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DER ISRAELLOBBY

 

2006 - Jagdaktion gegen Burkhard Müller

"Es ist mir eine neue Erkenntnis, dass bei diesem Thema sehr organisiert reagiert  wird." Pf. Burkhard Müller
 

 
 

Pfarrer Burkhard Müller sprach im Fernsehen (ARD - Das erste) am 26. August 2006, das Wort zum Sonntag. Im WDR (Kirche im WDR)  sprach er am 31.August 2006. In beiden Sendungen war das traurige Geschehen im Nahe Osten das Thema.

Da kritische Worte fielen,  war es für Honestly Concerned und seinem Netzwerk der Anlass eine erneute Jagaktion zu starten. Nichts spricht  gegen  eine andere politischen Meinung. Wie üblich kamen aber hier gleich Diffamierungen als Antisemit und die veröffentlichen e Mailadressen verraten, dass hier ein "politischer Gegner" in der Honestly Concerned üblichen Art abgestraft werden sollte. Entsprechend wurden auch die e Mailadressen übergeordneter Stelle veröffentlicht. In mehreren Mailinglisten wurde in der, bei Honestly Concerned üblichen Art zu einer Protestaktion aufgerufen. Wie üblich sind die meisten Texte nur in der versandten Mailingliste zu lesen:

 

I - Chronologische Dokumentation der Jagdaktion von Honestly Concerned
(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit) - In bisher wenigstens 6 Mailinglisten (tägliche) wurde zur Jagd aufgerufen. Da es noch eine wöchentliche Mailingliste gibt, wird der Jagaufruf eventuelle noch weitere Mailinglisten umfassen). Auch ein Henryk M. Broder war sich nicht gut genug (Es entspricht wohl seiner Begabung), dieses Thema aufzunehmen.

II - 02.09.06 - Versandte e Mail von Pfarrer Burkhard Müller

III - 31.08.06, 5.56 Uhr, Pfarrer Burkhard Müller spricht im WDR (Kirche im WDR)

IV - 26.08.2006 - Das Wort zum Sonntag vom 26. August 2006, gesprochen von Burkhard Müller -  ARD - Das erste

 

Wiederholt wurden in der Mailingliste von Honestly Concerned Kontaktdaten von Pf. Burkhard Müller und natürlich zum Anschwärzen auch andere veröffentlicht. -

Für diejenigen, die bisher weder die eine noch die andere Sprache gehört bzw. gelesen haben im Folgenden die Links:

----- Original Message -----

From: Andrea L

Sent: Friday, September 01, 2006 10:39 AM

Subject: "Kain und Abel", WDR am 31.08.2006

Quelle:
Von:
Honestly-Concerned-Mailingliste@yahoogroups.com [mailto:Honestly-Concerned-Mailingliste@yahoogroups.com] Im Auftrag von info@honestly-concerned.org
Gesendet: Samstag, 2. September 2006
 
 An: Honestly-Concerned-Mailingliste
Betreff: [Honestly-Concerned] "INNENPOLITIK/ANTISEMITISMUS" - Danke an Yelda für die Hilfe bei der Zusammenstellung dieses Mails...

So schrieb in dieser Mailingliste Andrea L.

"Ihr Schweigen auf der einen Seite und Ihre Falschdarstellungen auf der anderen Seite vermitteln den Eindruck, dass es Ihnen nicht um die Wahrheit geht (etwas, was man von einem Pfarrer eigentlich erwarten dürfte), sondern schlichtweg um die Diffamierung Israels!  Deshalb die Frage an Sie: Wann lernen SIE aus den Fehlern des ersten Geschwisterpaares und legen IHRE Steine gegen Israel zur Seite? "

"Solange diese arabische/moslemische Hetze gegen Israel nicht bekämpft und ausgerottet wird, kann es keinen Frieden geben."

