Ich habe drei Tage in der Stille der Sinaiwüste
verbracht und komme zurück zum Kreischen der Schlagzeilen, die das
Schlimmste verkünden.
Die Armee hatte das dichtbevölkertste
Flüchtlingslager der Welt angegriffen.
Ich hab eine Veranstaltung am College, an dem ich
unterrichte, gestrichen und bin zum Sufa Checkpoint gefahren, um mich der
Demo anzuschließen, dabei verbrannten Drachen mein Herz auf der Fahrt
durch den wunderschönen, wilden Norden des Negev.
Ich kann die Angst der Menschen in Rafah in meinem
Körper spüren, Menschen fliehen von ihren Häusern mit ihrem Leben in der
Hand während sie wünschen, auf einem anderen Planet zu leben, offene
Herzen zugedreht durch Fürcht und Hass - von dem nur Gott weiß, wie lange
es dauern wird, ihn zu heilen.
Ich denke an die Soldaten, die Panzern,
Hubschraubern, Raketen. Zwei große Kugeln wütenden Feuers kullern mir die
Backen runter.
Dann besinne ich mich, zu atmen, zu versuchen, die
Invasion aus meinem eigenen Herzen herauszuhalten. Ich besinne mich, dass
die Soldaten, die hier Zivilisten bekämpfen, Opfer einer Gehirnwäsche
sind, viele dazu verurteilt, arbeitslos zu sein wenn sie ihren
Militärdienst beendet haben. Viele überlegen, wie sie ein Green Card
bekommen können [Immigrationsvisum nach USA] und nach New York ziehen, um
sich ein Leben zu suchen.
Ich denke daran, dass man, um Verweigerer zu werden,
aus einer weißen, finanziell soliden Familie kommen muss. Wenn du aus den
Innenstadtbezirken der neuen Städte kommst, ist der einzige Stolz der
Familie, das was du als Soldat tun wirst. Ich besinne mich, dass einer aus
fünf Soldaten aus einer armen Familie kommt, und der Hälfte sind die
Renten und Arbeitsrechte in den letzten Jahren gekürzt worden.
Ich halte an einem Feldweg und steige aus, um mich
den 40 Frauen anzuschließen, die gegen die Invasion skandieren- Operation
"Regenbogen in einer Wolke", wie aus einem billigen Kriegsfilm. Wir
erfahren über Telefon, dass eine Demo palästinensischer Studenten aus
Panzern und Hubschraubern beschossen wurden, verrückte Todeszahlen werden
umhergestreut.
Die Drachen in meinem Kopf hören auf zu brüllen,
eine gefährliche Stille tritt ein, mit der Klarheit, zu telefonieren und
eine Email zu schicken, um aufzurufen zu einer Demo vor dem
Verteidigungsministerium in Tel Aviv, zwei Stunden Fahrt entfernt,
manchmal hat es Vorteile, dass dieses Land etwa so groß ist wie eine Stadt
in Indien.
Wir füllen das Auto mit Leuten und fahren zurück,
hören Radio, die Armee sagt, die Demo war bewaffnet, nehmen es wieder
zurück, und hören dann wie ein Reporter der Armee einen anderen fragt, ob
er denkt, dass die Demo von Palästinensern organisiert wurde, um die
Wahrnehmung der Welt zu erreichen und die Operation zu stoppen. Die Medien
fangen an, das Ereignis "ein schlechtes Medienereignis" zu nennen, da
Israel schlecht aussehen wird in den Augen der Welt.
Wir machen das Radio an und atmen und denken daran,
dass wir am besten arbeiten, wenn wir klar und mitfühlend sind, nicht
geblendet, durch das, was wir die Wirklichkeit nennen.
Wir erreichen das Verteidigungsministerium, viele
Menschen kommen mit Kerzen, die müde israelische Linke steht auf um diesen
Wahnsinn zu stoppen. Viele sind hier, von Universitätsprofessoren bis
junge Anarchisten, Verweigerer mit israelischen Flaggen, die verzweifelt
patriotisch sein wollen, Menschen mit sanften Augen, die Gewaltfreiheit
wünschen, alte Frauen mit Kerzen. Um 20 Uhr gehen wir auf die Straße, um
den Verkehr anzuhalten, die haupt Kaplanstraße in Tel Aviv.
