Betreff: Tagung in Tutzing - "Christen und Juden
- Offene Fragen" mit Prof. Stegemann
Von: Evelyn Hecht-Galinski
- An:
wagner@ev-akademie-tutzing.de
Sehr geehrter Herr Dr. Wagner, darf ich Sie auf
diesem Wege darauf aufmerksam machen, wen Sie da
für Ihre anstehende Tagung eingeladen haben. Ich
schätze die Evangelische Akademie sehr und bin daher
besonders betroffen, wen Sie da für "Christen und
Juden- Offene Fragen " eingeladen haben. Beigefügtes
E-Mail ging an Dr. Gabi Weber, einer honorigen Ärztin
und mit mir befreundete Friedensaktivistin, die
nach über 10 Jahren das erste Mal unter schwierigsten
Umständen nach Gaza zu der Familie ihres Mannes
reisen konnte. Dieses E-Mail scheint mir eines Theologen
unwürdig und schändlich!(Natürlich gilt das für
alle Menschen, aber das Wort "Christliche Nächstenliebe"
scheint Prof. Stegemann fremd zu sein) Diese Antwort
wollte Prof. Stegemann an "ALLE" versandt wissen!
Es ist schon ein Trauerspiel was sich heute unter
dem "Mäntelchen" der Religion tummelt. Das gilt
natürlich ebenso für Rabbiner, die den Palästinensern
den Tod und die Pest an den Hals wünschen. Bedauerlicherweise
werden solche Äußerungen in der deutschen Öffentlichkeit
negiert. Man verunglimpft lieber den Koran und verbreitet
"Islamophobie". Zu Arno Hamburger möchte ich nur
feststellen, nachdem mein Vorschlag, wohlwollend
geprüft vom Bundespräsidenten, angenommen wurde
und meine andere große Freundin, Felicia Langer
das Bundersverdienstkreuz verliehen bekam, eine
Schmutzkampagne begann. Um es kurz zu machen, besagter
Arno Hamburger, bezeichnete die Holocaustüberlebende,
Menschenrechtsanwältin und Alternative Nobelpreisträgerin
als ,Zitat: "Volksschädling". Daher bitte ich Sie
Herr Dr. Wagner, Ihre Wahl nocheinmal zu überdenken,
oder aber vielleicht auch noch einen "Gegenpart"
einzuladen.Es stimmt mich traurig , wenn der gute
Ruf Ihrer Akademie Schaden nehmen würde. Bitte betrachten
Sie meinen Einspruch nicht als Zensur,sowie es andere
"Interessenvertreter" gern betreiben, die alle Israel-Kritiker
bekämpfen. Mein Schreiben betrachten Sie also bitte
nur als Denkanstoss und persönliches Anliegen.
Mit freundlichen Grüßen Evelyn Hecht-Galinski
Gertrud Nehls
.
Sehr geehrter Herr Wagner, mit Verwunderung
habe ich gelesen, dass Professor Stegemann in
Ihrer Akademie auftreten darf! Herr Professor
Stegemann hat an Dr.Gabriele Weber einen offenen
Brief zu ihrem Rundbrief aus Gaza geschrieben,
dessen Inhalt widerlich ist! Ich hatte gehofft,
die Evangelische Kirchenleitung würde sich Gedanken
um die Berufung eines solchen Vorbildes für
angehende Pfarrer machen. Wenn es stimmen sollte,
dass keine personellen Konsequenzen aus solch
schlechtem Stil im Umgang mit Andersdenkenden
gezogen werden, muss sich die Kirchenleitung
nicht wundern, wenn nachdenkliche Mitglieder
dieser Kirche den Rücken kehren!
Gertrud Nehls
Dokumentation Free Gaza 2010 - Schiffe versuchen
die Gaza Blockade zu durchbrechen -
Gaza Freedom Flotilla >>>
E-Mail
und Fotos aus Bethlehem
- Lieber Herr Arendt. langsam wirds höchste Zeit,
dass ich mich mal aus Bethlehem melde.
Schicke gleich mal ein paar
neue Fotos mit.
Vor allem aber gehts mir darum, auch von etwas Positivem
kurz zu berichten. Gestern war ich nämlich bei einer
ganz kleinen Aktion, von denen es derzeit immer
mehr in Bethlehem und Umgebung gibt: gewaltloser
Widerstand gegen Mauer und Landraub auf hoffnungsvolle
Weise in eigentlich aussichtsloser Lage.
Das kleine Landstück liegt zwischen der ins unermesslich
expandandierenden Siedlung Efrat und dem kleinen
palästinensischen Dorf Wadi Rachel in der Nähe von
Bethlehem. Die Schotterstraße ist vorbereitet für
den Bau der Mauer. Trotzdem kultivieren die einheimischen
Bauern Parzelle für Parzelle, legen mit den aufgelesenen
Steinen Terrassen an und pflanzen Olivenbäume. Unterstützt
werden sie dabei jeden Donnerstag von israelischen
und ausländischen Friedensleuten. Die Freiwilligen
vom EAPPI (ökumenisches Begleitprogramm) in Bethlehem
sind ebenso mit bei der Arbeit. Auf diese Weise
wird gemeinsam versucht, gegen den rund um die Uhr
fortschreitenden Mauer-, Siedlungsbau und Landraub
ein positives Zeichen der Hoffnung zu setzen, ganz
nach dem Motto von Martin Luther "Und wenn die Welt
morgen unterginge, würde ich heute ein OIivenbäumchen
pflanzen". Sie können es online stellen.
Gleich gehe ich zur Freitagsdemonstration nach Masara,
Nachbardorf von oben. Bin gespannt, wie die israel.
Armee heute gegen die gewaltlos vorgehenden Demonstranten
vorgehen wird. Letzte Woche war ich in Bi'lin. Da
wurde der Beschuß mit Tränengas bereits nach 3 Minuten
eröffnet. Gott sei Dank gab es keine ernsthaft Verletzten.
Vor 2 Tagen wollten mir die israelischen Soldaten
die Aufnnahmen löschen, die ich in Beit Jala gerade
vom Mauerbau gemacht hatte, aus 100 m Entfernung.
Es dauerte keine 5 Minuten, da stand der Jeep neben
mir. Ein Soldat versuchte zu löschen, hatte aber
keinen Erfolg, da die Sonne so hell war und er auf
dem Screen nix sehen konnen. Erfolglos. Melde mich
mal wieder, liebe Grüsse aus Bethlehem P. R.
Fotos zum Brief aus Bethlehem
>>>
Israeli and Palestinian
leaders are holding a new round of direct talks.
The main issue being discussed is whether a current
freeze on Israeli settlement-building in the West
Bank will be extended. Palestinian President Abbas
threatens to walk out on the negotiations if construction
continues. For more on this, RT talks to Omar Barghouti,
an activist from the Palestinian Campaign for the
Academic and Cultural Boycott of Israel.
- Übersetzt und zusammengestellt von
Martina Lauer
-
Das Wochenende vom 10. -11. September sah
den Beginn von Eid ul-Fitr, dem Fest am
Ende des Fastenmonats Ramadan. Drei Dörfer
in der zentralen Westbank hielten- trotz
des hohen Feiertages- am Freitag ihre wöchentlichen
Proteste gegen die israelische Mauer ab.
Im Norden wurde eine geplante Demonstration
am Samstag nach einer Warnung der israelischen
Armee abgesagt. Das Bürgerkomitee von Iraq
Burin berichtete, dass die israelische Armee
(IDF) in einem Telefonanruf vor einem Angriff
auf die Demonstranten durch Siedler gewarnt
hatte, die eine Vergeltungsmassnahme
für die Tötung von vier Siedlern in Hebron
planten. Die israelische Armee werde die
Demonstranten nicht schützen.In Iraq Burin
werden diese Warnungen besonders ernst genommen.
Am Samstag, den 20. März wurden nach
einem ähnlichen Telefonanruf zwei Jugendliche
aus dem Dorf, Mohammed Kadus, 16, und sein
Cousin Osayed, 17, von der Grenzpolizei
erschossen.
Nach einem jüngsten Bericht der israelischen
Menschenrechtsorganisation B’tselem wurden
zwischen 2006 und 2009 617 palästinensische
Zivilisten in den von Israel besetzten Gebieten
von der IDF getötet, aber kein einziger
Soldat vor Gericht gestellt. Vor Beginn
der zweiten Intifada untersuchte die Militärpolizei
jede Tötung eines palästinensischen Zivilisten
durch die IDF; seit 2001 werden diese
Vorfälle als „bewaffneten Konflikt“ eingestuft
und innerhalb der betroffenen Einheit untersucht.
