Montag, 20. Februar 201713:14  -     LINKS      facebook       ARCHIV     THEMEN

 

Mein Deutschland?
Abi Melzer

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, so werd´ ich um den Schlaf gebracht“, schrieb vor zweihundert Jahren der Jude Heinrich Heine, der genauso wie ich heute, damals von der Zensur gejagt und verfolgt wurde und schließlich nach Paris floh, wo er den Rest seines Lebens verbrachte, in Freiheit.

Ist es in Deutschland wieder so weit, dass das Grundgesetz nicht mehr gilt? Ich war immer stolz auf unser Grundgesetz, auf Artikel 1 und Artikel 5. Und nun werden diese Grundsätze von Politikern, Kirchenfürsten, Gemeindepräsidenten und Grünen und Linken Stadtabgeordneten verletzt, ja in den Boden getreten. Und nicht nur, dass diese unwürdigen Vertreter des Volkes, das tun, andersdenkenden Menschen, zumal Juden, die Meinungsfreiheit und Redefreiheit verbieten, nein, sie sind auch noch stolz darauf.

Als Jude schäme ich mich für die Repräsentantin der Juden. Repräsentantin des Judentums ist sie wahrlich nicht. Andere sollen sich aber für die nichtjüdischen Repräsentanten schämen und sie beschämen, indem sie dagegen protestieren. (...)

Wollen wir uns aber von solchen Rassisten vorschreiben lassen, wie wir denken und welche Veranstaltungen erlaubt sein sollen? Ich verstehe nicht, warum ein Benefiz-Konzert für die Kinder von Gaza antisemitisch sein soll. Ich verstehe nicht, wie man überhaupt auf so einen Gedanken kommen soll, wenn nicht die Waffe der „Antisemitismus-Keule“ da wäre, mit der man jede Kritik, auch wenn sie berechtigt ist, gegen Israels Politik unterdrückt. Dabei sollte in einer Demokratie auch unberechtigte Kritik möglich und erlaubt sein. Die Meinungen sind nach unserem GG frei und jeder darf seine Meinung frei äußern.

Darf wirklich jeder seine Meinung äußern? Mitnichten! Knobloch und Broder und andere extremistische Zionisten dürfen alle Bühnen benutzen. Wir aber, die eine andere Meinung haben, werden von solchen Leuten diffamiert und verleumdet und die Gerichte, die uns schützen sollten, erfüllen nicht ihre Pflicht. >>>

 


Evangelische Landeskirche in Bayern als verlängerter Arm der zionistischen Israellobby - 1. 10. 2016 - Abi Melzer - Sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm,

vor einer Woche hat der Kultur-Dezernent der Stadt München meinen Vortrag über „Antisemitismus heute“ untersagt und damit Zensur ausgeübt. Ich wollte über den hierzulande hysterisierten Antisemitismus-Vorwurf sprechen und die Stadt München und die jüdische Gemeinde haben demonstriert, wie Recht ich mit meinem Thema hatte.

Ich frage mich, wo Ihre Zivilcourage war, die Sie vorgeben nach dem Dritten Reich wieder gewonnen zu haben. Schon damals hat sich die Evangelische Kirche dem Naziregime unterworfen und bei der Judenhetze mitgemacht und heute machen Sie wieder mit, indem Sie einer Jüdin das Reden über die Zustände in Gaza verboten haben und wegen der Untersagung meines Vortrags nicht protestiert haben. Sie verschließen wieder die Augen vor dem Unrecht und dem Versucht das Reden darüber zu unterdrücken.

Schämen Sie sich nicht? Woher nehmen Sie noch die Chuzpeh, über Freiheit und Antisemitismus zu reden, wo Sie selber doch die Unfreiheit fordern und fördern und Juden wieder diskriminieren. Der Vorfall heute und der Vorfall vor einer Woche sind keine Einzelfälle in München. Schon vor sieben Jahren hat man den israelischen Historiker Ilan Pappe daran gehindert, in München einen Vortrag zu halten. Es braucht keine weiteren Beispiele und Beweise für den hierzulande hysterischen und feigen Umgang mit dem Antisemitismus-Vorwurf.

