Liebe Leute,Die Eltern von Yoni
ben-Artzi schreiben, dass das Gericht am 1. Januar seine Klage gegen
die erneute Einberufung zu "humanitärem Dienst" unter militärischer
Aufsicht abgewiesen hat und ihn erneut zu 4 Monaten Gefängnis
verurteilt hat. Und dass, obwohl sie seinen Hauptanliegen recht
gegeben haben: 1. die Anerkennung als Pazifist und 2. die
Feststellung, dass die militärischen Komitees, die seine Einstellung
geprüft haben inkompetent waren und von Vornhinein nicht vorhatten,
sein Anliegen zu berücksichtigen. Dennoch meinte das Gericht dass er
"verpflichtet sei, dem Befehl zum Eintritt in die Armee zu gehorchen
und einen Kompromiss zwischen seiner Überzeugung und der guten
sozialen Ordnung zu machen..."
Yoni wird in die Berufung beim Obersten Gericht
gehen.
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Am 1. Januar und achten Abend des Hanukkafestes
haben etwa 70 israelische Mitglieder von Gush Shalom und andere
Friedensleute zusammen mit palästinenserInnen, darunter viele Kinder
die "Kerzen" eines riesigen Hannukaleuchters angezündet am
"Außenposten" auf Land des Dorfes Bil'in, dass auf der israelischen
Seite des Zauns liegt und daher beschlagnahmt wurde. Uri Avnery
betonte, "Wir stehen hier auf dem Land der Maccabäer (deren Aufstand
gegen die Syrer vor 2174 Jahren im Hannukafest gefeiert wird). Diese
Rebellion ist nicht nur ein jüdisches Symbol, sie ist längst ein
weltweites Symbol des Kampfes gegen Unterdrückung, Besetzung, und
Ungerechtigkeit. Die Menschen von Bil'in sind die heutigen Maccabäer
und die Besetzung ist Antiochus (der König Syriens)."
Der über 2m hohe Leuchter war aus
Bewässerungsrohren gebastelt und wurde neben dem Haus aufgestellt,
das die von den Soldaten entfernten Wohnwagen ersetzte, die die
Bil'iner als "Außenposten" zu Weihnachten aufgestellt haben. Als der
2. Wohnwagen geräumt wurde, fragte einer der Aktivisten einen
Soldat, warum nichts unternommen werde gegen die 750 Wohnungen, die
zur Zeit in der Nähe gebaut werden, zur Expansion der Siedlung
Modi'in Illit, und die auch nach israelischem Gesetzt illegal sind.
Der Soldate meinte, bei festen Gebäuden sei die Sache komplizierter.
Daraufhin haben die Palästinenser in einer einzigen Nacht ein Haus
aus Backstein gebaut. Sogar ein Siedler half, indem er Baumaterial
brachte. Ein Bewohner Bil'ins gab seine eigenen Fenster her und
morgens stand das neugetaufte "Zentrum des gemeinsamen Kampfes" da.
Acht der Besucher zündeten anschließend die
"Kerzen" (in Wirklichkeit
Fackeln) an, mit inspirierenden Worten:
- Ich zünde diese Fackel an für die Kämpfer gegen
Okkupation und Unterdrückung, im Geist der Maccabäer, die Söhne
dieser Erde waren."
- Ich zünde diese Kerze gegen Ungerechtigkeit und
Diskriminierung an, im Geiste der besten sprirituellen Führer des
Judentums durch die Zeiten.
- Ich zünde diese Kerze an für Menschenwürde und
Menschenrechte.
- Ich zünde diese Kerze an zu Ehren des Staates
Israel innerhalb der grünen Linie, als ein Staat der Freiheit und
der Gerechtigkeit.
- Ich zünde diese Kerze aus Liebe zu den Menschen
an, wo immer sie sind.
- Ich zünde diese Kerze an für Frieden zwischen
zwei Völkern, Söhne dieses Landes.
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Frauen der USamerikanischen Frauenorganisation
Codepink starten eine neue Kampagne gegen den Krieg in Iraq. Sie
wollen bis zum Internationalen Frauentag am 8. Mai mindestens 100
000 Unterschriften sammeln und sie an die Regierung in Washington
und an amerikanische Botschaften weltweit übergeben. Information auf
der Webseite 222.womensaynotowar.org.
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Im Anschluss an die Verurteilung der Israelin
Tali Fahima erhielt ich noch einige interessante Informationen über
sie: Die Öffentlichkeit in Verbindung mit ihrer Verhaftung und
verurteilung war von besonderer Bedeutung, da sie einige Tabus
brach: Sie ist die erste Friedensaktivistin aus den
"Entwicklungsstädten" wo Unwissen und Hass gegen Palästinenser
kultiviert werden, zusammen mit Armut, Arbeitslosigkeit,
mangelhafter Bildung und medizinischer Versorgung.
Ihre Festnahme für Aktionen, die von vielen
besser situierten, akademisch gebildeten "Ashkenazi" Israelis zeigt
die Furcht, dass die blinde Unterstützung die der Politik der
Regierung in einem großen Teil der israelischen Bevölkerung genießt
nun erschüttert werden könnte.
Durch ihre Besuche in Jenin lernte die
israelische Öffentlichkeit den palästinensischen Militanten Zakharia
Zweidi kennen, den sie getroffen hatte, und der in vielen Medien
interviewt worde. Seine persönliche Geschichte, inklusive die
Ermordung seiner Mutter und seines Bruders bei der berüchtigten
Stürmung Jenins 2002, wurde bekannt und gab dem militanten Kampf der
Palästinenserein menschliches Gesicht. Obwohl sein Kampf von
pazifistischen Friedensfreunde abgeleht wird, hat er sich zweifellos
in den Augen der israelischen Öffentlichkeit als beeindruckende
Person, ein Mann von Ehre und Mut und ein glaubwürdiger Partner für
einen echten Frieden gezeigt.
Ferner hat die Öffentlichkeit den Mangel an
Glaubwürdigkeit der Sicherheitsdienste und die Zusammenarbeit der
Staatsanwaltschaft mit den Gerichten, um die Wahrheit und
Gerechtigkeit zu verdrehen.
Ich grüße euch,
Anka