Sonntag, 28. Januar 201817:20   -    HELFEN     BDS     facebook    LINKS     ARCHIV    THEMEN

 

 

Ungeschützt:  Die Inhaftierung palästinensischer Teenager in Ost-Jerusalem.
 Zusammenfassung - B'Tselem_Oktober 2017 - B'Tselem und HaMoked

Palästinensische Teenager  werden mitten in der Nacht aus dem Bett gerissen, ohne Notwendigkeit werden ihnen Handschellen angelegt und müssen sie dann lange Zeit auf den Beginn ihres Verhörs warten. Erst dann, wenn sie müde und gebrochen sind, werden sie zu langen Verhörsitzungen geholt, ohne dass ihnen Gelegenheit gegeben würde mit einem Anwalt oder den Eltern vor Beginn des Verhörs zu sprechen und ohne zu wissen, dass sie das Recht haben zu schweigen.

Dann werden sie für Tage und Wochen in einer Hafteinrichtung unter harten Bedingungen festgehalten, selbst wenn das Verhör bereits beendet ist. All das wird von Drohungen und verbalen und physischen Mißhandlungen begleitet – vor oder während des Verhörs.

Sind die Jungen dann einmal offiziell in Haft, sind die Eltern von allen Verfahren ausgeschlossen. Zu keinem Zeitpunkt betrachten die Strafverfolgungsbehörden die Eltern oder die, die berechtigt sind, das Kind zu schützen, als relevant für den Prozess. Sie erhalten nicht die mimimalste Information darüber, was mit ihrem Sohn geschehen ist oder welche Rechte er hat. Nur sehr selten wird ihnen erlaubt ihr Kind zu sehen. Das lässt die Eltern machtlos, unfähig ihrem eigenen Kind zu helfen. Ohne den Schutz ihrer Eltern oder eines Erwachsenen, dem sie vertrauen können, und ohne jede Berücksichtigung ihres Alters müssen diese Jungen den ganzen Prozess allein durchstehen, fern von ihren Familien, ihrem Alltag und allem Vertrauten.

Die Jungen finden sich selbst in einer bedrohlichen und verwirrenden Situation wieder, ohne dass einer der Erwachsenen um sie herum sich die Mühe macht ihnen zu erklären, was gerade geschieht. Niemand erklärt ihnen, wohin sie gebracht werden, wessen sie verdächtigt werden, welches ihre Rechte sind, niemand, mit dem sie sich beraten könnten, wie lange der Prozess dauern wird, und wann sie zu ihren Familien und ihr Zuhause zurückkehren werden.

Noch schlimmer, die Berichte der Jungen zeigen, dass die Erwachsenen um sie herum – Polizeioffiziere, Agenten der israelischen Sicherheitsbehörde ISA, Gefängniswärter und Richter – sie behandeln, als hätten sie keinerlei Rechte. Wann immer die Jungen um etwas bitten, was ihnen bewilligt wird – sei es Essen oder Trinken, ein Handtuch, der Gang zur Toilette, ein Gespräch mit den Eltern – wird als eine Geste des guten Willens gesehen, ganz nach dem Gutdünken des Diensthabenden.

Infolge dieser Praktiken wird den Strafverfolgungsbehören die Freiheit gelassen Druck auszuüben, um sie zu Geständnissen zu zwingen. Und tatsächlich unterschreiben viele minderjährige Häftlinge unfreiwillig Geständnisse (manchmal sind die Geständnisse falsch und manchmal in einer Sprache geschrieben, die sie nicht verstehen), die dann als Grundlage für die Anklage gegen sie verwendet werden.

Diese Realität spiegelt sich in 60 eidesstattlichen Erklärungen wieder, die B'Tselem und HaMoked von Teenagern aus Ost-Jerusalem gesammelt haben, die im Zeitraum von Mai 2015 bis Oktober 2016 verhaftet und verhört worden waren. Einige der Jungen wurden nach dem Verhör freigelassen, während andere angeklagt wurden.