Besonders infam und lächerlich ist ihr Akzeptieren des absurden und abscheulichen Vorwurfs der Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, dass der Boykott-Aufruf israelischer Waren, die in der besetzten Westbank produziert werden, gleichzusetzen sei mit der Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“. >>>

 

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Abu-Mazens Bilanz - Uri Avnery - 1. Oktober 2016 (...) Ich gebe den Palästinensern keinen Rat. Ich habe immer geglaubt, dass ein Mitglied des besetzenden Volkes kein Recht hat, dem besetzten Volk einen Rat zu erteilen.

Aber ich gestatte mir selbst, laut zu denken, und diese Gedanken bringen mich zu der Überzeugung, dass die einzige effektive Methode für ein besetztes Volk ziviler Ungehorsam ist, ein völlig gewaltloser Volkswiderstand gegen die Besatzung, vollkommener Ungehorsam gegenüber dem fremden Eroberer. Diese Methode wurde weiterentwickelt von dem indischen Widerstand gegen die britische Besatzung. Ihr Anführer, Mahatma Gandhi, war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, eine moralische Person mit einem hohen Maß an praktischem politischen Scharfsinn. In Indien waren einige zehntausend Militärs und britisches Zivilpersonal mit über einer Million Indern konfrontiert. Ziviler Ungehorsam setzte der Besetzung ein Ende.

In unserem Land ist die Machtbilanz extrem anders. Aber das Prinzip ist dasselbe: keine Regierung kann auf lange Zeit funktionieren, wenn sie mit einer Bevölkerung konfrontiert ist, die sich weigert, auf irgendeine Art und Weise mit ihr zusammenzuarbeiten. Bei solch einem Kampf kommt die Gewalt immer von der Besatzung. Die Besetzung ist immer gewalttätig. Deshalb werden in einem gewaltlosen Kampf zivilen Ungehorsams viele Palästinenser getötet werden, das allgemeine Leiden wird noch um vieles zunehmen. Aber ein derartiger Kampf wird gewinnen. Er tat es immer, wenn er irgendwo praktiziert wurde.

Die Welt, die ihre tiefe Sympathie zu dem palästinensischen Volk ausdrückt, gleichzeitig jedoch mit dem Besatzungsregime kooperiert, wird gezwungen sein, zu intervenieren. Und, was das Allerwichtigste ist, dass die israelische Öffentlichkeit, die zur Zeit auf das, was sich wenige dutzend Kilometer von ihren Häusern entfernt ereignet, schaut, als ob es in Honolulu geschähe, endlich aufwachen wird. Die Besten unseres Volkes werden sich dem politischen Kampf anschließen.

Das schwache Friedenscamp wird wieder erstarken. DAS BESATZUNGSREGIME ist sich dieser Gefahr wohl bewusst. Es versucht, Abbas mit allen Mitteln zu schwächen. >>>

Am Grab von Shimon Peres - Reiner & Judith Bernstein - Zu den Trauerfeiern für den am 28. September 2016 verstorbenen Shimon Peres am 30. September gehören Führuntgspersönlichkeiten aus über 70 Ländern, so US-Präsident Barack Obama, Amtsvorgänger Bill Clinton, Außenminister John Kerry, der palästinensische Präsident Machmud Abbas, der französische Staatspräsident François Hollande, der kanadische Premier Justin Trudeau, der ukrainische Präsident Petro Poroshenko, Bundespräsident Joachim Gauck, Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, EU-Ratspräsident Donald Tusk, die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, der spanische König Felipe, der irische Außenminister Charles Flanagan, der ungarische Premier Victor Orban und der ehemalige österreichische Bundespräsident Heinz Fischer.

Bei der Begrüßung der Trauergäste unterlässt es Benjamin Netanjahu, Abbas zu erwähnen, noch entschuldigt er sich dafür, dass er Peres seit den Vereinbarungen von Oslo mit allen Mitteln bekämpft und zu demütigen versuchte.

In seiner Ansprache unterstreicht Obama, dass das jüdische Volk nicht geboren sei, über ein anderes Volk zu herrschen, und erwähnt als politisches Vorbild Nelson Mandela. Peres hätte gesagt, dass es weder Herren noch Sklaven gebe. Er habe verstanden, das wahre Sicherheit dadurch entstehe, mit den Nachbarn Frieden zu schließen. Israel sei am besten geschützt, wenn die Palästinenser einen eigenen Staat hätten. >>>

 

"Krieg ist ein Muss" - Schimon Peres gilt als Friedenspolitiker. Die Historikerin Tamar Amar-Dahl beschreibt den israelischen Präsidenten jedoch als Nationalisten, für den Krieg unerlässlich ist. - Interview: Bettina Malter - ZEIT ONLINE: Frau Amar-Dahl, Sie haben ein Buch über den israelischen Präsidenten Schimon Peres geschrieben. Welches Bild hatten Sie von ihm, als Sie mit ihrer Dissertation begonnen haben?

