Die falschen Freunde Israels   Honestly Concerned Die falschen Freunde Israels

Die Karriere einer "offiziellen EU" "Definition des Antisemitismus"

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Die Karriere einer "offiziellen EU" Definition des Antisemitismus

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Der Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus e.V.
 

Ein selbsternannter so genannter „Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus“, zu dessen mehrere fragwürdige Mitglieder gehören. Wenn sie sich den mit dem wirklichen Antisemitismus beschäftigen würden, wäre es begrüßenswert. Wieder einmal, parademäßig demonstriert das Arno Lustiger, hat man aber eher den Eindruck hier benutzt man schwerpunktmäßig die Antisemitismuskeule um von den echten Problemen, den wirklichen Gründen warum Israel weltweit immer mehr geächtet wird abzulenken. Hier scheint sich eine zweifelhafte Zensurorganisation etablieren zu wollen. Ein Skandal den leider noch zu wenige wahrnehmen. Dafür steht schon alleine Sacha Stawski, sogenannter Chefredakteur (so wird auch das zum Schimpfwort) von Honestly Concerned. Auf ihren Seiten haben sie ja schon frühzeitig auf diese Gefahr aufmerksam gemacht (Dortmunder Erklärung: "Wer die israelische Staats- und Regierungspolitik für tabu erklärt, fördert Haß und Diskriminierung) damit reagierten sie auf die schon damals als bedenkenswert zu erkennende: "NGO-Forderungen Orderungen zur Bekämpfung des Antisemitismus" Geschickt, wie diese Gruppierung vermeidet den Rassismus generell zu bekämpfen, da könnte man ja wohl selber in die Kritik kommen und Mitstreiter bekämpfen müssen..

Für das eigentlich renommierte Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam e. V. tritt ein so genannter Professor Dr. Lars Rensmann, MMZ-Fellow, University of Michigan, Ann Arbour, auf. Dieser „Wissenschaftler“ ist einer, der gezeigt hat, dass er mit wissenschaftlichen Quellen nach Lust und Laune umgeht. Wie man ihm einen Professoren-Titel verleihen konnte, bleibt mir so schleierhaft. Wahrscheinlich hat ihm Andrej Markovitz von der Universität von Michigan  diesen verschafft, der auch zur besagten „Israel-Lobby“ Mearsheimer/Walt gerechnet werden könnte, da er die Selbstständigkeitsbestrebungen der deutschen politischen Klasse immer wieder kritisiert. Das MMZ, (Julius H. Schoeps) hat keine Probleme damit mit dem ausreichend bekannten Sacha Stawski ein Buch herauszugeben in dem mehrfach der Antisemitismusverdacht instrumentalisiert wird. Gemeinsam stellt man dieses kritisierenwerte Buch  sogar im Bundestag vor.

Ein weiteres Mitglied dieses unsäglichen Koordinierungsrates ist Anetta Kahane, eine nervige gelernte DDR-Bürgerin, die einiges wegen der Vergangenheit ihres Vaters zu kompensieren hat. Die Bundesregierung fördert hier einen neurotischen „Verein“ der nichts anderes zu scheinen scheint als eine Privatversorgung der Vorsitzenden des Vereins „Amadeu-Antonio-Stiftung“. Wen dieser Verein sich wirklich gegen Rassismus engagieren würde, müsste er doch wohl eine Zusammenarbeit mit Sacha Stawski,  Honestly Concerned und einige andere ablehnen?

Dass auch das Deutsch-Israelische Jugendforum in der Person von Daniel Kilpert M.A., Stellvertretender Bundesvorsitzender dieses Forums und Vorstandsmitglied der Deutsch-israelischen Gesellschaft Berlin-Potsdam, dabei ist verwundert nicht. Schon früh übt sich, wer ein guter Israellobbyist werden will.

Das sich dieser Koordinierungsrat nicht vorher kundig gemacht hat, welchen Typen er in der Person von Sacha Stawski, dem so genannten „Chefredakteur“ der Aggitationsseite „Honestly Concerned“ in ihren Reihen duldet zeigt, welche Intentionen dieses Clübchens verfolgt. Es geht nicht um Aufklärung, sondern um Diffamierung Andersdenkender und aller Israelkritiker.

Einer der fragwürdigsten Israellobbyisten ist der Geschäftsführende Vorsitzende des Wissenschaftsforums der Sozialdemokratie in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern e.V. Klaus Faber. Er schreibt einen einseitigen Proisraelartikel nach dem anderen wie in der Zeitschrift „Berliner Republik“ u. a. Stellen nachzulesen ist.

Abraham Dzialowski von der Initiative 9. November 1938 gehört ebenfalls zu denjenigen Frankfurter Juden, die besonders einseitig für Israel Partei ergreifen und so Unrecht verleugnen. Nicht das für Israel eintreten ist das Problem, dafür bin ich auch. Dabei übergeht man in rassistischer Art und Weise die Existenz eines anderen Volkes. Das macht unglaubwürdig.

Peter Wirkner, Wissenschaftlicher Direktor, M.A., Mitarbeiter von MdB Prof. Gert Weisskirchen, scheint die Stimme seines Herren zu sein. Weisskirchen war noch nicht einmal in der Lage, eine Anhörung über Antisemitismus vom 22. November 2004 im Deutschen Bundestag in Berlin mit anstand und Würde über die Bühne zu bringen.  Er ist derjenige, der überhaupt nicht für den Posten eines Beauftragten bei der OSZE zur Bekämpfung des Antisemitismus geeignet ist.

Über den Hobbyhistoriker Arno Lustiger erübrigt sich jeder weiterer Kommentar. Er gehört auch zu denjenigen Israellobbyisten, die ihren Holocauststatus instrumentalisiert und missbrauchen. Anstatt erneut einen Bericht der Bundesregierung zur Antisemitismusbekämpfung zufordern, sollte er vorher den dringend notwendigen  Bericht der Bundesregierung zu den Menschen- und Völkerrechtsverbrechen der israelischen Besatzungsmacht in Palästina fordern. Dort liegen die Ursachen für den so genannten „neuen Antisemitismus“ von dem Stawski, Laster, Broder, Weisskirchen, Faber und die vielen Israellobbyisten immer wieder ablenken wollen.

 Mitglieder - Koordinierungsrat gegen Antisemitismus
 

Dass dieser eigenartige Koordinierungsrat vom ehemaligen israelischen Botschafter Shimon Stein unterstützt wird, verwundert nicht. Hatte er sich nicht allen Ernstes als kulturbeauftragter der Deutschen aufgedrängt?  In Israel besteht dingender Bedarf an der Einführung einer westlich-demokratischen Kultur die nicht andere Völker als Untermenschen behandelt. Hier bietet sich für Stein ein weites Feld.
Lustigers Brief vom 27. September 2007 ist eine einzige Zumutung für jeden Demokraten. Er schiebt die Schuld am so genannten Antisemitismus nicht nur der Mitte der deutschen Gesellschaft, sondern auch „den muslimischen Bürgerinnen und Bürgern“ zu. Wenn Opfer zu Täter werden sind sie Täter, auch wenn sie vorher Opfer waren. So einfach ist das Herr Lustiger. Verzeihen sie, dass es noch Menschen mit Gewissen gibt die die Opferrolle nur den Opfern des Holocaust zugesteht. Wer anders denkt ist ein Rassist.

Herr Lustiger, wie wäre es einmal, auf die Verbrechen der Israelis und ihres Kolonisierungsprojektes in Palästina zu schauen und nicht immer wieder mit unglaubwürdigen Unterstellungen davon abzulenken. Ihre Glaubwürdigkeit würde sich enorm steigern. Dort liegen die wirklichen Ursachen, warum in Frankreich, Großbritannien oder Deutschlands jüdische Mitbürger leider angegriffen werden.

Nicht ohne Grund sehen fast 70 Prozent der Europäer die größte Bedrohung des Weltfriedens durch Israels Aggressionspolitik, knapp gefolgt von den aggressiven und kriegslüsternen USA unter George W. Bush. Das hat nichts mit Antisemitismus, viel mit der, von ihnen geleugneten Wirklichkeit im Nahen Osten zu tun.

Auch der Zentralrat der Juden ist nicht ganz unschuldig, spielt er doch (bis auf Ausnahmen) fast immer unkritisch und alles verstehend und verzeihend den Lautsprecher und Verstärker der israelischen Unterdrückungspolitik. Wer im Namen der neuen Täter spricht hat das Recht sich auf die Opfer des Holocaust zu berufen verloren.

Täter gehören zu Täter, Opfer zu Opfer. Bis heute fehlt eine kritische Stellungnahme des Zentralrat der Juden an der menschenverachtenden Politik Israels. Wer Unrecht duldet und Unterstützt ist mitschuldig. Gerade dieser Verein sollte diesen Maßstab, an dem zu Recht die deutschen gemessen werden auch sich selber anlegen.

