Montag, 20. Februar 2017 - 13:14

„Wir“ und „sie“
Uri Avnery, 30.April 2016

NEIN, ES ist nicht  „wir“ und  „sie“.  Nicht  „wir“ -  die Guten, die Moralischen, die Richtigen. Oder, um es plump zu sagen:  die Großartigen. Die Juden. Und nicht „sie“ – die Bösen, die Schlimmen. Um es  wieder plump zu sagen: die Verachtenswerten. Ja, die Araber.

Wir, die von Gott Auserwählten, weil wir so speziell sind.  Sie, die Heiden, die zu allen möglichen Idolen beten, wie Allah oder Jesus.


Wir, die heldenhaften Wenigen, die wir uns in jeder Generation gegenüber jenen sehen, die uns vernichten wollen, aber wir retten uns vor ihren Händen. Sie, die vielen Feiglinge, die uns und unsern Staat vernichten wollen und unser Mut besiegt sie.


Sie – alle Goyim, aber besonders die Muslime, die Araber, die Palästinenser. Nein, so ist es nicht. Überhaupt nicht.



VOR EINIGEN Tagen sagte Jitzhak Herzog etwas besonders Widerliches. Herzog, der Führer der Labor-Partei, der Vorsitzende des „Zionistischen Lager“-Union, der Chef der Opposition (ein Titel, der automatisch dem Führer der größten Oppositions-Partei verliehen wird), erklärte, dass seine Partei bei den Wahlen scheiterte, weil die Leute glauben, dass seine Mitglieder „Araberliebhaber“ seien


Wenn man dies ins Deutsche übersetzt, mag dies besser verstanden werden. Zum Beispiel, dass Angela Merkels Partei aus „Juden-Liebhabern“ besteht.


 Keiner sagt so. Tatsächlich  darf das keiner sagen. Nicht im heutigen Deutschland.
Man mag vermuten, dass Herzog es nicht so meinte, wie es klingt. Sicher nicht in der Öffentlichkeit. Es entwich nur aus seinem Mund. Er meinte es nicht so.


Vielleicht. Aber ein Politiker, aus dessen Mund solche Wörter kommen, kann nicht  Führer eines großen politischen Lagers sein. Eine Partei mit solch einem Führer, die ihn nicht am selben Tag hinauswirft, ist nicht wert, das Land zu führen.


Nicht, weil er unrecht hat. Es gibt sicher viele Leute, die glauben, dass die Labor-Partei Mitglieder hat, die „Araberliebhaber“ sind. (auch wenn es keine Anzeichen dafür gibt, dass sie es sind. Es mag eine geheime Leidenschaft sein.) Und viele Leute glauben, dass die Labor-Partei  so tief gesunken sei, weil so viele dieses schreckliche Ding glauben. Das Problem ist, diese Art von Personen würden nie für Labor stimmen, noch weniger Herzog, sogar wenn sie auf und abspringen und schreien: „Tod den Arabern!“


Und dies ist noch nicht die wichtigste Sache. Die bedeutendste Tatsache ist, dass jenseits all der moralischen und politischen Ansichten, diese Wörter decken einen entsetzlichen Mangel an Verständnis der israelischen Realität auf.
DIE HEUTIGE israelische Realität bedeutet, dass es nicht die geringste Chance gibt, die Rechten von der Macht zu beseitigen, wenn sie nicht  einer vereinigten und resoluten Linken gegenüber steht, die sich auf eine jüdisch-arabische Partnerschaft gründet.


Es gibt eine demographische Realität. Die arabischen Bürger stellen etwa 20% der Israelis dar. Um eine Mehrheit ohne Araber zu erreichen, würde die jüdische Linke 60% der jüdischen Öffentlichkeit benötigen. Das ist ein Hirngespinst. >>>

BDS Austria   -    Updates von Nebenschauplätzen – Kontoverbindung von BDS Austria bis auf weiteres inexistent: Das weltweite Engagement für das Recht der PalästinenserInnen auf Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit hat in den letzten Jahren immer mehr den politischen Mainstream erreicht. Die Bestrebungen der internationalen, von der palästinensischen Zivilgesellschaft geführten, BDS-Bewegung, Israel für seine schwerwiegenden Völkerrechtsverletzungen zur Verantwortung zu ziehen und die internationale Mittäterschaft bei diesen Verletzungen zu beenden, genießen heute eine viel breitere Unterstützung und zeigen auch mehr Wirkung als je zuvor.

Die aktuelle israelische Regierung, bei weitem rassistischer als die bisherigen, hat jeden Anschein von „Aufgeklärtheit“ und „Demokratie“ fallen gelassen. In diesem Kontext und angesichts des rasanten Wachstums der BDS-Bewegung ist Israel mit seinem Versuch kläglich gescheitert, die zunehmende internationale Isolation im akademischen, kulturellen, sportlichen und in geringerem Maße wirtschaftlichen Bereich abzuwenden.