Tamar Amar-Dahl: Ich war linkszionistisch orientiert und habe Peres daher als Friedenspolitiker gesehen. Erst als ich mich mit seiner Politik und seinen Texten auseinandergesetzt habe, kam ich zu einem neuen, differenzierteren Bild.

ZEIT ONLINE: Der Titel ihres Buches ist Shimon Peres –Friedenspolitiker und Nationalist. Spiegelt das ihr jetziges Bild wider?

Amar-Dahl: Das kann man so sagen. Peres ist allerdings kein erfolgreicher Friedenspolitiker, gerade weil er Nationalist ist. Er war die ganze Zeit daran interessiert, einen Judenstaat aufzubauen und zwar in ganz Palästina – sein Ziel war Eretz Israel, das Land der Urväter. Das ist mit ein Grund, weshalb der Frieden mit den Palästinensern nicht möglich ist.

ZEIT ONLINE: Warum wird er dann, wie ja auch in Deutschland, als Friedenspolitiker gesehen?

Amar-Dahl: Ich glaube, Peres hat dieses Image, weil er sich tatsächlich so sieht und sich auch so vermarktet. >>>


 

Schöne Reden, aber keine Lösungen - Werner Sonne - Bei der Beerdigung von Shimon Peres schaute die Weltgemeinschaft wieder einmal auf Israel. Ansonsten ist der Nahost-Konflikt in den Hintergrund gerückt. Dabei steckt der Friedensprozess weiter in einer Sackgasse fest >>>

 


Palestinians Criticize Abbas for Attending Peres’ Funeral, Shaking Netanyahu’s Hand - The Palestinians 'despise Peres more than they despise [former Israeli Prime Minister Ariel] Sharon,' says one former adviser to Hamas. - Elhanan Miller >>> 


Die Herbstausgabe der PalästinaIsraelZeitung, Nummer 10 ist erschienen.
Sie  kann  gedruckt bestellt werden und steht zum herunterladen als pdf  Datei  bereit >>>

Selbstaussage: Aus der Initiativgruppe, die bereits im Juli 2011 die Nullnummer der Palästina-Israel-Zeitung herausgegeben und verbreitet hat, ist der gemeinnützige Verein "Arbeitsgemeinschaft Völkerrecht und Menschenrechte in Palästina und Israel e. V." hervorgegangen.

Laut Satzung ist der Zweck des Vereins, "zuverlässige Informationen über die menschen- und Völkerrechtliche Situation und Entwicklung in Palästina und Israel zu sammeln und unter Berücksichtigung der komplexen geschichtlichen Hintergründe in geeigneter Form im deutschen Sprachraum zu verbreiten."

Den wesentlichen Anstoß zur Schaffung der Palästina-Israel-Zeitung gab die Beobachtung, dass sich die europäische Öffentlichkeit und Politik seit Jahrzehnten auf die Sicherung des Staates Israel konzentrieren, ohne dabei die völker- und menschenrechtliche Situation des einheimischen palästinensischen Volkes in den Blick zu nehmen (israelische Okkupation, Unterdrückung und Landverlust). Denn der Westen und insbesondere Deutschland haben infolge der nationalsozialistischen Verbrechen nicht nur eine besondere Verantwortung für Israel, sondern auch für Recht und Menschlichkeit im nichtjüdischen Palästina. Unter der israelischen Missachtung von Menschen- und Völkerrecht leiden die Palästinenser seit der Gründung des Staates Israel. Letztlich sind Freiheit und Gerechtigkeit für das palästinensische Volk auch Voraussetzung für Israels Sicherheit. >>>

Protest in der Kirche - München: ERLÖSERKIRCHE - Nirit Sommerfeld protestiert gegen Sprechverbot

