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Verbot der Ausstellung

Breaking the Silence -  in Köln

 

 

Die Volkshochschule Köln wollte die Ausstellung eigentlich anlässlich des 50. Jubiläumsjahres der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen, im Oktober, zeigen.

 



 

 


Chronologie

 

17. 6. 2015 -

Presse-Information Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - Laurenzplatz 4, 50667 Köln - Zur Diskussion um die Ausstellung „Breaking the Silence“ Kölner Arbeitskreis Israel-Palästina bereitet Präsentation für 2016 vor.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel und des Jubiläums „55 Jahre Jugendaustausch zwischen Köln und Tel Aviv-Yafo“ hat die Stadt Köln ein Jubiläumsprogramm vorbereitet, dessen zentrale Veranstaltungen im Laufe der Sommermonate stattfinden. Darunter sind die Fotoausstellung „Ihr glücklichen Augen“ von Rudi Weissenstein, das Benefizessen zugunsten des Kölner Friedenskindergartens im Tel Aviver Stadtteil Jaffa und das Rathausgespräch zum Jugend-, Schüler und Freiwilligenaustausch zwischen den beiden
Partnerstädten. Als offizieller Vertreter der Stadt Tel Aviv-Yafo wird Micki Gitzin, Mitglied des Rates der Partnerstadt, vom 19 bis 23. Juni 2015 zu Besuch in Köln sein. Ziel der Veranstaltungen sind die Förderung des gegenseitigen Verständnisses, der Toleranz und des weiteren Ausbaus und die Vertiefung der engen freundschaftlichen Beziehungen.

Im erweiterten Rahmenprogramm war auch geplant, Mitte Oktober bis Anfang November die Ausstellung „Breaking the Silence“ im dann neu eröffneten Studienhaus der Volkshochschule Köln zu zeigen. Diese Ausstellung ist von der gleichnamige Initiative israelischer Reservisten, die in Tel Aviv ihren Sitz hat, zusammengetragen worden und setzt sich kritisch mit dem Vorgehen der israelischen Armee in den besetzten palästinensischen Gebieten auseinander. Noch in der Phase der Vorbereitung mehrten sich Stimmen, die die Stadt Köln vor negativen Wirkungen insbesondere in Hinblick auf die Mehrung von israelfeindlichen und antisemitischen Ressentiments warnten und im Jubiläumsjahr und im Rahmen der Feierlichkeiten falsch platziert sahen. Diese Hinweise verschiedener Partner hat die Stadt Köln ernst genommen. Da für eine differenzierte Präsentation und thematische Einbettung der Ausstellung nicht genug Zeit zur Verfügung stand, hat Oberbürgermeister Jürgen Roters entschieden, die Ausstellung nicht im Rahmen des Jubiläumsprogramms zu zeigen.

Stattdessen soll die Ausstellung im Frühjahr 2016 in einem angemessenen Kontext präsentiert werden. Der Kölner Arbeitskreis Israel-Palästina, zu dem Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen für den Nahost-Friedensprozess tätigen gesellschaftlichen Gruppen gehören, wird dazu in den nächsten Monaten im Dialog weiter an einem Konzept arbeiten, das der komplexen Situation im Nahen Osten gerecht werden soll. -gt-

 

Die Absage der Ausstellung von „Breaking the Silence“ in Köln durch den Bürgermeister ist einer der leider „üblichen“ Skandale den die Verhinderungslobby Israels inszeniert. - Erhard Arendt -  Das ein Bürgermeister Roters auf diese Aktion der israelischen Botschaft in Zuammenarbeit mit christlich-jüdischen Organisationen (nur der Zentralrat fehlt bisher) hereinfällt spricht für seine Wahrnehmungs- Verdrängungsfähigkeit. Es ist nun doch etwas anderes, ob man der Opfer gedenkt oder ihnen zur Seite steht.

Es ist nicht das erste Mal, dass Roters als Verteidiger eines Unrechtstaates aktiv wird. Jürgen Roters (SPD) hat am 17. Dezember 2010 eine Resolution gegen die Kölner Klagemauer erlassen, in der er die sofortige Entfernung der “Kölner Klagemauer” fordert. (Die Kölner Klagemauer wird seit 1991 von Walter Herrmann betrieben.)

In diesem aktuellen Verhinderungsfall ist es schon eine besondere Leistung, dass ein deutscher Oberbürgermeister den Anstand verliert und einer jüdischen Gruppe von ehemaligen Soldaten, die auf Verbrechen ihrer Armee, ihrer Regierung hinweisen dies verweigert.

Man glaubt, dass 50-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen  Deutschland und Israel, einem Unrechtstaat der täglich mordet, zerstört, Land raubt,  feiern zu müssen. Der grausamen Wirklichkeit, den dieser Unrechtsstaat tagtäglich erzeugt entziehen man sich. Wieder einmal steht man auf der Seite des Täters, gegen die Opfer.