Diese Woche führte die IDF nächtliche Razzien
in Nil’in und Hebron durch.
http://www.bilin-village.org/english/articles/testimonies/West-Bank-protests-against-Israel-s-many-crimes-violently-dispersed-by-military-ten-arrested
http://www.btselem.org/english/
http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israeli-rights-group-probe-idf-soldiers-over-deaths-of-palestinian-civilians-1.313828
Einladung
Freitag 17.09. 2010 -
Veranstaltung des Berliner Bündnis für Gaza und
der Free Gaza Movement in Berlin:
Geheimnis der Freiheit - Zement für Gaza - ab 19:00 Uhr, Filmbühne am Steinplatz
Am
kommenden Freitag, den 17.09.10 wird u.a. Felicia
Langer in einem Gespräch „Über Weltgerechtigkeit
und die Verantwortung des Einzelnen“ im WDR zu hören
sein. Hörerbeteiligung
ist erwünscht über die kostenlose Hotline: 0800-5678-555
oder über Mail an:
philo@wdr.de
Näheres unter:
http://www03.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/radio/10/09/17_2005_5.php5?start=1284746700
Freitag, 17. September 2010 - Das philosophische
Radio - 20.05 - 21.00 Uhr, WDR 5 - Zu Gast: Die
alternativen Nobelpreisträger Monika Hauser, Felicia
Langer und Hermann Schee
Freispruch für Palästinenser
- neudofix - Berlin. Im Strafverfahren gegen den
Palästinser Issa H. hat das Berliner Kammergericht
einen Freispruch des Berliner Landgerichts bestätigt.
Die Staatsanwaltschaft hatte H. das Verwenden von
Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen.
Er soll bei einer Demonstration das Hakenkreuz und
den jüdischen Davidstern gleichgesetzt haben.
Christen und
Juden – Offene Fragen. Eine Tagung der Ev.
Akademie Tutzing mit
Prof. Dr. Wolfgang Stegemann
- Zum X-ten Mal
veranstaltet die Evangelische Akademie Tutzing
zu diesem Dauerbrenner eine Tagung. Ob es
da wirklich um brennende Fragen geht oder
bestätigen die Funktionäre immer wieder
nur mit ihren alten Vorurteilen ihr
Nichthandeln? Recht interessant ist es,
wer der Mitveranstalter ist und welche anderen
so genannten Experten dort auftreten. Weiß
die Leitung der Akademie, wer sich da hinter
seiner Maske verbirgt? Da ist zum
einen ein gewisser Prof. Dr. Wolfgang Stegemann,
seines Zeichens Funktionär für neues Testament
an der Hochschule Neuendettelsau. Uns interessiert
nicht so sehr, was diese Glaubensfunktionäre
über eine angebliche Verbindung des NT zur
Verheißung über Israel zu sagen hat. Er
sollte sich lieber Gedanken darüber machen,
welche Rolle die so genannten Christen bei
der Rechtfertigung eines mehr und mehr rassistischen
Staates wieder spielen, wie man andersdenkenden,
andersgläubigen, Menschen in Not begegnet.
Mit prophetischer Mythologie hat dies gar
nichts zu tun. Wessen Ungeistes Kind dieser
Glaubensfunktionär ist, hat er in einer
Email an Frau Dr. med. Gaby Weber, die sich
zu einem Besuch im Ghetto von Gaza aufgehalten
hat, zum Ausdruck gebracht. Da ließ er die
Hose herunter:
„Sehr
geehrte Frau Weber,
Sie
sind nun in Gaza und haben Angst.
Denn die bösen Israelis könnten
reagieren auf den gemeinen Mord
an vier ihrer Landsleute. Wenn ich
richtig informiert bin, so sind
diese vier Menschen in grausamer
Weise hingerichtet worden - man
sieht dies ansonsten nur in amerikanischen
Brutalofilmen. Ihre Reaktion darauf:
Sie haben in Ihrem fabelhaften Rundbrief
an "Alle" pflichtgemäß mitgeteilt,
dass Sie gegen Gewalt sind - etwa
so: übrigens, ich bin gegen jede
Form von Gewalt. Zugleich weinen
Sie sich aus, weil Sie befürchten,
dass es eine israelische Reaktion
auf diese Gemeinheit geben könnte.
Doch man hat Sie beruhigt: Ihr Kloß
im Magen ist rein psychisch, denn
im Gazastreifen rechnet man damit,
dass andere eher das Ziel israelischer
Angriffe sein werden, Libanon, Iran
oder Syrien. Das hilft Ihrem Kloß.
Was für eine erbärmliche Existenz.
Sie klagen über die scheußlichen
Zustände in Gaza ("natürlich" sind
die Israelis für alle Kakerlaken
und den Dreck auf den Straßen dort
verantwortlich, denn die dort wohnenden
Palästinenser haben alle Hände damit
zu tun, nichts zu tun oder Israelis
zu töten; Kakerlaken gehören nicht
zum Programm). Klar, das kommt nicht
gut, was ich schreibe, denn Sie
befinden sich im Moment im Land
der Opfer, die, wenn Sie töten,
nur als Opfer töten. Sie sind eine
Ärztin - hat dies irgendetwas mit
Ihrer moralischen Integrität zu
tun? Ich sage Ihnen offen: nein,
erbärmlicher Weise: nein. Klar,
Sie sind mit einem Palästinenser
verheiratet - doch ändert dies moralische
Werte (jedenfalls westliche Werte,
was es sonst an Werten gibt, interessiert
mich nicht wirklich, denn ich bin
ein überzeugter "Westler")?
Sie bekommen mit Sicherheit nicht
häufig so furchtbare mails wie meine,
denn darin ist sich Ihre Welt einig,
alles, was falsch ist, ist israelisch,
oder, um es noch deutlicher zu sagen:jüdisch!
Hoffentlich
kommen Sie aus Ihrem kakerlakenmäßigen
Urlaub gesund heim - ich meine das
ehrlich. Ich habe allerdings keine
Hoffnung, dass Sie irgendwann einmal
die Werte westlicher Demokratien
teilen. Doch das ist am Ende nicht
wirklich wichtig, denn ich bin davon
überzeugt, dass Leute wie Sie am
Ende verlieren werden. Denn Sie
wollen nichts Gutes.“
Darüber sollte
ihn Pfarrer Dr. Jochen Wagner zur Rede stellen.
Solch eine e-mail entlarvt. Am besten, glaubwürdigsten
wäre es, er würde diesen Menschen verachtenden
Professor für neues Testament vor die Tür
setzen. Aber die evangelische Kirche scheint
aus der Geschichte immer die falschen Schlüsse
zu ziehen. Lassen die „Deutschen Christen“
schon wieder grüßen?
Er war an vorderster
Front an der Diffamierung und Verleumdung
der deutsch-israelischen Menschenrechtsanwältin
Felicia Langer, als sie von dem damaligen
Bundespräsidenten Horst Köhler das Bundesverdienstkreuz
Klasse verliehen bekommen hat. Zitat: „"Diese
Frau hat in Stürmer-Manier Israel verleumdet
und schlecht gemacht."Hamburger,
der stark auf die neunzig zugeht, hat sich
nicht erdreistet, den Bundespräsidenten
ultimativ aufzufordern, Frau Langer das
Verdienstkreuz wieder abzuerkennen, da er
sonst das seinige zurückgeben würde. Dieser
Akt der Erpressung des Staatsoberhauptes
durch diesen Funktionär und anderer seiner
zionistischen „Glaubens“richtung führte
jedoch nicht zum Erfolg.
Solche Teilnehmer
belegen, das Thema „Christen und Juden“
vermeidet nicht nur sich der Realität zu
stellen, es ignoriert sie. Das sind Christen,
Juden die nichts aus der Geschichte gelernt
haben. Viel wichtiger wäre es, wenn sich
diese anachronistischen christlich-jüdischen
Funktionärsklübchen den wirklich wichtigen
Fragen zuwenden würden: Rassismus und Fundamentalismus,
Glaubwürdigkeit im Judentum, im ‚Christentum.
Erst jüngst
wurde in Israel ein Buch so genannter Rabbiner-Darsteller
diskutiert in dem zwei dieser so genannten
Gottesmänner nicht nur die Tötung von Goyim
(Nicht-Juden) sondern auch die Tötung kleiner
Kinder befürwortet haben, nur weil sie Palästinenser
sind. Die Ermordung Yitzhak Rabin durch
einen Rechtsextremisten wurde ebenfalls
mit dem Talmud gerechtfertigt. Die Ausweisung
in Israel geborener nicht-jüdischer Gastarbeiter-Kinder
ist ein weiteres Indiz für den offenen Rassismus
dieses zionistischen Staates. Welche Nationalität
hätte man auch in den Pass schreiben sollen?
Da Israel sich als einziger Staat der Welt
weigert, seine Staatsbürger als „Israelis“
zu bezeichnen, bleibt nur die Ausweisung.
Oder sollten diese Funktionäre nicht über
die 18 rassistischen Gesetze reden, die
alle Nicht-Juden zu Menschen zweiter und
dritter Klasse herabwürdigen?