Die Aufregung um das geplatzte Benefizkonzert zugunsten von Menschen in Palästina, das am Freitagabend in der Schwabinger Erlöserkirche stattfinden sollte, dauert an. Trotz der Absage versammelten sich etwa 90 Unterstützer des Pianisten Michael Leslie in der Kirche und brachten ihren Unmut zum Ausdruck. Die Autorin und Musikerin Nirit Sommerfeld, die auf der Veranstaltung ursprünglich ein politisches Statement zum Palästinakonflikt abgeben wollte, kritisierte das Aus mit einer Kunstperformance. "Niemals mundtot" und "Gesicht zeigen" pinselte sie auf Plakate . >>>


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You are here - Genocide advocate Ayelet Shaked revives Peres plan for West Bank - Nora Barrows-Friedman - Ayelet Shaked, Israel’s justice minister, faced protests as she spoke to law students and professors at Columbia University’s law school on 19 September.

In a secret audio recording taken during the closed event, Shaked can be heard seeking to revive a discredited idea long championed by Shimon Peres, the leading Israeli politician who died this week.

The idea is that a deal could be struck with Jordan to push Palestinians under its jurisdiction as Israel maintains effective control over the occupied West Bank.

A key objective behind Peres’ plan – the so-called Jordanian option – was to sideline the Palestine Liberation Organization and neuter Palestinian resistance to Israel. Palestinians saw it as an affront to their right of self-determination.

Shaked denies Israel is an occupier, claiming that the West Bank is merely “territory under dispute.” She also brags about the recent moves by major social media companies to censor Palestinians. >>>

 

1. 10. 2016

Tabuisierung von Meinungsäußerung -  Abi Melzer - Ein offener Brief zur Auseinandersetzung zwischen dem jüdischen Publizisten Abi Melzer und der Präsidentin der jüdischen Kultusgemeinde in München, Charlotte Knobloch.

Sehr geehrte Frau Präsidentin, Sie wagen es, mich einen “für seine antisemitischen Äußerungen regelrecht berüchtigten Referenten“ zu bezeichnen. Nennen Sie mir einen einzigen Satz von mir, der antisemitisch ist, einen einzigen Satz.

Sie schämen sich nicht, die böse Beleidigung von Henryk M. Broder zu benutzen: „Abi Melzer und Hajo Meyer machen den Adolf“. Zu Hajo Meyer schrieb Broder er sei ein „Berufsüberlebender“ weil er es gewagt hat Auschwitz zu überleben und kein Zionist zu werden.

Broder macht uns allen seit Jahren den Joseph, und da dieser nicht so bekannt ist wie Adolf, muss man schon hinzufügen, den Joseph Goebbels. Das scheint Sie aber nicht zu berühren. Ein zionistischer Jude, der den Goebbels macht, ist für Sie allemal sympathischer, als ein aufrechter Jude, der Unrecht anprangert.

Und warum mache ich den Adolf? Weil ich Israels Politik kritisiere! Wie oft haben Sie schon gesagt, dass Kritik an Israel erlaubt sei. Gott sei Dank benötige ich Ihre Erlaubnis nicht. Das Grundgesetz erlaubt es mir. Sie würden es mir nie erlauben. Wie oft haben die Siedler, die Sie unterstützen, behauptet, dass die Regierung Israels „nicht legitim“ sei? Das freilich sage ich auch, nachdem die Regierung die Kontrolle über diese nationalistischen, rassistischen und kolonialistischen Siedler verloren hat. Ich darf an die Worte von Itzchak Rabin erinnern, der gesagt hat: „Wir geben Milliarden von Dollar aus für die Sicherheit von Siedlungen, die uns keine Sicherheit geben“. Die Illegalität wurde institutionalisiert, wie es die stellvertretende Generalstaatsanwältin Sasson gesagt hat.

Wo waren Sie, als die Siedler von Gusch Katif 2005 durch die Armee aus dem Gazastreifen vertrieben wurden und ihre illegalen Siedlungen mit gelben Judensternen verließen? War das nicht auch eine Delegitimierung und Verhöhnung des Holocaust? Dazu haben Sie geschwiegen, aber zu meiner Kritik springen Sie wie von der Tarantel gestochen auf und behaupten, ich sei ein Antisemit. >>>

 