 Nun steigert die Stadt Köln, sich herausreden wollend noch das Ganze: „Stattdessen soll die Ausstellung im Frühjahr 2016 in einem angemessenen Kontext  präsentiert werden. Der Kölner Arbeitskreis Israel-Palästina, zu dem Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen für den Nahost-Friedensprozess tätigen gesellschaftlichen Gruppen gehören, wird dazu in den nächsten Monaten im Dialog weiter an einem  Konzept arbeiten, das der komplexen Situation im Nahen Osten gerecht werden soll.“

Betrachtet man die Mitglieder dieses Arbeitskreises kann man an einer ausgewogenen Darstellung mehr als zweifeln. Die "verschiedenen für den Nahost-Friedensprozess tätigen gesellschaftlichen Gruppen gehören" gehören nicht diesem Arbeitskreis an. Es  sitzen  da eben diese „christlich-jüdischen“ Verhinderer die jetzt auch aktiv waren.

Keine palästinensische Vereinigung, keine Einzelpersönlichkeit, die für eine Ausgewogenheit stehen würde ist dort zu finden. Es ist zu erwarten, dass  eine weitere, die grausame Wirklichkeit in Palästina verschleiernde, überdeckende, verleugnende Veranstaltungsreihe ablaufen wird.

 

 

Mir sind bisher keine Argumente bekannt geworden, mit denen Sie das Verbot der Ausstellung begründet hätten. - "Ferien vom Krieg"" -  Koordinatorin der Aktion von 1997 bis 2013 - Helga Dieter Flussgasse - Herrn Oberbürgermeister Roters - Rathaus - 50475 Köln (pdf)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, ich wende mich wegen Ihres Verbots der Ausstellung „Breaking the silence“ in den Räumen der Stadt Köln mit großer Besorgnis an Sie. Da ich vermutlich zu den sehr wenigen Personen in Deutschland zähle, die in den letzten Jahren Kontakte zu Hunderten von jungen Menschen aus Israel pflegten, die zudem fast alle gerade den Militärdienst absolviert hatten, möchte ich Ihnen von der Aktion „Ferien vom Krieg“ berichten, zumal diese mit Köln eng verbunden ist und über die Sie von arte bis zdf, vielleicht schon gehört haben.

Mir sind bisher keine Argumente bekannt geworden, mit denen Sie das Verbot der Ausstellung begründet hätten. Interventionen von außen sollen Sie dazu veranlasst haben. Das scheint einem Mangel an Hintergrundsinformationen geschuldet zu sein. Auch ich war lange naiv und unwissend, was die Entwicklungen in Israel betrifft. Deshalb möchte ich Ihnen einen Einblick in authentische Aussagen junger israelischer Soldaten geben, wie sie mir vielfach vorliegen und noch nicht veröffentlicht sind. Den komplexen Zusammenhang kann ich nicht auf ein paar Briefzeilen verkürzen,
Deshalb empfehle ich, dass Sie sich eine Stunde Zeit nehmen für das vielfältige Material, das ich für Sie zusammengestellt habe: über die gesellschaftliche Bedeutung des Militärs in Israel; die mehrfache Inhaftierung von jungen Verweigerern in Militärgefängnissen; die Nachwirkungen der psychischen Verletzungen; das fluchtartige Verlassen des Landes nach dem Wehrdienst; die Erleichterung, wenn beim Sprechen der innere Druck nachlässt; die Dankbarkeit gegenüber der Interviewerin, einer Ausländerin – auch noch Angehörige des Tätervolkes. (Alle Zitate habe ich schnell und unsystematisch zusammengestellt, denn unser Interesse bei der Bearbeitung liegt auf der Dynamik der sozialen Prozesse zwischen den „feindlichen“ Gruppen. Solche Dialogprojekte sind selten und werden auf beiden Seiten mit unterschiedlichen Gründen kritisiert. Eine gründlichere Sichtung der Interviews, die noch gar nicht alle übersetzt und verschriftlicht sind, würde sicher noch prägnantere Aussagen erlauben.)

Ich hoffe, dass Sie Ihre Entscheidung nach der Lektüre dieses Schreibens und anderer Briefe korrigieren werden. Das Zugeben von Irrtümern zeigt Stärke – auch bei einem Oberbürgermeister! Mit freundlichen Grüßen Helga Dieter  >>>


 


Haben deutsche Politiker nicht aus der Geschichte gelernt? - Albert Ettinger - Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, Stimmt es wirklich, dass Sie die Ausstellung „Breaking the Silence“ abgesagt haben? Falls ja: Sind Sie sich der Tatsache bewusst, dass Sie damit, zumindest indirekt, couragierten Menschen einen Maulkorb erteilen? Menschen, die ihr Gewissen dazu treibt, Kriegsverbrechen und gröbste Menschen- und Völkerrechtsverstöße anzuprangern – auch und gerade dann, wenn sie von ihrem eigenen Staat begangen werden. Von einem Staat, der vorgibt, der Staat aller Juden zu sein und sich anmaßt, ausgerechnet in ihrem Namen, im Namen der Opfer von Auschwitz und ihrer Nachkommen zu handeln, wenn er Hunderte palästinensischer Kinder tötet.