Die Erkenntnisse aus diesen eidesstattlichen Erklärungen zeigen in Verbindung mit sehr vielen von HaMoked, B'Tselem und anderen Menschenrechtsorganisationen gesammelten Informationen, dass die Situation wie in diesem Bericht beschrieben die vorrangige Verhaltensweise des Staates Israel für den Umgang mit Jungen ist, die verdächtigt werden Steine geworfen zu haben.

Wir haben dabei nicht nur mit ein paar bösen Verhörenden oder Gefängniswärtern zu tun, die sich über die Regeln hinwegsetzen. Vielmehr ist es der Fall einer klaren und eindeutigen Politik, die von den verschiedenen Behörden verfolgt wird: der Polizei, die die Verhaftungen durchführt; dem israelischen Gefängnisdienst (ISP), der die Jungen unter harten Bedingungen gefangen hält; und schließlich den Gerichten, wo Richter praktisch automatisch die Untersuchungshaft der Jungen verlängern, auch in Fällen, wo die Inhaftierung von Anfang an nicht gerechtfertigt ist, auch wenn das Verhör bereits vorüber ist, und sogar in Fällen, in denen die Jungen sich beschweren, dass sie körperlich mißhandelt worden seien.  >>>

 

 

 

 

 

Palestine Update Nr. 106 – 22. Jan. 2018 -   - Gedanken und Ansichten über die sich abzeichnende Zukunft - Meinung - Ranjan Solomon

In dieser Ausgabe von Palestine Updates bringen wir Ihnen eine Sammlung aus einer Analyse von innen zu Themen, die 2017 Ramzy Baroud gesammelt hat. Ramzy Baroud schreibt seit mehr als 20 Jahren über den Mittleren Osten. Er ist ein international vernetzter Kolumnist, ein Medienberater, Autor von einigen Büchern und der Gründer von PalestineChronicle.com. Sein jüngstes Buch hat den Titel „Mein Vater war ein Freiheitskämpfer: Gazas nicht berichtete Geschichte“ (Pluto Press, London).

Jeder dieser Artikel beschreibt nicht einfach eine einzelne Situation. Stattdessen zeigen sie die weitgefächerten Optionen auf, die die Palästinenser wählen müssen, wenn sie eine glaubwürdige und tragbare Formel für ihre Selbstbefreiung aus den Fängen eines Regimes schmieden wollen, das nicht leicht zustimmen wird, sich zu verabschieden von der Asymmetrie, die es durch seine kolonialistisch-rassistischen Praktiken und Politik erworben hat.

In der Folge der „Nakba“ haben die Palästinenser ständig Grund verloren. Angespornt durch seinen militärischen Triumph 1967 schreibt Israel täglich die Konturen seiner Geschichte um, indem es „Fakten am Boden“ mit einer Geschwindigkeit schafft, die auf der Einführung illegaler Gesetze, Landraub und einer ganzen Menge brutaler Taktiken basiert. Wie Baroud es ausdrückt, hat Israel diese Art von politischer Stellung durch die Anwendung von Methoden angenommen, die seine „neu gefundene Macht“ reflektieren.   

Israel  hat diese Linie überschritten und unterwirft nun Millionen seiner Bewohner und hält sie für eigentlich „kein Volk“. Baroud erinnert uns, wie die frühere israelische Premierministerin Golda Meir unentwegt erklärte, dass Palästinenser „nicht existieren“ und dass es ein „Ding wie ein palästinensisches Volk“ überhaupt nicht gäbe. Baroud beobachtet, dass dieses Kommentar offenkundig „viel gefährlicher war als ein einfacher rassistischer Kommentar …“

Wenn Palästinenser in der Vorstellung Israels „existiert“ hätten, hätte es niemals eine moralische Rechtfertigung für die Schaffung von Israel geben können; keine Drehung wäre kräftig genug gewesen, um bei der Geburt des israelischen „Wunders“ zu jubeln, das „die Wüste zum Blühen gebracht habe“. 