 Gott sei Dank gibt es die Organisation „Juden für einen gerechten Frieden“, und viele andere jüdische, israelische Organisationen und Persönlichkeiten die deutlich macht, dass das Judentum etwas anderes ist als der aggressive und unterdrückerische Zionismus. Beides habe nichts miteinander zu tun. Zionismus wie er gelebt und praktiziert wird ist Rassismus; Judentum ist Humanität. Konrad H. 3.10.07

(Die Verlinkung wurde vom Webmaster hinzugefügt.)

 

 

Koordinierungsrat deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus - Presseerklärung des Koordinierungsrats gegen Antisemitismus vom 27. September 2007 - Prof. Dr. h. c. Arno Lustiger fordert erneut Bericht der Bundesregierung zur Antisemitismusbekämpfung; Unterstützung u. a. durch den israelischen Botschafter Shimon Stein, die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, den außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Prof. Gert Weisskirchen, die internationale Initiative „The Israel Project“  und den Koordinierungsrat gegen Antisemitismus; Kritik des Koordinierungsrats gegen Antisemitismus am deutschen Präsidenten des Europäischen Parlaments Hans- Gert Pöttering 

Berlin, 27. September 2007 - In einem Schreiben an alle Bundestagsabgeordneten (s. Anhang) hat Prof. Dr. h. c. Arno Lustiger im September dieses Jahres in Anlehnung an das Vorgehen anderer Staaten erneut einen jährlichen Bericht der Bundesregierung zur Antisemitismusbekämpfung gefordert. Der jährliche Bericht sollte nach seiner Auffassung unter Beteiligung des Innenministeriums und des Auswärtigen Amtes über die Verbreitung antisemitischer Strömungen in allen Gesellschaftsteilen und -institutionen einschließlich der Medien Auskunft geben sowie darlegen, welche Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden. Auch über die antisemitische Propaganda in den Herkunftsländern der muslimischen Einwanderer, die über viele Wege nach Deutschland kommt, und über die Maßnahmen, die die Bundesregierung dagegen ergreift, sollte berichtet werden.

Israel ist nach Auffassung von Prof. Dr. h. c. Arno Lustiger, wie zum Teil auch der Mediendiskurs zeigt,  in mancher Hinsicht zum kollektiven Juden gemacht worden. Sehr häufig erlebten wir die Verwendung doppelter Standards gegenüber Israel, wie sie etwa im Verhalten einer britischen Wissenschaftlervereinigung sichtbar werden, die einerseits zum akademischen antiisraelischen Boykott aufruft, andererseits aber zum Völkermord im Sudan schweigt.

Es gehe beim Antisemitismus, so Arno Lustiger, nicht nur um ein Problem im rechtsradikalen Milieu, sondern ebenso um eine Erscheinung, die unter muslimischen Bürgerinnen und Bürgern und bis in die Mitte der Gesellschaft weit verbreitet sei. Ein Zusammenwirken verschiedener Antisemitismusvarianten spiele dabei eine Rolle. Seine Auffassung wird auch durch Vorgänge im politischen Raum oder im Bereich der Medien immer wieder bestätigt, z. B. neuerdings durch die Übernahme der Schirmherrschaft einer Israel dämonisierenden sowie delegitimierenden und damit in der Tendenz antisemitischen Veranstaltung des UN-Komitees für die Wahrung „der unveräußerlichen Rechte des Palästinensischen Volkes“ durch das Europäische Parlament (EP), dessen Präsident der deutsche EP-Abgeordnete Hans-Gert Pöttering ist. Die Einrichtung eines derartigen Komitees und dessen Tätigkeit sind im Zusammenhang mit der berüchtigten früheren UN-Resolution, nach der der Zionismus eine Form des Rassismus darstelle, sowie der in Teilen offen antisemitischen Durban-NGO-Konferenz von 2001 zu sehen. An der Ende August in Brüssel im Rahmen des Europäischen Parlaments durchgeführten  Veranstaltung des UN-Komitees haben  bezeichnenderweise fast nur israelfeindliche Nicht-Regierungsorganisationen und Personen teilgenommen; dementsprechend ist dort ausschließlich Israel auf die Anklagebank gesetzt worden. Lediglich die polnischen Abgeordneten des Europäischen Parlaments sowie wenige andere EP-Abgeordnete haben sich von der Veranstaltung distanziert.

Arno Lustiger weist in seinem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten darauf hin, dass seine Forderung nach einem Bericht der Bundesregierung zur Antisemitismusbekämpfung inzwischen von verschiedenen Seiten Unterstützung gefunden hat, u. a. durch den scheidenden israelischen Botschafter Shimon Stein, die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, den außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Prof. Gert Weisskirchen, der zugleich persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden für die Antisemitismusbekämpfung ist, und insbesondere auf einer Koordinierungstagung „Gegen Antisemitismus in Deutschland und Europa“, zu der am 18. Juni 2007 37 in der Antisemitismusbekämpfung engagierte deutsche Nicht-Regierungsorganisationen sowie Institutionen und Personen im Centrum Judaicum in Berlin zusammengekommen waren. Auch die internationale Initiative „The Israel Project“ hat inzwischen die Berichtsforderung unterstützt. Prof. Gert Weisskirchen hat in diesem Zusammenhang, so Prof. Dr. h. c. Arno Lustiger, deutlich gemacht, dass uns nicht nur in verschiedenen zentralen Bereichen u. a. Daten und Erhebungen in Deutschland fehlen, sondern darüber hinaus etwa zwei Drittel der OSZE-Staaten ihren Berichts- und Bestandsaufnahmepflichten nach den einschlägigen Forderungen von OSZE-Konferenzen bislang überhaupt nicht nachkommen. Bei diesem Stand wäre es nach Lustigers Auffassung außerordentlich wichtig, wenn Deutschland in Europa mit einem jährlichen Bericht der Bundesregierung zur Antisemitismusbekämpfung eine internationale Vorbildrolle spielen würde.

Für den Koordinierungsrat gegen Antisemitismus: Daniel Kilpert, M.A., 13184 Berlin, Tel.: 030/69818376
 

Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien an der Universität Potsdam e. V. , Prof. Dr. Lars Rensmann, MMZ-Fellow, University of Michigan, Ann Arbor
Amadeu-Antonio-Stiftung, Stiftungsvorstandsvorsitzende: Anetta Kahane
Claudia Korenke, Vizepräsidentin der Deutsch-Israelischen Gesellschaft
Daniel Kilpert M.A., Stellvertretender Bundesvorsitzender des Deutsch-Israelischen Jugendforums
Honestly Concerned e.V., Chefredakteur: Sacha Stawski
Wissenschaftsforum der Sozialdemokratie in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern e.V., Geschäftsführender Vorsitzender: St. a.D. Klaus Faber, RA
Initiative 9. November 1938, Abraham Dzialowski
Demokratie & Courage, Till Meyer
Mohammed Schams, Berlin, Senior Advisor IFI (Iranian Freedom Institute), Washington D.C.
Peter Wirkner,
Wissenschaftlicher Direktor, M.A., Mitarbeiter von MdB Prof. Gert Weisskirchen, Persönlicher Beauftragter des OSZE-Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus
Milena Uhlmann, Dipl.-Pol., Berlin/Herzliya
 

Quelle: Honestly-Concerned-Mailingliste Sent: Monday, October 01, 2007

http://www.google.de/search?sourceid=navclient&hl=de&ie=UTF-8&rlz=1T4HPEA_deDE218DE218&q=Koordinierungsrat+deutscher+Nicht%2dRegierungsorganisationen+gegen+Antisemitismus+

 




Henryk M. Broders Redebeitrag vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages am 16.06.2008:

Meine Damen und Herren, liebe Kollegen, sehr geehrte Frau Köhler, sehr geehrter Herr Edathy,

ich danke Ihnen für die Einladung zu dieser Anhörung. Es ist mir eine Ehre, zu Ihnen sprechen zu dürfen. Ich weiß, dass es einige Irritationen wegen meiner Teilnahme gegeben hat. Aber ich bin sicher, dass Sie am Ende meines Statements es nicht bereuen werden, mich eingeladen zu haben.

Es ist nicht die erste Anhörung zum Thema Antisemitismus, und es wird nicht die letzte bleiben. Seit der Schriftsteller und bekennende Judenfeind Wilhelm Marr im Jahre 1879 die Schrift "Der Sieg des Germanenthums über das Judenthum - Vom nichtconfessionellen Standpunkt aus betrachtet" veröffentlichte und damit zum Wortführer des politischen Antisemitismus im Kaiserreich avancierte, hat es zahllose Versuche gegeben, den Antisemitismus zu definieren, zu erklären und zu neutralisierten - sie sind alle gescheitert. Wäre dem nicht so, säßen wir heute nicht hier. Jede Diskussion über den Antisemitismus fängt mit einer Begriffsbestimmung an, viele kommen nicht darüber hinaus, und am Ende aller Bemühungen, das Phänomen in den Griff zu bekommen, steht die Erkenntnis: "Antisemitismus ist, wenn man die Juden noch weniger leiden kann, als es an sich notwendig ist."

