|
|
Texte zu Ergebnissen der
Heitmeyer Umfrage 2004
des Projektes „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“
mit Schwerpunkten zum Antisemitismus - Leitung: Prof. Dr.
Wilhelm Heitmeyer" und deren Wellenschlag |
|
3.12.04 -
Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit, ein ernstes Thema erzeugt gewollte
Hysterie? :
."die Möglichkeit des neuen Auschwitz ist nahe gerückt wie nie
zuvor.
Es wird das Ende sein.
Die Welt hat nicht verdient, ein zweites Auschwitz zu
überleben"
Da fuhr ich doch gegen 18:00 Uhr
am Dortmunder Bahnhof vorbei. Vor mir eine Gruppe Menschen,
Polizei, Transparente. Auf dem einen las ich im heranfahren
etwas wie: "Gegen Antisemitismus" und ich dachte, da parke
ich, stelle mich dazu, gegen Antisemitismus, Rassismus im
allgemeinen bin ich auch, da stehen die, die das Gleiche
wollen wie ich. Doch was war da, ich sah plötzlich
auch Israelfahnen.
Nun habe ich auch kein
Problem mich auch unter diese Fahne zu stellen. Bevor meine
Pro-Palästina Seiten entstanden, hatte ich schon jahrelang
vorher Linkseiten gegen Rassismus, Antisemitismus, gegen
Rechtsradikalismus sowie Links zu Informationsseiten über
die jüdische Religion. Es währe nicht die erste
Demonstration (in Dortmund dürfen leider rechtsradikale
Gruppen regelmäßig demonstrieren), wo ich auf der Seite
derer stand, die gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus
demonstrieren. Warum aber immer diese Gleichsetzung,
"Antisemitismus - Juden - Israel = Abwehr von Kritik an
Israel" - und dann wieder öffentlich erzählen, berechtigte
Kritik ist erlaubt: Das war dann doch nicht meine Sache. In
diesem Zusammenhang dachte ich auch an die heutige
Sonderausgabe von Honestly Concerned.
Was dieser Sacha Stawski immer
wieder betreibt, ist ja eigentlich das Gleiche. Man hält die
Flagge hoch: "Gegen Antisemitismus" und hat dabei so seine
speziellen Hintergedanken. Die heutige Sonderausgabe belegt
es wieder. Anlass dieser Sonderausgabe war
die
Studie:
"Texte zu Ergebnissen der
Umfrage 2004 des
Projektes „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ mit
Schwerpunkten zum Antisemitismus - Leitung: Prof. Dr.
Wilhelm Heitmeyer"
Dies ist eine Studie, die, wenn man davon ausgeht, daß die
Zahlen, Fragestellungen und Daten korrekt sind
nachdenklich machen muss. Wir leben in einer Zeit, in der es
Kräfte gibt, die polarisieren und konfliktfördernd reden und
handeln und neue Feindbilder suchen und gerne vorhandene
Vorurteile für ihre Zwecke ausnutzen. Das sieht man leider
auch immer wieder in den Mailinglisten von Honestly
Concerned. So ist es auch nicht verengt das Problem
Antisemitismus sondern erweitert das Problem des
Rassismuses, der Antisemitismus enthält, da mach HC nicht
immer ein gutes Bild.
Hier in der Studie vermischte man auch wieder in Ansätzen,
diesmal auf vorgeblich höchstem wissenschaftlichen Niveau,
nicht immer sehr sauber getrennt, ein sicher von jedem
anständigen Menschen gewolltes Engagement gegen
Antisemitismus mit einer versteckten oder wenigstens doch
geduldeten Lobbyarbeit für die Hardliner der isr. Regierung,
es wird zuwenig differenziert, die Begriffe werden schwammig
benutzt. Da die Studie nicht vollständig
vorliegt, kann ist auch zu vermuten, das die Studie
entsprechend dem was man daraus lesen möchte einfach nur
benutzt wird.
Es
ist sicher so, daß Israel ein vorwiegend jüdischer Staat ist,
Israel und "die Juden" kann
man aber nicht gleichsetzen.
In
Israel leben als selbstverständliche Israelis auch Christen, Moslems
und Menschen die anderen Religionen angehören oder atheistisch sind.
Es leben dort arabische Israelis, die sich nicht als Gleiche unter
Gleichen fühlen, besonders wenn sie in die palästinensischen
Autonomiegebiete reisen wollen.