Schnell weiter: 2018! Zwei Intifadas und einige Angriffskriege auf den Gazastreifen durch Israel, die Mauer, unverantwortliche Siedlungsaktivitäten und monumentaler Landdiebstahl, um mit dem Expansionsdrang Israels zurechtzukommen, Aneignung von Erbe und Kultur, koloniale Schemata markieren die Spur. Israel ist jetzt zur Gänze ein faschistisches Regime. Es versklavt ganze Völker, nimmt ihnen die Freiheit des Wahlrechts weg und geht weiter … nicht nur in Palästina. Es versucht, die ganze Region zu destabilisieren, indem es jedes Land und jeden Herrscher entmachtet, das/der es wagen sollte, Israels überheblichen Vorstellungen entgegen zu treten. Die Aggression in Israels Intensionen führt in die Richtung von sichtbaren Zeichen von ethnischer Säuberung. Sein Modell der Besetzung wird durch militärische Domination und plumpe Propaganda hochgehalten.

Kürzliche Geschehnisse haben die Hoffnungen der Menschen in Palästina gedämpft und selbst die radikalsten Denker und Aktivisten erwägen Kapitulation. Die UNO war ein solcher  Ort gewesen mit kraftvollen Resolutionen, die von dieser erhabenen Körperschaft gekommen waren. In ihrer Verzweiflung beziehen sich Palästinenser oft auf diese Resolutionen als tapfere Worte – die leider weder Zähne noch Biss haben. Aber das ist ein Pessimismus, der sich nicht festsetzen kann und sollte bei denen, die Freiheit von der Besatzung suchen. Das ist im scharfen Kontrast zu dem wachsenden internationalen Widerstand. Das selbst muss zu Formen von zivilem Ungehorsam führen, die Israels böse Entwürfe frustrieren. Israels Gebiet und besonders das besetzte Gebiet müssen unregierbar gemacht werden. Man kann die Schultern nicht hängen lassen und eine nahe Übergabe andeuten, wenn der Feind lautstarke Maßnahmen setzt, wissend, dass seine Einschüchterungstaktik funktioniert. Freiheit wurde nie durch gütige Missbilligung gewonnen. Die herrschenden Klassen und die privilegierte herrschende Clique haben oft Militanz vermieden unter der irgendwie dubiosen Idee, dass Gewaltlosigkeit schlecht sei. Zurückzuschlagen ist legitim, besonders, weil die Konsequenzen einer solchen Aktion sind, ein noch größeres Übel auszuschalten. Außenstehende von dieser Situation, westliche Medien und religiöse Institutionen würden eher den leichten Weg hinaus wählen und Gewalt auf eine Weise romantischer Politisierung hineinwerfen.  Das ist krasse Feigheit. Israel hat von Hamas-Kämpfern gelernt, dass sogar eine unendlich weniger bewaffnete Gruppe von Kämpfern mit primitiven Waffen Israel zwingen kann, nach einem Waffenstillstand zu rufen. Und nur wegen der feigen internationalen Gemeinschaft findet Israel seine barbarischen militärischen und politischen Führer noch nicht vom ICC (International Criminal Court) abgeurteilt und eingesperrt.   

Für eine friedliche Vision zum Ersatz für den derzeitigen Zustand der Eroberung braucht es eine wohlüberlegte Strategie, die sorgfältig und strategisch aufgebaut werden muss. Die Bodenständigen werden immer im Mittelpunkt einer solchen Strategie stehen – die Palästinenser müssen das Ziel definieren. Solidarität von der internationalen Gemeinschaft und deren Bereitschaft hängen davon ab, auf welcher Höhe, in welchem Land, welcher Region und welchem Sektor die Aktion vor sich geht. Dort ist es, wo die Hoffnung liegt. Heute schließen sich mehr jüdische Stimmen palästinensischen Intellektuellen an, um die Wurzeln des Kampfes der Palästinenser zu skizzieren.

