Aktuelle Bücher zum
Nahostkonflikt - Palästina + Israel
- 2
Aktuelle Bücher - Palästina Israel -
2
«Ich
glaube nicht an die Objektivität» - Ein
Gespräch mit dem Comic-Reporter Joe
Sacco über seinen neuen Band «Gaza» -
Joe Saccos
- Eine
aufschlussreiche Fussnote der
Geschichte: In seiner neusten
Comic-Reportage, «Gaza», arbeitet Joe
Sacco ein Massaker der israelischen
Armee an der palästinensischen
Zivilbevölkerung auf. Über «Gaza» und
seine Comic-Reportagen im Allgemeinen
unterhielt sich mit ihm Christian Gasser.
- Interview: Christian Gasser -
Joe Sacco, bereits Ihre erste grosse
Reportage, «Palästina», beschäftigte
sich mit dem Nahostkonflikt. Was
fasziniert Sie daran? 1992 bin ich nach
Palästina gereist, weil ich wissen
wollte, was dort wirklich abläuft. Ich
hatte das Gefühl, ich müsse etwas tun –
und sei es auch nur, mich umzuschauen
und das Gesehene meinen Freunden zu
erzählen. Der Konflikt hat mich seither
nie losgelassen. Er berührt uns >>>
Abdallah
Frangi
Der Gesandte
Mein Leben für Palästina. Hinter den Kulissen der Nahost-Politik
Abdallah Frangi: Der Gesandte. Mein Leben für Palästina. Hinter
den Kulissen der Nahost-Politik, Heyne-Verlag München 2011,
19,80 Euro, ISBN 978-3-453-19354-3
Aus dem Widerstand an den Verhandlungstisch
- Als enger Vertrauter von Arafat war
Abdallah Frangi 42 Jahre lang in Deutschland
und wurde hier zur Stimme der Palästinenser
– seit 1974 als offizieller Vertreter der
PLO in Bonn und Berlin. Durch seine engen
Kontakte zu den maßgebenden Politikern
brachte er die Interessenlage des
palästinensischen Volkes auf die politische
Agenda. Er pflegte u. a. Verbindungen zu
Hans-Jürgen Wischnewski, Joschka Fischer,
Hans-Dietrich Genscher und Gerhard Schröder
– ein einzigartiger Blick hinter die
Kulissen der internationalen Politik.
Abdallah Frangis Leben liest sich spannend
wie ein Agententhriller: Aufgewachsen in
einer einflussreichen Beduinenfamilie, wird
Frangi im Alter von fünf Jahren mit seiner
Familie aus dem soeben gegründeten Staat
Israel nach Gaza vertrieben. Mitte der
50er-Jahre, als Gaza vom israelischen
Militär besetzt wird, gehört sein ältester
Bruder zu den Gründungsmitgliedern der
palästinensischen Freiheitsbewegung Fatah.
Nach dem Abitur geht Frangi für ein
Medizinstudium nach Deutschland, und es
beginnt sein über 40 Jahre andauerndes
Engagement für Palästina in Deutschland.
Nach den Anschlägen einer palästinensischen
Terrorgruppe während der Münchner Olympiade
wird Frangi ohne jede Begründung aus
Deutschland ausgewiesen und steht auf der
Todesliste des israelischen Geheimdienstes.
Nur knapp entgeht er selbst einem
Briefbombenattentat und muss erleben, wie
viele seiner politischen Mitstreiter
ermordet werden. Dennoch setzt sich Frangi
unerschütterlich für eine friedliche Lösung
des Nahost-Konflikts ein. Vom Beduinenzelt
in die Bonner Republik – Lebensgeschichte
als Weltgeschichte.
Palästina pur ist „Der
Gesandte“, das Buch des Diplomaten
Abdallah Frangi -
Hakam Abdel-Hadi -
(...) Ich kenne Frangi ziemlich gut.
Er ist nicht nur leidenschaftlicher
Politiker, sondern auch Ästhet und
Kunstliebhaber, der selbst
gelegentlich zum Pinsel greift -
aber die Bilder und Künstler,
die er stets gefördert hat, befassen
sich allesamt mit Palästina. Das
Buch von Frangi ist also Palästina
pur, es kann nicht anders
sein. Woher kommt diese eigenartige
Verschmelzung mit Palästina? Es gibt
zwei Elemente, die zu dieser
Zwanghaftigkeit geführt haben. Das
tragische Schicksal ihres Volkes,
das von Vertreibung und
fortwährender Besatzung und
Unterdrückung geprägt ist, macht es
bewussten Palästinensern unmöglich,
in den Tag hinein zu leben. Sie
würden früher oder später schwer
depressiv werden, wenn sie die
Leidensgeschichte ihrer Mitmenschen
ignorierten. Zum anderen zwingt sie
die Negierung der bloßen Existenz
des palästinensischen Volkes laut zu
rufen: Wir sind da! Wir haben Hände
und Füße und Stimme! Denken wir
daran, dass die Gründer des
Zionismus die Einwanderung der
Diaspora-Juden mit der Parole
motivierten: „Ein Land ohne Volk für
ein Volk >>>
Abdallah
Frangi, Der Gesandte
- Dr. Ludwig Watzal - Mit
dem vorliegenden Buch hat die „Stimme
Palästinas in Deutschland“, Abdallah Frangi,
seine „Auto“-Biographie vorgelegt. In der
Person des langjährigen Vertreters des
palästinensischen Volkes und Vertrauten des
letzten Präsidenten des „Staates Palästina“,
Yasser Arafat, scheint die ganze Tragödie
seines geschundenen Volkes auf: Ein Volk mit
Land, wurde zu einem Volk ohne Land. >>>
Ein Staat für die
Palästinenser bleibt das
Ziel - Der frühere
PLO-Vertreter in
Deutschland, Abdallah
Frangi, gewährt in seinem
neuen Buch tiefe Einblicke
hinter die Kulissen der
Nahost-Politik.
- Arn Strohmeyer
-
„In den fünfziger und
sechziger Jahren entstand
[in der Bundesrepublik] in
der Konfrontation mit dem
Nationalsozialismus und dem
Holocaust ein umfassendes
Wunschbild von Juden, vom
jüdischen Staat und seinen
jüdischen Bürgern, ein
Wunschbild, das spezifisch
deutsche Züge trug und das
spätere Gespräch über Israel
in der Bundesrepublik über
Jahrzehnte beeinflusste.
Diese Hinwendung zu Israel
und den Juden >>>
Abdallah Frangi: Der
Gesandte Im Dienste Palästinas
- Wolfgang Günter Lerch - (...)