Es wäre so ebenfalls rassistisch, gleichzusetzen und zu sagen:
Die Juden = Israelis, die Opfer = Israelis . Ein Staat,
der sich so definiert, wäre es. Siehe auch:
"Israel repräsentiert nicht die
Juden in der Welt, sondern die Juden in Israel" von Daniel
Cohn-Bendit
Israel ist nicht im Ganzen das Land der Opfer. Ich
unterscheide zwischen einem Opfer des Holocaust, dem wir
verpflichtet sind und beispielsweise einem jungen flegelhaften
Israeli, der an einem Checkpoint steht und die Palästinenser Tiere
nennt, . (Quelle: Der Film Checkpoint), einem Offizier der
kaltblütig ein 13 jähriges Kind erschießt. So ein Mensch ist für
mich kein Opfer, er ist ein Täter. Er bestimmt und verändert
aber auch nicht mein Verhältnis zu den Opfern des Holocaust, mindert
nicht die schuldhafte Last und daraus entstehende Verantwortung, die
auf uns liegt, der ich mich immer gestellt habe, auch mit diesen
Seiten.
Das Antisemiten den Nahostkonflikt vermehr für ihre Argumentation
benutzen, kann unser Verhältnis und Urteil dazu bestimmen. Wenn wir
aus den Schrecken des Holocaust gelernt haben, heißt es immer und
überall, mit aller auch dort notwendigen Kritik, auf der Seite
der Opfer zu stehen.
In Israel leben auch die
entschiedensten Kritiker der isr. Regierung, die nie
aufhören, davor zu mahnen, daß Antisemitismus und
Israelkritik nichts miteinander zu tun haben, die für einen
gerechten Frieden kämpfen, deswegen noch lange keine
Antisemiten sind. Ich denke nur an Reuven Moskovitz, er
sagte: (
"Lasst euch nicht einschüchtern von der verbrecherischen
Propaganda, die eure edlen und ehrlichen Versuche im Einsatz
für Frieden und Gerechtigkeit als Antisemitismus
anprangert....") -
Quelle
So wie man nicht "die Deutschen" verallgemeinern kann, kann
man auch nicht wie in der Studie undifferenziert "die Juden"
einsetzen.
Die Studie geht tief und enthält bedenkenswertes. Vieles
was ich hier kritisiere mag sich (sie liegt nicht
vollständig vor) eher auf die Studie als auf die art wie sie
verengt, mit Vorurteilen behaftet interpretiert wird
beziehen. Aber auch innerhalb dieser Studie (sie entstand
aus mehreren Federn) sind Einseitigkeiten, die zu
Fehlinterpretationen führen können, zu erkennen. Inwieweit
die Fragen so gestellt werden, das sie ein gewünschtes Bild
ergeben ist auch fraglich.
Da gibt es nun die:
|
S O
N D
E R
A U
S G
A B
E
SCHOCKIEREND, WENN AUCH LEIDER NICHT
ÜBERRASCHEND...
„Die Hälfte der Deutschen sind der Meinung,
dass Israel den Palästinensern das antut, was die
Nazis den Juden angetan haben“
Quelle -
Sonderausgabe der Mailingliste vom 3.12.04 (da nicht
online, kann sie angefordert werden) |
Hier werden gleich wie der
manipulierend Äußerungen schlagwortartig benutzt, um zu
signalisieren, zu verstärken, daß Israel zu Unrecht durch
Antisemiten, durch Menschen die Vergleiche mit dem
Nationalsozialismus herstellen, angeklagt wird.
Sinnvollerweise
mit einem Vorwort der israelischen Botschaft beginnend, wird
dort die oben genannte Studie vorgestellt und die Richtung
bestimmt.
Die israelische
Botschaft sagt dazu:
|
".....Erstmals entschieden die Leiter der Studie, den
Einfluss des Antisemitismus auf das Ansehen Israels
zu untersuchen. Dies in Anbetracht der andauernden
Diskussion in der deutschen Öffentlichkeit über die
Grenzen zwischen Antisemitismus und legitimer Kritik
am Staate Israel.
Seit Beginn der Intifada haben sich deutlich
antisemitische Untertöne in die Kritik an Israel
gemischt, die in politischen Kreisen, in der Presse
und auch in der breiten Öffentlichkeit in
Deutschland Ausdruck finden.
