TÄGLICH NEUE INFORMATIONEN - Mittwoch, 21. Februar 2018 00:00 -  HELFEN     BDS     facebook    LINKS     ARCHIV    THEMEN

 

 

Des Kaisers neuer Terrorist - 19.02.2018 - Jonathan Ofir - Die israelischen Besatzungsstaatanwälte haben zwei Monate lang hart gearbeitet, wie die Schneider in Hans Christian Andersens Des Kaisers neue Kleider, um für Ahed einen Fall zu schneidern, der sie zu einer Terroristin macht. Es war entschieden worden, dass sie nach ihrer Verhaftung bis zum Ende des Gerichtsverfahrens im Gefängnis bleiben muss, denn sie könnte – Gott bewahre – noch einmal schlagen.

Nachdem sie wegen verschiedener lachhaften Dinge wie "Behinderung eines Soldaten bei der Ausübung seiner Pflichten" angeklagt worden war, sollte ihr Prozess am 31. Januar, ihrem 17. Geburtstag beginnen, wurde aber um eine Woche und dann um eine weitere Woche verschoben. Die Staatanwälte benötigten mehr Zeit, um dieser verblüffenden Rechtssache den letzten unsichtbaren Schliff zu geben.


Schließlich begann der Prozess letzte Woche, und wir dachten, dass wir dabei sein könnten. Aber leider ordnete der Richter nach wenigen Minuten plötzlich an, dass alle Zuschauer außer den Familienangehörigen den Saal zu verlassen hätten, und kündigte an, dass der Prozess hinter verschlossenen Türen weitergehen würde. Er sagte, er handle im besten Interesse einer jugendlichen Angeklagten.

Es war weder im Interesse von Ahed Tamimi noch ihrer Familie. "Das Gericht entschied, was das Beste für das Gericht war und nicht, was gut für Ahed war", sagte Aheds Verteidigerin Gabi Lasky gegenüber Reportern, und dass der Richter versuchen würde, die Welt vom Zuschauen abzuhalten. Der Besatzungsrichter weiß es am besten. Besser als Aheds Eltern, besser als Ahed selbst – was das Beste für Ahed ist. Noch mehr Märchen. [...]

Das Militärgericht denkt also, dass es das Beste für Ahed ist, wenn ihr Fall "im Dunkeln, ohne Zeugen und Kameras" behandelt wird, so wie der israelische Journalist Ben Caspit gemeint hatte, dass es das Beste wäre. Selbstverständlich will das israelische Besatzungsgericht nur das Beste für Ahed. Warum sollten wir das oder eine andere Märchengeschichte nicht glauben?

Aber in der realen Welt soll das israelische Militärrecht, wie der israelische Menschenrechtsanwalt Michael Sfard uns erzählt, "jeden Akt des Widerstands, ob gewaltsam oder gewaltfrei, als kriminell bezeichnen"; das Militärgerichtssystem ist nur ein Zweig einer Besatzungsarmee. "Es geht nicht um Gerechtigkeit", sagte er. "Seine Hauptaufgabe ist es jedem Versuch eines Widerstands Einhalt zu gebieten und die Kontrolle über die Bevölkerung zu verbessern."

Natürlich denkt das Militärgericht, es sei das Beste für Ahed, wenn sie lernt keinen Widerstand zu leisten. Widerstand kann für dich gefährlich sein. Das weiß die israelische Militärbesatzung am besten.

Aheds nächste Verhandlung ist für den 11. März angesetzt. Seit der letzten Verhandlung wartet die Anwältin Lasky noch immer darauf, vom Staatsanwalt Material dieser Rechtssache zu bekommen. Es hat Zeit – die Schneider der Staatsanwaltschaft sind an der Arbeit. Geduld.

Die Militärstaatsanwaltschaft arbeitet hart daran, aus ihrer inhärenten Verdrehung einen "gerechten" Fall zu schneidern, aber der Faden hat keine Substanz, ist unsichtbar. Deshalb müssen sie die Türen des Gerichts schließen, wie in Des Kaisers neue Kleider, bis sie der Welt im letzten Augenblick das endgültige Urteil präsentieren. Ahed wird wohl nicht lebenslänglich bekommen, wie es Bildungsminister Naftali Bennett empfohlen hatte, aber man wird ohne Zweifel versuchen aus ihr eine Verbrecherin zu machen. Die Israelis können die Ohrfeige, die Ahed dem Soldaten gegeben hat, nicht hinnehmen, sie werden "oh" und "ah" sagen, "wie haben gewußt, dass mit ihr etwas nicht stimmt", sie haben das gleich gesehen.