Israel ist verärgert, dass eine zunehmende Bewegung unter Palästinensern, Israelis und anderen weltweit einen Paradigmen-Wechsel fordern, um die Wurzeln des Konflikts in Palästina zu verstehen. Sie haben das Ableben der „Zweistaatenlösung“ erklärt. Israel ist wütend. Es hat die schlimmste Form von Grausamkeiten aufgebracht, sowohl was legislative Begriffe betrifft wie auch militärische Methoden. Seine legislativen Normen können internationaler Rechtsprechung nicht standhalten. Israel hat herausgefunden, was für den zionistischen Clan „selbsthassende Juden“ bedeuten, um damit auf langen Strecken zu bestrafen. Ungeachtet dessen werden jene Juden, die die offizielle israelische Narrative herausfordern, immer mehr. Israels Zwangsmethoden haben es in einen Zustand von „Selbst-Belagerung“ getrieben. Jede unterdrückerische Maßnahme trifft auf Hohn und offene Verstimmung. Und das sind Elemente, die den Grund legen für den ultimativen Angriff auf die zionistische barbarische Eskapade. (Es macht Sinn, hier nach dem Webster Dictionary „barbarisch“ zu definieren als: sich beziehend auf – oder charakteristisch für eine Gruppe von Menschen, die Fremde sind in einem anderen Land, einer anderen Kultur, einem anderen Volk …)

Sieben Jahrzehnte nach der Nakba findet sich Israel als im Schlamm durch seine schmutzige Vergangenheit wühlend.

Nachfolgend finden Sie wertvolle Quellen eines angesehenen Kommentators. Lesen Sie diese und verteilen Sie sie.      In Solidarität Ranjan Solomon

 

Was ist das nächste für Palästina? -  18. Jänner 2018 – 14 palästinensische Intellektuelle erzählen uns über den Weg vorwärts für Palästina (Aljazeera)   >>>

„Kinder der Steine“ - 8. Dezember 2017 – Heute vor 30 Jahren machten Palästinenser den ersten Schritt, um ihre Identität zu reklamieren und gegen ihre Unterdrücker aufzustehen  >>>

Wie ein fehlendes „the“ die israelische Besetzung ermöglichte: Palästina - 21. November 2017 – Die Wortwahl in der UNO-Resolution 242 half Israel, seine Besetzung von palästinensischem Land zu rechtfertigen. >>>

Der Krieg von 2014, mit den Augen eines Jugendlichen in Gaza gesehen: Gaza, Nach dem Krieg – 14. 9. 2017 – Sechs junge Gazaer teilen ihre Gedanken und Erfahrungen über ein Leben unter Belagerung >>>

Die Israel-Lobby gegen das First Amendment (erster Gesetzeszusatz) USA, 30 Juli 2017 – Der Versuch des Kongresses, die BDS-Bewegung zu bannen, ist ein Angriff auf die innersten demokratischen Werte der USA >>>

Nakba für immer – unter exilierten Palästinensern internalisiert - Gaza, 30. Juli 2017 – Über die Grenzen von Erinnerung, Geographie und Trauma hinaus ist die Nakba ein Brennpunkt in der weitergehenden Tragödie der Palästinenser. >>>

Wie Israels gewalttätige Geburt Palästina zerstörte - Al Nakba, 1. Mai 2017 – Fast 70 Jahre nach der Gründung von Israel ist die Vergangenheit noch immer  von großer Bedeutung. >>>                  Übersetzt: Gerhilde Merz 

 

 

 

 


Lange Nacht über Filmemacher Amos Gitai - Audio und Text
- "Ich folge den Ablagerungen der Geschichte in mir" -  Heike Brunkhorst und Roman Herzog - Der Filmemacher Amos Gitai widmet sich dem jüdischen Israel in all seinen Widersprüchen und Konflikten. Er ist unbequem und herausfordernd - und überaus produktiv: In 40 Jahren sind über 60 Dokumentar- und Spielfilme entstanden.