Ich möchte mich deswegen auf zwei Punkte konzentrieren, auf die ich Ihre Aufmerksamkeit lenken möchte, zwei Argumente, die man beachten muss, wenn man nicht eine virtuelle Debatte führen will.

Erstens: Wir haben es beim Antisemitismus nicht mit einem Vorurteil, sondern mit einem Ressentiment zu tun. Vorurteile sind harmlos, man braucht sie, um sich im Leben zurechtzufinden. Ich habe Vorurteile, Sie haben Vorurteile, jeder Mensch hat Vorurteile. Und wir stören uns nur an negativen Vorurteilen. Wenn ich Ihnen sage, dass die Deutschen fleißig, diszipliniert und gastfreundlich sind, werden Sie mir erfreut zustimmen. Wenn ich dagegen sage, dass die Deutschen geizig, humorlos und kindisch sind, werden Sie sich vermutlich empören. Das, werden Sie sagen, ist eine unzulässige Verallgemeinerung. Mit den Juden ist es genauso. Positive Vorurteile "das Volk des Buches, das Volk des Witzes" hören wir uns gerne an, negative, die unsere Neigung zu schlechtem Benehmen thematisieren, fassen wir als Beleidigung auf.

Der Unterschied zwischen einem Vorurteil und einem Ressentiment ist folgender: Ein Vorurteil zielt auf das Verhalten eines Menschen, ein Ressentiment auf dessen Existenz. Der Antisemitismus gehört in die Kategorie der Ressentiments. Der Antisemit nimmt dem Juden nicht übel, wie er ist und was er tut, sondern dass er existiert. Der Antisemit nimmt dem Juden sowohl die Abgrenzung wie die Anpassung übel. Reiche Juden sind Ausbeuter, arme Juden sind Schmarotzer, kluge Juden sind überheblich und dumme Juden - ja, die gibt es auch - eine Schande für das Judentum. Der Antisemit nimmt dem Juden prinzipiell alles übel, auch das Gegenteil. Deswegen bringt es nichts, mit Antisemiten zu diskutieren, sie von der Absurdität ihrer Ansichten überzeugen zu wollen. Man muss sie ausgrenzen, sie in eine Art sozialer Quarantäne isolieren. Die Gesellschaft muss klar machen, dass sie den Antisemitismus und den Antisemiten verachtet, so wie sie die Prügelstrafe als Mittel der Erziehung und die Vergewaltigung - auch die eheliche - verachtet, wohl wissend, dass sie nicht alles kontrollieren kann, was hinter zugezogenen Gardinen und unter vier Augen passiert.

Zweitens: Wenn Sie dem Antisemitismus beikommen wollen, müssen Sie einsehen, dass er keine fixe Größe ist, wie der Urmeter in Paris oder die Definition für Volt, Watt und Ampere. Wie alle sozialen Phänomene unterliegt auch der Antisemitismus einem Wandel. Auch Armut ist heute nicht mehr das, was sie zur Zeit von Oliver Twist oder Aschenputtel war.

Der Antisemitismus, über den wir immer noch am liebsten reden, stammt aus der Asservatenkammer des letzten und vorletzten Jahrhunderts. Es ist, um mit Bebel zu sprechen, der Sozialismus der dummen Kerle, die noch immer einem Phantom nachjagen. Der gewöhnliche Antisemit hat vom Gegenstand seiner Obsessionen keine Vorstellung, nur eine diffuse Ahnung. Er tobt sich aus, indem er Hakenkreuze an Bauzäune malt und "Juda verrecke!" auf Grabsteine schmiert - ein Fall für die Polizei und das örtliche Amtsgericht, nicht mehr. Niemand wird sich mit Rabauken solidarisieren, die den Arm zum Hitlergruß heben und dabei "Juden raus!" schreien. Diese Art des Antisemitismus ist hässlich, aber politisch irrelevant, ein Nachruf auf sich selbst.

Der moderne Antisemit dagegen tritt ganz anders auf. Er hat keine Glatze, dafür Manieren, oft auch einen akademischen Titel, er trauert um die Juden, die im Holocaust ums Leben gekommen sind, stellt aber zugleich die Frage, warum die Überlebenden und ihre Nachkommen aus der Geschichte nichts gelernt haben und heute ein anderes Volk so misshandeln, wie sie selber misshandelt wurden. Der moderne Antisemit glaubt nicht an die "Protokolle der Weisen von Zion", dafür fantasiert er über die "Israel-Lobby", die Amerikas Politik bestimmt, so wie ein Schwanz mit dem Hund wedelt. Der moderne Antisemit gedenkt selbstverständlich jedes Jahr der Befreiung von Auschwitz am 27. Januar, zugleich aber tritt er für das Recht des Iran auf atomare Bewaffnung ein. Denn: "Was man Israel oder Pakistan gewährt, kann man dem Iran nicht verweigern" (Originalton Norman Paech). Oder er dreht kausale Zusammenhänge um und behauptet, die atomare Bedrohung gehe nicht vom Iran, sondern von Israel aus - wie es Professor Udo Steinbach vor kurzem in einer Sendung des WDR getan hat.

Der moderne Antisemit findet den ordinären Antisemitismus schrecklich, bekennt sich aber ganz unbefangen zum Antizionismus, dankbar für die Möglichkeit, seine Ressentiments in einer politisch korrekten Form auszuleben. Denn auch der Antizionismus ist ein Ressentiment, wie der klassische Antisemitismus es war. Der Antizionist hat die gleiche Einstellung zu Israel wie der Antisemit zum Juden. Er stört sich nicht daran, was Israel macht oder unterlässt, sondern daran, dass es Israel gibt. Und deswegen beteiligt er sich so leidenschaftlich an Debatten über eine Lösung der Palästina-Frage, die für Israel eine Endlösung bedeuten könnte, während ihn die Zustände in Darfur, in Zimbabwe, im Kongo und in Kambodscha kalt lassen, weil dort keine Juden involviert sind. Fragen Sie doch mal den außenpolitischen Sprecher der Linken, wie viele Stellungnahmen er in den letzten Monaten zu "Palästina" abgegeben hat und wie viele zu Tibet. Danach reden wir weiter.

Früher sagen wir: zurzeit von Wilhelm Marr, Karl Lueger und Adolf Stoecker war alles ganz einfach. Es gab die Juden, die Antisemiten und den Antisemitismus. Nach 1945 gab es dann aus den bekannten Gründen einen Antisemitismus ohne Juden, und heute haben wir es wieder mit einem neuen Phänomen zu tun: einem Antisemitismus ohne Antisemiten. Neu ist auch das Berufsbild des Freizeitantisemiten, der tagsüber seiner regulären Arbeit nachgeht - unter Umständen sogar bei einer Bundesbehörde - und nach Dienstschluss israelkritische Texte verfasst, die dann auf obskuren antizionistischen Websites erscheinen. Niemand will ein Antisemit sein, aber in der Hall of Shame der Antizionisten wird der Platz langsam knapp.

Antisemitismus und Antizionismus sind zwei Seiten derselben Münze. War der Antisemit davon überzeugt, dass nicht er, der Antisemit, sondern der Jude am Antisemitismus schuld ist, so ist der Antizionist heute davon überzeugt, dass Israel nicht nur für die Leiden der Palästinenser, sondern auch dafür verantwortlich ist, was es selbst erleiden muss.

Die Älteren unter Ihnen werden sich vielleicht noch an den Satz erinnern, mit dem ein grüner Politiker, der noch immer dem Bundestag angehört, zurzeit des Golfkrieges die irakischen Raketenangriffe auf Israel Anfang 1991 kommentierte: "Die irakischen Raketenangriffe sind die logische, fast zwingende Konsequenz der Politik Israels." Derselbe grüne Politiker sprach sich damals auch gegen die Lieferung von Defensivwaffen wie den Patriot-Raketen an Israel aus, weil diese ebenfalls zur Eskalation der Lage beitragen würden. Heute, 17 Jahre später, hören und lesen wir ähnliche Sätze über Raketenangriffe aus dem südlichen Libanon und dem Gazastreifen auf Israel - dass sie die logische, fast zwangsläufige Folge der Besatzungspolitik Israels seien und dass Israel gut daran täte, nicht zu reagieren, um eine Eskalation zu vermeiden. Denn der moderne Antisemit verehrt Juden, die seit 60 Jahren tot sind, nimmt es aber lebenden Juden übel, wenn sie sich zur Wehr setzen. Er ruft "Wehret den Anfängen!", wenn eine handvoll Hobbynazis in Cottbus aufmarschiert, rechtfertigt aber die Politik des iranischen Präsidenten und den Fortgang der Geschäfte mit dem Iran.