Aber der Fall wird eine ironische Wendung haben. Israel meint, es schneidere den Fall für Ahed – aber es fertigt durchsichtige Kleider für sich selber an. Israel ist der Kaiser, und es wird schließlich am helllichten Tag hinausgehen, und seine lachhafte Unterdrückung der ganzen Welt präsentieren.

Und es wird nur ein kleiner Junge nötig sein, der ruft: "Aber sie haben ja gar nichts an."       Quelle     Übersetzung: K. Nebauer
 

 

 


A plea for Ahed Tamimi’s protection
- Hatim Kanaaneh - The Irish artist Jim Fitzpatrick of Che Guevara black and red portrait fame has done it again: He has painted a minimalist poster of another iconic leader of her people and of a worldwide liberation movement, this time of an oppressed child who had slapped power with her bare truth. When I read his rationale for painting the new portrait I cried. The man’s pacifism, sincerity, and especially his concern for Ahed Tamimi’s life touched me.

Like Jim Fitzpatrick, I am apprehensive about the 17-year-old Ahed’s life. No one really denies the real reason for incarcerating her: to teach a lesson to other Palestinians, especially the children among them. Fitzpatrick is taking the essence of the lesson, regardless in which direction it will be resolved, to its ultimate conclusion. He is saying this is a model for every native and underclass oppressed child in the world. And he knows how meaningful and dangerous that can be:

“Ahed Tamimi, to me, signifies nobility in the face of oppression. This is a kid, a child,” said Fitzpatrick. “I think I would have been petrified. Wherever she’s getting her courage from, there’s a resonance of it echoing across the world. I’m just a part of it. There are organizations doing more than I could do, but I do think the pen—in my case, the brush—is mightier than the sword.” >>>


 



My father came home from prison when I was 7
- Wasan Abu-Baker - Dear Ahed Tamimi, I would like to dedicate this article to you. Sending you love and Solidarity, We Stand with You and with All Palestinian Prisoners.

“If you pull out an olive tree from my land, I’ll plant a hundred olive trees in return” and that’s my heroic motto.

After my father’s release from the Negev prison in 1988, our family, friends, and neighbors had a huge celebration welcoming him home. He spent a few months as a political prisoner in the harsh Negev prison. I was so happy to have him home. As a seven-year old it was terrible to have my father away from us for such a long time. At first, we couldn’t recognize my father with a big beard, and my little sister and brother were scared of the strange man embracing our mother.

Life was mostly normal after that, normal for a Palestinian family resisting occupation that is. Our lives were always interrupted with road closures, demonstrations, targeting of political activists, some of whom were my classmates, neighbors, relatives, and friends, and all kinds of restrictions on Palestinian life. >>>
 

Geisterjagd
Dokumentarfilm Frankreich 2015 | arte
21.02.2018 - 22:45 Uhr

Die Erinnerungen an seine Haft im israelischen Moskobiya-Verhörzentrum lassen den palästinensischen Regisseur Raed Andoni nicht los. Um sie zu verarbeiten, organisiert er ein Casting mit Männern - darunter Schauspieler, Handwerker und Architekten -, die einst wie er in Moskobiya inhaftiert waren. Gemeinsam spielen sie ihre Geschichten nach und schlüpfen dabei mal in die Rolle des Opfers, mal in die des Täters. Die Rekonstruktion der traumatischen Gewalterfahrung bringt lange unterdrückte Gefühle zum Vorschein und ist verstörend und berührend zugleich.


Der Regisseur Raed Andoni weiß nicht, ob seine bruchstückhaften Erinnerungen an die Haft im israelischen Moskobiya-Verhörzentrum real sind oder eingebildet, doch die traumatischen Gedanken lassen ihn nicht los. Per Stellenanzeige sucht er andere ehemalige Insassen - Handwerker, Architekten und Schauspieler -, denen er sein Projekt erläutert: Die erlebte Gewalt im Verhörzentrum in einem Kellergeschoss aus der Erinnerung wieder hochkommen zu lassen und mal in die Rolle der Täter, mal in die der Opfer zu schlüpfen.

