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Mittwoch, 24. Mai 201720:23  -     facebook     LINKS       ARCHIV      BDS      THEMEN

 

 

 

Die Siedler von Hebron versuchen die palästinensische Identität der Stadt auszulöschen - Issa Amro - 22.05.2017 - Vorne in der Schuhada-Strasse in der Altstadt von Hebron zeigen Strassenschilder in mehrere Richtungen: Chabad-Friedhof, alter jüdischer Friedhof, altes Tel Hebron. Die Worte sind nur in Hebräisch und Englisch geschrieben. Der Zweck dieser Schilder ist es nicht Richtungen anzugeben, sondern die palästinensische Identität und sogar die arabische Sprache aus diesem Raum zu tilgen. Seit mehr als einem Jahrzehnt installieren israelische Siedler diese Art Schilder in ganz Hebron. In den letzten zwei Jahren hat die Aufstellung dieser Schilder exponentiell zugenommen.

Weiter unten in der Schuhada-Strasse erzählen die Schilder die "Geschichte" von Hebron. Eines besagt, Hebron habe ursprünglich dem jüdischen Volk gehört. Ein anderes erzählt von der Unterzeichnung der Hebron-Abkommen von 1997.

Es besagt, die Hebron-Abkommen hätten den Juden nur 3% der Stadt überlassen, während die Araber sich an florierenden Shopping-Centern erfreuen. Es heißt: "1967: Befreiung von Hebron und Wiedererrichtung seiner jüdischen Community. 'Die Kinder sind in ihre eigene Heimat zurückgekehrt' (Jer. 31:17)".

Die Schilder sind sogar nach israelischem Recht illegal. Viele von ihnen, auch die Schilder, die Straßennamen vom Arabischen ins Hebräische umändern, wurden an privaten palästinensischen Geschäften und Wohnhäusern ohne die Zustimmung des (Haus)Besitzers angebracht. Das passierte sogar an Straßen, die vorwiegend von Palästinensern bewohnt werden. Die Schilder wurden ohne Genehmigung der Stadtverwaltung von Hebron oder des israelischen Militärs angebracht.

1994 hat der in Brooklyn geborene israelische Siedler Baruch Goldstein in der Ibrahimi-Moschee das Feuer eröffnet. Er ermordete 29 Palästinenser  während des Gebets. Israel reagierte darauf nicht mit dem Schutz der Palästinenser und der Entfernung der illegalen Siedler, sondern mit der Umsetzung des Hebron Protokolls. Das Protokoll, das 1997 unterzeichnet wurde, teilte die Stadt, schloss Strassen und den einst lebendigen Markt für die Palästinenser und verwandelte die Stadt in eine virtuelle Geisterstadt. Darin (im Protokoll) steht aber die Bedingung, dass die israelischen Behörden die palästinensische Identität von Hebron schützen (müssen). Den Siedlern zu erlauben, dass die Strassenschilder bleiben, verstösst gegen diese Bedingung.

Am 3. April 2017 haben Youth Against Settlements (Jugend gegen Siedlungen) und die Rabbiner für Menschenrechte die israelische Armee offiziell ersucht das Gebiet zu schützen, damit die Schilder entfernt werden könnten. Die Armee lehnte es ab das Gesuch zu bewilligen und nannte dafür Angst vor Gewalt(ausbrüchen).

Andererseits erteilt die Armee regelmäßig Genehmigungen für Demonstrationen von Siedlern, auf denen Terrorismus gegen Palästinenser gefeiert wird.  Für ihren Umzug zu Purim verkleideten sich die Siedler von Hebron als palästinensische Bösewichte. 2016 feierten Siedler ihr Purimfest genau an dem Ort, an dem der israelische Soldat Elor Azaria kurz zuvor zwei unbewaffnete Palästinenser getötet hatte. Die Siedler tanzten an der Blut befleckten Stelle der Strasse, an der die Exekutionen stattgefunden hatten.