Packen Sie
es an Pfarrer Dr. Jochen Wagner und zeigen
Sie Menschen von Schlage Wolfgang Stegemann
und Arno Hamburger die Rote Karte und schicken
Sie sie umgehend nach Hause. Es würde Ihrer
Einrichtung zur Ehre gereichen. Oder haben
Sie Angst vor dem Vorwurf des angeblichen
„Antisemitismus“? Tobias Schneider, 14.9.10
Annette Groth - Mitglied des Deutschen Bundestages
-
DIE LINKE fordert die Freilassung des palästinensischen
Menschenrechtsverteidigers Abdallah Abu Rahmah!
-
Am 15. September will ein israelisches Militärgericht
das Strafmaß gegen den palästinensischen Menschenrechtsverteidiger
Abdallah Abu Rahma verkünden. Abu Rahma spielt eine
entscheidende Rolle bei der Organisation des zivilen
Widerstandes gegen die Mauer und gegen illegale
Siedlungen auf dem Land von Bilin. Abu Rahma war
am 24. August der Aufwiegelung und der Organisation
illegaler Proteste schuldig gesprochen worden. Dieser
Schuldspruch war der Abschluss eines acht Monate
dauernden, politisch motivierten Schauprozesses,
während dessen er im Gefängnis Ofer in der Westbank
festgehalten war. Abu Rahmah wurde einzig auf der
Grundlage von erzwungenen Geständnissen von Minderjährigen
verurteilt. Darüber hinaus wurde während des ganzen
Verfahrens kein maßgebliches Beweismaterial vorgelegt.
Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin
der Fraktion DIE LINKE im Bundestag erklärt hierzu:
„Abdallah Abu Rahmah ist ein Symbol des friedlichen
palästinensischen Widerstandes gegen die Besetzung.
Viele vergleichen den Lehrer und Vater von drei
Kindern mit Mahatma Gandhi. Als Vertreter der Organisation
„Stop the Wall“ hat Abu Rahma im Jahr 2008 die Carl-von-Ossietzky-Medaille
der Internationalen Liga für Menschenrechte entgegen
genommen. Für eben dieses menschenrechtliche Engagement
wurde er nun verurteilt. Als Lehrer ist er ganz
besonders in der Lage, für die Kinder und Jugendlichen
ein Vorbild für friedlichen Protest zu sein.“
Annette Groth weiter: „Als menschenrechtspolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE appelliere ich
an die israelische Regierung, Abu Rahmah sofort
frei zu lassen. Seine Verurteilung bedeutet, legitime
und friedliche Formen des Widerstands zu kriminalisieren.
Die Bundesregierung darf der zunehmend repressiven
Politik der israelischen Regierung gegen die zivilgesellschaftliche
Bewegung des gewaltfreien Widerstands nicht tatenlos
zuzusehen. Entsprechend der Leitlinien der Europäischen
Union für Menschenrechtsverteidiger muss sie sich
mit allen ihr zur Verfügung stehenden Instrumentarien
für die Freilassung von Abu Rahma einsetzen!“
Menschenrechtsverteidiger
Abu Rahmah muss freigelassen werden - Anlässlich
der morgigen Urteilsverkündung im Fall Abu Rahmah
erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der
SPD-Bundestagsfraktion Christoph Strässer MdB:
Mit großer Sorge verfolgen
wir das Schicksal des palästinensischen Menschenrechtsaktivisten
Abdullah Abu Rahmah, der gewaltfreien Widerstand
gegen den israelischen Mauer- und Siedlungsbau geleistet
und wöchentlich im Dorf Bil´in am Trennzaun demonstriert
hat. Nach neunmonatiger Haft soll morgen ein israelisches
Militärgericht das Strafmaß verkünden. Angeklagt
ist er wegen Aufwiegelung sowie der Organisation
von Demonstrationen. Ihm droht eine langjährige
Haftstrafe. Abdullah Abu Rahmah hat kein Verbrechen
begangen, sondern von seinem Recht auf Meinungs-
und Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht. Deshalb
fordern wir seine bedingungslose und sofortige Freilassung.
Wir schließen uns damit den Forderungen der Hohen
Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitsfragen
Lady Ashton und zahlreichen Menschenrechtsorganisationen
an. Die heutige zweite Verhandlungsrunde der Friedensgespräche
zwischen Israelis und Palästinensern im ägyptischen
Sharm el-Sheikh weckt viele Hoffnungen. Strittig
bei den Verhandlungen ist insbesondere die israelische
Siedlungspolitik. Ein Freispruch für Abdullah Abu
Rahmah morgen wäre ein wichtiges politisches Signal
nach innen und nach außen.
Der BBC-Reporter
Alan Johnston wird kurz vor Ende seiner Korrespondentenzeit
in Gaza am 12. März 2007 von einer palästinensischen
Gruppierung entführt, die sich Army of Islam
nennt. Während seiner 4-monatigen Geiselhaft
solidarisieren sich in zwei verschiedenen Petitionen
weltweit über 180.000 Menschen mit Johnston.
Nie zuvor haben sich so viele Menschen für das
Leben eines Journalisten eingesetzt. Vielen
Hörern des BBC Worldservice ist er durch seine
eindringlichen Reportagen aus Afghanistan und
Palästina bekannt geworden, zuletzt dadurch,
dass er den Menschen im Gazastreifen eine Stimme
gab. Peter Moritz Pickshaus hat damals selbst
die Petition unterschrieben und sich nun auf
die Spur einiger Mitunterzeichner begeben. Er
befragt sie nach ihren Motiven und lässt Alan
Johnston selbst die Erfahrungen seiner Geiselhaft
hautnah schildern.
We asked Palestinians in the West Bank, East Jerusalem,
and Gaza about the latest round of talks between
Israel and the Palestinian Authority. This video
is a compilation of some of their reactions to the
2010 US-mediated talks.
Internationale Liga für
Menschenrechte -
Am 15.09. will
ein israelisches Militärgericht das Strafmaß
gegen den bekannten Koordinator des gewaltfreien
Widerstands gegen Mauer und Siedlungspolitik
im Dorf Bil’in (Palästina) Abdallah Abu
Rahma verkünden.
Abu Rahma, Trager der Carl-von-Ossietzky-Medaille
für Zivilcourage und herausragende Verdienste
im Einsatz für die Menschenrechte, sitzt
seit neun Monaten hinter Gittern. Am 24.
August d. J. wurde er wegen „Aufstachelung“
sowie „Organisation und Teilnahme an illegalen
Protesten“ verurteilt. Ihm droht eine langjährige
Haftstrafe. Abdallah Abu Rahma wurde auf
der Grundlage von erzwungenen Geständnissen
von Minderjährigen verurteilt, die nachts
aus ihren Betten geholt, festgenommen und
unter Androhung von Gewalt sogleich verhört
wurden. Andere Beweise konnten die Ankläger
nicht vorbringen.
Die Liga protestiert gegen das haltlose
Urteil und fordert die sofortige Freilassung
von Abdallah Abu Rahma. Bundestagsabgeordnete
und Bundesregierung sind aufgefordert, auf
eine Freilassung von Abdallah Abu Rahma
hinzuwirken.
Viele vergleichen den 39 Jahre alten Lehrer
und Vater von drei Kindern aus dem palästinensischen
Dorf Bil’in mit Mahatma Gandhi. Abdallah
Abu Rahma steht für den gewaltlosen Widerstand
gegen den israelischen
Siedlungs- und Mauerbau
auf Bil’iner Land, der seit 2005 mit wöchentlichen
Demonstrationen am Trennzaun sichtbar gemacht
wird.
Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik,
Lady Ashton, hat sich anlässlich des Urteils in
einer öffentlichen Stellungnahme äußerst besorgt
gezeigt: “Die mögliche Inhaftierung von Herrn Abu
Rahma verfolgt die Absicht, ihn und andere Palästinenser
an der Ausübung ihres legitimen Rechts zu hindern,
gewaltfrei gegen die bestehende Trennmauer zu protestieren“.
Am 30.08.2010 hat das spanische Parlament die Stellungnahme
von Lady Ashton nachdrücklich verstärkt. Die Liga
weiß sich mit internationalen Menschenrechtsorganisationen,
wie Amnesty International und Human Rights Watch
einig, die ebenfalls in aller Schärfe gegen die
haltlose Verurteilung von Abu Rahma protestieren.
Die deutsche Politik muss jetzt – gewissermaßen
„kurz vor zwölf“ – ihren Beitrag zur Freilassung
von Abu Rahma leisten. Wir appellieren an die Abgeordneten
des Bundestages, wie ihre spanischen Kolleginnen
und Kollegen „Nein“ zur Verurteilung von Abdallah
Abu Rahma zu sagen! Fordern Sie bitte seine Freilassung
ohne Wenn und Aber!
