WIR HABEN DIE PFLICHT NICHT ZU SCHWEIGEN! - Die auf Henryk M. Broder "Reaktions-Arena"!

 

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NICHT DIE OFFIZIELLE HOMEPAGE VON HENRYK M. BRODER

Das meint der Leser... über Henryk M. Broder 99

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Die unendliche Geschichte
oder wie man eine Niederlage in einen Sieg verwandelt.
Abraham Melzer

 

Broder versteht es uns seit über 20 Jahren vielfältigen Variationen über dasselbe Thema zu präsentieren. Sein Thema ist: Wie überlebe ich in einer mir feindlichen Welt. Und da kann er sich oft nicht beherrschen, was zu den unzähligen Gerichtsverfahren führt, die Broder quer durch Deutschland und sogar im Ausland führen muss, in Hamburg, Dortmund, Berlin, Köln, Frankfurt, München und jetzt auch Zürich. Immer wieder wegen des gleichen Vergehens: Schmähung und Beleidigung.

Es mag auf den ersten Blick scheinen, dass es in diesem Essay allein um Henryk Broder geht. Das ist aber nicht die Absicht. Vielmehr geht es um die Frage wo Antizionismus aufhört und Antisemitismus beginnt. Eigentlich eine überflüssige und zynische Frage, die allein immer wieder von denjenigen gestellt wird, für die Antisemitismus schon beginnt, wenn man Ramallah als Ghetto bezeichnet.

Ganze Heerscharen von Forschern, Journalisten und Berufsjuden a la Broder leben von dieser Diskussion, ob überzogene Israelkritik als antisemitisch bezeichnet werden darf. Allerdings ist für die Einen jede Art von Kritik an Israel von vorn herein überzogen. Während es den anderen darum geht diejenigen vor Verleumdung und Diffamierung zu schützen, die es wagen in dieser Frage ihre kritische Stimme zu erheben. Es geht darum Kritik an Israels Politik diskussionsfähig zu machen, ohne Angst haben zu müssen gleich von Broder und seinen Jüngern mit dem ewigen Totschlagargument, sie seien Antisemiten, gelyncht zu werden. Denn jeder, der einen anderen als Antisemiten denunziert, weiß ganz genau in welchen Kontext er denjenigen damit rückt. Broder macht aus Israelis und Juden Behinderte, über die man nicht lachen darf, weil es politisch nicht korrekt ist. Israel ist für ihn wie der Papst für die frommen Katholiken: Unfehlbar und heilig. Und so wie „political correctness“ uns daran hindert mit Behinderten normal umzugehen, so will uns Broder daran hindern mit Israel so umzugehen, wie es viele Israelis sich wünschen: normal.

Inzwischen haben manche Journalisten wie zum Beispiel Clemens Wergin von der WELT so sehr jeden Maßstab an  Vernunft und Ethik verloren, dass man nur staunen kann. Da vergleicht Wergin die Jüdin Hecht-Galinski mit einem „klassischen“ Antisemiten – etwa einen Neonazi. Sich mit Hecht-Galinski zu solidarisieren hieße wohl auch dasselbe wie mit einem Neonazi sympathisieren. Absurder geht es wohl nicht. Das ist aber auch der Kern des Problems: Man wirft alles in einem Topf. Klassische Antisemiten und Neonazis, vermeintliche Antisemiten und kritische Juden. Man nimmt auch noch einige besonders „nette“ Verballinjurien und mischt kräftig und schon haben wir den Broderschen Neoantisemiten. Wergin behauptet sogar, dass manche eine „freie Debatte“ wünschen, „in der man Israel kritisieren kann, ohne überhaupt Widerspruch zu ernten.“ Das ist nicht nur absurd, sondern auch dumm. Wir wünschen nicht mehr und nicht weniger als das, was das Gericht in Köln gefordert hat: Eine sachliche Diskussion und kein permanentes Schwingen der Antisemitismuskeule. Wer den öffentlichen Diskurs in Israel kennt, der weiß, dass Israelis einander mit einer Vehemenz kritisieren, die nur wenige „Antisemiten“ im Ausland aufzubringen vermögen. Zwar findet eine kritische Diskussion in Deutschland statt, von den Parlamentariern, die in den 60ger Jahren gegen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel waren, „bis zum späten Norbert Blüm“. Aber hat denn Clemens Wergin vergessen, mit wie viel Spott und Häme Henryk Broder über eben diesen „späten Norbert Blüm“ hergezogen ist und ihm Antizionismus und Antisemitismus vorgeworfen hat?