Als Antwort haben nun der Staat Israel, seine Lobbygruppen und rechten UnterstützerInnen eine beispiellose weltweite und finanziell gut ausgestattete Kampagne gestartet, um das palästinensische Narrativ zum Schweigen zu bringen und die Anstrengungen der BDS-Bewegung vor allem in westlichen Ländern zu diffamieren und zu kriminalisieren.

Ein Teilaspekt dieser israelischen Kampagne ist der Versuch durch politischen Druck und Diffamierungen Banken dazu zu bewegen, Konten palästinasolidarischer Organisationen und BDS-Gruppen aufzulösen. Führend beteiligt an solchen Kampagnen (Vgl. dazu den Link von heise.de) ist der israelische Kampagnenjournalist und Mitarbeiter des neokonservativen US-amerikanischen Think-Tanks „Foundation for Defense of Democracies“, Benjamin Weinthal. Weinthal geht dabei immer nach dem gleichen Muster vor: Betreffende Stellen oder Institutionen werden angeschrieben und mit diffamierenden Falschbehauptungen über die betreffende Gruppe, Organisation oder NGO konfrontiert. Anschließend schreibt Weinthal in der Jerusalem Post, für die er als Europa-Korrespondent arbeitet, einen oder mehrere Artikel, um entsprechenden medialen Druck aufzubauen. Lokale Medien greifen die Story aufgrund ihres vermeintlichen oder tatsächlichen Nachrichtenwerts auf und die unter Druck gesetzten Institutionen (Träger von Veranstaltungsräumlichkeiten, Stadtregierungen, Banken etc.) müssen reagieren. Diese können – wie das Beispiel des Stadtrats von Bayreuth zeigt – dem Druck standhalten und die Diffamierungen als solche zurückweisen, oder aber nachgeben, um einen vermeintlichen „Imageschaden“ oder „Reputationsverlust“ abzuwenden.

Bei seinem diffamatorischen Versuch die Auflösung von Bankkonten zu erwirken, war Benjamin Weinthal bisher erfolgreich. Die Direkt Anlage Bank GmbH (DAB Bank) kündigte ohne Nachfragen und ohne weitere Erklärungen ein Konto der BDS Kampagne in Deutschland. Auch dem Palästinakomitee Stuttgart droht die Kündigung des Bankkontos. Zeitgleich drängte uns die Erste Bank schon seit Wochen dazu, die Bankverbindung von BDS Austria von unserer Website und von unserer Facebook-Seite zu entfernen und nicht mehr als Spendenkonto zu verwenden (Vgl. dazu https://www.facebook.com/bds.austria/posts/503783749810048). Auch die Einschaltung des Erste-Bank-Ombudsmannes sowie ein ausführliches persönliches Gespräch mit dem Bankbetreuer brachte keine Lösung die zum Fortbestand unseres Kontos geführt hätte. Zu einer schriftlichen Stellungnahme oder Begründung der Vorgehensweise ist die Erste Bank laut Bankbetreuer nicht bereit.

Wir müssen daher die Bankverbindung löschen und verfügen bis auf weiteres über keine Kontoverbindung. Wer unsere Arbeit dennoch finanziell unterstützen möchte, kann das selbstverständlich auch weiterhin tun. Finanzielle Unterstützung der BDS-Arbeit ist immer willkommen und die Möglichkeit dazu kann gegenwärtig via E-Mail oder PN erfragt werden.
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Verwandte Statements, Artikel und weiterführende Links:

http://www.jpost.com/…/Austrian-bank-engulfed-in-anti-Semit…
http://diepresse.com/…/49…/New-Yorker-Ungemach-fur-die-Erste
http://bds-kampagne.de/…/exklusiv-bds-kampagne-bedankt-sic…/
https://senderfreiespalaestina.de/…/statement_dtsch_abu_sit…
http://bds-kampagne.de/…/israels-juristischer-angriff-auf-…/
http://www.heise.de/…/US-Aktivisten-trotz-heftiger-Kritik-i…

'Partly free'? The real state of Israeli press freedom is much worse - Lisa Goldman - Freedom House has downgraded its ranking of Israel’s media from ‘free’ to ‘partly free,’ citing closer ties to the government and a spike in paid media content. But it has one flagrant omission: Israel’s poor treatment of Palestinian journalists.

Freedom House, the U.S.-based watchdog NGO that reports on the state of civil liberties around the world, has downgraded its ranking of Israel’s media from “free” to “partly free” in its 2016 Freedom of the Press Report. The authors of the report cite the influence of the free daily newspaper Israel Hayom, which is owned and subsidized at a huge loss by American casino billionaire Sheldon Adelson, who is an unabashed patron of Prime Minister Benjamin Netanyahu. Israel Hayom pursues an editorial agenda that is overtly partisan toward Netanyahu, which is why it is often referred to as the “Bibiton,” a portmanteau of the Hebrew word for “newspaper” and the Israeli leader’s nickname, Bibi. The report also cites the “unchecked expansion” of paid media content, which is not always clearly identified. It notes that this paid content is sometimes funded by the government.