Abdallah Frangis Memoiren mit dem Titel „Der
Gesandte. Mein Leben für Palästina“, mit
Hilfe eines Ghostwriters verfasst, lassen
fünfzig Jahre Zeitgeschichte - vornehmlich
des Nahen Ostens - am Leser Revue passieren.
Frangi, der länger als vierzig Jahre die
Palästinensische Befreiungsorganisation
(PLO) in Deutschland repräsentierte, zieht
eine Bilanz, die für ihn persönlich, aber
auch für die Palästinenser insgesamt doch
positiv ausfällt, auch wenn die
Palästinenser noch immer um ihre Rechte und
ihren Staat kämpfen müssen. Als er in den
sechziger Jahren zum Medizinstudium nach
Deutschland gekommen sei, hätten die
Palästinenser einen äußerst schlechten Ruf
genossen, heute werde ihr Anliegen >>>
Der
Holocaust-Leugner und Judeophobe Gilad Atzmon wird salonfähig
gemacht.
- Shraga Elam >>>
Nachtrag zum Blog-Artikel über Gilad Atzmon
- Shraga Elam >>>
The Wandering Who?
-
Rezension von Dr. Ludwig Watzal >>>
Gilad Atzmon: The Wandering Who? A Study of Jewish Identity
Politics
-
Elias Davidsson - (Note: The numbers within parenthesis refer to
the page numbers in the author’s book. The numbers within
brackets refer to endnotes below) Atzmon is an Israeli musician,
author and political activist who lives in London. In his book
he traces his own development from a young, rather typical
Israeli, brought up in a fiercely nationalist and chauvinist
family, to become a staunch opponent of Zionism and of the State
of Israel. But his book is far more than a personal story. It is
an attempt to understand what motivates secular people of Jewish
background to continue to identify themselves as Jews. It is
also an attempt to demonstrate the harmful consequences of
Jewish identity, particularly when this is not based on Jewish
religion. While referring at various points to Israeli gross
violations of human rights and international law, as well as to
the Nakba of 1948, such facts merely represent part of the >>>
Gilad Atzmon -
Erhard Arendt >>>
Die Kuppel
Becca al-Badri
Aufgewachsen auf der arabischen Halbinsel in Abu Dhabi
und liebevoll erzogen von ihrem Vater, einem
amerikanischen Psychiater, studiert Maria in London
Medizin. Auf dem Sterbebett beichtet ihr Vater ihr eine
Lüge, und alles, was sie bisher über ihre Herkunft zu
wissen glaubte, erweist sich plötzlich als falsch. Aus
seinen Aufzeichnungen erfährt sie, was 1993 wirklich in
Chicago geschah, dem Jahr, in dem sie mit ihrer Mutter
in dieser Stadt lebte. Es ist die bewegende Geschichte
einer jungen Frau, die mit ihrer Tochter illegal in die
USA einreist, um dort für sich und ihr Kind eine bessere
Zukunft zu finden. Doch ihre Hoffnungen zerbersten, als
sie mehr zufällig in einen spektakulären Mordfall
verwickelt wird. Ein packender Roman, meisterhaft
erzählt, der den Leser augenblicklich in seinen Bann
zieht.
14,90 EUR An
dieser Stelle können Sie kostenlos 30 Seiten des Buches
im Format PDF lesen.
Probeseiten
Reaktionen von Lesern auf dieses Buch
Uri
Shani
Ein Sommer voller Hoffnung
Wir berichten aus dem Zelt - Aufzeichnungen aus Israel 2011
Im Sommer 2010 wurde Liat und Uri Zohar mit ihren fünf Kindern
gekündigt, die wurden auf die brütend heiße Straße von Bet
She'an geworfen. Sie nahmen ein Zelt, und zusammen mit Hunderten
protestierten sie auf dem Ratshausplatz, was viele auch
außerhalb von Bet-She'an begeisterte. Alles war schon da: die
Zelte, das schattenspendende Türkenzelt, die Protestschilder…
Aber die Welle ebbte ab.... Dann, plötzlich, am 14. Juli 2011,
beginnt ein Protest, der sich wie ein Buschfeuer ausbreitet.
Mehr und mehr Menschen stellen ihr Zelt auf dem zentralen Platz
ihrer Stadt auf, so auch Wir. Wir verändert sich hier, und es
ist nicht immer klar, wer da dazugehört, manchmal sind Wir das
Zeltlager von Tiv‘on, manchmal das Koordinationskommittee von
Tarabut-Hitchabrut, manchmal der Nordfrontstab, manchmal die
ganze Menschheit, manchmal Unsere Kleinfamilie... Ein spannendes
und packendes Dokument eines sozialen Experiments, mitten im
Heute
AphorismA Verlag Berlin 2011 - 42 Seiten - ISBN
978-3-86575-542-1 | 5,00 EUR - Reihe: Kleine Texte
39
Asa
Winstanley, Frank Barat (Hrsg.)
Russell
Tribunal zu Palästina
ISBN:
978-3-942281-07-2 - Preis: 39,90 € - 704 Seiten -
LAIKA VERLAG Nicht zuletzt
durch den israelischen Angriff auf Gaza im Dezember 2008
konstituierte sich am 4. März 2009 das Russell Tribunal zu
Palästina. Zu den Unterstützern zählen u. a. Tarik Ali, Breyten
Breitenbach, Judith Butler, Eduardo Galeano, Johan Galtung,
Costa Gavras, Ken Loach, Harold Pinter und Jean Ziegler. Das
erste Tribunal tagte vom 1. Bis 3. März 2010 in Barcelona, die
zweite Sitzung fand vom 20. bis 22. November 2010 in London
statt. Weitere werden in Südafrika und den USA folgen. Der
Laika-Verlag veröffentlicht in Zusammenarbeit mit der Russell
Peace Foundation und dem englischen Verlag Pluto Press die
Ergebnisse des Russell-Tribunals zu Palästina. Mit Texten
von: Asa Winstanley, Frank Barat und Alice Walker
EDITION PROVO - Band 2: Moustafa Bayoumi (Hrsg.)
Mitternacht auf
der Mavi Marmara – Der Angriff auf die
Gaza-Solidaritäts-Flottille
ISBN:
978-3-942281-88-1 - Preis: 19,90 € - 362 Seiten
LAIKA VERLAG
Ein Buch von Moustafa Bayoumi mit einem Vorwort von Moshe
Zuckermann.
Zu den Pressestimmen >>>
laika diskurs Regis Debray
Brief an einen israelischen Freund
ISBN: 978-3-942281-03-4 - Preis: 14,90 - 112 Seiten-
LAIKA VERLAG
Israeli
Rejectionism – Buchbesprechung -
(Die israelische Politik des
Zurückweisens) -
Ludwig Watzal - (Zalman Amit/Daphna Levit: Israeli Rejectionism.