 

„Die Behauptung, Kritik an Israel sei in Deutschland nicht möglich, ist aber inzwischen selbst zu einer Keule geworden…“ meint Wergin. Hier aber schreibe ich, mit Wut im Bauch und Zorn im Herzen und aus eigener Erfahrung und bin ebenso im Vorteil, was die Sachkenntnisse betrifft, wie Henryk Broder, weil auch ich mich seit Jahrzehnten mit der Nahostpolitik und den Folgen für das deutsch-jüdische Verhältnis beschäftige. Und mein Vorteil gegenüber Broder ist, dass ich auch Israeli bin. Und ich habe es genau umgekehrt erfahren. Nicht Broder wurde „persönlich diffamiert“, sondern ich und mein Autor Dr. Hajo Meyer. Und warum? Allein weil wir eine andere Meinung zum Nahost-Konflikt haben als Henryk M. Broder. Das allein genügte Broder schon, um zu behaupten, wir würden den Leipzigern „den Hitler machen“. Wie gesagt, es geht schon lange nicht mehr allein um Broder, zumal rein zionistisch betrachtet, schreibt Tom Segev, ein Mann wie Broder nicht als idealer Anwalt des Zionismus gelten kann.

Es geht also um all diese Philosemiten und Israelfreunde, die nicht müde werden zu behaupten, in Deutschland sollte man angesichts der besonderen Geschichte zum Nahostkonflikt lieber schweigen. Es kann doch nicht sein, dass man erst Antisemit werden muss, wenn man das anprangern möchte, was in Israel von vielen Prominenten Israelis fast täglich angeprangert wird. Und es darf doch nicht sein, dass man Broder erlaubt diese israelischen und jüdischen Kritiker und Gegner der Besatzungspolitik als Nestbeschmutzer zu denunzieren, die das angeblich tun, um den europäischen und vor allem deutschen „Antisemiten“ eine Vorlage zu liefern. Dabei  liegt die Schuld nicht bei Broder, der nun mal so ist wie er ist, weil er nicht anders kann und der in unserer pluralistischen Gesellschaft gerne den chauvinistischen  Clown spielt. Ich klage vielmehr an: Seine Kumpanen von „Die Achse des Guten“, vom SPIEGEL und wo immer sie auch noch sitzen und die Rolle der drei Affen spielen. Nichts sehen. Nichts hören. Nichts sagen. Dass Menschen jüdischen Glaubens zur israelischen Politik und zum Zentralrat der Juden unterschiedliche Positionen haben, sollte auch in Deutschland einfach mal als Tatsache zur Kenntnis genommen werden. Allerdings auch von Broder und seinen Kumpanen.

 

Reiche Leute und Prominente haben als ständige Begleiter ihre Bodygourds. Broder hat als ständige Begleiter seine Anwälte. Sie begleiten ihn überallhin wo er gerade einen Prozess führt.  In Köln war es Rechtsanwalt Nathan Gelbarth, der vielleicht nicht so gute Schriftsätze schreibt, dafür aber umso merkwürdigere Leserbriefe, in denen er seinen Mandanten in Schutz nimmt. Vor Gericht kann sich Broder selbst verteidigen. Er hat darin so seine Erfahrung. Sein Kopf läuft rot an, wenn er dem Gericht seine Sicht der Dinge erklärt. Er braust auf, wenn ihm der gegnerische Anwalt widerspricht. Er beleidigt und versucht seine Gegner zu vernichten. Dabei hat er einen Traum: Er will auch noch den letzten Antisemiten dingfest machen und in aller Öffentlichkeit über sein Medium „Die Achse der Guten“ an den Pranger stellen. Am liebsten öffentlich lynchen. Nur diese verdammten Juden, die sich selbst hassenden Israelis, wehren sich und greifen ihn an. Sie zerren ihn vor Gericht, was ein echter Goj nicht wagen würde. Sie haben etwas gegen den neuen Großinquisitor Broder und seinen Broderismus.

Broder, der zionistische Blockwart,  seine Helfer und Helfershelfer spucken Gift und Galle angesichts des für ihn ungünstigen Urteils des Landgerichts Köln und reden sich ein, dass es ein Teilerfolg war. Ihre Kommentare erinnern an Politiker, die gerade eine Wahl verloren haben  und dennoch eine Siegesrede halten. Benjamin Weinthal hat in der „Jerusalem Post“ sogar die Meinung vertreten: „Ich betrachte es als Sieg, weil das Gericht Henryk Broder und der Öffentlichkeit eine Anweisung gab, wie man Frau Hecht Galinski Statements als antisemitisch bezeichnen kann“. Als ob Broder eine solche Anweisung je nötig gehabt hat. Wer Broder kennt weiß, dass er ein schlechter Verlierer ist und eine Niederlage so hasst wie Hessens CDU Ministerpräsident Roland Koch.

Broder will die Öffentlichkeit darüber täuschen, dass das Gericht in Köln lediglich darüber befinden sollte, „ob es  einen sauberen, einen unschuldigen Antizionismus geben kann, der nicht antisemitisch eingefärbt ist. Über diese Frage wird in der Bundesrepublik seit langem heftig diskutiert, nun soll sie von einem Gericht entschieden werden.“ Das ist natürlich Unsinn. Es geht nicht um Antizionismus oder Antisemitismus. Wir wissen alle, dass diese Menschheitsplage nicht vor Gericht entschieden werden kann. Das Gericht entscheidet einzig und allein darüber, ob Broders Attacke gegen Evelyn Hecht-Galinski als Schmähkritik untersagt werden soll oder nicht. Und das hat das Gericht eindeutig entschieden: Broder darf den Antisemitismus-Vorwurf im konkreten Äußerungskontext nicht wiederholen.

