oo

Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

Archiv - Themen - LinksFacebook  - Sponsern Sie  -  Aktuelle TermineSuchen

 

      Start | oben

 Impressum           Haftungsausschluss        KONTAKT           Datenschutzerklärung             facebook

 

Quelle: Thyla Spezial Juli 2003 

 

 

Vorherige THYLA-Spezials findest du im Archiv.

 
 


Ein Leben für die Kunst...

 

Was für eine Homepage...! Die Menge an veröffentlichter Kunst auf diesen Seiten verhindert eine  vollständige Würdigung in dieser Laudatio. Erhard Arend ist ein Künstler, der auf den Gebieten Plastik und Malerei sowie im Architektur- und Lichtdesign zu Hause ist. Daneben betätigt er sich ebenfalls als Grafiker und Lyriker.
Auf seiner überaus harmonischen Homepage präsentiert er in gewisser Weise einen Überblick über sein Lebenswerk, aber dort werden dem Besucher auch Einblicke in Erhard Arendts Kunst ermöglicht, die weit über eine Werkschau hinausreichen. Die Poesie ist in diesem Œuvre der zentrale Bezugspunkt, von dem das universelle und interdisziplinäre Denken, Fühlen und Handeln des Künstlers überspringt auf die Besucher dieses virtuellen Ateliers.
Nicht unerwähnenswert ist auch, dass Erhard Arendt bei seiner Homepagegestaltung auf jegliches überflüssige Schmuckwerk verzichtet, was wiederum einer klaren Linie Ausdruck verleiht, die vom Betrachter als sehr angenehm empfunden wird. Die Fülle zusätzlicher Informationen, wie sehr viele Links zu unterschiedlichen Kunstseiten, die sozialkritischen Ansichten des Künstlers, seine zahlreichen Projekte und Initiativen (insbesondere das Linkportal für Verständigung und Toleranz) sowie die ausführliche und interessante Vita runden nicht nur die schlichte Perfektion dieser Seiten ab, sondern zeigen eindringlich, wie dieser engagierte Künstler in bester Beuys'scher Tradition mehr Gerechtigkeit in der Welt einfordert und seiner Kreativität in dieser Hinsicht Ausdruck verleiht.

 

Wir freuen uns, dir heute dieses besondere Kunstprojekt im THYLA-Spezial vorstellen zu können!

 

Erhard Arendt - Kunst, Gestaltung und Design

 

 
Kunst

 

 

Lyrik


Hier findest du Lyrik und Texte von Erhard Arendt. Du kannst in der Textgalerie stöbern, findest Texte kombiniert mit Bildern oder Gedichte in Flash. Du hast hier auch die Möglichkeit selbst aktiv zu schreiben - besuche die Rubrik: “Schreibe mit: Für Verständigung - gegen Gewalt".  Außerdem kannst du hier Lyrik im mp3 Format hören, Texte als PDF downloaden und Gedichte auf englisch, albanisch und persisch lesen.
 

 
Lyrik

 

 

krea(k)tivnetz


”das "krea(k)tivnetz", begonnen im juli 2001, soll ein netzwerk der im internet aktiven freizeitorientierten kreativen sein, soll ihre vielfalt zeigen. das besondere dieses netzwerkes ist, dass von jedem knoten aus, zu persönlich ausgewählten weiterführenden links weitergeleitet wird. die verbindungen, untereinander sollen sichtbar und bewusst werden. ein unsichtbares band verbindet kreative menschen zeigt ihre wandlungsfähigkeit und vielseitigkeit.ein netz von engagierten kreativen das so vielseitig ist wie es menschen sein können, wie es die gegen-wärtige kultur ist. hier sammeln sich die seiten der menschen die kreativ in eigenschöpferische tätigkeit in den unterschiedlichsten bereichen sich aktivieren.  kreativ tätig sind die die gestalterisch, bildnerisch oder darstellend tätig sind. maler, musiker, designer. aber auch wer im technischen bereich erfindet, wer neue, alternative lebensformen erprobt gibt sich einen kreativen lebensinhalt.”
 