"Ich denke, seit dem Jom-Kippur-Krieg bin ich ein Zeuge, der aufgrund merkwürdiger Umstände überlebt hat, als mein Helikopter abgeschossen wurde. Ich bin extrem interessiert, fasziniert und verstört von diesem Land. Und ich denke, es braucht ein starkes Kino, kein schmeichelndes oder wohlgefälliges, sondern ein Kino, das sich mit der Geschichte Israels auseinandersetzt."

Vom Staat zensiert, geht Amos Gitai 1982 ins Exil nach Paris und kehrt zurück nach der Wahl Yitzhak Rabins zum Ministerpräsidenten 1992. Heute in beiden Welten lebend, eckt er mit seinen Filmen immer wieder an, hinterfragt die Gewaltgeschichte seines Landes, die Diskriminierung der Palästinenser und politische Mythen - der Linken wie der Rechten, der Israelis und der Palästinenser  >>>

   

 

 

 

 

VIDEO  - Quelle facebook

 

 

VIDEO - Israel's “anti-terror camps" attract tourists with army life    >>>
 


Weitere Videos >>>

 

 

 

 


Israel, are you a real state?
- Jonathan Ofir - 26. 1. 2018 - This week, three things related to Israel made my jaw drop:

1) It turned out that centrist Israeli lawmaker (deputy minister and former Ambassador to the US) Michael Oren had not merely opined that the Tamimi family was “not a real family”, but that he had initiated a parliamentary committee investigation into this matter, already 2 years ago.

2) Palestinian-Israeli lawmakers were expelled from Israel’s parliament plenum during US Vice President Mike Pence’s speech, for lifting signs of protest.Their expulsion took about 10 seconds from the moment they lifted signs, and the rest of the crowd cheered.

3) The publication by Israeli journalist Ronen Bergman (in The New York Times), of how Israel in the 1980s was so bent on assassinating Yasser Arafat, that it was willing to bomb a crowded stadium in Beirut where he was to speak, willing to down commercial airliners if he was aboard, and willing to have Israeli journalists killed (including Uri Avnery) as collateral, if they could only provide a trail to him when meeting the Palestinian leader.

And that’s just in one week. Where do you even start, right? Let’s start with Michael Oren.

Michael Oren and the Tamimi family
- Haaretz revealed that Oren had been heading an inquiry by a Knesset subcommittee two years ago, into whether the Tamimis were a “real family”. The inquiry “didn’t reach unequivocal conclusions,” and was prompted by suspicions that the family from the West Bank village of Nabi Saleh was “not genuine, and was specially put together for propaganda” purposes by the Palestinians, a statement issued by Oren’s office said. “The incident with the Tamimi family is simply exploitation of children,” the statement added.

The final assessment of the investigation was that it “apparently is a family, but slowly, [other] children who fit the profile they sought were ‘annexed’ to it,” a spokeswoman for Oren told Haaretz. Nevertheless, she added, “there was no unequivocal conclusion on the matter.”

Oren told Haaretz that the subcommittee also investigated many other aspects of “the Tamimi phenomenon. For instance, there was a boy who ostensibly belonged to the family but has rather disappeared. He would come to demonstrations one day with a cast on his right hand and the next day with a cast on his left or no cast.”  >>>

 

 

 



"Der israelische Staat raubt ihnen ihre Identität"
- 7. Dezember 2017 - Die israelische Autorin Lizzie Doron lebt in Tel Aviv und Berlin - aber sie kennt die bedrückende Realität der Palästinenser im Ostteil der Stadt. - Interview von Thorsten Schmitz