Wir appellieren überdies an die Bundesregierung,
an die Bundeskanzlerin und den Bundesaußenminister:
Sagen bitte Sie „Ja“ zur Gewaltlosigkeit, zu den
Menschenrechten und zu einem Frieden zwischen Israelis
und Palästinensern, der diesen Namen verdient! Geben
Sie Lady Ashtons Stellungnahme ein zusätzliches
Gewicht. Machen Sie gegenüber der israelischen Regierung
deutlich, dass Sie Abdallah Abu Rahma als freien
Menschen sehen wollen – und nicht als Gefangenen.
Zeigen Sie den Menschen hier und dort, dass politische
Freiheiten, Grundrechte und Selbstbestimmung hohe
Güter sind, die von der bundesdeutschen Regierung
im eigenen Land garantiert und international geschützt
werden.
Ein offener Brief von Esther
Thomsen -
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Ihre Laudatio
zu der Verleihung des Medienpreises an den dänischen
Karikaturisten Westergaard hat nicht nur mich, sondern
auch viele andere Mitbürger entsetzt!
Westergaard habe sich für sein Eintreten für Meinungs-
und Pressefreiheit verdient gemacht "egal. ob wir
die Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht,
ob wir sie für nötig oder hilfreich halten - oder
eben nicht". Aber es geht hier nicht um Fragen des
Geschmacks, über den man bekanntlich streiten kann,
sondern darum, ob man der Meinungsfreiheit in jedem
Fall den Vorrang einräumt, auch wenn sie keine Rücksicht
auf die religiösen Gefühle von vielen Millionen
nimmt und provozieren und verletzen will. Schon
vor fünf Jahren haben seriöse Journalisten die weltanschaulichen
Hintergründe analysiert. Die Auftraggeber dieser
Karikaturen seien Anhänger von Samuel P. Huntingtons:
"The Clash of Civilizations", der Clash also unterschwellig
durchaus gewollt. Die gewalttätigen Reaktionen
auf die Veröffentlichungen scheinen diese Ansicht
zu bestätigen. Sie müssen natürlich verurteilt und
strafrechtlich verfolgt werden, aber man sollte
darüber nicht die geistigen Brandstifter im Westen
vergessen, und auch dass nicht vom Islam, sondern
vom "jüdisch-christlichen" Westen die meisten Bomben
geworfen wurden und werden. Sie, Frau Bundeskanzlerin,
haben die geplante Koranverbrennug als "respektlos,
sogar abstoßend und einfach falsch" verurteilt.
Schade, dass Sie diese Worte nicht auch für die
dänischen Karikaturen gefunden haben, sondern ihre
Veröffentlichung als Zeichen des Mutes hochgejubelt
haben ("das Geheimnis der Freiheit ist der Mut").
Beleidigungen als Meinugsfreiheit zu verteidigen
oder gar mit einem Preis zu würdigen zeugt nicht
von politischem Fingerspitzengefühl. Joachim Gauck
an Ihrer Seite zu sehen hat mich auch enttäuscht.
Nur gut, dass er nicht als Bundespräsident
sprechen konnte! Mit freundlichen Grüßen Esther
Thomsen
The Anistas family
of Bethlehem shares their experience living in the
vicinity of Israel's wall.
Letter to Israel
Journalist Lauren Booth was on the first Free Gaza
voyage and stayed to work in Gaza after the boats
left. Her heartfelt letter to the people of Israel
should be read by everyone who hopes for peace in
the Middle East. This stunning video tribute to
her words was designed and produced by the Free
Gaza movement.
Mut zu Minaretten
- Die
katholische, ökumenisch tätige Friedens-
und Menschenrechtsbewegung Pax Christi Österreich
ruft im Zusammenhang mit der derzeitigen
heftigen Ablehnung des Baus von Minaretten
in Österreich und im Hinblick auf die gefährliche
internationale Entwicklung durch die drohende
Koranverbrennungsaktion extremistischer
Christen in den USA und den Streit um den
Bau eines islamischen Gemeindezentrums nahe
Ground Zero in New York den Artikel 18
der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
in Erinnerung:
Jeder Mensch
hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens-
und Religionsfreiheit; dieses Recht schließt
die Freiheit ein, seine Religion oder seine
Weltanschauung zu wechseln, sowie die Freiheit,
seine Religion oder Weltanschauung allein
oder in Gemeinschaft mit anderen, öffentlich
oder privat durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst
und Kulthandlungen zu bekennen.
Es ist also
unerlässlich, dass den Muslimen für ihre
Religionsausübung entsprechend würdige und
öffentlich erkennbare Räumlichkeiten zur
Verfügung stehen. Die Moschee mit Minarett
gibt diesen Menschen ebenso Heimat wie die
Ortskirche christlichen Gläubigen und die
Synagoge der jüdischen Glaubensgemeinschaft.
In Österreich
ist der Islam eine Körperschaft öffentlichen
Rechts und seit 1912 eine staatlich anerkannte
Religionsgemeinschaft. Ein großer Teil der
Muslime sind österreichische Staatsbürger.
Für Christen und Muslime ist es unerlässlich,
aufeinander zuzugehen und sich für ein Miteinander
einzusetzen. Wir sollten die Chancen nutzen,
die ein westliches Demokratiekonzept mit
seiner Religionsfreiheit bietet.
Pax Christi
setzt sich ein für angstfreie und vertrauensbildende
Begegnungen und verurteilt nachdrücklich
Bestrebungen politischer Parteien, mit Fremdenfeindlichkeit
und Schüren von Vorurteilen Wahlwerbung
zu machen und auf Stimmenfang zu gehen.
Von Staatsbürgern
und Einwohnern Israels: bitte stoppt
die israelischen Kriegstreiber! ( dt. Ellen
Rohlfs) - Sehr geehrte
Mitarbeiter der Heinrich Böll-Stiftung,
wir sind besorgte Staatsbürger und
Einwohner Israels. Wir wollten unser Unbehagen
über Ihre Zusammenarbeit mit israelischen
Persönlichkeiten und Institutionen zum Ausdruck
bringen, die einerseits Nationalismus
und Verletzungen der Menschenrechte
befürworten und andrerseits jüdische und
israelische Kritiker von Israels Apartheid-
und Besatzungspolitik zum Schweigen
bringen. Ein Beispiel stellte die Streichung
des Vortrages von Dr. Norman Finkelstein
in München und Berlin dar und die Veranstaltungen
zu „Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht
über den Gazakrieg“ Anfang des Jahres.
(Dr. Finkelstein war eine treibende Kraft
und Quelle der Inspiration im Kampf für
Menschenrechte und die Anwendung des
Völkerrechts in Israel und Palästina.)
Unter den Teilnehmern
waren: -Moshe Arens, früherer Verteidigungsminister
während der 1.Intifada ( 1990-92), eine
Zeit, in der brutale Mittel von der IDF
gegen Zivilisten in den besetzten Gebieten
angewandt wurden. Arens ist ein Vertreter
der „Groß-Israel“-Vision.
-Dan
Margalit, ein rassistischer Journalist,
der das Knessetmitglied Jamal Zhalka in
einer beschämenden Weise im TV behandelt
hat.
- Dore
Gold, enger Mitarbeiter von Benjamin Netanyahu
und ein Mitglied des kriegstreibenden
American Enterprise Institute.
Deutschland
stand zusammen mit 16 anderen UN-Mitgliedern
neben Israel und stimmte gegen die Annahme
des Goldstone-Berichtes, während 114 Länder
zustimmten. Der Bericht brachte Details
über angebliche Kriegsverbrechen und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit, die von Israel
während des Angriffes und dem Massentöten
im Gazastreifen im Dezember2008/ Januar
2009nach dem Völkerrecht begangen worden
sind. Obwohl das Verhältnis beim Töten 100:1
war, war das Verhältnis bei den zivilen
Todesfällen mindestens 350:1 und das Verhältnis
bei den Hauszerstörungen 6000 :1, bringt
der Goldstone-Bericht seine Nachforschungsergebnisse
in dem 575 Seiten-Dokument in einem Verhältnis
von 9:1 ; nur 90% seines Bandes befassen
sich mit den israelischen Verbrechen – sehr
zu Gunsten Israels. Der Bericht bringt auch
angebliche Kriegsverbrechen, die von der
Hamas begangen wurden. Als Finkelstein über
den Goldstone-Bericht und den Angriff auf
den Gazastreifen hätte sprechen sollen,
blieb uns nichts anderes als die Schlussfolgerung
übrig, dass Ihre Aktionen tatsächlich nicht
besser sind und waren als der üble Versuch
Ihrer Regierung, darüber zu schweigen.
Ihr erklärtes
Ziel ist es, sich für das Wohlbefinden ihrer
Mitmenschen zu engagieren und die Menschenrechte
für alle zu verteidigen. Es ist höchst
bedauerlich, dass Sie diese Werte
und das Mandat verraten, das man Ihnen gegeben
hat. Wir sind sehr davon überzeugt, dass
Ihre Aktionen den Kampf um Frieden und für
Menschenrechte in Israel/Palästina untergraben.