Unter den offensivsten Schildern, die die Siedler angebracht haben, ist ein Banner an der Schuhada-Strasse, auf dem zu lesen ist: "Palästina hat es nie gegeben (und wird es niemals geben)". Da wir nicht in der Lage waren dieses oder andere offensive und illegale Siedlerschilder legal zu entfernen, hängten wir am nächsten Tag ein Banner von einem palästinensischen Balkon, von dem man die Schuhada-Strasse überblickte. Darauf steht: "Dies ist Palästina. Willkommen in der Apartheid-Strasse." Wir werden uns weiterhin bemühen die illegalen Siedlerschilder mit legalen Mitteln anzufechten. Wir werden auch weiterhin Banner aufhängen und Schilder für Wahrheit, Gerechtigkeit und die Geschichte zu installieren. Du kannst uns helfen, indem du die Petition unterzeichnest (s. engl. Originaltext) und die israelische Ziviladministration aufforderst, das israelische Gesetz hinsichtlich der Strassenschilder einzuhalten, und indem du dich unserer Kampagne Truth Telling in Hebron anschließt.
Quelle   
Übersetzung: K. Nebauer

Issa Amro ist ein international anerkannter Menschenrechtsaktivist aus Hebron. Er ist Gründer und Direktor der von Palästinensern geführten Organisation Youth Against Settlements, die Menschenrechtsverletzungen dokumentiert und palästinensischen Familien Schutz und Infrastruktur bietet. Er hat bei zahlreichen Gelegenheiten vor der UNO als Zeuge ausgesagt und hat für seine Arbeit viele Preise und Anerkennung erhalten. Zur Zeit wird ihm vor einem israelischen Militärgericht der Prozess gemacht.  Twitter: @etissaamro.


Sonderseiten - Hebron - die Palästinenser und die Siedler  >>>

"Was Trump anbietet, ist oberflächlich" - Der israelische Historiker Moshe Zimmermann setzt wenig Hoffnungen in den Vorstoß des US-Präsidenten, im Nahost-Konflikt zu vermitteln. Donald Trump denke immer, Dinge seien einfach, und entdecke dann die Schwierigkeiten, sagte Zimmermann im DLF. Unerwartet sei allerdings Trumps Kompromissbereitschaft gegenüber den Palästinensern. - Moshe Zimmermann im Gespräch mit Christine Heuer

Christine Heuer: Eine seltene Gelegenheit auf Frieden im Nahen Osten, die sieht Donald Trump nach seinem Amtsantritt. Denn wer, wenn nicht er, sollte den ultimativen Deal hinbekommen – auch das ein Zitat -, Frieden zu schaffen nämlich zwischen Israel und den Palästinensern. Wie so ein Deal aussehen könnte, darüber hat der neue US-Präsident bisher allerdings wenig gesagt. Mit Spannung wird eine Grundsatzrede heute von ihm erwartet. Die hält er in Israel. Dort ist er gerade zu Besuch. Darüber möchte ich sprechen mit dem israelischen Historiker Moshe Zimmermann.
   - Guten Morgen! Moshe Zimmermann: Guten Morgen, Frau Heuer.

Heuer: Donald Trump, Herr Zimmermann, hat offenbar einen Geheimplan zur Lösung des gordischen Knotens, Frieden im Nahen Osten. Warum ist da früher niemand drauf gekommen?

Zimmermann: Weil es kein Plan ist und kein Geheimplan. Er redet von einem Frieden, er redet von einer Bereitschaft, von einer Möglichkeit, hier wie nie zuvor zu einem Frieden zu kommen. Aber was er als Inhalt da anzubieten hat, da müssen wir noch heute auf seine Rede warten. Und ich nehme an, dass da nicht viel Konkretes dabei herauskommt. Er versucht, die Kontrahenten, die Israelis und Palästinenser dazu zu bewegen, Vertrauensmaßnahmen anzubieten oder zu schaffen und über diesen Weg dann weiterzugehen. Wie immer bei Trump: Er denkt, dass Sachen einfach sind, und entdeckt nachher die großen Schwierigkeiten. >>>

 


 