 
Krea(k)tivnetz

 

 

Das Palästina-Portal


”Keinen vernünftigen Menschen wird es einfallen Tinte mit Tinte wegzuwischen aber Blut versucht man noch immer mit Blut zu entfernen." Dieses Zitat von B. v. Suttner empfängt dich im Palästina-Portal.  “Dschenin - Palästina und der Nahostkonflikt” ist ein politisch engagiertes Link-, Denk- und Newsportal mit stets aktuellen Nachrichten.
 

 
Palästina

 

 

artnetwork - 3/x + 1


”das artnetwork 3/x+1 soll ein netzwerk der im internet aktiven künstler und gestalter sein. [...] ein netz das so vielseitig ist wie die menschen die teilnehmen.”

 
 
Artnetwork

 

 * * *

Erhard Arendt im Interview bei THYLA

 

THYLA: Ein Leben für die Kunst - Erhard was ist die Kunst für dein Leben?

Erhard: Kunst ist wie meine Augen und Arme mit meinem Leben untrennbar verbunden, ist ein Teil des Lebens. Künstler ist man, kann man nicht werden. Mit meinem Studium 1964 begann ein Erwachen, eine symbiotische Verbindung.
Das nur Konsumieren von Kunst war mir nie genug. Kunst machen war für mich Anregung, die Erweiterung meines inneren und äußeren Lebens. In der unvollkommenen Art, wie der Mensch so ist, heißt es "ein kleiner Schöpfer" zu sein, versuchen zu "klären", wiederzugeben, umzuwandeln.
Künstlerisch tätig sein war für mich der Beginn eines lustvollen, leidvollen Seins. Im verengten Sinne der Gestaltung, war es mir dabei immer wichtig, dies nicht nur auf die künstlerische Gestaltung zu beschränken.

THYLA: Wie wir sehen, bist du in vielen Genres der Kunst zu Hause. Das heißt, du benutzt ganz unterschiedliche Ausdrucksformen. Worauf kommt es dir dabei besonders an? Was bedeutet dir dein Ausdruck, dein Schaffen?

Erhard: Die Frage verbindet sich mit der oberen. Kunst zu machen ist für mich ein lebenslanges sich weiterentwickeln, ein die Umwelt und sich selber immer tiefer und neu zu erfahren, zu erweitern. Wenn ich mich lange mit einem Gestaltungsmedium beschäftige, kommt irgendwann eine gewisse Routine auf. Man kopiert, wiederholt sich selber. Dann springe ich in eine andere Ausdrucksform, die dann, vielleicht auch zeitgemäß, dem was ich darstellen möchte mehr entspricht.
Kunst machen ist für mich immer ein bewusstes Abenteuer, in dem ich mich mit dem Unbewussten spielend überlasse. Es ist so als wenn man  in einen Urwald geht, neues sieht, unbekanntes, ungewohntes erfährt und verarbeitet.
Kunst zu machen ist eine andere Form der Kommunikation.  Ich erlernte meine Sprache und wichtig ist es mir dann auch etwas damit zu sagen, zu transportieren. Vorraussetzung ist dann natürlich auch, in den jeweiligen Ausdrucksformen ein gewisses Talent, eine Reife und Selbstkritik zu haben.

THYLA: Erhard, deine Webseiten sind sehr umfangreich. Bevor das Internet ein weit verbreitetes Medium wurde, hast du dich bereits künstlerisch vielseitig erfolgreich in der Öffentlichkeit präsentiert. Wann und wie hast du das Medium Internet für dich entdeckt? Welchen Unterschied zwischen den bis dahin herkömmlichen Verbreitungsformen deiner Kunst und der multimedialen Welt des Webs konntest du feststellen?