München verhindert Vortrag des Juden Abi Melzer auf Druck der Zionistischen Lobby - Abi Melzer - Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

ich bin entsetzt und empört darüber, daß es in einer Demokratie möglich ist, daß durch Denunziation und Verunglimpfung alle israelkritischen Stimmen in der Öffentlichkeit zum Schweigen gebracht werden können. Ich bin noch viel mehr darüber entsetzt, daß jene, die sich dieser denunziatorischen Praktiken bedienen, nicht einen einzigen Beleg für Ihre schwerwiegenden Behauptungen vorweisen können, weder Herr Küppers, weder Frau Knobloch, weder Frau Meros, noch Herr Quaas. Ich empfehle Ihnen dringend, alle diese Schreiben unter diesem Blickwinkel noch einmal zu lesen. Die hemmungslose Denunziation, mit der systematisch Emotionen geschürt werden, soll dieses erbärmliche Vakuum gezielt kompensieren.

Diese Praktiken funktionieren normalerweise nur in totalitären System, wo bereits das Aussprechen des Vorwurfs, wie z.B. „Volksverräter“ oder „Konterrevolutionär“ zum Ausschalten des Denunzierten führt. Das funktionale Aquivalent dazu ist das denunziatorische Zauberwort„Antisemitismus“ , das in aller Regel unverzüglich zur Vernebelung eines rationalen Blicks führt. Dieses Wort ist zu einem Fetisch degeneriert, welches augenblicklich das limbische System in Alarmbereitschaft versetzt. Sobald die israelische Politik kritisiert wird, erschallt der Vorwurf wie ein Pawlowscher Reflex. So schreibt der SZ- Journalist Hilmar Klute: „ Der Antisemitismus-Vorwurf funktioniert wie ein Bewegungsmelder. Jemand muss nur ein paar Reizwörter kombinieren, schon bekommt er ihn frei Haus geliefert. Geht es eigentlich überhaupt noch um Israel? Oder geht es vielmehr darum, das böse alte Lieblingstier der Deutschen an der Kette durch den Argumentationspark zu führen: eben jenen Antisemitismus, von dem ein Großteil der Publizisten, die derzeit das Vorgehen Israels verteidigen, mit der gewohnten Küchenpsychologie annimmt, dass er in jedem Deutschen schlummert und nur Anlässe wie den gegenwärtigen braucht, um sich loszureißen und auffällig zu werden“ ( 13.8. 2014, S. 10).

Erst vor einigen Tagen habe ich einem sog. Israelfreund geschrieben: „Das spezifische dieses denunziantentums besteht hier darin, daß die rechtmäßigkeit des antisemitismusvorwurfs sich keineswegs aus seiner richtigkeit speist, sondern vielmehr aus seiner bloßen schwere. Aus diesem grund hat übrigens adorno, den die antideutschen mißbrauchen, an einen äußerst sparsamen gebrauch des vorwurfs gemahnt. Qua ausruf legitimiert er sich selbst“. Vor dem Hintergrund unserer Geschichte löst er solche enorm starke emotionale Reaktionen aus, die es quasi überflüssig machen, ihn überhaupt auf seine Richtigkeit hin zu überprüfen. Die hemmungslose Inflation von Antisemitsmusvorwürfen trägt aus diesem Grund mittlerweile totalitäre Züge. >>>

 

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Aus dem Tagebuch von Judith Ilany sieben Tage mit Frauen nach Gaza - Seit acht Jahren versuchen internationale Aktivisten die israelische Blockade des Gazastreifens symbolisch zu durchbrechen. 2008 ließ die israelische Marine zwei Flotillen durch. Zwei Jahre später töteten israelische Kommandos zehn Aktivisten auf der Mavi Marmara.

Aus dem Tagebuch: [..] Barcelona ist unglaublich, schnell vergißt man, wie die Sonne herunterbrennt. Nicht weil es eine wunderbare Stadt ist – was sie wirklich ist - , sondern vor allem wegen der begeisterten Gruppe von Aktivisten. Menschen, die dir nicht nur mit ihren Worten, sondern mit ihren Aktionen und ihrem Engagement Hoffnung geben. Das Fest rund um das Ablegen der Flotille ist mit seinen Künstlern, Musikern und Darstellern eine glückliche und lärmende Mischung von Kunst, Ideologie und Lebenskunst. Das Publikum ist eine fantastische Symbiose von verschiedensten Menschen und Überzeugungen, auch den einen oder anderen Turisten, von denen viele die Stadt zum Eid al-Adha besuchen. [...]