Meine Damen und Herren, wir werden das Problem des Antisemitismus nicht lösen, nicht bei dieser Anhörung und nicht bei der nächsten. Aber allein, dass Sie sich mit diesem Thema befassen, obwohl es andere und wichtigere Probleme gibt, die behandelt werden wollen, ist ein gutes Zeichen. Wenn ich Ihnen in aller Demut und Bescheidenheit eine Empfehlung geben darf: Überlassen sie die Beschäftigung mit dem guten alten Antisemitismus à la Horst Mahler den Archäologen, den Antiquaren und den Historikern. Kümmern Sie sich um den modernen Antisemitismus im Kostüm des Antizionismus und um dessen Repräsentanten, die es auch in Ihren Reihen gibt.
 

 

Entwicklung des Forderungskatalogs der NGO

Knut Mellenthin: Ausnahmeregeln für Israel (9.7.2008)

28. -29.04.2004 - Antisemitismuskonferenz in Berlin

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/yves_pallade_only_non_antisemites/

http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=31&Param_Red=9223

http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/kw04_antisemitismus/programm.pdf

http://www.honestly-concerned.org/Temp/Bundestag-Antisemitismusanhoerung-Contribution-from-experts.pdf

20. Mai 2005 - SONDERAUSGABE - EUMC Antisemitismus-Arbeitsdefinition: Endlich wird es offiziell: Möllemann war ein Antisemit!

 November 11, 2005 - HC SONDERAUSGABE - NGO-FORDERUNGSKATALOG - Bekämpfung des Antisemitismus

 10.9.2005 - NGO FORDERUNGEN - FORDERUNGSKATALOG ZUR BEKÄMPFUNG DES ANTISEMITISMUS

Es zeigt sich, Unter dem Deckmantel: "Wir sind die Kämpfer gegen Antisemitismus" überwindet man "Schwierigkeiten" und findet "erfolgreiche Strategien" um notwendige Kritik zu verhindern. Yves Pallade kann ungehindert Norman Paech, Klaus Holz, Ludwig Watzal und Alfred Grosser als Antisemit diffamieren. Er zeigt sich damit als würdiger Vertreter des neuen Antisemitismus, bei dem die Opfer des Holocaust als Waffe gegen notwendige und respektable Kritik missbraucht wird.

Honestly Concerned meldet: Pressemitteilungen: DOWNLOAD: DEUTSCHER BUNDESTAG - Antisemitismusanhörung - Contributions from the Experts

Dokumentation des Expertenforums "Combating Antisemitism - Challenges and successful strategies" vom 25.01.2008 in Berlin
 

Gesprächsrunde zum Thema "Antisemitismus"
Parlamentarier im Austausch mit Experten aus dem In- und Ausland
Teil 1, vom 25.01.2008
Modem, DSL (Dauer: 2h, 3min)
Teil 2, vom 25.01.2008
Modem, DSL (Dauer: 5h, 40min)


Bilder bei Honestly Concerned
FOTOS: DEUTSCHER BUNDESTAG

Die Achse des Guten: Yves Pallade: Only Non-Antisemites

Verbreitete Meinung war   bei der Anhörung, das den  realen Zionismus zu kritisieren Antisemitisch sei >>>

Video-on-Demand-Dienst des Parlaments - Öffentliche Anhörung des Innenausschusses zum Thema "Antisemitismus in Deutschland", vom 16.06.2008 - Modem, DSL (Dauer: 3h, 54min) (Zur Zeit nicht auffindbar)

Deutscher Bundestag: Mediathek - Antisemitismus in Deutschland.

 

EUMC Arbeitsdefinition Antisemitismus >>>

 





Die Karriere einer "offiziellen EU" Definition des Antisemitismus

von George und Doris Pumphrey

 

In Diskussionen über Israel wurde und wird immer wieder Bezug genommen auf eine "Arbeitsdefinition Antisemitismus der EU", um Kritik an israelischer Regierungspolitik als eine Form des Antisemitismus zu denunzieren. Dieses "offizielle" Dokument soll den Beweis dafür liefern. Da es auf der Internetseite einer EU-Agentur zu finden war, meinten und meinen selbst Kritiker der israelischen Politik, es handle sich um ein "offizielles" EU-Dokument.

Die Vorgeschichte

Die Karriere dieser "offiziellen EU-Definition" begann vor mehr als zehn Jahren. Unter der Schirmherrschaft der UNO fand im Spätsommer 2001 die Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban, Südafrika statt. Die Delegation der USA und Israels verließen vorzeitig die Konferenz aus Protest gegen die Forderung, das israelische Vorgehen gegen die Palästinenser als Rassismus zu bezeichnen, die auf Seiten anderer offizieller Delegationen und in der gleichzeitig stattfindenden NGO Konferenz erhoben wurde.

Der internationale Kampf gegen Rassismus, der durch diese Konferenz weltweit ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt war, war drei Tage nach Ende der Konferenz vergessen. Mit den Geschehnissen des 11. September 2001 begann die Barbarei des globalen "Kampfes gegen den Terror", begleitet von einer umfassenden Stimmungsmache und Hetze gegen Araber und Muslime.

Von den Auswirkungen des 9/11 Schocks und der Verunsicherung profitierend, drängte das US State Department die OSZE dazu, Konferenzen und Treffen zu organisieren, die sich schwerpunktmäßig mit Antisemitismus beschäftigen. Die erste fand im Juni 2003 in Wien statt. Laut NY Times gab es anfänglich seitens einiger OSZE Mitgliedsstaaten erheblichen Widerstand gegen diese US-Initiative, die Antisemitismus nicht als separates Problem, sondern generell im Zusammenhang mit Rassismus und Diskriminierung behandeln wollten.[1]

Besonders seit der Konferenz in Durban hatten sich zionistische Organisationen zum Ziel gesetzt, den Widerstand gegen Israels Unterdrückung der Palästinenser und die stärker werdende antizionistische Kritik und Verurteilung der israelischen völkerrechtswidrigen Politik als Antisemitismus zu brandmarken. Auf der Wiener Konferenz bedauerten Repräsentanten zionistischer Organisation, das "Unvermögen" europäischer Regierungen, zu "erkennen, dass der Antisemitismus nun aus neuen und verschiedenen Richtungen kommt". Sie warnten davor "dass der neue Antisemitismus ebenso genozidal werden könnte wie der der Nazis". Der "traditionelle Antisemitismus" sei gegen einzelne Juden gerichtet, der "neue Antisemitismus" richte sich gegen Israel. Letzterer sei "legalisiert" worden, während die UNO und andere internationale Institutionen an Israel einen anderen Maßstab anlegen würden als an andere Länder.[2]

Neben dem Insistieren auf eine "Singularität des Antisemitismus" – der separat behandelt und nicht verbunden werden dürfe mit den Problemen des Rassismus und der Xenophobie – bemühten sich zionistische Organisation internationale Institutionen zur offiziellen Anerkennung dieses "neuen Antisemitismus" zu bewegen und organisierten umfangreiche Lobbyarbeit bei Politikern, Parteien, Regierungen und Institutionen. [3]

Während die Konferenz in Wien mit allgemeinen Empfehlungen endete, einigten sich die Teilnehmer auf dem Nachfolgetreffen 2004 in Berlin darauf, das OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR) zu beauftragen, "antisemitische Vorfälle im OSZE-Raum genau zu verfolgen" und Länderberichte zu veröffentlichen. Dies sollte in Zusammenarbeit mit anderen OSZE-Institutionen geschehen, darunter auch der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC).[4]

Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus"

Im Jahr 2004 hatte die EUMC (2007 ersetzt durch die FRA – Agentur der Europäischen Union für Grundrechte) in einem Bericht über Antisemitismus in der EU das Fehlen einer für alle EU-Länder gültigen Definition des Antisemitismus beklagt.[5] Auf ihrer Internetseite erschien im Jahr 2005 eine "Arbeitsdefinition Antisemitismus".

Ohne auf alle in der "Arbeitsdefinition" genannten Beispiele einzugehen, hier nur ein paar Anmerkungen zur Erstellung und zum Inhalt dieser "Definition".

Die "European Jews for a Just Peace" (EJJP), eine Föderation jüdischer Friedensorganisationen in zehn europäischen Ländern, bezeichneten die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" als "äußerst problematisch" und kritisierten die fehlende Transparenz an seinem Zustandekommen und die einseitige Auswahl jüdischer Organisationen und Wissenschaftler an ihrer Erarbeitung.