Ob es „unschuldigen Antizionismus“ geben kann, darüber hat Broder nicht nötig zu diskutieren, da er es ja schon längst entschieden hat. Folgt man ihm, dann ist natürlich jede noch so harmlose Kritik an der verbrecherischen Politik der diversen israelischen Regierungen per se antisemitisch. Von israelischer Seite, vom Zentralrat der Juden und von Broder selbst wird uns immer wieder versichert, dass es selbstverständlich erlaubt sei Israel zu kritisieren und wir alle wohl an einem Israel-Trauma leiden, wenn wir das in Frage stellen würden. Sie meinen es wäre allerdings ratsam, wenn man die Kritik, wie es der ehrenhafte aber leider inzwischen verstorbene frühere Bundespräsident Johannes Rau gesagt hat, nicht öffentlich machen, also sie nur im eigenen Badezimmer aussprechen würde. Wozu also eine heftige Diskussion, wenn allein schon die Behauptung, dass die palästinensische Stadt Ramallah ein Ghetto sei, ausreicht, um jemanden als Antisemiten zu denunzieren. Ja, im Denunzieren ist Broder ein Meister in Deutschland.

 

Nun wird sich  diesmal Broder mit einer Niederlage abfinden müssen, auch wenn sein Freund Tobias Kaufmann uns das Märchen von einem Teilerfolg erzählen will.  In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es: „Die 28. Zivilkammer des Landgerichts Köln hat heute durch Urteil dem Publizisten Broder gegen Strafandrohung verboten, Evelyn Hecht-Galinski… als Antisemitin ("antisemitische Statements") zu bezeichnen.“ Damit hat das Landgericht Köln seine vorausgegangene einstweilige Verfügung vom 27.06.2008 im Wesentlichen bestätigt. Es ist eigentlich eindeutig genug, dass es auch jeder verstehen kann. Broder aber, und sein Freund Tobias, nehmen wie Autisten nur den letzten Satz des Urteils zur Kenntnis und stützen darauf die märchenhafte „Teilerfolg“ Theorie. Dabei hat das Gericht lediglich etwas ganz Selbstverständliches festgestellt: „.Eine vergleichbare Äußerung mit dem erforderlichen Sachbezug wäre zulässig.“

Damit können auch wir, die Gegner Broders, sehr gut leben, denn dies heißt nicht mehr und nicht weniger als dass Broder aufgefordert wird in Zukunft „sachbezogen“ zu argumentieren. Das fordern wir von ihm schon seit über 20 Jahren. Es besteht aber keine Chance, dass Broder das tut, wo doch das Motto seiner Homepage, seine geistige und publizistische Basis, die uns seine Gesinnung verrät, die er seit Jahren in seinen publizistischen Auseinandersetzungen praktiziert. „Warum sachlich wenn es auch persönlich geht“. Daran hält sich Broder fast so fest wie die Katholiken an das Vaterunser. Schon lange warten wir darauf, dass er eine sachbezogene Diskussion zum Nahostkonflikt führt und endlich mit seinen Schmähungen und Diffamierungen aufhört. Pustekuchen. Er denkt gar nicht daran. Er verlangt von Allen Respekt vor seinem Recht auf Meinungsfreiheit. Selber versucht er aber seit vielen Jahren ununterbrochen und mit steigendem Fanatismus die Meinung anderer durch Einschüchterung und Bedrohung zu unterdrücken. Und da wird sich Broder auch nicht durch einen deutschen Richter bremsen lassen, der für ihn eh ein „Erbe Freislers“  ist. Broder ist ein Freund der Anarchie bzw. ein hundertprozentiger Darwinist. Der Stärkere soll überleben und Broder und seine israelischen Freunde sind eben die Stärkeren. Und das macht Broder Spaß. Die Welt ist ein Theater und Broder spiel seine Hauptrolle. Es ist seine Traumrolle seit über zwei Jahrzehnten. Er spielt den starken Juden. Nicht den Tewje und auch nicht den Jud-Süß. Er spielt den Samson, den Mann mit den stählernen Muskeln, der die ganze Welt der Palästinenser…nein, Entschuldigung, der Philister zum stürzen brachte und tausende seiner Gegner begrub. So soll es auch Broders Gegner ergehen.

 

Für Broder reicht es einem Gegner zu bescheinigen, dass sein „Gehirn flach ist wie eine Pizza“, als das er sich Mühe geben sollte dessen Argumente zu widerlegen. Warum soll er sich auch die Mühe machen? Warum sachliche Argumente, wenn es auch mit persönlichen Beleidigungen geht? So geschehen im Fall von Prof. Michal Bodemann, der es gewagt hat in der Süddeutschen Zeitung die mediale Verfolgung der Moslems und des Islams in Deutschland mit der Verfolgung der Juden zu vergleichen. Woraufhin Broder in seiner „Achse der Guten“ eine Replik voller Häme veröffentlichte, die darauf folgende Verleumdungsklage Bodemanns verlor und 10.000 € Schmerzensgeld plus Verfahrenskosten an Bodemann zahlen musste. Das hat Broder offensichtlich nicht verschmerzt und hat auf eine Gelegenheit gewartet es Bodemann heimzuzahlen. Diese Gelegenheit scheint jetzt gekommen, als Broder einen Beitrag Bodemanns in der taz, in dem Bodemann sich mit Frau Hecht-Galinski solidarisiert hat, zum Anlass nahm, wieder Gift und Galle und jede Menge Fäkalien zu spucken, dass man nur noch an den alten jüdischen Präsidenten der Berliner Akademie der Künste, Max Liebermann, denken muss, der über den SA-Aufmarsch vor seinem Fenster am Abend von Hitlers Machtergreifung sagte: Ick kann nich so viel fressen, wie ich kotzen möchte.

