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Krieg und Naturgas:
die israelische Invasion und Gazas küstennahe Gasfelder
Michel
Chossudowski
Die militärische Invasion
israelischer Truppen in den Gazastreifen hat einen direkten
Zusammenhang mit der Kontrolle und dem Besitz der strategischen
Gasreserven vor der Küste.
Dies ist ein
Eroberungskrieg. Entdeckt wurden die ausgedehnten Gasreserven vor
der Küste im Jahr 2000.
British Gas (BG
Group) und ihrem Partner, der in Athen ansässigen internationalen
Consolidated Contractors Company (CCC), die der
libanesischen Sabbagh und Khouri-Familie gehört, wurden die Öl- und
Gasausbeutungsrechte in einem 25Jahres-Abkommen gewährt, das im
November 1999 mit der Palästinensischen Behörde unterzeichnet worden
war.
Die Rechte der küstennahen
Gasfelder sind aufgeteilt: British Gas (60%); Consolidated
Contractors (CCC) (30%); und der Investment Fund der
Palästinensischen Behörde (10%).
(nach Haaretz vom
21.10.07)
Das PA-BG-CCC-Abkommen
schließt Feldentwicklung und den Bau einer Gas-Pipeline ein (Middle
East Economic Digest, 5.1.01)
Die BG-Lizenz deckt das
ganze küstennahe Gaza-Gebiet ab, das an mehrere israelische
Gaseinrichtungen angrenzt. Es sollte bemerkt werden, dass 60% der
Gasreserven entlang der Gaza-Israel-Küste zu Palästina gehören.
Die BG-Group
bohrte im Jahr 2000 zwei Quellen: Gaza Marine-1 und Gaza
Marine-2. Die Reserven werden von British Gas auf 1,4
Trillionen cubic-foot geschätzt, die einen Wert von
annähernd 4 Milliarden $ haben sollen. Diese Zahlen wurden von der
British Gas veröffentlicht. Der Umfang von Palästinas
Gasreserven könnte viel größer sein.
Wem gehören diese
Gasfelder?
Das Problem der Herrschaft
über die Gaza-Gasfelder ist sehr wichtig. Nach rechtlichem
Standpunkt gehören diese Bodenschätze Palästina.
Der Tod Yasser Arafats,
die Wahl der Hamas-Regierung und das Ende der palästinensischen
Behörde ( im Gazastreifen) hat es Israel ermöglicht, die de facto
Kontrolle über Gazas küstennahe Gasreserven zu übernehmen.
British Gas hat
mit der Tel Aviver Regierung ein Geschäft gemacht. Die
Hamasregierung hat man so hinsichtlich Erforschung- und
Entwicklungsrechten über die Gasvorkommen umgangen.
Die Wahl von
Ministerpräsident Ariel Sharon 2001 war ein Wendepunkt. Palästinas
Herrschaft über die küstennahen Gasfelder wurden vom Obersten
Gerichtshof angefochten. Sharon stellte eindeutig fest, dass „Israel
nie von Palästina Gas kaufen werde“ und zu verstehen gab, dass die
küstennahen Gasfelder Gazas Israel gehören würden.
2003 verhinderte Sharon
ein anfängliches Geschäft, das British Gas erlauben würde,
Israel mit dem Gas von den küstennahen Gasquellen zu versorgen (The
Independent, 19.August, 2003) Der Wahlsieg der Hamas 2006
brachte das Ende der palästinensischen Behörde - die dann auf die
Westbank beschränkt wurde – unter dem stellvertretenden Regime von
Mahmoud Abbas.
2006 war British Gas
„ nahe dran, ein Geschäft mit Ägypten abzuschließen, um Gas nach
dort zu pumpen“.(Times, 23. Mai 2007). Der britische
Ministerpräsident Tony Blair intervenierte im Namen Israels, um das
Abkommen zu verschieben.
Im folgenden Jahr – im Mai
2007 – billigte das israelische Kabinett einen Vorschlag von
Ministerpräsident Olmert: „Gas von der palästinensischen Behörde zu
kaufen.“ Es ging um 4 Milliarden $ mit einem Profit von 2
Milliarden, von denen 1 Milliarde an die Palästinenser gehen
sollten.
Tel Aviv hatte jedoch
nicht die Absicht, die Einkünfte mit Palästina zu teilen. Ein
israelisches Unterhändler-Team wurde vom israelischen Kabinett
zusammengestellt, um mit der BG Group einen Deal
auszuarbeiten, bei der die Hamas-Regierung und die palästinensische
Behörde umgangen wird:
„Die israelischen Verteidigungsbehörden wollen, dass die
Palästinenser mit Waren und Diensten bezahlt werden. Sie bestehen
darauf, dass die von Hamas kontrollierte Regierung kein Geld
erhält.“
Das Ziel war im
Wesentlichen, den 1999 zwischen der BG-Group und der
palästinensischen Behörde unter Arafat unterzeichneten Vertrag
rückgängig zu machen.