In Barcelona gibt es eine relativ bedeutende palästinensische Gemeinde, die in Zusammenarbeit mit vielen anderen Gruppen von Aktivisten Flüchtlingen ihre Arme öffnet [...]

Tag 2 -Die israelische Presse berichtete gestern, dass die israelische Regierung die spanische gebeten hat, uns daran zu hindern heute den Hafen von Barcelona zu verlassen. Die Politiker von Katalonien sehen die Dinge anders.

Eine Delegation der Frauen nach Gaza trafen sich heute mit einer Kommission im Parlament von Katalonien. In meinem Redebeitrag vor der Kommission schilderte ich die extreme Situation, die Gaza durchmacht, eine lange Liste bloßer Fakten, die nicht ausreichen, um die Katastrophe zu beschreiben, unter der 1,8 Millionen Menschen [...] leiden.

Israel ist für diese schreckliche Situation, die sich von Tag zu Tag verschlechtert, verantwortlich.

Die parlamentarische Kommission (bzw. Arbeitsgruppe), in der alle Gruppen repräsentiert sind, hörte sich unsere Beiträge an und beschloß, beim Parlament einen Antrag einzureichen, um Israel aufzufordern die Blockade des Gazastreifens zu beenden.

Barcelona unterstützt die Flotille mit Warmherzigkeit. Das Abschiedsfest, das Freiwillige von verschiedenen Gruppen organisiert haben, ist unglaublich. Die israelische Presse spricht, soweit ich gesehen habe, von "anti-israelischer Propaganda". Ich nehme an, dass mit dieser Logik jede Aktivität für Menschenrechte und Gewaltfreiheit "anti-israelisch" ist.   [...]

Tag 5 und 6 auf hoher See - Die spanischen Behörden machten viele bürokratische Probleme (offenbar haben die israelische Behörden gebeten uns zu stoppen), sodass wir den Hafen von Barcelona sehr schnell verlassen mussten; eine Patrouille der Küstenwache der Guardia Civil folgte uns, bis wir in Premià del Mar ankamen. Hätten wir das nicht gemacht, wären wir in Barcelona über das ganze Wochenende festgehalten worden und vielleicht noch länger. [...]

Unser Schwesternschiff Amal – Hoffnung hatte am Vorabend abgelegt, sah sich aber wegen ernsthafter Probleme mit dem Motor gezwungen zurückzukehren. [...]

Am Telefon erfahre ich von der Verhaftung mehrerer Aktivisten von Balad, einem anderen Szenario, in dem Israel gegen politische Aktivisten kämpft und  jede Person delegitimiert, die mit der herrschenden zionistischen kolonialen Meinung nicht übereinstimmt. Ich erfahre auch, dass Justizministerin Ayelet Shaked fortfährt BDS-Aktivisten zu verleumden.

Eine gewaltfreie Strategie wie BDS mit Terror zu vergleichen, widerspricht nicht nur jeder Logik, sondern gefährdet auch die BDS-Aktivisten selbst.[...]  Quelle  Übersetzung und Kürzung: K. Nebauer

Lasst die Women's Flotilla von Barcelona den Hafen von Gaza erreichen! - Gush Shalom wendet sich an die Regierung, sie möge der Women's Flotilla, die von Barcelona weg gesegelt ist, erlauben, die Küste von Gaza zu erreichen. Es darf keine Wiederhlolung der beschämenden Bilder von israelischen Kommandos geben, die Schiffe auf offener See brutal entern und übernehmen und Taser Waffen gegen internationale Friedensaktivisten einsetzen – Bilder, die Schane für Israel und seine Bürger sind.

Zwei Schiffe sind letzte Woche von Barcelona aufgebrochen und segeln jetzt auf dem Mittelmeer – "Amal" (Hoffnung) und "Zeitonah" (Ölbaum). Eine große Menschenmenge hat sich Pier am Hafen von Barcelona eingefunden, um die Frauen beim Ablegen des Schiffes zu verabschieden und ihnen Erfolg zu wünschen. Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Stadt Barcelona bereits viele Jahre lang Partnerstadt von Gaza City ist; viele ihrer Bewohner interessieren sich für unsere Region und unterstützen den Kampf der Palästinenser für die Befreiuung von der israelischen Besatzung. 