(Hervorhebung in Fettschrift und rot von mir. Mehrfach wurde dann  dieser Text in der Mailingliste von Honestly Concerned veröffentlicht - E Arendt)

 Quelle Versandte Mailingliste - Samstag, 2. September 2006 - von Yelda.

 

 

I - Chronologische Dokumentation

(Ohne Anspruch auf Vollständigkeit) - In bisher wenigstens 8 Mailinglisten (tägliche) wurde zur Jagd aufgerufen. Da es noch eine wöchentliche Mailingliste gibt, wird der Jagaufruf eventuelle noch weitere Mailinglisten umfassen)
 

18.09.2006 -  Ständige Wiederholungen erhöhen die Anzahl der "sogenannten Protestschreiben - Sahm/energuss

ein Brief von Burkhard Müller

arendt-art - Pfarrer Burkhard Müller schreibt in einer e mail am 12.9.2006
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe in den vergangenen Wochen zweimal die Gelegenheit gehabt, mich öffentlich zum Thema Naher Osten zu äußern:
am 26.August im Wort zum Sonntag und am 31. August in einer Morgen-Andachts-Reihe des WDR zum Thema Kain und Abel. 
 

  1. ...eine Reaktion darauf
    Frieden in Nahost
    From: Ulrich Sahm

Quelle Mailingliste vom 18.9.06 (Danke an Maren) - diesmal auch online zu lesen

 

 

13.09.2006 -  Das politisch inkorrekte Weblog in Deutschland -
"
Ich meine dazu, dass er eindeutig ein Antisemit ist und ich habe ihn auch so bezeichnet ( grade eben nochmal )"


Quelle: Verlinkt in der Mailingliste 15.9.06 - Honestly Concerned (Danke an Julia)

 

 

13.09.2006 - Ein Ulrich Sahm/energuss - Ausschnittweise einige Zitate.
Sent: Mittwoch, 13. September 2006 13:53
To: 'Burkhard Müller'
Subject: RE: Frieden in Nahost

"... In diesem Sinne, wenn Sie deswegen von semitischen Brüdervölkern reden (weshalb das Quatsch ist, hatte ich Ihnen schonn geschrieben und erklärt) begeben Sie sich sehr leicht auf eine Ebene, wo der Antisemitismusvorwurf nicht lange auf sich warten läßt. (Ich hatte einen solche Vorwurf selber nicht geäußert, verstehe aber, wie und warum er zustande kommen kann)  (...) Gerade weil der Antisemitismus so gefährlich ist, sollte ein Pastor bei öffentlichen Äußerungen wohl alles tun, bei berechtigter Kritik an Israel nicht Formulierungen zu verwenden, die in  der Tat in das Repertoire aus der Mottenkiste der alten Antisemiten fallen.

(..)  Mit dem Holocaust haben wir Deutsche erstmals in der Geschichte, aufgrund der Rassenideologie, versucht, ein Volk physisch auszulöschen. Und genau mit der gleichen Ideologie gehen gewisse nahöstliche Fanatiker heute gegen Israel und die Juden vor.

(...) Ohne irgendwie parteiisch zu sein, so betreiben Hamas und Hisbollah aber auch Iran und manche Andere eine höchstoffizielle Politik des Hasses. Und diesen blinden Hass kann man kaum steigern. Eine derartige offizielle Politik des Hasses kann ich bei Israel beim besten Willen nicht entdecken. (...) Sie sollten sich mal überlegen, ob Sie eigentlich Juden wie ganz normale Menschen sehen, wie "Du und ich" oder eben immer doch als etwas leicht Anderes und deshalb an Juden wie an den Staat Israel Maßstäbe ansetzen, die Sie weder an den Libanon, an die Hisbollah oder an jedes andere Volk und Land, inklusive sich selbst stellen würden.

Ich fürchte, dass Sie Ihre Gesprächspartner völlig überschätzen und ich frage mich ganz ernsthaft, was Sie da eigentlich über ihre (jüdischen) Mitmenschen denken, was Sie nicht wagen auszusprechen. ..."