Ich kenne sehr wohl, als Germanist und Deutschlehrer, die besondere Rücksicht oder besser Nachsicht, die man in Deutschland glaub,t walten lassen zu müssen, wenn es um die Politik Israels und die Kritik an ihr geht. Auch ich denke, dass aus der jüngeren deutschen Geschichte eine besondere Verantwortung und Verpflichtung deutscher Politik erwächst: Die Nazi-Verbrechen sollten in der Tat dazu führen, dass die wichtigste moralische Maxime deutscher Politik lauten müsste: „Nie wieder!“ Nie wieder Krieg, nie wieder Gewalt und Terror, nie wieder das unbeschränkte, rücksichtslose, brutale Recht des Stärkeren, nie wieder Herrenmenschentum, nie wieder Landraub und Eroberung, nie wieder Entrechtung, Enteignung, Entmenschlichung und Knechtung ganzer Völker! Folgt aber die deutsche Politik dieser Maxime, wenn sie über alle Völker- und Menschenrechtsverstöße Israels hinwegsieht und sich international zum Komplizen seiner Siedlungs-, Annexions- und Aggressionsstrategie macht? >>>

 

 

 

16. 6. 2015

AUDIO  - Antisemitismus-Vorwurf gegen Israelis - Köln sagt "Breaking the Silence"-Ausstellung ab. - Andrea König, Leiterin Kulturhaus Helferei Zürich, im Gespräch - Moshe Zimmermann sagt: "Eine haarsträubende Kapitulation" >>>


 

In Köln nicht willkommen - Eine israel-kritische Ausstellung mit Fotos aus den besetzten palästinensischen Gebieten ist vom Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) auf Bitten der israelischen Botschaft für unerwünscht erklärt worden.

- Bernd Dörries und Peter Münch - Jetzt müssen sie doch schweigen, obwohl es ja genau das war, was sie brechen wollten, das Schweigen. Von Oktober an wollte die Organisation "Breaking the Silence" Fotos aus den besetzten palästinensischen Gebieten präsentieren. Fotos, die israelische Soldaten dort gemacht haben, Fotos, die wehtun. Die Ausstellung soll zeigen, wie sich das Leben anfühlt für die Palästinenser zum Beispiel in Hebron, ihrer zweitgrößten Stadt. Wo sie nur das machen dürfen, was israelische Soldaten und Siedler ihnen erlauben.

Bis zum Wochenende lief die Ausstellung in Zürich, davor war sie auch schon im Berliner Willy-Brandt-Haus zu sehen. Um Köln wird sie nun einen Bogen machen müssen, Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hat die Ausstellung in der örtlichen Volkshochschule für unerwünscht erklärt. Auf eine Bitte der israelischen Botschaft hin. Die Ausstellung passe nicht zum Charakter des 50-jährigen Jubiläums der deutsch-israelischen Beziehungen. Es seien antisemitische Ausfälle zu befürchten, lässt Roters mitteilen. Dabei waren solche Ausfälle aus Zürich und Berlin bisher gar nicht bekannt.

Die Reaktionen sind heftig in Köln. Roters, so meinen viele, müsse sich fragen lassen, ob er durch das Verbot nicht genau jene antiisraelischen Reaktionen schüre, die er eigentlich zu verhindern vorgibt. Der israelische Historiker Moshe Zimmermann spricht im Kölner-Stadt-Anzeiger von einer "haarsträubenden Kapitulation Kölns". Es gehe bei der Ausstellung um Meinungsfreiheit und nicht um Antisemitismus.

Jehuda Schaul, den Gründer von "Breaking the Silence", erreichte die Ausladung per E-Mail. Enttäuschung über die Kölner Entscheidung will er sich nicht anmerken lassen. Umso deutlicher aber kritisiert er den Druck aus Israel, der zum Kölner Einknicken führte. "Die Regierung zeigt leider Israel als einen Staat, der Kritiker stillstellt" >>>

 


„Kölns Kapitulation ist haarsträubend“ - Der israelische Historiker Moshe Zimmermann kritisiert vor allem die Stadt Köln für die Absage der „Breaking the Silence“-Ausstellung. Es gehe bei der Organisation um Meinungsfreiheit - und nicht um Antisemitismus. Von Michael Hesse

Herr Zimmermann, in Köln wurde die Ausstellung der Organisation „Breaking the Silence“ abgesagt, die kritisch über den israelischen Militäreinsatz berichtet. Wie bewerten Sie das? - Es gibt in der israelischen Politik eine Angst vor Angriffen gegen den Staat Israel und dessen Legitimität. Aus diesem Grund sieht es die Botschaft als ihre Aufgabe an, präventiv zu arbeiten.

Was bedeutet das konkret?
- Das bedeutet, dass man im Außenministerium Israels und der Botschaft den Menschen in diesem Fall weniger Freiraum für das Grundrecht der Rede- und Meinungsfreiheit einräumen will, als dies in Israel der Fall ist. Und dies soll sogar für die Meinung von Israelis im Ausland gelten? Es geht hier ja nicht um eine Attacke von Nichtjuden gegen Juden, sondern um Israelis, die ihre Meinung äußern. >>>


 

 

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost - Zur Absage der Ausstellung von Breaking the Silence in Köln - 16. Juni 2015 - Herrn Oberbürgermeister Roters, Stadt Köln

Sehr geehrter Herr Roters, Medienberichten in Deutschland und Israel konnten wir entnehmen, dass Sie sich für die Absage der Ausstellung von Breaking the Silence in Köln entschieden haben. Die offizielle Begründung dafür sei, diese Ausstellung passe nicht zu den Feiern des Jubiläumsjahres der diplomatischen Beziehung zwischen Israel und Deutschland.