Die Ergebnisse der Studie zeigen erstaunliche Details
über das Ausmaß des Zusammenhangs, der zwischen dem
Antisemitismus und dem negativen Verhalten in
Deutschland gegenüber Israel besteht, einem Staat,
der bis vor Kurzem noch als der in der Europäischen
Union am engsten mit Israel befreundete Staat
galt....."
Quelle Newsletter Isr. Botschaft vom
02.11.04
|
Ein Professor Heinz Gess demonstriert
dann auch gleich bei Hagilil noch eindeutiger,
wie man gedenkt, diese Studie auszuschlachten, um mit
Antisemitismusvorwürfen von der sehr berechtigten und in der
Öffentlichkeit noch zu maßvollen Kritik an dem, was mit
Duldung, Anweisung und Wissen der isr. Regierung in
Palästina geschieht, abzulenken.
|
..."die Möglichkeit des neuen Auschwitz ist nahe
gerückt wie nie zuvor. Es wird das Ende sein. Die
Welt hat nicht verdient, ein zweites Auschwitz zu
überleben"...
Quelle:
Hagilil
|
Die fast bewundernswerte Vernetzung und Propagandamaschine
ist angelaufen.
Sehr kritisierenswert ist es
auch, das dieser Pr. Gess in der Argumentation auf das
Niveau von einigen Foren herabsteigt, wo - sei es
Pro-Palästina, sei es Pro-Israel - sich erschreckende
Wortterroristen äußern, die jeder ernsthafte Kritiker
ablehnen und verurteilen muss und wird. Ob der Prof. Gess
sich in diesen Foren mit dem Pr. Hornung unter einem
Pseudonym austauscht???none none Erhellenswert ist hier
auch bei Hagilil die vereinfachende, verfälschende
Untertextung der Überschrift, die den Inhalt der Studie im
Sinne des Verfassers zusammenfasst. Hier wird, so meint er,
eine Studie:
|
".....über
den Zusammenhang zwischen dem negativen Verhalten
der deutschen Öffentlichkeit gegenüber dem Staat der
Juden und dem zunehmenden Antisemitismus in
Deutschland vorgestellt..."
Quelle:
Hagilil
|
Israel =
Juden=Antisemitismus. Um Selbstverständliches noch einmal zu
wiederholen. Jeder, der sich ernsthaft und sauber gegen
Antisemitismus engagiert, sieht mich auf seiner Seite. Es
ist nur so, teilweise sind die Kriterien und Aussagen dieser
Studie in ihren Auslegungen, Schlussfolgerungen,
Verknüpfungen und Zusammenhängen sehr
kritisierenswert. Man kann nicht ohne feststehende,
festzustellende und in der Studie auch so genannte (oder
darauf verwiesene) Standards solche Behauptungen und
Beziehungen herstellen, die aufgestellten Kriterien sind
kritikwürdig schwammig und ungenau.
Sicher auch deswegen, weil es
in
einem großen Grenzbereich nicht möglich ist, bisher
nicht eindeutig, wissenschaftlich festgelegt und nachprüfbar
ist,
wo Antisemitismus anfängt und wo Israelkritik beginnt, wo
Kritik an der Regierungspolitik dringend nötig ist. Die
Studie hat sicher ihren Wert, aber es gibt keine
neuenerkennbaren wissenschaftlich nachprüfbaren Standards,
die eindeutige Aussagen erlauben, es gibt Verwischungen die
ein
persönliches gefärbtes Meinungsbild
erkennen lassen, die Auswertung der Daten
entspricht dem persönlichen Meinungsbild der Macher, ist
unwissenschaftlich.
Also sind
solche Aussagen auf vorgeblich höherem Niveau, wenigstens in
der gezeigten Auslegung ein ebensolcher
Manipulationsversuch, wie es die unsaubere Meinungsmache von
Sacha Stawski ("Chefredakteur") seinem christlichen
Redakteur Mosch und die viele hasserfüllten Mitarbeiter
sind? Die Studie enthält mehr, wird aber so benutzt, so
gewollt einseitig gesehen, aus der Gruppenbezogenen
Menschenfeindlichkeit wird verengt der Antisemitismus
herausgelesen.