Die "Arbeitsdefinition" beginnt mit den Worten, der Antisemitismus sei eine "bestimmte Wahrnehmung von Juden", die aber nicht näher benannt wird. Es folgen ein paar Beispiele von "Verhaltensformen", die "unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes" als Antisemitismus gelten können. Die EJJP kritisiert in ihrem Brief an die EUMC[6], dass diese schwammige Definition des Antisemitismus willkürlicher Interpretation Tür und Tor öffnet.

Mit der Bemerkung "unter Berücksichtigung des Gesamtkontextes" werden dann auch "Beispiele von Antisemitismus im Zusammenhang mit dem Staat Israel" eingeleitet. Wer aber entscheidet, wie der "Gesamtkontext" interpretiert werden soll? Die "Arbeitsdefinition" lässt auch hier der Willkür freien Lauf. Diese Definition mache alle, "die den Staat Israel in jeder legitimen Weise kritisieren, zu verdeckten Antisemiten", schreibt die EJJP.

Die "Arbeitsdefinition" zählt unter Antisemitismus "das Abstreiten des Rechts des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung" im Zusammenhang mit dem Staat Israel. Das aber würde, laut EJJP, bedeuten, "dass alle Juden Selbstbestimmung mit Zionismus gleichsetzen" würden. Das sei aber weder in der Vergangenheit noch heute zutreffend. Die EJJP erinnert daran, dass es eine "lange und respektierte Tradition in der jüdischen Geschichte und Kultur" sei, dass nicht alle Juden den "jüdischen Staat" als einzige Form der Selbstbestimmung sehen und wünschen. "Die Annahme, dass alle Juden die gleiche Meinung vertreten, ist per se eine Form des Antisemitismus."

Antisemitismus sei, laut "Arbeitsdefinition", "die Anwendung doppelter Standards, indem man von Israel ein Verhalten fordert, das von keinem anderen demokratischen Staat erwartet und verlangt wird." Ein Argument, dass immer wieder gegen die Kritiker der israelischen Regierungspolitik vorgebracht wird, die von Israel nichts anderes verlangen, als dass es das Völkerrecht respektiert. Nur wird dabei vergessen, dass der "doppelte Standard" in der internationalen Politik nicht gegen, sondern zugunsten Israels angewendet wird. Denn wie könnte es sonst sein, dass nach den massiven und kontinuierlichen Verstößen gegen das Völkerrecht, die "internationale Gemeinschaft" Israel nicht schon längst mit Sanktionen belegt hat?

"Antisemitismus" sei "das Bestreben, alle Juden kollektiv für Handlungen des Staates Israel verantwortlich zu machen", vermerkt die "Arbeitsdefinition". Das aber sei, so die EJJP, die "Kehrseite" der Position, die von der israelischen Regierung und vieler Zionisten vertreten wird, "die keinen Unterschied zwischen den Interessen Israels und jenen von Juden weltweit" machen. Dass Israel sich anmaßt, im Namen der Juden weltweit zu sprechen und zu handeln, "nährt genau das, was die EUMC als potentiellen Indikator des Antisemitismus identifiziert".[7]

Die zionistischen Kräfte hatten sicherlich gehofft, "offizielle" Deutungshoheit über die Definition des Antisemitismus zu erlangen, mit dem Ziel israelische Politik vor Kritik zu schützen und Israel außerhalb international anerkannter Menschen- und Völkerrechtsrechtsstandards zu stellen. Gleichzeitig sollte wohl auch die dem Dokument inhärente willkürliche Interpretation des Antisemitismus die Möglichkeit einer "offiziellen" Rechtfertigung für Strafverfolgungen von Kritikern Israels liefern.

Sang- und klanglos verschwunden

Doch es gab nie eine "EU-Definition des Antisemitismus" und vor einem Jahr verschwand auch die "Arbeitsdefinition" sang- und klanglos von der Seite der EU-Agentur FRA (früher EUMC).

Zionisten reagierten schnell. Am 6. November schrieb Shimon Samuels, Direktor für internationale Beziehungen des Simon Wiesenthal Zentrums an die damalige Außenbeauftragte der EU, Catherine Ashton, und forderte die "sofortige Wiedereinstellung" der "Arbeitsdefinition Antisemitismus" auf die Internetseite. Am 29. November antwortete ihm die Generaldirektion Justiz der Europäischen Kommission, dass die Kommission und die Union eine Definition des Antisemitismus weder eingeführt haben, noch vorhatten eine einzuführen. Außerdem sei die FRA [und demnach davor die EUMC] eine unabhängige Agentur. Weiter heißt es in dem Brief, die EUMC habe ein Dokument mit dem Titel "Arbeitsdefinition Antisemitismus" online gestellt und seitdem hätten sich vor allem NGOs auf dieses Dokument als "EU Definition" bezogen. "In aller Autonomie hatte die FRA dieses Dokument bis vor kurzem online" und habe es dann mit anderen nicht-offiziellen Dokumenten von seiner Internetseite entfernt.”[8]

Blanca Tapia, eine Sprecherin der FRA, sagte der Jewish Telegraph Agency: "Eine offizielle Definition [des Antisemitismus] ist uns nicht bekannt." Die FRA habe diese Definition nie als verbindlich gesehen.[9]

Die FRA erläuterte außerdem, dass sie weder Normen setzen könne, noch sei die Erstellung von Definitionen Teil ihres Mandats. "Die EUMC Arbeitsdefinition Antisemitismus ist keine offizielle EU Definition und wurde auch nicht von der FRA verabschiedet."[10]

Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" wurde von interessierter zionistischer Seite erarbeitet und als Waffe gegen Kritik an israelischer Politik eingesetzt. Offizielle Ausnahmeregeln sollten somit für Israel geschaffen werden. Die "Arbeitsdefinition Antisemitismus" war nie ein Dokument der EU, wurde zu keinem Zeitpunkt von irgendeiner EU-Institution offiziell abgesegnet, geschweige denn als "offizielle EU Definition des Antisemitismus" verabschiedet.
 

(Kommentar des Webmasters - Stand 18. 3. 2016 - die  "EU-Definition des Antisemitismus" ist online.)


 


[1]         Bernstein, Richard, "In Austria, an International Conference Examines a New Kind of Anti-Semitism", New York Times - 06.21.2003, http://www.nytimes.com/2003/06/21/international/europe/21VIEN.html  

[2]        "International Organizations: Combating Anti-Semitism in Europe", published by the Jerusalem Centre for Public Affairs in the Jewish Political Studies Review http://www.jcpa.org/phas/phas-whine-f04.htm

 

[3]         ibid

[5]         "Manifestations of Antisemitism in the EU 2002-2003" http://fra.europa.eu/en/publication/2010/manifestations-antisemitism-eu-2002-2003

[6]         EJJP-correspondence with the EUMC http://jfjfp.com/?page_id=24515 Siehe auch Mellenthin, Knut, "Ausnahmenregeln für Israel" http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Rassismus/antisemitismus7.html

[7]         ibid.

[8]         "EU disowns the 'EU working definition of anti-Semitism'" http://blogs.timesofisrael.com/e-u-denies-validity-of-eu-working-definition-of-antisemitism/

[9]         "EU anti-racism agency unable to define anti-Semitism, official says", JTA, December 4, 2013, http://www.jta.org/2013/12/04/news-opinion/world/eu-anti-racism-agency-unable-to-define-anti-semitism-official-says

[10]        White, Ben, "Israel lobbyists finally concede that EU has ditched anti-Semitism 'definition',"
Dec. 05, 2013, http://electronicintifada.net/blogs/ben-white/israel-lobbyists-finally-concede-eu-has-ditched-anti-semitism-definition

 

Links

Arbeits-Definition von Antisemitismus
http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
jetzt noch im Webarchiv zu finden:
http://web.archive.org/web/20090305065352/http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

Antisemitismus : Wo Begriffe fehlen  - die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) hat die langjährige »Arbeitsdefinition des Antisemitismus« von ihrer Website genommen.