Sechs Wochen lang kommen die Männer unterschiedlichen Alters jeden Tag in das Tiefgeschoss, um ihr ehemaliges Gefängnis neu erstehen zu lassen. Während die Zellenwände hochgezogen werden, kommt das Unaussprechliche nach und nach ans Licht. Die ehemaligen Insassen spielen ihre Erlebnisse in Moskobiya nach und lange unterdrückte Gefühle kommen wieder an die Oberfläche.

Anmerkung des Regisseurs Raed Andoni: "Mehr als 40 Prozent der männlichen Palästinenser erleben Verhöre und politische Haft in Israel, oft als junge Erwachsene. Diese Erfahrung wird als psychologisches und gewaltvolles Trauma erlebt. Vor allem aber ist diese Art von Initiationsritus eine Einführung in Dominanz - Dominanz durch andere, Dominanz des Anderen und Selbstdominanz. Die konfliktbehaftete Beziehung zwischen Dominierendem und Dominiertem wiederholt sich immer wieder, auch unter Palästinensern, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gefängnismauern. Diese Realität wird totgeschwiegen. Der Film entstand aus der Notwendigkeit, erstmals Worte für die Erlebnisse zu finden. Es ging nicht darum, das Gefängnis oder die israelischen Verhörmethoden vollständig und identisch nachzubilden. Stattdessen konnte jeder selbst entscheiden, wie er seine Hafterfahrung lebendig werden lässt: Indem er seine Gefängniszelle nachbaut, in eine fremde Rolle schlüpft oder einfach über die schmerzhaften Erfahrungen spricht. Das Trauma der Folter von einem anderen Blickpunkt aus anzugehen, ist befreiend, zumindest aber kann man dabei einen neuen Teil seiner eigenen Persönlichkeit kennenlernen." >>>
 


Seit 70 Jahren wird von Geheimdiensten ungestraft getötet, entführt und gefoltert.
- Mossad, Shin Bet und die Sonderdienste der israelischen Armee haben mehr als 3.000 gezielte Tötungen durchgeführt, ohne dass die so genannten jüdischen Staatsoberhäupter der internationalen Justiz zur Rechenschaft gezogen wurden, so ein kürzlich erschienenes Buch des israelischen Journalisten Ronen Bergman.

"In" Rise and kill first. Die innere Geschichte der gezielten Attentate Israels ", stütz Ronen Bergman  seine" Enthüllungen "auf tausend Interviews - darunter sechs ehemalige Mossad-Chefs - und auf Dokumente, die man ihm "freundlicherweise zur Einsichtnahme erlaubte". Es enthüllt, dass Israel hinter der Ermordung mehrerer iranischer Wissenschaftler steckt - was jeder vermutete - und suggeriert, dass der Mossad Yasser Arafat getötet hat, dass er aber nicht mehr sagen kann, weil er dies nicht durch militärische Zensur tun durfte, "Gilles Munier veröffentlicht auf seiner Website aus dem IntelNews-Artikel.

Ronen Bergman beschreibt auf mehr als 600 Seiten "die versteckten Attentate auf Israel", genug, um den Mossad auf einer Liste terroristischer Organisationen zu klassifizieren.

Um ihr Gewissen zu stärken, würden die israelischen Mörder nur eine Thora-Lehre interpretieren, die besagt: "Wenn jemand kommt, um dich zu töten, steh früher auf als er, um ihn zu töten! ». Auf religiöser Ebene wird das potentielle Opfer von den zionistischen Rabbinern als jemand betrachtet, der keine Seele hat... also "rechtmäßig" zu töten.

Eine solche Rechtfertigung durch einen muslimischen Ordensmann würde sofort einen Sturm der Islamophobie auslösen, unabhängig davon, ob sie dem Koran entnommen wurde oder nicht. Wenn es um Israel geht: nichts! Kommentatoren fürchten Vorwürfe des Antisemitismus.

Die letzten beiden bekannten Mossad-Operationen sind ein Angriff auf Sidon (Saida) gegen einen hochrangigen Führer der Hamas, und die Entführung eines irakischen Wissenschaftlers auf den Philippinen.