Lizzie Doron gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen in Israel. In ihren ersten Büchern, die autobiografisch gefärbt waren, hat sie sich mit den Traumata von Holocaust-Überlebenden auseinandergesetzt und sich so eine große Fangemeinde erschrieben. Ihr jüngstes Buch aber, "Sweet Occupation", wurde in Israel nicht veröffentlicht, sondern nur in Deutschland. Viele israelische Verlage lehnten es ab, den Text zu drucken, in dem sie Palästinenser zu Wort kommen lässt und ehemalige Soldaten, die heute die Besatzung kritisieren. Doron lebt in Tel Aviv und Berlin.

SZ: Haben Sie inzwischen einen israelischen Verlag gefunden, der Ihr Buch "Sweet Occupation" druckt?

Lizzie Doron: Nein, man druckt mich in Israel nicht, weil mein Thema jetzt nicht mehr der Holocaust ist, sondern die Geschichte unseres Feindes, der Palästinenser. Wer aber, wie ich, die Perspektive wechselt und anstatt über jüdische Narrative zu schreiben, die Geschichte der Palästinenser erzählt, der gilt als Verräter. Ich gehöre jetzt zu den Bösen. Von mir möchte man Bücher über die zweite Generation von Holocaust-Überlebenden lesen, nicht über die bedrückende Realität im Westjordanland und im Ostteil Jerusalems.

Haben Sie Ihr Buch denn auf Arabisch veröffentlichen können?

Nein, leider auch nicht. Es macht mich sehr traurig, dass genau die Menschen, also Israelis und Palästinenser, die mein Buch lesen müssten, es nicht lesen können.

Wie erklären Sie sich das?

Bei so beladenen Themen wie der Besatzung und der Frage, wie diese Besatzung den Menschen schadet, ihn korrumpiert, zögern Verleger. Manche israelischen Verlage haben mir gesagt, das Buch würde niemand kaufen. Ich glaube auch, dass arabische Verlagshäuser Angst haben, eine israelisch-jüdische Schriftstellerin zu drucken, selbst wenn es in meinem Buch ja um die Besatzung geht. >>>
 

 

 

27. 1. 2018

 

 

 


 

 

Das hüpfende Parlament - Uri Avnery - 27. Januar 2018 - (...) Ich erinnerte mich in dieser Woche an diesen  kleinen Vorfall,  als etwas  viel Ernsteres in der Knesset geschah. DER AMERIKANISCHE Vize-Präsident ehrte Israel mit einem Besuch und wurde wie ein König empfangen. 

Warum? Ich weiß es nicht. Meiner Meinung nach ist er ein gut aussehender  und gut gekleideter Tor.  Wo immer er hielt,  hielt er Reden, die  selbst  begeisterte Zionisten  erröten ließen. Er lobte Israel in Ausdrücken kindischer Lobhudelei, häufte schamloses  Geschmeichel über falsche Geschichte an.

Das offizielle Israel war ekstatisch.  Keiner erinnerte die Öffentlichkeit, dass  die extreme christliche Evangelisation, wie sie von Pence  vertreten wird, kein glückliches Ende für Juden hat. Es sagt, dass wenn sich schließlich alle Juden im Heiligen Land versammelt haben, Christus auf die Erde zurückkehren wird  und alle Juden zu seiner Religion konvertieren werden. diejenigen, die es nicht tun, werden verderben.

Der Höhepunkt des Besuches war Pence’s  Rede im Knesset-Plenum. Allein dies  war seltsam. Solche  Ehren werden für ausländische  Staatshäupter  reserviert.  Pence , nur ein Vize, hatte nicht solch ein Recht. Aber die israelische Regierung war darauf aus, dem Mann zu schmeicheln,  der vielleicht eines Tages  selbst Präsident wird.

(Tatsächlich kann ich mir einen einzigen  Grund vorstellen, Donald Trump nicht abzusetzen - die erschreckende Idee, dass  Pence  Präsident werden würde.)