A Working Definition of Anti-Semitism - deutsch - englisch

Die Definition, die es nie gab - Otlas Blog >>>

 

 

 

 

Dortmunder Erklärung

Wer die israelische Staats- und Regierungspolitik für tabu erklärt, fördert Haß und Diskriminierung

 Deutsche Lobbyisten für die israelische Regierung haben Forderungen zur „Bekämpfung des Antisemitismus“ veröffentlicht: Politische Handlungen gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik sollen ab sofort als antisemitisch gelten. Das fordern:

Dr. András Kain, RAUL WALLENBERG LOGE BERLIN (B´nai B´rith)
Samuel Laster, DIE JÜDISCHE (www.juedische.at)

Margitta Neuwald-Golling, Vice President EUROPEAN COUNCIL of WIZO FEDERATIONS (Women International Zionist Organisation)
Thomas von der Osten-Sacken, WADI e.V.
René Pollak, ZIONISTISCHE ORGANISATION FRANKFURT
Jörg Rensmann, PROJEKT ARCHIV e.V.
Boris Ronis, HANS ROSENTHAL LOGE BERLIN (B´nai B´rith)
Ralf Schroeder, TYPOSKRIPT.NET (www.typoskript.net)
Sacha Stawski, HONESTLY CONCERNED (www.honestly-concerned.org)

 Quelle: NGO-Forderungskatalog – Bekämpfung des Antisemitismus (Resolutionsentwurf), http://www.honestly-concerned.org/NGO-FORDERUNGSKATALOG.htm, seit Anfang September 2005 im Netz

 Die Dortmunder Erklärung richtet sich gegen die Forderungen dieser Lobbygruppe. Die Erklärung ist aus einem Treffen in Dortmund am 4. September 2005 entstanden und richtet sich an die deutsche Öffentlichkeit.

 

1. Zusammenfassung der Dortmunder Erklärung

Kritik der israelischen Staats- und Regierungspolitik muß ebenso möglich sein wie die Kritik jeder anderen Staats- und Regierungspolitik. Opposition bis hin zum politischen Kampf gegen jedwede Staats- und Regierungspolitik gehört zum Recht jedes Bürgers. Propagandisten grundsätzlicher Zurückhaltung gegenüber einem Staat und einer Regierung dagegen schüren den Haß und fördern die Diskriminierung, die einzudämmen sie vorgeben.  

 

2. Diffamierung der Gegner als Antisemiten

 Die eingangs genannte Gruppe deutscher Lobbyisten für die israelische Regierung behauptet und fordert:

Das sich Bahn brechende Ressentiment gegen Israel ist als Kern des modernen Antisemitismus zu ächten.

Die Lobbygruppe übersieht dabei die jüdisch-israelische Opposition, die gemeinsam mit Palästinensern und nicht-israelischen Juden und Nicht-Juden gegen die israelische Staats- und Regierungspolitik vorgeht. Scharon diffamiert seine politischen Gegner als Antisemiten (siehe Anmerkung). Das tut auch die deutsche Lobbygruppe. Ohne sich klar dazu zu bekennen, meint die Gruppe mit Israel die Politik und die Politiker, für die sie ihre Lobbyarbeit betreibt.

 

3. Die Berliner Erklärung gegen Antisemitismus

Die Lobbygruppe beruft sich mit ihrer Forderung nach Ächtung auf die Berliner Erklärung gegen Antisemitismus vom 29. April 2005. Diese Erklärung enthält einmal das Wort Israel. Der Passus lautet:

Die OSZE-Teilnehmerstaaten ... 3. erklären unmissverständlich, dass internationale Entwicklungen oder politische Fragen, darunter auch jene in Israel oder andernorts im Nahen Osten, niemals eine Rechtfertigung für Antisemitismus sind. ( siehe http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/friedenspolitik/berlin.pdf )

Die Verfasser der Berliner Erklärung unterscheiden klar zwischen politischen Entwicklungen und Fragen in Israel einerseits, und Antisemitismus andererseits. Dem ist zuzustimmen. Die deutsche Lobbygruppe für die israelische Politik beruft sich bei ihrer Vermischung von Antisemitismus und  Opposition gegen die israelische Regierung auf eine Erklärung, die dafür kein Argument liefert.

 

4. Die EUMC-Definition des Antisemitismus

Die Lobbygruppe erklärt des Weiteren:

Bundestag und Bundesregierung, Parlamente und Regierungen in den Ländern sowie alle weiteren hier relevanten Instanzen werden .. aufgefordert, die EUMC-Definition des Antisemitismus für die eigene Arbeit als verbindliche Grundlage anzusehen.   

Gemeint ist folgender Passus aus einem Papier des European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC):

Arbeitsdefinition: "Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die man als Judenhass bezeichnen kann. Rhetorische und physische Manifestationen von Antisemitismus sind gegen jüdische oder nicht-jüdische Individuen und/oder gegen ihr Eigentum, gegen Institutionen der jüdischen Gemeinden und gegen religiöse Einrichtungen gerichtet."

Außerdem können solche Manifestationen gegen den Staat Israel, angesehen als jüdische Gemeinschaft, gerichtet sein.

Quelle: http://eumc.eu.int/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf Working definition: “Antisemitism is a certain perception of Jews, which may be expressed as hatred toward Jews. Rhetorical and physical manifestations of antisemitism are directed toward Jewish or non-Jewish individuals and/or their property, toward Jewish community institutions and religious facilities.” 

In addition, such manifestations could also target the state of Israel, conceived as a Jewish collectivity.

DeutscheÜbersetzung: Materialdienst des Evangelischen Arbeitskreises Kirche und Israel in Hessen und Nassau,
 http://www.lomdim.de/md2005/04/04.html )

 

In der Arbeitsdefinition selbst ist von Israel nicht die Rede. Das EUMC fügt seiner Arbeitsdefinition die Bemerkung an, daß Handlungen gegen den Staat Israel auf Judenhaß beruhen können. Das EUMC behauptet nicht, daß Handlungen gegen den Staat Israel per se antisemitisch sind. Daß „das Ressentiment gegen Israel .. als Kern des modernen Antisemitismus“ anzusehen sei“, wie die Lobbygruppe postuliert, ist der EUMC-Definition nicht zu entnehmen.

 

5. Die Erläuterungen des EUMC zu seiner Antisemitismus-Definition fußen auf Nationalismus.

 Einige Erläuterungen zur EUMC-Arbeitsdefinition von Antisemitismus sind jedoch ebenso falsch und gefährlich wie die Schlüsse, die die deutsche Lobbygruppe bereits aus der Definition ziehen zu können behauptet. So führt das EUMC als zeitgenössisches Beispiel für angeblichen Antisemitismus an: 

Die Beschuldigung, Staatsbürger jüdischer Herkunft seien loyaler eingestellt gegenüber Israel oder vermeintlichen jüdischen Prioritäten weltweit als gegenüber den Interessen ihrer eigenen Staaten.

Quelle: http://eumc.eu.int/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf ; (Übersetzung: Materialdienst des Evangelischen Arbeitskreises Kirche und Israel in Hessen und Nassau, http://www.lomdim.de/md2005/04/04.html )

Jüdische deutsche Staatsbürger, in ihrer großen Mehrzahl nicht deutsch-national gesonnen, dürften tatsächlich kaum bestreiten, daß ihnen die jüdische, die israelische oder irgendeine andere Sache mehr am Herzen liegt als die deutsche. Die  Bekundung dieser Tatsache für antisemitisch zu halten, zeugt einzig und allein von nationalistischen Vorstellungen beim EUMC. Die Unterzeichner der Dortmunder Erklärung teilen mit ihren jüdischen Mitbürgern die Zurückhaltung gegenüber dem Rechtsnachfolger des Nazi-Staats. Sie erscheint uns geradezu als Voraussetzung für ein gedeihliches Zusammenleben im Lande. 

 

6. EUMC-Definition und -Erläuterungen sind unverbindlich.

Die Lobbygruppe fordert  „nationales Monitoring, orientiert an der verbindlichen EUMC-Definition“. Tatsächlich hat die Leiterin des EUMC, Beate Winkler, der Tageszeitung Le Monde erklärt, das neue Dokument befände sich noch  im Versuchsstadium und ist ohne gesetzlichen Wert in der Europäischen Union.

 Le nouveau document est encore "au stade expérimental et n'a pas de valeur légale" au sein de l'Union, a déclaré au Monde la directrice de l'EUMC, Beate Winkler.

Quelle : Joëlle Stolz : Pour l'Observatoire européen du racisme, critiquer Israël peut être de l'antisémitisme Article paru dans l'édition du 21.05.05 http://www.lemonde.fr/web/article/0,1-0(at)2-3214,36-652095(at)51-650350,0.html

 

 

7. Israelfeindschaft wird als Straftatbestand herbeifantasiert.

Die deutsche Lobbygruppe fordert schärfste Ahndung von  „Israelfeindschaft“, wobei sie, wie dargelegt, unter Israel die israelische Staats- und Regierungspolitik versteht. Die Unterzeichner der Dortmunder Erklärung halten diese Forderung für demokratiefeindlich.

 

8. Lobbygruppen der israelischen Staats- und Regierungspolitik sollen den angeblichen Kampf gegen Antisemitismus prägen.  

Die deutsche Lobbygruppe will, daß Lobbygruppen wie die ihre für die israelische Staats- und Regierungspolitk das Monitoring, die Überwachung und Auswertung des angeblichen Kampfes gegen Antisemitismus übernehmen. Sie beruft sich eingangs auf das American Jewish Committee und empfiehlt im Text die bei der EUMC-Arbeit „vertretenen NGOs“.