Nach dem vorgeschlagenen
Abkommen von 2007 mit BG, sollte das palästinensische Gas von
Gazas küstennahen Gasquellen in einer Unterwasserpipeline in den
Hafen von Ashkalon gepumpt und dabei die Kontrolle über den Verkauf
Israel übertragen werden.
Das Geschäft misslang.
Die Verhandlungen wurden suspendiert. Der Mossad-Chef war aus
Sicherheitsgründen dagegen ….
Israels Absicht war, die
Möglichkeit auszuschließen, dass Lizenzgebühren an die Palästinenser
bezahlt werden. Im Dezember 2007 zog sich die BG-Group von
ihren Verhandlungen mit Israel zurück und schloss im Januar 2008 ihr
Büro in Israel.
Der
Invasionsplan auf dem Reißbrett
Der Invasionsplan für den
Gazastreifen unter dem Decknamen „Operation Gegossenes Blei“ wurde
ab Juni 2008 in Gang gesetzt – nach israelischen militärischen
Quellen: „…Verteidigungsminister Ehud Barak instruierte vor 6
Monaten (Juni oder davor) die israelischen Verteidigungskräfte, sie
sollten sich für eine Operation vorbereiten, genau zu dem Zeitpunkt
als Israel begann, (!!) mit der Hamas über ein Abkommen über eine
Feuerpause zu verhandeln“ (Barak Ravid, Operation „Gegossenes
Blei“: die israelischen Luftstreitkräfte folgten Monate nach der
Planung, Haaretz, 27.12.08)
Genau in diesem Monat
kontaktierten die israelischen Behörden erneut Britisch Gas, um
wichtige Verhandlungen wieder aufzunehmen, die den Kauf von
Gaza-Naturgas betreffen: ….
Die Entscheidung, die
Verhandlungen mit der British Gas-Group zu beschleunigen,
traf zeitlich mit dem Prozess der militärischen Planung zusammen.
Es schien, als würde Israel darauf aus sein, ein Abkommen mit BG
noch vor der Invasion zu erreichen, die schon in einer
fortgeschrittenen Planungsphase steckte.
Außerdem wurden diese
Verhandlungen mit British Gas mit der Ehud Olmert-Regierung
geführt mit der Kenntnis, dass die militärische Invasion des
Gazastreifens schon auf dem Reißbrett fertig war und dass über ein
neues politisch-territoriales Abkommen über den Gazastreifen
nachgedacht wurde.
Tatsächlich liefen im
Oktober 2008 Verhandlungen zwischen der British Gas und
israelischen Regierungsleuten - 2-3 Monate vor Beginn der
Bombardements am 27.Dezember. Im November 2008 instruierte das
israelische Finanzministerium und das Ministerium für nationale
Infrastruktur die israelische Electric Gesellschaft (IEC) mit
der British Gas in Verhandlungen zu treten wegen des Kaufs
von Naturgas von der BG ….
Gaza
und Energie, Geopolitik
Die militärische Besatzung
des Gazastreifens ist entschlossen, die Herrschaft über die
Gasfelder Israel zu übertragen.
Was erwarten wir nach der
Invasion? Was ist Israels Absicht hinsichtlich der palästinensischen
Naturgasreserven?
Ein neues territoriales
Abkommen mit der Stationierung israelischer und/ oder „Peacekeeping“-Truppen?
Die Militarisierung der
ganzen Gaza-Küstenlinie, die für Israel strategisch wichtig ist?
Die komplette
Konfiszierung der palästinensischen Gasfelder und die einseitige
Erklärung israelischer Herrschaft über Gazas Küstenzone?
Wenn dies geschehen
sollte, würden die Gasfelder Gazas in Israels küstennahe
Installationen integriert werden, die sich direkt an den
Gazastreifen anschließen?
Diese verschiedenen
küstennahen Installationen werden auch mit dem israelischen
Energie-Transportkorridor verbunden, der sich von Eilat mit seinem
Öl-Pipeline-Terminal am Roten Meer bis zur Seehafen-Pipeline bei
Ashkalon erstreckt und nordwärts bis Haifa geht und der sich
schließlich mit der geplanten israelisch-türkischen Pipeline vom
türkischen Hafen Ceyhan verbindet.
Ceihan ist der Terminal
der Baku-Tiflis-Ceyhan-Transkaspischen Pipeline. „Geplant ist die
Verbindung der BTC-Pipeline zur Trans-Israel Eilat-Ashkelon
Pipeline, auch als Israels Tipline bekannt“
( s. Michel Chossudovsky, „Der Krieg im
Libanon und die Schlacht ums Öl“, Global Research, 23. Juli 2006
!!!)
(dt. und gekürzt Ellen
Rohlfs)
Quelle und Karten -
Global
Research, 8.1.
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