Trumps Einflüsterer - Israels Hardliner geben zum Staatsbesuch des US-Präsidenten die Stichworte. Feier zur Eroberung Ostjerusalems vor 50 Jahren - Knut Mellenthin - Donald Trump zeigt sich, wie auf vielen Gebieten, so auch in seinen Äußerungen zum israelisch-palästinensischen Konflikt als ambivalente Persönlichkeit. Einerseits würde er gern als der Mann in den Geschichtsbüchern stehen, der diesen Konflikt, an dem viele bedeutende Politiker vor ihm gescheitert sind, zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst hat. Andererseits will er für dieses hochgesteckte Ziel möglichst nichts tun: niemandem widersprechen, sich nicht mit der Historie beschäftigen, keine Papiere oder Bücher lesen, und vor allem – nicht viel nachdenken.

Trump ist Geschäftsmann. Nach seinen Erfahrungen löst man Probleme am besten mit Geld oder materiellen Zuwendungen, ergänzt vielleicht durch etwas menschliche Nettigkeit und Kumpelhaftigkeit. Wesentlich mehr fällt ihm auch nicht ein, um die Palästinenser zufriedenzustellen. Man muss in den besetzten Gebieten investieren, die Wirtschaft aufbauen, Geld in die Hände einer entstehenden Mittelschicht und Bourgeoisie fließen lassen, Arbeitsplätze in großer Zahl schaffen, vor allem den jungen Menschen Chancen geben. Dann werden sie sich irgendwann damit abfinden, dass Israel ihnen weder einen eigenen Staat gestatten, noch sie als Bürger mit gleichen Rechten akzeptieren will. Geld und erträgliche Lebensbedingungen heilen alle Wunden.

Weil Trump offenbar so denkt, hat er sich über das Goodwill-Paket für die Palästinenser gefreut, das die israelische Regierung am Sonntag, kurz vor seiner Ankunft in Jerusalem, beschloss und vorstellte. >>>

 

 

 

Schöne Bilder, leere Worte - Dauerhafter Frieden zwischen Israelis und Palästinensern? - Für US-Präsident Donald Trump ist das ein "Deal", den er schon hinbekommen wird, da ist er sicher. Doch sein Besuch vor Ort war eine Luftnummer. - Von Dominik Peters >>>


Donald Trump ist am Ende seiner Reise nach Jerusalem angelangt - (...) Er bekräftigte zudem den "ewigen Anspruch der Juden" auf das Land Israel. "Der Bund der Juden mit diesem Heiligen Land ist alt und ewig, er datiert Tausende von Jahren zurück bis zur Regentschaft König Davids", sagte er. Und betonte: "Meine Regierung wird immer an der Seite Israels stehen." >>>

 

 

Live-Chat vom 23.05.2017 - BR - Gelingt es Trump, Netanjahu und Abbas nach Jahren des Schweigens zu einem gemeinsamen Treffen zu bewegen? Einen Plan dafür hat er bis dato allerdings nicht vorgelegt. Und auch wenn sich sowohl Israelis als auch Palästinenser erkennbar um sein Wohlwollen bemühen, gilt Trump beiden doch als unberechenbarer und unerfahrener Partner.
 Am zweiten Tag des Trump-Besuches beantworteten Susanne Glass und Torsten Teichmann in einem Live-Stream Ihre Fragen zum Trump-Besuch. Eine erste Bilanz sowie eine Einschätzung wie es nun in der Region weitergehen könnte. >>>
 

 

 

Trump’s Jerusalem - Philip Weiss -   You couldn’t get very close to Donald Trump in Jerusalem yesterday, but here are some photos of what was happening around him. Sites he was visiting were wrapped with Christo-like white sheets as a blind to keep anyone from seeing where the president was. >>>

 

 

President Trump Gives Remarks with President Abbas
 

 

 

Trump meets with Abbas in Bethlehem during brief visit in West Bank - Palestinian President Mahmoud Abbas welcomed US President Donald Trump at the Palestinian presidential palace in the southern occupied West Bank city of Bethlehem on Tuesday morning.