Quelle: Verlinkt in der Mailingliste 15.9.06 - Honestly Concerned (Danke an Julia) online nicht erreichbar, nur in der versandten Mailingliste zu lesen:

 Der Brief von Ulrich Sahm ist auch hier zu lesen >>>

 

 

13.09.2006  14:46 - Natürlich darf auch der ***Barde Henryk M. Broder nicht fehlen, wie meistens schließt er von sich auf andere:
Henryk M. Broder  

"Solche Reaktionen tun gut"
"Was muss man alles können, um in der ARD als Prediger auftreten zu dürfen? "Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben, man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken." (Karl Kraus) ... " Quelle

 

 

So 10.09.2006 - Mailingliste Christian M. (christlicher Fundamentalist bei Honestly Cocerned)

TEIL 4 - LINKS bzw. Artikel zum NACHDENKEN, ÄRGERN UND/ODER REAGIEREN....  

  1. EKIR Brudermord im Nahen Osten? 31.08.06, 7..50 Uhr, Pfarrer Burkhard Müller
    Kain erschlägt Abel. Die alte Geschichte von dem Brudermord ist im Nahen Osten zu Hause. >>

 

 

Mi 06.09.2006 - Mailingliste Julia:

Die Kontaktdaten und Briefe von Andrea L. werden erneut veröffentlicht. Das ist immer wieder eine erneute Aufforderung zu schreiben, zu telefonieren. - Merkwürdig ist, dass diese Aufrufe selten in der online Ausgabe der Mailingliste auftauchen.

 

 

Am Sa 05.09.2006 - Mailingliste Julia:

Der Evangelsiche Rundfunkbeauftragte beim WDR Brudermord im Nahen Osten? 
Kain erschlägt Abel. Die alte Geschichte von dem Brudermord ist im Nahen Osten zu Hause.

 

 

Am Sa 02.09.2006 - Mailingliste von Yelda - Es wurden  die Kontaktdaten (siehe oben) veröffentlicht.
Ebenfalls die Briefe von Andrea L. (Dies ist wiederum ein erneuter Aufruf, reagiert, schreibt Leserbriefe, ruft an...)

 

 

31.08.2006 - Das ist auch das Handwerk des "grossen Publiziten"  Henryk M. Broder   31.08.2006  12:55

 

 

Am Mo 28.08.200 wurde das Wort zum Sonntag in der Mailingliste von Milena

From: baruch.haba
Sent: Sunday, August 27, 2006 10:37 PM
To:
Subject: Re: Antisemitismus gestern beim Wort zum Sonntag in der ARD?

Zitate aus dem Schreiben:

"Abraham, der Urahne Israels, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Weg in das Land, das Gott ihm zeigen will, nach Palästina. "Dort sollst du ein Segen sein", wird ihm versprochen Wie erhellend! Ein Segen zu sein für die Nachbarn. Wie ein Auftrag an das heutige Israel:
Frage ich aber einen Palästinenser oder Libanesen: Ist Israel ein Segen für euch? Wird er sagen: Es ist ein Fluch. Wenn Israel ein Segen werden soll für die Nachbarn: Warum überlässt es da der Hisbolla und arabischen Staaten, den geschundenen Menschen im Libanon beim Wiederaufbau zu helfen? (...) Ich hoffe auf einen Tag, wo man sich erinnert: Wisst ihr noch, damals, als die ersten Araber anfingen, als Nachbarn Israels glücklich zu sein? Jetzt endlich hat Israel seine Feinde besiegt, indem es sie zu Freunden gemacht hat."

 

 

Am 28.8.2006 - In der Mailingliste von Yelda

Antisemitismus gestern beim Wort zum Sonntag in der ARD?
From: baruch.haba

 

Burkhard Müller schreibt in eine e mail am 12.9.2006

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

ich habe in den vergangenen Wochen zweimal die Gelegenheit gehabt,

mich öffentlich zum Thema Naher Osten zu äußern:

am 26.August im Wort zum Sonntag und am 31. August in einer Morgen-Andachts-Reihe des WDR zum Thema Kain und Abel.