This is not the first time Israel’s ranking has been downgraded. In its 2013 report Freedom House based a downgrade on several factors, most prominently on the indictment of Uri Blau, an investigative reporter for Haaretz, for possession of state secrets in the IDF whistleblower Anat Kamm case. Nor is this the first time Freedom House has noted the influence of Israel Hayom on Israel’s press freedom: The free daily was cited in the 2013 report as well, for having “threatened the sustainability of other papers and contributed to the collapse and buyout of the daily Maariv.”

In 2014 Israel’s media was back up to “free” status, along with the perennial note that it has the freest media in the region, where not one country’s media is ranked “free.” >>>

In Israel, an ugly tide sweeps over Palestinians - Jonathan Cook  - In Israel’s evermore tribal politics, there is no such thing as a “good" Arab – and the worst failing in a Jew is to be unmasked as an “Arab lover". Or so was the message last week from Isaac Herzog, head of Israel’s so-called peace camp.

The shock waves of popular anger at the recent indictment of an Israeli army medic, Elor Azaria, on a charge of “negligent homicide" are being felt across Israel’s political landscape.

Most Israeli Jews bitterly resent the soldier being put on trial, even though Azaria was caught on camera firing a bullet into the head of a badly injured Palestinian, Abdel Fattah Al Sharif.

In the current climate, Mr Herzog and his opposition party Zionist Union have found themselves highly uncomfortable at having in their midst a single non-Jewish legislator.

Zuheir Bahloul, an accommodating figure who made his name as a sportscaster before entering politics, belongs to the minority of 1.7 million Palestinian citizens, one in five of the population.

Unlike most of Israel’s Palestinian politicians, he preferred to join a Zionist party than one of several specifically Arab parties. Nonetheless, he embarrassed colleagues by briefly pricking the bubble of unreason cocooning the country.

Attacks on soldiers were wrong, said Mr Bahloul, but a Palestinian such as Mr Al Sharif – who tried to stab soldiers at a checkpoint in the West Bank city of Hebron – was not a “terrorist" by any normal definition. Terrorists target civilians, Bahloul noted, not soldiers enforcing an illegal occupation. >>>

Jerusalem at the center of Palestine-Israel naming dispute - Daoud Kuttab - Al-Monitor - Shortly after Israel occupied the West Bank in 1967 it faced a problem in how to refer to Jerusalem in Arabic. Not wanting to use the Arabic name al-Quds, the Israelis came up with a compromise by inserting the biblical Jewish name Urashalim. Listeners to Israel’s radio broadcasts in Arabic, for instance, were informed before and after every news bulletin that the station was reporting from Urashalim al-Quds. Combining the Jewish and the Arabic term reflected what then was the prevalent Israeli attitude of treating the holy city as a crucible of religions. Israel’s mayor of Jerusalem at the time, Teddy Kollek, regularly referred to the mosaic of the city in reference to its diversity and pluralistic nature, residents and religions. >>>

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Aktuelle  Kurznachrichten

More than 80% of US Senators to increase aid to Israel

How Jewish extremists attack Pro-Palestinians!

Shocking video of brutal and racist rhetoric of Israeli children

Palestinians Kindergartners are a threat to Israel?

I Am Israel...
This video will show you the real face of Israel

29. 4. 2016

Israelische Waffen auf dem Weg zum IS beschlagnahmt

Hebron shooter called to 'kill everyone in Gaza'

Israeli police detain 2 Palestinians, evacuate 9 Israelis from tense Aqsa

Release of a cold-blooded killer illustrates the racism of Israeli society

Illegal settler visits impose severe restrictions on Palestinian presence in al-Khalil

PCHR Weekly Report- 2 Palestinian civilians killed, 4 wounded by Israeli troops this week

Massive collective punishment- homes of 149 Palestinians suspected of no wrongdoing demolished since Oct. 2015; hundreds more under threat

Seven Detained Elderly Palestinian Men Face Indictments

Israeli Military Courts Issue New Administrative Detention Orders Against 27 Detainees

The road to ending occupation is incremental

Israeli doctors condone solitary confinement for Palestinian prisoners

The Woman, Who was Killed By Israeli Soldiers Along With Her Brother, Was Pregnant

5 Israelis evacuated from Aqsa amid Jewish holiday turmoil

First food truck rolls into Palestine - Two former prisoners have launched an environmentally friendly mobile kitchen in the occupied West

Palestinian hunger-striker moved from solitary to hospital as health worsens

7 elderly Palestinians indicted for 'incitement' at Aqsa

UN to hold meeting on the protection of Palestinian civilians

28. 4. 2016

IN PICTURES- Life unraveled as Israel demolishes Palestinian home

Abbas, Hamas slam Israel for 'execution' of Palestinian siblings

Palestinian enters 57th day of hunger strike while in solitary confinement

China: Palestinians suffer more than refugees

Sirren der Kampfdrohnen während des Gaza-Kriegs

Israeli prime minister rejects French peace conference initiative

Palestinians support, Israel opposes French peace initiative

IFJ calls on Palestinian journalists' leader to be set free

Pictures: 532 settlers break into the courtyards of Al-Aqsa Mosque during the Jewish Passover holiday

US to pay Israel largest ever aid package

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