ARENDT ART  LICHTDESIGN     PLASTIK     LYRIK     GRAFIK    MALEREI     ARCHITEKTURDESIGN     DIGITALES    SOZIALKRITISCHES     HOME

Nach oben ] muschelkinder ] wortspiele ] liebe-1 ] krieg + frieden ] [ weisser reise ] wortwerkstatt ] übersetzungen ] download ]
 



 

 

Weißer Riese


 


 
 

 

 

 

I.

deine augen

deinen roten blinklichter deine chromnickelstahlnase

und deine zunge

aus roten schaumstoff

und...............

du trauben-mandel-vollmilch-nußschokolade

oh du großer

   WEIS.S.ER RIESE

 

 

fast schon nicht lebende ausgemergelte kinder

kämpfen in meiner Schublade mit dem weißen riesen

um das letzte stück schokolade

 

dünnes geschrei dringt aus den spalten

und dünnen lippen

an mein ohr

 

er geriet zwischen die fronten

gebannt wie sie im engen kreis

der gegebenheiten

der möglichkeiten

der ergebenheiten

des begreifens

des bewussten

 

 

du erzählst mir von den sternen wie sie bluten

wie sie blühen

verwelken

sprichst

von den steinen die die sonne einfangen

von muscheln die singen

und alles vergessen lassen

 

 

was soll ich machen

ich vergesse diese kinder nicht

in meinem kopf sind die schattenbilder gespeichert

ich höre die muschel singen

doch im hintergrund bleiben die dünnen stimmen der kinder

ich sehe das feuer der sonne

und fühle meine einsamkeit

 

 

staatsoberhäupter zeigen sich wie der papst

in käfigen aus panzerglas

auf der straße brennen menschen

kinder springen aus liebeskummer aus dem fenster

 

 

wir verbergen uns in dem weißen wallenden gewand des weißen riesen

 

rotkäpchen gestattet dem wolf

im wald den beischlaf

dornröschen wird ungeküsst entjungfert

 

so ist es

sagen sie

wir befriedigen den konsum

wo gehobelt wird da fallen späne

wortlos gehen sie vorüber

vorbei

sie

die unter sich viel worte finden

 

 

"weißer geht es nicht mehr

das strahlenste weiß meines lebens"

 

 

mit euren bettüchern wascht

ihr nicht auch die hände rein

 

 

der weiße riese reinigt alles 

sagt man

vom blut schmutz

ohne zu fragen reinigt er

der freundliche diener

 

 

täglich serviert

niemals erreicht.

 

II.

 

oh land

in dem schneewittchen

mit den sieben zwergen "unzucht" treibt

in dem der suppenkasper die kasse lehrt

der gestiefelte kater die wohlstandskühe neckt

wo deutsches lieschen

deutscher michel

im zärtlichen leibesspiel die verhütunhg vergessen

 

 

oh land

in deinen betten schlummern

zuhause sein

zuhause in deinen städten und dörfern

in deinen häusern.

 

III.

 

mensch

verwandt der blume die wächst und stirbt

wie ein baum wachsen deine gedanken in alle richtungen

oder bilden zaghafte triebe am übriggebliebenen stamm

es ist der samen weiterzutragen

so sagt man

du aufgerissener

du schaufensterpuppe

aufgerissen von derzeit

den gegebenheiten

aufgerissen-angebrannt-in zersetzung

 

 

uniformen marschieren um mich herum

tanzen auf meiner flasche

 

 

IV.

 

gold

da weint die mutti

noch ein skandal bei der marine

soziale symetrie

runder tisch

berg und talfahrt

 

 

nichts übersteigt die gesinnung

des weißen riesen

 

 

die grenzen sind abgesteckt

und undurchsichtig

im niemansland

kann keiner überwintern

im spiegel sieht man sich selber

hinter den käfigstangen

versteckt

hinter der maske

die man gerade trägt.

 

 

junge

schaff ruhig noch ein ästhetisches massengrab mehr

worte stehen im schrank

wortlos

 

 

oh wie schön ist es doch

auf dem großen platz zu stehen

die friedlichen schatten

die ruhen und wandern

diese fahrenden blechbehälter

die durch die straße rollen

 

 

sie 

wie klein sind ihre gesichter

warum bleibt ihr nicht so

 

 

warum

laßt ihr die guten gedanken und worte

im regal verstauben?

 

 

nachtblaue falter umschweben mein haus

 

ich habe kein haus

in den pyramiden ist große stille

 

ich war noch nie dort

 

 

 

V.