Auf diese Äußerungen hin habe ich viele Briefe und Emails bekommen.

Ich habe mich über die große Resonanz gefreut.

 

Weil ich privat ein volles und reiches Leben neben Fernsehen und Radio führe,

ist es mir leider nicht möglich, auf die vielen Schreiben persönlich zu antworten.

Ich hoffe, Sie haben dafür Verständnis.

 

Viele haben mir herzlich gedankt, haben mich bestärkt und aufgefordert, auch weiterhin strittige Themen aufzugreifen.

Solche Reaktion tut immer gut. Darum danke ich herzlich dafür.

 

Einige haben die Silben gezählt und festgestellt, dass ich die Wortmenge meiner Beiträge ungerecht auf Israel und Libanon/Palästina verteilt habe.

Wer die Worte dieses Briefes nachzählt, wird feststellen, dass ich mich noch einseitiger äußere. Das hängt damit zusammen, dass nahezu alle Briefe aus pro-israelisch/-jüdischer  oder antiislamischer Position heraus argumentieren.

(Nur ein Brief mit der Sicht eines Palästinensers hat mich erreicht).

 

Viele haben mich kräftig persönlich angegriffen.

Ich habe plötzlich ein ganz neues Bild von mir gewonnen.

Man hat mich als eingebildet, anmaßend, ahnungslos, naiv, peinlich, selbstgerecht, überheblich, antisemitisch usw. wahrgenommen.

Ich werde versuchen, darüber nachzudenken, ob eins dieser Attribute mein Verständnis über mich selbst bereichern und vertiefen kann. Vielen Dank.

 

Allerdings erschreckt mich der inflationäre Gebrauch des Begriffs „antisemitisch“.

Der Antisemitismus ist zu gefährlich, als dass  man den Begriff so leichtfertig als Etikett auf alles klebt, was irgendwie nicht voll auf pro-israelischer Linie zu bleiben scheint.

 

Besonders danken möchte ich den Briefschreibern, die mich ahnungslosen Netz-Nutzer darauf aufmerksam gemacht haben, dass meine Texte an verschiedenen Stellen von interessierter Seite ins Netz gestellt, dort kommentiert und mit dem Aufruf, jetzt aber dem Verfasser eine Mail zu senden, versehen wurden.

Diese Erkenntnis hat mir geholfen, die Flut gehässiger Brief richtig zu bewerten. Schon vorher waren mir merkwürdige gedankliche und auch sprachliche Übereinstimungen in Briefen aufgefallen. Ich erhielt mehrere Briefe mit gleichem Wortlauf von verschiedenen Absendern. Es ist mir eine neue Erkenntnis, dass bei diesem Thema sehr organisiert reagiert  wird.

 

Es gab bedenkenswerte Kritik, für die ich danke.

Z.B. dass man  Abraham nicht einfach nach „Palästina“ gehen lassen kann; dass  Israelis und Palästinenser keine semitischen Brudervölker sind.

 

Sehr ernsthaft schien mir der Vorwurf, ich als Christ und als Deutscher zumal könne mir doch nicht erlauben, mich für Israel Wohlergehen und Wohlverhalten verantwortlich zu fühlen.

Ich habe dagegen kein Argument.

Allerdings ist es die Realität meiner Gedanken und Empfindungen,  dass ich von Herzen wünsche, dass Israel Bestand hat, dass es ihm gut geht, und dass es zu dem Zweck eine zukunftweisende Politik macht.

 

Israel habe allein durch seine Kriege seine Existenz gesichert. „Israel kann keinen einzigen Krieg verlieren, eine Niederlage kostet seine Existenz“.

So und ähnlich wurde mir oft geschrieben.

Ich denke durchaus, dass Israel militärisch stärker sein sollte als seine Nachbarn- solange das möglich ist. Aber kann man nicht aus der Geschichte lernen, dass niemand immer und auf Dauer siegt? In der Rüstungstechnologie gibt es manchmal unerwartet Entwicklungen, die Machtverhältnisse umdrehen.

