Herr Broder,
einmal mehr beweisen Sie, dass
für Sie als
typischer
Meinungsjournalist
recherchieren nicht
zu Ihrer Stärke
gehört. Ihr Hass
gegen Muslime
verleitet Sie zu
journalistischen
Abenteuern.
Schweizer
Rechtsradikale haben
bestimmt Freude an
Ihrem folgenden
Beitrag:
«Henryk M.
Broder
20.10.2006 22:03
Ex
und hopp in der
Schwyz!
Eben war er noch
da, jetzt ist er
weg, der Link
http://www.bielertagblatt.ch/article.cfm?id=226837&startrow=16&ressort=Schweiz-BE&kap=bta&job=7921310
Das heißt, der
Link ist noch da,
aber auf der Seite
steht nix mehr.
Gestern war es noch
eine Geschichte über
eine Schule in Biel,
auf der den Schülern
das Tragen von
Leibchen mit dem
Schweizer Kreuz
untersagt wurde,
weil sich
moslemische
Schüler durch das
Kreuz provoziert
fühlen könnten. Wenn
die Geschichte eine
Ente war, hätte sich
das Bieler Tagblatt
entschuldigen
müssen.
Weil es aber keine
Ente war, wurde sie
gelöscht. Mutig,
mutig die Schweizer.
Freue mich trotzdem
auf Kronenhalle,
Schober und Sprüngli.»
Hätten Sie sich die Mühe
genommen, kurz
Google zu
konsultieren, so
wären Sie im Nu auf
über 50 Hits
gestossen, und
hätten dabei
erfahren, dass
dieses Thema in der
Schweiz einen
Riesenwirbel
ausgelöst hatte und
die Angelegenheit
nicht vom Bieler
Tagblatt, sondern
durch die Berner
Zeitung „enthüllt“
worden war (http://www.espace.ch/artikel_270795.html
). Ihre Kollegen von
der Weltwoche hätten
Ihnen bestimmt auch
mit einer Recherche
in der Schweizer
Medien-Datenbank
geholfen, darin fand
sich nämlich noch
mehr zu dieser
Geschichte. Um solch
einfache Mittel zu
beherrschen, muss
man bei Leibe kein
Recherchierjournalist
(investigative
journalist) sein.
Warum der Berner-Tagblatt-Link
nicht mehr
funktioniert, können
Sie bei dieser
Zeitung in Erfahrung
bringen. Mit Zensur
hat es bestimmt
nicht zu tun,
sondern eher mit
irgendeiner
technischen
Einrichtung, die den
Zugriff auf Artikel
vom Vortag
verunmöglicht.
Der Fall ereignete sich auch
nicht in bernischen
Biel, sondern in
Roggwil, das
ziemlich woanders,
wenngleich auch im
selben Kanton liegt.
Die knapp
4000 Einwohner
zählende
Oberaargauer
Gemeinde gilt als
Hort rechtsradikaler
Jugendlicher.
Die Rede war auch nicht von
muslimischen,
sondern
ausländischen
Kindern im
Allgemeinen. Sie
verpassen
offensichtlich keine
Chance, überall
einen Kniefall vor
Muslimen zu sehen.
Übrigens: Beim Leibchen in
besagter Geschichte
ging es um das
T-Shirt der
Schweizer
Fussball-Nationalmannschaft,
genannt Schwiizer
Nati (ausgesprochen
Nazzi).
Wie Sie aus dem beiliegenden
Blick-Artikel
ersehen können,
handelt es sich doch
höchstwahrscheinlich
um eine regelrechte
Ente.
Wäre dies nicht der Fall, so
spräche es doch für
eine viel
antinationalistischere
und
antirassistischere
Haltung in der
Schweiz, als nach
der jüngsten
fremdenfeindlichen
Asyl-Abstimmung zu
vermuten wäre. Es
gibt in der Tat in
der Schweiz viel
Menschen, die nichts
mit Patriidiotismus
zu tun haben wollen.
Übrigens: Wenn mehr als 20
Prozent der
Schweizer
Bevölkerung jüdisch
wären, stimmten
sicherlich auch Sie
dagegen, das Kreuz
auf der Schweizer
Staatsfahne
beizubehalten und
nur christliche
Festtage als
offizielle Feiertage
zu deklarieren.
Shraga Elam
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Blick;
20.10.2006;
Nummer 244; Seite A3
-
BlickAktuell
Schweizerkreuz-Verbot?
Das
steckt hinter der
Dorfposse
ROGGWIL
BE. Es wird immer
besser. Roggwiler
Schüler dürfen
angeblich kein
Schweizerkreuz mehr
auf der Brust
tragen. Der Wirbel
ist riesig. BLICK
sagt, was
tatsächlich hinter
der Dorfposse
steckt. (...)
Zeitungen nahmen
gestern das Thema
auf. Titel: «Schule
verbietet
Schweizerkreuz».
Folge: Riesenwirbel.
Gemeinderat und
Schulleitung sehen
sich genötigt, zur
Pressekonferenz zu
laden. Davon
erfahren auch die
Schüler. Über Mittag
ziehen ein paar
daheim solche
angeblich verbotenen
T-Shirts an. Dann
posieren sie stolz
vor der Schule,
geben Interviews.
In der Aula betont
Gemeinderat und
Co-Schulpräsident
Fredy Lindegger
wenig später: «Es
gibt an unserer
Schule kein Verbot
für T-Shirts mit
Schweizerkreuz.
Meine eigene Tochter
ist schon so zur
Schule gegangen.» Er
bedaure das
Missverständnis.
Entstanden ist es im
Rahmen einer
Rassismusdiskussion
an der Schule. «Da
wurde gesagt, dass
das Tragen eines
T-Shirts mit
Schweizerkreuz in
Verbindung mit
Militärhosen oder
rassistischen
Symbolen verboten
ist», sagt Lindegger.
Laut
BLICK-Recherchen
passierte dann
folgendes: Der
Schüler Benjamin*
erzählte seiner
Mutter, dass der
Lehrer T-Shirts mit
Schweizerkreuz nicht
mehr dulde. Mutter
Rosa* erzählte es
SVP-Mann Graf. Der
posaunte die
Falschmeldung
heraus.
Was sagt er jetzt?
Graf: «Die betreiben
jetzt
Schadensbegrenzung.
Ich bleibe dabei, so
ein Verbot ist unter
jedem Hund.» Er gibt
aber zu, dass er die
Geschichte nur vom
Hörensagen kannte
und bei der Schule
nicht nachfragte.
(...)
Profiteure der
Dorfposse: Die SVP
und die
rechtsextreme Pnos.
(...)
Siehe auch:
http://www.espace.ch/artikel_270795.html