A Hidden Agenda in the Middle East Peace Process, Pluto,
London-New York, pp.208) - Nachdem die palästinensische
Führung 20 Jahre lang mit verschiedenen israelischen Regierungen
über eine Lösung des Nahostkonflikts verhandelt hat, ist sie von
der Scharade, die die USA, der übrige Westen und sogar die
besetzten Palästinenser unter der Führung von Mahmud Abbas
"Friedensprozess" nennen. Abbas bittet die Vereinten
Nationen, dem "Staat Palästina" den Status eines Vollmitglieds
zu gewähren. Die israelische Regierung widersetzt sich diesem
Antrag heftig, und so machen es auch die USA. Seit 1967, als die
israelischen Verletzungen internationaler Normen immer wieder
vor den UN-Sicherheitsrat gebracht wurden, hat die US-Regierung
ihm (Israel) lässig den Rücken gestärkt. Für die große Mehrheit
der US-Regierungen war Israel immer "the good guy", sogar
nachdem es im Juni-Krieg 1967 die USS Liberty vor der Küste
Israels in internationalen Gewässern angegriffen und 34
US-Marines getötet hat. In der Frage, wer für den Stillstand in
den Friedensverhandlungen in Nahost in den letzten 80 Jahren
verantwortlich ist, ist das Buch "Israeli Rejectionism" aktuell.
>>>
Auch - Israeli Rejectionism (Die
israelische Politik des Zurückweisens)
- Dr. Ludwig Watzal - >>>
Israeli Rejectionism
- Ludwig Watzal - Zalman Amit/Daphna Levit, Israeli
Rejectionism. A Hidden Agenda in the Middle East Peace Process,
Pluto, London-New York, pp 208, 24.70 $. - After having
negotiated for 20 years with different Israeli governments about
a solution to the conflict in the Middle East, the Palestinian
leadership is sick and tired of the charade that the U. S., the
rest of the West and even the occupied Palestinians under the
rule of Mahmud Abbas call “peace process”. Abbas and its cronies
ask the United Nations to grant the “State of Palestine” full
membership status. The Israeli government fiercely opposes this
move and so does the U. S. Since 1967, when Israel´s violations
of international norms were brought before the UN Security
Council time and again, the U. S. government has backed it
off-hand. For the large majority of U. S governments, Israel was
always the “good guy” even after it attacked the USS liberty in
the June war of 1967 in international waters of the shore of
Israel and killed 34 US marines. At the question, which is
responsible for the stalemate in the progress towards peace in
the Middle East for the last 80 years, the book “Israeli
Rejectionism” comes into play. Already in the introduction of
this book, the authors blame Israeli leadership for its
rejectionist attitude towards peace. “Our position is that
Israel was never primarily interested in establishing peace with
its neighbors unless such a peace was totally on its own terms.”
>>>
Auch hier >>>
Palästina
Ethnische Säuberung und Widerstand
Autoren: Arrigoni, Vittorio; Canarutto, Paola; Dametti,
Margherita; Forti, Giorgio; Giannangeli, Ugo; Lastaria,
Federico; Tafeche, Dirar, Zambon, Guiseppe
Zambon-Verlag Frankfurt/ Main 2011, ISBN 9783889751560, 35 Euro
Abels Gesichter, Palästina.
Ethnische Säuberung und Widerstand -
Rezension von Dr. Ludwig Watzal - In der Reihe "Verbrechen gegen
die Menschlichkeit" ist nach den Themenbänden Auschwitz,
Hiroshima, Vietnam, Lateinamerika als fünfter Band „Palästina“
erschienen. In dieser beeindruckenden Reihe weist der Verlag auf
ein Verbrechen hin, welches die öffentliche Meinung zurzeit
aufgrund gezielter Desinformation nicht als solches anerkennen
will. Was vor den Augen der Weltöffentlichkeit mit dem
palästinensischen Volk geschieht, ist unvorstellbar, weil es
durch die „einzige Demokratie des Nahen Ostens“ geschieht.
Angeblich teilt und verteidigt Israel mit den klassischen
Demokratien die so genannten westlichen Werte als „Villa im
Dschungel“. Die Methoden, mit denen dies geschieht, haben mit
Demokratie im westlichen Sinne nichts zu tun. Aber da Israels
Protektor >>>
„Palästina. Ethnische Säuberung und Widerstand“
-
Arn Strohmeyer - „Oft wurde uns gesagt, dass wir wegen der
Leiden, die die Juden in Europa seitens der Nationalsozialisten
ertragen mussten, Sympathie für Israel empfinden müssten. Ich
sehe in einer solchen Empfehlung keinen Grund dafür, die Leiden
anderer zu perpetuieren. Das, was Israel heute anrichtet, kann
nicht mit Nachsicht behandelt werden. Die Schrecken der
Verfolgung heraufzubeschwören, um die Gegenwart zu
rechtfertigen, ist nichts als pure Scheinheiligkeit!“ Ein
mutiges Wort, das gut in die gegenwärtige Debatte in Deutschland
über das Thema „Darf man Israel kritisieren?“ und Antisemitismus
passt. Denn die Freunde Israels, die die Politik dieses Staates
trotz ständigen Bruchs des Völkerrechts und der Menschenrechte,
trotz permanenter Kolonisierung und Landraub, Gewaltausübung,
Blutvergießen, Verhaftungen und ununterbrochener Kontrollen
rechtfertigen und verteidigen, benutzen den
Antisemitismus-Vorwurf ohnehin nur als Schutzschild, um eben
diese Politik des permanenten Unrechts zu kaschieren und ihre
Gegner zu diffamieren. >>>
Daniel Cil Brecher
Der David – Der Westen und sein Traum von Israel
Neue Kleine Bibliothek 166, 251 Seiten
EUR 15,90 [D] / EUR 16,20 [A] / SFR 21,90 - ISBN
978-3-89438-468-5 - Erscheinungstermin: August 2011
Daniel Cil Brecher, *1951 in Tel Aviv, Historiker und Autor. Er
arbeitete an der Universität Haifa, an der Gedenkstätte Yad
Vashem und war Direktor des Leo Baeck Instituts in Jerusalem. Er
lebt heute in den Niederlanden. Brecher schreibt seit mehr als
dreißig Jahren über jüdische Geschichte und den Nahostkonflikt.