Ich wünsche Israel eine stabilere Grundlage für eine glückliche Zukunft als militärische Überlegenheit allein. Darum kann nicht der Sieg, sondern nur der Frieden, nicht die Unterwerfung, sondern die Versöhnung  das Ziel einer zukunftsweisenden Politik sein.

 

Ein Anlass für meine Worte zum Sonntag war der Aufruf des Zentralrates der Juden an uns Deutsche, im Libanonkrieg die israelische Seite solidarisch zu unterstützen.

Das hat mich insofern überrascht, als  die Juden in Deutschland  m. E. bis dahin bei aller persönlicher Verbundenheit zu den Menschen in Israel sorgfältig unterschieden haben zwischen sich und der israelischen Regierung und nicht für deren Handeln verantwortlich gemacht werden wollten.

Aber mit Frau Knobloch scheint die Lobbyarbeit für israelische Politik größeres Gewicht zu bekommen.

Ich bin ihrem Aufruf gefolgt und habe – obwohl Deutscher und Christ –  mich darin solidarisch und als guter Freund Israels verstanden, indem ich die in meinen Augen sehr falsche Politik kritisiert habe.

 

Mit innerem Augenzwinkern habe ich von den Carepaketen der Amerikaner und dem Hilfswerk „Segen Abrahams“ geredet.

Natürlich weiß ich,  dass sich das nicht eins zu eins umsetzen lässt.

Und ich bin mir bewusst, dass es angesichts des Hasses auf beiden Seiten großer Anstrengungen bedarf, bevor man einander die Hand reichen und dabei Geschenke machen kann.

Natürlich weiß ich, dass es in Israel bereits vielerlei Gruppen gibt, die sich um Versöhnung und Ausgleich bemühen, wenn sie auch  während des Libanonkrieges – jedenfalls nach Presseberichten – sehr still geworden sind.

Aber vielleicht wäre es besser gewesen – so lerne ich aus kritischen Einwänden -, ich hätte in meinen kurzen Beiträgen von diesen guten Ansätzen in Israel selbst berichten sollen.

 

„Es steht nicht in Israels Hand, alle seine Feinde zu Freunden zu machen.“

Diesem Satz muss ich natürlich zustimmen.

Aber Israel kann viel dazu tun.

Vor allem sollte das Militär bemüht sein, den Hass nicht noch zu steigern.

Ganz so ahnungslos, wie manche meinen, bin ich nicht. Vertrauenswürdige Augenzeugen aus meiner Kirche haben erschütternde Dinge aus Palästina

berichtet. Wenn das Berichtete stimmt – und ich habe keine Zweifel daran – werden auch die israelischen Soldaten nicht ohne inneren Schaden von ihren Einsätzen zurückkommen.

 

Als Pfarrer der Ev. Kirche im Rheinland fühle ich mich dem christlich–jüdischen Dialog verpflichtet. Aber ich bin verwundert, wie nach so vielen Jahren des Dialogs immer noch ein Zwang zu bestehen scheint, aus Rücksicht und Vorsicht sensibel nicht zu sagen, was man vielleicht denkt. Unterschätzen wir unsere Dialogpartner nicht möglicherweise? Müsste nicht inzwischen so viel Vertrauen gewachsen sein, dass auch offen gesprochen werden kann?

 

Meine Sorgen im Blick auf den Nahen Osten sind groß. Aber in einer tieferen inneren Ebene habe ich Zuversicht. Ich vertraue darauf, dass die reichen Überlieferungen der Juden ihnen den Mut und die Visionen schenken, zu einer anderen, zu zukunftsfähiger Politik zu finden.

Das wird nicht ohne Auseinandersetzung im Judentum selbst vonstatten gehen.