Dies deutet darauf hin, dass Sie diese Feierlichkeiten lieber eher unkritisch betrachten wollen und damit aber gleichzeitig und unausweichlich mit unseren Steuergeldern eine Verstärkung der „silence“ fördern. Als jüdische deutsche StaatsbürgerInnen bzw. Juden und Jüdinnen, die hier im Lande Steuern zahlen, protestieren wir gegen die Förderung undemokratischer Werte und Vorgehensweisen.

Breaking the Silence ist eine israelische Organisation, die das Vorgehen der israelischen Armee in den besetzten palästinensischen Gebieten dokumentiert. Sie versteht sich – was in deutschen Augen komisch sein mag – als unpolitisch, da sie weder von den SoldatInnen einfordern, für ihre Taten Verantwortung zu übernehmen, noch zu einer Verweigerung des Militärdienstes aufrufen. Die Bedeutung und Stärke der Organisation liegt darin, dass TäterInnen von ihren Verbrechen berichten. Das entzieht der mit viel Aufwand verbreiteten Propaganda des israelischen Staatsapparates den Boden. Deshalb versucht die israelische Botschaft in Deutschland, wie auch in der Schweiz, solche Organisationen gerade im Ausland mundtot zu machen. In Israel werden Menschenrechtsorganisationen wie Breaking the Silence verfolgt, ihnen wird Betrug und „Nestbeschmutzung“ sowie Selbsthass vorgeworfen. Somit soll die Mehrheit der jüdisch-israelischen Bevölkerung nur weiter in ihrer ohnehin schon leider überwältigenden Zustimmung für die aggressive und destruktive Politik Israels bestärkt werden.

Das 50-jährige Jubiläum der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel war Anlass für viele Veranstaltungen in der Republik. Anders als die Stadt Köln trauten sich andere Veranstalter, diese auch kritisch zu betrachten, wie z.B. Deutschlandradiokultur, das von der großen Auswanderung von Israel nach Deutschland berichtete. Das duldet die israelische Botschaft natürlich noch. Wenn allerdings die Verbrechen der israelischen Besatzungsmacht von dem Besatzer selbst freiwillig aus Schuld und Scham zugegeben werden, widerspricht dies dem angestrebten Idealbild von Israel, das anscheinend nicht nur die israelische politische Klasse, sondern auch ein Teil der deutschen propagieren will.


Israel ist auf einer undemokratischen Struktur gegründet: Seit seiner Gründung vor 67 Jahren besteht ein Ausnahmezustand im Lande. Pressefreiheit wird zensiert, eine interreligiöse Eheschließung ist unmöglich, Schulen bekommen Boni je nach dem Prozentsatz der SchülerInnen, die nach dem Schulabschluss Kampfeinheiten im israelischen Militär beitreten, und Universitäten erstatten dem Inneren Sicherheitsdienst Bericht über die politischen Einstellungen ihren AbsolventInnen. All das wäre im heutigen Deutschland aufgrund der hierzulande herrschenden Strukturen unvorstellbar. Wenn es aber um Israel geht haben Sie anscheinend Angst, diese Strukturen zu zeigen, selbst wenn sie von jüdischen Israelis – wie Breaking the Silence – angeprangert werden.

Sie begründen Ihre Entscheidung mit der Angst, eine solche Ausstellung könnte antisemitische Reaktionen hervorrufen. Damit opfern Sie die Wahrheit und Meinungsfreiheit auf dem Altar Ihrer Angst. Angst jedoch war und ist in vielen totalitären Systemen das ultimative Mittel, Menschen zum Schweigen zu bringen. Auch wenn die Ausstellung Auslöser für antisemitischen Reaktionen gewesen wäre: Denken Sie wirklich, dass ein Verbot eine gute Reaktion auf diese Angst bzw. ihre mögliche Erfüllung gewesen wäre? Haben Menschen mit antisemitischem Gedankengut nun keinen Anlass mehr zu denken, dass „der Judenstaat“ (zu) viel Macht über deutsche Politiker ausübt?

Genau solche undemokratischen Verbote lassen Juden und Jüdinnen einerseits als eine einheitliche, angeblich in ihrem Verhalten immer ideale Gruppe erscheinen, die andererseits – wie viele VerschwörungstheoretikerInnen glauben – viel Macht über die Politik ausübt. Die brutale Politik Israels ist in Zeiten des Internets längst kein Geheimnis mehr: Eine einfache Googlesuche bringt die Homepage von Breaking the Silence als eines der ersten Ergebnisse zum Vorschein. Ihre Absage erachten wir daher eher als einen sehr bedauerlichen Beitrag zu antisemitischem Gedankengut als das von ihnen beabsichtigte Gegenteil dessen.

Wir rufen Sie demgemäß dazu auf, Ihre Fehlentscheidung zu revidieren. Mit freundlichen Grüßen, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost Iris Hefets, im Namen des Vorstandes
 

 

Lillian Rosengarten, Mitglied im Internationalen jüdischen antizionistischen Netzwerk (IJAN), schrieb einen Protestbrief an den Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters


Dear Mr Juergen Roters, I am Lillian Rosengarten born in Frankfurt in 1935 and a refugee fro Nazi Germany. I now live in New York. I hope you do not mind my writing in English to you.