Erhard: Seit etwa mehr als fünf Jahren bin ich im Internet, seit etwa 14 Jahren arbeite ich mit dem Computer. Durch meine familiäre Lage (der Beruf des Lehrers, dann 20 Jahre rund um die Uhr Pflege eines schwerstbehinderten Kindes), konnte und wollte ich künstlerisch meist nur regional tätig sein. In der Möglichkeit ins Internet zu gehen, sah ich (zu Recht) einen Weg international bekannt zu werden. So begann ich in einer einjährigen autodidaktischen Lehrzeit meine künstlerische Homepage aufzubauen. Da ich das, was ich mache auch intensiv betreibe, konnte ich die meisten Suchmaschinen anregen auf mich aufmerksam zu werden und es kamen Reaktionen aus der ganzen Welt.
Ein anderer Grund, Künstler reizte es auch immer, sich mit neuen Medien auseinander zu setzen, sich in ihnen in ihrer eigenen Sprache zu finden.
Mein plastisches Lieblingsmaterial war der Ton, ihn kann man bis zum trocknen und brennen formen, kneten, beliebig verändern. So gab die Homepage, in einer anderen Form, formal und auch inhaltlich eine Möglichkeit hier "herumzukneten" sie wachsen zu lassen, zu verändern, erweitern.
Meine digitalen Bildgestaltungen und auch meine Internetzeitungen können nur virtuell wahrgenommen werden, in ihrer einmaligen, nur so möglichen Art sind sie wiederum im Internet real. Im Internet steht die Kunst allen jederzeit rund um die Uhr zur Verfügung. Sie ist nicht vom Besitz, abhängig, ist ein kostenlos wahrnehmbares Allgemeingut, ist Teil eines globalen Lebens. Der Nachteil ist, dass durch die Übertragungsgeschwindigkeit und Bildschirmgröße die Wirkungsweise beschränkt wird, da wird es in Zukunft sicher noch enorm mehr Möglichkeiten geben. Meine "Internetzeitungen" können kurzfristig und kostenlos aktualisiert und verändert werden, nur in diesem Rahmen des Internets ist so etwas möglich. Rund um die Uhr bieten die gesprochenen Texte die Möglichkeit einer Lesung an jedem Ort.
Meine herkömmliche Kunst, die sich in einer realen Welt befindet, kann im Internet nur zweidimensional in der Kopie, nur als Abbild gesehen, nicht gefühlt werden.
Die "herkömmlichen" Arbeiten, soweit sie nicht im Besitz des Betrachters sind, können in Ausstellungen oder bei Werkstattbesuchen gesehen werden. Bei den Malereien und Plastiken hat man natürlich auch nur so einen wirklichen Gesamteindruck, kann sich natürlich nur im realen Gegenüber  der Wirkung des Objekts überlassen.

THYLA: Du schreibst in deiner Vita: "[...] Ich war in meiner Stadt jahrzehntelang die UNRUHE und habe mich in politischen, kulturellen Bereichen und in Selbsthilfegruppen erfolgreich engagiert. Erfolgreich im Sinne das ich etwas bewegt habe. Erfolglos, es hat mir oft persönlich eher geschadet, da ich mich ohne Eigennutz für andere, anderes engagiert habe, Anstoß gab, provokativ war..." Warum benutzt du nun auch deine Webseiten, um dich in Bereichen wie Politik, Gesellschaft und Kultur, in vielen interaktiven Projekten (Foren, Mitschreibprojekten, Wechselgesprächen, Kulturringen etc.) zu engagieren?