Das macht Sie zu einem Teil des Problems
und nicht zu einem Teil der Lösung. In Anbetracht
dessen werden wir den Gruppen, in denen
wir aktiv sind, empfehlen, die Zusammenarbeit
mit Ihnen neu zu überdenken und unsere
Kollegen anderer Gruppen bitten, dasselbe
zu tun.
Mit freundlichen
Grüßen,Galit Altshuler, Dorit
Argo, Ronnie Barban, Yossi
Bartal, Esther Ben Chur, Ofra Ben-Artzi,
Hamutal Erato, Naama Farjoum,
Vardit Goldner, Anath Guthman, Shir
Hever, Iris Hefets, Yael Lerer, Edo Medicks,
Abraham Melzer, Ofer Neiman, Jonathan Pollack,
Ada
Ravon, Adv., Amit Ron, Yehoshua Rosin, Eddie
Saar, Tali Shapiro, Nirit Sommerfeld,
Gideon Spiro, Jonatan Stanczak, Mai
Yufanyi Zeidani, (Initial
list)
Edith Lutz -
Fahren Sie mit
uns nach Gaza, Herr Brumlik! Eine
Antwort auf
„Ein Motiv, das man nur ablehnen kann“
von Micha Brumlik
-
Die
Tageszeitung vom 31.8. 2010 - Lieber
Herr Brumlik, man ist weder
Hypermoralist, noch platziert man sich
hoch auf der moralischen Werteskala,
wenn man den eingeschlagenen Weg der
israelischen Regierung für den falschen
hält. Diese Meinung auch öffentlich
mitzuteilen sehen wir in der EJJP als
unsere Pflicht an, solange
einflussreiche Staaten Israel auf seinem
abschüssigen Weg unterstützen. Ein
Friede in der Region ist nur dann
möglich, wenn alle Beteiligten – auch
und nicht zuletzt die gewählte Partei
der HAMAS in die Gespräche einbezogen
werden. Ausklammern führt zu Unfrieden –
das weiß der Pädagoge. Könnten Sie doch
mit uns fahren in dieses
Freiluftgefängnis, in dem das Unrecht
gen Himmel schreit so wie das ungeklärte
Abwasser gen Himmel stinkt, weil
israelische Bombardements die Anlagen
zerstörten. Sie könnten die Wirkung des
scheinbar großzügigen Warenimports von
Israel nach Gaza, das sich nur ein
kleiner Prozentsatz leisten kann,
direkt erfahren. Der größere Teil der
Bevölkerung lebt in Armut und leidet
unter hoher Arbeitslosigkeit. Warum?
Weil Israel die Entwicklung einer
palästinensischen Ökonomie verhindert.
Sie hätten die Möglichkeit mit Menschen
zu sprechen, vielleicht auch mit
Angehörigen der Regierung. Sie
brauchten dann nicht mehr archaische
Schriften und längst widerlegte Floskeln
zu zitieren. (Dass die Regierung Hanijes
Bereitschaft zeigt, Israel in den
Grenzen von 1967 anzuerkennen, könnten
Sie allerdings auch in der
angelsächsischen Presse nachlesen.) Wenn
unsere Passagiere die Möglichkeit
erhalten werden, mit HAMAS-Vertretern zu
sprechen, werden sie das nicht tun, um
sich damit zu „brüsten“ und nicht mit
dem „wohlige(n) Gefühl, im Recht zu
sein“; auch nicht, um die HAMAS
„hoffähig“ zu machen, sondern weil sie
zu einem echten Friedensgespräch mit
dazu gehört. Eine Begegnung „zwischen
israelischem Militär und einem Schiff
voller Diasporajuden“ muss kein
„Showdown“ sein, „Politik gegen
Hypermoral“. Die Begegnung könnte auch
eine zwischen Politik und einer Gruppe
jüdischer Friedensaktivisten sein, die
sich um den israelischen Staat große
Sorgen machen. Und die Begegnung muss
nicht einmal auf dem Wasser stattfinden,
zur Enttäuschung der vielen Journalisten
aus aller Welt. Das kleine Boot schmückt
eine große Anzahl von Friedensfahnen.
Auf diesen sind weiße Tauben mit den
Namen der Vielen aufgenäht, die nicht
mit uns fahren können. Sie alle wollen
eine Friedenshoffnung nach Gaza bringen.
Ein paar wenige Tauben sind noch
unbeschriftet. Edith Lutz Köln
Renew our days -
Haaretz - Editorial "On the eve of 5771, the
need to disengage from the stigma of the "occupation
state" is already seen by many, even within the
ranks of the realistic right, not as a luxury
but as an emergency lifesaving operation."
Legitimizing an obstacle to peace
- Theodore Bikel - "I have often spoken
out in opposition to cultural boycotts... but in
the political arena, artists make a statement by
their presence or their absence."
04.September, dem 1.Jahrestag des Massakers von
Kundus, haben Gruppen aus der Palästina- und
Israel/Palästina-Solidaritätsbewegung, darunter
die BDS-Gruppe Berlin, außerdem weitere
nahestehende Organisationen und Menschen gegen
die deutsch-israelische Militärkooperation
protestiert. Und dies am Beispiel der
Bereitstellung von Drohnen für den
Afghanistan-Krieg der Bundeswehr durch die
deutsche Rheinmetall AG und die israelische
Israeli Aerospace Industries (IAI). Zum
gewaltfreien Einsatz kam bei den Protesten auch
das Modell einer Drohne, für deren Herstellung
wir noch einmal herzlich danken (zu sehen in
Nahaufnahme auf dem Foto 3156 im Anhang). Die
DemonstrantInnen haben sich zugleich für die
Unterstützung der von palästinensischen
zivilgesellschaftlichen Organisationen
initiierten Kampagne BDS -
Boykott-Desinvestition-Sanktionen - gegen die
völkerrechtswidrige israelische Politik
ausgesprochen, unter anderem mit dem Slogan:
"Die internationale Kampagne BDS - gemeinsam
gewaltlos für ein freies Palästina". Die
Veranstaltung fand am Potsdamer Platz in Berlin
statt - am Ende stand ein kurzer Besuch bei der
nahegelegenen Berliner Niederlassung der
Rheinmetall AG. Martin Vorberg
Hier
der Link zum hervorragenden Panorama-Beitrag
"Deutsches Investment: Raubbau im
Palästinensergebiet"
vom 02.09. 10., auf den ursprünglich Barbara
Fuchs hingewiesen hat. (Diesen Link hier habe
ich von Handala (...) - "was heißt denn 'Handala'?"
- bitte gerne googeln). Es geht um die Firma
HeidelbergCement - zu Wort kommen u.a. die
rechtmäßigen (ehemaligen)
palästinensischen Eigentümer des Steinbruchs,
der im Zentrum des Beitrags steht, und der
engagierte israelische Rechtsanwalt Michael
Sfard (HeidelbergCement wollte laut Panorama
nicht zu Wort kommen). Michael Sfard fordert die
Bundesregierung auf, gegen das
völkerrechtswidrige Agieren des deutschen
Unternehmens vorzugehen.
http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama545.html.
Übrigens: ein Bundestagsabgeordneter, der im
Wahlkreis 274: Heidelberg (da
befindet sich die Zentrale von HeidelbergCement
ja nun wirklich) kandidierte, ist der
Bundesminister für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel
(FDP) (dirk.niebel@wk.bundestag.de) Ein
weiterer prominenter Heidelberger
Bundestagsabgeordneter ist Fritz Kuhn,
stellvertretender Fraktionsvorsitzender von
Bündnis 90/Die Grünen. (fritz.kuhn@wk.bundestag.de.)
Für die CDU direkt gewählt wurde Karl-A. Lamers
(karl-a.lamers@wk.bundestag.de) und für
die SPD sitzt aus Heidelberg Lothar Binding im
Parlament ( lothar.binding@bundestag.de).
Das wäre doch vielleicht ein Ansatzpunkt für
eine schwarz-gelb-rot-grüne- Koalition für das
Völkerrecht - (salopp gesagt für eine "Ampel
plus" oder eine "Große Koalition plus
2"). Martin Forberg
Claudia Karas antwortet auf eine e-mail von
Pr. Stegemann:
"Hoffentlich
kommen Sie aus Ihrem kakerlakenmäßigen Urlaub
gesund heim":
Herr Professor Stegemann, Ihr
Antwortbrief an Frau Dr. Weber macht mich
schaudern. Er dokumentiert aufs Vortrefflichste
die "christliche Nächstenliebe" eines
Theologieprofessors, der auf Vorurteile setzt
und einem gerechten Frieden zwischen den Völkern
nicht verpflichtet ist.