Zu den im EUMC vertretenen Organisationen zählt die US-amerikanische Anti-Defamation League (ADL). Sie hat die oben genannte nationalistische Vorstellung, wer Juden jüdische oder pro-israelischen Prioritäten zuschreibe, sei Antisemit, ins EUMC eingebracht und verwendet die Antworten auf eine entsprechende Interview-Frage als angebliches Indiz für Antisemitismus. Die Ergebnisse dieser Pfuscherei sind in die EUMC-Berichte über Antisemitismus in Europa eingeflossen.

Die Behauptung im Fragebogen von 2002, zu der Stellung zu nehmen war, lautete: »Juden sind Israel gegenüber loyaler als diesem Land gegenüber.« Quelle: Manifestations of anti-Semitism in the European Union. First Semester 2002. Synthesis Report on behalf of the EUMC, European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia by Werner Bergmann and Juliane Wetzel, Zentrum für Antisemitismusforschung / Center for Research on Antisemitism, Technische Universität Berlin. Vienna, March 2003 www.spiegel.de/pdf/0,5534,3553,00.html

Die Anti-Defamation League verlieh Silvio Berlusconi 2003 den Distinguished Statesman Award – den Preis als hervorragendem Staatsmann. Der Preis, so der ADL-Vorsitzende Abraham Foxman, komme Berlusconi zu für seinen Einsatz im Kampf gegen den Antisemitismus. Wenige Tage zuvor hatte Berlusconi behauptet, Juden sei in Italien unter Mussolini nichts passiert. Von der Öffentlichkeit auf den Widerspruch hingewiesen, meinte Foxman, Berlusconi stünde fest an der Seite Israels und habe Bushs Irak-Krieg unterstützt. Für seine Mussolini-Bemerkung habe sich Berlusconi entschuldigt.

Quellen: International Herald Tribune, Despite his gaffe, Jewish group will honor Berlusconi, AP-Bericht vom 19. September 2003)   http://rasa.iht.com/articles/110482.html und http://www.haaretz.com/hasen/spages/344943.html

Bei der ADL ist der Antisemitismus eine Waffe im Kampf für die Bush-Scharon-Linie in der Weltpolitik. Wie es gerade in diese Linie paßt, bläßt die Anti-Defamation League den Antisemitismus auf oder redet ihn klein.  

9. Schlußbemerkung

 Die Unterzeichner der Dortmunder Erklärung setzen sich gegen Haß und Diskriminierung ein. Ein Teil ihres Einsatzes richtet sich gegen die Lobbygruppen für die israelische Staats- und Regierungspolitik, wie die US-amerikanische Anti-Defamation League und die deutsche Lobbygruppe mit ihrem NGO-Forderungskatalog auf der Internetseite von honestly-concerned.

 Anmerkung:

 Von den zahllosen Belegen für Scharons Diffamierung politischer Gegner als Antisemiten sei nur eine Reuters-Meldung aus Jerusalem vom 13. November 2003 zitiert:

Der israelische Premierminister Ariel Scharon erklärte, ausländische Kritik am israelischen Einsatz von Gewalt gegen den dreijährigen Aufstand der Palästinenser sei motiviert durch eine neue Form von Antisemitismus.

„Rund um die Welt wird Israel immer wieder kritisiert, weil es sein Recht auf Selbstverteidigung unter Anwendung exzessiver Gewalt ausübe“ sagte Scharon auf Englisch jüdischen Aktivisten aus Kanada am letzten Mittwoch.

Diejenigen, die Israels „Recht auf Selbstverteidigung durch Gewaltanwendung“ zurückwiesen, würden tatsächlich auch sein „Geburtsrecht auf Existenz“ in der angestammten Heimat leugnen, fügte er hinzu.

„Bedauerlicherweise beobachten wir diese Erscheinung bei vielen Nationen in der Weltgemeinschaft, und ich würde sagen, das ist eine neue Form von Antisemitismus“, sagte Scharon.  

 

 

Erstunterzeichner der Dortmunder Erklärung:

Erhard Arendt (Das Palästina Portal)
Anis Hamadeh (Anis Online)
Klaus Hartmann, Offenbach am Main (Bundesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes)
Dr. Izzeddin Musa (Gesellschaft zur Humanitären Unterstützung der Palästinenser e.V. - G.H.U.P.)
Claudia Karas (Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in Palästina)
Elisabeth Schneider (Linkspartei Landesvorstand Hessen und Kreisvorstand Frankfurt/Main)
Thomas Immanuel Steinberg  (Gewerkschaftlicher Arbeitskreis Frieden Hamburg) 

 

  Weitere Unterzeichnerinnen der Dortmunder Erklärung

8. Andreas Friedrich (www.Profi-reporte.de)
9.
Sigrid Thies
10. Klaus von Raussendorff (Vereinigung für internationale Solidarität (VIS) e.V)
11. Joachim Guilliard (Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg)
12. Ruedi Bosshart (Zürich/Schweiz)
13. Prof. Dr. Georg Meggle (Institut für Philosophie, Universität Leipzig)
14. Shraga Elam (Israelischer Journalist und Friedensaktivist, Zürich/Schweiz)
15.
Annette Klepzig
16. Günter Schenk (Collectif judéo-arabe et citoyen pour la paix, Strasbourg)
17.
Ellen Rohlfs
18. Abraham Melzer
19. Ruth Asfour, Offenbach am Main
20. Gertrud Nehls
21. Martin Saelzer
22. Elisabeth Wöckel
23. Dr. Viktoria Waltz (Universität Dortmund)
24. Samieh Jabbarin (attac und Palästinakomitee, Stuttgart)
25. Dipl.Theol. Winfried Belz (Heidelberger Friedensratschlag)
26. Markus Bernhardt, Berlin
27. Andreas Grünwaldt (Solidarität International, Nürnberg)
28. Sylviane Lang
29. Gerold Lang
30. Udo Gesterkamp (Allensbach, theopenunderground.de)
31. Robert Hartwig, Bergisch Gladbach
32. Hanna Braun (ehemalige israelische Staatsbürgerin, geboren in Deutschland)
33. Hanno de Buhr, Berlin
34. Fuad Hamdan, München, Jüdisch-palästinensische Dialoggruppe, Palästina Komitee, Dritte Welt Zentrum
35. Josef Reichart
36. Günter Ackermann, Webmaster www.Kommunisten-online.de 
37. Stefan Hernold, Göttingen
38. Tilo Schönberg, Webmaster, www.0815-info.de
39. Hans PH Neidhardt, München
40. Samy Yildirim, Zaandam, Niederlande
41. Christoph Steinbrink, München
42. Konrad Betz, Radevormwald, abgesehen von Punkt 5: Ich glaube, dass die Mehrheit der deutschen Juden sich von derlei  Dingen gar nicht betroffen fühlt.
43. Knut Mellenthin
44. Arne Hoffmann, Medienwissenschaftler und Autor ("Warum Hohmann geht und Friedman bleibt")
45. Josef Gabriel Twickel
46. Amos Borngesser, Dipl.Inf., Berlin
47. Dipl.Theol.Esther Thomsen (Deutsch-Palästinensischer Frauenverein e.V.)
48. Michael Hula, selbständiger Rechercheur, Wien
49. Raid Sabbah, palästinensischer Filmemacher und Schriftsteller
50. Dr. Sibylle Hoffmann, Journalistin
51. Dieter Elken, Rechtsanwalt (Strausberg)
52. Meno Hochschild, Webmaster www.ak-marxismus.de
53. Hartmut Barth-Engelbart, Schriftsteller, Musiker, (Kinder-)Liedermacher
54. PD Dr. J.M. Becker, Marburg
5
5. Dr. Hans Christoph Stoodt, Pfarrer, Frankfurter Bündnis gegen den Krieg (Sprecher), Anti-Nazi-Koordination Frankfurt
      (Sprecher)
56. Rudolf Stratmann
57. Peter Silbereisen, Wiesbaden
58. Waltraut Schauer, Frauen in Schwarz, Wien
59. Ulricke Herrmann, Ilsfeld
60. Juliane Spitta  
 

Die Unterschriftensammlung, vor dreieinhalb Monaten von sieben Erstunterzeichnern begonnen, ist abgeschlossen. Der Dank geht an alle, die sich beteiligt haben.

 

 

 

Das kritisierte Handeln eines bestimmten Netzwerkes hat anscheinend Erfolg gehabt. Diese Gruppierung ist mit ihren Helfern im Bundestag angekommen und präsentiert das, wovor wir gewarnt haben. Antisemitismus wird mit Israelkritik, Antizionismus gleichgesetzt und neues Unrecht damit legitimiert. Neuer Antisemitismus ist der erneute Missbrauch der Opfer des Holocaust als Waffe gegen notwendige Kritik.
 

