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„Alle Jahre wieder...“

 Beobachtung zu Weihnachten 2008 im Heiligen Land

 P. Robert Jauch OFM, Jerusalem

 

 Wer sich in diesen Tagen nach Betlehem aufmacht, nachdem er den tristen israelischen Mauerwall überwunden hat, wird von Weihnachtsdekoration förmlich erschlagen. Das ist alles nicht so aufwendig wie in Wien oder in Köln gestaltet, aber es glimmert und glitzert die Hauptstraße rauf zur Geburtskirche Christi an allen Fassaden und Laternenpfählen. Die Geschäftsleute scheinen sich mit ihren Hinguckern gegenseitig übertreffen zu wollen. Überlebensgroße „Bademantel-“Weihnachtsmänner strecken ihre Wattebärte den Passanten entgegen oder laden mit den sattsam bekannten Melodien zum Besuch und zum Konsum ein.

Die durch zunehmende Auswanderung schwindende christliche Bevölkerung unternimmt viel, um die Geburtsstadt Jesu weihnachtlich zu schmücken, und von Polizei begleitete Hebebühnen sind unterwegs, um den vielen Helfern das Aufhängen von Leuchtgirlanden zu ermöglichen. Elektriker und alle, die irgendetwas von Strom und Lampen verstehen, sind im Großeinsatz in Betlehem. Ehrenamtliche Helfer sind ungezählt im Einsatz, um den Stadtkern rund um die altehrwürdige Basilika der Geburt Jesu Christi festlich zu schmücken und für den Besucherstrom am Heiligen Abend vorzubereiten. Nachmittags wird der Lateinische Patriarch Fouad Twal –  der gebürtige Jordanier beduinischer Abstammung feiert seine erste Weihnachtsmette als Bischof von Jerusalem – auf dem sogenannten Krippenplatz vor der Kirche, auf die in diesen Tagen die Augen der Welt gerichtet sind, erwartet. Filmkameras aller möglichen Fernsehanstalten und Gäste aus aller Herren Länder werden zugegen sein. In die Kirche kommt man allerdings nur mit einem besonderen Ticket, das rechtzeitig vorher im Christlichen Informationszentrum in der Jerusalemer Altstadt beantragt werden mußte. Wenn das auch kostenfrei zu bekommen war, im Endeffekt werden wenige Christen aus Betlehem selbst und der Westbank in der Kirche mitfeiern dürfen. An Epiphanie, am 6. Januar nächsten Jahres, dem Fest der Heiligen Drei Könige, muß der nach Betlehem kommen, der mit den Einheimischen zusammen die Messe feiern möchte.

 

 

Einzelne Gemeinden, nach Sprachgruppen getrennt, haben sich am Heiligen Abend Höhlen und Gottesdienstplätze bei den traditionellen Hirtenfeldern reserviert, um Weihnachten mit ihren Liedern und nach ihren Bräuchen liturgisch zu feiern. Teils kommen sie, wenn es das Wetter erlaubt, zu Fuß die ca. 10 km von Jerusalem aus an. Andere Pilgergruppen bleiben am Heiligen Abend auch gerne in ihren Quartieren in Jerusalem und der Umgebung, um dort die Christmette zu feiern, und wählen die etwas ruhigeren Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember für einen Besuch in Betlehem.

Was hat der ganze Trubel eigentlich, so fragt man sich unwillkürlich, noch mit der Weihnachtsbotschaft und einem seit alter Zeit so zu Herzen gehenden Fest zu tun? –

Aber: Wer hätte das Recht, sich über den Rummel und den glimmernden Pomp in der Geburtstadt Jesu zu ereifern! Die unter schwierigen politischen und wirtschaftlichen Bedinungen hier lebenden Menschen klammern sich an die Aufmerksamkeit, die ihnen wie ein Geschenk des christlichen Glaubens oder des Kalenders erscheinen muß. Die Chance zur Geschäftemacherei darf man einer Region, die vor Kurzem noch eine Arbeitslosenquote von 60 Prozent aufwies, nun wirklich nicht verübeln.

Weihnachten – das Fest der Geburt des Friedenskönigs Jesus Christus! Hier in Betlehem wächst mit jedem Jahr die Sehnsucht, daß Frieden angesichts von Mauer, Checkpoints, Terrorangst und Zukunftsverunsicherung möglich ist. Dafür stehen all die emsigen Helfer, die in ihrer Heimat wider alle Widrigkeiten ausharren. Nicht zu vergessen die weltweiten Beter, die dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus in bester frommer Absicht nahe sein wollen, ob nun vor Ort oder, ermöglicht durch Rundfunk und Fernmsehen, geistig mit Betlehem und den Brüdern und Schwestern verbunden.

Und im neuen Jahr, so ist es immer lauter zu hören, soll der Papst nach Palästina und Israel kommen. Ob die Christen in der Region in und um Betlehem diese Nachricht wirklich mit Freude erfüllt, steht dahin. Seinerzeit hatte es noch geheißen, der Papst erwarte vor seiner Pilgerreise ins Heilige Land konkrete Erleichterungen für die palästinensischen Christen. Davon ist aber bislang wenig zu spüren. Unterdessen ist, gar sehr diplomatisch, nur noch davon die Rede, daß ein Besuch des Heiligen Vaters im Lande Jesu ein „Zeichen der Ermutigung“ für die israelischen Seite sein könnte.

An Weihnachten sind die Grenzen nach Palästina relativ offen. Die Welt schaut hin, und da will auch Israel sich gastfreundlich und friedliebend geben. Vor dem Alltag, der wenige Tage danach wieder anbricht, fürchten sich hier viele Menschen jenseits der Mauer. Sollte der Papst kommen, wird das, so sind sich Beobachter sicher, nicht viel anders sein.

 

P. Robert Jauch OFM, Jerusalem

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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