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ief-aus-Israel]


 

 From: "Angelika Schneider" <anka.sch(at)gmx.net To: <Brief-aus-Israel(at)yahoogroups.de Subject: [Brief-aus-Israel] Aktuelles aus den besetzten Gebieten  

 

Brief aus Israel 3.1.06
 

Liebe Leute,

Die Eltern von Yoni ben-Artzi schreiben, dass das Gericht am 1. Januar seine Klage gegen die erneute Einberufung zu "humanitärem Dienst" unter militärischer Aufsicht abgewiesen hat und ihn erneut zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt hat. Und dass, obwohl sie seinen Hauptanliegen recht gegeben haben: 1. die Anerkennung als Pazifist und 2. die Feststellung, dass die militärischen Komitees, die seine Einstellung geprüft haben inkompetent waren und von Vornhinein nicht vorhatten, sein Anliegen zu berücksichtigen. Dennoch meinte das Gericht dass er "verpflichtet sei, dem Befehl zum Eintritt in die Armee zu gehorchen und einen Kompromiss zwischen seiner Überzeugung und der guten sozialen Ordnung zu machen..."

Yoni wird in die Berufung beim Obersten Gericht gehen.

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Am 1. Januar und achten Abend des Hanukkafestes haben etwa 70 israelische Mitglieder von Gush Shalom und andere Friedensleute zusammen mit palästinenserInnen, darunter viele Kinder die "Kerzen" eines riesigen Hannukaleuchters angezündet am "Außenposten" auf Land des Dorfes Bil'in, dass auf der israelischen Seite des Zauns liegt und daher beschlagnahmt wurde. Uri Avnery betonte, "Wir stehen hier auf dem Land der Maccabäer (deren Aufstand gegen die Syrer vor 2174 Jahren im Hannukafest gefeiert wird). Diese Rebellion ist nicht nur ein jüdisches Symbol, sie ist längst ein weltweites Symbol des Kampfes gegen Unterdrückung, Besetzung, und Ungerechtigkeit. Die Menschen von Bil'in sind die heutigen Maccabäer und die Besetzung ist Antiochus (der König Syriens)."

Der über 2m hohe Leuchter war aus Bewässerungsrohren gebastelt und wurde neben dem Haus aufgestellt, das die von den Soldaten entfernten Wohnwagen ersetzte, die die Bil'iner als "Außenposten" zu Weihnachten aufgestellt haben. Als der 2. Wohnwagen geräumt wurde, fragte einer der Aktivisten einen Soldat, warum nichts unternommen werde gegen die 750 Wohnungen, die zur Zeit in der Nähe gebaut werden, zur Expansion der Siedlung Modi'in Illit, und die auch nach israelischem Gesetzt illegal sind. Der Soldate meinte, bei festen Gebäuden sei die Sache komplizierter. Daraufhin haben die Palästinenser in einer einzigen Nacht ein Haus aus Backstein gebaut. Sogar ein Siedler half, indem er Baumaterial brachte. Ein Bewohner Bil'ins gab seine eigenen Fenster her und morgens stand das neugetaufte "Zentrum des gemeinsamen Kampfes" da.

Acht der Besucher zündeten anschließend die "Kerzen" (in Wirklichkeit

Fackeln) an, mit inspirierenden Worten:

- Ich zünde diese Fackel an für die Kämpfer gegen Okkupation und Unterdrückung, im Geist der Maccabäer, die Söhne dieser Erde waren."

- Ich zünde diese Kerze gegen Ungerechtigkeit und Diskriminierung an, im Geiste der besten sprirituellen Führer des Judentums durch die Zeiten.

- Ich zünde diese Kerze an für Menschenwürde und Menschenrechte.

- Ich zünde diese Kerze an zu Ehren des Staates Israel innerhalb der grünen Linie, als ein Staat der Freiheit und der Gerechtigkeit.

- Ich zünde diese Kerze aus Liebe zu den Menschen an, wo immer sie sind.

- Ich zünde diese Kerze an für Frieden zwischen zwei Völkern, Söhne dieses Landes.

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Frauen der USamerikanischen Frauenorganisation Codepink starten eine neue Kampagne gegen den Krieg in Iraq. Sie wollen bis zum Internationalen Frauentag am 8. Mai mindestens 100 000 Unterschriften sammeln und sie an die Regierung in Washington und an amerikanische Botschaften weltweit übergeben. Information auf der Webseite 222.womensaynotowar.org.

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Im Anschluss an die Verurteilung der Israelin Tali Fahima erhielt ich noch einige interessante Informationen über sie: Die Öffentlichkeit in Verbindung mit ihrer Verhaftung und verurteilung war von besonderer Bedeutung, da sie einige Tabus brach: Sie ist die erste Friedensaktivistin aus den "Entwicklungsstädten" wo Unwissen und Hass gegen Palästinenser kultiviert werden, zusammen mit Armut, Arbeitslosigkeit, mangelhafter Bildung und medizinischer Versorgung.

Ihre Festnahme für Aktionen, die von vielen besser situierten, akademisch gebildeten "Ashkenazi" Israelis zeigt die Furcht, dass die blinde Unterstützung die der Politik der Regierung in einem großen Teil der israelischen Bevölkerung genießt nun erschüttert werden könnte.

Durch ihre Besuche in Jenin lernte die israelische Öffentlichkeit den palästinensischen Militanten Zakharia Zweidi kennen, den sie getroffen hatte, und der in vielen Medien interviewt worde. Seine persönliche Geschichte, inklusive die Ermordung seiner Mutter und seines Bruders bei der berüchtigten Stürmung Jenins 2002, wurde bekannt und gab dem militanten Kampf der Palästinenserein menschliches Gesicht. Obwohl sein Kampf von pazifistischen Friedensfreunde abgeleht wird, hat er sich zweifellos in den Augen der israelischen Öffentlichkeit als beeindruckende Person, ein Mann von Ehre und Mut und ein glaubwürdiger Partner für einen echten Frieden gezeigt.

Ferner hat die Öffentlichkeit den Mangel an Glaubwürdigkeit der Sicherheitsdienste und die Zusammenarbeit der Staatsanwaltschaft mit den Gerichten, um die Wahrheit und Gerechtigkeit zu verdrehen.

Ich grüße euch,

Anka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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