Als "überzeugter Westler" bekennen Sie sich
stolz zu den "Werten der westlichen
Demokratien". Zu diesen gehören die
Komplizenschaft mit Diktatoren, mit Lügen
legitimierte Angriffskriege, Diebstahl von
Ressourcen anderer Völker und Folter, womit ja
auch das Christentum vortrefflich expandierte.
"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies
kroch", meinte prophetisch Bertolt Brecht.
Ihre Krokodilstränen über die vier getöteten
Siedler, die völkerrechtswidrig in der Westbank
und beschützt von der israelischen
Okkupationsarmee auf palästinensischem Grund und
Boden siedeln, können Sie sich wirklich sparen,
denn die Tausende in grausamer Weise ermordeten
Palästinenser und die Auslöschung ganzer
Familien nehmen Sie ja auch klaglos hin! Zu
diesen "westlichen Werten" gehört auch die
stillschweigende Duldung, wenn
Palästinenserinnen und Palästinenser in
unerträglicher Weise von schwerbewaffneten
Siedlern terrorisiert werden. "Hat dies
irgendetwas mit Ihrer moralischen Integrität zu
tun?" Was für eine erbärmliche Existenz!
Wenn Sie "richtig informiert" wären, wüssten
Sie, dass das israelische Militär in Gaza
gezielt die zivile Infrastruktur bombardiert und
die Strom- und Wasserversorgung sowie
Kläranlagen zerstört hat. Der Christ in Ihnen
rebellierte nicht gegen die Zerstörung
jeglicher, jeglicher Lebensgrundlage der
Menschen in Palästina durch die von den
"westlichen Werten" gestützte Besatzungsmacht
Israel. Vielleicht sind auch Sie der Ansicht,
dass zum Wohle der "westlichen Werte"
unterdrückte Völker in die Steinzeit zurückbombt
werden müssen, deren Länder ethnisch gesäubert
und deshalb ein Wiederaufbau des verwüsteten
Landes zu verhindern ist. Was für eine
erbärmliche Existenz!
Aushungern gehört zum Handwerk, speziell der
israelischen Regierung. Der Christ in Ihnen
rebellierte nicht gegen die zynische
"Diätempfehlung" von Dov Weinglass, "den
Palästinensern eine Diät zu verordnen, sie aber
nicht an Hunger sterben zu lassen." und auch
nicht gegen die Abriegelung und
Kollektivbestrafung einer ganzen Bevölkerung.
Was für eine erbärmliche Existenz!
Vor allem aber hat sich Frau Dr. Weber in keiner
Weise antijüdisch geäußert: Wenn Sie ihr dennoch
in infamer Weise unterstellen, dass "alles, was
falsch ist, ist israelisch, oder, um es noch
deutlicher zu sagen: jüdisch!" entlarven Sie
sich selbst in unbewusster Deutlichkeit!
Philosemiten sind Antisemiten im Schafspelz!
Nein, Sie teilen und verteidigen keine
menschenwürdigen und humanen Werte, und deshalb
werden Leute wie Sie verlieren: "Denn Sie wollen
nichts Gutes"! Kein Schalom ohne Salam - Kein
Friede ohne Gerechtigkeit - Claudia Karas
Palästina-Forum-Nahost, Frankfurt
Aktionsbündnis für einen gerechten Frieden in
Palästina
Gertrud Nehls:
Herr Professor Stegemann, nachdem ich den Brief
an Frau Weber gelesen habe, kommen mir erneut
Zweifel, ob viele Professoren an unseren
Hochschulen die Reife haben, Studenten
auszubilden. Dieser Brief eines Professors an
einer evangelischen Hochschule ist für mich ein
weiterer Meilenstein, bei der Entscheidung aus
der Kirche auszutreten! "Was Du nicht willst,
das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu".
Das war die Maxime, mit der ich erzogen wurde.
Was in Palästina und Gaza täglich geschieht,
widerspricht dem internationalen Völkerrecht. Es
zu einfach, dies mit persönlichen Angriffen
wegreden zu wollen. Von einem Hochschullehrer
einer theologischen Hochschule erwarte ich neue
Wege zur Friedenserziehung und nicht die
ausgetrampelten Pfade der evangelischen Kirche
von ehedem, sie haben schon zu oft das Leid
vieler Menschen vergrößert! Gertrud Nehls
Dr. Nutan Sampat:
Sehr geehrter Prof. Stegemann, bezugnehmend auf
Ihren Brief an Frau Weber: "Hoffentlich kommen
Sie aus Ihrem kakerlakenmäßigen Urlaub gesund
heim": Gerade lese ich das Buch
Ideen - Eine Kulturgeschichte von der Entdeckung
des Feuers bis zur Moderne von Peter Watson, in
dem auch die Entwicklung der unterschiedlichsten
religiösen Weltanschaungen dargestellt wird. Ich
möchte Ihnen das Buch sehr empfehlen. Die
orthodoxe Jüdische Gruppe Neturei Karta
http://www.nkusa.org/ gibt gerne Auskunft über
das Zusammenleben der Juden in Palästina. Im
Zusammenhang mit Ihrem Brief an Frau Weber,
bzgl. dem Gebiet Palästina: gibt es für Sie
einen Unterschied zwischen dem Zionismus und der
Religion das Judentum?
Was meinen Sie zur folgenden Meinung aus der
Chabad-Lubavitch Bewegung? Antwort von Herrn
Tzvi Freeman, Direktor von Ask The Rabbi:
http://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/520294/jewish/Isnt-It-Racist-To-Believe-That-Jews-Are-Special.html
“ ...The German nation after the First World War
was sickly in this way. And not without reason.
An entire generation was missing. The youth were
angered at the failure of their fathers, that
they had stolen German pride and left them with
an inheritance of shame. It was a culture of
rejectionism, where the old had to be thrown out
simply because it was old and anything shocking
and radical was embraced just for the sake of
being shocking and radical. Atonal un-music,
Dada non-art, rampant pornography and such
violence on the streets that had not been seen
in German lands for hundreds of years were all
symptoms of a society suffering a serious
systemic pathology....
When I look at the pride of the Jewish People, I
see none of this. In what do we pride ourselves?
Look to the Talmud again: "What are the three
traits of this nation? They have compassion,
they have a conscience and they enjoy acts of
kindness." Jews pride themselves in their
intellectual powers, as well. Not an
unreasonable pride, given the track record. ...”
Kommt Ihnen diese Art des Denkens bekannt vor?
Ich bitte Sie, von Herrn Shmarya Rosenberg
http://failedmessiah.typepad.com , mehr über
die Chabad-Bewegung sowie über die schriftlich
niederlegten Überzeugungen der 'Übermenschen' (supremacist
cult) zu erfahren.
Auch könnte Sie das Buch "The King's Torah" von
Rabbi Yitzhak Shapira interessieren:
http://www.haaretz.com/news/national/rabbis-refuse-to-be-questioned-on-incitement-to-kill-non-jews-1.307017
„...Rabbi Yitzhak Shapira, who heads the Od
Yosef Chai Yeshiva in the Yitzhar settlement,
wrote in his book "The King's Torah" that even
babies and children can be killed if they pose a
threat to the nation.... Several prominent
rabbis, including Rabbi Yithak Ginzburg and
Rabbi Yaakov Yosef, have recommended the book to
their students and followers....”
Ich bitte Sie, auch dieses Buch zu studieren und
Ihre abschließende Meinung, auch Frau Weber,
mitzuteilen. Mit freundlichen Grüßen Dr. Nutan
Sampat (geboren in einer Weltoffenen
Hindu-Familie)
Rassismus wird immer offener
ausgelebt. Man könnte denken,
Bernd Zeller
(man muß ihn nicht kennen - ein
kleines Rad an der Achse des
"Guten")
will Henryk M. Broder
übertrumpfen:
Beispiel 1
07.09.2010 16:22 -
Islamunterricht
-
De Maizière dringt auf
Islamunterricht an deutschen
Schulen. Islamuntericht gibt
es an deutschen Schulen doch
schon, er heißt Mobbing und
Prügeln."
Beispiel 2
07.09.2010
10:44
-
Übertriebene Aktion aufgrund
verletzter religiöser Gefühle
- Schlimme
Leute wollen öffentlich den
Koran verbrennen. Blöde Aktion
und völlig untauglich. Aber wenn
nun mal ihre religiösen Gefühle
verletzt sind. Vorlesen wäre
wirkungsvoller.
Beispiel 3
06.09.2010 11:21 Die
Angst der Mittelschicht vor den
Integrationserfolgen der Türken
- Sarrazin repräsentiert die
Angst der Mittelschicht vor den
Integrationserfolgen der Türken,
meint die taz, siehe
Perlentaucher. Stimmt
eigentlich, so kann man es
sehen. Sarrazin repräsentiert
die Angst der Mittelschicht vor
den Integrationserfolgen der
Türken. Bei der Unterschicht
ist es nicht mehr nur die Angst
davor, die kriegen die
Integrationserfolge der Türken
schon direkt zu spüren.