»Der David« steht für die idealisierten Israel-Bilder des
Westens, hinter denen sich eigene Interessen und das Schicksal
des palästinensischen Volkes leicht verbergen lassen. Brecher
skizziert diese Traumbilder und ihre politische Bedeutung an
unterschiedlichen Beispielen: an den Geschichtsklitterungen, die
über die Haltung der britischen Regierung 1917 gegenüber dem
Zionismus und über die der USA 1947/48 gegenüber dem
entstehenden Staat Israel verbreitet wurden, ebenso wie an den
»besonderen Beziehungen« der USA und der Bundesrepublik
Deutschland zum jüdischen Staat. Abschließend folgt ein Ausflug
in die Welt der politischen Mythen. Er beginnt im Juni 1967,
führt uns sodann in den Stadtstaat Florenz, in dem ein
David-Kult zur Legitimierung von Herrschaft und Krieg betrieben
wurde, und endet bei den Fans von Ajax Amsterdam und Tottenham
Hotspur, deren ganz eigener Israel-Kult den »Juden« als Symbol
des Opfers mit »Israel« als Symbol der Gewalt und Aggressivität
verbindet. »Ein kritisches Sachbuch, das gut erzählt und belegt
ist und den aktuellen Diskurs über den Nahostkonflikt bereichern
wird, weil es ausschließlich auf Fakten gründet« (Wolfgang Benz,
Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung) »Ein
fabelhafter Text – innovativ und angemessen
kritisch-reflektiert« (Moshe Zuckermann, Universität Tel Aviv)
Amnesty
Report 2011 - Israel und besetzte palästinensische Gebiete
Hintergrund
Blockade des Gazastreifens - humanitäre Krise
Einschränkungen im Westjordanland
Recht auf Wohnen - Zwangsräumungen
Anwendung unverhältnismäßiger Gewalt
Straffreiheit
Justizsystem
Folter und andere Misshandlungen
Rechte auf freie Meinungsäußerung und Vereinigungsfreiheit
Gewaltlose politische Gefangene - Israelische
Wehrdienstverweigerer
>>>
AMNESTY
BERICHT: ISRAEL/GAZA
Operation Gegossenes Blei. Der Krieg zwischen Dez. 2008 und Jan.
2009
Die Übersetzung der Kogruppe in Zusammenarbeit mit anderen
HelferInnen ist fertig und hier abrufbar :
Operation_Gegossenes_Blei.pdf
Hier finden Sie den Original-Amnesty-Bericht (127 Seiten) auf
Englisch:
Operation "Cast Lead": 22 days of death and destruc tion
siehe auch: Gaza-Tagebuch. Berichte von Amnesty-Delegierten über
Menschenrechtsverletzungen im Gazakrieg, übersetzt von der Kogruppe:
Gaza-Tagebuch.pdf
Hier
Informationen zur Bestellung der Broschüre mit Bestelladresse :
Gegossenes_Blei.pdf
Die gedruckte Broschüre (110 S., DIN A 4 mit Fotos) kann zum
Selbstkostenpreis von 5 € entweder bei Friedhelm Kuhl (s. Text der
PDF-Datei),
s. auch
Amnesty-Hagen oder über die Kogruppe,
aiBergmann@gmx.de , bestellt werden.
AMNESTY
BERICHT: WASSERNÖTE - PALÄSTINENSERN WIRD DER FAIRE ZUGANG
ZU WASSERRESSOURCEN VERWEIGERT
- Amnesty International - Der fehlende Zugang zu
angemessenem, sicherem und sauberem Wasser ist für
Palästinenser in den besetzten palästinensischen
Gebieten (OPT) ein langanhaltendes Problem, das im Prinzip
aus Israels diskriminierenden politischen Strategien und
Praktiken resultiert. Palästinenser benutzen rund 70 Liter
Wasser pro Kopf am Tag, kaum ein Viertel der Menge, die von
Israelis verwendet wird. Der Zugang zu Wasserressourcen für
Palästinenser in den OPT wird von Israel kontrolliert und
auf ein Maß beschränkt, das deren Bedürfnisse nicht zu
decken vermag und keinen fairen und gleichberechtigten
Anteil an den gemeinsamen Wasservorkommen darstellt. Etwa
180.000 - 200.000 Palästinenser in den ländlichen Gemeinden
der Westbank haben keinen Zugang zu fließendem Wasser.
Einige überleben mit weniger als 20 Litern pro Tag, dem für
Notfallsituationen empfohlenen Minimum. Selbst in jenen
Städten und Dörfern, die an das Wassernetz angeschlossen
sind, bleiben die Wasserhähne oft trocken - manchmal über
Wochen oder sogar Monate. Im Gazastreifen ist der Aquifer
ausgeschöpft und verunreinigt - mehr als 90 Prozent der
Wasservorkommen sind für den menschlichen Gebrauch nicht
mehr geeignet. Die israelische Blockade des Gazastreifens
verhindert die Einfuhr dringend benötigter Materialien für
den Bau und die Reparatur von Wassereinrichtungen und hat
die ohnehin schon bittere Lage noch weiter verschärft. Der
Wassermangel hat die soziale und wirtschaftliche Entwicklung
von Palästinensern in den OPT verhindert und zu Verstößen
gegen ihr Recht auf einen angemessenen Lebensstandard
einschließlich der Rechte auf Wasser, Nahrung, Gesundheit,
Arbeit und eine adäquate Unterkunft geführt. - MENSCHENWÜRDE
EINFORDERN WASSER IST EIN MENSCHENRECHT
Amnesty International bietet diese Broschüre von 124 S. m.
farbigen Fotos zu Selbstkostenpreis von 5 € an.
Bestellung über
info@amnesty-hagen.de erbeten.
Interview mit Oded Netivi, Autor des Thrillers "Gott ist schuld"
- Anis Hamadeh - Wie kam es zu der Idee, diesen Roman zu schreiben?