 

ihr pharisäer ihr schriftgelehrte

 

 

fang und fress mich

sagte sie zum weißen riesen

ich fliege nicht weit

sagte sie 

und stürzte zu boden

 

zaubervögel

muschelduft

es wechselt die farbe

gehe immer über den zebrastreifen

 

zerschlag dir deinen schädel nicht am taufstein

wir wechseln in andere zeiten

such die tür

 

 

 

am anfang der tage

wurde einen stimme auf die erde geworfen

sie zersprang

und sucht sich nun

 

 

 

frau

ich sehe dein gesicht

sehe ein blaues kopftuch

....................

wir in einem boot

das wasser

unser leben

und wen dem auch doch nicht so ist

ich liebe dich

 

 

 

gedichte in diagonalen

ein ästhetischer schrei

läuft dir den rücken runter

wo hast du dich vergessen

und seit wann fühlst du dich wohl dabei?

 

 

VI.

 

wir sind nur die flüchtlinge

die vor der evolution flüchtend

in dieser welt

zuflucht

leben suchen

 

 

wir wechseln in andere zeiten

andere namen werden wir tragen

 

 

die worte des weißen riesen:

nach dem essen sollst du ruhn

tausend schritte tun

rauchen

und dabei eine frau gebrauchen

 

 

der weiße riese

ein etwas

ein nichts

euer schatten

eine weiße fläche die im leben ausgespart

 

 

wahret die würde des friedhofes

und beachtet die friedhofsordnung

(Zitat)

 

 

in liebe lebtest du

im glauben starbest du

in frieden ruhest du

(zitat)

 

was machen sie

wenn sie dies lesen

was machen sie danach

was hätten sie gemacht

hat sich etwas verändert

hätte es sich nicht verändert wenn sie dies nicht gelesen hätten

warum lesen sie dies

warum schreibe ich

was würde ich machen wenn ich nicht schreibe

was könnte jemand anderes jetzt hier schreiben

was würden sie schreiben

was könnte man anderes schreiben

warum

warum soll man schreiben

warum nicht

 

inhaltsleer

die wolken sind vorbeigezogen

die sonne schein

masken fallen vorbei

die zeit wechselt sich

farbein wechseln

es häutet sich 

bäumt sich auf

etwas neues ist geboren

wiedergeboren

 

wir verlorenen kinder 

spucken in das stundenglas des lebens

 

vertrödeln die zeit

 

sammeln unsere tränen

und tauschen sie gegen blinkende scheiben und scheine

 

sind scheußliche materialisten

 

zerstören unsere schatten an der wand

 

sind unsere eigenen teufel

 

liebe 1 -

nimm meine hand

touch me

berühre mich mit deinem herzen

 

 

VII

 

liebe 2

bunte karten erzählen geschichten

als dein gruß ankam hatte ich dich schon verloren

"du fehlst mir"

nun fehle ich dir nicht mehr

du mir auch nicht

ich nahm dein bild aus dem rahmen

steckte ein neues hinein

und träumte von dem bild welches immer im rahmen bleiben würde

du fehlst mir so sehr.

 

 

weißer riese

lach nicht über meine gefühle

sie gehören mir

 

liebe 3 - als sie mir ihr kleines reich zeigte

ich hätte den ganzen himmel anmalen können

und du warst so beglückt

mir deine farben zu zeigen

du

mein dank war unbeholfen

und viel zu früh

keiner von uns 

konnte den alltag besiegen

erst verloren wir uns

dann verlor ich dich

und merke dann ich hab alles verloren

 

 

die gegenwart

ist ein tropfen

in der höhle der vergangenheit

morgen.............

 

liebe 4

 die reaktionen meines körpers

verändern den zustand der gegenwart

was ich wollte

war

dachte ich

 

 

neonräusche

dornröschenschlaff

kohlenstoff

ein weißer kittel

sauerstoff

wieder wach werden

an den weißen riesen denken

ihn vor mir sehn

die augen schließen

 

an der decke sind kratzspuren

und während ihr euch um mich versammelt

und denkt

hätten wir......

könnte es anders sein..........

ist es schon davongeflogen

mein kleines ich

ein paradies für tiere

und väterchen weißer riese

 

 

IIX

 

liebe 5

der zustand der schwerelosigkeit vergeht

wenn deine gegenwart vergangenheit ist

zieh deine strumpfhosen hoch

und geh bitte

die personen übernahmen keine  verantwortung

der vergleich 

bringt beiden seiten ein verlust

 

1969-99

 

  Start Lyrik

Zurück ] Home ] Nach oben ] Weiter ]

Vita       Kontakt        Mail       Impressum        Links          Haftungsausschluss