"Demokratie kann man nicht auf den Leichen von
Demonstranten bauen" -
eine Gruppe setzt sich, Arme und Beine eingehakt wie
eine riesige Raupe, die über den Asphalt und die Wände skandiert.Ich werde
gebeten, allen zu sagen, was sie machen sollen, wenn sie festgenommen
werden, während die Energie steigt, die Menge fängt an durch Eben Gavirol
zu ziehen.
Während des Marschs bildet sich ein Netz der Macht,
die Straßen und Gebäude klingen zurück, wir werden nicht töten und uns
nicht töten lassen für Nationalismus, die Soldaten müssen sich verweigern.
Und die Energie sammelt sich während wir durch das
Zentrum von Tel Aviv ziehen und den ganzen Verkehr anhalten. Bis die
Polizeigewalt anfängt, Scherben fliegen, Arme werden verdreht, Angst und
Wut bemächtigt sich den Protestieren, für die Polizeigewalt gegen
gewaltfreie Protestler neu ist, acht werden festgenommen, zwei davon erst
15, der Marsch geht weiter während ich und ein anderer
Menschenrechtsanwalt und Freund zur Polizei fahren.
Drei der Festgenommenen sind verletzt und werden ins
Krankenhaus gefahren. Es gelingt uns nach Stunden und politischem Druck,
sie zu sehen. Die anderen werden über Nacht im Abu Kabir Gefängnis
gehalten. Nach einer schlaflosen Nacht geht mein Kollege zum
Bezirksgericht und ich zum Jugendgericht, um die Festgenommenen zu
entlassen.
Ich argumentiere, dass die Festnahme und
Polizeigewalt eine politische Unterdrückung darstellen, um denen Furcht
einzujagen, die ihre Stimme gefunden haben. Es ist physische Zensur gegen
die zivile Stimme im Namen der Sicherheit. Matan und Roni sind 15 Jahre
Führungskraft, die wir suchen, wenn wir dieses Land wiederaufbauen wollen.
zerschlagen, geschunden und gebrochen durch Krieg und Trauer,
Konzernifizierung und Rassismus, Armut und kulturelle Verzweiflung.
Ich argumentiere, dass das Gericht nicht das
gewaltsame zum-Schweigen- bringen der Proteste, vor allem diesen Protest,
gegen das Töten von Menschen, die ihr Leben verloren haben als sie einmal
ihrem Schmerz eine Stimme verliehen.
Der Jungendrichter, gewohnt, sich mit Autodiebstahl
und Schulschlägereien zu beschäftigen, nimmt meine Argument an und urteilt
dass die Festnahme eine Strafe für legitimen Protest war und eine
Unterdrückung der Redefreiheit. Wir geben das an die Medien weiter und am
nächsten Tag ist die Polizei weniger gewaltsam als tausend Protestler die
Barriere in Kisufin passieren, durch die Bulldozer hindurch, die wie
riesige Käfer warten auf den Befehl, Häuser zu zerstören, Sie setzten sich
und hindern die Armeefahrzeuge am Weiterfahren.
Die Kraft des Protest wächst als mehr und mehr
Menschen ihre verlorenen politischen Stimmen wieder finden, die
verschüttet waren von der Apathie und Verzweifelung, die zu einer zweiten
Haut wurden, ihre Herzen offen wie nach einer tiefen Anästhesie, die sie
sich selber als emotionalen Schutz zugefügt haben.
Die Kraft sammelt sich, um das zu stoppen, was in
den letzten Jahren über uns gekommen ist, um schließlich zu versuchen, das
Blatt zu wenden.
Finanzielle Hilfe zum Aufbau der zerstörten
Wohnungen können
geschickt werden als Scheck an: Dr Anat Matar, 33
Bernstein-Cohen
Street, Ramat Hasahron 47213, Israel, oder
überwiesen an Ta'ayush,
Konto Nr. 396608, Bank Hapoalim, Ramat Aviv Branch.
Information bei
Anat Matar, Tel. 00972-3-5408977, Matar(at)tau.ac.il.