|
Die Verfasser der Studie definierten vier Kriterien
für antisemitische Kritik an Israel:
Aberkennen des Existenzrechts Israels oder des Rechts
auf Selbstverteidigung
Vergleich der Politik Israels gegenüber den
Palästinensern mit der Judenverfolgung durch die
Nationalsozialisten
Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen
Ländern
Vorurteile über Juden, über den Staat Israel und das
Verantwortlichmachen der Juden für die Politik der
israelischen Regierung
none
Quelle Newsletter Isr. Botschaft vom
02.11.04
|
Das erste Kriterium
belegt natürlich eindeutig rassistische, abzulehnende
Inhalte. Ob es wissenschaftlich korrekt ist, im Zusammenhang
mit Israel von Antisemitismus und nicht besser
von Rassismus zu sprechen, ist in Frage zu stellen. In
Israel leben, wie schon gesagt nicht nur Menschen der
jüdischen Religion, denn auch mehr oder weniger
gleichberichtigte Moslems, Christen und andere zu leugnen,
wäre ebenfalls rassistisch.
"..Vergleich
der Politik Israels gegenüber den Palästinensern mit der
Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten.."
Es ist leider schon
alltäglich, daß sich beide Seiten im Nahostkonflikt
Vergleiche mit dem Nationalsozialismus an den Kopf werfen.
Wenn das Antisemitismus wäre, wie müsste dann der Vorwurf
lauten, wenn Pro-Israel-Aktivisten die "Politik" Palästinas
mit dem Nationalsozialismus vergleichen? Dies sind von
beiden Seiten nicht zulässige eskalierende Vergleiche, die
den Holocaust verniedlichend und unpassend sind, nicht
die Schrecken des Nahostkonflikts beschreiben. Wo
findet man aber in der Studie den wissenschaftlich
messbare Maßstab, der sagen würde, ab diesem Zeitpunkt ist
es berechtigt, die Kritik an der isr. Regierung mit dem
Nationalsozialismus gleichzusetzen?
|
"....Die Vorurteilskommunikation beginnt zumeist auf
zulässigem Terrain (Kritik an Israels Politik), um
dann immer unverhüllter antisemitische Überzeugungen
zum Ausdruck zu bringen. Hat man sich einmal eines
Konsenses hinsichtlich einer kritischen Haltung zu
Israels Politik versichert, wirkt dies offenbar in
Richtung einer Aufhebung des Kommunikationstabus
auch für antijüdische Äußerungen....
"
Die Studie Quelle: Sondermalingliste vom 3.12.04 |
"..Doppelmoral gegenüber Israel im Vergleich mit anderen
Ländern.."Ein
sehr schwammiger Begriff, in diesem Nahostkonflikt,
besonders wenn man weiß, daß auch offizielle
Regierungskreise in Israel sehr doppelmoralisch
reden und handeln, seit Jahrzehnten den Palästinensern das
verweigern, was sie sich wie selbstverständlich
genommen haben. Wie, wenn nicht parteiisch (wie ich auch
gerade war) kann man bestimmen, was Doppelmoral ist, wo wird
es als überprüfbarer Standard bestimmt, wo wird dieser
Standard in dieser Studie nachprüfbar aufgezeigt ?
Vorurteile über Juden,
über den Staat Israel und das Verantwortlichmachen der Juden
für die Politik der israelischen Regierung
Das ist natürlich
rassistisch und antisemitisch.
Wenn man "die Juden", "die Moslems" sagt ist es Rassistisch,
Antisemitistisch.
Im ganzen sind das
vier Kriterien, von denen nur zwei eindeutig Rassismus,
Antisemitismus belegen. So zeigen sich schon Unsauberkeiten
bei der Herstellung von Verbindungen zwischen Antisemitismus
und Kritik an der isr. Regierung.
Ein Ausschnitt aus
der Studie sei noch besprochen:
|
"....Aus der Tatsache, daß wie
bei keinem anderen politischen Konflikt Israels
Politik in den Vergleichshorizont des
Nationalsozialismus gestellt wird und man ihr die
Absicht eines „Vernichtungskrieges“ unterstellt,
läßt sich das Motiv ablesen, durch
Täter/Opfer-Umkehr den Status der Juden als Opfer
des Holocaust zu relativieren. Damit wird Zweierlei
erreicht: Einmal werden die Juden bzw. Israel als
Kritiker der Zustände in anderen Ländern
delegitimiert, der Antisemitismusvorwurf erscheint
als bloßes Instrument der Abwehr von Israelkritik
(so in der Karsli/Möllemann-Friedman-Debatte), zum
anderen verlieren die Opfer ihren moralischen
Kredit, wenn sie sich angeblich wie die früheren
Täter verhalten. Indem kritische Einstellungen zu
Juden auf die Politik Israels zurückgeführt werden,
bekommen sie ein nachvollziehbares Motiv und
erscheinen nicht mehr als irrationales
antisemitisches Vorurteil, zumal dann, wenn eine
solche Debatte auch in Israel selbst stattfindet.