Da es Broder wieder einmal an Argumenten fehlte und er die Mahnung des Gerichts in Köln sowieso nicht ernst nahm, warf er diesmal Bodemann vor angeblich Konvertit (!) zu sein und nicht die Frage beantwortet zu haben, die aber auch niemand gestellt hat, nämlich, „wessen Sohn er ist“. Eine Frage, die außer Broder wohl auch niemanden interessiert. Hat denn Broder je verraten wessen Sohn er ist? Ich kannte Broders Vater. In der jüdischen Gemeinde in Köln, wo wir beide aufgewachsen sind, schwirrten die abenteuerlichen Gerüchte über den kleinen Möchte-gern-Advokaten, der für andere Juden Wiedergutmachungsanträge bearbeitet hat, und sich dafür gut bezahlen ließ. Selbst in den wildesten und schmutzigsten Auseinandersetzungen mit Broder habe ich es abgelehnt damit zu argumentieren. Aber jetzt hat es Broder mit seiner schmierigen Attacke gegen Bodemann herausgefordert. Weiter schreibt Broder: „Bekannt ist nur, dass er irgendwann zum Judentum übergetreten ist; wie viele Konvertiten hat auch er den Ehrgeiz entwickelt, Platzwart  in einem Verein zu werden, dessen Statuten er erst lernen musste.“ Was hat Bodemanns vermutete Konversion mit dem Fall Galinski zu tun? Gar nichts! Und spielt Broder selbst nicht den Platzwart in einem Verein, den er nicht akzeptiert und noch weniger achtet? Die Moabiterin Ruth war eine Konvertitin und sie ist schließlich die Urgroßmutter von König David, den sogar die unsympathischsten jüdischen Siedler verehren. Konvertiten werden im Judentum nicht nur geachtet, sondern auch geliebt, vor allem aber respektiert. Aber was schert denn Broder das Judentum? Es reicht für ihn einige jüdische Witze zu kennen, die er nach Bedarf einsetzen kann. Da ist er wie der Zyniker Heinrich Heine, dem am Judentum am allerbesten die Küche geschmeckt hat. Ich will hier aber Gott behüte nicht Broder mit Heine vergleichen.

Schließlich der Höhepunkt der Denunziation: „Mit ein wenig Phantasie kann man sich noch eine andere Option vorstellen. Nachdem es den Nazis nicht gelungen war, die Juden auszurotten, empfanden es einige Nachgeborene als eine Herausforderung, das Judentum von innen aufzumischen.“ Jetzt wird mir auch die Frage nach dem Vater klar. Broder unterstellt Bodemann, dass er das Werk der Nazis vollenden will. Etwas Perfideres und absurderes ist mir noch nie begegnet. Ich vermute, dass dieser Satz Broder wieder 10.000,00 € kosten wird. Betitelt ist dieses Elaborat mit: Ein Denunziant mit Anstand.  Immerhin bescheinigt er Bodemann „Anstand“ – wenn auch ironisch. Er selber weiß offensichtlich nicht was Anstand ist. Interessant und absurd ist vor allem in diesem Zusammenhang der Vorwurf „Konvertit“ zu sein, den Broder gegenüber Bodemann schon mehrmals aufgestellt hat, jedoch meines Wissens niemals gegenüber Stephan Kramer vom Zentralrat der Juden– und das ist auch gut so.

Jetzt hat auch Avi Primor, Israels früherer Botschafter in Deutschland, Evelyn Hecht-Galinski in Schutz genommen. Prompt reagiert Broder und schon wieder unter der Gürtellinie, nicht sachlich sondern persönlich:  „Primors Problemzone ist nicht das Toupet. Es ist das, was darunter liegt.“ Das braucht man nicht mehr zu kommentieren.

Ausgerechnet der Blockwart Broder spricht von Denunzianten, wo er doch seit Jahrzehnten davon lebt andere ihm nicht sympathische Meinungsträger öffentlich zu richten bis zum Versuch sie zu vernichten. Dabei ist er wie ein Capo in Auschwitz, dem es nicht genügt sein Opfer nieder zu stoßen. Er muss noch den am Boden liegenden treten. Das erinnert mich an ein Foto aus dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib im Irak, in dem eine lächelnde amerikanische Wärterin sich über ein am Boden tot liegendes Opfer beugt und ein Siegeszeichen in die Kamera macht. So sehen Sieger aus.