- Dieses Buch entstand in der Absicht, einen möglichen Ausweg
aufzuzeigen. Es entstand aus meiner tiefen Überzeugung heraus, dass
sich Juden und Araber ein Land friedlich teilen könnten. Und es
entstand trotz widriger Umstände, wie zum Beispiel meiner
Legasthenie, die in jeder Sprache, derer ich mich bediene,
erbarmungslos zuschlägt. Trotz der aus Sperrmüll-Teilen
zusammengebastelten Computer, die ständig abstürzten und die
Schreibarbeit vieler Stunden oder Tage in den dunklen digitalen
Abgrund zerrten. Und auch wenn mir selbst die Geschichte zunächst
holprig erschien, irgendwie dilettantisch erzählt, eher getragen von
dem, was man "guten Willen" und Idealismus nennt … so hat es doch
großen Spaß gemacht, sie zu schreiben! Auf der Verlags-Website
findet man das Zitat eines Lektors, der dem Roman eine hohe Qualität
bescheinigt. Allerdings erwähnt er auch ein Tabu, was die
israelische Geschichte angeht. Dieses Tabu hat es schwer gemacht,
einen Verlag zu finden. Die Geschichte von Gründung und Aufbau des
jüdischen Staates Israel im zwanzigsten Jahrhundert ist geprägt von
enormen Widersprüchen. >>>
Gott ist schuld - Oded Netivi - Melzer Verlag >>>
Verlagsprogramm Herbst 2011 >>>
Der
Außenminister
Sühne oder neue Schuld
Schauplatz sind Jerusalem und das Westjordanland
Ein Schauspiel von
Kenneth und Hannelore Lewan
Nachwort von Friedhelm Schmitz
JETZT KOSTENLOS ONLINE ABRUFBAR
Download - doc Datei - 50 Seiten
Der Außenminister - Rezension Ludwig Watzal - Über den
Nahostkonflikt sind Bibliotheken gefüllt worden. Einer Lösung
ist man dadurch aber keinen Millimeter näher gekommen. Nähert
man sich ihm in der Form eines Schauspiels, erscheint er als ein
einziges Polit-Drama. Insbesondere die Kritiklosigkeit
Deutschlands gegenüber der israelischen Besatzungspolitik
enthebt diesen Konflikt in transzendente Sphären. Hatte sich
nicht Deutschland unter rot-grüner Herrschaft zum weltweiten
Verteidiger der Menschenrechte erklärt? Diesen Widerspruch -
verkörpert in der Person des deutschen Außenministers -
beschreiben der emeritierte Politikwissenschaftler Kenneth Lewan
und seine Gattin Hannelore >>>
Mehr zum Theaterstück
>>>
Download - doc Datei - 50 Seiten
„Ein infernalisches High-Tech-Massaker“ -
Norman Finkelstein beleuchtet in seinem neuen Buch die
Hintergründe des Gaza-Krieges 2008/09
- Arn Strohmeyer - Eine „infernalisches
High-Tech-Massaker“ und einen „Rückfall in die Barbarei“ nennt
Norman Finkelstein in seinem neuen Buch „Israels Invasion in
Gaza“ den Überfall auf das dicht besiedelte palästinensische
Gebiet unter Hamas-Kontrolle. Die „Wertegemeinschaft“ der
westlichen Staaten und auch die meisten führenden
Intellektuellen (ganz besonders die Israels!) sahen dem Morden
schweigend zu und fanden sogar rechtfertigende Worte, weil
Israel ja schließlich von den Raketen der Hamas bedroht worden
sei. Die Zahlen sind bekannt, aber Finkelstein nennt sie noch
einmal für alle, die es nicht wissen oder nicht wissen wollen:
In den fast zehn Jahren von 2001 bis zum Beginn des Krieges im
Dezember 2008 sind nicht einmal zwanzig Tote auf israelischer
Seite durch Qasam-Raketen zu beklagen gewesen, auf
palästinensischer Seite in Gaza haben die immer wieder
stattfindenden militärischen Überfälle und Liquidierungsaktionen
Israels Hunderte von Menschenleben gefordert. Im Krieg kamen
dann noch 1400 Tote hinzu. Wie viele Menschen ihr Leben
inzwischen aufgrund der israelischen Abriegelungs- und
Blockadepolitik wegen schlechter Versorgung und fehlender
Medikamente verloren haben, lässt sich gar nicht ermitteln. Und
wer kennt die Zahl der Krüppel und Traumatisierten? >>>
'Gegossenes Blei'
-
Norman Finkelstein über die Auswirkungen des Gaza-Krieges
- Rudolf Walther
-
Spätestens mit dem Gaza-Krieg der israelischen Armee - 27.
Dezember 2008 bis 18. Januar 2009 - hat sich der Wind gedreht.
Seither sind 'die Zeiten, da Israel auf eine reflexhafte
Unterstützung zählen konnte, vorbei'. Dies sagt Norman G.
Finkelstein, der Kritiker der israelischen Politik und der
medialen 'Holocaust-Industrie' in den USA. Seine Diagnose ergibt
sich aus der minuziösen Analyse der Kriegsoperationen, die unter
dem euphemistischen Namen 'Gegossenes Blei' durchgeführt wurden.
Mit nicht weniger als 413 Fußnoten belegt Finkelstein die
Vorgeschichte, den Verlauf und die Bewertung des Gaza-Krieges in
der Weltpresse. Anschließend behandelt er die Reaktionen in den
USA und den Bericht des südafrikanischen Richters Richard
Goldstone. >>>
Uri
Shani
Nemashim
Ein arabisch-hebräisches Theaterprojekt
Mit einem Beitrag von Amina Nolte
AphorismA Verlag Berlin 2011
164 Seiten - ISBN 978-3-86575-027-3
Lesereise April-Mai - Uri Shani
-
Im April 2011 kam mein Buch NEMASHIM über sechs Jahre mit
NEMASHIM, 2002-2008, beim AphorismA-Verlag heraus. Zur
Vorstellung des Buches begab ich mich auf eine Lesereise durch 9
Städte in der Schweiz und in Deutschland. Ich fuhr mit grosser
Freude und Erwartung und Aufregung, aber auch mit einer Angst:
Angst vor dem Buch selber, was es auslösen würde, und diese
Angst ist immer noch da, und sie wird wohl noch lange andauern.
1.
Bern -
Mit Matthias Hui und Ron Ganzfried aß ich zu Mittag, und da wir
uns schon 20 Jahre lang kennen, kamen wir auch sehr bald auf
heiße Eisen, wie die BDS-Kampagne zum Beispiel. Dies ist ein
Thema, das mich schon seit Jahren begleitet, und auch auf dieser
Reise sehr wichtig war. (Ist der Erfolg der BDS-Kampagne in
Schottland gut für die Unterdrückten hier bei uns?) >>>
Nemashim ist ein hebräisch-arabisches Theater- und
Kommuneprojekt aus Israel, das jungen Menschen aus beiden
Gruppen Gelegenheit gibt, ein Jahr miteinander in einer Kommune
zu leben und miteinander Theater zu machen.