Die Vorurteilskommunikation beginnt zumeist auf
zulässigem Terrain (Kritik an Israels Politik), um
dann immer unverhüllter antisemitische Überzeugungen
zum Ausdruck zu bringen. Hat man sich einmal eines
Konsenses hinsichtlich einer kritischen Haltung zu
Israels Politik versichert, wirkt dies offenbar in
Richtung einer Aufhebung des Kommunikationstabus
auch für antijüdische Äußerungen. Angesichts der
Häufigkeit solcher Alltagsgespräche muß man hier
eine vielfache „Durchlöcherung“ der
Kommunikationslatenz auf der privaten Ebene
annehmen...."
Die Studie Quelle: Sondermalingliste vom 3.12.04 |
Wo gibt es eine Skala
der Weltverbrechen die uns vergleichen läßt. Was muss
geschehen, was nimmt man wahr von dem, was geschieht, wie
bewertet man dies???
Ich bin kein Freund von Vergleichen mit dem
Nationalsozialismus. Erst in der geschichtlichen Rückschau
(je nachdem wer sie schreibt) wird man das Ausmaß der
Vergehen der unterschiedlichen israelischen Regierungen,
unterschiedlicher Gruppierungen richtig bewerten können.
Nicht umsonst sind es gerade viele Israelis und Juden, die
sehr deutlichsten Worte der Verurteilung über das Handeln
ihrer Regierung finden. Es ist sicher kein
Vernichtungskrieg, aber schon mit vielen Fakten zu belegen,
ist es eindeutig einen Vertreibungskrieg.
Das diese Vergleiche von Antisemiten gerne benutzt werden,
sollten wir uns vor solchen Vergleichen hüten, das steht uns
nicht zu, sagt nichts über die Vergleichbarkeit. Jedes
Verbrechen an die Menschheit kann und darf nicht mit einem
anderen verglichen werden, macht es aber dadurch auch nicht
geringer oder höher einzustufen. Das was in Palästina an
Verbrechen geschieht ist bisher auch nur Bruchstückweise in
unseren öffentlichen Medien aufgetaucht und wird die
Geschichte die man nicht dauerhaft belügen kann festhalten.
An anderen Stellen
dieser Studie wird das was zu Unrecht Antisemiten als
Legitimation benutzen, missbrauchen, zu einfach generell
mit dem Stempel Antisemitismus versehen.
Die Vergehen der isr.
Regierung dürfen den Verbrechen des Holocaust nicht ihre
Unmenschlichkeit nehmen. Hier wird auch in der Studie wieder
verwerfliches Spiel mit dem Antisemitismusvorwurf gemacht.
Wo haben Karsli, Möllemann den Holocaust geleugnet, sie
haben nicht Israel, die Juden, sie haben die israelische
Regierung, das Militär kritisiert?
Wer betreibt hier unredliche
Opfer/Täter-Umkehr? Die Opfer verlieren nicht ihren
moralischen Kredit. Es ist unredlich und in einer eigenen
Art rassistisch, die Kritik an der isr. Regierung mit "die
Juden" zu verbinden. Sicherlich gibt es Antisemiten, die so
argumentieren. Dies auf einen Möllemann und Karsli zu
beziehen, ist ein unredlicher Versuch in der Art von
Honestly Concerned, normale Kritiker zu Antisemiten zu
machen. Ein Abwehrgefecht, bei dem man sich nicht schämt die
Opfer des Holocaust erneut zu schänden.
Schon der Satz in der Studie:
|
Nicht nur von seiten jüdischer Organisationen wird
zwar zwischen der Kritik am Staat Israel und
antisemitischen Einstellungen klar getrennt, Kritik
an Israel ist sogar erwünscht.