Broder muss noch in der perfidesten Art und Weise, die mir je vorgekommen ist, dem Leser  suggerieren,  dass Bodemanns Vater angeblich Nazi war. Auch hier fragt man sich wo der Zusammenhang zum Verfahren in Köln besteht. Wir erfahren dagegen endlich warum Broder so in Rage gerät wenn er den Namen Bodemann liest. Letzterer hatte ihn einst beim Spiegelherausgeber Rudolf Augstein wegen einer angeblichen Affäre mit der Assistentin von Prof. Michael Wolffsohn angeschwärzt. Leider wusste Bodemann nicht, dass Broder womöglich andere Vorlieben hat – wobei für mich Broders angebliche Schwulität keinesfalls ein Problem ist, und ich erwähne es hier zum ersten mal nur wegen Broders unerträglichen Zynismus gegenüber anderen Minderheiten.

 

Es gibt auch den Fall der transsexuellen Tanja Krienen, die er mit Häme überzieht und behauptet, dass sie nicht wüsste „ob er/sie sich zum Pinkeln hinstellen oder hinhocken soll“ und der er natürlich auch vorgeworfen hat eine „schlampige Antisemitin“ zu sein, nur weil sie eine andere Meinung zum Nahostkonflikt hatte als er. Wie gesagt: Warum sachlich wenn es auch persönlich geht. Warum fair wenn es auch gemein und perfide geht. Warum anständig wenn es auch unter der Gürtellinie geht. Ich würde allzu gern wissen, wie Broder reagiert, wenn man schreiben würde, dass er beim Sex nicht weiß ob er sich vorn oder hinten anstellen soll. Tanja Krienen jedenfalls hat geklagt und gewonnen. „Die Richterin, die vom nicht zum Verfahren erschienenen Broder als „befangen“ abgelehnt wurde und von dessen Anwalt mit einer 238 Seiten starken Klageerwiderung bedacht worden war, sprach noch im Gerichtssaal von einer „Prozess-Farce“, die er der Justiz mit seiner 2 ½ Jahre dauernden Verschleppungstaktik abverlangt habe.“ So der Kommentar der Neuen Rheinischen Zeitung. In seinem letzten Essay im SPIEGEL (36/2008) wo Broder „wider die  falsch verstandene Toleranz“ schreibt, verteidigt er die Schwulen. Er wehrt sich dagegen Toleranz gegen Schwule mit Toleranz gegen Schwulenhasser zu vergleichen. Ausgerechnet Broder, der Schwulenhasser, Frauenhasser, Linkenhasser, Antisemitenhasser , Menschenhasser. Bei der Toleranz kommt es nach Broder darauf an, „geschickter und rücksichtsloser als die anderen zu sein. Und schämen darf man sich schon gar nicht.“ Jawohl, so kennen wir unseren Henryk Broder, der Toleranz, Zivilcourage und Gleichheit „rücksichtslos“ in einem Topf wirft, kräftig mischt und über das Ergebnis spottet. Geschämt hat er sich noch nie.

 

Das ist jedoch nur eine weitere Episode in der unendlichen Geschichte von Beleidigungen und Prozessen des Henryk M. Broder, die mit der Klage von Gerd von Paczensky vor 20 Jahren begann, dem er ebenfalls vorgeworfen hatte Antisemit zu sein. Auch diese erste Klage hat Broder verloren. Und nun die Verhandlung vor der 28. Zivilkammer des Landgerichts Köln, die vorerst letzte Station.  Allerdings: Gegen das Urteil können beide Parteien Berufung zum Oberlandesgericht einlegen. Broder könnte sich den Rat des Gerichts zu Herzen nehmen und mit seinen Schmähungen und Beleidigungen zugunsten einer Sachlichkeit aufhören. Er könnte endlich Achtung vor unserem Grundgesetzt zeigen, das jedem das Recht auf eine eigene Meinung gewährt. Aber er wäre dann nicht mehr Henryk M. Broder. Es ist deshalb  so sicher wie das Amen in der Kirche, dass Broder Berufung einlegen wird, zumal er  vom Zentralrat der Juden unterstützt wird. Und wenn es mal wieder nicht reichen sollte, dann hält Broder vielleicht wieder einen Vortrag bei der jüdischen Bnei-Brith-Loge und sammelt Geld bei seinen reichen Freunden. Ja apropos Freunde: Wenn Broder mir manchmal Leid tut, dann allein schon deswegen, weil er auf solche Freunde angewiesen ist. Bei jeder seiner Gerichtsverhandlungen kommen sie scharenweise, als wäre es eine Vorstellung im Circus Maximus von Rom, bei der Juden den Löwen zum Fraß vorgeworfen würden. Der Gladiator heißt Henricus Maximus Brodericus. Seine Fans verschlingen Unmengen Popcorn, lachen viel und klatschen bei jeder Unverschämtheit, die der Gladiator dem Gericht entgegen schleudert. Oft ist der Gerichtsraum zu klein und muss getauscht werden in einen größeren Saal. Jeder Gerichtssaal ist für Broder eine Bühne und er spielt darauf bzw. darin immer wieder seine Rolle.