Palestinian presidential guard spokesman Ghassan Nimr told local media outlets on Tuesday that some 2,000 members of Palestinian security forces were deployed across Bethlehem for the occasion.

Trump's convoy entered Bethlehem shortly before 10 a.m., arriving from the 300 Checkpoint and driving past Israel's illegal separation wall. >>>

Botschafterin Dr. Daibes: In Jerusalem leben 40% der Bevölkerung unter Besatzung - „Mit großer Sorge sehe ich das Motto „50 Jahre Wiedervereinigung Jerusalem“ des Israel-Tages am morgigen Mittwoch (24.05.) in München. Dies habe ich in meinem Briefen an den Oberbürgermeister Dieter Reiter und SPD-Parteivorstand Martin Schulz zum Ausdruck gebracht. - Botschafterin Dr. Khouloud Daibes

Die Stadt Jerusalem ist Teil des von Israel im Juni 1967 besetzten Gebietes. Israels Anspruch auf Ost-Jerusalem als „ungeteilte Hauptstadt Israels“ wird daher völlig zu recht von der internationalen Gemeinschaft, einschließlich den Vereinten Nationen (Res. 242, 252, 476, 2334), der USA und der Europäischen Union nicht anerkannt. In Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und der Prinzipienerklärung unterliegt ganz Jerusalem, und nicht nur Ost-Jerusalem, den Endstatusverhandlungen.

In 1967 lebten in Ost-Jerusalem keine israelischen Siedler, heute sind es rund 45%. Während 1947 noch 40% der Bevölkerung palästinensisch war, leben heute keine Palästinenser mehr im westlichen Teil von Jerusalem. Die palästinensischen Einwohner der Stadt Ost-Jerusalem, die etwa 40% der Bevölkerung ausmachen, werden von einer israelischen Politik der Häuserzerstörungen, Verhaftungen und demographischen Verdrängung bedroht. Rechtsgerichtete Extremisten und Siedler terrorisieren palästinensische Familien nahezu tagtäglich überall in der Stadt.

Das Motto dieses Israel-Tages in München ignoriert sowohl Israels Angriffskrieg 1967, der zur Besatzung Jerusalem führte als auch die Gegenwart der Besatzung mit ihren Fakten. So stimmen Unterstützer und Förderer dem >>>

Zur Schirmherrschaft des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter für den „Israeltag München“ am 24. Mai 2017 erklärt die Bundestagsabgeordnete und menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Annette Groth: Völkerrechtswidrigkeit darf durch Schirmherrschaft nicht unterstützt werden - 22. Mai 2017

Der Münchner Israeltag 2017 steht ganz bewusst unter dem Motto „50 Jahre Wiedervereinigung Jerusalems“. Mit diesem Motto verstoßen die Veranstalter ganz bewusst gegen die völkerrechtlichen Grundlagen für Jerusalem und versuchen die völkerrechtswidrige Besatzung in Ost-Jerusalem zu legitimieren. Ost-Jerusalem wurde nach dem 6-Tage-Krieg vor 50 Jahren von Israel einseitig annektiert. Seitdem haben die Vereinten Nationen den illegalen Bau von Siedlungen und die Besatzung Ost-Jerusalems in verschiedenen Resolutionen verurteilt.

So stellte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in der Resolution 476 (1980) vom 30. Juni 1980 fest, dass „zunächst und vor allem die anhaltende Besetzung der seit 1967 von Israel besetzten arabischen Gebiete, einschließlich Jerusalems, beendet werden muß“. Weiter stellte er gegenüber der israelischen Regierung fest, dass „alle legislativen und administrativen Maßnahmen und Aktionen der Besatzungsmacht Israel, die eine Veränderung des Charakters und des Status der Heiligen Stadt Jerusalem zum Ziel haben, keine Rechtsgültigkeit besitzen, eine flagrante Verletzung des Genfer Abkommens zum Schutze von Zivilpersonen in Kriegszeiten darstellen und außerdem ein ernstes Hindernis auf dem Weg zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden im Mittleren Osten bilden“.