Quelle:
Sondermalingliste vom 3.12.04 -
Die Studie
|
i st
merkwürdigerweise fast ein Originalton Sacha Stawski zu
lesen. Kritik ist erwünscht???? Wer allein die Mailinglisten
von HC liest, wird hier eines besseren belehrt.
Wer einem Friedman und Spiegel zuhört erfährt anderes. Hier
jagt man mit verleumderischen Mitteln Kritiker.
Man
darf auch nicht von den jüdischen Organisationen sprechen.
Auch in Deutschland gibt es jüdische Organisationen die die
härtesten Kritiker der israelischen Regierung sind.
Es
zeigt sich sehr deutlich, daß die vier vorausgestellten
Kriterien nicht unangreifbar fehlerhaft aufgestellt wurden.
|
"...Hat man sich einmal eines Konsenses hinsichtlich
einer kritischen Haltung zu Israels Politik
versichert, wirkt dies offenbar in Richtung einer
Aufhebung des Kommunikationstabus auch für
antijüdische Äußerungen...."
Quelle: Malingliste vom 3.12.04
Die Studie
|
"Hat man sich"..: Hier wird
eindeutig verallgemeinert und nicht differenziert. Wenn es
heißen würde: .."haben die Antisemiten".... wäre es richtig,
so werden Kritiker und Antisemiten, wie gewünscht in einen
Topf geworfen.
|
"...Die Durchbrechung der Latenz kann selektiv
erfolgen, indem sie sich nicht auf alle Juden
bezieht...." |
Man geht sogar noch einen
Schritt weiter, zu sagen "die Juden", die "Israelis" ist
natürlich eindeutig antisemitisch, rassistisch. Aber, es
kann jetzt also schon Antisemitismus sein, wenn man die
israelische Regierung kritisiert, einen Juden kritisiert.
Hier gibt man das Werkzeug dazu. Hier wiederholt man das was
in der Möllemann, Karsli Debatte mit Erfolg versucht wurde.
Ein Spiel, das die Öffentlichkeit, die deutschen Medien
nicht wahrgenommen haben, auf das sie immer noch
hereinfallen.
|
"....Im Zuge der Möllemann-Affäre ist diskutiert
worden, ob die FDP antisemitische Ressentiments
gezielt zur Wählergewinnung im Wahlkampf 2002
eingesetzt habe. Das Wahlergebnis deutet nicht
daraufhin, daß sie damit letztlich erfolgreich war,
obwohl Wahlumfragen im Zuge der Kampagne zunächst
Stimmengewinne für die Partei signalisierten.
Insofern dürfte diese „Strategie“ von den anderen
Parteien kaum nachgeahmt werden. Wichtiger für
unseren Zusammenhang ist die Tatsache, daß die
Skandalisierung Möllemanns sehr langsam anlief und
die FDP zäh am Thema Israelkritik festhielt. Es
entspann sich eine Diskussion über das
Zutreffen/Nichtzutreffen des Antisemitismusvorwurfs
bzw. über dessen Instrumentalisierung als Abwehr von
Kritik an Israels Politik,..."
Die Studie
Quelle: Sondermalingliste vom 3.12.04 -
Die Studie
|
Hier
demaskiert man sich erneut: Die FDP hielt "zäh" an der
Israelkritik fest, warum den auch nicht???. Ich denke,
Kritik an Israel ist erlaubt, was ist dann verwerflich
daran, es ist legitim, notwendig und richtig. Hier sagt man
auch, daß (was zu begrüßen ist) man mit antisemitischen
Ressentiments keine Wählerstimmen fangen kann. Das die FDP
antisemitische Ressentiments benutzt hat wird erst
diskutiert, anschließend stellt man aber fest, das sie damit
nicht erfolgreich waren und drückt damit der FDP den Stempel
Antisemitisch auf, legt somit fest, was man wenn man möchte
zwar vermuten kann, so aber nicht verbinden darf, das ist
Manipulation der übelsten Art.
Soweit die
Fragestellungen, die erhobenen Daten korrekt sind (wer
Statistikerhebungen kennt, kann da viele Fragen stellen),
muss man sich sicher erneut ernsthaft Gedanken über den noch
vorherrschenden Antisemitismus machen.