Vollständiger Artikel auf http://www.france-irak-actualite.com/2018/02/depuis-70-ans-les-services-secrets-israeliens-assassinent-enlevent-et-torturent-impunement.html

Von: https://intelnews.org/tag/mohammad-abu-hamza-hamdan/                 Quelle
 

Fotoserie - Gaza nach dem Regen - Spiel und Spaß in Gaza nach heftigen Regenfällen >>>



Christa Zubaidi - eine deutsche in Palästina berichtet:
Liebe Freunde der Palästinensischen Stimme. Um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen, müssen alle Palästinenser diese Kontrollstellen passieren – oder besser: versuchen zu passieren. Ein krankes Kind muss zum Arzt ins nächste Dorf, eine schwangere Frau ist auf dem Weg ins Krankenhaus, Männer gehen zur Arbeit, Kinder fahren mit dem Bus zur Schule – sie alle müssen durch die »Checkpoints«. Ob sie passieren dürfen oder nicht, ist täglich Glückssache.

Was ich persönlich erlebt habe, dass zum Ramadan oft fliegende Checkpoint zusätzlich zwischen den Städten und Dörfer aufgestellt werden. Wenn die Palästinenser abends von der Arbeit kommen und hungrig nach Hause wollen, werden sie an den Checkpoints aufgehalten. Die Soldaten kontrollieren absichtlich langsam und wenn man etwas sagt,hören sie eine Weile auf   Quelle
 


Ex-spy chief claims Palestinian officials worked with CIA to wiretap opponents
- 7. 2. 2018 - Joseph Fitsanakis - Telephones PalestineThe former head of the Palestinian Authority’s spy agency claims that the Palestinian government in the West Bank worked with the United States Central Intelligence Agency to wiretap thousands without court authorization. Tawfiq Tirawi, who headed the Palestinian General Intelligence from its founding in 1994 to 2008, has filed an official complaint against the Palestinian Authority and is calling for a criminal investigation into the alleged wiretaps. The complaint has also been signed by Jawad Obeidat, who is the president of the West Bank’s Bar Association. It is based on a leaked 37-page document that surfaced last month on the social networking application WhatsApp. The document was leaked by an anonymous individual who claims to have worked for a surveillance unit in the Palestinian Preventive Security Service, the Palestinian Authority’s domestic security service. >>>
 

20. 2. 2018



 

 

Israelische Siedler verletzen jungen Mann in Jerusalem: Gericht straft ihn und zwei Personen, die ihn behandelten   - 19.02.2018 - Die Familie eines jungen Palästinensers aus dem besetzten Ost-Jerusalem berichtete am Montag, dass ihr Sohn mittelschwere Wunden davontrug, als eine Gruppe extremistischer jüdischer Siedler ihn am Mittwoch angriff, als er die Al Aqsa-Moschee verließ.

Maysoon al-Moghrabi sagte, ihr 20-j. Sohn Mustafa Ibrahim al-Moghrabi sei von einer Gruppe extremistischer Siedler angegriffen worden, gerade als er mit anderen Betern die al-Aqsa-Moschee verließ; er wurde rasch in das Krankenhaus der Stadt gebracht.

Die Attacke verursachte bei ihm Blutungen, eine Fraktur des Nasenbeins, verschiedene Schnitte und Hämatome sowie eine Erschöpfung; nachdem er die nötige Behandlung bekommen hatte, wurde er später entlassen und nach Hause geschickt.

Samstag Abend lud ihn die Polizei zu einem Verhör vor und verhängte bei ihm Hausarrest bis zu seiner heutigen Gerichtssitzung.

Der verwundete junge Mann erwartet Anklagen, zu denen "Angriff auf Siedler" gehört, obwohl er von ihnen angegriffen wurde, als er die Moschee verließ.

Außerdem wurden die beiden jungen Männer, die ihm die dringend nötige erste Hilfe leisteten, Osama Halhouli und Mohammad Awad, nach Haifa gebracht; sie erhielten die Anordnung Jerusalem nicht mehr zu betreten, bis ein Richter über ihre Fälle beraten hätte.                            Quelle       Übersetzung: K. Nebauer
 



frühere texte UND TAGE finden sie Archiv >>>

 

 

 

 

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