In der einstimmig beschlossenen Resolution 478 (1980) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen „tadelte“ der Sicherheitsrat „Israel aufs schärfste wegen seiner Verabschiedung des ‚Grundgesetzes‘ über Jerusalem und seiner Weigerung, die entsprechenden Sicherheitsratsresolutionen zu befolgen“ und „erklärt, daß die Verabschiedung dieses ‚Grundgesetzes‘ durch Israel eine Verletzung des Völkerrechts darstellt“. In dem als „Grundgesetz“ bezeichneten Gesetz hatte das israelische Parlament völkerrechtswidrig das gesamte Jerusalem zu israelischem Staatsgebiet erklärt.

Wenn Oberbürgermeister Dieter Reiter eine Schirmherrschaft für eine Veranstaltung übernimmt, die klar die Beschlüsse der Vereinten Nationen negiert, indem sie von „50 Jahre Wiedervereinigung Jerusalems“ spricht, fördert er ein völkerrechtswidriges Ansinnen. Ich möchte den Oberbürgermeister dringend auffordern, über die Übernahme der Schirmherrschaft noch einmal nachzudenken und nicht mit seinem Namen völkerrechtswidrige Positionen als Schirmherr zu unterstützen. Oberbürgermeister Dieter Reiter kann nicht auf einer Veranstaltung auftreten, die den Bruch des Völkerrechts unterstützt. Annette Groth, MdB - Fraktion DIE LINKE im Bundestag

Zur Diskussion um die BDS-Bewegung und Raumverbote für die Israelkonferenz in Frankfurt - 23. 5. 2017 - Abi Melzer - Kritik oder Antisemitismus? Schon die Frage ist eine Provokation. Kritik an Israel ist nicht Kritik an Israel, sondern an der Politik Israels und Antisemitismus hat nichts mit Israel zu tun, sondern mit Hass auf Juden. Ein Antisemit ist wer Juden hasst, nur weil sie Juden sind. Wer Israels Politik kritisiert, selbst wenn er zum Boykott israelischer Waren aufruft, ist kein Antisemit.

Boykott ist ein anerkanntes Mittel der Politik: Ich erinnere an den Boykott der Sowjetunion bei den Olympischen Spielen, an den Boykott des Iran, an den Boykott Südafrikas und um 200 Jahre zurückzugehen, an den Boykott Englands durch Napoleon. Und wem das nicht genügt, den kann ich an den Boykott Karthagos durch Rom erinnern. Boykott hat nichts zu tun mit Rassismus. Im Gegenteil, mit Boykott kann man Rassismus bekämpfen.

Einige Beispiele historischer Boykottaktionen in chronologischer Reihenfolge >>>

23. 5. 2017

Die Beziehungen zwischen den USA und Israel: Wedelt der Schwanz mit dem Hund? - Nur wenige Länder pflegen eine solch enge Partnerschaft wie Israel und die USA. Die Ursachen für diese besondere Beziehung sind vielfältig. - Jeff Halper - Nur wenige Länder pflegen eine so enge Beziehung wie Israel und die USA. Israel ist weltweit der größte Empfänger von Finanzhilfen aus den USA – etwa 121 Milliarden US-Dollar seit 1948 –, gleichzeitig stammen rund 95 Prozent der von Israel importierten Waffen aus den Vereinigten Staaten.[2] Die US-amerikanische Regierung und der Kongress halten ihre schützende Hand über Israel und verhindern jegliche Opposition, die sich aktiv gegen die 50 Jahre andauernde Besatzung der Westbank, von Ost-Jerusalem und Gaza (zusammen mit den Golan-Höhen) wendet. Die USA haben im UN-Sicherheitsrat (bislang) 42 Mal ihr Veto gegen Resolutionen eingelegt, die das israelische Vorgehen kritisierten, was mehr als der Hälfte aller von den USA eingelegten Vetos entspricht. Manche würden sogar anführen, de facto sei Israel der 51. Bundesstaat der USA (ein Status, den Israel nicht wollen würde, so die Fortsetzung des Scherzes, weil es dann nur noch zwei SenatorInnen hätte). In seiner Rede vor der UN-Generalversammlung im Jahr 2015 merkte Premierminister Benjamin Netanjahu (von der Likud-Partei) dazu an: „Eines vergessen wir in Israel nie. Wir vergessen niemals, dass der wichtigste Partner Israels stets die Vereinigten Staaten von Amerika gewesen sind und es auch immer sein werden. Das Bündnis zwischen Israel und den USA ist unzerstörbar.“