Die Hysterie die bei Hagilil verbreitet wurde, die auch
Honestly Concerned gerne aufnimmt ist unberechtigt aber
zielgerichtet gewollt um Kritik an der israelischen
Regierung abzuwehren. Ich denke, wir leben in einer
gereiften Gesellschaft, die Antisemitismus, Rassismus
nicht will und nicht zulässt. Auch hier kann man sicher zu
Recht Vermuten, das um von den Unrecht das in Palästina
geschieht abzulenken, der ernsthaft, immer und überall zu
bekämpfende Antisemitismus als Schutzmantel missbraucht
wird.
Die
Gleichsetzung, Israel = Nazis ist bei all dem was
verurteilenswert in Palästina geschieht unpassend und nicht
akzeptierbar. Dies obwohl dort Verbrechen gegen die Menschheit
geschehen, die noch nicht im allgemeinen Bewusstsein angekommen
sind. So kann man die "Erschütterung" Spiegels teilen. Das er
hier aber wieder die Schuld verschieben will und sie auf die
Medien schiebt ist ein falscher und unzutreffender
Ablenkungsversuch. 'Die Medien beurteilen eher ausgewogen und
sehr zum Vorteil Israels die Menschrechtsverletzungen und
Verbrechen, die in Palästina geschehen.
|
„Erschüttert" zeigte sich Spiegeln darüber, dass der Studie
zufolge zwei Drittel der deutschen das Verhalten Israels
gegenüber den Palästinensern mit dem der Nazis gegenüber den
Juden gleichsetzten. Diese Haltung sei auch auf „die
überwiegend einseitige Beurteilung in den Medien
zurückzuführen, die vor allem Israel für den Nahost-
Konflikt verantwortlich machen".
Quelle |
Hier sind wieder die Versuche die
öffentliche Meinung zu täuschen zu erkennen. Dies schadet
der Wahrheitsfindung, mit diesen Verknüpfungen
Antisemitismus = Israel = Überspielung der Schuld der
israelischen Regierung, die Spiegel und anderer (Stawski)
herstellen entehrt man die Opfer des Holocaust, missbraucht
sie.
Man nennt zurecht die Verallgemeinerung "die Juden"
antisemitisch, hat ernst zu nehmende Gedanken über den
leider existierenden Antisemitismus, differenziert in der
Studie aber selber zu wenig, stellt ohne erkennbare
Kriterien und Grenzziehung (die Opfer und die Täter
trennend) eine Verbindung, Gleichsetzung zum Nahostgeschehen
her, verbindet hier ohne erkennbare Maßstäbe, so auch nur
eindeutig nachvollziehbar Antisemitismus und Israelkritik.
Auf deswegen
wissenschaftlich angreifbarer verallgemeinernder Art
gibt so die Studie Lobbyisten wie Stawski oder dem Pr. Gess
die Möglichkeit die Studie in ihrem Sinne zu benutzen und
schadet eigentlich der notwendigen Antisemitismus,
Rassismusbekämpfung.
Download:
-
Texte zu Ergebnissen der
Umfrage 2004 des Projektes "Gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit" mit Schwerpunkten zum
Antisemitismus der Universität Bielefeld. (doc)..
-
Zusammenfassungen
zentraler Ergebnisse - Thematische Einzelanalysen in
2004 (pdf)
Linksammlung zum Thema:
Robert Fisk:
Aus Angst als Antisemiten verleumdet
zu werden, stimmen wir den schrecklichsten Taten im Nahen
Osten zu
...aber ich bitte euch ausdrücklich,
euch nicht verführen zu lassen von falschen Hoffnungen und
euch und eure Bekannten nicht vergiften zu lassen von dem
Gift der Schuldgefühle, das so viele gute Menschen in
Deutschland lähmt. Lasst euch nicht einschüchtern von der
verbrecherischen Propaganda, die eure edlen und ehrlichen
Versuche im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit als
Antisemitismus anprangert....
Reuven Moskowitz -
Quelle
Missbrauch von „Antisemitismus“
(AS)von Ran Ha Cohen
Dieses Gerede
von 'Antisemitismus' ist ein Vorwand um Repression zu
rechtfertigenvon Seumas Milne
Antisemitismus- ein praktischer
Leitfadenvon Uri Avnery
Israel kritisieren? von
Robert Fisk
Deutsche werden fremdenfeindlicher
Studie- Hass auf
das Andere
"Israel repräsentiert nicht
die Juden in der Welt, sondern die Juden in Israel"
Daniel Cohn-Bendit
|
|
|