 

Deshalb ist auch Broders irreführende Behauptung er lasse sich von Antisemiten keinen Maulkorb umhängen bzw. darüber belehren wer Antisemit sei oder nicht, so absurd wie sie auch dazu geeignet ist ins Gegenteil verwandelt zu werden, nämlich: Wir lassen uns nicht von einem autistischen, fanatischen, zionistischen  Blockwart wie Broder einen Maulkorb legen und erst recht nicht darüber belehren, wer Antizionist ist. „Es kann jemand Kritik an der Politik Israels üben, sogar gegen dessen Existenz als jüdischen Staat eintreten, ohne Antisemit zu sein, und umgekehrt: Es gibt Antisemiten, die Israel und seine offizielle Ideologie, den Zionismus, unterstützen.“ Das schreibt der angesehene israelische Essayist Tom Segev ausgerechnet im SPIEGEL. Viele Israelis, schreibt er ferner, „kommen gar nicht auf die Idee zu behaupten, Kritik an der Unterdrückung der Palästinenser sei Ausdruck einer antiisraelischen oder antizionistischen oder gar antisemitischen Einstellung.“ Würde die angesehene Zeitung „Haaretz“, für die Segev schreibt, „auf Deutsch erscheinen, fänden sich sicher Leute, die sie als antisemitisch bezeichneten.“ Da meint er wohl Henryk Broder, ohne zu ahnen, dass dieser  bereits mehrere Mitarbeiter dieser Zeitung als Antisemiten und Nestbeschmutzer diffamiert hat. Broder macht aus Antisemitismus eine gefährliche ansteckende Epidemie, mit der sich jedermann leicht infizieren kann. Es reicht einen Juden schräg anzusehen oder einen Israeli mit falschem Unterton nach der Uhrzeit zu fragen, und schon ist man Antisemit. Broders Weltbild besteht ja auch nur aus Antisemiten und da macht er auch von Juden keinen Halt, die für ihn dann „Jüdische Selbsthasser“ sind. Sein großer Guru ist der unvergessene Theodor Lessing, der mit seinem Buch „Jüdischer Selbsthass“ auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht hat. Allerdings war Lessing sehr vorsichtig mit seinem Urteil und hat mit Sicherheit keine Inflation der sich selbst hassenden Juden vorausgesagt. Ich werde nicht abstreiten, dass es im Verlauf der zweitausendjährigen Geschichte der Juden in der Diaspora auch hin und wieder jüdische Antisemiten gegeben hat, die insbesondere in öffentlichen mittelalterlichen Diskursen den Standpunkt der Kirche vertreten haben. Ich jedenfalls bin in meinen zweiundsechzig Jahren noch niemals einen jüdischen Antisemiten persönlich begegnet. Möglicherweise gibt es auf der Welt eine Handvoll solcher Irren. Broder aber kennt zichtausende von dieser Sorte.

 

Ich bin in Israel aufgewachsen wo ich mein Judesein frei leben konnte. Deshalb habe ich ein völlig unproblematisches Verhältnis zum Judentum und zu Israel und finde nichts dabei Juden und Israelis zu kritisieren, wenn es Gründe für eine solche Kritik gibt. Und die gibt es wahrlich. Man braucht da nur die tägliche israelische Presse zu lesen, was Broder ja leider nicht kann, da sein Hebräisch gerade ausreicht um Boker tov (Guten Morgen) zu sagen. Für Broder bin ich ein Antisemit, der an jüdischem Selbsthass leidet. Ich kann ihn aber beruhigen. Selbsthass ist nicht meine Sache. Allerdings Hass auf andere Juden, zum Beispiel dann, wenn ich davon lese, dass meine israelischen „Brüder“ eine Bombe auf ein palästinensisches Wohngebiet abgeworfen haben, nur um einen vermuteten, angeblichen  Terroristen zu beseitigen. Kolateraltote hat man billigend in Kauf genommen.

 

Woher kommt denn Broders Hass auf alle Juden, die nicht seiner Meinung sind? Broder ist im antisemitischen Nachkriegspolen geboren und aufgewachsen, zu einer Zeit als er sicherlich Angst hatte sich als Jude zu bekennen. Einer wie er befindet sich seitdem in einem ständigen Konflikt mit sich und seiner Umwelt. Das spürt man bei ihm bis heute, denn er tut es heute umso heftiger und peinlicher. Seine total überzogene Paranoia  ist für uns Juden mehr als peinlich. Es geht bei ihm so weit, dass er nicht mehr merkt, dass er längst die Grenzen des Erträglichen überschritten hat. Andererseits bewundern auch seine Gegner sein Talent zum Schreiben, seine Kunst zu polemisieren, auch wenn sie allzu oft darunter zu leiden haben, wenn Broder jeden abkanzelt, der ein kritisches Wort gegen ihn und gegen Israel erhebt. Broder lässt sich nicht gerne die Welt erklären. Seine Welt ist die einzig richtige. Mit Chuzpeh und Tritte unter der Gürtellinie verteidigt er sie. Das verschafft ihm auf der einen Seite Fans und Bewunderer, für die er genüsslich den Guru spielt – aber von Jahr zu Jahr auch mehr Gegner.