Das Vertrauen Israels in die Schutzmacht USA geht auf einen Grundsatz seiner nationalen Sicherheitsdoktrin aus dem letzten Jahrhundert zurück: Da Israel starke antikoloniale Gefühle bei seinen NachbarInnen hervorruft und deshalb umfassender militärischer Stärke zur Sicherung der eigenen Existenz bedarf, hat es stets besondere Beziehungen zu einer Supermacht gepflegt; seit 1967 sind dies die Vereinigten Staaten. Das war jedoch nicht immer so. Die USA waren zunächst dem Zionismus gegenüber überaus kritisch eingestellt. Im Jahr 1919 sandte US-Präsident Woodrow Wilson, der nach dem Ersten Weltkrieg für eine Verbreitung des Konzepts des Selbstbestimmungsrechts der Völker gesorgt hatte, die King-Crane-Kommission nach Palästina, um festzustellen, welches politische System die Bevölkerung dieses Landes anstrebt. Nach ihrer Rückkehr berichtete diese, dass sich 90 Prozent der Menschen in Palästina eine palästinensisch-arabische Regierung wünschten. >>>

Auf unseliger Mission - US-Präsident Donald Trump macht einen neuen Anlauf zur Lösung des Nahostkonflikts. Doch sein Plan lässt die Rolle Irans außer Acht. Da er auch noch das Religiöse überbetont, könnte er die Krise verschärfen. - Peter Münch

Man stelle sich vor, nur so theoretisch, Donald Trump hätte einen Business-Plan für den Nahen Osten. Zielvorgabe ist die Schaffung des Friedens. Auf dem Weg dorthin müssen als Erstes alle alten Ansätze vom Tisch. Dann macht sich Trump die Geschäftspartner gefügig mit einer Mischung aus Schmeichelei und Verwirrung, Lockung und Drohung. Am Ende steht ein Deal, den keiner für möglich gehalten hat. Kann das funktionieren?

Natürlich - theoretisch und wenn alle wollen. Der neue US-Präsident hat eine neue Chance, jenen Frieden zu schaffen, um den sich seine Vorgänger vergeblich bemüht haben. Und er hat einen - wenn nicht neuen, so doch tauglich erscheinenden Hebel, die Dinge voranzutreiben: Trump setzt nicht mehr auf einen bilateralen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern, sondern auf eine regionale Lösung unter Einbeziehung der sunnitischen arabischen Staaten. Bester Beleg dafür ist die Route seiner ersten Auslandsreise: Erst hat er in Riad die arabischen Führer getroffen, dann spricht er in Jerusalem mit den Israelis und später in Bethlehem mit den Palästinensern. Münden könnte dies in eine von Washington in Aussicht gestellte regionale Friedenskonferenz, vielleicht schon diesen Sommer.


Der blauäugige US-Präsident könnte die Krise weiter anheizen
- Die Vorteile einer Konfliktlösung liegen für alle Seiten auf der Hand. Israel könnte als Plus zum Ausgleich mit den Palästinensern noch die Anerkennung durch die arabischen Nachbarn und damit eine weiter gehende >>>

 

 

"Einer der schwierigsten Deals überhaupt" - Trump zeigt sich bei seinem ersten Israel-Besuch optimistisch, eine Friedenslösung in Nahost zu finden. Als erster amtierender US-Präsident besuchte er die Klagemauer.