 

In einer Mail von Rolf Verleger, Mitglied im Präsidium des Zentralrats der Juden,  der wegen seiner Kritik an der israelischen Politik scharf angegriffen wurde, fand ich den Satz:

„Wir werden aus den reichen Traditionen des Judentums die Kraft und Inspiration schöpfen, um eine andere jüdische Stimme hörbarer zu machen.“

 

Mit freundlichen Grüßen

Burkhard Müller

31.08.06, 5.56 Uhr, Pfarrer Burkhard Müller - Kirche im WDR

 

Brudermord im Nahen Osten?

Kain erschlägt Abel. Die alte Geschichte von dem Brudermord ist im Nahen Osten zu Hause.

Wiederholt sie sich heute im blutigen Streit zwischen den semitischen Brudervölkern, den Juden und Arabern? Die Juden sollen ins Meer getrieben werden. Der Staat Israel soll ausradiert werden von der Landkarte. Arabische Selbstmordattentäter sprengen ganze Busse in die Luft, Raketen werden aus dem Land der Araber auf das israelische Kernland abgeschossen.  Ist Kain, der Brudermörder, in den Arabern wieder zu erkennen?

Aber wenn ich ihr Land ansehe, meine ich: Das sieht nicht nach Kain aus, sondern so sieht Abels Land aus. Zerstörte Flughäfen, Brücken, Straßen, Häuser, obdachlose Flüchtlinge, traumatisierte Kinder, hungernde Familien. Wie ein ohnmächtiger Abel, der längst am Boden liegt und vom stärkeren Kain wie zum Krüppel geschlagen wird.

Von einem sehr starken Kain. Der macht es nicht mehr mit Steinen in der Hand. Er hat die modernste Waffentechnologie. Mit der Klage auf den Lippen: „Abel will mir das Land nehmen!“ nimmt er Abel ein Stück Land nach dem andern weg, Siedlungsgebiete für die Kain-Familie. Mit den Worten “Ich will mich nur selbst verteidigen! Das ist mein Recht“ dringt Kain gewalttätig in das Land Abels ein und zerstört, was Abel zum Leben braucht.

Aber Israel ist nicht Kain. Es benimmt sich nur so. Israel ist in einer schwachen Position. Kain gewinnt zwar bis jetzt in den Schlägereien mit Abel, haushoch. Aber Abels Hass wächst. Immer mehr stellen sich auf seine Seite gegen Kain. Kain scheint also alles zu tun, sich viel Feinde zu verschaffen. Israel führt sich jetzt auf wie Kain, aber wenn es so weiter macht, wird es eines Tages wie Abel wirklich zum Opfer werden. Es ist auf dem besten Weg dahin.

Als Kain und Abel allein auf dem Felde sind, wird es lebensgefährlich, kommt es zu tödlichen Schlägen. Man darf Kain und Abel nicht sich selbst überlassen, das ist tödlich. Die Araber brauchen Freunde, von denen es sich die Steine aus der Hand nehmen lässt. Aber auch Israel braucht solche Freunde. Nicht die falschen Freunde, die Israel ermutigen den falschen Weg weiterzugehen: „Israel, du hast recht, mach weiter so, wir sind dir solidarische Freunde!“ Sondern gute Freunde, die widersprechen und sagen: „So nicht, geliebtes Israel, hör auf zu wüten, leg den Stein aus der Hand. Dein Weg ist falsch!“

Und wenn sie einmal innehalten im Schlagen und schon wieder überlegen, wie sie beim nächsten mal besser siegen können, dann, Freunde der Araber und der Juden, sagt ihnen: nicht der Sieg, der Frieden muss euer Ziel sein. Frieden  für das Heilige Land kommt nicht durch Waffen und Kriegslärm. So besiegt man keine Feinde, so schafft man nur neue. Es gibt einen besseren Weg, als den, den ihr sei Jahrzehnten  gegangen seid. Deinen Feind hast dann besiegt, wenn du ihn zum Freund gemacht hast. Daran arbeite!