Als früheres Knesset-Mitglied wurde ich eingeladen bei dieser Gelegenheit im Plenum zu sitzen. Natürlich  habe ich die Ehre abgelehnt. Was folgt, war beschämend.

Als der Vize-Präsident anfing, seine Kette  von Schmeicheleien  zu äußern, sprangen die Knesset Mitglieder in die Höhe  und gaben ihm ein wildes standing Ovation. Das wiederholten sie immer wieder, auf und ab, auf und ab, und sah lächerlich und abscheulich aus.

Im Gegensatz zum US-Kongress erlaubt die Knesset keinen Applaus.  In den  10 Jahren meiner Mitgliedschaft, während der ich an jeder einzelnen Plenum-Sitzung teilnahm, erinnere ich mich nicht, je Händeklatschen gesehen zu haben, geschweige denn  vielfach stehende  Ovationen.

Nach der Rede des Gastes haben Vertreter der Parteien das Recht auf Erwiderungen. Alle jüdischen Parteien lobten den amerikanischen Politiker aus ganzem Herzen. Es gab keinen Unterschied zwischen Koalition und  Opposition.

ABER DIE beinahe schändliche Szene kam direkt zum Beginn. Als Pence zu reden begann, standen die Mitglieder der Arabisch Vereinten Liste auf und schwenkten   Plakate, die gegen Trumps  kürzliche  Anerkennung von Jerusalem als die Hauptstadt Israels protestierten.

Die Knesset-Wache schien schon vorher gewarnt worden zu sein: im Split einer Sekunde vertrieb sie die 13 Mitglieder der Liste gewaltsam. Es war ein hässlicher Anblick, der durch den stürmischen Applaus von Seiten der jüdischen Mitglieder noch hässlicher  gemacht wurde. >>>

 

 


 


Messianic Mike Pence spouts pseudo-biblical literalism in Jerusalem
- Dorgham Abusalim - 25. 1. 2018 - Not long ago it seemed that the Israeli government and the Palestinian Authority were eager to negotiate a peace deal. Secretary of State John Kerry’s leadership of this effort from July 2013 to April 2014 will likely never be matched by the Trump administration. Over a period of nine months, Kerry’s shuttle diplomacy raised eyebrows amidst strained relations between Benjamin Netanyahu and Barack Obama as he attempted to chart a proposal through almost a hundred meetings between Palestinian, Israeli, and American negotiators. The effort ultimately proved fruitless; yet it remains instructive.

Five months into the talks and after repeated leaks of intense discussions among the negotiators, the most scathing assessment came from Moshe Ya’alon, then Netanyahu’s Defense Minister. In January 2014, he said “the American security plan presented to us is not worth the paper it’s written on,” and that the Secretary was “acting out of incomprehensible obsession and a messianic feeling, cannot teach me anything about the conflict with the Palestinians.”

Ya’alon’s remarks were not unnoticed by the American team. The mutual disdain between Obama and Netanyahu had, by that point, fueled several instances of such derogatory public comments by Israeli officials. While Ya’alon quickly apologized, his words soon proved a harbinger of the negotiation’s death. After all, no deal could materialize without the Defense Minister’s approval. Moreover, Israeli approval of 14,000 illegal settlement units during those nine months of shuttle diplomacy undermined the confidence of the Palestinian negotiating team. Kerry himself admitted toward the end of his effort that the settlements approval was a “cloud” that made it “very difficult for any leader to deal under.”

Today, it seems that roles have been reversed. The U.S. is indeed on a messianic mission – only of a different kind – and, this time around, Israel could not be any more supportive. This is especially so in light of the Trump administration campaign to upend fact with biblical prophecy and the stuff of fantasy.

Vice President Mike Pence’s speech at the Knesset on January 22, 2018, is only the latest display of his evangelical Christian worldview as it relates to Israel. >>>

 

 

 

 

 
 

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