I was the only American on the Jewish Boat that tried to break the siege in Gaza in September 2010. We were four elderly Jews , our Jewish captain Glyn Secher and two Israeli refusenik's Yonatan Shapiro and his brother Itamar. On board we had Reuven Moscovitz, an 85 year old Holocaust Survivor who lives in Israel and Rami Elahan an Israeli whose 14 year old daughter was murdered by a suicide bomber.

I am in mourning as a Jew for the crimes we are causing in Israel/Palestine. I understand Zionism but I see it as a modern day catastrophe. It is a racist ideology. I must ask this question. Do Jews who have been victimized and brutalized have the moral right to occupy and disenfranchise another people?

I am a Jew and I love my people but we can no longer remain silent for then we are complicit with the crime of apartheid and human rights horrors.

It is NOT ANTI-SEMITIC to oppose apartheid . Israel can never be free until Palestine is free.

I have written a book translated into German last year. "Ein bewegtes Leben: Von den Schatten Nazi- Deutschlands Zum judischen Boot nach Gaza(Zambon) In September I will be doing a speaking tour (in Germany) in Germany.

I ask you to reconsider and allow the exhibition "Breaking The Silence" to be shown. You will be supporting freedom and standing up against 48 years of apartheid and humiliation of the Palestinian people.You will also be admired by many. I embrace you with peace and hope, Lillan Rosengarten

 

 

Siegfried Ullmann  - Herrn Oberbürgermeister Roters - Stadt Köln - oberbuergermeister@stadt-koeln.de

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters,  ich möchte Sie bitten, das von Ihnen verfügte Verbot der geplanten Ausstellung von „Breaking the Silence“ in den Räumen der VHS, das eindeutig gegen Artikel 5 des Grundgesetzes verstößt, zu überdenken und aufzuheben.
Der israelischen Regierung und ihren Unterstützern mag es zwar unangenehm sein, daß die Berichte ehemaliger israelischer Soldatinnen und Soldaten über die Vorgehensweise des israelischen Militärs in den völkerrechtswidrig besetzten palästinensischen Gebieten veröffentlicht werden, aber das ist kein Grund, die eindeutig wahrheitsgemäßen Aussagen zu unterschlagen. Aus den sich durch die Ausstellung ergebenden Fragen und Diskussionen würden diese ohnehin in den von Ihnen geforderten größeren Kontext gestellt.

Das von Ihnen ausgesprochene Verbot wird zudem zu antiisraelischen und vielleicht sogar zu antisemitischen Reaktionen beitragen, weil es den großen Einfluß der israelischen Botschaft und deren Unterstützer auf unsere willfährigen Politiker veranschaulicht. Das mutige Beispiel der israelischen Soldaten und Soldatinnen, die die Ihnen während Ihres Militärdienstes befohlenen Taten im Nachhinein hinterfragen, dürfte hingegen zu einem differenzierterem Bild von jüdischen Israelis und zu einer Verringerung von antisemitischen Vorurteilen beitragen.

Eine Übersetzung von Aussagen ehemaliger israelischer Soldatinnen und zwei andere Texte füge ich als Anlage bei. Alle, die auf Mißstände und Menschenrechtsverletzungen hinweisen, sollten unsere Unterstützung erhalten, so wie zum Beispiel von Stéphane Hessel in seinem Aufruf „Empört Euch“ gefordert. Da stehen Sie offensichtlich auf der falschen Seite.

Für eine Stellungnahme wäre ich Ihnen dankbar. Mit freundlichen Grüßen Siegfried Ullmann    3 Anlagen
 1 - 2 - 3

 

 

15. 6. 2015

Offener Brief von  Martin Breidert  an den Oberbürgermeister von Köln, Roters -  Betreff: Verbot der Ausstellung "Breaking the Silence" -  An: oberbuergermeister@stadt-koeln.de

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters,  die von Ihrem Sprecher geäußerte Behauptung, die Ausstellung Breaking the Silence könne zu antisemitischen Reaktionen führen (s. Anhang ZEIT-online 12.6. 2015), ist Spekulation und basiert auf Mutmaßungen. Tatsächliche antisemitische Äußerungen könnten, sofern sie strafrechtlich relevant wären, justiziabel sein. Davon haben Kölner Gerichte bereits in der Vergangenheit reichlich Gebrauch gemacht. Es ist jedoch rechtlich mehr als fragwürdig, bereits im Vorgriff auf angebliche antisemitische Reaktionen eine Ausstellung zu verbieten, wie Sie es getan haben.

 Es ist besonders pikant und brisant, dass Sie als nichtjüdischer Oberbürgermeister einer jüdisch-israelischen Organisation einen Maulkorb verhängen. Im übrigen befördern die Intervention der israelischen Botschaft und Ihr Verbot genau jene Haltung, welche die Botschaft und auch Sie als Oberbürgermeister meinen bekämpfen zu müssen.

 Die israelischen Soldaten brechen ihr Schweigen und wollen öffentlich die Frage stellen, inwiefern die israelische Armee Kriegsverbrechen begangen hat und begeht. Diese Frage kann nicht per Ordre de Mufti eines Oberbürgermeisters unterbunden werden.

Collage zum vergrößern anklicken


 Pikant und brisant ist auch, dass diese Ausstellung bereits im September 2013 im Willy-Brandt-Haus in Berlin gezeigt wurde:

 https://www.medico.de/virtuelle-fuehrung-durch-die-ausstellung-von-breaking-the-silence-14456/

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Ihr Verbot wird dazu führen, dass die Ausstellung erst recht von vielen Interessenten im Internet angesehen wird. 