IPSC TV interviews activist Kate O'Sullivan who
today - Saturday 4th September - made a citizen's
arrest on former British Prime Minister Tony Blair
at a book signing in Eason's in Dublin, Ireland.
Unfortunately the Gardaí (Irish Police) refused
to act on the arrest, preferring instead to detain
Ms. O'Sullivan for half an hour in a stairwell.
Friedlicher Widerstand in der Westbank,
3. September 2010 -
Übersetzung und Bearbeitung - Martina Lauer
Bil’in:
Massive Behinderung der Demonstration durch
die IDF
-
In Solidarität mit Bil’lin marschierten
internationale und israelische Aktivisten
am vierten Freitag von Ramadan in Richtung
Mauer, um gegen die Konfiszierung von Bil’ins
Land für die Erweiterung der illegalen israelischen
Siedlung Modi’in Illit und die Menschenrechtsverletzungen
der IDF zu protestieren. Bevor die Demonstranten
die Trennmauer erreichen konnten, kamen
sie bereits unter massiven Tränengasbeschuss,
selbst Zuschauer jenseits der Demonstrationsroute
waren nicht ausgenommen. Dann begann die
zweite Phase der massiven Behinderung der
friedlichen Demonstration: IDF Soldaten
rannten in die Menge und schossen gummiummantelte
Stahlkugeln auf die fliehenden Demonstranten.
Gleichzeitig brachen Soldaten unter den
Bäumen am Wegrand hervor, um Demonstrationsteilnehmer
zu ergreifen und verhaften, diese
Woche allerdings vergeblich.
http://www.bilin-ffj.org/index.php?option=com_content&task=view&id=309&Itemid=1
-
Das Bürgerkomitee Bil’in informierte diese
Woche über den „Kantinenfond“ für politische
Gefangene des zivilen Widerstandes in der
Westbank:“Das Essen hier ist ein grosses
Problem“, so beschrieb Abdallah Abu Rahmah
vom Bürgerkomitee Bil’in in einem Brief
aus dem Gefängnis Ofer im Februar 2010 seine
Lage. Gefangene werden nicht ausreichend
versorgt und hängen davon ab, dass ihre
Familien Geld auf ein Konto einbezahlen,
damit sich die Inhaftierten in der Kantine
Essen kaufen können. (Abdallah Abu Rahmah
befindet sich seit Dezember 2009 im Gefängnis
und wurde im August wegen der Organisation
und Teilnahme am zivilen Widerstand in der
Westbank verurteilt.) Seit 2005 mussten
beinahe 100 Einwohner von Bilin eine zeitlang
im Gefängnis sitzen; in Nil’in wurden seit
2008 mehr als 120 Menschen verhaftet. Zur
Zeit erwarten 40 Gefangene ihre Verurteilung
zu Gefängnisstrafen für die Teilnahme an
den gewaltfreien Protesten, darunter zwei
Mitglieder des Bürgerkomitees Bil‘in und
drei Mitglieder des Bürgerkomitees Nil’in.
Im Militärgerichtssystem der IDF basieren
die Mehrzahl der belastenden Zeugenaussagen
auf erzwungenen Geständnissen von meist
minderjährigen Jugendlichen; der Vorwurf
des „Steinewerfens“ genügt, um Angeklagte
für die Dauer des Gerichtsverfahrens hinter
Gittern zu bringen. Viele Familien geraten
durch die Verhaftung des Alleinverdieners
in finanzielle Schwierigkeiten und können
nur wenig tun, um ihre Familienmitglieder
im Gefängnis zu unterstützen.
Für weitere Informationen zum Kantinenfonds
gehen Sie bitt zur Webseite des Dorfes Bil’in. http://www.bilin-village.org/english/activities-and-support/Collecting-donations-for-Canteen-accounts-of-the-popular-struggle-prisoners
Nil’in: Zwei internationale Friedensaktivisten
verhaftet
-
Das Freitagsgebet
unter den Oliverbäumen eröffnete die Demonstration
in Nil’in- trotz intensiver Mittagshitze
und dem Tagesfasten im Monat Ramadan-
gegen die illegale israelische Mauer in
der West Bank und die Landannexionen
zur Erweiterung der nahegelegenen
Siedlung Modi‘in Illit, mit 42 000 Einwohnern
die grösste der illegalen israelischen Kolonien
in der Westbank. Heute trugen die örtlichen
Teilnehmer und eine Gruppe von internationalen
und israelischen Unterstützern Plakate und
Bilder gegen die menschnunwürdige Behandlung
palästinensischer Gefangener durch die israelische
Besatzungsarmee (IOF). Sie protestierten
auch gegen den Diebstahl und die Zerstörung
ihres Landes: Vor drei Wochen setzten israelische
Soldaten einige Olivenbäume, die unzugänglich
für ihre Besitzer aus Nil’in hinter der
hohen Betonwand verschwunden sind, in Brand,
was die Bauern angesichts der kommenden
Olivenernte besonders schmerzt. Die Demonstranten
sahen sich wohlbekannten Taktiken der IOF
gegenüber, als sie die Mauer erreichten:
Sanitäter mussten sechs Aktivisten behandeln,
die im dichten Tränengas nicht mehr atmen
konnten; Soldaten umzirkelten und verfolgten
die Demonstranten mit dem Ziel der Verhaftung.
Zwei internationale Aktivisten wurden brutal
festgenommen und nach langen Verhören freigelassen.
Vergangene Woche präsentierten israelische
Soldaten eine neue militärische Verfügung,
die freitags den Ort der Deomnstration neben
der illegalen Mauer in Nil’in von 10 morgens
bis 10 Uhr abends zur geschlossenen Militärzone
erklärt. Eine Luftaufnahme, der neuen Verfügung
beigeheftet, zeigt einen Teil von Nil’ins
Land an der Annexionsmauer als „geschlossene
Zone“, etwas weniger Land, als in der alten
Militärverfügung, die in den vergangenen
sechs Monaten den Zugang für Teilnehmer
an den Freitagsprotesten in Nil’in und dem
Nachbardorf Bil‘in blockieren sollte. Einige
Sanitäter und Kameraleute konnten anhand
des Luftbildes belegen, dass sie sich ausserhalb
der „geschlossenen Zone“ befanden, als sie
von den Soldaten letzte Woche festgenommen
wurden. Inzwischen sind die sieben wieder
auf freiem Fuss.
http://www.awalls.org/arrested_and_injured_demonstrators_during_weekend_demonstrations
http://palsolidarity.org/2010/08/14162/
8. Woche gegen die Apartheidmauer vom 9.-16.
November 2010
-
„Stoppt die Mauer. Apartheid muss
der Vergangenheit angehören.“ - Die
palästinensische Organisation Stop the Wall
ruft zum verstärkten Protest gegen die teilweise
12 Meter hohe Betonwand auf.
Nach acht Jahren Konstruktion sind über
60% der Mauer gebaut, wurden Gemeinden zu
Ghettos und werden über 260 000 Menschen
mit Vertreibung, Landkonfiszierung und dem
Diebstahl von Wasserresourcen bedroht.
Die internationale Gemeinschaft ignoriert
weiterhin die Entscheidung des Internationalen
Gerichtshofes vom Juli 2004, dass die israelische
Mauer abgebaut werden muss und die internationale
Gemeinschaft völkerrechtlich verpflichtet
ist, Israel zur Anerkennung dieser Entscheidung
zu bringen. Für Anfang November ruft Stop-
the-Wall zu weltweiten Aktionen gegen die
israelische Mauer auf:
„Informiert die Öffentlichkeit in
Euern Ländern, Gemeinden und Insitutionen
über die Mauer als Monument des israelischen
Apartheidsystems und über die palästinensische
Widerstandsbewegung dagegen.
Beendet die Straffreiheit Israels.
Israel darf von der Unterdrückung nicht
länger profitieren.
Stoppt die israelische Kampagne gegen den
friedlichen Widerstand gegen die Mauer!“
In den vergangenen Jahren hat sich der Widerstand
in der Westbank weit verbreitet.
Al-Ma’sara, al-Walajeh, Wadi Rahal, Beit
Jala, Bil’in, Ni’lin, Nabi Saleh, Awarta,
Iraq Burin, Burin, Beit Rima und viele Orte
in der Westbank haben gegen die Mauer mobilisiert.
http://stopthewall.org/latestnews/2361.shtml
Wir, eine Gruppe interessierter
Israelreisender, haben heute den Ort Arakib besucht
und dort den Scheich Sajjach getroffen. Mit großer
Erschütterung hörten wir seinen Bericht von der
Zerstörung des Dorfes, der Vertreibung der Familien
und der Vernichtung der Olivenhaine.
Mit eigenen Augen sahen wir die von den israelischen
Sicherheitskräften angerichteten Verwüstungen des
Beduinendorfes: Zerstörte Haus- und Autoteile, verbogene
Wellblechdächer, zerbrochenes Inventar. Einzig der
Friedhof der Beduinen blieb unversehrt.