Erhard: Etwas in mir, drängte mich immer wieder dazu, die unterschiedlichen Kunstformen in ihrer unterschiedlichen Aussagen und Wirkungen als Transportmittel von Botschaften zu benutzen. Der Inhalt darf dabei die Gestaltung nicht überlagern.
Viele sozialkritische Arbeiten sind dabei entstanden. Ich war nie der Meinung, dass der Künstler nur  im "Elfenbeinturm" sitzen soll. Meine Wahrnehmungen habe ich auch im realen, für das reale Leben eingesetzt.
Unsere Existenz ist eine Gesamtheit. Ich kann nicht Bilder gestalten und teilnahmslos in einem ungestalteten Leben leben. Meine Lebenserfahrung ist, auch als einzelner kann ich viel bewegen, einiges habe ich auch, indem ich die Sprache der Kunst benutze, bewegen können. Wir leben in einer Zeit in der die Menschen (ich, du, wir) sich wie Schafe von nicht immer ihnen wohlgesinnten "Hirten" führen und verführen lassen.
So wollte ich immer  "anstößig" sein, Aufmerksamkeit dafür erregen und bewegen.
Gemessen an dem, was wir Menschen sein könnten (unsere Wissenstand), verhalten wir uns zu oft dumm,  primitiv, unkultiviert, mörderisch. Würden wir Menschen unsere Fähigkeiten richtig einsetzten, könnten alle Menschen in relativer Ruhe und Frieden leben. All die negativen Aggressionen, das Töten, Unterdrücken brauchte nicht zu sein. Es ist zu oft nur der Ausdruck unserer Unfähigkeit, dass zu leben was wir leben möchten.

THYLA: Erhard, wir lesen aus deinen Antworten, dass deine Energie und Kreativität ungebrochen ist. Woher nimmst du die Kraft hierzu?

Erhard:  Manchmal "kämpft ein Kämpfer" bis er umfällt. Gesundheitliche Probleme nehmen mir zunehmend die Kraft aber nicht die Kreativität. Je mehr man wahrnimmt, umso mehr weiß man und ich kann nicht still sein. Ich möchte auch nicht, dass es anders ist, mein Verdrängungsmechanismus funktionierte nie so recht. Wenn irgendwo ein Fleck ist sehe ich ihn, ich kann ihn nicht wie viele wegdenken, übersehen.
Es ist aber auch nicht so, dass ich nur ihn sehe und die Schönheit der Welt, des Menschen daneben nicht wahrnehme.   Unsere Welt ist für mich aber leider nicht die beste aller möglichen. Einen Lebenssinn gibt es, daran mitzuarbeiten, sie "besser" zu machen, sie zu bewegen, sich immer wieder zu sagen: "es lohnt sich".
Immer mehr kommt auch die Wut hinzu, die aktiv werden lässt. Zu wissen, wie etwas sein könnte und zu erfahren, wie wenig "die Mächtigen, die Macher, die Machthungrigen, die Gewalttätigen an einer besseren Welt interessiert sind. Wahrzunehmen, wie willenlos sich die Menschen auf die Schlachtbank führen lassen, sich ihr ich dort nehmen lassen, es sich selber nehmen.
Dann ist es auch so, dass ich nun über 40 Jahre lang ein Leben leben konnte, in dem die Freizeit und Arbeit nicht getrennt sind. Es ist untrennbar, meist lustvoll miteinander verbunden. Es macht schlicht Spaß, es ist eine Selbsterfüllung zu denken, kreativ zu sein, Formen und Leben zu gestalten; Beweger zu sein. So wie das Atmen etwas Natürliches ist, so ist es für mich das Kreativ-Tätig-Sein. Es fordert sehr viel mehr Kraft es nicht zu sein...

Erhard, wir danken dir für das Interview und wünschen dir weiterhin alles Gute.


Hier gelangst du zu Arendt-Art.
                                  


zurück zu THYLA - Home

 

zurück Home Arendt

oo

Täglich neu - Nachrichten, Texte aus dem besetzen Palästina die in den deutschen Medien fehlen.

Archiv - Themen - LinksFacebook  - Sponsern Sie  -  Aktuelle TermineSuchen

 

      Start | oben

 Impressum           Haftungsausschluss        KONTAKT           Datenschutzerklärung             facebook