Ihr Gutwilligen auf beiden Seiten tut euch zusammen, und lasst euch nicht abbringen vom richtigen Weg, Freundschaft zu schaffen, auch wenn die Kains auf beiden Seiten lieber nach dem Stein greifen und zuschlagen wollen. Legt die Steine weg.  Redet miteinander. Lernt aus den Fehlern des ersten Geschwisterpaares, lasst es nicht s o weit kommen wie bei Kain und Abel.
 

Audiobeitrag Brudermord im Nahen Osten?

Quelle

26.08.2006  - Burkhard Müller - Israel

 

 ARD - Das erste - Das Wort zum Sonntag vom 26. August 2006,
gesprochen von Burkhard Müller


Israel

Scham empfinde ich und Zorn über Israels gewalttätiges Wüten. Wäre ich Palästinenser: ich denke, dass ich zur Hamas gehörte.

Wäre ich allerdings Israeli, würde ich bestimmt diese Militäreinsätze befürworten. Denn seit Jahrtausenden wurden die Juden verfolgt.

Wir Deutschen trieben sie in den Holocaust. Die mit knapper Not Entronnenen hofften in Israel eine Heimstatt zu finden: Sie wollten nichts, als endlich in Frieden leben.

Und dann schreien Hamas und Hisbolla: Wir treiben euch Juden ins Meer!

Wieder geht es um Sein und Nichtsein. In solcher Lebensgefahr schlägt man hart zu. Denn diesmal wollen sie sich wehren. Gut gerüstet sind sie ja. Und solange Israel mitten inmitten hassender Feinde lebt, muss es hochgerüstet sein. Doch Jahrzehnte dieser Politik haben Israel nicht mehr Frieden, sondern nur mehr Feindschaft gebracht.

Dabei kann die eigene jüdische Traditionen viele Impulse für eine andere Politik geben. Dieser jüdische siebenarmige Leuchter gibt siebenmal Licht. Gott lässt das Licht in der Bibel nicht einfältig aufstrahlen, sondern vielfältig. Für jede Kerze weiß ich mindestens eine schöne erhellende biblische Geschichte. Ein Beispiel:

Abraham, der Urahne Israels, macht sich auf einen langen, beschwerlichen Weg in das Land, das Gott ihm zeigen will, nach Palästina. "Dort sollst du ein Segen sein", wird ihm versprochen
Wie erhellend! Ein Segen zu sein für die Nachbarn. Wie ein Auftrag an das heutige Israel:

Frage ich aber einen Palästinenser oder Libanesen: Ist Israel ein Segen für euch? Wird er sagen: Es ist ein Fluch. Wenn Israel ein Segen werden soll für die Nachbarn: Warum überlässt es da der Hisbolla und arabischen Staaten, den geschundenen Menschen im Libanon beim Wiederaufbau zu helfen?

Die Amerikaner haben uns nach dem zweiten Weltkrieg Care-Pakete geschickt und dadurch viel Sympathien gewonnen.

Warum gibt es kein jüdisches Hilfswerk, etwa mit dem schönen Namen: "Segen Abrahams", das anfängt, im Land der Araber Gutes zu tun?

Es könnte auch von deutschen Juden gegründet werden. Viele von uns Christen würden helfen! Denn auch wir Christen fühlen uns Abraham verbunden!

Ich hoffe auf einen Tag, wo man sich erinnert: Wisst ihr noch, damals, als die ersten Araber anfingen, als Nachbarn Israels glücklich zu sein?
Jetzt endlich hat Israel seine Feinde besiegt, indem es sie zu Freunden gemacht hat.

Wenn jetzt jemand sagt: "Wie naiv!", gebe ich das Kompliment gern zurück: Wahrhaft naiv ist es, auf dem bisherigen Wege auf Frieden zu hoffen.

Nein, es wird Zeit, sich mit dem alten Abraham auf den langen beschwerlichen Weg zu machen, ein Segen für die anderen Völker zu werden.  Quelle

 

 

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