Unter den fünfzehn Passagieren an Bord sind Ann Wright, eine frühere Offizierin in der amerikanischen Armee, die den Rang eines Obersten erreicht hat, aber aus Protest gegen die Invasion des Irak 2003 ausgeschieden ist, und Malin Björk, die Mitglied des schwedischen Parlaments ist. Außerdem nimmt Zohar Regev teil, eine in Spanien lebende israelische Aktivistin. Auf ihrer Fahrt werden die beiden Schiffe mehrere Mittelmeerhäfen berühren und die Küste von Gaza erwartungsgemäß Anfang Oktober erreichen.

Die Frauen an Bord sind auf die Möglichkeit vorbereitet, dass das israelische Militär (die Schiffe) entert und übernimmt – sie hoffen aber sehr, dass dies nicht geschieht und sie in der Lage sind, den Gazastreifen zu erreichen und und sich mit Einwohner zu treffen, vor allem mit palästinensischen Frauen, mit denen sie in E-Mail-Kontakt stehen. Die Frauen an Bord müssen nichts verbergen, die Schiffe befördern keine Waffen oder Sprengstoffe und nehmen an keiner militärischen Aktivität teil und was auch immer. Ihr einziges Ziel ist die Aufhebung der Blockade von Gaza und dass seine Bewohner freien Zugang zur Welt außerhalb haben – wie die Bewohner jeden anderen Landes.

"Der Staat Israel sollte es diesen Frauen ermöglichen Gaza zu erreichen. Sie stellen keine Bedrohung irgend einer Art dar, die in irgendeiner Weise rechtfertigt, Soldaten hinzuschicken und militärische Gewalt anzuwenden", sagt Gush Shalom. Aber ganz allgemein: wir müssen die Blockade von Gaza endlich beenden, sie würgt Wirtschaft ab und verursacht großes Elend für seine Bewohner. Die Blockade trägt nichts zur Sicherheit des Staates Israel bei. Im Gegenteil, sie  erzeugt enormen Hass und Verbitterung, die für den Staat Israel und seine Bürger in hohem Masse schädlich sind."  Quelle  Übersetzung: K. Nebauer  

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Aktuelle  Kurznachrichten

CDU will Integrationspflicht für Migranten - SPD mit eigenem Konzept
 

Die CDU pocht auf eine Integrationsverpflichtung für Migranten. Diese sollen den "Grundwertekatalog" anerkennen und sich unter anderem zum Existenzrecht Israels bekennen. Dies will die CDU nach Berichten von "Spiegel" und "Focus" auf ihrem Bundesparteitag Mitte Dezember beschließen.


Merkel - Normale Beziehungen zu Iran erst nach Anerkennung Israels

Sigmar Gabriel pocht auf Israels Existenzrecht

NGO- Israel genehmigt Bau von fast 100 Siedlerwohnungen

Why Israel's Arab statesman boycotted Peres' funeral
 

The subtle nuances of Obama's eulogy for Shimon Peres

A Jewish and democratic state – how to live with the oppression of the minority and still feel good

Palestinian citizens of Israel decry political suppression as police arrest Balad Party officials

Council backs Boycott, Divestment and Sanctions Campaign in support of Palestine

Hundreds of Arab women protest gender violence

Palestinian Investment Fund Launches First Cement Factory

Soldiers Attack The Weekly Protest In Ni’lin

Israeli troops shoot and kill 28-year old Palestinian at Qalandia checkpoint after alleged knife attack

Army Kidnaps Three Palestinians, Two International Activists, In Bil’in

Weekly Protest Held In Kufur Qaddoum

Israeli Army Injures Five Palestinians In Gaza

Remembering Muhammad al-Durrah and the Stolen Dreams of Palestine (VIDEO)

Palästinenser im Westjordanland erschossen

 Israel’s Anti-BDS Task Force Enjoys Unchecked Power to ‘Struggle Against Terror’ (VIDEO)
 

Israel approves 98 new West Bank settler homes, industrial zone, NGO says

Iran rejects German demand for recognition of Israel

Iran to Germany: We’ll never forsake Palestinian cause

A year of revolt: who were the Palestinians killed by Israeli forces?

Genocide advocate Ayelet Shaked revives Peres plan for West Bank

1. 10. 2016

Is Facebook neutral on Palestine-Israel conflict?