Wer genau hinsieht, wird unter den Ausstellungsbesuchern die Witwe des verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau entdecken.

 Offenbar hatte die Führungsspitze Ihrer Partei keine Probleme mit der Ausstellung. Ich selbst habe mich damals von einem israelischen Soldaten durch die Ausstellung führen lassen. Und danach hatte ich Gelegenheit, in Ostjerusalem einen Vortrag von Dana Golan zu hören. Sie ist Sprecherin von Breaking the Silence und hat jetzt ihren Wohnsitz in Köln, ist also Ihre Bürgerin.

 Die israelische Botschaft, die angeblich die einzige Demokratie im Nahen Osten vertritt, beweist - ebenso wie ihre Regierung in Jerusalem - , dass sie von einem demokratischen Grundverständnis, zu der in jedem Falle Meinungsfreiheit gehört, weit entfernt ist.

 Dasselbe gilt offensichtlich auch für Sie, Herr Oberbürgermeister. Als williger Vollstrecker der Israel-Lobby haben Sie die Meinungsfreiheit unterdrückt und bewiesen, dass Sie ein fragwürdiges Verständnis von Demokratie haben. Zwar folgen Sie damit dem zweifelhaften Vorbild Ihres Kollegen in Neuss, aber auch er hat mit seinem Verbot einer VHS-Ausstellung zu Israels Militärregierung keineswegs Schaden von seiner Stadt abgewendet, sondern das Ansehen der Stadt Neuss massiv beeinträchtigt.

 Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Sie sind durch Ihren Amtseid an das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gebunden. Dort heißt es im Art. 5, Abs. 1, Satz 3: „Eine Zensur findet nicht statt.“ Durch ihre Intervention haben Sie m. E. Ihren Amtseid verletzt.

 Ich bitte Sie, Ihren Adlatus Frieder Wolf, den "Kölschen Außenminister", von mir zu grüßen. Er hat Ihre Entscheidung vorbereitet und damit weder der Stadt Köln noch dem Staat Israel noch der Demokratie einen Dienst erwiesen.  Mit freundlichen Grüßen  Martin Breidert

 



VIDEO -
Virtuelle Führung durch die Ausstellung von Breaking the Silence - Ein Fazit - 6500 Besucher besuchten die Ausstellung "Breaking the Silence. Zeugnisse einer Besatzung – Israelische Soldaten berichten". Ein enormer Andrang angesichts einer ungewöhnlich kurzen Ausstellungsdauer von zwei Wochen. Für alle, die es nicht geschafft haben, sich die Ausstellung in Berlin anzuschauen: Im Film können Sie sich durch den Aktivisten Nadav Bigelman durch die Ausstellung führen lassen >>>

 


Mehr zum Thema auf einer Sonderseite >>>


 

 

14. 6. 2015

 Kölns Oberbürgermeister Roters ein Erfüllungsgehilfe der Israel-Lobby? - Semit - Gastbeitrag - Günter Schenk - Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, Ihre Entscheidung – ist es Ihre Entscheidung oder haben Sie sich zu einem willigen Vollstrecker von Lobby-Gruppen? – anlässlich der Erinnerung an 50 Jahre Beziehungen Bundesrepublik-Israel, die Ausstellung von Veteranten der Armee Israels “Breaking the Silence” zu untersagen, ist im höchsten Maß beunruhigend.

Wer das Schweigen über Verfehlungen und Verbrechen brechen will, wo weiteres Schweigen ungewollt zu Komplizenschaft mit Fehlentwicklungen und Verbrechen führt, leistet etwas für gute Beziehungen zwischen unseren Staaten. Wenn Sie aber lieber nicht nur selbst schweigen (was selbst schon die Alarmglocken wacher Bürger läuten lassen müsste), zudem aber andere am Brechen des Schweigens hindern wollen, so bringt das Menschen mit Gewissen in schiere Wut uns Entsetzen.

Dass dafür ein deutscher Sozialdemokrat, Bürgermeister einer traditionell der Toleranz, wie auch “christlichen Werten” verbundene Großstadt am Rhein Verantwortung übernimmt, ist schlichtweg nicht hinnehmbar. Wie wollen Sie in Zukunft Bürgern Kölns erklären, Bürgerverantworung setzt wache Bürger mit entwickeltem Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft voraus?
Dass Ihre Entscheidung, sehr geehrter Herr Roters, inzwischen weit über deutsche Grenzen, bis nach New York und Tel Aviv Wellen geschlagen hat, sollte Sie beunruhigen. Ihre Aufgabe, anstelle Erinnerung zu be-, schlimmer noch zu verhindern, muss vielmehr die Förderung von Erinnerungskultur und ständiger Bereitschaft zur Gewissensprüfung von Bürgern sein. Ganz besonders wenn es sich um Befehlen unterliegenden Beamten, Soldatinnen und Soldaten handelt. Darin haben Sie mit dem Einknicken vor einer schändlisch agierenden Lobby schwere Verantwortung auf sich geladen. Sie haben nicht nur das Ansehen einer der ältesten Städte Deutschlands geschädigt >>>




Sehr geehrter Herr Röters, aus der
ZEIT "Man kann die Ausstellung nicht zeigen, ohne sie in einen größeren Kontext zu stellen", sagte der Sprecher der Stadt Köln. Sie passe auch nicht zu den Feiern des Jubiläumsjahres, die vor allem das Versöhnliche betonen sollten." WER hat Ihnen die Erlaubnis gegeben, zu feiern? Die Palästinenser sicherlich nicht (haben Sie die Menschen im Konzentrationslager Gaza gefragt? SICHER nicht). Haben Sie etwas von der Nakba gehört, gelesen, GESEHEN...in einer Ausstellung? UM eben, die Feierlichkeiten in einem ANDEREN Kontext zu 'spüren'?