US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Nahost-Reise für eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses geworben. Bei seiner Ankunft in Israel sagte er, "vor uns steht die seltene Gelegenheit, dieser Region und ihren Völkern Sicherheit, Stabilität und Frieden zu bringen". Er sei gekommen, "um die unumstößliche Verbindung zwischen den USA und dem Staat Israel zu bekräftigen". Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nannte den Staatsgast einen "echten Freund" Israels.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu zeigte sich Trump am frühen Abend von sehr guten Bedingungen für einen Frieden in Nahost überzeugt. "Wir müssen die Situation jetzt nutzen. Was jetzt passieren kann, hätte vorher nie geschehen können", sagte Trump >>>

 

 


Trump verzichtet auf Details: "Wir lieben Israel" - "Vor uns liegt die seltene Gelegenheit, dieser Region und ihren Völkern Sicherheit und Frieden zu bringen", sagt er. "Wir können das nur gemeinsam schaffen." Wie er das schaffen will, sagt er zumindest öffentlich wieder einmal nicht. Aber dass Trump von Riad aus einfliegt, ist schon Teil der Botschaft. Denn dies ist der erste Direktflug, der je von Saudi-Arabien aus nach Israel führte. - Peter Münch

Sehnlichst ist er erwartet worden im Heiligen Land, der Heilsbringer, der vom Himmel hernieder kommt. Als US-Präsident Donald Trump am Montag zur Mittagszeit auf dem Tel Aviver Ben-Gurion-Flughafen landet, da steht die komplette israelische Regierungsriege lange schon auf dem schattenlosen Flugfeld bereit, und die Empfangskapelle hat alle Einsatze gewiss oft genug geprobt. Zähe Sache, doch das Warten hat sich gelohnt. Ein wenig müde, aber unbedingt lächelbereit klettert Trump aus dem Flugzeug, begleitet von der Gattin im engelweißen Kostüm, und dann sagt er gleich zum Auftakt einen Satz, der kaum noch zu toppen ist: "Wir lieben Israel." >>>

 

 

 

 

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Nachrichten - Berichte

Donald Trumps seltsamer Gästebuch-Eintrag in Yad Vashem
 

Trumps Auftritt und Abgang in Nahost im Schatten des Terrors
 

Trump bekräftigt Rolle der USA als Schutzmacht Israels
 

What can Trump really do in the face of a 50-year occupation-

No signs of negotiations with Israel as prisoners plan to refuse salt and water

 


Palestinians observe general strike in solidarity with hunger-striking prisoners

'We learned not to leave our homes and to stay away from windows': Remembering Operation Defensive Shield

Several Palestinians Suffer Effects Of Teargas Inhalation Near Jenin

Israeli Soldiers Kill A Child Near Bethlehem

A "wage massacre" in Gaza

Army Injures A Palestinian In Central Gaza



Palestinian teen in critical condition after being shot by Israeli forces in Gaza

Israeli Soldiers Abduct Six Palestinians Near Hebron

Bethlehem Rally for Palestinian prisoners develops into anti-Trump protest

Army Injures Eighteen Palestinians Near Jerusalem

PA arrests 12 Palestinians in 48 hours, Hamas says

Israeli forces set up checkpoints at entrances to 2 West Bank villages

23. 5. 2017

US-Präsident besucht Bethlehem- Trump will Frieden, Abbas einen Staat
 

Abbas offers Trump giving up 6.5 percent of Palestinian land to Israel
 

Riskantes Manöver des US-Präsidenten Mit seiner Rede zum Islam befeuert Trump eine zerstörerische Erzfeindschaft
 

Trump brings nothing to Palestinians


Trump may want a deal, but Israeli Jews are not interested


Western Wall will always be Israeli, PM says ahead of Trump visit


Israeli Police Evict Old City Residents Ahead of Trump Visit


Trump brings nothing to Palestinians

Stop calling it ‘Jewish terror’

The lie of Netanyahu’s economic ‘gestures’

Palestinian Festival of Literature celebrates 10 years of culture exchange, challenging oppression

Video: Activists fight occupation by rebuilding a Palestinian village

Israeli settler passes out candy to celebrate killing of Palestinian

VIDEO- Israel Siphoning Natural Gas from Gaza Says Dutch Report (pt 2)