PCHR Weekly Report- 6 Palestinian civilians wounded, 114 abducted by Israeli troops this week

Ashrawi welcomes to Palestine the French Consul General Pierre Cochard

Gaza-Hilfsflotte- Israel zahlt Türkei Millionenentschädigung

Oktoberfest in Palestine

Israeli-Palestinian struggle returns to the football pitch

Israel/Palestine: FIFA Sponsoring Games on Seized Land

Israel/Palestine: FIFA Sponsoring Games on Seized Land

Obama says Peres reminded him of 20th-century giants like Mandela

UK opens secret files about 'Jewish terrorists' in 1940s

UK opens secret files about ‘Jewish terrorists’ in 1940s

1000s of Jordanians protest against gas deal with Israel

Qatar calls for forcing Israel to denuclearise

A Rare Handshake Between Abbas and Netanyahu

Palestine solidarity protest at Dundalk FC v Maccabi Tel Aviv – 7pm, Tallaght Stadium

UEFA Confirm Celtic Fine For Displaying 'Illicit' Pro-Palestine Banners

The Mohammad Dura nightmare still haunts us

Facebook apologises to Palestinians after blocking news pages

Israeli Soldiers Open Fire On Palestinian Farmers In Central Gaza

Abbas visits former hunger-striking prisoner Malik al-Qadi in hospital

Council backs Boycott, Divestment and Sanctions Campaign in support of Palestine

30. 9. 2016

Shimon Peres, Israel's greatest ambassador, will be remembered for enabling oppression of the Palestinians
 

A Palestinian perspective on the legacy of Shimon Peres

Human Rights groups up pressure on Obama to investigate Israeli killing of U.S. citizen

Army to Flood Gaza Border

Organizations Call on Obama to Investigate Israeli Killing of US Citizen

Holocaust-Vorwurf- Ukrainische Nationalisten fordern Entschuldigung von Israel

Palestinian killed, 3 injured in tunnel collapse in northern Gaza Strip

UNRWA employees planning strike over salaries, staff shortages

Israeli forces detain 13 Palestinians in overnight West Bank raids

Israel cancels Gaza worshipers' Friday visit to Al-Aqsa for Peres funeral

Conflicting reports over deadly shooting by Palestinian police in Nablus

Palestinian cabinet approves revised Social Security Act after backlash

29. 9. 2016

Olmert muss zusätzliche acht Monate in Haft verbringen

Over 16,000 articles censored by the Israeli military in five years

Four Palestinian children killed in five days

How Israel is turning one Arab party into a security threat

Kaum arabische Reaktionen auf Peres' Tod

Army Kidnaps Fifteen Palestinians In Jerusalem

Soldiers Kidnap Five Palestinians Near Ramallah

Updated- Israeli Army Kidnaps Seven Palestinians In Hebron

Israeli Soldiers Partially Demolish A Home In Beit Jala

Israeli Forces Demolish Palestinian School for 4th Time

28. 9. 2016

Shimon Peres Has Died - Commentary Roundup
 

Nachruf auf Shimon Peres: Kriegsminister und Friedensstifter.
 

Nachruf: Schimon Peres, ??? Ghandi des Nahen Ostens ??? - Politik - Süddeutsche.de

Milliardendeal- Israel will Erdgas an Jordanien liefern
 

Israel wird mit US-Hilfe zur Erdgas-Großmacht
 

Israel- Konsortium schließt Milliardendeal für Gas aus israelischem

Israeli Army Kidnaps 17 Palestinians In The West Bank

Army Demolishes Four Apartments, A Classroom, In Jerusalem

Army Kidnaps Three Palestinians, Demolish Four Water Wells In Hebron

489 Violations against Palestinian Journalists by Israel

Trump, Clinton Meet with Israeli PM, Pledge Support to Israel

Army Opens Fire On Palestinians Lands And Homes In Gaza; Navy Fires On Fishing Boats

PHRI- “Right-wing Attacks Won’t Deter Us from Our Fight for Human Rights”

Israeli authorities carry out spate of demolitions across occupied territory

Funeral held in Jenin for Palestinian prisoner who died in Israeli custody

Israeli forces demolish water cisterns in Hebron-area village

Israel orders release of Palestinian journalist from administrative detention

27. 9. 2016

US-Wahl- Trump will Jerusalem als ungeteilte Hauptstadt Israels anerkennen

Bures in der Knesset- Ein roter Teppich für Österreichs Vertreterin
 

Israel-Reise- Bures besucht Knesset und erklärt Hofburgwahl

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