Nun, sollen GEGENWÄRTIGE VERBRECHEN gezeigt werden. Ich fordere Sie auf, im Jahr 2015!!! Ihre Einseitigkeit Israel gegenüber 'abzulegen'. Dann auch, wird der Kontext 'größer'. Diese Mail geht auch an Palästina-Portal Betreiber Herr Erhard Arendt und an Verleger Herrn Abraham Melzer. Kennen Sie seine Einstellung über Ihr 'SHOW OF SILENCE'? - Mit freundlichen Grüßen F. S.

 


Kölner „Breaking the Silence“-Ausstellung abgesagt - Nach Protesten der israelischen Botschaft und christlich-jüdischer Organisationen hat die Volkshochschule Köln eine „Breaking the Silence“-Ausstellung abgesagt. Die Ausstellung könne antisemitische Reaktionen auslösen, lautet die Begründung. >>>

 

 

13. 6. 2015

Breaking the Silence - Köln sagt Israel-kritische Ausstellung ab - Ehemalige israelische Soldaten kritisieren die Armee des Landes. Mit ihrem Verein Breaking the Silence wollten sie in Köln ausstellen. Israels Botschaft verhinderte das. Nach Protesten der israelischen Botschaft hat die Stadt Köln eine Ausstellung der israelischen Organisation Breaking the Silence abgesagt. Ein Sprecher der Stadt bestätigte israelische Medienberichte.

Die Volkshochschule Köln wollte die Ausstellung im Rahmen des Jubiläums von 50 Jahren diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik zeigen. Dagegen habe die israelische Botschaft in einem Brief an die Stadt Köln protestiert, sagte der Sprecher.

Außerdem hätten mehrere christlich-jüdische Organisationen gewarnt, dass die Ausstellung antisemitische Reaktionen hervorrufen könne. Daraufhin habe Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) entschieden, die für Mitte Oktober geplante Ausstellung abzusagen.

"Man kann die Ausstellung nicht zeigen, ohne sie in einen größeren Kontext zu stellen", sagte der Sprecher der Stadt Köln. Sie passe auch nicht zu den Feiern des Jubiläumsjahres, die vor allem das Versöhnliche betonen sollten.

Derzeit ist die aktuelle Ausstellung von Breaking the Silence in Zürich zu sehen. 2012 zeigte das Willy-Brandt-Haus in Berlin bereits eine Schau der Organisation mit Fotos, die israelische Soldaten während ihres Militärdienstes gemacht hatten, um den Besatzungsalltag zu dokumentieren. >>>

 

Israelischer Protest - Köln sagt umstrittene Ausstellung ab - Die für Oktober geplante Ausstellung in Köln über den Nahost-Konflikt hat den Zorn Israels erregt. Mit Erfolg. Jetzt hat Kölns OB Roters sie abgesagt. >>>
 

 

Breaking the Silence exhibition thwarted in Germany - Israeli Embassy in Germany succeeded in having the exhibition cancelled claiming it had no connection with the celebration of the jubilee anniversary of Israeli-German relations. - Itamar Eichner - The Israeli Embassy in Germany succeeded in thwarting an exhibition by a left-wing NGO that was supposed to take place in Cologne as part of the celebration of the 50th anniversary of relations between Israel and Germany.

Breaking the Silence is an organization that has been collecting testimony from IDF soldiers serving in Palestinian territories since the Second Intifada. In line with the organization's highly publicized actions, they tried, among other things, to stage an exhibition of photographs taken by soldiers during their service in Palestinian territories, which do not always paint Israel in a positive light. >>>

 

Abraham Melzer - Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters, ich habe mit Entsetzen und tiefster Enttäuschung die Nachricht gelesen, dass Sie nach „Protesten der israelischen Botschaft“ die Ausstellung „Breaking the Silence“ abgesagt haben. In Zürich stößt diese Ausstellung auf großes Interesse. Der Andrang der Besucher ist „überwältigend“. Auch in der Schweiz hatte die israelische Botschaft kritisiert und alles getan, damit die Ausstellung abgesagt würde. Die Schweizer sind aber nicht eingeknickt, wie Sie und wie es in Deutschland inzwischen Routine ist, wenn es um Ausstellungen wie die „Nakba“, die den israelischen Behörden und vor allem dem israelischen „Hasbara“ (Propaganda) Ministerium nicht passen.

Wir Deutsche sind leider Opfer von unfähigen, rückgratlosen Politikern, Gewerkschaftsbossen und Kirchenoberen, die nicht den Mut haben der israelischen Botschaft und dem Zentralrat der Juden zu sagen, dass sie sich gefälligst in kulturellen Angelegenheiten der Deutschen nicht einmischen sollen.