- Shani schildert schonungslos den Weg, den das Projekt seit dem
Jahr 2002 genommen hat, mit allen Höhen und Tiefen, allem
Scheitern und aller Ermutigung. Dabei geht es weder um Mitleid
noch darum, den 'Anderen kennenzulernen', es geht um Solidarität
und Zusammenarbeit: Gleich berechtigt und gleich verpflichtet,
auch wenn die Situation von Mächtigen und Entmächtigten um sie
herum vorerst noch bestehen bleibt. 'Wir sehen eine ungerechte,
grausame Welt. Wir müssen eine andere erfinden, denn wir wissen,
eine andere Welt ist möglich.' (Augusto Boal) Quelle
„Wir
wollen die ganze Region befreien“ -
Wie Israel das „Heilige Land“ eroberte / Das neue Buch des
Zambon-Verlages:
„Palästina. Ethnische Säuberung und Widerstand“
-
Arn Strohmeyer - „Oft wurde uns gesagt, dass wir wegen der
Leiden, die die Juden in Europa seitens der Nationalsozialisten
ertragen mussten, Sympathie für Israel empfinden müssten. Ich
sehe in einer solchen Empfehlung keinen Grund dafür, die Leiden
anderer zu perpetuieren. Das, was Israel heute anrichtet, kann
nicht mit Nachsicht behandelt werden. Die Schrecken der
Verfolgung heraufzubeschwören, um die Gegenwart zu
rechtfertigen, ist nichts als pure Scheinheiligkeit!“ Ein
mutiges Wort, das gut in die gegenwärtige Debatte in Deutschland
über das Thema „Darf man Israel kritisieren?“ und Antisemitismus
passt. Denn die Freunde Israels, die die Politik dieses Staates
trotz ständigen Bruchs des Völkerrechts und der Menschenrechte,
trotz permanenter Kolonisierung und Landraub, Gewaltausübung,
Blutvergießen, Verhaftungen und ununterbrochener Kontrollen
rechtfertigen und verteidigen, benutzen den
Antisemitismus-Vorwurf ohnehin nur als Schutzschild, um eben
diese Politik des permanenten Unrechts zu kaschieren und ihre
Gegner zu diffamieren. Sie erweisen Israel und „den“ Juden damit
einen denkbar schlechten Dienst. An einer Debatte über
wirklichen und nicht herbeigeredeten Antisemitismus würde man
sich gern beteiligen und auch solidarisch hinter den
Angegriffenen und Bedrohten stehen. Eine Selbstverständlichkeit,
wenn man die Katastrophen der deutschen Geschichte ernst nimmt.
Die oben zitierte Zeilen sind aber kein aktueller Beitrag zu
dieser unseligen Debatte, sondern eine Feststellung des
britischen Philosophen Bertrand Russell aus dem Jahr 1970! Er
fügt gleich noch einige Sätze hinzu, die auch 41 Jahre >>>
Palästina. Ethnische Säuberung und Widerstand. Autoren:
Arrigoni, Vittorio; Canarutto, Paola; Dametti, Margherita;
Forti, Giorgio; Giannangeli, Ugo; Lastaria, Federico; Tafeche,
Dirar, Zambon, Guiseppe, Zambon-Verlag Frankfurt/ Main 2011,
ISBN 9783889751560, 35 Euro
Livia Rokach, Leben mit dem Schwert. Israels Heiliger Terror
- Rezension von Dr. Ludwig Watzal - Mit der Frage „Israel, ein
Terrorstaat?“ leitet der Verleger Abraham Melzer seine
Einführung in die Neuauflage des Buches von Livia Rokach ein,
das erstmalig 1980 unter dem Titel „Israel´s Sacred Terrorism“
in den USA und auf Deutsch unter „Israels Heiliger Terror“ 1982
erschienen ist. Unter dem Titel „Leben mit dem Schwert. Israels
Heiliger Terror“ ist es nun wieder verfügbar. Um das Resümee
vorweg zu nehmen: Das Buch scheint heute noch wichtiger zu sein
als zum Zeitpunkt seiner Erstveröffentlichung, weil es über ein
Verhaltensmuster israelischer Regierungen und seiner
politisch-militärischen Klasse Einblicke liefert, die sich bis
heute scheinbar nicht verändert haben. >>>
Nun auch in deutscher Übersetzung:
Izzeldin Abuelaish
Du sollst nicht hassen
- Meine Töchter starben, meine Hoffnung lebt weiter
Originaltitel: I Shall Not Hate Übersetzung: Exo, Ingrid - Lübbe
Verlag 03/2011 - ISBN-13: 9783785724255 >>>
Ein Mediziner, der nicht hassen, der aber verzweifeln könnte:
Dr. Izzeldin Abuelaish
Zu einem aufrüttelnden Buch, das viel Mut macht
- Rupert Neudeck
Mit dem immerwährenden Schmerz dessen, der die Lage der
Palästinenser und der Israelis selbst erkundet hat und jetzt das
– ich weiß nicht wievielte - Buch darüber liest, stelle ich
eines von einem palästinensischen Arzt vor, das in Kanada und
Frankreich erschienen ist. Das Buch ist geschrieben von Dr.
Izzeldin Abuelaish. Sein Titel ist Programm:
„Ich werde niemals hassen. Ein Mediziner aus Gaza auf den Wegen
des Friedens“ (Französisch erschienen bei Robert Laffont
Paris 2011).
Ich weiß nach der Lektüre nicht, wie man ein solches Leben
aushält. Es wird mir schwarz vor Augen. Die Selbstgerechtigkeit
der israelischen Politik wird mir noch einmal bewusst: Wie kann
man mit einem Volk auf Dauer nebeneinander leben, dem man nicht
die elementaren Menschenrechte gibt? Nach 43 Jahren
Verweigerung?
Alles was Israel in seiner Politik zu seiner Verteidigung sagt,
ist immer auch richtig und in der gleichen Sekunde falsch.
Man kann ein Volk, ein ganzes Volk auf Dauer nicht im
Schwitzkasten belassen. Es bringt auch nichts, einzelne
Palästinenser zu belobigen, wie es der jüdisch-israelische Arzt
Dr, Marek Glezerman in seinem Vorwort tut. Glezermann leitet die
Gynäkologische Abteilung des Hospitals Soroka bei Beersheba in
Israel, in das Izzeldin Abuelaish immer wieder Patienten vom
Gaza Streifen gebracht und dort selbst praktiziert hat. Man muss
doch irgendwann festhalten, dass Menschen nicht einfach zu
Terroristen und zu Selbstmordattentätern werden, sondern dass da
in ihnen ganz furchtbar viel angerichtet sein muss an
Vergeblichkeit und Verweigerung normaler Bewegungs- und
Entfaltungsmöglichkeiten. Natürlich ist es schlecht,
grundsätzlich, moralisch, theologisch, geschichtlich nach dem
Holocaust, Israel das Existenzrecht zu verweigern. Aber wie
würden sich die Herzen, Gemüter, Seelen der Palästinenser
öffnen, wenn einmal Ihnen die gleichen Entfaltungsrechte
zugestanden würden, auf die sie nach der Menschenrechtscharta
Anspruch hätten >>>
Gaza Doctor Izzeldin Abuelaish Two Years After Israeli Attack
that Killed 3 Daughters & Niece: "As Long as I am Breathing,
They are with Me. I Will Never Forget"
>>>
Tatsachenbericht von Shlomi Eldar: GAZA BIS ZUM BITTEREN ENDE.