Statt Juden und Judentum zu verteidigen, was übrigens gar nicht notwendig ist, haut er Juden und Judentum in die Pfanne. Nach Broders Definition des Antisemitismus sind mehr als die Hälfte aller Juden verachtungswürdige Antisemiten oder zumindest solche Juden, die an „Jüdischem Selbsthass“ leiden. Allzu sehr erinnert dieses Reden vom jüdischen Selbsthass an das bekannte, verleumderische Wort vom Nestbeschmutzer. Er stellt fest, dass die Israelis auch „Täter“ sind. Während jedoch die sog. echten Täter, ihre Taten verdrängen und verschweigen und viele anständige Deutsche sich dieser Taten schämen, behauptet Broder, dass es mehr Spaß macht Täter zu sein. So frei waren die Nazis nicht. Er vergleicht nicht Juden und Israelis mit den Nazis, nein, er behauptet einfach Juden und Israelis seien Täter, also Nazis. Wobei man davon ausgeht, dass Täter ein Synonym für Mörder ist. Und das ist seiner Meinung nach auch gut so. Seine Eltern, die in Auschwitz waren und seine Großeltern, die dort umgekommen sind, würden im Grab rotieren, wenn sie davon wüssten. Sie waren nämlich keine Täter – sie waren Opfer, wie eben heutzutage die Palästinenser auch Opfer sind, ohne das man ihre Situation mit der der jüdischen Opfer vergleichen muss. Allerdings erlaubt sich Broder die Lage der Bahai im Iran, mit der Lage der Juden im Dritten Reich zu vergleichen. Quod licet Jovi, not licet Bovi! Überhaupt scheint Broder ein gestörtes Verhältnis zu Auschwitz zu haben, wenn er behauptet, dass das „Schönste an Auschwitz die Cafeteria sei, weil es dort leckere Palatschinken gibt “. Wie krankhaft muss man denn sein, um zu behaupten, dass an Auschwitz etwas schön sei. Wie gerne hätten seine, und auch meine Großeltern in Auschwitz Palatschinken gegessen, bevor sie in die Gaskammer getrieben wurden. Jetzt kann es Enkel Henryk machen und auch noch genießen. Da kann ich nur noch sagen: Guten Appetit! Jedem normal veranlagten Menschen würden die Palatschinken in Auschwitz im Halse stecken bleiben. Broder aber weiß sie zu genießen. Er hat das wohl ironisch gemeint. Aber leider ist seine Ironie immer nur Zynismus und sein Zynismus immer unerträglich, da es gallenbitter und blutrünstig ist.

 

Broder präsentiert uns hier eine völlig neue Variante der „unendlichen Geschichte“.

Bei diesem aktuellen Streit geht es auch darum, dass man verhindern will, dass Israels Politik mit der der Nazis verglichen wird. Man beruft sich da auch auf die EU, die in ihren Richtlinien zur Definition des Antisemitismus bestimmt hat, dass jeder Vergleich Israels mit Nazi-Deutschland als antisemitisch zu bewerten sei. Allein, wir wissen ja alle, dass nicht alles was die EU sagt und beschließt, richtig und vernünftig ist. Einige Autoren von Haaretz vergleichen die Unterdrückung der Palästinenser mit der Apartheid in Südafrika, hier und da sogar mit Nazi-Deutschland. Keinem vernünftigen Israeli würde auf die Idee kommen sie als Antisemiten zu bezeichnen. Der berühmte israelische Judaist und Moralist  Prof. Leibowitz hat schon in den 60ger Jahren den Begriff des Judeo-Nazi erfunden und verbreitet; kein geringerer als Menachem Begin hat zB Arrafat mit Hitler verglichen; die israelische Armee, und nicht Evelyn Hecht-Galinski, hat die Altstadt von Jenin mit dem Warschauer Ghetto gleichgesetzt und ihre Soldaten aufgefordert sich über die Taktik der SS bei der Beseitigung des Warschauer Ghettos zu informieren. Warum soll das weniger antisemitisch sein als etwa die harmlose Behauptung Ramallah sei ein Ghetto durch die katholischen Bischöfe? Ist denn die Bezeichnung „Ghetto“ von den Juden als Markenzeichen a la Coca Cola geschützt? Und wie verhält es sich damit, dass Broder Gaza als Gefängnis bezeichnet, was in diesem Fall sogar der Wahrheit entspricht? Ist ein Gefängnis dieser Art nicht irgendwie auch ein Ghetto? Wenn es genügt Gaza als Ghetto zu bezeichnen, um Antisemit zu sein, dann bin ich eben ein Antisemit. Ich kann gut damit leben. Freilich wird aber erst umgekehrt ein Schuh daraus: Man muss nicht unbedingt ein Antisemit sein, um Ramallah als Ghetto zu bezeichnen.