 

General Strike in Palestine in Solidarity with Hunger Strike

 

On 36th Day of Hunger Strike, Large Number of Striking Prisoners Brought to Hospital

 

IPS transfers tens of hunger-striking prisoners to civilian hospitals, prison field clinics
 

Arab Orthodox scouts barred from greeting Trump in Jerusalem's Old City

Several Injured during Clashes as Colonial Settlers visit Joseph’s Tomb

Israeli Army And Navy Attack Farmers And Fishermen in Gaza

Israeli Soldiers Abduct Five Palestinians In Nablus, Bethlehem And Hebron

Undercover Israeli Soldiers Abduct A Palestinian Near Ramallah

EU missions in Jerusalem, Ramallah condemn death sentences issued in Gaza

20 Palestinians shot as Israeli forces suppress rallies in support of hunger strike

The lie of Netanyahu`s economic `gestures`

Dangerous escape from Gaza’s despair

Israel Siphoning Natural Gas from Gaza Says Dutch Report

22. 5. 2017

+++ Newsblog +++-
Trump in Israel gelandet 

Trump auf dem Weg nach Israel
 

Anti-Trump protests greet U.S. president in Israel
 

Israel - Trump bekommt Luftschutz-Hotelsuite
 

US-Waffengeschäft mit Saudi-Arabien- Israel reagiert besorgt auf Trumps Rüstungsdeal

Israel - Sicherheitskabinett billigt Erleichterungen für Palästinenser

Sicherheitskabinett billigt Erleichterungen für Palästinenser

200 Palestinian Detainees Join Hunger Strike

Drei Palästinenser wegen Mordes an Hamas-Führer zum Tode verurteilt

International calls rise for FIFA to suspend Israel

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Iran- Sieger Rohani ist nun sicherer, aber nicht mächtiger

Child Shot In The Head With Israeli Gas Bomb In Bethlehem

Israel Siphoning Natural Gas from Gaza Says Dutch Report (VIDEO)

Samer Al-Issaawi Transferred to Ramla Prison Clinic

Activists Breech Fence at Ofer Military Court in Ramallah

Child Dies From Wounds Suffered When Israeli Soldiers Shot Her Two Months Ago

50 things that have been around for less time than the occupation

WATCH- Israeli forces dismantle West Bank protest camp

Palestinians, Israelis and diaspora Jews build West Bank protest camp

The Right's plan to beat Palestinians into submission

Palestinian merchants protest Israeli policies at Jenin-area checkpoint

Gaza residents left in the dark amid Palestinian power struggle

21. 5. 2017

US-Präsident Trump besucht Saudi-Arabien. Dort will ausgerechnet er eine Rede zum Islam halten. Nicht der einzige heikle Programmpunkt seiner Reise: Auch Israel wartet gespannt auf den Verbündeten.

White House publishes map of Israel omitting Palestinian territory, Golan HeightsMay 20, 2017

Video- One Phone Camera Saves Life Of A Child At Roadblock

164 Palestinians Wounded by Israeli Forces in One Day during Solidarity Protests

Israeli Soldiers Abduct One Palestinian In Bethlehem, Three In Tulkarem

Israeli Soldiers Abduct Two Palestinians, Injure One, Near Tulkarem

Israeli Soldiers Abduct A Child, Injure Another, Near Ramallah

Protesting 50 Years of Israeli Occupation, Coalition of Activists Establish Freedom Camp

Undercover Israeli Soldiers Abduct Six Palestinians In Bethlehem

Infant In Serious Condition after Inhaling Gas Fired By Israeli Soldiers Near Ramallah

Palestinian ministry demands prosecution of Israeli settler who carried out deadly shooting

Israeli police escorts Palestinian MK out of Al-Aqsa

Israeli forces set up checkpoints in Hebron-area village

20. 5. 2017

Trump finally drags Israel into his orbit of chaos

West Bank election results: Fatah wins as many Palestinians stayed away from the polls

Israeli forces detain, injure Palestinians in clashes across West Bank, Gaza

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