Menschen alles zu nehmen und sie an den Gräbern
ihrer Ahnen stehen zu lassen, kommt einer Politik
der verbrannten Erde gleich.
Wir appelieren an die politische Öffentlichkeit,
diese menschenverachtenden Aktionen nicht länger
durch Schweigen hinzunehmen, sondern die israelische
Regierung aufzufordern, das seit Generationen bestehende
Wohn- und Lebensrecht der Beduinen wieder herzustellen.
Reisegruppe Club Voltaire München – Israel 3. Septemberg
2010
Petra Finsterle - Günter Rath - Giselind Link -
Mechthild Schreiber - Brigitte Schuchard - Maria
Dietl - Marie Voss - Heidrun Hartmann - Saskia Siebe
- Wolfgang Link - Dr. Hella Schlumberger - Dr. Peter
Voß - Dr. Siglinde Hesse - Anna Fischer-Amann -
Friedbert Mühldorfer - Rosi Mittermaier-Mühldorfer
- Felix Färber - Lissy Pawelka - Manfred Unger -
Dr. Michaela Siebe - 3. September 2010
Ich werde
morgen,
am 4. September
2010 um
17 Uhr,
nach 41
Tagen Hungerstreik,
diese Phase
meines Protests
beenden.
- Firas
Maraghy,
3. September
2010 - Presseerklärung
- Wie bereits
in meiner
Presseerklärung
vom 31.
August 2010
dargelegt,
hatte mein
am 26.07.2010
begonnener
Hungerstreik
immer zum
Ziel, meine
im Dezember
2009 geborene
Tochter
Zaynab als
Einwohnerin
Ostjerusalems,
sowie meine
Ehe mit
der deutschen
Staatsbürgerin
Wiebke Diehl
zu registrieren.
Ich forderte
von Anfang
an ein sicheres
Bleiberecht
für meine
Familie
und mich
in meiner
Geburtsstadt
und der
Geburtsstadt
meiner Väter
und Vorväter.
Diese Forderung
steht in
Einklang
mit internationalem
Recht, insbesondere
mit Artikel
13 der Allgemeinen
Erklärung
der Menschenrechte.
Seit
ich in meiner
letzten
Presseerklärung
angeboten
habe, in
Begleitung
eines hochrangigen
deutschen
Politikers
oder einer
Person des
öffentlichen
Lebens nach
Jerusalem
zu fahren,
um ein Gespräch
mit Herrn
Amos Arbel,
dem Direktor
des „Registration
and Civil
Status Department“
des Innenministeriums
Israels,
zu führen,
ist Bewegung
in meine
Angelegenheit
gekommen.
Mir wurde
von der
israelischen
Botschaft
zugesichert,
dass bei
diesem Gespräch
tatsächlich
eine Lösung
gefunden
werden soll.
Zudem wurde
mir ein
konkreter
Termin mit
Herrn Arbel
vermittelt.
Da dieser
Termin bereits
Mitte September
liegt und
ich diesen
aus gesundheitlichen
Gründen
nicht wahrnehmen
kann, wurde
mir versprochen,
den Termin
um wenige
Wochen zu
verschieben.
Ich erkläre
mich bereit,
einen solchen
Termin wahrzunehmen
und dafür
nach Jerusalem
zu fahren.
Herr Polenz,
Vorsitzender
des Auswärtigen
Ausschusses
des Deutschen
Bundestags,
dem ich
für seine
Vermittlung
zwischen
unserer
Familie
und der
israelischen
Botschaft
sehr herzlich
danke, hat
sich bereit
erklärt,
mich bei
dieser Reise
zu begleiten.
Die israelische
Seite verlangt,
dass auch
meine Tochter
Zaynab für
eine Registrierung
zugegen
sein muss.
Mir wurde
eine schriftliche
Garantie
versprochen,
dass ein
deutscher
Pass der
Registrierung
meiner Tochter
als Einwohnerin
Ostjerusalems
nicht entgegenstehen
wird. Nur
wenn eine
solche Garantie
gegeben
wird, bin
ich bereit,
meine Tochter
auf die
Reise mitzunehmen.
Ich hoffe,
dass der
von israelischer
Seite bekundete
Wille, die
Angelegenheit
einvernehmlich
zu lösen,
tatsächlich
zur unmittelbaren
Registrierung
meiner Tochter
und meiner
Ehe führt.
Es ging
mir nie
darum, die
gesamten
politischen
Verhältnisse
zu ändern.
Obwohl ich
grundsätzlich
weiterhin
die israelische
Botschaft
als verantwortlich
auch für
die Palästinenser
Ostjerusalems
betrachte,
bin ich
darum bereit,
meinen Beitrag
zu einem
Kompromiss
zu leisten.
Ich werde
darum morgen,
am 4. September
2010 um
17 Uhr,
nach 41
Tagen Hungerstreik,
diese Phase
meines Protests
beenden.
Dies geschieht
im Vertrauen
darauf,
dass die
mir auch
durch die
Vermittlung
hochrangiger
Politiker
gemachten
Zusagen
erfüllt
werden.
Sie sind nun in Gaza und haben Angst. Denn die bösen Israelis könnten reagieren auf den gemeinen Mord an vier ihrer Landsleute. Wenn ich richtig informiert bin, so sind diese vier Menschen in grausamer Weise hingerichtet worden - man sieht dies ansonsten nur in amerikanischen Brutalofilmen. Ihre Reaktion darauf: Sie haben in Ihrem fabelhaften Rundbrief an "Alle" pflichtgemäß mitgeteilt, dass Sie gegen Gewalt sind - etwa so: übrigens, ich bin gegen jede Form von Gewalt. Zugleich weinen Sie sich aus, weil Sie befürchten, dass es eine israelische Reaktion auf diese Gemeinheit geben könnte. Doch man hat Sie beruhigt: Ihr Kloß im Magen ist rein psychisch, denn im Gazastreifen rechnet man damit, dass andere eher das Ziel israelischer Angriffe sein werden, Libanon, Iran oder Syrien. Das hilft Ihrem Kloß. Was für eine erbärmliche Existenz. Sie klagen über die scheußlichen Zustände in Gaza ("natürlich" sind die Israelis für alle Kakerlaken und den Dreck auf den Straßen dort verantwortlich, denn die dort wohnenden Palästinenser haben alle Hände damit zu tun, nichts zu tun oder Israelis zu töten; Kakerlaken gehören nicht zum Programm). Klar, das kommt nicht gut, was ich schreibe, denn Sie befinden sich im Moment im Land der Opfer, die, wenn Sie töten, nur als Opfer töten. Sie sind eine Ärztin - hat dies irgendetwas mit Ihrer moralischen Integrität zu tun? Ich sage Ihnen offen: nein, erbärmlicher Weise: nein. Klar, Sie sind mit einem Palästinenser verheiratet - doch ändert dies moralische Werte (jedenfalls westliche Werte, was es sonst an Werten gibt, interessiert mich nicht wirklich, denn ich bin ein überzeugter "Westler")? Sie bekommen mit Sicherheit nicht häufig so furchtbare mails wie meine, denn darin ist sich Ihre Welt einig, alles, was falsch ist, ist israelisch, oder, um es noch deutlicher zu sagen:jüdisch!
Hoffentlich kommen Sie aus Ihrem kakerlakenmäßigen Urlaub gesund heim - ich meine das ehrlich. Ich habe allerdings keine Hoffnung, dass Sie irgendwann einmal die Werte westlicher Demokratien teilen. Doch das ist am Ende nicht wirklich wichtig, denn ich bin davon überzeugt, dass Leute wie Sie am Ende verlieren werden. Denn Sie wollen nichts Gutes.
Bitte, Schicken Sie diesen Brief an "Alle".
Viele Broders
haben Sarrazin
den Weg
geebnet.
Einer heißt
Roger Köppel,
siehe die
Beiträge
unter
Faschismus,
Faschismus
und
Faschismus,
der sich
hier,
Video,
fünf Minuten,
arglos gibt
und bei
Sarrazin
nichts Verbrecherisches
oder Falsches
zu erkennen
vermag.
- Thomas
Immanuel
Steinberg
Direct peace
talks between
Israelis
and Palestinians
are set
to begin
on Thursday
after being
frozen for
two years.
But with
Hamas noticeably
missing,
can real
peace be
achieved?
Is it time
for the
other players
to recognise
them? Or
could talks
with the
Palestinian
Authority
simply make
Hamas less
relevant?
Finkelstein
to Hellman:
"It's Like
Speaking
to Someone
from the
Flat Earth
Society"
- Check
out the
full version
of the debate
between
Norman Finkelstein
and Richard
Hellman.
President
Barack Obama
held a series
of high-stakes
meetings
with Israeli
and Arab
leaders.
As negotiations
continue
today, what
can we expect
in the future
for Israel
and Palestinians?