine must be free
The Israeli occupation thinks that my father, non-violent organizer Munther Amirah, is a threat to its apartheid system because he radiates hope to our community. >>>

 

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26. 2. 2018

 

24 Jahre nach dem Massaker in der Ibrahimi-Moschee in Hebron:
Mehr als 79 Checkpoints, fünf Außenposten, etwa 700 Siedler, mehr als 1.520 durch militärische Anordnung geschlossene Geschäfte, zwei Drittel des Areals werden von der israelischen Besatzung mit 26 Überwachungskameras kontrolliert. >>>

 

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25. 2. 2018

 

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