Im Mai 2005 gibt man es noch offen zu:"

Erstmals gibt es ein Arbeitsdefinition von Antisemitismus, die auch gewisse Ansichten über den Staat Israel als antisemitisch einstuft und nicht mehr bloß als "legitime Israelkritik" bezeichnet! Quelle

 Weiter: "Aus unserer Sicht ist es mehr als begrüßenswert, daß es endlich solch eine wichtige und zeitgemäße Definition gibt, von der wir hoffen, daß sie allseits Unterstützung finden wird! Allen in diesen Entwicklungsprozess involvierten Personen und Organisationen sollte großer Dank ausgesprochen werden!"

Broder brachte es 2008 auf den Punkt und sagte damit auch worum es geht: "überlassen sie die beschäftigung mit dem guten alten antisemitismus den archäologen, den antiquaren und den historikern. kümmern sie sich um den modernen antisemitismus im kostüm des antizionismus und dessen repräsentanten, die es auch in ihren reihen gibt."  Quelle

Der Kampf gegen wirklichen Antisemitismus wird erkennbar bei diesem Netzwerk eigen. Der Kampf gegen wirklichen Antisemitismus wird erkennbar bei diesem Netzwerk in den Hintergrund gestellt. Neuer Antisemitismus ist für die mehr als notwendige Kritik an die Handlungen der israelischen Regierung, die Kritik am realen Zionismus. Da soll mir keiner sagen, das diese Form des Zionismus nicht Rassismus pur ist. Dieser wird von dem fragwürdigen Netzwerk verteidigt und legitimiert.

 

Der Antisemitismus "benutzt negative Stereotypen und Charakterzüge" / Antisemitism "employs sinister stereotypes and negative character traits" - Eine "Arbeitsdefinition" von Antisemitismus durch das EUMC - EUMC-Working Definition of Anti-Semitism

Im Jahr 2005 veröffentlichte das European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia (EUMC) eine Arbeits-Definition von Antisemitismus. Sie soll als praktischer Leitfaden für die Erkennung und Dokumentation antisemitischer Vorfälle sowie für die Formulierung und Umsetzung gesetzgeberischer Maßnahmen gegen den Antisemitismus dienen. Verbindlich ist die Definition aber weder für die EU noch für andere Regierungen. Das US-Außenministerium veröffentlichte denn auch das Dokument mit dem ausdrücklichen Vorbehalt: "The recitation of the EUMC 'working definition' of anti-Semitism should not be construed as an acceptance of that definition, or the statements and examples thereunder, as United States policy." (http://www.state.gov/g/drl/rls/56589.htm).

Wir dokumentieren im Folgenden die "Arbeitsdefinition" in einer (inoffiziellen) deutschen Übersetzung sowie im englischen Original. Eine umfassende Kritik von Knut Mellenthin können Sie hier lesen: "Ausnahmeregeln für Israel". >>>

 

 Arbeits-Definition von Antisemitismus
http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
jetzt noch im Webarchiv zu finden:
http://web.archive.org/web/20090305065352/http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

 

 

Ausnahmeregeln für Israel - 9.7. 2008 - Das "Europäische Beobachtungszentrum von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit" hat im Januar 2005 eine Definition für Antisemitismus abgegeben. Nun könnte das unausgereifte Papier zum Maßstab praktischer Politik gemacht werden - Knut Mellenthin

Der Spiegel-Journalist Henryk M. Broder hat das erstaunliche Talent, scheinbar bekannten Begriffen einen völlig neuen Inhalt zu geben. Am 23. Juni tauchte er in einer Sendung von Report München auf und erzählte: »Dann gibt es die zweite Holocaust-Leugnung. Das sind Leute, die behaupten, daß Ahmadinedschads Politik für Israel keine Gefahr darstellt. Das heißt, die einigen wenigen leugnen den Holocaust, der passiert ist, und die nächsten bestreiten, daß es im Nahen Osten demnächst einen Holocaust geben könnte. Nach meinem Dafürhalten sind die zweiten viel gefährlicher. Das sind die Antisemiten des 21. Jahrhunderts.«

An dieser Konstruktion stimmt rein gar nichts. Im einen Fall geht es um einen historischen Sachverhalt, im anderen jedoch um unterschiedliche Vermutungen über die Zukunft. Broder versucht ganz schlicht, Menschen zu stigmatisieren und auszugrenzen, weil sie seine Vermutungen nicht teilen. >>>

 

 

 

 

Chronologische Entwicklung des Forderungskatalogs der NGO

Knut Mellenthin: Ausnahmeregeln für Israel (9.7.2008)

28. -29.04.2004 - Antisemitismuskonferenz in Berlin

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/yves_pallade_only_non_antisemites/

http://www.juedische.at/TCgi/_v2/TCgi.cgi?target=home&Param_Kat=3&Param_RB=31&Param_Red=9223

http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/kw04_antisemitismus/programm.pdf

http://www.honestly-concerned.org/Temp/Bundestag-Antisemitismusanhoerung-Contribution-from-experts.pdf

20. Mai 2005 - SONDERAUSGABE - EUMC Antisemitismus-Arbeitsdefinition: Endlich wird es offiziell: Möllemann war ein Antisemit!

 November 11, 2005 - HC SONDERAUSGABE - NGO-FORDERUNGSKATALOG - Bekämpfung des Antisemitismus

 10.9.2005 - NGO FORDERUNGEN - FORDERUNGSKATALOG ZUR BEKÄMPFUNG DES ANTISEMITISMUS

24. 11.2008 - Einladung zur Zweiten Koordinierungskonferenz deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus

Es zeigt sich, Unter dem Deckmantel: "Wir sind die Kämpfer gegen Antisemitismus" überwindet man "Schwierigkeiten" und findet "erfolgreiche Strategien" um notwendige Kritik zu verhindern. Yves Pallade kann ungehindert Norman Paech, Klaus Holz, Ludwig Watzal und Alfred Grosser als Antisemit diffamieren. Er zeigt sich damit als würdiger Vertreter des neuen Antisemitismus, bei dem die Opfer des Holocaust als Waffe gegen notwendige und respektable Kritik missbraucht wird.

Honestly Concerned meldet: Pressemitteilungen: DOWNLOAD: DEUTSCHER BUNDESTAG - Antisemitismusanhörung - Contributions from the Experts

Dokumentation des Expertenforums "Combating Antisemitism - Challenges and successful strategies" vom 25.01.2008 in Berlin

Bilder bei Honestly Concerned
FOTOS: DEUTSCHER BUNDESTAG

Die Achse des Guten: Yves Pallade: Only Non-Antisemites

 17.6.2008 - Öffentliche Anhörung des Innenausschusses zum Thema "Antisemitismus in Deutschland" - Der Bock wurde zum Gärtner gemacht und sollte erklären wie man Gärten pflegt... Henryk M. Broder als "Sachverständiger"

Verbreitete Meinung war   bei der Anhörung, das den  realen Zionismus zu kritisieren Antisemitisch sei >>>

Arbeits-Definition von Antisemitismus

http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
jetzt noch im Webarchiv zu finden:
http://web.archive.org/web/20090305065352/http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

Antisemitismus : Wo Begriffe fehlen  - die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) hat die langjährige »Arbeitsdefinition des Antisemitismus« von ihrer Website genommen.

A Working Definition of Anti-Semitism - deutsch - englisch

Die Definition, die es nie gab - Otlas Blog >>>

 

 

 

 

Weitere Links zum Thema:

Deutscher Bundestag: Mediathek - 14. 3. 2016 .- Kanzlerin spricht bei der Antisemitismuskonferenz

Wie Europa Antisemitismus definiert - Ulrich Sahm

A Working Definition of Anti-Semitism

Antisemitismus : Wo Begriffe fehlen  - die EU-Agentur für Grundrechte (FRA) hat die langjährige »Arbeitsdefinition des Antisemitismus« von ihrer Website genommen.


Deutsch (German). European Forum on Antisemitism - Working Definiton of Anti-Semitism

ECRI WIEN: A Working Definition of Anti-Semitism Der Originaltext auf Englisch und eine inoffizielle deutsche Übersetzung


EUMC: Wollen Worten Taten folgen lassen - Winkler begrüßt Veröffentlichung umstrittener neuer Studie in den Medien - "Vorläufige Fassung" soll Diskussionsprozess fördern

Die Definition, die es nie gab - Otlas Blog >>>

http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf
jetzt noch im Webarchiv zu finden:
http://web.archive.org/web/20090305065352/http://eumc.europa.eu/eumc/material/pub/AS/AS-WorkingDefinition-draft.pdf

 
 

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