Shlomi Eldar hat für das staatliche israelische Fernsehen und
später für Kanal 10 aus Gaza berichtet. Er war dort fünfzehn
Jahre und hat so manche Kontakte und Freundschaften mit
Palästinensern aus Gaza, mit ehemaligen Häftlingen und mit
Kollegen geschlossen. So kam er an Informationen, die hier zum
ersten Mal veröffentlicht werden. Es sind spannende
Geschichten, die von einem Beinahe-Aufstand gegen Arafat und von
der menschlichen Seite eines Itzchak Rabin berichten. Alles in
allem erzählt er, wie Israel den Frieden verpasst hat, und es
kommt auch bei ihm der Verdacht auf, dass hinter diesem
Verpassen Absicht und Methode steckten. Dieses Buch wird Ihnen
eine völlig fremde, spannende und traurige Welt öffnen. Es
verdient gelesen zu werden. Und wenn es Sie auch so überzeugen
wird, wie mich, dann sollten Sie es allen empfehlen, die für den
Nahost-Konflikt und speziell für Gaza ein Herz haben.
Melzer Verlag - Das Verlagsprogramm Frühjahr 2011 - pdf >>>
Der Melzer Verlag >>>
Bücher des Melzer Verlages >>>
Zeitschriften - Der Semit >>>
Texte von Abraham Melzer >>>
Verzweifeln
an Israel
-
Die jüdische Historikerin Esther Benbassa hinterfragt im
Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt die jüdische Identität -
Arn Strohmeyer
(Esther Benbassa: Jude-Sein nach Gaza, Verlag Les éditions du
CRIEUR PUBLIC, Hamburg 2010, 12,80 Euro) -
„Ich bin eine Jüdin ohne Gott und darum ist Israel Teil meiner
nicht vorhandenen Religion. Aber ich bin auch in Israel
aufgewachsen. Auch deshalb liegt mir an seiner Existenz, auch
deshalb muss ich ihm gegenüber kritisch sein. Man kann dieses
Land nicht in sich tragen und an seiner Seite bleiben, wenn man
es verachtet“, schreibt die Historikerin Esther Benbassa in
ihrem neuen Buch. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie kennt
und liebt Israel aus eigener Erfahrung. Sie lehrt heute moderne
und zeitgenössische Geschichte der Juden an der Sorbonne in
Paris.
Aber sie weiß auch, dass ihr Wunsch, sich mit Israel
identifizieren zu können, eine Illusion, eine Fatamorgana ist.
Denn gleich nach dem oben angeführten Zitat bekennt sie, dass
Israels Offensive gegen den Gaza-Streifen 2008/2009, die sie ein
„Massaker“, ein „großes Verbrechen“ und einen „Kolonialkrieg“
nennt, alles verändert habe. Etwas ganz Neues sei geschehen: „Es
wurde die Scheidelinie überschritten zwischen dem, was ein Jude
mit seinem geschichtlichen Hintergrund zulassen kann und dem,
was er zurückweisen muss, wenn er möchte, dass sein Jude-Sein
eine von Humanität und somit von Universalität geprägte Vision
der Welt bleibt.“ Das Verbrechen der Gaza-Offensive habe die
Karten völlig neu gemischt.
Esther Benbassas Buch ist ein verzweifelter und entsetzter
Aufschrei darüber, in welche Richtung sich Israel entwickelt hat
und wie weit es sich vor allem von dem, was die jüdische Ethik
seit Jahrhunderten ausmacht, entfernt hat. >>
Die Angst vor dem Frieden.
Das israelische Dilemma
Moshe Zimmermann
Aufbau Verlag Berlin 2010
"Frieden mit den Arabern wäre ein Albtraum" - Der
israelische Historiker Moshe Zimmermann zeichnet in seinem neuen
Buch ein düsteres Bild von Israel und seiner Zukunft -
Arn Strohmeyer -
(Moshe Zimmermann: Die Angst vor dem Frieden. Das israelische
Dilemma, Aufbau Verlag Berlin 2010) - Der israelische
Historiker Moshe Zimmermann hat ein erschreckendes Buch über den
politischen Zustand seines Landes geschrieben - erschreckend vor
allem für diejenigen, die über Israel wenig wissen und immer
noch an dem Bild vom kleinen bedrohten Staat mitten im
"arabischen Meer" festhalten. Freunde Israels haben es da
leichter, sie können gleich die Klischees vom "antisemitischen"
oder "selbsthassenden Juden" hervorholen und die vorgebrachte
kritische Analyse auf diese Weise abtun. Aber Argumente dieser
Art sind gar keine, weil sie einfach zu einfältig und platt
sind, um ernst genommen zu werden. Moshe Zimmermann ist ein zu
renommierter und anerkannter Historiker mit bedeutenden
Veröffentlichungen über den Holocaust und auch zur deutschen
Geschichte des 20. Jahrhunderts, als dass man sein neues
Buch so abtun könnte. Es ist harter Tobak, den er vor allem dem
deutschen Leser zumutet, der zumeist eine ganz andere
Vorstellung von Israel hat. (...) Dafür, dass es nicht zu einer
Tendenzwende in Richtung Frieden kommt, macht Zimmermann
militante Minderheiten in der israelischen Gesellschaft
verantwortlich: die Araber-Hasser, die Orthodoxen, die Siedler
und das Militär. Diese Gruppen - so der Historiker - haben die
israelische Gesellschaft in Geiselhaft vor dem Frieden genommen,
schüren die Angst und diktieren das politische Tun. Die
Mehrheitsgesellschaft fügt sich, weil sie sich vor dem
Widerstand dieser kleinen Gruppen gegen einen Frieden mehr
fürchtet als vor der Fortsetzung des Status quo oder sogar einem
neuen Krieg mit den Nachbarn. Bestes Beispiel: Nicht wenige
israelische Analytiker sehen einen Bürgerkrieg zwischen Armee
und Siedlern voraus, wenn sich die Regierung doch entschließen
sollte, für die Entstehung eines Palästinenserstaates die
besetzten Gebiete zu räumen. Begünstigt wurde das Erstarken
kleiner mächtiger Gruppen in der israelischen Gesellschaft durch
eine "ideologische Revolution". Die Staatsideologie des
Zionismus wird heute nicht mehr wie in den Anfangsjahren des
Staates nach 1948 von den säkularen sozialistischen Elementen
(vor allem der sozialdemokratischen Arbeiterpartei) getragen,
sondern von den Nationalisten, Nationalreligiösen und
Ultraorthodoxen. Für diesen neuen Zionismus - den Zimmermann den
"wahren Postzionismus" nennt - ist das "Jüdische" im
religiös-orthodoxen Sinne vorrangig, es ist der primäre Wert,
dem auch die Demokratie untergeordnet wird. Priorität hat bei
diesen Kräften ein "jüdischer Staat", der dann automatisch
ethnozentrisch orientiert ist und kein demokratischer mehr sein
kann, weil er die anderen Minderheiten im Land diskriminiert.