Broders Gleichsetzung des Antizionismus mit dem Antisemitismus  ist in der Tat ein Skandal, über den sich aber niemand aufregt. Zumal er aus jedem, der nicht vorbehaltlos hinter der Apartheidpolitik Israels steht gleich einen Antizionisten macht. Mit dieser Definition sind auch Einstein, Freud, Leibowitz, Avram Burg (der ehemalige Knesset-Vorsitzende), Daniel Barenboim, Alfred Grosser, den Broder nicht müde wird „Ekel-Alfred“ zu nennen und Millionen weiterer Juden von Broder als Antisemiten diffamiert. Nur Broder ist es noch nicht. Man hat es Broder durchgehen lassen und ihm dafür noch den Börne-Preis verliehen. Der arme Ludwig Börne, wenn er das wüsste. Börne der Weltbürger und der kleinkarierte Broder mit seinem jüdischen Chauvinismus – zwei größere Gegensätze gibt es nicht. Während Broder aus seinem selbst gewählten Exil in Jerusalem schon nach knapp einem Jahr nach Deutschland zurückgeflüchtet ist, blieb Börne bis zu seinem Tod in Paris. Ich bin sicher, dass er auch einen Börne mit Spott und Häme überziehen würde, wenn dieser von seinem Glauben an die Menschlichkeit reden würde und davon, dass alle Menschen Brüder werden. Denn das ist es woran Broder am allerwenigsten glaubt. Wie schnell würde dann aus Ludwig Börne bei Broder der „Ekel Löw Baruch“. Leider kann sich Börne nicht mehr wehren, sonst würde er Broder mit der Peitsche der Sprache der Lächerlichkeit preisgeben.

   

Broder ist schon lange nicht mehr der Schmock unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft selbst ist es, seine Kollegen und alle anderen Journalisten und Meinungsbilder, die zu seinen giftigen und übelriechenden Ergüssen schweigen und sie vielleicht auch noch gut finden, seine Kollegen bei „Die Achse des Guten“ an erster Stelle, gefolgt natürlich von seinen Kollegen beim SPIEGEL. Broder wird nicht müde zu behaupten, dass der Antisemitismus jetzt, ausgerechnet jetzt, in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen ist. Dabei gibt es doch in der gesamten westlichen Welt nichts Schlimmeres als wenn man als Antisemit diffamiert wird. Es ist heute ein Totschlagargument, mit dem man Existenzen vernicht kann. Broder und seine Kumpel versuchen es seit Jahren u.a. bei Ludwig Watzal, der bei der Bundeszentrale für politische Bildung arbeitet, leider mit wachsendem Erfolg, wie wir neulich feststellen mussten. Watzals Vergehen ist wie gehabt: Er hat es gewagt ein kritisches Buch über den israelisch-palästinensischen Konflikt zu schreiben und er hat es versäumt das Manuskript von Broder bearbeiten zu lassen. Erst kürzlich veröffentlichte seriöse Untersuchungen namhafter jüdischer Institutionen haben festgestellt, dass der Antisemitismus weltweit, auch in Deutschland, abnimmt, also weniger wird und folglich sehr weit weg von der Mitte der Gesellschaft. Wieso wehrt sich die „Mitte der Gesellschaft“ nicht gegen solche falsche, gefährliche und vor allem absurde Behauptungen. Warum müssen Juden wie ich oder Evelyn Hecht-Galinski wieder an die vorderste Front gehen? „Hier geht es nicht um Antisemitismusbekämpfung, sondern um brutale Zensur eines unbequemen Inhalts“, schrieb Alfred Grosser in der FAZ und er fügte hinzu „Broder bekämpft eine Kritik an der Politik des Staates Israel, die in Israel selbst oft und in verschiedenen Tonarten vorgebracht wird.“. Broder wirft seinen Gegnern vor, dass sie selbst entscheiden wollen wer Antisemit sei oder nicht. Dabei versucht er ständig  par ordre du mufti, zu bestimmen wer Antisemit ist. Und bei Broder ist es fast jeder: Fassbinder, Zwerenz, Norbert Blüm, Rupert Neudeck, Helmut Schmidt und fast die Hälfte der Israelis. Die extreme Wut, die in Broders Beitrag über Bodemann zum Ausdruck kommt, ist eine Gewähr dafür, dass Broder weiter machen wird. In Broder brodert  es wie in einem aktiven Vulkan und so werden wir in Zukunft immer wieder Zeugen von unkontrollierten Ausbrüchen sein. Dabei sind nicht Bodemann, Frau Galinski, Alfred Grosser oder Tanja Krienen Broders Problem. Vielmehr hasst er die Toleranz, die Vernunft, den Frieden und natürlich den Islam. Das sind Gegner von denen er ausgeht, dass sie seiner ebenbürtig sind. Das sind ja auch die Gegner seines Idols George W. Bush, dessen Flagge er auch für  immer auf seinem Revers angesteckt hat und dessen Politik er nicht müde wird zu verteidigen. Erst heute wieder mit dem Aufruf: Ami don´t go home!

Die giftige brodersche Lava kann manchen verbrennen und jedem unvoreingenommenen Beobachter die Luft zum atmen wegblasen.  Da sollte man nicht in der Nähe sein. Ich denke da an die Worte meines Freundes Julius Schoeps, der mir geraten hatte um Broder einen möglichst weiten Bogen zu machen. Er hatte recht.

Abraham Melzer

 

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