Als Jude und Deutscher, als deutscher Jude, protestiere ich gegen diese Feigheit, gegen diesen Opportunismus und gegen die Verletzung unseres Grundgesetzes, der ausdrücklich in Artikel 5 sagt: (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Es sind immer wieder dieselben Organisationen, die diese Freiheit verhindern, weil sie damit den Staat Israel und seine Menschenrechte verletzenden Politik schützen wollen. Es sind die Synagogengemeinden geführt und geleitet vom Zentralrat, es ist die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und vor allem ist es auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft. Alle behaupten immer wieder, auch im Falle der Nakba-Ausstellung, dass solche Ausstellungen „antisemitische Reaktionen hervorrufen könnten.“ Antisemitische Reaktionen würde aber die Absetzung hervorrufen, denn die Bevölkerung ist nicht dumm und nicht naiv und sie hat es nicht gerne bevormundet zu werden von einer israelischen Botschaft, die besser schweigen sollte und ihren Soldaten ermöglichen sollte ein anderes Schweigen zu brechen.

Die Ausrede Ihres Amtes, dass man „die Ausstellung nicht zeigen kann, ohne sie in einem größeren Kontext zu stellen“, ist mehr bzw. weniger als dürftig. Welcher „Kontext“ schwebt Ihnen da vor? Mit solchen Ausreden zeigen Sie doch nur, dass Sie der Meinung sind, das „das Volk“ nicht reif ist für solche Ausstellungen, die aber das Willy Brandt-Haus in Berlin bereits gezeigt hat, ohne dass es zu antisemitischen Reaktionen gekommen ist.

Die Ausstellung ist der israelischen Botschaft und dem Zentralrat der Juden, der sich als zweite israelische Botschaft versteht, peinlich. Das ist auch gut so. Aber das darf doch kein Grund sein sie dem deutschen Publikum zu enthalten.

Zeigen Sie Zivilcourage und nehmen Sie ihre Absage zurück. Die Bürger der Stadt Köln werden es Ihnen danken und auch ich, als ehemaliger Kölner werde es Ihnen danken.


In den Auseinandersetzungen um die Nakba-Ausstellungen haben mehrere Gerichte unabhängig voneinander entschieden, dass die Behörden kein Recht hatten sich einzumischen bzw. abzusagen. Das könnte auch in diesem Fall passieren, wenn jemand Sie verklagen sollte.

Mit freundlichen Grüßen Abraham Melzer Jüdischer Verleger und Publizist


PS: Es handelt sich hier um einen offenen Brief und ich fordere alle, die ihn bekommen, ebenfalls an den Oberbürgermeister von Köln zu schreiben. Schickt bitte die Kopie an mich, damit wir sie in „der-semit“ veröffentlichen können.

 

„Aus Sicht der Armee gibt es kein ethisches Problem“ -  Was israelische Soldaten der Menschenrechtsorganisation „Breaking the Silence“ über ihren Einsatz in den besetzten Gebieten berichten / Neuerscheinung bei Econ -  Rezension von Arn Strohmeyer - Wer den berühmten Satz von Kurt Tucholsky „Soldaten sind Mörder“ für eine heillose Übertreibung von Pazifisten hält, sollte das Buch der israelischen Menschenrechtsorganisation „Breaking the Silence“ lesen, das gerade im Econ-Verlag unter demselben Titel erschienen ist. Diese Organisation hat der orthodoxe Jude Jehuda Shaul gegründet, weil sich bei ihm nach seiner eigenen Militärzeit in den besetzten Gebieten (vor allem in Hebron) das Gewissen zu Wort meldete. Zum Verfasser dieser Zeilen sagte er in einem Interview 2010 in Bremen: „Für das, was ich dort getan habe, müsste ich eigentlich für den Rest meines Lebens ins Gefängnis.“ Shaul beschloss, das brutale Vorgehen der israelischen Armee (Zahal) im Westjordanland und im Gazastreifen öffentlich zu machen. Er fand genug ehemalige Soldaten, die bereit waren, über ihre (Un)Taten und Erlebnisse zu berichten. In Ausstellungen (wie jetzt in Berlin), mit Broschüren, Büchern und Videos publiziert die Organisation seitdem ihre Recherchen - sehr zum Unmut des israelischen Establishments, wie man sich denken kann. Man versucht inzwischen mit allen Mitteln, „Breaking the Silence“ mundtot zu machen.     Das jetzt erschienene Buch mit Berichten von Soldaten gehört zu den Büchern, die man eigentlich nach wenigen Seiten der Lektüre aus der Hand legen möchte, so heftig stoßen einem Widerwillen und Ekel auf. Man hält es einfach nicht für möglich, was die „moralischste Armee“ der Welt (so israelische Politiker) da so alles anstellt und für ganz „normalen Standard“ hält. Möglich ist das Vorgehen der Zahal nur, aus drei Gründen: 1. sind nach israelischer Mehrheitsauffassung Palästinenser keine Menschen oder wenn doch, dann zumindest Angehörige einer niederen Menschenart - Kolonialherren haben die von ihnen Eroberten und Unterdrückten seit jeher so behandelt; >>>
 

Sonderseite - Breaking the Silence  >>>

 
 
 

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