Diese Gruppen, die auch in Netanjahus Koalition stark vertreten
sind, haben Israel religiöser gemacht und politisch deutlich
nach rechts gerückt. Diese tragenden neuen Säulen des Zionismus
sind äußerst friedensfeindlich. Zu den "Araber- Hassern" zählt
Zimmermann den derzeitigen Außenminister Avigdor Lieberman und
seinen Anhang - zumeist Einwanderer aus der früheren
Sowjetunion. Jeder Kompromiss mit Arabern gilt Liebermann als
"Kriecherei". Er sagt: "Wenn wir zaudern, stottern, kriechen,
werden sie uns an die Wand drücken." >>>
Moshe Zimmermann: "Die Angst vor dem Frieden"
- Arne Hoffmann - Durch eine Rezension in der Frankfurter
Rundschau war ich auf das Buch Die Angst vor dem Frieden des
israelischen Historikers Moshe Zimmermann (Leiter des
Richard-Koebner-Zentrums für deutsche Geschichte an der
Hebräischen Universität Jerusalem) aufmerksam geworden – ein
Buch, das sich als eine wirklich aufrüttelnde Analyse
herausstellte. Während man aus unseren Medien nur
bruchstückhafte und sehr zurückhaltende Informationen über
bedenkliche Entwicklungen innerhalb Israels erhält, zeichnet
Zimmermann auf 150 Seiten ein so deutliches und unverblümtes
Bild der Zustände in diesem Land, dass man sich schon fast
wundert, wie dieses Buch hierzulande überhaupt veröffentlicht
werden konnte. >>>
Moshe
Zuckermann
"Antisemit!"
Ein Vorwurf als Herrschaftsinstrument
Promedia Verlag, Wien, 2010
ISBN 978-3-85371-318-1
Moshe Zuckermann, "Antisemit!"
- Rezension von Dr. Ludwig Watzal - Der Titel des Buches des
israelischen Historikers Moshe Zuckermann hätte nicht treffender
formuliert werden können. Der Vorwurf des „Antisemitismus“ ist
der politisch gewinnträchtigste gegenüber den Kritikern
israelischer Besatzungs- und Unterdrückungspolitik gegen das
palästinensische Volk in ihrem Heimatland. Mit diesem
hanebüchenen Vorwurf werden nicht die Neonazis, sondern führende
Persönlichkeiten sowohl jüdischer als auch nicht-jüdischer
Provenienz überzogen. An vorderster Front dieser
Verleumdungskampagne agiert die derzeitige
rechtsnationalistische israelische Regierung samt ihrer
Israelfans in den USA und weiten Teilen Westeuropas. Wie sagte
doch der israelische Regierungschef Benyamin Netanyahu, nachdem
der UN-Menschrechtsrat den Goldstone-Bericht an den
UN-Sicherheitsrat weitergeleitete hat: „Wir brechen jetzt auf,
um jene zu delegitimieren, die versuchen, uns zu
delegitimieren.“ >>>
Rezension 1
|
Rezension 2
Vorabdruck
Vittorio Arrigoni, Gaza – Mensch bleiben
(Restiamo umani) - Dr. Ludwig Watzal - Posthum liest sich das
Buch „Gaza – Mensch bleiben“ von Vittorio Arrigoni über das
israelische Massaker an der palästinensischen Zivilbevölkerung
des Gaza-Streifens um die Jahreswende 2008/2009 wie ein
Vermächtnis. Arrigoni war Mitglied der Internationalen
Solidaritätsbewegung (ISM), harrte während des Massakers mit den
eingesperrten Palästinensern aus und berichtet über die
israelischen Gräueltaten für italienische Medien. Aus diesen
Berichten entstand sein Buch „Restiamo umani“. Vittorio Arrigoni
wurde am 14. April 2011 von der islamistischen Gruppe Tawhid
wal-Jihad entführt >>>
Hakam
Abdel-Hadi
Der hungrige Suleiman
Vom Lachen und Weinen in Palästina
Ein Panorama palästinensischer Geschichte des 20. Jahrhunderts
wird in einer Familiengeschichte entfaltet.
„Was ist eigentlich wichtiger für ihn“, fragt sich Hassan,
Suleimans zweitältester Sohn, während er seinen Vater in
Palästina besucht, „das Essen, seine Gelüste oder die von ihm so
geliebte Familie?“ Mit dieser Frage bringt Hassan die
Widersprüche dieses im wahrsten Wortsinne gewaltigen Mannes auf
den Punkt. Hakam Abdel-Hadi, geboren 1939, hat seine Kindheit
und Jugend in Jenin (Nordpalästina) verbracht, und es sind eben
diese Gegensätze und Extreme in Der
hungrige Suleiman , die den Reiz seiner Erzählung
ausmachen. Die direkte, unverstellte Sprache des Autors berührt
und läßt den Leser / die Leserin nicht selten schmunzeln, auch
wenn ihm / ihr dabei angesichts der Tragik der erzählten
Ereignisse bisweilen das Lachen im Halse stecken bleibt.
AphorismA Verlag Berlin 2010 - 15,00 EUR - 180 Seiten -
ISBN 978-3-86575-023-5
Erich Fried
Höre Israel
Seit dem Judenmord des Hitlerfaschismus hat in Westeuropa ein
begreifliches kollektives Schuldgefühl oft dazu geführt, daß man
sich jede Kritik an Juden und den Staat Israel verbietet, wobei
man noch dazu Juden und Zionisten oft kurzerhand gleichsetzt.
Parteinahme für die Zionisten und Kritiklosigkeit gegenüber
Israel gelten vielen fast als deutsche Wiedergutmachungspflicht.
Erich Fried - nach dem deutschen Einmarsch in Wien 1938 selbst
als Jude verfolgt - empfindet außer Solidarität mit allen
unschuldig Verfolgten und Benachteiligten auch etwas wie
Mitverantwortlichkeit für das, was Juden in Israel den
Palästinensern und anderen Arabern antun.
•192 Seiten - Broschur - •ISBN 978-3-9813189-9-9
18€
CD:
Auch als Hörbuch! gelesen von Jürgen Jung
- ISBN 978-3-942472-01-2 - 14,90€
Zum Online-Shop Das Hörbuch zum Buch >>>
MELZER VERLAG
>>>
Jimmy
Carter
Palästina - Frieden nicht Apartheid
MELZER VERLAG
>>>